Paris (aktiencheck.de AG) - Die Internationale Energieagentur IEA fordert einen radikalen Umbau der weltweiten Energieversorgung. Die derzeitige Art der Energienutzung könne auf Dauer nicht Bestand haben.
Zum einen aus Gründen des Klimaschutzes, aber auch, weil sie sozial und wirtschaftlich keine Zukunft habe.
In ihrem am Mittwoch veröffentlichten "World Energy Outlook 2008" warnt die IEA auch davor, das Tempo, mit dem sich die Ölproduktion in den bestehenden Feldern erschöpft, sei deutlich höher als bisher angenommen. Die Untersuchung 800 bestehender Ölfelder ergab, dass sich die untersuchten Lagerstätten aktuell mit einer Rate von 6,7 Prozent jährlich erschöpfen. Dieser Wert dürfte bis zum Jahr 2030 auf 8,6 Prozent steigen.
"Selbst wenn die Ölnachfrage bis 2030 flach bleiben sollte, müssen 45 Millionen Barrel pro Tag - etwa viermal die saudi-arabische Kapazität - dazukommen, um die Effekte der natürlichen Erschöpfung zu kompensieren", so IEA-Exekutivdirektor Nobuo Tanaka. Dennoch glaubt die IEA, dass genug Öl im Boden ist, um die Nachfrage zu befriedigen - vorausgesetzt, die Investitionen fallen nur hoch genug aus.
Weder Versorgung noch Konsum sei auf eine nachhaltige Weise aufgestellt. Die fossilen Energieträger Öl und Gas werden laut der IEA teuer bleiben. Für das Jahr 2030 rechnet die IEA mit einem Preis von 120 Dollar je Fass und korrigierte damit frühere Prognose, in denen sie für das Jahr 2030 von einem Preis von knapp 30 Dollar pro Barrel gerechnet hatte.
Die Agentur rief daher dazu auf, hunderte Milliarden in den Abbau der fossilen Energieträger zu investieren und gleichzeitig die Umstellung auf kohlendioxidfreie Energiequellen voranzutreiben. Nicht nur aufgrund der Endlichkeit der fossilen Reserven sollten erneuerbare Energien forciert werden. Das wegen der Erderwärmung angestrebte Ziel, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu begrenzen, sei mit der verstärkten Ausbeutung fossiler Reserven nicht erreichbar.
Dem Bericht zufolge sei noch Zeit für einen Kurswechsel. Die IEA appellierte an die Regierungen, die weltweiten Energiesubventionen zu senken und stattdessen vermehrt die Forschung und Entwicklung der erneuerbaren Energien zu unterstützen. (12.11.2008/ac/n/m)