Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die US-Börsen setzen im Handelsverlauf ihren Aufwärtskurs fort. Nach den veröffentlichten "Stress-Test"-Ergebnissen zählen vor allem Finanzwerte zu den Gewinnern.
Der Dow Jones gewinnt 1,37 Prozent auf 8.524,71 Punkte hinzu. Der NASDAQ Composite verzeichnet ein etwas moderateres Plus von 0,58 Prozent auf 1.726,27 Zähler, während der S&P 500 um 1,63 Prozent auf 922,22 Punkte zulegt.
Die Arbeitslosenquote in den USA erhöhte sich im April 2009 auf 8,9 Prozent. Sie stieg damit auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. Die Quote entsprach allerdings den Erwartungen der Volkswirte. Die Lagerbestände im US-Großhandel sind im März zurückgegangen. Für den Berichtsmonat wurde ein saisonbereinigter Rückgang von 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat ausgewiesen. Marktbeobachter hatten zuvor mit einem Rückgang von lediglich 1,0 Prozent gerechnet.
Nach Aussage von US-Notenbankchef Ben Bernanke fällt bei zehn der im "Stress-Test" untersuchten 19 Kreditinstitute ein zusätzlicher Eigenkapitalbedarf von insgesamt 74,6 Mrd. Dollar an. Im Vorfeld hatte es unter Beobachtern Befürchtungen bezüglich eines Kapitalbedarfs in einer Größenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar gegeben. Die Bank of America hat laut Bernanke einen zusätzlichen Eigenkapitalbedarf von 33,9 Mrd. Dollar und die Citigroup einen Bedarf von 5,5 Mrd. Dollar. Die Aktien der Bank of America und der Citigroup gewinnen aktuell rund 4 Prozent respektive 8 Prozent hinzu.
Die Anteilscheine von Goldman Sachs und JP Morgan Chase können über 2 Prozent bzw. 6 Prozent zulegen. Für die beiden Finanzinstitute wurde kein zusätzlicher Kapitalbedarf ermittelt. Die Aktie von Wells Fargo notiert mit über 4 Prozent im Plus. Die Bankgesellschaft kündigte eine Kapitalerhöhung im Volumen von 7,5 Mrd. Dollar an. Laut "Stress-Tests" hat Wells Fargo einen Kapitalbedarf von 13,7 Mrd. Dollar. Morgan Stanley meldete, dass durch die Ausgabe neuer Aktien insgesamt rund 3,5 Mrd. Dollar erlöst werden sollen. Laut "Stress-Test" besteht bei Morgan Stanley ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 1,8 Mrd. Dollar. Die Morgan Stanley-Aktie legt aktuell über 1 Prozent zu.
Der Hypothekenfinanzierer Federal National Mortgage Association (Fannie Mae) musste im ersten Quartal einen milliardenschweren Verlust hinnehmen. Der Verlust lag bei 23,17 Mrd. Dollar bzw. 4,09 Dollar je Aktie, nach einem Nettoverlust von 2,19 Mrd. Dollar bzw. 2,57 Dollar je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum. Dabei hatte der Konzern im Berichtszeitraum unter Belastungen von rund 20 Mrd. Dollar im Zusammenhang mit faulen Krediten zu leiden. Die Unternehmensaktie reagiert mit einem Kursrückgang von über 5 Prozent.
Die Aktie der AIG kann 3 Prozent hinzugewinnen. Der angeschlagene Versicherungskonzern meldete, dass er seinen Verlust im ersten Quartal reduzieren konnte, was auf geringere Sonderbelastungen zurückzuführen ist. Der Nettoverlust belief sich auf 4,35 Mrd. Dollar bzw. 1,98 Dollar pro Aktie. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 97 Cents. Das jüngste Ergebnis wurde nach wie vor durch Investment-Verluste und Abschreibungen belastet. Es lag jedoch deutlich unter dem Rekordverlust des vierten Quartals 2008 von knapp 62 Mrd. Dollar.
Der Anteilschein von NVIDIA knickt um über 10 Prozent ein. Der Grafikchip-Hersteller hat am Donnerstag nach Börsenschluss die Ergebnisse für das erste Fiskalquartal 2009/10 veröffentlicht. Der Konzern wies einen Nettoverlust von 37 Cents je Aktie aus, nachdem im Vorjahr noch ein Gewinn von 30 Cents je Aktie erwirtschaftet worden war. Auch der Softwarehersteller RealNetworks musste für das erste Quartal einen Verlust ausweisen. Das Unternehmen verbuchte einen Verlust von 12,1 Mio. Dollar bzw. 10 Cents je Aktie, während
Analysten lediglich mit einem Verlust von 6 Cents je Aktie kalkuliert hatten. Die RealNetworks-Aktie fiel zunächst zurück, bewegt sich inzwischen aber mit über 6 Prozent im Plus.
Der Softwarekonzern Microsoft hat sich im Bereich Computerspiele durch eine Akquisition verstärkt. Unternehmensangaben zufolge wurde eine Vereinbarung zur Übernahme der im Jahr 2007 gegründeten Gesellschaft BigPark abgeschlossen. BigPark hat unter anderem Spiele wie beispielsweise "FIFA Soccer", "NBA Street" und "SSX" entwickelt. Derzeit arbeitet BigPark an einem Computerspiel für die Spielekonsole "Xbox 360". Das Wertpapier von Microsoft liegt mit über 1 Prozent im Plus.
Die Aktie von CBS klettert über 1 Prozent, obwohl der Medienkonzern für das erste Quartal aufgrund des drastischen Rückgangs des Werbemarktes einen Verlust von 8 Cents pro Aktie ausweisen musste. Analysten waren zuvor von einem Gewinn von 7 Cents pro Aktie ausgegangen.
Die Schnellrestaurantkette McDonald's konnte im April einen deutlichen Anstieg bei den vergleichbaren Filialumsätzen erzielen. Wie der weltweit führende Betreiber von Schnellrestaurants verkündete, erhöhten sich die Umsatzerlöse bei Niederlassungen, welche länger als ein Jahr geöffnet waren (Same-Store Sales), gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,9 Prozent. Die Aktie von McDonald's legt aktuell über 2 Prozent zu.
Der Mischkonzern General Electric teilte mit, dass er in den nächsten sechs Jahren im Rahmen seines Programms "'Healthymagination" insgesamt 6 Mrd. Dollar investieren wird, um die Gesundheitskosten zu senken und die Qualität der medizinischen Versorgung zu verbessern. Die General Electric-Aktie kann derzeit knapp 4 Prozent hinzugewinnen.
Weight Watchers International gab bekannt, dass der Gewinn im ersten Quartal um 18 Prozent gesunken ist, was mit Restrukturierungsbelastungen und dem stärkeren Dollar zusammenhängt. Die Unternehmensaktie muss knapp 8 Prozent abgeben.
(08.05.2009/ac/n/m)