New York (aktiencheck.de AG) - Bis zu der mit Spannung erwarteten Abstimmung über das US-Rettungsprogramm für die Finanzmärkte im Repräsentantenhaus verzeichneten die US-Indizes am Freitag kräftige Kursgewinne, mussten diese aber trotz des positiven Votums vollständig wieder abgeben und rutschen sogar deutlich in die Verlustzone.
Der Dow Jones gab von seinem Tageshoch wieder um rund 480 Punkte nach und schloss letztendlich mit einem deutlichen Minus von 1,50 Prozent bei 10.326 Indexpunkten. Der S&P 500 verbuchte einen Abschlag von 1,35 Prozent auf 1.099 Zähler. Der NASDAQ Composite ging mit einem Minus von 1,48 Prozent bei 1.947 Punkten aus dem Handel.
Obwohl die Abstimmung das erhoffte Ergebnis brachte, rutschten die Indizes im späten Handel wieder deutlich ab. Zuvor hatten schwache Arbeitsmarktdaten bereits die Hoffnung genährt, dass das Rettungspaket für die US-Finanzbranche im zweiten Anlauf genehmigt wird. Letztendlich stimmten 263 Abgeordnete im Repräsentantenhaus für den Rettungsplan, 171 waren dagegen. Nachdem der Senat bereits am Mittwochabend grünes Licht für das Rettungspaket gegeben hatte, kann Präsident George W. Bush das Gesetz nun unterzeichnen.
Daneben standen vor allem die US-Arbeitsmarktdaten für September Im Blickpunkt. Im Berichtsmonat verringerte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft gegenüber dem Vormonat um 159.000 Personen. Hierbei handelt es sich um den stärksten Rückgang seit März 2003. Volkswirte hatten nur einen Stellenabbau um 105.000 Beschäftigte erwartet, nach einem Minus von 73.000 im August.
Besser als erwartet fiel dagegen der ISM-Service-Index aus. So haben sich die Geschäftsaktivitäten des Dienstleistungssektors haben im September zwar leicht verschlechtert, jedoch nicht so deutlich wie erwartet. Wie das Institute for Supply Management (ISM), eine private Organisation der Industrie, mitteilte, sank der ISM-Service-Index von 50,6 auf 50,2 Zähler. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 50,0 Punkte prognostiziert.
Zu einer unerwarteten Wende kam es bei der US-Bank Wachovia. Nachdem am Montag die Notübernahme durch die Citigroup angekündigt worden war, soll Wachovia nun von Wells Fargo übernommen werden. Demnach hat das Management von Wachovia der Offerte von Wells Fargo bereits zugestimmt und auch den Aktionären die Annahme empfohlen. Wells Fargo wird Wachovia für rund 15,1 Mrd. Dollar übernehmen. Die Aktie von Wachovia machte daraufhin einen Sprung um rund 55 Prozent. Papiere von Wells Fargo gaben nach anfänglichen Gewinnen 1 Prozent nach. Aktien der Citigroup brachen um rund 20 Prozent ein.
Nach der Veröffentlichung der Verkehrszahlen für September verbuchten die Aktien der beiden vor dem Zusammenschluss stehenden Fluggesellschaft Northwest und Delta deutliche Einbußen. Nortwest Airlines beförderte im September 4,4 Prozent weniger Passagiere, Delta Air Lines verzeichnete einen Rückgang um 4,6 Prozent, konnte aber die Auslastung steigern. Delta-Aktien gaben 2 Prozent nach, Papiere von Northwest verloren 4 Prozent.
Aktien von Amgen verbuchten nach einem gewonnenen Patentstreit ein leichtes Plus. Das Bezirksgericht in Boston bestätigte, dass der Schweizer Pharmakonzern Roche mit seinem Anämie-Medikament Mircera gegen Patente des weltweit größten Biotechnologiekonzerns verstoßen habe.
Aktien von Family Dollar Stores legten nach der Bekanntgabe von Quartalszahlen zeitweise knapp 8 Prozent zu, schlossen letztlich aber kaum verändert. Die amerikanische Einzelhandelskette verbuchte im vierten Geschäftsquartal einen deutlichen Umsatz- und Gewinnanstieg und übertraf dabei die
Analystenerwartungen. Während die Erlöse um 8 Prozent auf 1,77 Mrd. Dollar wuchsen, machte der Nettogewinn einen Sprung um 41 Prozent auf 53,2 Mio. Dollar oder 38 Cents je Aktie. Analysten hatten im Vorfeld nur ein EPS von 34 Cents und einen Umsatz von 1,76 Mrd. Dollar erwartet. (03.10.2008/ac/n/m)