Wall Street Schluss: Kräftige Zugewinne, Finanztitel im A.


08.05.09 22:33
Meldung
 
New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen konnten im Tagesverlauf ordentlich zulegen und beendeten die Handelswoche mit einem kräftigen Plus.
Nach den veröffentlichten "Stress-Test"-Ergebnissen zählen heute vor allem Finanzwerte zu den Gewinnern.

Der Dow Jones gewann 1,96 Prozent auf 8.575,04 Punkte hinzu. Der NASDAQ Composite verzeichnete ein Plus von 1,33 Prozent auf 1.739,00 Zähler, während der S&P 500 um 2,40 Prozent auf 929,14 Punkte anzog.

Die Arbeitslosenquote in den USA erhöhte sich im April 2009 auf 8,9 Prozent. Sie stieg damit zwar auf den höchsten Stand seit 26 Jahren, die Quote entsprach allerdings den Erwartungen der Volkswirte. Die Lagerbestände im US-Großhandel sind im März zurückgegangen. Für den Berichtsmonat wurde ein saisonbereinigter Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgewiesen. Marktbeobachter hatten zuvor mit einem Rückgang von lediglich 1,0 Prozent gerechnet.

Nach Aussage von US-Notenbankchef Ben Bernanke fällt bei zehn der im "Stress-Test" untersuchten 19 Kreditinstitute ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf von insgesamt 74,6 Mrd. Dollar an. Im Vorfeld hatte es unter Beobachtern Befürchtungen bezüglich eines Kapitalbedarfs in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar gegeben.

Die Bank of America hat laut Notenbankchef Bernanke einen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 33,9 Mrd. Dollar und die Citigroup einen Bedarf von 5,5 Mrd. Dollar. Die Bank of America teilte mit, dass sie mit dem Verkauf von Schuldverschreibungen begonnen hat, um sich auf diese Weise frisches Kapital zu beschaffen. Daneben gibt das Kreditinstitut neue Aktien aus. Die Aktien der Bank of America und der Citigroup gewannen heute rund 5 Prozent respektive 6 Prozent hinzu.

Die Anteilscheine von Goldman Sachs und JP Morgan Chase konnten fast 4 Prozent bzw. über 9 Prozent zulegen. Für die beiden Finanzinstitute wurde kein zusätzlicher Kapitalbedarf ermittelt. Die Aktie von Wells Fargo notierte mit über 11 Prozent im Plus. Die Bankgesellschaft kündigte eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7,5 Mrd. Dollar an. Laut "Stress-Tests" hat Wells Fargo einen Kapitalbedarf von 13,7 Mrd. Dollar. Morgan Stanley meldete unterdessen, dass durch die Ausgabe neuer Aktien insgesamt rund 3,5 Mrd. Dollar erlöst werden sollen. Darüber hinaus will die Bank 4 Mrd. Dollar durch die Platzierung einer nicht vom Staat garantieren Anleihe erlösen. Laut "Stress-Test" besteht bei Morgan Stanley ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 1,8 Mrd. Dollar. Die Morgan Stanley-Aktie stieg heute um 2 Prozent.

Der Hypothekenfinanzierer Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) musste im ersten Quartal einen Verlust von 23,17 Mrd. Dollar bzw. 4,09 Dollar je Aktie hinnehmen, nach einem Nettoverlust von 2,19 Mrd. Dollar bzw. 2,57 Dollar je Aktie im Vorjahr. Der Konzern teilte im Anschluss mit, dass er eine weitere Kapitalspritze von rund 19 Mrd. Dollar benötigt. Als Begründung für den erneuten Kapitalbedarf gab der Hypothekenfinanzierer die steigenden Arbeitslosenzahlen sowie die wachsende Zahl der faulen Kredite an. Man werde auf absehbare Zeit nicht die Gewinnzone erreichen, so der Konzern. Die Unternehmensaktie reagierte auf die Meldungen mit einem Kursrückgang von 6 Prozent.

Die Aktie der AIG konnte etwas mehr als 1 Prozent hinzugewinnen. Der angeschlagene Versicherungskonzern meldete, dass er seinen Verlust im ersten Quartal reduzieren konnte, was auf geringere Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 4,35 Mrd. Dollar bzw. 1,98 Dollar pro Aktie. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 97 Cents. Das jüngste Ergebnis wurde nach wie vor durch Investment-Verluste und Abschreibungen belastet. Es lag jedoch deutlich unter dem Rekordverlust des vierten Quartals 2008 von knapp 62 Mrd. Dollar.

Der Anteilschein von NVIDIA knickte über 14 Prozent ein. Der Grafikchip-Hersteller hatte für das erste Fiskalquartal 2009/10 einen Nettoverlust von 37 Cents je Aktie ausgewiesen, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 30 Cents je Aktie erwirtschaftet worden war. Auch der Softwarehersteller RealNetworks musste für das erste Quartal einen Verlust melden. Das Unternehmen verbuchte einen Verlust von 12,1 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie, während Analysten lediglich mit einem Verlust von 6 Cents je Aktie kalkuliert hatten. Die RealNetworks-Aktie fiel zunächst zurück, ging aber mit einem Plus von fast 9 Prozent aus dem Handel.

Der Softwarekonzern Microsoft hat sich im Bereich Computerspiele durch eine Akquisition verstärkt. Unternehmensangaben zufolge wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der im Jahr 2007 gegründeten Gesellschaft BigPark abgeschlossen. BigPark hat unter anderem Spiele wie beispielsweise "FIFA Soccer", "NBA Street" und "SSX" entwickelt. Derzeit arbeitet BigPark an einem Computerspiel für die Spielekonsole "Xbox 360". Das Wertpapier von Microsoft lag mit 0,10 Prozent nur leicht im Plus.

Die Aktie von CBS kletterte über 5 Prozent, obwohl der Medienkonzern für das erste Quartal aufgrund des drastischen Rückgangs des Werbemarktes einen Verlust von 8 Cents pro Aktie ausweisen musste. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 7 Cents pro Aktie ausgegangen.

Die Schnellrestaurantkette McDonald's konnte im April einen deutlichen Anstieg bei den vergleichbaren Filialumsätzen erzielen. Wie der weltweit führende Betreiber von Schnellrestaurants verkündete, erhöhten sich die Umsatzerlöse bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren (Same-Store Sales), gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,9 Prozent. Die Aktie von McDonald's legte über 2 Prozent zu.

Der Mischkonzern General Electric teilte mit, dass er in den nächsten sechs Jahren im Rahmen seines Programms "'Healthymagination" insgesamt 6 Mrd. Dollar investieren wird, um die Gesundheitskosten zu senken und die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Die General Electric-Aktie konnte über 3 Prozent hinzugewinnen. Weight Watchers International gab bekannt, dass der Gewinn im ersten Quartal um 18 Prozent gesunken ist, was mit Restrukturierungsbelastungen und dem stärkeren Dollar zusammenhängt. Die Unternehmensaktie musste über 7 Prozent abgeben.

Am kommenden Dienstag wird der Chip-Ausrüster Applied Materials die Ergebnisse für das zweite Fiskalquartal veröffentlichen. Am Donnerstag stehen unter anderem die Quartalszahlen von Agilent Technologies und Wal-Mart auf dem Programm. Der Bekleidungshändler Abercrombie & Fitch wird seine Zahlen zum ersten Quartal am Freitag publizieren.
(08.05.2009/ac/n/m)


 

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