Washington (aktiencheck.de AG) - Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnisse des Banken-"Stress-Tests" in den USA sind einem Pressebericht zufolge geschönt.
Nach Informationen des "Wall Street Journals" hätten die insgesamt 19 Großbanken, die im Rahmen des Belastungstests durch die zuständigen Regierungsbehörden hinsichtlich ihrer Kapitalausstattung überprüft wurden, zwei Wochen lang mit der US-Notenbank verhandelt, um die Ergebnisse zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Nach Angaben der Zeitung, die sich auf Regierungskreise beruft, habe die Fed bei der Durchführung ihrer Stress-Tests ein Bewertungsverfahren benutzt, welches den Kapitalbedarf der überprüften Banken deutlich niedriger erscheinen lies.
Laut dem Bericht hätten sich einige Großbanken wie etwa die Bank of America Corp. (
ISIN US0605051046 /
WKN 858388 ), die Citigroup Inc. (
ISIN US1729671016 /
WKN 871904 ) oder Wells Fargo & Co. (
ISIN US9497461015 /
WKN 857949 ) bestürzt über die offiziellen Ergebnisse der Untersuchung geäußert. So habe die Fed unter anderem bei der Bank of America einen zusätzlichen Kapitalbedarf von mehr als 50 Mrd. Dollar ermittelt, schreibt das "WSJ" unter Berufung auf informierte Kreise. Offiziell benötigt das Kreditinstitut laut den zuletzt veröffentlichten Ergebnissen des Stress-Tests 33,9 Mrd. Dollar an frischem Eigenkapital, um sich gegen eine weitere Verschlechterung der Situation an den internationalen Kapitalmärkten abzusichern.
Auch bei Wells Fargo habe man den ursprünglich errechneten Kapitalbedarf von 17,3 Mrd. Dollar auf 13,7 Mrd. Dollar nach unten revidiert. Besonders deutlich sei die Abweichung bei der Citigroup ausgefallen: Nach Angaben des "WSJ" habe die Lücke hier zunächst bei 35 Mrd. Dollar gelegen. Schlussendlich sei dieser Wert aber auf 5,5 Mrd. Dollar nach unten revidiert worden.
(11.05.2009/ac/n/m)