Commerzbank Aktie: Eigenständigkeit im Fokus

Commerzbank-CEO Orlopp präsentiert in New York die Standalone-Strategie, während Großaktionär UniCredit mit 26 % der Stimmrechte als potenzieller Käufer im Hintergrund bleibt.

Kurz zusammengefasst:
  • CEO Orlopp präsentiert Bank in New York
  • UniCredit hält 26 % der Stimmrechte
  • Aktie hat sich in einem Jahr verdoppelt
  • Quartalszahlen im Februar als nächster Test

Die Commerzbank nutzt diese Woche die Bühne in New York, um internationalen Investoren ihre Eigenständigkeit zu erläutern – während UniCredit im Hintergrund weiter als potenzieller Käufer präsent bleibt. CEO Bettina Orlopp will beim German Investment Seminar 2026 zeigen, dass die Bank operativ stark genug ist, um alleine zu bestehen. Der zentrale Konflikt: Wie glaubwürdig ist diese Standalone-Strategie angesichts eines Großaktionärs mit klaren Übernahmeambitionen?

Orlopp wirbt in New York für den Alleingang

Heute und morgen präsentiert Orlopp die Commerzbank beim gemeinsam mit ODDO BHF organisierten German Investment Seminar in New York. Das Format gilt als wichtige Anlaufstelle für internationale institutionelle Investoren, vor allem aus dem angelsächsischen Raum.

Commerzbank

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Im Mittelpunkt steht die Botschaft, dass die Bank ihre Eigenständigkeit verteidigen will. Dazu passt, dass Orlopp auf eine deutlich stärkere Bilanz und verbesserte Profitabilität verweisen kann: Die Bank hat ihre Kapitalbasis so weit ausgebaut, dass sie sich umfangreiche Ausschüttungen leisten konnte, ohne regulatorische Grenzen zu verletzen.

Ein Blick auf den Kurs zeigt: Trotz einer leichten Tagesveränderung von -0,37 % auf 35,28 Euro heute hat sich die Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt. Der Titel liegt aktuell rund 13,6 % über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der Markt die Fortschritte im Kerngeschäft honoriert, auch wenn die strategische Perspektive weiter diskutiert wird.

UniCredit: Sperrminorität und Alternativen

Parallel zur Investorenpräsentation bleibt die Übernahmespekulation ein zentrales Thema. UniCredit hat still, aber konsequent eine starke Position aufgebaut:

  • UniCredit hält rund 26 % der Stimmrechte an der Commerzbank und verfügt damit faktisch über eine Sperrminorität
  • Zusätzlich kontrollieren die Italiener 29,8 % an der griechischen Alpha Bank
  • Laut Reuters sprach UniCredit-CEO Andrea Orcel mit der Delfin-Holding über eine mögliche Beteiligung an Monte dei Paschi di Siena (MPS)
  • Ein Einstieg bei MPS könnte den Fokus des Managements zeitweise von der Commerzbank weglenken

In Frankfurt und Berlin stößt die Idee einer Übernahme weiterhin auf Widerstand. Für die Commerzbank bedeutet das: Die aktuelle Gemengelage verschafft ihr Spielraum, um ihre Eigenständigkeitsstrategie mit Zahlen und Kapitalmaßnahmen zu untermauern.

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Kapitalstärke und Bewertung im Überblick

Im Dezember 2025 hat die Bank ein Aktienrückkaufprogramm über rund 1 Milliarde Euro abgeschlossen. Die Genehmigung durch EZB und die Finanzagentur des Bundes signalisiert, dass die Kapitalausstattung als robust eingestuft wird. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde zudem eine Dividende von 0,65 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Die wichtigsten Bewertungskennzahlen im aktuellen Umfeld:

  • Marktkapitalisierung: rund 40 Milliarden Euro
  • KGV (TTM): etwa 17
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis: rund 1,1
  • Dividendenrendite: knapp 2 %
  • 52-Wochen-Performance: über 130 %

Mit einem RSI von 45,6 und einem Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt von 34,74 Euro signalisiert die Technik derzeit weder eine klare Überhitzung noch eine überverkaufte Situation. Der Abstand von gut 15 % zum 52‑Wochen-Hoch bei 41,58 Euro zeigt aber, dass nach der starken Rally auch Konsolidierungsphasen möglich sind.

Analysten sind hier geteilter Meinung: Die Deutsche Bank hat die Aktie auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 37 Euro ausgegeben. JPMorgan und Citi bleiben dagegen bei „Neutral“. Das durchschnittliche Kursziel von etwa 34 Euro liegt leicht unter dem aktuellen Niveau – ein Hinweis darauf, dass viele Häuser die jüngste Kursentwicklung bereits als anspruchsvoll bewerten.

Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Der nächste klare Termin für neue Fakten ist der 11. Februar 2026. Dann legt die Commerzbank ihre Zahlen für das vierte Quartal 2025 und das Gesamtjahr vor. Im Raum steht eine angehobene Prognose: Ein Nettoergebnis von rund 2,9 Milliarden Euro vor Restrukturierungsaufwendungen soll erreicht werden.

Gelingt es der Bank, diese Marke zu treffen oder zu übertreffen, würde das die Argumentation der Führung stärken, dass das Institut auch ohne Zusammenschluss mit UniCredit nachhaltig profitabel wirtschaften kann. Verfehlt die Commerzbank die Ziele dagegen spürbar, dürfte der Druck auf die Eigenständigkeitsstory zunehmen – insbesondere vor dem Hintergrund eines strategisch aktiven Großaktionärs mit 26 % der Stimmrechte.

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