Wall Street Schluss: Weitere massive Verluste, US-Indize.


12.11.08 22:23
Meldung
 
New York (aktiencheck.de AG) - Die amerikanischen Börsen setzten ihre Abwärtsbewegung auch zur Wochenmitte fort und beendeten auch den dritten Handelstag dieser Woche mit deutlichen Verlusten.
Im Mittelpunkt des Handels standen erneut die Sorgen um einen globalen Wirtschaftsabschwung. Der Dow Jones Industrial Average verlor 4,63 Prozent auf 8.283 Punkte. Der S&P 500 büßte sogar 5,19 Prozent auf 852 Zähler ein. Der NASDAQ Composite verzeichnete einen Tagesverlust von 5,17 Prozent und schloss bei 1.499 Punkten. Damit näherten sich sowohl der NASDAQ Composite als auch der S&P 500 bis auf wenige Punkte ihren Jahrestiefs vom Oktober.

Von Konjunkturseite standen heute keine wichtigen Veröffentlichungen an. Auf die Stimmung drückten jedoch die Äußerungen von Henry Paulson. Dem US-Finanzminister zufolge zeigen die bisherigen staatlichen Hilfen für den Finanzsektor zwar Wirkung, reichen seiner Ansicht nach aber nicht aus. Paulson will Mittel aus dem 700 Mrd. Dollar schweren Rettungspaket auch zur Stützung des Verbraucherkreditmarktes verwenden.

Auch der trübe Konjunkturausblick von Wachovia passte ins Bild. Die Volkswirte der Bankgesellschaft gehen davon aus, dass den Vereinigten Staaten eine lange und tiefe Rezession bevorsteht. Laut Chef-Volkswirt John Silvia ist es wahrscheinlich, dass der wirtschaftliche Abschwung so lang und heftig ausfällt wie die Rezessionsphasen zwischen 1973 und 1975 und in den Jahren 1981 und 1982. Silvia erwartet, dass das US-Bruttoinlandsprodukt vier aufeinanderfolgende Quartalen rückläufig sein wird. Die Inlandsnachfrage soll sogar in fünf Quartalen hintereinander zurückgehen. Dies wäre der längste Abschwung seit Beginn der Aufzeichnungen durch die Regierungen 1947. Weiterhin geht Silvia davon aus, dass die Arbeitslosenquote Ende 2010 mit rund 9 Prozent ihren Höchststand erreichen wird. Dies wäre der höchste Stand seit 1983.

Die Aktie von American Express brach um über 10 Prozent ein und war damit das Schlusslicht unter den 30 Dow-Titeln. Einem Pressebericht zufolge will der US-Kreditkartenkonzern das staatliche Rettungspaket nutzen. Demnach will der Konzern im Rahmen des 700 Mrd. Dollar schweren Hilfsfonds zur Linderung der Finanzkrise Mittel im Gesamtvolumen von rund 3,5 Mrd. Dollar in Anspruch nehmen.

Dagegen verbuchte die Aktie von General Motors gegen den schwachen Markt ein Plus von mehr als 5 Prozent. Offenbar gehen die Marktteilnehmer davon aus, dass die angeschlagenen Autokonzerne Hilfe von der amerikanischen Regierung bekommen werden. Die Papiere von Ford verbesserten sich um gut 2 Prozent zulegen.

Um 14 Prozent rutschte die Aktie von Morgan Stanley ab. Die US-Bankgesellschaft kündigte umfassende Stellenstreichungen an. So sollen im größten Geschäftsbereich, dem Investmentbanking, rund 10 Prozent der Mitarbeiter entlassen werden. Im Bereich Vermögensverwaltung werden ungefähr 9 Prozent der Angestellten den Restrukturierungsmaßnahmen zum Opfer fallen.

Papiere von Best Buy gaben um 8 Prozent nach. Aufgrund der anhaltend schwachen Konsumnachfrage hat der größte US-Elektronikeinzelhändler seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Das Unternehmen erwartet nun nur noch ein Ergebnis von 2,90 Dollar. Bislang hatte Best Buy einen Gewinn zwischen 3,25 und 3,40 Dollar in Aussicht gestellt.

Dagegen konnte die US-Kaufhauskette Macy’s die Erwartungen übertreffen. Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal zwar einen Verlust, der mit 44 Mio. Dollar aber nicht so hoch ausfiel wie erwartet. Der Umsatz ging um 7 Prozent auf 5,49 Mrd. Dollar zurück. Zudem bestätigte der Konzern die Prognose für das Gesamtjahr: Macy’s geht von einem um Einmaleffekte bereinigten EPS von 1,30 bis 1,50 Dollar aus. Die Aktie rutschte nach anfänglichen Gewinnen dennoch in die Verlustzone und schloss mit einem Verlust von 11 Prozent.

Anteilscheine von Bob Evans Farms verloren fast 10 Prozent. Die Restaurant-Kette meldete gestern nach Börsenschluss die Ergebnisse des zweiten Quartals und verfehlte dabei die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn sank um 27 Prozent auf 11,1 Mio. Dollar. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 437,2 Mio. Dollar. Gleichzeitig senkte der Konzern seine Gewinnprognose für das laufende Jahr auf 1,75 bis 1,85 Dollar je Aktie. Bislang hatte man ein Ergebnis zwischen 2,00 und 2,10 Dollar prognostiziert.

Der Softwarekonzern Microsoft nähert sich Presseangaben zufolge einem Kooperationsabkommen mit Verizon Wireless. Dabei geht es darum, Microsofts Suchdienst als Standard auf den Handys des Mobilfunkbetreibers zu etablieren, womit man dem Suchmaschinen-Betreiber Google zuvorkommen würde. Papiere von Microsoft gaben um 4 Prozent nach, die Google-Aktie verlor fast 7 Prozent. (12.11.2008/ac/n/m)


 

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