Nestlé zieht die Zügel im Konzernumbau spürbar an – und setzt dafür ausgerechnet bei einem sensiblen Hebel an: der Vergütung. Ein neues, deutlich feiner abgestuftes Leistungs- und Bonussystem soll Verantwortlichkeiten schärfen und die Umsetzung der strategischen Neuausrichtung beschleunigen. Was steckt hinter dem Schritt, und wie passt er in die größeren Pläne für 2026?
Neues Bonussystem: Größere Spreizung, klarere Signale
Kern der Anpassung ist ein überarbeitetes Bewertungsmodell für Mitarbeiter. Statt drei Leistungsstufen gibt es künftig sechs. Damit steigt die Differenzierung – und vor allem die finanzielle Spreizung.
Wer intern als „vorbildlich“ eingestuft wird, kann künftig bis zu 150% des individuellen Bonus-Ziels erreichen. Am anderen Ende der Skala wird es deutlich ungemütlicher: Bei „unzureichender“ Leistung sind nur noch 0 bis 50% des Zielwerts vorgesehen. Laut Unternehmen soll das System Leistungsbeurteilung, Entwicklungsplanung und Feedback-Prozesse vereinfachen und gleichzeitig die Ausführung im Tagesgeschäft stärken.
Restrukturierung mit klarer Stoßrichtung
Die Vergütungsreform ist nicht isoliert zu sehen, sondern Teil eines breiten Umbaus unter CEO Philipp Navratil. Geplant ist der Abbau von 16.000 Stellen. Gleichzeitig will sich der Konzern stärker auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tiernahrung, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks.
Parallel dazu laufen Bestrebungen, das verbleibende interne Eiscreme-Geschäft an ein Joint Venture zu veräußern. Ziel ist eine fokussiertere Kapitalallokation und schlankere Strukturen – passend zur Linie, Entscheidungswege zu verkürzen und die operative Effizienz zu erhöhen.
Vorstand verändert sich – Ziele für 2026 stehen
Auch an der Spitze gibt es Bewegung: Anna Mohl, CEO von Nestlé Health Science, scheidet zum 28. Februar 2026 aus dem Vorstand aus. Mit der Schaffung eines integrierten Nutrition-Geschäftsbereichs wird die bisherige globale Managementstruktur von Nestlé Health Science in der bisherigen Form aufgelöst.
Der Umbau fällt in ein Umfeld, das das Management als wettbewerbsintensiv beschreibt. Zudem sieht Nestlé zuletzt eine höhere Preissensibilität bei Konsumenten – ein Faktor, der Margen und Volumenwachstum unter Druck setzen kann.
Für 2026 peilt Nestlé ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 4% an. Das reale interne Wachstum soll sich im Jahresverlauf ebenfalls beschleunigen. Flankierend plant der Konzern zusätzliche Investitionen von 600 Mio. Schweizer Franken in ausgewählte Wachstumsplattformen.
Am Markt zeigt sich die Aktie zuletzt freundlich: Heute notiert sie bei 91,20 Euro und liegt damit rund 3,9% unter dem 52‑Wochen‑Hoch.
Im Fokus der kommenden Monate steht damit weniger ein einzelner Quartalseffekt, sondern die Frage, ob Nestlé den Umbau – von Kosten über Portfolio bis hin zur internen Steuerung – schnell genug in bessere operative Umsetzung übersetzen kann, während der Konzern für 2026 gleichzeitig 3 bis 4% organisches Wachstum anvisiert und 600 Mio. Franken zusätzlich investiert.
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