New York (aktiencheck.de AG) - Nachdem die amerikanischen Börsen gestern in einem erneuten Horror-Szenario mit massiven Abschlägen geschlossen hatten, weisen sie zu Handelsbeginn am Donnerstag trotz anhaltender Ängste vor weiterer Marktinstabilität und angesichts schwacher Konjunkturdaten grüne Vorzeichen auf.
Der
Dow Jones Industrial Average gewinnt kurz nach Handelsstart 0,78 Prozent auf 10.692,55 Zähler. Der S&P 500 steigt um 1,20 Prozent auf 1.170,22 Zähler. Der NASDAQ Composite wiederum legt um 1,28 Prozent auf 2.125,82 Punkte zu.
Auf der Unternehmensseite sorgen - nach der Rettung des Versicherers AIG durch die Fed und der Lehman-Pleite Anfang der Woche - nun weitere Wackelkandidaten für Unruhe im Markt. Demnach machen sich die Börsianer nun Sorgen um die Zukunft von Morgan Stanley - eine der beiden verbliebenen großen US-Investmentbanken (neben Goldman Sachs). Presseangaben zufolge soll es Gespräche mit der Bank Wachovia geben. Morgan Stanley-Papiere verbilligen sich derzeit um 5 Prozent. Darüber hinaus wird über die Sparkasse Washington Mutual (WaMu) heftig spekuliert. Nachdem gestrigen Presseberichten zufolge JPMorgan Interesse bekundet haben soll, schreibt eine Zeitung heute, dass die Citigroup nicht an WaMu interessiert sei. WaMu-Titel legen derzeit um rund 10 Prozent zu, die stark gebeutelten AIG-Titel gewinnen derzeit über 17 Prozent. Abgesehen von den Turbulenzen um AIG, Morgan Stanley, WaMu und Co. meldeten heute einige Schwergewichte wie FedEx, ConAgra und Carnival ihre Quartalszahlen. Dabei zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Paketdienst wies demnach einen Gewinnrückgang aus, konnte die Erwartungen jedoch erfüllen. Die Jahresplanung wurde indes bestätigt. ConAgra konnte die Erwartungen zwar schlagen, senkte jedoch die Jahresplanung. Beim Kreuzfahrtkonzern Carnival musste zwar ein Ergebnisrückgang ausgewiesen werden, die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung angehoben. Ansonsten gab es noch eine Personalie bei Eli Lilly.
Auf der Konjunkturseite gab das US-Arbeitsministerium heute bekannt, dass sich die Arbeitsmarktsituation in den USA in der Woche zum 13. September 2008 überraschend verschlechtert hat. So wuchs die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 10.000 auf 455.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 440.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 445.000 bestätigt. Der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt erhöhte sich um 5.000 auf 445.000 Erstanträge für Leistungen im Rahmen der US-Arbeitslosenversicherung. Dieser Wert ist weniger schwankungsanfällig und daher aussagefähiger. Die amerikanische Notenbank Fed hat indes in Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise eine deutliche Ausweitung der Liquiditätsversorgung für die Finanzmärkte angekündigt. Gemeinsam mit weiteren Zentralbanken (unter anderem der Bank of Canada, der Bank of England, der Bank of Japan sowie der Europäischen Zentralbank (EZB)) werde man die kurzfristig verfügbaren Dollar-Swap-Arrangements aufstocken. Dabei hat das Federal Open Market Committee eine Erhöhung dieser Swap-Lines um 180 Mrd. Dollar beschlossen. Durch diesen Schritt werden die kurzfristig zur Verfügung stehenden Dollar-Liquiditätsreserven der übrigen Zentralbanken erhöht. Der Ölpreis gewinnt indes aktuell gut 2 Dollar und notiert bei über 99 Dollar. Für weitere Impulse könnten die in Kürze anstehenden Frühindikatoren sowie der Philadelphia Fed Index sorgen.
Unternehmensmeldungen:
Die US-Bankgesellschaft Wachovia Corp. (
ISIN US9299031024 /
WKN 868326 ) befindet sich einem Pressebericht zufolge in Verhandlungen mit der Investmentbank Morgan Stanley (
ISIN US6174464486 /
WKN 885836 ).
Der amerikanische Restaurantbetreiber CKE Restaurants Inc. (
ISIN US12561E1055 /
WKN 891634 ) meldete am Mittwoch nach US-Börsenschluss, dass sein Gewinn im zweiten Fiskalquartal 2008/09 deutlich gestiegen ist und die Erwartungen übertroffen wurden.
Der US-Möbelhändler Pier 1 Imports Inc. (
ISIN US7202791080 /
WKN 864967 ) gab am Donnerstag bekannt, dass er seinen Verlust im zweiten Quartal verringern konnte. Die Erwartungen der
Analysten wurden jedoch verfehlt.
Die amerikanische Progress Software Corp. (
ISIN US7433121008 /
WKN 884284 ) legte am Donnerstag die Geschäftszahlen für das dritten Quartal vor. Dabei wurde trotz eines Umsatzwachstums ein leichter Ergebnisrückgang verbucht.
Der amerikanische Lebensmittelhersteller ConAgra Foods Inc. (
ISIN US2058871029 /
WKN 861259 ) teilte am Donnerstag mit, dass er im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg erzielt hat, was auf den Verkauf des Trading & Merchandising-Geschäfts zurückzuführen ist. Die Jahresplanung wurde indes gesenkt.
Der amerikanische Logistikkonzern FedEx Corp. (
ISIN US31428X1063 /
WKN 912029 ) teilte am Donnerstag mit, dass er im ersten Quartal einen Gewinnrückgang von 22 Prozent erwirtschaftet hat, was auf schwierige weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und hohe Treibstoffkosten zurückzuführen ist. Die Jahresplanung wurde indes bestätigt.
Die Carnival Corp. & plc (
ISIN PA1436583006 /
WKN 120100 ) musste im dritten Quartal einen Ergebnisrückgang ausweisen. Die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung angehoben.
Die angeschlagene US-Sparkasse Washington Mutual Inc. (
ISIN US9393221034 /
WKN 893906 ) ist Presseangaben zufolge nicht Gegenstand des Interesses bei der größten Bankgesellschaft der USA.
Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly and Co. (
ISIN US5324571083 /
WKN 858560 ) gab am Donnerstag bekannt, dass er seinen President und CEO zum Chairman bestellt hat. (18.09.2008/ac/n/m)