New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen setzten am Donnerstag ihre Achterbahn fort und gingen mit kräftigen Zugewinnen aus dem Handel. Im Fokus stand weiter die Finanzmarktkrise.
Dabei hat die US-Notenbank Fed eine deutliche Ausweitung der Liquiditätsversorgung für die Finanzmärkte angekündigt. Am Abend wurden Gerüchte um eine staatliche Sondergesellschaft für faule Kredite laut. In der Folge setzte die Wall Street zu einer atemberaubenden Aufholjagd an.
Der viel beachtete Geschäftsklimaindex der Fed-Regional-Notenbank von Philadelphia hat sich im September 2008 unerwartet deutlich verbessert. Dabei ist der Index von -12,7 Punkten im August 2008 auf nun +3,8 Punkte angestiegen. Volkswirte waren im Vorfeld nur von einer Verbesserung auf -10,0 Punkte ausgegangen.
Die US-Frühindikatoren des Conference Board sind im August 2008 überraschend deutlich gefallen. Auf Monatssicht verringerte sich die wirtschaftliche Aktivität um 0,5 Prozent, während Volkswirte nur einen Rückgang um 0,2 Prozent prognostiziert hatten. Für Juli war eine Abnahme um 0,7 Prozent ausgewiesen worden war.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 13. September 2008 überraschend verschlechtert. So wuchs die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 10.000 auf 455.000, wogegen Volkswirte im Vorfeld eine Abnahme auf 440.000 prognostiziert hatten. Für die Vorwoche wurde der zunächst ermittelte Wert von 445.000 bestätigt.
Der Dow Jones gewann am Ende 3,86 Prozent auf 11.019,69 Punkte, der S&P 500 legte 4,33 Prozent auf 1.206,51 Zähler zu. Die Technologiebörse NASDAQ verzeichnete wiederum ein Plus von 4,78 Prozent auf 2.199,10 Punkte.
Nach der Rettung des Versicherers AIG durch die Fed gestern und der Lehman-Pleite Anfang der Woche sorgten weitere Wackelkandidaten für Unruhe im Markt. Dabei machen sich die Börsianer nun Sorgen um die Zukunft von Morgan Stanley - eine der beiden verbliebenen großen US-Investmentbanken (neben Goldman Sachs). Nach einem Bericht der "Financial Times" soll es Gespräche mit der Bank Wachovia sowie der chinesischen CIC geben. Morgan Stanley-Papiere verteuerten sich am Ende um 3,7 Prozent, nachdem sie zuvor mehr als 40 Prozent abgegeben hatten. Bei Wachovia ging es fast 60 Prozent aufwärts.
Darüber hinaus wurde über die Sparkasse Washington Mutual (WaMu) heftig spekuliert. Nachdem gestrigen Presseberichten zufolge JPMorgan Chase Interesse bekundet haben soll, schreibt die "Wall Street Journal" heute, dass die Citigroup nicht an WaMu interessiert sei. WaMu-Titel legten rund 50 Prozent zu, die stark gebeutelten AIG-Titel gewannen über 30 Prozent. Bei der Citigroup ging es knapp 20 Prozent nach oben. Bei der AIG stand zudem im Blickpunkt, dass die Aktien den Dow Jones verlassen werden und dort durch den Lebensmittelkonzern Kraft Foods, deren Aktien 3,3 Prozent zulegten.
Abgesehen von den Finanzmarktturbulenzen meldeten heute einige Schwergewichte ihre Quartalszahlen. Der Paketdienst FedEx wies demnach einen Gewinnrückgang aus, konnte die Erwartungen jedoch erfüllen. Die Jahresplanung wurde indes bestätigt. Die Aktie gewann 3,5 Prozent.
ConAgra konnte die Erwartungen zwar schlagen, senkte jedoch die Jahresplanung. Der Lebensmittelhersteller hat im ersten Quartal einen deutlichen Gewinnanstieg erzielt, was auf den Verkauf des Trading & Merchandising-Geschäfts zurückzuführen ist. Am Ende ging es 2,7 Prozent aufwärts.
Beim Kreuzfahrtkonzern Carnival musste zwar ein Ergebnisrückgang ausgewiesen werden, die Erwartungen wurden jedoch geschlagen. Zudem wurde die Jahresplanung angehoben. Bis zum Abend gewannen die Titel 0,8 Prozent.
Der Restaurantbetreiber CKE Restaurants meldete gestern nach US-Börsenschluss, dass sein Gewinn im zweiten Fiskalquartal 2008/09 deutlich gestiegen ist und die Erwartungen übertroffen wurden. Die Aktie gewann fast 6 Prozent. (18.09.2008/ac/n/m)