Rocket Lab hat in den vergangenen zwölf Monaten eine beeindruckende Rally hingelegt – jetzt rückt die Frage in den Vordergrund, wie viel davon bereits im Kurs steckt. Eine Herabstufung durch KeyBanc und auffällige Insider-Transaktionen bremsen die Dynamik und sorgen für eine Neubewertung der kurzfristigen Chancen. Gleichzeitig bleiben die operativen Kennzahlen und der volle Auftragsbuch deutlich positiv.
Analysten werden vorsichtiger
Auslöser der aktuellen Neubewertung ist eine Änderung der Einstufung durch KeyBanc Capital Markets. Analyst Michael Leshock stufte die Aktie am 15. Januar 2026 von „Overweight“ auf „Sector Weight“ zurück. Zur Begründung verweist er darauf, dass die zentralen Wachstumstreiber nach dem starken Kursanstieg weitgehend eingepreist seien.
Konkret nennt KeyBanc zwei Punkte, die den Kurs in den vergangenen Monaten massiv gestützt haben: den im Dezember 2025 vergebenen SDA-Großauftrag über 816 Millionen US‑Dollar sowie die betriebsbereite LC‑3-Startanlage. Beides gilt als wichtiger Meilenstein für das Geschäftsmodell – nach Einschätzung von KeyBanc spiegelt sich dieser Fortschritt aber bereits im aktuellen Bewertungsniveau wider.
Angesichts eines Kursanstiegs von über 260 % innerhalb von zwölf Monaten sieht KeyBanc das Chance-Risiko-Verhältnis nun „ausbalanciert“. Für deutliche weitere Kursgewinne wären nach Ansicht der Analysten neue, bislang nicht absehbare Katalysatoren nötig. Die Herabstufung führte zu einem spürbaren Rücksetzer der Aktie und zeigt, dass die Marktstimmung nach der Rally empfindlicher geworden ist.
Insider-Deals sorgen für Gesprächsstoff
Für zusätzliche Unruhe sorgen jüngste Transaktionen von Aufsichtsratsmitglied Merline Saintil. Am 13. Januar 2026 brachte sie 96.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 86,58 US‑Dollar in einen sogenannten Exchange Fund ein – ein Instrument, das häufig genutzt wird, um ein konzentriertes Aktienvermögen zu diversifizieren. Es handelte sich dabei nicht um einen klassischen Verkauf über den Markt, sondern um eine Sach-Einlage in dieses Konstrukt.
Am 14. Januar folgte eine weitere Transaktion: Saintil veräußerte 12.500 Aktien zum Stückpreis von 90 US‑Dollar. Diese Order lief automatisiert über einen bereits im September 2025 eingerichteten 10b5‑1‑Handelsplan. Solche Pläne erlauben es Insidern, Verkäufe zu fest definierten Zeitpunkten durchzuführen und so Vorwürfen des Handels mit nicht-öffentlichen Informationen vorzubeugen.
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Anleger nehmen diese Schritte dennoch genau zur Kenntnis. Insider-Verkäufe – auch wenn sie planmäßig und teils zur Diversifikation erfolgen – werden an der Börse oft als Signal interpretiert, dass das Management das aktuelle Kursniveau zumindest nicht als zu niedrig ansieht.
Starke Fundamentaldaten treffen hohe Bewertung
Parallel zu diesen Signalen von Analystenseite und Insiderseite bleibt das operative Bild robust. Für das dritte Quartal 2025 meldete Rocket Lab einen Rekordumsatz von 155,08 Millionen US‑Dollar, ein Plus von 48 % gegenüber dem Vorjahr. Zudem steht ein gesicherter Auftragsbestand von 1,1 Milliarden US‑Dollar in den Büchern – ein deutlicher Hinweis auf gut gefüllte Pipeline und hohe Nachfrage.
Gleichzeitig wird die hohe Bewertung immer stärker zum Diskussionsthema. Nach dem jüngsten Lauf schloss die Aktie gestern bei 90,76 US‑Dollar und liegt damit nur gut ein Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 91,80 US‑Dollar. Der RSI von 85,1 und der Abstand von mehr als 40 % zum 50‑Tage-Durchschnitt unterstreichen, wie weit der Kurs zuletzt seiner mittelfristigen Basis vorausgelaufen ist.
Wesentliche Einflussfaktoren auf die aktuelle Lage sind damit:
- Analystenherabstufung: KeyBanc senkt auf „Sector Weight“ und verweist auf ein ausbalanciertes Chance-Risiko-Profil nach der Rally.
- Insider-Transaktionen: Eine große Einlage in einen Exchange Fund sowie ein automatischer Verkauf unter 10b5‑1‑Plan rücken das Verhalten der Führungsebene in den Fokus.
- Kursentwicklung: Nach dem enormen Anstieg der vergangenen zwölf Monate reagiert die Aktie empfindlicher auf kritische Signale.
- Fundamentale Stärke: Rekordumsatz im Q3 2025 und ein Auftragsbestand von 1,1 Milliarden US‑Dollar stützen die langfristige Story.
Blick auf den Neutron-Meilenstein
Entscheidend für die weitere Bewertung dürfte nun vor allem die Umsetzung des Neutron-Programms werden. Der Erstflug der größeren, wiederverwendbaren Neutron-Rakete, der nach dem ersten Quartal 2026 erwartet wird, gilt als nächster zentraler Katalysator. Gelingt dieser Schritt planmäßig und mit überzeugender Performance, könnte das aus Marktsicht einen neuen Bewertungsimpuls liefern.
Bis dahin steht die Aktie zwischen zwei Polen: Auf der einen Seite starkes Wachstum, volle Auftragsbücher und ambitionierte Technologieziele, auf der anderen Seite eine ambitionierte Bewertung und erste Signale zur Kursnormalisierung. Wie der Markt diese Spannungsfelder nach dem Neutron-Debüt gewichtet, dürfte maßgeblich bestimmen, ob aus der jüngsten Konsolidierung eine längere Pause oder die Basis für den nächsten Aufwärtsschub wird.
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