New York (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen weiteten ihre Verluste im Handelsverlauf aus und schlossen deutlich im Minus. Der Dow Jones verlor 1,20 Prozent auf 8.409,85 Punkte.
Der Nasdaq Composite verzeichnete ein Minus von 2,44 Prozent auf 1.716,24 Zähler, während der S&P 500 um 1,32 Prozent auf 907,37 Punkte nachgab.
Die Arbeitsmarktsituation in den USA hat sich in der Woche zum 2. Mai 2009 überraschend verbessert. So sank die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 601.000, während Volkswirte im Vorfeld mit 635.000 Erstanträgen kalkuliert hatten. Zudem hat sich die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft im ersten Quartal mit 0,8 Prozent stärker als erwartet erhöht. Das Volumen der US-Verbraucherkredite ist laut der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) im März um 11,1 Mrd. Dollar gesunken. Insgesamt ging das Gesamtvolumen der ausstehenden Verbraucherkredite um 5,2 Prozent auf 2,551 Billionen Dollar zurück.
Der US-Notenbankchef Bernanke hat im Zusammenhang mit der internationalen Finanzkrise eine schärfere Kontrolle der Banken gefordert. Bernanke erklärte, dass die Notenbank Fed künftig in Zusammenarbeit mit den zuständigen Regulierungsbehörden ihre Kontrollfunktion für die Geschäftsbanken verstärkt wahrnehmen werde. Der Blick der Marktteilnehmer richtet sich heute insbesondere auf die Ergebnisse des von der US-Regierung durchgeführten "Stress-Tests", die nach Börsenschluss vorgelegt werden. Der Anteilschein der Bank of America gewann über 6 Prozent hinzu, die Citigroup schnellte im frühen Handel 13 Prozent nach oben und schloss mit 1 Prozent im Minus, JP Morgan Chase verloren 5 Prozent.
Die Aktie von Prudential Financial zog rund 20 Prozent an. Der zweitgrößte Lebensversicherer der USA veröffentlichte am Mittwoch nach Börsenschluss die Zahlen zum ersten Quartal und konnte trotz einer rückläufigen Ergebnisentwicklung die Erwartungen schlagen.
Der Anteilschein von General Motors verlor rund 3 Prozent. Der Automobilkonzern musste im ersten Quartal angesichts der schwierigen Lage an den internationalen Automobilmärkten wie erwartet einen milliardenschweren Verlust ausweisen. Beim Nettoergebnis wurde ein Nettoverlust von 9,78 Dollar je Aktie verzeichnet, ohne Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der Verlust je Aktie bei 9,66 Dollar.
Analysten hatten zuvor einen Verlust von 11,05 Dollar je Anteilschein erwartet.
Die Aktie von Wal-Mart Stores legte knapp 1 Prozent zu. Die vergleichbaren US-Umsätze des Konzerns sind im April um 5 Prozent gestiegen, womit die Analystenerwartungen übertroffen wurden. Auch bei Target, dem zweitgrößten Discount-Händler der USA, sind die vergleichbaren Umsätze im April angestiegen. Die Zuwachsrate lag bei 0,3 Prozent. Beim Gesamtumsatz verzeichnete Target im Vorjahresvergleich ein Wachstum von 4,5 Prozent. Die Target-Aktie konnte entsprechend 3 Prozent hinzugewinnen. Der Anteilschein von Kohl's klettert um 1 Prozent nach oben. Der Einzelhändler meldete, dass seine vergleichbaren Umsätze im April deutlich gesunken sind. So schrumpften die Same-Store Sales um 6,2 Prozent, während Analysten im Vorfeld von einem Rückgang um 6,4 Prozent ausgegangen waren. Der Einzelhandelskonzern J. C. Penney verbuchte bei den vergleichbaren Umsätzen im April einen Rückgang von 6,6 Prozent (Analystenprognose: -6,4 Prozent), woraufhin die Aktie mit fast 6 Prozent im Minus schloss.
Die Aktie der Warner Music Group gab über 10 Prozent ab. Der Konzern teilte mit, dass er seinen Verlust im zweiten Quartal deutlich ausgeweitet hat, was mit Sonderbelastungen zusammenhängt. Der Nettoverlust belief sich auf 45 Cents pro Aktie, der bereinigte Verlust lag bei 23 Cents pro Aktie. Analysten waren im Vorfeld von einem Verlust von 25 Cents pro Aktie ausgegangen. Die Aktie der NASDAQ OMX Group verlor über 7 Prozent. Der Börsenbetreiber verbuchte im ersten Quartal einen Gewinnrückgang auf 44 Cents je Aktie. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 48 Cents.
Morgen steht auf der Konjunkturseite unter anderem die Veröffentlichung der Zahlen zur US-Arbeitslosenquote sowie zur Zahl der Beschäftigten ohne Landwirtschaft für den Monat April auf dem Programm.
(07.05.2009/ac/n/m)