Wall Street-Schluss: Deutliche Abschläge, LinkedIn nach Z.


10.02.12 22:16
Meldung
 
New York (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten Indizes an der Wall Street mussten am Freitag mit eindeutig roten Vorzeichen aus dem Handel gehen.
Dabei wurde die Stimmung der Investoren durch negative Vorgaben aus Europa und Asien belastet, insbesondere das Thema Griechenland belastete die Stimmung. Zudem fiel das US-Handelsbilanzdefizit höher als erwartet aus. Der Dow Jones (ISIN US2605661048 / WKN 969420 ) verschlechterte sich am Ende um 0,69 Prozent auf 12.801,23 Punkte, während der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271 / WKN 969427 ) 0,80 Prozent auf 2.903,88 Zähler nachgab. Für den S&P 500 (ISIN US78378X1072 / WKN A0AET0 ) ging es um 0,69 Prozent nach unten auf 1.342,64 Punkte.

Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich im Dezember 2011 vergrößert. So hat sich das Defizit um 3,7 Prozent auf 48,8 Mrd. US-Dollar erhöht, während Volkswirte 48,2 Mrd. US-Dollar prognostiziert hatten. Im November wurde ein Passivsaldo von revidiert 47,1 (vorläufig: 47,8) Mrd. US-Dollar verbucht. Hierbei stiegen die Exporte binnen Monatsfrist von 177,5 Mrd. auf 178,8 Mrd. US-Dollar. Die Importe zogen von 224,5 Mrd. auf 227,6 Mrd. US-Dollar an. Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Februar 2012 laut der Universität Michigan gegenüber dem Vormonat verschlechtert. So fiel der Gesamtindex auf 72,5 Punkte, nachdem im Vormonat noch ein Stand von 75,0 Punkten ausgewiesen worden war. Volkswirte hatten einen Wert von 74,0 Punkten prognostiziert. Das US-Haushaltsdefizit belief sich im Januar 2012 auf 27,4 Mrd. US-Dollar. Das Defizit liegt damit unter dem Niveau des Vorjahresmonats von 49,8 Mrd. US-Dollar. Die Ausgaben lagen im Berichtsmonat bei 276 Mrd. US-Dollar gegenüber Einnahmen von nur 234 Mrd. US-Dollar.

Im Blickfeld der Investoren stand u.a. der bereits gestern nach Börsenschluss vorgelegte Quartalsausweis von LinkedIn (ISIN US53578A1088 / WKN A1H82D ). Das Karrierenetzwerk meldete überraschend starke Zahlen für das vierte Quartal. Demnach lag der Umsatz mit 167,7 Mio. US-Dollar deutlich über dem Vorjahreswert von 81,7 Mio. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Anstieg auf 6,9 Mio. US-Dollar bzw. 6 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 1,6 Mio. US-Dollar bzw. 3 Cents je Aktie im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Gewinn je Aktie bei 12 Cents. Analysten hatten zuvor ein EPS von 7 Cents bei Umsatzerlösen von 159, Mio. US-Dollar erwartet. Die Aktie schoss um 17,8 Prozent nach oben. Unterdessen hat das Online-Reisebüro Expedia (ISIN US30212P3038 / WKN A1JRLJ ) im abgelaufenen vierten Quartal den Umsatz gesteigert und gleichzeitig einen leichten Gewinnrückgang verzeichnet. Die Gewinnerwartungen der Analysten konnten auf bereinigter Basis übertroffen werden. Das Papier verlor 1,8 Prozent an Wert. Der Computerspiele-Hersteller Activision Blizzard (ISIN US00507V1098 / WKN A0Q4K4 ) konnte mit den Zahlen für das vierte Quartal ebenfalls nur bedingt überzeugen. Demnach lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 1,41 Mrd. US-Dollar leicht unter dem Vorjahreswert von 1,43 Mrd. US-Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Gewinn von 99 Mio. US-Dollar bzw. 8 Cents je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettoverlust von 233 Mio. US-Dollar bzw. 20 Cents je Aktie im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte kletterte der Gewinn des Computer- und Videospielekonzerns im Berichtszeitraum auf 62 Cents je Aktie. Die um Erlösabgrenzungen bereinigten Umsatzerlöse lagen bei 2,41 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten zuvor ein EPS von 56 Cents sowie Umsatzerlöse von 2,21 Mrd. US-Dollar erwartet. Im Anschluss kündigte der Konzern außerdem ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Mrd. US-Dollar an. Die Aktie von Activision Blizzard verlor 2,6 Prozent.

Auch heute meldeten sich wieder einige Unternehmen mit ihren Berichten zum abgelaufenen Quartal zu Wort. Für die Aktie des Börsenbetreiber NYSE Euronext (ISIN US6294911010 / WKN A0MLCE ) ging es um 4,4 Prozent nach unten. Im abgelaufenen Quartal musste man einen Gewinnrückgang ausweisen, was mit einer Reihe von Sonderbelastungen zusammenhängt. Die Erwartungen wurden auf bereinigter Basis jedoch geschlagen. Der Nettogewinn belief sich auf 110 Mio. US-Dollar bzw. 43 Cents pro Aktie, im Vergleich zu 135 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Vor Einmaleffekten wurde ein Gewinn von 50 Cents (Vorjahr: 46 Cents) pro Aktie erzielt. Der Nettoumsatz stieg um 2 Prozent auf 628 Mio. US-Dollar. Analysten hatten zuvor einen Gewinn von 48 Cents pro Aktie sowie einen Umsatz von 626,6 Mio. US-Dollar erwartet.

Alliant Energy (ISIN US0188021085 / WKN 855870 ) gaben nach Zahlen zum vierten Quartal um 0,6 Prozent nach. Der Energieversorger hat im abgelaufenen Quartal seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 832,6 Mio. US-Dollar auf 879,2 Mio. US-Dollar verbessert. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter legte auf 57,0 Mio. US-Dollar bzw. 51 Cents je Aktie zu, nach 47,3 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten zuvor allerdings ein EPS von 56 Cents erwartet. Für das laufende Fiskaljahr wurde die konzerneigene Prognose leicht auf 2,75 bis 3,05 US-Dollar je Aktie nach unten korrigiert, nachdem sie zuvor bei 2,80 bis 3,10 US-Dollar je Aktie gelegen hatte.

Für eine Enttäuschung sorgte daneben der unabhängige Energieerzeuger Calpine (ISIN US1313473043 / WKN A0NC61 ). Zwar hat man im vierten Quartal einen geringeren Verlust erwirtschaftet. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt, was mit sinkenden Margen und einer höheren Steuerbelastung zusammenhängt. Indes wurde die Jahresplanung aktualisiert. Der Nettoverlust belief sich auf 13 Mio. US-Dollar bzw. 3 Cents pro Aktie, nach einem Verlust von 24 Mio. US-Dollar bzw. 5 Cents pro Aktie im Vorjahr. Der operative Umsatz fiel um 0,8 Prozent auf 1,46 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EBITDA lag bei 379 (Vorjahr: 386) Mio. US-Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 1 Cent pro Aktie und einem Umsatz von 1,67 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr hat der Konzern seine bereinigte EBITDA-Prognose von bisher 1,55 bis 1,75 Mrd. US-Dollar auf 1,60 bis 1,73 Mrd. US-Dollar konkretisiert. Der bereinigte Free Cash-Flow wird nun bei 425 bis 550 Mio. US-Dollar (zuvor: 375 bis 575 Mio. US-Dollar) gesehen. Das Papier verbesserte sich um 4,3 Prozent. (10.02.2012/ac/n/m)


 

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