Die E.ON-Aktie blickt auf beeindruckende zwölf Monate zurück, doch nun zieht das Management eine rote Linie. Trotz erfolgreich gefüllter Kassen durch eine neue Anleihe stellt Finanzchefin Nadia Jakobi künftige Investitionen in deutsche Netze offen infrage. Bremsklötze sind unklare politische Rahmenbedingungen, die nun sogar Analysten zur Vorsicht mahnen.
Die wichtigsten Fakten:
* Aktueller Kurs: 17,34 €
* Jahresperformance (12 Monate): +58,67 %
* Abstand zum 50-Tage-Schnitt: +8,67 %
* Analysten-Ziel (Bernstein): 17,00 €
* Neu aufgenommenes Kapital: 1,6 Milliarden €
Analysten skeptisch: Kursziel unterschritten
Das US-Analysehaus Bernstein Research gießt Wasser in den Wein der Anleger. Analystin Deepa Venkateswaran bestätigte ihre Einstufung mit „Market-Perform“ und beließ das Kursziel bei 17,00 Euro. Brisant daran: Diese Marke liegt leicht unter dem Schlusskurs vom Freitag (17,34 Euro).
Grund für die Zurückhaltung sind Aussagen von E.ON-Finanzchefin Nadia Jakobi auf einer Branchenkonferenz. Sie äußerte sich enttäuscht über die fehlende Planungssicherheit für die Zeit nach 2026. Sollte die Bundesnetzagentur keine attraktiveren Verzinsungsbedingungen (Return on Equity) in Aussicht stellen, könnten Investitionen in deutsche Stromnetze ab 2027 auf den Prüfstand kommen. Damit steht ein zentraler Wachstumstreiber des Konzerns unter Vorbehalt.
Volle Kassen, aber wohin mit dem Geld?
Dabei mangelt es dem Konzern nicht an Kapital. Erst am vergangenen Montag sicherte sich E.ON erfolgreich 1,6 Milliarden Euro am Kapitalmarkt. Die Emission umfasste:
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei E.ON?
- Eine 8-jährige Anleihe über 750 Millionen Euro.
- Einen 12-jährigen Green Bond über 850 Millionen Euro.
Die starke Nachfrage institutioneller Investoren beweist das Vertrauen in das Geschäftsmodell. Dennoch verdeutlicht die Situation ein Spannungsfeld: E.ON verfügt über die Mittel für den Netzausbau, macht die Verwendung jedoch von besseren politischen Rahmenbedingungen abhängig.
Charttechnik: Starke Basis
Trotz der fundamentalen Warnschüsse zeigt sich die Aktie in einer robusten Verfassung. Mit einem Zuwachs von 5,35 % seit Jahresanfang und einem Plus von fast 60 % auf 12-Monats-Sicht gehört der Titel zu den starken Performern. Der Kurs notiert komfortabel über dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,95 Euro, was den mittelfristigen Aufwärtstrend unterstreicht. Allerdings ist der Weg zum 52-Wochen-Hoch bei 18,31 Euro noch ein Stück weit entfernt.
Was jetzt wichtig wird
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den 25. Februar 2026. An diesem Tag wird E.ON voraussichtlich die detaillierten Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorlegen und einen Ausblick auf 2026 geben. Entscheidend wird sein, ob das Management die Investitions-Drohung konkretisiert oder ob sich eine Einigung mit der Regulierungsbehörde abzeichnet. Bis dahin fungiert das Bernstein-Kursziel von 17,00 Euro als wichtige Orientierungsmarke für die Bewertung der weiteren Aufwärtsdynamik.
E.ON-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue E.ON-Analyse vom 17. Januar liefert die Antwort:
Die neusten E.ON-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für E.ON-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
E.ON: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
