Washington (aktiencheck.de AG) - Die Federal Reserve Bank hat am Donnerstagabend die mit Spannung erwarteten Ergebnisse des so genannten "Stress-Tests" für die 19 führenden Finanzinstitute veröffentlicht.
In einer Rede äußerte sich US-Notenbankchef Ben Bernanke insgesamt zufrieden mit den Untersuchungsergebnissen der Regulierungsbehörden über die Kapitalausstattung der geprüften Geschäftsbanken. Im Rahmen der durchgeführten "Stress-Tests" wurde simuliert, ob die Kapitalausstattung eines Kreditinstituts bei extrem verschlechterten Rahmenbedingungen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen kann. Dabei habe die Prüfung gezeigt, dass "nahezu alle" Banken über eine ausreichende Kernkapitalquote "Tier I" verfügen, um auch bei einer weiteren Verschlechterung der Rahmenbedingungen an den internationalen Finanz- und Kreditmärkten standhalten zu können. Nach Aussage von Bernanke benötigt rund die Hälfte der untersuchten Großbanken zusätzliches Eigenkapital, um sich gegen weitere Unwägbarkeiten abzusichern.
Damit sind die Untersuchungsergebnisse deutlich besser ausgefallen als zunächst von vielen Beobachtern erwartet. Im Vorfeld hatte es Befürchtungen über einen Kapitalbedarf in der Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar gegeben.
Wie aus einer am Donnerstag nachbörslcih veröffentlichten Aufstellung hervorgeht, benötigen insgesamt zehn der untersuchten Kreditinstitute zusätzliches Eigenkapital in Höhe von 74,6 Mrd. Dollar. Unter anderem wurde für die Bank of America Corp. (ISIN US0605051046 / WKN 858388 ) ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf von 33,9 Mrd. Dollar ermittelt, während die Citigroup Inc. (ISIN US1729671016 / WKN 871904 ) nach Berechnungen der Regulierungsbehörden ihr Eigenkapital um 5,5 Mrd. Dollar aufstocken muss. Weitere US-Großbanken wie beispeilsweise Goldman Sachs Group Inc. (ISIN US38141G1040 / WKN 920332 ) und JPMorgan Chase & Co. (JPMorgan) (ISIN US46625H1005 / WKN 850628 ) benötigen hingegen keine zusätzliche Kapitalspritze. (08.05.2009/ac/n/m)