New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen schlossen heute mit geringfügigen Verlusten. Vor Handelsbeginn wurde eine unerwartet starke Zunahme des US-Handelsbilanzdefizits gemeldet.
US-Notenbankchef Bernanke hat heute in einer Rede angekündigt, dass vorerst an der Niedrigzinspolitik festgehalten werden soll. Der Dow Jones verzeichnete ein Minus von 0,20 Prozent auf 10.038,38 Punkte. Währenddessen verloren der NASDAQ Composite 0,14 Prozent auf 2.147,87 Punkte und der S&P 500 0,22 Prozent auf 1.068,13 Zähler.
Der US-Notenbankchef Ben Bernanke hat im Rahmen einer Rede vor dem US-Repräsentantenhaus die Rückzugsstrategie der US-Notenbank Fed in Zusammenhang mit den milliardenschweren Hilfsprogrammen für die Finanzsysteme und die Realwirtschaft skizziert. Trotz der Stabilisierung der Finanzmärkte bleibe die Realwirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt nach wie vor auf eine lockere Geldpolitik und niedrige Zinsen angewiesen. Derzeit berechtige die schwierige konjunkturelle Situation in Verbindung mit der nach wie vor moderaten Inflation zu einem Festhalten an dem historisch niedrigen Zinsniveau, erklärte Bernanke. In Zusammenhang mit den Asset-Käufen der US-Notenbank erklärte Bernanke, dass sich die Fed erst dann von diesen Wertpapieren trennen werde, wenn sich eine stabile wirtschaftliche Aufwärtsbewegung etabliert. In naher Zukunft sei dabei nicht mit Asset-Verkäufen der Fed zu rechnen.
Die Mortgage Bankers Association of America ermittelte für die vergangene Woche einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. So verringerte sich der entsprechende Index um 1,2 Prozent. Das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen hat sich im Dezember 2009 ausgeweitet. So hat sich das Handelsbilanzdefizit auf 40,2 Mrd. Dollar erhöht, wogegen Volkswirte einen Rückgang auf 35,8 Mrd. Dollar prognostiziert hatten.
Level 3 Communications (
ISIN US52729N1000 /
WKN 912667 ) stürzten mit einem Minus von mehr als 9 Prozent ab. Im vierten Quartal lag der Umsatz im Berichtszeitraum mit 924 Mio. Dollar unter dem Vorjahreswert von 1,05 Mrd. Dollar. Beim Nettoergebnis wurde ein Verlust von 182 Mio. Dollar bzw. 0,11 Dollar je Aktie ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 43 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum.
Analysten hatten im Vorfeld einen Verlust von 0,10 Dollar je Aktie sowie einen Umsatz von 917,5 Mio. Dollar erwartet.
IntercontinentalExchange (ICE) (
ISIN US45865V1008 /
WKN A0HHD5 ) hat für das vierte Quartal nach Abzug von Minderheitsanteilen einen Nettogewinn von 84,3 Mio. Dollar bzw. 1,13 Dollar pro Aktie gemeldet, gegenüber 48,9 Mio. Dollar bzw. 0,67 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 24,2 Prozent auf 256,6 Mio. Dollar zu. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 1,14 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 256,7 Mio. Dollar ausgegangen. Darüber hinaus hat der Konzern das Volumen seines Aktienrückkaufprogramms um 100 Mio. Dollar auf 300 Mio. Dollar angehoben. Die Aktie von ICE sackte 3,27 Prozent ab.
Für Sprint Nextel (
ISIN US8520611000 /
WKN 857165 ) ging es derweil 7,67 Prozent abwärts. Im vierten Quartal lag der Umsatz mit 7,87 Mrd. Dollar um 7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 8,43 Mrd. Dollar. Beim Nettoergebnis stand ein Verlust von 980 Mio. Dollar bzw. 0,34 Dollar je Aktie zu Buche, nachdem man im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 1,62 Mrd. Dollar bzw. 0,57 Dollar je Aktie zu verzeichnen hatte. Analysten hatten zuvor einen Verlust von 0,19 Dollar je Aktie sowie einen Umsatz von 8,03 Mrd. Dollar erwartet.
Google (
ISIN US38259P5089 /
WKN A0B7FY ) beendeten den Tag mit einem Kursverlust von 0,39 Prozent. Der Internet-Suchmaschinenbetreiber plant die Entwicklung einer Breitbandtechnologie mit einer Bandbreite von 1 Gigabit pro Sekunde. Man wolle das Netzwerk an ausgewählten Standorten in den USA testen und später zwischen 50.000 und bis zu 500.000 Kunden zu einem wettbewerbsfähigen Preis anbieten. Es sei das Ziel des Projekts zu experimentieren und neue Nutzungsmöglichkeiten des Internets zu erforschen.
Coca-Cola Enterprises (
ISIN US1912191046 /
WKN 871964 ) konnte im vierten Quartal 2009 dank eines starken Europa-Geschäfts einen Gewinn einfahren. Unternehmensangaben zufolge schrumpften die Umsatzerlöse auf 5,12 Mrd. Dollar, nach 5,24 Mrd. Dollar im Vorjahresquartal. Damit gaben die Umsätze um 2,5 Prozent nach. Der Nettogewinn betrug 110 Mio. Dollar oder 0,22 Dollar je Aktie, gegenüber einem Vorjahresverlust von 1,45 Mrd. Dollar bzw. 2,99 Dollar pro Aktie. Analysten hatten durchschnittlich nur ein EPS von 0,20 Cents sowie Umsätze von 5,28 Mrd. Dollar erwartet. Die Aktie von Coca-Cola Enterprises lag am Ende mit 4,47 Prozent im Minus.
Für Titel der Omnicom Group (
ISIN US6819191064 /
WKN 871706 ) ging es hingegen 1,56 Prozent aufwärts. Im vierten Quartal belief sich der Nettogewinn auf 229,6 Mio. Dollar bzw. 0,73 Dollar pro Aktie, gegenüber 271 Mio. Dollar bzw. 0,87 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Der Umsatz nahm im Berichtszeitraum um 3,1 Prozent auf 3,27 Mrd. Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 0,72 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 3,18 Mrd. Dollar ausgegangen.
Das Wertpapier von Sonoco Products (
ISIN US8354951027 /
WKN 861171 ) legte 4,74 Prozent zu. Im vierten Quartal belief sich der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn auf 47,1 Mio. Dollar bzw. 0,46 Dollar pro Aktie, verglichen mit 36 Mio. Dollar bzw. 0,36 Dollar pro Aktie im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der jüngste Gewinn bei 0,58 Dollar je Anteilsschein. Der Umsatz erhöhte sich um 7,1 Prozent auf 1,00 Mrd. Dollar. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 0,50 Dollar pro Aktie und einem Umsatz von 971 Mio. Dollar ausgegangen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten Ergebnis von 2,00 bis 2,15 Dollar (zuvor: 1,95 bis 2,05 Dollar) pro Aktie, während der Markt durchschnittlich ein EPS-Ergebnis von 2,03 Dollar prognostiziert.
Walt Disney (
ISIN US2546871060 /
WKN 855686 ) gewannen nach Zahlen 0,74 Prozent.
Morgen legen Philip Morris die Zahlen zum vierten Quartal vor. Um 8 Uhr 30 bzw. 10 Uhr Washingtoner Ortszeit stehen die Zahlen zum US-amerikanischen Einzelhandelsumsatz für Januar 2010 und die Zahlen zu den US-amerikanischen Lagerbeständen für Dezember 2009 an. Erwartet wird für Januar ein leichter Umsatzanstieg von 0,4 Prozent. Volkswirte sehen einen Anstieg der Lagerbestände um 0,2 Prozent. (10.02.2010/ac/n/m)