New York (aktiencheck.de AG) - Nach dem verlängerten Wochenende startete die New Yorker Wall Street am Dienstag zunächst mit deutlichen Aufschlägen in den Handel.
Beflügelt wurden die Kurse vom Ölpreis, der kräftig unter Druck geriet, nachdem Hurrikan "Gustav" im Golf von Mexiko nicht die befürchteten Schäden angerichtet hatte. Die Indizes gaben ihre anfänglichen Gewinne im weiteren Handelsverlauf jedoch vollständig wieder ab und drehten in die Verlustzone. Der Dow Jones schloss schließlich mit einem Minus von 0,24 Prozent bei 11.516 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,41 Prozent bei 1.278 Zählern. Der NASDAQ Composite gab um 0,77 Prozent auf 2.349 Punkte nach.
Unter den Erwartungen lagen die veröffentlichten Konjunkturdaten. Wie das US-Handelsministerium mitteilte, schrumpften die Bauausgaben im Juli gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent. Volkswirte hatten lediglich ein Minus von 0,4 Prozent prognostiziert. Nur leicht unter den Erwartungen lag der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Der Index sank im August von 50,0 auf 49,9 Punkte, während Volkswirte von einem unveränderten Stand ausgegangen waren.
Im Finanzsektor stand wieder einmal die Aktie von Lehman Brothers im Blickpunkt. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge hat die Korea Development Bank (KDB) Verhandlungen über einen Einstieg bei der angeschlagenen Investmentbank bestätigt. Demnach befinde sich die KDB in Gesprächen mit weiteren südkoreanischen Kreditinstituten über die Bildung eines Konsortiums, das sich an der ins Schlingern geratenen Investmentbank beteiligen solle. Zuvor hatte der "Sunday Telegraph" berichtet, dass die KDB bis zu 25 Prozent der Anteile der angeschlagenen US-Bankgesellschaft kaufen könnte. Die Aktie legte im frühen Handel in der Spitze um 9 Prozent zu, schloss letztendlich aber mit einem leichten Minus.
Ölwerte verbuchten angesichts des rückläufigen Ölpreises deutliche Einbußen. So verloren Papiere von Chevron und Exxon Mobil jeweils mehr als 3 Prozent. Aktien von ConocoPhillips gaben um über 4 Prozent nach. Vom Ölpreisrückgang profitieren dagegen Aktien der Fluggesellschaften. Unter anderem gewannen AMR rund 11 Prozent, Continental Airlines mehr als 9 Prozent und Delta Air Lines 13 Prozent.
Anteilscheine des Erdgasproduzenten Chesapeake Energy verloren dagegen 6,5 Prozent. Und dies, obwohl der Konzern ein Joint Venture mit BP America bekannt gab. Im Rahmen der Transaktion wird die Tochter des britischen Ölkonzerns BP für 1,9 Mrd. Dollar einen 25-Prozent-Anteil an den Fayetteville Shale-Assets von Chesapeake in Arkansas erwerben. Die Assets verfügen derzeit über ein tägliches Produktionsvolumen von rund 180 Millionen Kubikfuß Erdgas-Äquivalent und umfassen eine Fläche von ca. 540.000 Morgen (Pachtbesitz). BP wird davon rund 135.000 Morgen erhalten.
Schwach präsentierten sich Technologiewerte. Unter anderem verloren Anteilscheine von Dell über 4 Prozent. Die Aktie des PC-Herstellers hatte in der vergangenen Woche nach enttäuschenden Quartalszahlen bereits deutlich nachgegeben. Google-Aktien machten zeitweise einen Sprung um 4 Prozent nach oben, schlossen letztendlich aber nur mit leichten Aufschlägen von 0,4 Prozent. Der Internet-Suchmaschinenbetreiber kündigte die Einführung eines neuen Internet-Browsers an. Konzernangaben zufolge soll die Beta-Version des neuen Open Source-Browsers mit der Bezeichnung "Google Chrome" ab heute in mehr als 100 Ländern eingeführt werden. Mit der Einführung des neuen Internet-Browsers tritt Google in direkte Konkurrenz zu dem US-Softwaregiganten Microsoft, der sich mit dem Internet Explorer bislang als Marktführer in diesem Segment behaupten konnte. Die Aktie von Microsoft verlor 0,7 Prozent.
Verluste von 4,5 Prozent verbuchten Papiere von Gilead Sciences. Die
Analysten der Bank of America hatten die Aktie des Biotechnologieunternehmens von Buy auf Neutral abgestuft. (02.09.2008/ac/n/m)