KNDS Aktie: RCH 155 als IPO-Trumpf

Der geplante IPO von KNDS erhält durch einen britischen Auftrag und eine bevorstehende US-Army-Entscheidung für die ferngesteuerte Haubitze RCH 155 zusätzlichen Rückenwind.

Dieter Jaworski ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Britischer Auftrag über 37 RCH-155-Systeme gesichert
  • US Army plant Vergabe für bis zu 500 Systeme
  • IPO könnte bis zu fünf Milliarden Euro einbringen
  • System kann als erstes weltweit im Fahren feuern

Der bevorstehende Börsengang von KNDS bekommt eine handfeste operative Untermauerung. Ein frisch gesicherter britischer Auftrag und eine unmittelbar bevorstehende Beschaffungsentscheidung der US Army rücken das ferngesteuerte Panzerhaubitzensystem RCH 155 in den Mittelpunkt — und könnten die Investorengeschichte des Unternehmens kurz vor dem geplanten Marktdebüt entscheidend schärfen.

Britischer Auftrag, amerikanische Chance

Im März 2026 sicherte sich KNDS einen Vertrag über die Lieferung von 37 RCH-155-Systemen an das Vereinigte Königreich — Auftragswert: 53 Millionen Pfund. Der Abschluss markiert den Übergang von der Erprobungsphase zur Serienabnahme.

Noch größer ist das Potenzial jenseits des Atlantiks. Die US Army plant, eine Aufforderung zur Einreichung von Prototypenvorschlägen für 155-mm-Radpanzerhaubitzen zu veröffentlichen — der nächste Schritt im sogenannten Mobile Tactical Cannon-Programm. Gesucht werden sechs bis zwölf Prototypen auf Radfahrgestell. KNDS tritt gemeinsam mit dem amerikanischen Partner Leonardo DRS an und setzt dabei auf den AGM-Turm von KNDS Deutschland, montiert auf einem 8×8- oder 10×10-Chassis. Washington strebt eine endgültige Vergabe für bis zu 500 Systeme bis Juli 2026 an.

Was das System auszeichnet

Der RCH 155 gilt als weltweit erste Haubitze, die im Fahren feuern kann. Der Leistungsunterschied gegenüber etablierten Systemen ist laut KNDS-Vergleichsdaten erheblich: Eine Batterie aus zwölf RCH 155 mit 24 Soldaten absolviert eine 216-Schuss-Feuermission in 140 Sekunden. Eine vergleichbare Einheit aus 24 M109 Paladin benötigt dafür mehr als 180 Sekunden — mit sechsmal so vielen Soldaten.

Bei der Reichweite variiert das System je nach Munitionstyp: Basisbleed- und V-LAP-Geschosse erreichen 40 bis 54 Kilometer, Präzisionsmunition wie Vulcano oder Excalibur geht noch weiter.

Deutschland hat bislang 84 Systeme für 1,2 Milliarden Euro geordert. Der Auftrag läuft über Artec, ein Gemeinschaftsunternehmen von KNDS Deutschland und Rheinmetall. Aus dem übergeordneten Rahmenvertrag für bis zu 500 Systeme stehen noch 267 Stück zur Verfügung — zu deutschen Preiskonditionen, auch für alliierte Nationen. Lieferungen sollen 2027 beginnen und bis 2029 abgeschlossen sein.

Börsengang mit Rückenwind

Das IPO-Timing verleiht dem US-Beschaffungsverfahren zusätzliches Gewicht. KNDS NV prüft derzeit eine Erstnotiz, die bis zu fünf Milliarden Euro einbringen könnte — möglicherweise die größte europäische Börseneinführung seit Jahren. Angestrebt wird eine Doppelnotiz in Paris und Frankfurt für Juni oder Juli 2026, bei einer Gesamtbewertung von rund 20 Milliarden Euro. Rund ein Viertel der Anteile soll platziert werden.

Die Fundamentaldaten stützen die Ambitionen: 2024 erzielte KNDS einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Auftragsbestand wuchs um 15 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro, Neubestellungen summierten sich auf 11,2 Milliarden Euro. Seit 2023 hat das Unternehmen bereits 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Ein Zuschlag der US Army würde die internationale Glaubwürdigkeit des RCH 155 erheblich stärken — und käme für KNDS genau zum richtigen Zeitpunkt.

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