New York (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanischen Börsen haben sich bis zum Mittag uneinheitlich entwickelt, nachdem die schweizerische Großbank UBS und das US-Unternehmen Yahoo! mit der Ankündigung von Entlassungen den Sorgen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung neue Nahrung gegeben hatten.
Um 14 Uhr New Yorker Ortszeit wird die Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-amerikanischen Notenbanken (Beige Book) erwartet.
Das US-Arbeitsministerium gab heute für den Monat März einen leichten Rückgang der US-Verbraucherpreise bekannt. Demnach reduzierte sich der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent, während Volkswirte zuvor eine Preissteigerung von 0,1 Prozent erwartet hatten. Im Februar waren die Verbraucherpreise noch um 0,4 Prozent gestiegen. Die Kernrate zeigte einen Anstieg um 0,2 Prozent, nachdem sie im Februar ebenfalls um 0,2 Prozent angewachsen war. Volkswirte waren hier nur von einem Plus von 0,1 Prozent ausgegangen. Die US-amerikanische Industrieproduktion ist im März um 1,5 Prozent zurückgegangen, während Volkswirte einen Rückgang um 0,9 bis 1,0 Prozent erwartet hatten. Die Kapazitätsauslastung der US-amerikanischen Wirtschaft ist im März ebenfalls gesunken und lag bei 69,3 Prozent. Im Vormonat waren die US-Unternehmen noch zu 70,2 Prozent ausgelastet. Die Federal Reserve Bank of New York ermittelte für April 2009 eine deutliche Verbesserung bei der allgemeinen Geschäftstätigkeit im verarbeitenden Gewerbe des Distrikts New York. So stieg der Empire State Manufacturing Index auf -14,7 Punkte, während Volkswirte nur mit einer Verbesserung auf -35,0 Zähler gerechnet hatten.
Bei den Indizes ist das Bild uneinheitlich. Der Dow Jones liegt derzeit mit einem Plus von 0,80 Prozent auf 7.983,42 Punkte vorne, während der NASDAQ Composite, belastet von Intel, 0,87 Prozent auf 1.611,55 Punkte verliert. Der S&P 500 liegt mit einem Plus von 0,42 Prozent auf 845,05 Zähler derweil im grünen Bereich.
Die Aktie von Intel verliert derzeit 4,34 Prozent, nachdem der Chiphersteller bereits gestern die Zahlen für das erste Quartal 2009 veröffentlicht hatte. Dabei hat das Unternehmen deutliche Einbußen bei Umsatz und Gewinn hinnehmen müssen, konnte aber die Erwartungen der
Analysten übertreffen. Das Nettoergebnis belief sich demnach auf 647 Mio. Dollar nach 1,44 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum, während die Umsätze im vergangenen Quartal um 26 Prozent auf 7,15 Mrd. Dollar zurückgingen. Die Investoren sind trotz der guten Zahlen besorgt, da Intel für die kommenden Quartale keine Vorgabe präsentiert hat.
Der Internet-Medienkonzern Yahoo! plant nach Angaben der "New York Times" und des "Wall Street Journals" weitere Stellenstreichungen. Demnach könnte der Konzern nächsten Dienstag bei der Vorlage der Quartalszahlen den Abbau von mehreren hundert Arbeitsplätzen ankündigen. Derzeit beschäftigt der Konzern rund 13.700 Mitarbeiter. Titel von Yahoo! liegen derzeit mit einem Minus von 1,63 Prozent zurück.
Ein Höhenflug ist mit einem Gewinn von rund 21 Prozent bei der Aktie von AMR zu beobachten. Die Muttergesellschaft der Fluglinie American Airlines gab am Mittwoch bekannt, ihren Verlust im ersten Quartal in Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise ausgeweitet zu haben. Auf bereinigter Ebene sind die Erwartungen jedoch übertroffen worden. Der Nettoverlust belief sich auf 375 Mio. Dollar, nach einem Minus von 341 Mio. Dollar im Vorjahr.
CSX hat die Erwartungen des Marktes mit den Zahlen des ersten Quartals 2009 ebenfalls geschlagen. Derzeit liegt die CSX-Aktie mit einem Plus von 8,45 Prozent im grünen Bereich. Die drittgrößte Eisenbahngesellschaft in den USA meldete am Dienstag nach US-Börsenschluss einen Nettogewinn von 246 Mio. Dollar (Vorjahreszeitraum: 351 Mio. Dollar). Der Umsatz ist im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 2,25 Mrd. Dollar zurückgegangen.
Die Aktie des US-amerikanischen Kohleproduzent Peabody Energy verliert derzeit knapp 13 Prozent. Das Unternehmen meldete am Mittwoch eine Zunahme des Gewinns im ersten Quartal um mehr als 300 Prozent, was u.a. mit einem soliden Umsatzwachstum zusammenhängt. Die Erwartungen wurden dennoch deutlich verfehlt. Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum um 15,3 Prozent auf eine Höhe von 1,46 Mrd. Dollar. Peabody Energy hat ferner die Produktionsschätzungen für 2009 auf 185 bis 190 Millionen Tonnen in den USA bzw. auf 20 bis 23 Millionen Tonnen in Australien nach unten korrigiert.
Titel von Abbott Laboratories verlieren ebenfalls rund 6 Prozent, obwohl der US-Pharmakonzern Abbott Laboratories die Erwartungen mit den Zahlen zum ersten Quartal übertroffen hat. Die Aktie von Charles Schwab, dem größten Discount-Broker in den USA, liegt derweil mit 4,83 Prozent im Plus. Das Unternehmen hatte zuvor gemeldet, dass der Gewinn im ersten Quartal um 29 Prozent gesunken ist. Damit hat Charles Schwab die Erwartungen jedoch übertroffen. Der Nettogewinn belief sich auf 218 Mio. Dollar. Auch für die Aktie des Autoversicherers Progressive geht es mit 3,32 Prozent aufwärts. Das Unternehmen hat für das erste Quartal einen leichten Gewinnrückgang gemeldet.
Infosys Technologies hat im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Zuwachs bei Umsatz und Ergebnis verzeichnet. Die Aktie des zweitgrößten Software-Herstellers Indiens ist im NASDAQ 100 gelistet und verliert aktuell 7,48 Prozent. Unternehmensangaben vom Mittwoch zufolge zog der Umsatz um 24 Prozent auf 56,35 Mrd. Indische Rupien (INR) an. Gleichzeitig stieg der Nettogewinn nach 12,49 Mrd. INR im Vorjahresquartal um 29 Prozent auf 16,13 Mrd. INR. (15.04.2009/ac/n/m)