ROUNDUP 3: VW bekennt sich schuldig in Abgas-Affäre - Milliardenstrafe in USA


11.01.17 21:39
Meldung
 

(neu: Ministerpräsident und VW-Aufseher Stephan Weil (vorletzter Absatz))

WASHINGTON/WOLFSBURG (dpa-AFX) - Volkswagen und das US-Justizministerium haben sich im Diesel-Skandal auf Strafzahlungen über 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Mrd Euro) geeinigt. Einen entsprechenden Vergleich bestätigte das Ministerium am Mittwoch in Washington.

Zudem wurden Strafanzeigen gegen sechs VW -Manager bekanntgegeben. Mit einem Schuldbekenntnis räumt der größte europäische Autokonzern darüber hinaus kriminelles Fehlverhalten ein. Ihm wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes in den USA vorgeworfen.

MÜLLER BEDAUERT

"Die heutigen Aktionen spiegeln den unerschütterlichen Einsatz wider, Verbraucher zu verteidigen sowie die Umwelt und das Finanzsystem zu schützen", sagte US-Justizministerin Loretta Lynch. "Verantwortliche Personen und Unternehmen werden für die Vergehen von Konzernen zur Rechenschaft gezogen." Die Ermittlungen seien noch nicht beendet.

"Volkswagen bedauert die Handlungen, die zur Dieselkrise geführt haben, zutiefst und aufrichtig", erklärte Vorstandschef Matthias Müller am Abend in einem Statement. "Wir werden weiter mit Nachdruck den Wandel im Denken und Handeln vorantreiben."

HINTERGRUND

VW zahlt im Einzelnen bei dem Vergleich 2,8 Milliarden Dollar, um strafrechtliche Ermittlungen wegen Manipulationen von Abgaswerten zahlreicher Dieselautos beizulegen. Darüber hinaus werden weitere zivilrechtliche Bußgelder von 1,5 Milliarden Dollar fällig.

Bei Hunderten US-Zivilklagen von Kunden, Autohändlern und Behörden hatte sich VW bereits auf Vergleiche geeinigt, die über 17 Milliarden Dollar kosten könnten. Im September 2015 hatte der Konzern eingeräumt, die Emissionswerte Hunderttausender Dieselwagen in den USA gefälscht zu haben. Dies stürzte Volkswagen in eine tiefe Krise.

GERICHT MUSS VERGLEICH NOCH ABSEGNEN

Der Vergleich mit dem Justizministerium muss nun noch vom zuständigen Gericht abgesegnet werden. Die Einigung sieht auch vor, dass VW seine Kontrollsysteme verstärken muss sowie für die nächsten drei Jahre auf "Bewährung" gesetzt und von einem externen Aufseher überprüft wird.

Das Justizministerium will die Ermittlungen gegen sechs amtierende und ehemalige Führungskräfte von VW forcieren, gegen die Strafanzeige gestellt wurde. Einer der Männer, die eher dem mittleren Management oder der zweiten Reihe als der Konzernspitze zugerechnet werden können, war am Samstag von der Bundespolizei FBI in Miami gefasst worden. Er soll am Donnerstag erneut vor Gericht erscheinen.

RÜCKSTELLUNGEN VORAUSSICHTLICH NICHT AUSREICHEND

Volkswagen hatte bereits am Dienstagabend in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt bekanntgemacht, in den USA einen Vergleichsentwurf mit dem Justizministerium und der Zollbehörde ausgehandelt zu haben. Dieser musste jedoch noch abschließend vom Vorstand und Aufsichtsrat sowie von den US-Behörden genehmigt werden.

VW hat für Rechtskosten im Abgasskandals bereits 18,2 Milliarden Euro beiseitegelegt. Diese Summe wird jetzt aber dem Unternehmen zufolge voraussichtlich nicht ausreichen. Volkswagen war daran gelegen, die Auseinandersetzung mit dem Justizministerium noch vor dem Amtsantritt des künftigen Präsidenten Donald Trump am 20. Januar beizulegen.

GEMEINSAME ERKLÄRUNG VON BETRIEBSRAT UND IG METALL

Konzernchef Matthias Müller hatte im November nach den US-Wahlen gesagt, er hoffe, dass sich das Ergebnis nicht negativ auf die Verhandlungen auswirken werde. Der Vergleich ist zwar teuer, aber zugleich ein Befreiungsschlag, durch den sich der krisengeschüttelte Konzern wieder stärker seinem Tagesgeschäft widmen kann.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann betonten in einer gemeinsamen Erklärung, dass die Einigung in den USA ein bedeutender Schritt sei. Aber: "Die damit verbundenen Belastungen für das Unternehmen sind enorm. Wir werden alles daran setzen, dass die Belegschaften des Konzerns nicht darunter leiden." Ereignisse wie die Abgas-Krise dürften sich bei Volkswagen nicht wiederholen.

WINTERKORN VOR UNTERSUCHUNGSAUSSCHUSS DES BUNDESTAGS

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Mitglied des VW-Aufsichtsrats, erklärte, auch nach dem Kompromiss in den USA werde die Landesregierung in Hannover die Aufklärung nach Kräften unterstützen. Die Folgen des Vergleichs bedeuteten "eine erhebliche, aber zu akzeptierende Belastung für den Volkswagen-Konzern."

Der frühere und im Herbst 2015 über die Diesel-Krise gestürzte VW-Chef Martin Winterkorn will am kommenden Donnerstag (19. Januar) im Untersuchungsausschuss des Bundestags zum Abgas-Skandal erscheinen. Sein Anwalt Felix Dörr sagte dem "Handelsblatt", Winterkorn werde selbstverständlich der Ladung folgen. "In welchem Umfang er sich äußern wird, bleibt abzuwarten." Bei seinem Rücktritt hatte der Manager betont, sich keines Fehlverhaltens bewusst zu sein./hbr/DP/he



 

Breaking News


Kurs- und weitere Informationen zum Thema:

Volkswagen Vz

Aktuelle Diskussionen zum Thema:

Volkswagen Vorzüge (23.06.17)
VW vor dem Fall (bitte nicht ... (22.06.17)
VW St - VW Vz - Porsche SE (09.06.17)

Aktuelle Nachrichten zum Unternehmen:

'SZ': US-Justiz schreibt fünf Ex-V. (22.06.17)
Volkswagen AG langfristig auf gu. (21.06.17)
Volkswagen-Aktie: Weltweiter Kon. (20.06.17)
Volkswagen-Aktie: Maßnahmen zu. (20.06.17)
Volkswagen-Aktie: Sehr gesunde P. (19.06.17)

Alle Nachrichten zum Unternehmen

Aktuelle Analysen zu den Unternehmen:

Volkswagen Vz
Weitere Meldungen
 
22.06 Merkel begrüßt Theresa May.
22.06 ROUNDUP/Aktien New York.
22.06 Übernahmeziel Pfeiffer Vacu.
22.06 'SZ': US-Justiz schreibt fünf.
22.06 Aktien Europa Schluss: Kau.
22.06 ROUNDUP/Aktien Frankfurt .
22.06 DGAP-DD: Capital Stage AG.
22.06 ROUNDUP 2: Qatar Airways.
22.06 Devisen: Eurokurs leicht gef.
22.06 LE BOURGET/ROUNDUP2/B.
22.06 OTS: HELABA Landesbank .
22.06 AKTIE IM FOKUS: Metro st.
22.06 DGAP-News: curasan AG: G.
22.06 IRW-News: Tower One Wi.
22.06 AKTIE IM FOKUS: Aussicht.
22.06 DGAP-DD: Clere AG (deuts.
22.06 DGAP-News: Sixt SE: Wec.
22.06 DGAP-News: Zur Rose Grou.
21.06 IRW-News: First Cobalt Co.
21.06 WDH: Grube zum HHLA-Au.
21.06 DGAP-DD: Deutsche Telekom.
21.06 Paketwirtschaft rechnet durc.
21.06 DGAP-DD: wallstreet:online A.
21.06 DGAP-Stimmrechte: Aves O.
21.06 WDH/ROUNDUP/'HB': Teleko.
21.06 DGAP-News: Solar8 Energy.
21.06 IRW-News: Friday Night In.
21.06 ROUNDUP: ProSiebenSat.1 ü.
21.06 DGAP-DD: Vonovia SE (deu.
21.06 ROUNDUP: Sorgen unzufried.


Umfrage
 
Welche Social Networks nutzen Sie meistens?
Facebook
keine
Twitter
Xing
Linked in
Youtube
myspace
Google+
Wikipedia
andere


Stimmen: 23582 , Ergebnis


Kurssuche
Status: nicht eingeloggt

Registrieren | Passwort vergessen?
 
 
Im Bereich Nachrichten:
Nordex SE: Kein Ende der Talfahrt in Sicht!
Experte: Stefan Hofmann, STOCK-WORLD
Kolumnen
SJB FondsEcho. ...
Gerd Bennewirtz, SJB FondsSkyline (22.06.17)
Experte: Gerd Bennewirtz, SJB FondsSkyline
DAX ohne Impulse ...
CMC Markets, (22.06.17)
Experte: CMC Markets,
3D Systems: Der Trade ist ...
RuMaS, (22.06.17)
Experte: RuMaS,
Devin Sage TXA Trading ...
Devin Sage, Technische-X-Analyse.de (22.06.17)
Experte: Devin Sage, Technische-X-Analyse.de
DOW DAX neuer Anlauf
Thomas Heydrich, Systemstradings.de (22.06.17)
Experte: Thomas Heydrich, Systemstradings.de
S&P-500-Index: Ausblick!
Christian Zoller, www.boerse-daily.de (22.06.17)
Experte: Christian Zoller, www.boerse-daily.de
DAX bewegt sich kaum
Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG (22.06.17)
Experte: Cornelia Frey, Börse Stuttgart AG
Versagende Allzeithochs
Ralf Flierl, Smart Investor (22.06.17)
Experte: Ralf Flierl, Smart Investor
OPEC-Förderkürzungen ohne ...
Sven Weisenhaus, Stockstreet GmbH (22.06.17)
Experte: Sven Weisenhaus, Stockstreet GmbH
Öl: Dieser Cocktail lässt die ...
Robert Sasse, (22.06.17)
Experte: Robert Sasse,
Nordex und EON – frische ...
Feingold-Research, (22.06.17)
Experte: Feingold-Research,
Tesla und Amazon: Ein ...
Volker Gelfarth, (22.06.17)
Experte: Volker Gelfarth,
Niquet's World
Neues vom Portal
 
Aktien kaufen auf Kredit? Was sind die Vorteile und Nachteile?
Letzte Börsen-Meldung
 
Letzte Börsen-Analyse
 
Top-Klicks News
 
Top-Klicks Analysen