Hensoldt Aktie: Kampf dem Flaschenhals

Hensoldt verzeichnet 2025 einen massiven Auftragsbestand von 8,83 Mrd. Euro, kann aber nur 2,46 Mrd. Euro umsetzen. Das Management reagiert mit ungewöhnlichen Maßnahmen bei Personal und Bauteilbeschaffung.

Andreas Sommer ·
Hensoldt Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Gewaltige Lücke zwischen Aufträgen und Umsatz
  • Sicherung von 900.000 Hochleistungschips bis 2030
  • Gewinnung von bis zu 600 Fachkräften aus Autoindustrie
  • Vorstandschef Dörre nutzt Kursschwäche für Aktienkauf

Der Rüstungskonzern Hensoldt schwimmt in Aufträgen, kommt aber mit der Produktion kaum hinterher. Der am Donnerstag vorgelegte Geschäftsbericht für 2025 offenbart eine gewaltige Lücke zwischen den eintreffenden Bestellungen und dem realisierten Umsatz. Um diesen Milliarden-Stau aufzulösen, greift das Management nun zu ungewöhnlichen Maßnahmen beim Personal und der Bauteilbeschaffung.

Die finalen Zahlen bestätigen das Bild aus dem Februar. Einem massiven Auftragsbestand von 8,83 Milliarden Euro stand im vergangenen Jahr ein vergleichsweise moderater Umsatz von 2,46 Milliarden Euro gegenüber. Weil das Unternehmen viel Geld in den Kapazitätsausbau stecken muss, sank der Nettogewinn von 106 auf 86 Millionen Euro. An der Börse sorgte diese langsame Umsetzung zuletzt für Skepsis. Mit dem gestrigen Schlusskurs von 70,00 Euro verbilligte sich das Papier auf Sicht von 30 Tagen um gut 13 Prozent.

Chips und Personal sichern

Das operative Hauptproblem liegt in den strukturellen Engpässen der Lieferkette. Als direkte Gegenmaßnahme hat sich Hensoldt nun vertraglich 900.000 Galliumnitrid-Bauteile bis zum Jahr 2030 gesichert. Diese Hochleistungschips sind für die Produktion moderner Radarsysteme unerlässlich. Parallel flankiert die vollständig bar bezahlte Übernahme des Optronik-Spezialisten Nedinsco die Bemühungen, europäische Lieferketten zu stabilisieren.

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Auch beim Fachkräftemangel geht das Unternehmen neue Wege. Durch eine Kooperation sollen bis zu 600 Beschäftigte aus der kriselnden Automobilindustrie für die Fertigung von Drohnenabwehrsystemen in Süddeutschland gewonnen werden. Insgesamt plant das Management für das laufende Jahr 1.600 Neueinstellungen.

Führungsebene kauft zu

Die Unternehmensführung ist von der aktuellen Strategie sichtlich überzeugt. Vorstandschef Oliver Dörre nutzte die jüngste Kursschwäche für private Zukäufe und erwarb 1.000 Aktien. Auch der Vermögensverwalter BlackRock stockte seinen Anteil kurz darauf wieder auf gut fünf Prozent auf.

Am 6. Mai präsentiert Hensoldt die Ergebnisse für das erste Quartal. Dieser Termin liefert den nächsten harten Datenpunkt zur Bewertung der laufenden Maßnahmen. Er wird belegen, ob die massiven Investitionen greifen und sich der Abstand zwischen Auftragsbestand und Umsatzwachstum planmäßig verkleinert.

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Hensoldt Aktie

67,65 EUR

– 2,10 EUR -3,01 %
KGV 73,18
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,62 %
Marktkapitalisierung 9,04 Mrd. EUR
ISIN: DE000HAG0005 WKN: HAG000

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