Westerburg (aktiencheck.de AG) - Nachdem die US-Börsen gestern im späten Handel ins Minus rutschten, sorgten die nachbörslich veröffentlichten "Stress-Test"-Ergebnisse bei den Marktteilnehmern für Erleichterung.
Der Dow Jones gewinnt kurz nach Handelsbeginn 1,40 Prozent und notiert aktuell bei 8,527.81 Punkten. Der NASDAQ Composite verzeichnet ein Plus von 1,47 Prozent auf 1,741.50 Zähler, und der S&P 500 klettert um 1,77 Prozent auf 923,42 Punkte.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich im April 2009 weiter verschlechtert. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 8,9 Prozent. Sie stieg damit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. Die Quote entsprach allerdings den Erwartungen der Volkswirte.
Nach Aussage von US-Notenbankchef Ben Bernanke benötigt rund die Hälfte der beim "Stress-Test" untersuchten 19 Großbanken zusätzliches Eigenkapital, um sich gegen weitere Unwägbarkeiten abzusichern, hierunter die Bank of America mit einem zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 33,9 Mrd. Dollar und die Citigroup mit einem Bedarf von 5,5 Mrd. Dollar. Bei zehn der untersuchten Kreditinstitute falle Bernanke zufolge ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf von insgesamt 74,6 Mrd. Dollar an. Im Vorfeld hatte es unter Beobachtern Befürchtungen bezüglich eines Kapitalbedarfs in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar gegeben. Die Aktien der Bank of America und der Citigroup gewinnen aktuell rund 6 Prozent respektive 8 Prozent hinzu.
Die Anteilscheine von Goldman Sachs und JP Morgan Chase können rund 2 Prozent bzw. 5 Prozent zulegen. Für die beiden Finanzinstitute wurde kein zusätzlicher Kapitalbedarf festgestellt. Die Aktie von Wells Fargo notiert hingegen mit 2 Prozent im Minus. Die Bankgesellschaft kündigte eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7,5 Mrd. Dollar an. Laut "Stress-Tests" hat Wells Fargo einen Kapitalbedarf von 13,7 Mrd. Dollar.
Der Hypothekenfinanzierer Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) musste im ersten Quartal einen milliardenschweren Verlust hinnehmen. Der Verlust lag bei 23,17 Mrd. Dollar bzw. 4,09 Dollar je Aktie, nach einem Nettoverlust von 2,19 Mrd. Dollar bzw. 2,57 Dollar je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Dabei hatte der Konzern im Berichtszeitraum unter Belastungen von rund 20 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit faulen Krediten zu leiden. Die Unternehmensaktie klettert dennoch um 2 Prozent nach oben.
Die Aktie der AIG kann 3 Prozent hinzugewinnen. Der angeschlagene Versicherungskonzern meldete, dass er seinen Verlust im ersten Quartal reduzieren konnte, was auf geringere Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 4,35 Mrd. Dollar bzw. 1,98 Dollar pro Aktie. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 97 Cents. Das jüngste Ergebnis wurde nach wie vor durch Investment-Verluste und Abschreibungen belastet. Es lag jedoch deutlich unter dem Rekordverlust des vierten Quartals 2008 von knapp 62 Mrd. Dollar.
Der Anteilschein von NVIDIA knickt um 5 Prozent ein. Der Grafikchip-Hersteller hat am Donnerstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für das erste Fiskalquartal 2009/10 veröffentlicht. Der Konzern wies einen Nettoverlust von 37 Cents je Aktie aus, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 30 Cents je Aktie erwirtschaftet worden war. Auch der Softwarehersteller RealNetworks musste für das erste Quartal einen Verlust ausweisen. Das Unternehmen verbuchte einen Verlust von 12,1 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie, während
Analysten lediglich mit einem Verlust von 6 Cents je Aktie kalkuliert hatten. Die RealNetworks-Aktie fällt hieraufhin um knapp 4 Prozent zurück.
Der Softwarekonzern Microsoft hat sich im Bereich Computerspiele durch eine Akquisition verstärkt. Unternehmensangaben zufolge wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der im Jahr 2007 gegründeten Gesellschaft BigPark abgeschlossen. BigPark hat unter anderem Spiele wie beispielsweise "FIFA Soccer", "NBA Street" und "SSX" entwickelt. Derzeit arbeitet BigPark an einem Computerspiel für die Spielekonsole "Xbox 360". Das Wertpapier von Microsoft liegt rund 1 Prozent im Plus.
Die Aktie von CBS zieht um 2,6 Prozent an, obwohl der Medienkonzern für das erste Quartal aufgrund des drastischen Rückgangs des Werbemarktes einen Verlust von 8 Cents pro Aktie ausweisen musste. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 7 Cents pro Aktie ausgegangen.
Der Mischkonzern General Electric teilte mit, dass er in den nächsten sechs Jahren im Rahmen seines Programms "'Healthymagination" insgesamt 6 Mrd. Dollar investieren wird, um die Gesundheitskosten zu senken und die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Die General Electric-Aktie kann derzeit rund 2 Prozent hinzugewinnen.
Weight Watchers International gab bekannt, dass der Gewinn im ersten Quartal um 18 Prozent gesunken ist, was mit Restrukturierungsbelastungen und dem stärkeren Dollar zusammenhängt. Die Unternehmensaktie muss aktuell über 8 Prozent abgeben.
(08.05.2009/ac/n/m)