Broadcom Aktie: Skepsis trifft Rekord-Deals

Broadcom sichert sich Milliardenaufträge im KI-Bereich, doch Analysten warnen vor einer überhitzten Bewertung nach der jüngsten Kursrallye.

Andreas Sommer ·
Broadcom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Seaport Research stuft Rating auf Neutral herab
  • Langfristige Lieferverträge mit Google bis 2031
  • KI-Umsatz verdoppelt sich im Jahresvergleich
  • Neue Finanzchefin von Alphabet übernimmt im Juni

Der Halbleiter-Gigant Broadcom sendet derzeit gemischte Signale an den Markt. Während das Unternehmen weitreichende Milliarden-Verträge mit Google und Anthropic festhält und eine neue Finanzchefin an Bord holt, sorgt eine seltene Analysten-Herabstufung für Aufsehen. Das Spannungsfeld zwischen enormem operativen Wachstum und einer bereits ambitionierten Bewertung rückt damit in den Fokus.

Analyst warnt vor Überhitzung

Verantwortlich für die plötzliche Skepsis ist Seaport Research Partners. Die Analysten senkten am Mittwoch ihr Rating von „Kaufen“ auf „Neutral“. Als Hauptgrund nannte Analyst Jay Goldberg die hohe Bewertung nach der jüngsten Kursrally. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Finanzierungsstruktur in der Branche. Chiphersteller müssen zunehmend den Aufbau riesiger KI-Rechenzentren für ihre Kunden vorfinanzieren.

Konkret verwies Goldberg auf Broadcoms Beteiligung an der 3,5-Gigawatt-Rechenkapazität von Anthropic. Seaport geht davon aus, dass das zukünftige Wachstum bereits im aktuellen Konsens abgebildet ist. An der Börse spiegelt sich diese hohe Erwartungshaltung deutlich wider: Nach einem Kursplus von gut 9 Prozent auf Wochensicht schloss das Papier gestern bei 297,75 Euro und notiert damit tief in der überkauften Zone, wie der hohe RSI-Wert von 85,6 signalisiert.

Milliarden-Deals stützen das Geschäft

Dem gegenüber stehen handfeste operative Erfolge. Broadcom bestätigte eine langfristige Vereinbarung mit Alphabet. Bis 2031 wird das Unternehmen maßgeschneiderte Tensor Processing Units (TPUs) und Netzwerkhardware für Google liefern. Gleichzeitig baut Broadcom die Zusammenarbeit mit dem rasant wachsenden KI-Entwickler Anthropic aus. Ab 2027 stellt der Konzern hier gewaltige Rechenkapazitäten zur Verfügung.

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Dass das KI-Geschäft floriert, zeigen auch die jüngsten Zahlen. Im ersten Geschäftsquartal 2026 verdoppelte sich der KI-gesteuerte Halbleiterumsatz im Jahresvergleich auf 8,4 Milliarden US-Dollar. Neben der Hardware treibt das Unternehmen auch Software-Lösungen voran, wie die gestrige Einführung eines neuen, auf maschinellem Lernen basierenden Tools zur Betrugsprävention bei Finanztransaktionen zeigt.

Frischer Wind im Management

Passend zur engen Google-Partnerschaft holt Broadcom nun personelle Verstärkung von Alphabet. Amie Thuener übernimmt am 12. Juni 2026 den Posten der Finanzchefin. Sie löst Kirsten M. Spears ab und markiert den ersten Wechsel auf dieser Position seit rund zwölf Jahren.

Im kommenden zweiten Quartal peilt das Management einen Gesamtumsatz von etwa 22 Milliarden US-Dollar an. Davon sollen allein 10,7 Milliarden US-Dollar aus dem KI-Segment stammen. Diese Zielvorgaben müssen nun zwingend erfüllt werden, um das aktuelle Bewertungsniveau des Halbleiterkonzerns zu stützen.

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Broadcom Aktie

297,65 EUR

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KGV 61,29
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,79 %
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ISIN: US11135F1012 WKN: A2JG9Z

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