Apple Aktie: Machtwechsel

Alphabet überholt Apple erstmals seit 2019 beim Börsenwert. Der iPhone-Konzern reagiert mit einem Wechsel der Kreditkartenpartner von Goldman Sachs zu JPMorgan Chase.

Kurz zusammengefasst:
  • Alphabet überholt Apple bei Marktkapitalisierung
  • Wechsel der Kreditkartenpartner zu JPMorgan
  • Vorstand setzt auf Kontinuität und Stabilität
  • Analysten uneins über Bewertung und Potenzial

Apple verliert an der Börse an Boden – und nimmt gleichzeitig einen spürbaren Umbau im Finanzgeschäft in Angriff. Während Alphabet beim Börsenwert vorbeizieht, sortiert der iPhone-Konzern seine Kreditkarten-Partnerschaften neu und setzt auf Kontinuität im Vorstand. Wie passt das zusammen?

Alphabet überholt, KI-Fokus im Zentrum

Erstmals seit 2019 liegt Alphabet beim Börsenwert vor Apple. Per Handelsschluss am Donnerstag kam Google-Mutter Alphabet auf rund 3,89 Billionen US‑Dollar Marktkapitalisierung, Apple auf etwa 3,85 Billionen. Das ist vor allem ein Signal, wie unterschiedlich Anleger die KI-Strategien beider Konzerne bewerten.

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Alphabet profitiert von der starken Position seiner Gemini-Modelle und eigener KI-Hardware (TPUs), die direkt in Cloud- und Suchgeschäft einzahlt. Bei Apple dagegen sehen Investoren offenbar eine Verzögerung bei der Umsetzung von „Apple Intelligence“ in das eigene Ökosystem – trotz riesiger Nutzerbasis. Der Kurs liegt mit rund 259 US‑Dollar zwar nur gut 5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, die Aktie hat aber in dieser Woche etwas nachgegeben.

Wechsel im Kreditkartengeschäft

Parallel treibt Apple den Umbau im Bereich Finanzdienstleistungen voran. Künftig soll JPMorgan Chase an die Stelle von Goldman Sachs als Emittent der Apple Card treten. Bestandteil der Vereinbarung ist, dass JPMorgan ein Kreditkartenportfolio von rund 20 Milliarden US‑Dollar übernimmt.

Brisant ist der Preis: Laut Berichten erfolgt der Deal mit einem Abschlag von mehr als 1 Milliarde US‑Dollar auf den Nennwert – ein deutliches Zeichen, wie dringend Goldman den Rückzug aus dem Konsumentenkreditgeschäft sucht. Für Apple steht dagegen vor allem Planungssicherheit im Vordergrund: Die Umstellung dürfte sich über bis zu zwei Jahre hinziehen, während zentrale Vorteile für Nutzer wie die 3‑prozentige Daily-Cash-Rückvergütung unverändert bleiben sollen.

Im größeren Kontext ist der Schritt ein Stabilisierungssignal. Die Services-Sparte von Apple arbeitet mit sehr hohen Bruttomargen von rund 75 % und ist ein zentraler Ergebnisbringer. Der Partnerwechsel zum größten US‑Institut JPMorgan soll die Finanzservices nach der schwierigen Phase mit Goldman Sachs auf eine verlässlichere Basis stellen, ohne das Angebot nach außen sichtbar zu verschlechtern.

Governance, Nachfolgegerüchte und Analystenlage

Auf der Corporate-Governance-Seite setzt Apple auf Kontinuität. Die Hauptversammlung findet dieses Jahr virtuell am 24. Februar 2026 statt. Ein wichtiger Punkt: Der Vorstand will die üblichen Altersgrenzen aussetzen, damit der Aufsichtsratsvorsitzende Art Levinson (75) und Prüfungsausschuss-Chef Ron Sugar (77) erneut zur Wahl stehen können. Das signalisiert klar den Wunsch nach Stabilität an der Spitze.

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Parallel verdichten sich Spekulationen um die langfristige Nachfolge von CEO Tim Cook. Berichte von MacTech und CNN Markets deuten darauf hin, dass Hardware-Chef John Ternus als möglicher künftiger CEO aufgebaut wird. Offiziell bestätigt ist das nicht, aber es unterstreicht, dass die Führungsfrage im Hintergrund bereits eine Rolle spielt.

Die Analystenfront ist gespalten. Raymond James hat die Aktie zuletzt auf „Neutral“ (Market Perform) zurückgestuft. Begründung: Die Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 35 gilt als anspruchsvoll, zudem sehen die Analysten das Risiko, dass der nächste iPhone-Zyklus weitgehend eingepreist ist.

Dem gegenüber stehen optimistischere Stimmen. Bernstein und Bank of America haben ihre Kaufempfehlungen in dieser Woche bekräftigt und Kursziele von 325 US‑Dollar ausgegeben – ausgehend vom aktuellen Niveau entspräche das einem Aufwärtspotenzial von etwa 25 %. Der Titel bleibt damit ein klassischer Bewertungsstreitfall zwischen Wachstumsfantasie und Bewertungsdisziplin.

Einordnung und technisches Bild

Strategisch markiert das Abrutschen hinter Alphabet eine Art symbolischen Machtwechsel im KI-Zeitalter. NVIDIA sitzt bei der Marktkapitalisierung ohnehin auf dem Thron, Alphabet zieht mit klar sichtbarer KI-Monetarisierung davon, während Apples abgeschottetes Ökosystem verstärkt hinterfragt wird. Gleichzeitig zeigt die robuste Services-Sparte, dass das Geschäftsmodell operativ weit von einer Krise entfernt ist – hohe Margen und wiederkehrende Erlöse stützen die Gewinnbasis.

Charttechnisch präsentiert sich die Lage differenziert. Mit rund 259 US‑Dollar notiert die Aktie klar über dem 200‑Tage-Durchschnitt von 207,36 US‑Dollar, was den übergeordneten Aufwärtstrend unterstreicht. Kurzfristig hat der Titel aber zuletzt an Schwung verloren; der 14‑Tage-RSI von 56,7 signalisiert ein neutrales, weder überkauftes noch überverkauftes Niveau.

Ausblick auf die nächsten Wochen

Der nächste klare Termin steht bereits: Am 29. Januar 2026 legt Apple die Quartalszahlen vor. Im Fokus dürften vor allem zwei Punkte stehen: konkrete Aussagen zur Einbindung von JPMorgan in die Services-Architektur sowie Updates zu den geplanten „Apple Intelligence“-Funktionen, die den iPhone‑17‑Zyklus ankurbeln sollen. Aus heutiger Sicht hängt viel davon ab, ob Apple es schafft, die KI-Story glaubhaft nachzuschärfen – und damit sowohl die Bewertung von rund 259 US‑Dollar je Aktie zu rechtfertigen als auch den Abstand zum jüngsten Hoch von 273,81 US‑Dollar wieder aufzuholen.

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