New York (aktiencheck.de AG) - Nach dem gestrigen Ausverkauf an der Wall Street fassen die Anleger am Dienstagmorgen neuen Mut. Zuvor hat die Fed mitgeteilt, auch für Commercial Papers eine Finanzierungsfazilität zu schaffen.
Der Dow Jones kann kurz nach der Glocke 1,24 Prozent zulegen und notiert bei 10.078,72 Indexpunkten. Der S&P 500 rückt daneben um 0,94 Prozent vor auf 1.066,78 Zähler. Gleichzeitig verfestigt sich der NASDAQ Composite um 0,48 Prozent auf 1.871,85 Punkte.
Finanzwerte stehen einmal mehr im Blick. Einem Pressebericht zufolge gebe es Spekulationen über Liquiditätsengpässe bei den britischen Großbanken RBS, Barclays und Lloyds. Ferner hat die Bank of America einen Blick in ihre Bücher gewährt. Die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA hat im abgelaufenen Quartal einen unerwartet kräftigen Ergebnisrückgang hinnehmen müssen. Zudem wurde die Ausgabe von neuen Aktien im Wert von 10 Mrd. Dollar angekündigt. Der Wert reagiert im frühen Handel mit einem satten Abschlag von rund 10 Prozent. Daneben verlieren Merrill Lynch über 6 Prozent und Goldman Sachs knapp 1 Prozent. Titel der Citigroup gewinnen hingegen mehr als 1 Prozent.
Nach Börsenschluss wird dann der Aluminiumkonzern Alcoa traditionell die US-Berichtssaison einläuten. Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zahlen gewinnt der Wert knapp 2 Prozent. Der Chip-Hersteller AMD hat heute die Ausgliederung seiner Halbleiterproduktion angekündigt. Dazu gründe der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Advanced Technology Investment Company. Am Markt kommt die Meldung offenbar gut an, die AMD-Aktie gewinnt aktuell mehr als 22 Prozent. Papiere des Mitbewerbes Intel rücken um fast 1 Prozent vor.
Weniger rund läuft es für Titel des Automobilzulieferers TRW, nachdem der Konzern seine Jahresprognose vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Rohstoffpreise sowie hoher Restrukturierungsaufwendungen zurückgezogen hat. Aktuell ist hier ein Minus von über 7 Prozent auszumachen. Anteilsscheine des Lebensmittelhändlers Safeway springen nach Ergebnisvorlage um mehr als 9 Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Die Bank of America Corp. (
ISIN US0605051046 /
WKN 858388 ), die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA, gab am Montag nach US-Börsenschluss bekannt, dass sie im dritten Quartal einen kräftigen Gewinnrückgang verbuchen musste. Zudem kündigte die Bank die Ausgabe von neuen Aktien im Wert von 10 Mrd. Dollar. Daneben wurde zur Liquiditätssicherung eine Dividendenkürzung von bisher 64 Cents pro Aktie auf nun 32 Cents pro Aktie beschlossen. Der Nettogewinn sank um 68 Prozent und damit deutlich stärker als befürchtet. Der Umsatz erhöhte sich um rund 21 Prozent.
Der amerikanische Chip-Hersteller Advanced Micro Devices Inc. (AMD) (
ISIN US0079031078 /
WKN 863186 ) gab heute bekannt, dass er mit der Advanced Technology Investment Co. (ATIC) ein Unternehmen zur Halbleiterproduktion mit Sitz in den USA gründen wird. Den Angaben zufolge wird das neue Gemeinschaftsunternehmen, das vorläufig unter Foundry Co. firmieren soll, zu 44,4 Prozent AMD und zu 55,6 Prozent ATIC gehören. In das Joint Venture bringt der US-Konzern seine Produktionswerke ein, darunter auch zwei Einrichtungen in Dresden (Deutschland) sowie zugehörige Assets und Intellectual Property-Rechte. ATIC wird für seine Beteiligung 2,1 Mrd. Dollar in die Foundry Co. investieren. Darüber hinaus hat ATIC eine zusätzliche Equity-Finanzierung in Höhe von 3,6 bis 6,0 Mrd. Dollar in die neue Gesellschaft über einen Zeitraum von fünf Jahren zugesagt. Zudem übernimmt die Foundry Co. 1,2 Mrd. Dollar an AMD-Verbindlichkeiten. Wie der US-Konzern weiter mitteilte, wird die Mubadala Development Co. ihre derzeitige AMD-Beteiligung in Höhe von 8,1 Prozent auf 19,3 Prozent erhöhen. Dabei werden für 314 Mio. Dollar 58 Millionen neu auszugebende AMD-Anteilsscheine erworben.
Der Automobilzulieferer TRW Automotive Holdings Corp. (
ISIN US87264S1069 /
WKN A0BLEE ) hat vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Rohstoffpreise sowie hoher Restrukturierungsaufwendungen seine Jahresprognose zurückgezogen. Wie der Konzern heute erklärte, gehe man aktuell nicht mehr von einem Erreichen der ursprünglichen Planziele aus, die einen Gewinn von 2,40 bis 2,70 Dollar je Aktie bei Umsatzerlösen von 16,4 bis 16,8 Mrd. Dollar für das Gesamtjahr vorgesehen hatten. Im dritten Quartal werde man voraussichtlich einen Verlust ausweisen.
Analysten gehen für das laufende Quartal von einem EPS von 3 Cents sowie einem Umsatz von 3,83 Mrd. Dollar aus. Für das laufende Fiskaljahr erwarten Analysten ein EPS von 2,45 Dollar sowie einen Umsatz von 16,57 Mrd. Dollar.
Die Safeway Inc. (ISIN US7865142084/ 878922), der drittgrößte Lebensmittelhändler in den USA, meldete heute, dass sich ihr Gewinn im dritten Quartal leicht erhöht hat, was auf stärkere Umsätze zurückzuführen ist. Die Erwartung der Analysten wurde jedoch verfehlt. Die Jahresprognose wurde indes bestätigt. (07.10.2008/ac/n/m)