Valneva zieht die Reißleine: Der französisch-österreichische Impfstoffhersteller verabschiedet sich mit seinem Chikungunya-Vakzin IXCHIQ vom wichtigen US-Markt. Doch wer nun einen Kurssturz erwartet, sieht sich getäuscht. Die Aktie reagierte am Dienstag überraschend robust auf die Nachricht. Ist die formale Aufgabe der US-Pläne für Anleger womöglich gar keine Katastrophe, sondern eine längst überfällige Bereinigung?
Die Fakten: Rückzug statt Kampf
Am heutigen Dienstag gab Valneva bekannt, die Zulassungsanträge bei der US-Gesundheitsbehörde FDA freiwillig zurückzuziehen. Damit enden die kommerziellen Ambitionen für den Chikungunya-Impfstoff in den USA vorerst. Die Entscheidung ist die direkte Konsequenz einer regulatorischen Sackgasse:
- Der Auslöser: Ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis (Serious Adverse Event) bei einem Patienten außerhalb der USA.
- Die Reaktion: Die FDA verhängte einen „Clinical Hold“ (klinische Sperre), nachdem sie die Lizenz bereits im August 2025 ausgesetzt hatte.
- Die Konsequenz: Da keine aktiven Studien in den USA mehr möglich sind, bricht Valneva die kostspieligen Bemühungen ab.
Wichtig für das Verständnis: Der Rückzug betrifft isoliert den US-Markt. In Europa, Kanada, Großbritannien und Brasilien bleibt der Impfstoff zugelassen und verfügbar.
Analysten winken ab: „Bereits eingepreist“
Die relative Stärke der Aktie, die sich an den deutschen Handelsplätzen stabil bei rund 4,33 Euro hielt, ist kein Zufall. Analysten hatten das US-Geschäft für IXCHIQ faktisch schon abgeschrieben. Jacques Meaudre von der Investmentbank Stifel bestätigte heute seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 10,00 Euro.
Seine Begründung liefert den Kontext für die heutige Kursbewegung: Die US-Umsätze waren bereits nach der Lizenzaussetzung im Sommer 2025 aus den Bewertungsmodellen gestrichen worden. Der heutige Schritt ändert an den Finanzkennzahlen nichts, er beendet lediglich eine monatelange Hängepartie. Auch der extrem niedrige RSI-Wert von 18,9 deutet darauf hin, dass der Titel bereits massiv überverkauft war und kaum noch Abgabedruck besteht.
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Der wahre Kurstreiber heißt Pfizer
Mit dem Wegfall der US-Fantasie für Chikungunya verschiebt sich der Fokus der Investoren nun endgültig auf das verbliebene, aber weitaus größere Potenzial in der Pipeline: den Borreliose-Impfstoff VLA15.
Dieses Programm, das in Partnerschaft mit dem Pharmariesen Pfizer entwickelt wird, befindet sich in der entscheidenden Phase-3-Studie „VALOR“. Valneva verfügt mit liquiden Mitteln von 143,5 Millionen Euro (Stand Ende Q3 2025) noch über einen finanziellen Puffer, um diese Entwicklung voranzutreiben. Das Unternehmen schreibt zwar operativ noch rote Zahlen, doch der Erfolg von VLA15 gilt als der eigentliche Hebel für die Bewertung.
Ausblick: Warten auf die Daten
Der 20. Januar 2026 markiert das Ende eines missglückten US-Abenteuers, schafft aber notwendige Klarheit. Das Downside-Risiko durch schlechte Nachrichten zum Chikungunya-Impfstoff ist nun eliminiert. Für die weitere Kursentwicklung ist entscheidend, ob die für 2026 erwarteten Studiendaten und die Zulassungseinreichung des Borreliose-Impfstoffs positiv ausfallen. Bis dahin bleibt die Aktie eine Wette auf den klinischen Erfolg der Pfizer-Partnerschaft.
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