New York (aktiencheck.de AG) - Nach der fulminanten Vortagesentwicklung hat die Wall Street heute mit roten Vorzeichen eröffnet. Der Einzelhandelssektor steht dabei verstärkt im Blick.
Laut Angaben des Handelsministeriums ist der Einzelhandelsumsatz in den USA im Oktober unerwartet deutlich geschrumpft. Auf Monatssicht sanken die Erlöse um 2,8 Prozent. Dies entspricht dem stärksten Rückgang seit Aufzeichnungsbeginn. Daneben verkündete das Arbeitsministerium für Oktober einen Rückgang der Außenhandelspreise.
Der Dow Jones verliert aktuell 0,83 Prozent und notiert bei 8.762,30 Punkten. Der S&P 500 sackt um 1,30 Prozent ab auf 899,41 Zähler. Der NASDAQ Composite büßt gleichzeitig 1,89 Prozent ein auf 1.566,46 Punkte.
Anteilsscheine von Wal-Mart geben im frühen Handel 1,4 Prozent ab. Kohl´s gewinnen über 3 Prozent. Der Einzelhandelskonzern hat im abgelaufenen Quartal etwas besser abgeschnitten als erwartet, allerdings beim Ausblick enttäuscht. Papiere von JCPenney verlieren dagegen mehr als 5 Prozent. Der Konzern hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient. Kopfzerbrechen bereitet den Anlegern hier aber insbesondere die schwache Prognose.
Der Technologiekonzern Sun Microsystems hat heute ein Restrukturierungsprogramm angekündigt, in dessen Rahmen weltweit insgesamt 5.000 bis 6.000 Stellen abgebaut werden sollen. Am Markt kommt die Meldung nicht sonderlich gut an. Die Aktie verliert fast 2 Prozent. Dagegen legen Anteilsscheine der Citigroup über 4 Prozent zu. Einem Pressebericht zufolge wird der Finanzriese mindestens 10.000 Arbeitsplätze in seiner Investmentbank und in anderen Divisionen weltweit abbauen. Freddie Mac verlieren nach Bekanntgabe eines Quartalsverlusts von rund 25 Mrd. Dollar mehr als 8 Prozent.
Für die beiden Automobilkonzerne General Motors und Ford könnte es einem Pressebericht zufolge in Europa zu ernsthaften Problemen bei der Automobilproduktion kommen. Grund sei, dass drei führende Kreditversicherungs-Anbieter für Zulieferer keine Absicherungen gegen mögliche Zahlungsausfälle der beiden Automobilhersteller mehr gewähren. Während GM unbeeindruckt von dem Bericht 1,3 Prozent zulegen, geben Ford mehr als 4 Prozent ab.
Unternehmensmeldungen:
Der angeschlagene Hypothekenfinanzierer Federal Home Loan Mortgage Corp. (Freddie Mac) (
ISIN US3134003017 /
WKN 876872 ) meldete heute, dass er im dritten Quartal einen Verlust von über 25 Mrd. Dollar ausweisen musste, was auf milliardenschwere Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Wie der Hypothekenfinanzierer weiter mitteilte, will er die US-Regierung um eine 13,8 Mrd. Dollar schwere Hilfe bitten.
Presseangaben zufolge wird der US-Finanzkonzern Citigroup Inc. (
ISIN US1729671016 /
WKN 871904 ) mindestens 10.000 Arbeitsplätze in seiner Investmentbank und in anderen Divisionen weltweit abbauen. Wie das "Wall Street Journal" heute berichtet, haben CEO Vikram Pandit und seine Stellvertreter die Manager angewiesen, ihre Budgets für die Mitarbeitervergütung um mindestens 25 Prozent zu senken. Laut der Zeitung ist der Konzern bestrebt, seine Belegschaft bis nächstes Jahr auf rund 290.000 Mitarbeiter zu reduzieren, von 352.000 Mitarbeitern zum 30. September 2008.
Der Technologiekonzern Sun Microsystems Inc. (
ISIN US8668102036 /
WKN A0M7N9 ) hat heute ein weitreichendes Restrukturierungsprogramm angekündigt. Demnach sollen weltweit insgesamt 5.000 bis 6.000 Stellen abgebaut werden, was rund 15 bis 18 Prozent der Gesamtbelegschaft entspricht. Damit will der auf Server und Software spezialisierte Konzern jährliche Einsparungen im Bereich von 700 bis 800 Mio. Dollar realisieren. Die Einmalaufwendungen belaufen sich über die kommenden zwölf Monate verteilt auf insgesamt 500 bis 600 Mio. Dollar, teilte der Konzern weiter mit.
Die für die beiden Automobilkonzerne General Motors Corp. (GM) (
ISIN US3704421052 /
WKN 850000 ) und Ford Motor Co. (
ISIN US3453708600 /
WKN 502391 ) tätigen Zulieferer können einem Pressebericht zufolge nicht mehr mit der Absicherung ihrer Forderungen durch Kreditversicherer rechnen. Laut einem Bericht der "Financial Times" gewähren die drei führenden Kreditversicherungs-Anbieter Euler Hermes, Atradius und Coface für Zulieferer keine Absicherungen gegen mögliche Zahlungsausfälle der beiden US-Automobilhersteller mehr. Für General Motors und Ford könnte dies gerade in Europa zu ernsthaften Problemen bei der Automobilproduktion führen, da die Zulieferer entweder einer Lieferung ohne Absicherung zustimmen müssten oder ihre Teile nur noch gegen Vorkasse liefern werden.
Der US-Einzelhändler Kohl´s Corp. (
ISIN US5002551043 /
WKN 884195 ) gab am Donnerstag nach US-Börsenschluss bekannt, dass sein Gewinn im dritten Fiskalquartal zurückgegangen ist. Die Erwartungen wurden jedoch übertroffen. Allerdings wurde der Ausblick überraschend gesenkt. Für das laufende vierte Fiskalquartal stellen
Analysten ein EPS von 1,23 Dollar in Aussicht, während Kohl´s selbst einen Gewinn pro Aktie von 0,90 bis 1,05 Dollar erwartet, nach zuvor 1,26 bis 1,34 Dollar je Aktie.
Der amerikanische Einzelhandelskonzern J. C. Penney Co. Inc. (JCPenney) (
ISIN US7081601061 /
WKN 851991 ) musste im dritten Quartal angesichts rückläufiger Umsatzerlöse und sinkender Margen einen deutlichen Gewinnrückgang ausweisen. Dennoch hat der Konzern mehr verdient als erwartet. Für das laufende Quartal liegen die Analystenschätzungen bei einem EPS von 1,32 Dollar. Der Konzern selbst erwartet für das Schlussquartal ein EPS im Bereich von 0,90 bis 1,05 Dollar. (14.11.2008/ac/n/m)