Netflix meldet starke Quartalsergebnisse und knackt beim Streaming einen historischen Meilenstein von über 325 Millionen Nutzern. Doch die Euphorie an der Börse bleibt aus. Stattdessen belasten eine massive Änderung der geplanten Warner-Bros-Übernahme und ein gedämpfter Ausblick den Kurs. Was verunsichert die Anleger derzeit am meisten?
Solide Zahlen, aber Fokus auf Übernahme
Der Streaming-Gigant legte am 20. Januar Geschäftszahlen vor, die die Erwartungen der Analysten knapp übertrafen. Mit einem Umsatz von 12,05 Milliarden Dollar und einem Gewinn pro Aktie von 56 Cent zeigte sich das operative Geschäft robust. Besonders das Werbegeschäft wächst dynamisch und stieg im Jahresvergleich um das Zweieinhalbfache auf über 1,5 Milliarden Dollar an.
Dennoch dominiert ein anderes Thema die Schlagzeilen: Die Änderung der Übernahmevereinbarung mit Warner Bros. Discovery. Der Deal wurde auf eine reine Bartransaktion umgestellt. Netflix bietet nun 27,75 Dollar pro Aktie, was einem Eigenkapitalwert von rund 72 Milliarden Dollar entspricht. Um diesen gigantischen Betrag zu finanzieren, setzt das Management Aktienrückkäufe vorerst aus und greift auf Kreditlinien sowie den eigenen Cashflow zurück. Zwar schafft dieser Schritt Klarheit für die Aktionäre von Warner Bros., doch die finanzielle Last für Netflix steigt spürbar.
Wachstumstempo verlangsamt sich
Die Reaktion der Märkte fiel negativ aus. Die Aktie verlor nachbörslich über 4 Prozent und setzt damit den Abwärtstrend der letzten Monate fort. Seit den ersten Übernahmegerüchten im Oktober 2025 hat das Papier rund 30 Prozent an Wert eingebüßt. Zu Jahresbeginn 2026 stand bereits ein Minus von 9 Prozent zu Buche.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Netflix?
Verantwortlich für die Skepsis ist vor allem der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Das Management prognostiziert für 2026 ein Umsatzwachstum zwischen 12 und 14 Prozent. Im Vergleich zum Anstieg von 16 Prozent im Jahr 2025 deutet dies auf eine Abschwächung der Dynamik hin. Analysten werten diese Prognose als Bestätigung, dass die aggressiven Wachstumsraten der Vergangenheit schwieriger zu halten sein werden.
Strategische Offensive im Sportbereich
Um dem entgegenzuwirken, investiert Netflix massiv in neue Inhalte. Die Ausgaben für Content sollen um etwa 10 Prozent auf fast 20 Milliarden Dollar steigen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Live-Events und Sportübertragungen, darunter Spiele der Major League Baseball und exklusive Rechte für den World Baseball Classic in Japan. Zudem wurden Partnerschaften mit Universal und Sony Pictures erweitert.
Das Management steht nun vor der doppelten Herausforderung, die kostspielige Integration von Warner Bros. zu bewältigen und gleichzeitig das organische Wachstum zu stabilisieren. Die nächste entscheidende Hürde für den Mega-Deal ist die erwartete Abstimmung der Aktionäre im April 2026. Bis dahin dürfte die Diskussion um die Finanzierungslast und die Wachstumsstrategie den Kurs weiter bestimmen.
Netflix-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Netflix-Analyse vom 1. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Netflix-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Netflix-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Netflix: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
