Rolls-Royce liefert starke Rekordzahlen, hebt die Ziele an – und legt obendrauf ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Eigentlich klingt das nach einem Bilderbuch-Setup für Anleger. Doch ausgerechnet jetzt schieben sich neue geopolitische Unsicherheiten in den Vordergrund und dämpfen die Euphorie.
Rekordjahr 2025 – und plötzlich viel Cash
2025 sprang der operative Gewinn um 41% auf 3,46 Mrd. Pfund, der Umsatz stieg um 13% auf 20,1 Mrd. Pfund. Treiber waren vor allem das Geschäft rund um Wartung, Services und Ersatzteile in der zivilen Luftfahrt – also genau die Bereiche, in denen die Margen typischerweise attraktiver sind. Entsprechend kletterte die zugrunde liegende operative Marge auf 17,3%.
Bemerkenswert ist auch die Cash-Entwicklung: Der Free Cashflow lag bei 3,3 Mrd. Pfund. Gleichzeitig drehte sich die Nettoposition von 475 Mio. Pfund Nettoschulden im Vorjahr auf 1,9 Mrd. Pfund Netto-Cash. Diese stärkere Finanzbasis ist der Schlüssel dafür, dass der Konzern jetzt deutlich offensiver Kapital an die Aktionäre zurückgeben kann.
Rückkaufprogramm und höhere Ziele
Parallel zu den Zahlen kündigte das Management das erste mehrjährige Rückkaufprogramm an: Insgesamt sollen 2026 bis 2028 zwischen 7 und 9 Mrd. Pfund in Aktienrückkäufe fließen, davon 2,5 Mrd. Pfund schon 2026. Für ein Unternehmen, das die Dividende erst 2025 nach fünf Jahren Pause wieder eingeführt hat, ist das ein klares Signal: Die eigene Ertragskraft soll nicht nur stabil wirken, sondern auch dauerhaft reichen.
Die Dividende für 2025 liegt bei 9,5 Pence je Aktie, was einer Ausschüttungsquote von 32% entspricht. Dazu kommt ein optimistischerer Blick nach vorn: Für 2026 erwartet Rolls-Royce einen operativen Gewinn von 4,0 bis 4,2 Mrd. Pfund sowie einen Free Cashflow von 3,6 bis 3,8 Mrd. Pfund. Noch auffälliger: Die Ziele für 2028 wurden so angehoben, dass die ursprünglichen Mittelfristziele nun zwei Jahre früher erreicht werden sollen.
Operativ breit getragen – aber Märkte werden nervöser
Alle drei Sparten lieferten: In Civil Aerospace stieg der Umsatz um 15% auf 10,2 Mrd. Pfund, die Marge zog von 16,6% auf 20,5% an – gestützt durch bessere Konditionen und ein margenstarkes Ersatzteil- und Reserve-Triebwerksgeschäft. Defence wuchs um 8%. Power Systems legte beim Umsatz um 19% auf knapp 5 Mrd. Pfund zu, besonders dynamisch waren Produkte für Rechenzentren: Der Auftragseingang in diesem Segment stieg um 85% gegenüber Vorjahr – Rückenwind durch den KI-Boom.
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Strategisch setzt der Konzern zudem stärker auf KI: Die Plattform „AiRR“ soll KI-Funktionen in Engineering, Wartung (MRO), Lieferkette und Triebwerksüberwachung bringen – mit dem Ziel, Durchlaufzeiten und Kosten zu senken. CEO Tufan Erginbilgic deutete außerdem an, dass ein Wiedereinstieg in den Markt für Triebwerke von Schmalrumpfflugzeugen denkbar sein könnte.
Genau hier kommt aber der Haken: Anfang März sorgt die geopolitische Lage für neue Vorsicht. Ein länger anhaltender Konflikt im Nahen Osten könnte Flugstunden drücken – und das trifft Rolls-Royce besonders, weil die Wartung rund um die Triebwerke ein zentraler Umsatz- und Ergebnistreiber ist. Zusätzlich ist der Blick auf Europas künftige Kampfjet-Programme wichtig: Ein mögliches Projekt (UK–Italien–Japan) würde Rolls-Royce-Triebwerke nutzen, während ein konkurrierendes deutsch-französisches Vorhaben als angeschlagen beschrieben wird. Welche Projekte sich durchsetzen, beeinflusst die Visibilität im Defence-Geschäft.
Auch die Bewertung spielt in diese Nervosität hinein: Laut Quelltext wird die Aktie mit dem 40-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt – viel Vertrauen ist also bereits eingepreist, und der Spielraum für Enttäuschungen wird kleiner.
An der Börse zeigt sich das in einer kurzen Abkühlung: In den vergangenen sieben Tagen liegt die Aktie mit -4,84% im Minus und notiert heute bei 14,94 Euro.
Im Blick bleibt nun vor allem, ob sich die geopolitischen Belastungsfaktoren in den kommenden Wochen in realen Einbußen bei Flugstunden niederschlagen – oder ob die starke operative Entwicklung und das geplante Rückkaufvolumen die Aktie trotz der höheren Bewertungsansprüche stabilisieren.
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