New York (aktiencheck.de AG) - Die Wall Street folgt den überaus schwachen Vorgaben aus Asien und Europa und ist mit deutlichen Abschlägen in den Tag gestartet.
Der Dow Jones verliert aktuell 1,92 Prozent und steht bei 10.126,74 Indexpunkten. Der S&P 500 büßt 2,20 Prozent ein auf 1.075,03 Zähler. Der NASDAQ Composite gibt 2,26 Prozent ab auf 1.903,29 Punkte.
Finanzwerte stehen unverändert im Blick, nachdem der deutsche Immobilienfinanzierer HRE nur knapp an einer Pleite vorbeigeschlittert ist. Zudem mehren sich Zweifel am Erfolg des 700 Mrd. Dollar schweren Rettungspaket der US-Regierung, das am Freitag auch das Repräsentantenhaus durchlaufen hat. Mitunter verlieren Merrill Lynch 4,6 Prozent, Morgan Stanley 6,2 Prozent und die Citigroup 5,1 Prozent. Papiere des schwer angeschlagenen Versicherungskonzerns AIG, der den Verkauf seiner thailändischen Consumer Finance-Aktivitäten in Betracht zieht, geben 5,4 Prozent ab.
Für Papiere von ImClone geht es hingegen um gut 4 Prozent nach oben. Der Pharmakonzern Eli Lilly gab heute bekannt, dass er das Biotechnologieunternehmen für insgesamt rund 6,5 Mrd. Dollar übernehmen wird. Anteilsscheine von Eli Lilly verlieren 3,7 Prozent. Titel des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb, der sich ebenfalls um die Übernahme von ImClone bemüht hatte, verlieren ein knappes Prozent.
Die Aktie des Internet-Auktionshauses eBay ist ebenfalls einen Blick wert. Der Konzern kündigte heute den Abbau von bis zu 10 Prozent der weltweiten Belegschaft an. Ferner gab man die Übernahme des Bezahldienstleisters Bill Me Later sowie zwei dänischer Anbieter so genannter Online Classifieds Sites bekannt. Der Wert verliert über 5 Prozent.
Unternehmensmeldungen:
Der amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly and Co. (
ISIN US5324571083 /
WKN 858560 ) gab heute bekannt, dass er das Biotechnologieunternehmen ImClone Systems Inc. (
ISIN US45245W1099 /
WKN 883074 ) für insgesamt rund 6,5 Mrd. Dollar übernehmen wird. Den Angaben zufolge erhalten ImClone-Aktionäre im Rahmen der Transaktion 70,00 Dollar in bar für jeden ihrer Anteilsscheine. Das ImClone-Board empfiehlt den Aktionären, die Offerte anzunehmen. Zuvor hatte ImClone zwei Offerten des US-Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb Co. (
ISIN US1101221083 /
WKN 850501 ) als unzureichend abgelehnt. Bristol-Myers hatte sein Übernahmeangebot für ImClone Ende September angehoben. Demnach bot Bristol-Myers nach zunächst 60,00 Dollar pro Aktie zuletzt 62,00 Dollar je Aktie, was einem Gesamtvolumen von 4,7 Mrd. Dollar entsprach.
Das Internet-Auktionshaus eBay Inc. (
ISIN US2786421030 /
WKN 916529 ) kündigte heute die Übernahme des Bezahldienstleisters Bill Me Later an. Im Rahmen der Transaktion werde man für die Akquisition des weltweit zweitgrößten Anbieters für Bezahllösungen im Internet insgesamt 820 Mio. Dollar in bar sowie ungefähr 125 Mio. Dollar in Aktienoptionen aufwenden. Darüber hinaus gab eBay die Übernahme der beiden dänischen Provider Den Bla Avis und BilBasen bekannt. Durch die Akquisition der beiden führenden Anbieter so genannter Online Classifieds Sites wolle man seine internationale Marktposition in diesem schnell wachsenden Segment erweitern. Der Kaufpreis wurde auf insgesamt 390 Mio. Dollar beziffert. Im Anschluss kündigte der Internet-Konzern darüber hinaus den Abbau von bis zu 10 Prozent der weltweiten Belegschaft an. In diesem Zusammenhang werde man rund 1.000 Stellen streichen und mehrere hundert Teilzeitarbeitsplätze abbauen. Der Restrukturierungsaufwand belaufe sich auf 70 bis 80 Mio. Dollar hieß es weiter.
Beim Kampf um die Übernahme der angeschlagenen Wachovia Corp. (
ISIN US9299031024 /
WKN 868326 ) hat am Sonntag ein New Yorker Berufungsgericht zugunsten der Wells Fargo & Co. (
ISIN US9497461015 /
WKN 857949 ) entschieden. Demnach hat die Appellate Division des State Supreme Court ein Urteil von Richter Charles Ramos aufgehoben, nach dem der Citigroup Inc. (
ISIN US1729671016 /
WKN 871904 ) ein Exklusiv-Verhandlungsrecht mit Wachovia gewährt wurde. Im Rahmen der vorangegangenen Eilentscheidung hätte die Citigroup auch über den 6. Oktober hinaus ausschließlich mit Wachovia verhandeln können. Wells Fargo kann nun seine Übernahmepläne weiter verfolgen. Wie die siebtgrößte US-Bank Wells Fargo am Freitag erklärte, wurde mit Wachovia ein definitives Abkommen für eine Akquisition in Form eines Aktientauschs mit einem Volumen von 15,1 Mrd. Dollar geschlossen. Zuvor hatte die Citigroup, die größte Bankgesellschaft der USA, eine vorläufige Vereinbarung zum Kauf des Privat- und Firmenkundengeschäfts von Wachovia für knapp 2,2 Mrd. Dollar erzielt, jedoch keine Übernahmevereinbarung unterzeichnet.
Der schwer angeschlagene US-Versicherungskonzern American International Group Inc. (AIG) (
ISIN US0268741073 /
WKN 859520 ) gab heute bekannt, dass er in Betracht zieht, seine thailändischen Consumer Finance-Aktivitäten, einschließlich AIG Retail Bank and AIG Card, zu verkaufen. AIG will Anlagen außerhalb seines Kerngeschäfts verkaufen, um seine Schuldenlast zu reduzieren.
Die Bank of America Corp. (
ISIN US0605051046 /
WKN 858388 ) hat sich Presseangaben zufolge zu Erleichterungen bei den Kreditkonditionen für Subprime-Hypothekenschuldner bereit erklärt, um Klagen im Zusammenhang mit Countrywide Financial-Darlehen beizulegen. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, hat sich die zweitgrößte Bankgesellschaft in den USA demnach mit den Generalstaatsanwälten verschiedener US-Bundesstaaten auf ein Paket im Gesamtvolumen von rund 8,6 Mrd. Dollar geeinigt, um Zivilprozesse zu vermeiden. Laut der Zeitung geht es dabei um Darlehen der Countrywide Financial Corp., welche die Bank of America zur Jahresmitte übernommen hatte. (06.10.2008/ac/n/m)