BP Aktie: Strategiewechsel kostet

BP nimmt eine Wertberichtigung von 4 bis 5 Milliarden US-Dollar für seine Energiewende-Aktivitäten vor. Trotz dieser Belastung setzt der Konzern auf Aktienrückkäufe und Schuldenabbau.

Kurz zusammengefasst:
  • Milliardenabschreibung für Gas- und Klimaschutzgeschäfte
  • Aktiver Aktienrückkauf trotz hoher Belastung
  • Schwächere Öl- und Gaspreise drücken Erträge
  • Nettofinanzschulden sollen deutlich sinken

BP stellt seine Ausrichtung neu ein – und zahlt dafür einen Milliardenpreis. Ein hoher Wertberichtigungsaufwand belastet das vierte Quartal, während das Management gleichzeitig an einem umfangreichen Aktienrückkauf festhält. Im Kern geht es um die Frage, wie weit sich der Konzern wirklich von seinen ehrgeizigen Plänen in Richtung erneuerbare Energien entfernt.

Milliardenabschreibung auf Energieübergang

BP rechnet für das vierte Quartal mit einer nach Steuern wirksamen Wertberichtigung von 4 bis 5 Milliarden US‑Dollar. Betroffen ist vor allem der Bereich Gas und „Low Carbon Energy“, also Aktivitäten rund um den Energieübergang.

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Hintergrund ist eine Neubewertung früherer Investitionen in Geschäftsbereiche, die auf die Transformation des Energiesystems ausgerichtet waren. Das Management lenkt einen größeren Teil der Ausgaben wieder zurück in das klassische Öl- und Gasgeschäft, wo kurzfristig höhere Renditen erwartet werden. Die Abschreibung spiegelt damit weniger einen akuten Einbruch des operativen Geschäfts wider, sondern vor allem eine Korrektur der Bilanzwerte angesichts des strategischen Kurses.

Rückkäufe als Signal an Anleger

Parallel zu dieser starken Belastung der Gewinn- und Verlustrechnung bleibt BP beim Rückkauf eigener Aktien aktiv. Am 16. Januar 2026 erwarb der Konzern insgesamt 3.038.773 eigene Stammaktien über die London Stock Exchange und Cboe (UK). Die Papiere sollen in den eigenen Bestand (Treasury) überführt werden.

Der Schritt unterstreicht die Priorität, Kapital an die Investoren zurückzugeben – trotz hoher Wertberichtigung und eines schwierigen Marktumfelds. Aus Sicht vieler Marktbeobachter ist das ein Signal, dass das Management den eigenen Bewertungsniveau weiterhin vertraut und den Fokus klar auf Aktionärsrendite legt.

Gegenwind durch niedrigere Öl- und Gaspreise

Operativ steht BP zusätzlich unter Druck durch die Schwäche am Energiemarkt. Niedrigere weltweite Ölpreise und ein schwächeres Ölhandelsergebnis belasten die Ertragslage.

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Für das vierte Quartal erwartet der Konzern:

  • einen negativen Effekt aus schwächeren Realisierungspreisen im Ölgeschäft von rund 200 bis 400 Millionen US‑Dollar,
  • zusätzlich eine Belastung im Gasgeschäft von etwa 100 bis 300 Millionen US‑Dollar.

Damit zeigt sich deutlich, wie sensibel die Ergebnisse auf kurzfristige Bewegungen bei Öl- und Gaspreisen reagieren – ein Risiko, das durch die strategische Rückverlagerung hin zu fossilen Kernaktivitäten eher zunimmt als abnimmt.

Finanzkennzahlen und Marktbild

Neben der Wertberichtigung und den Margeneffekten aus dem Energiemarkt nennt BP weitere Kennziffern, die die aktuelle Lage prägen:

  • Erwartete Wertberichtigung: 4 bis 5 Milliarden US‑Dollar (nach Steuern) im vierten Quartal.
  • Aktienrückkäufe: Über 3 Millionen zurückgekaufte Aktien am 16. Januar 2026, volumengewichteter Durchschnittspreis rund 439 Pence je Aktie.
  • Verschuldung: Der Konzern rechnet damit, die Nettofinanzschulden bis Ende des vierten Quartals auf etwa 22 bis 23 Milliarden US‑Dollar gesenkt zu haben.

Damit lässt sich das Bild eines Unternehmens zeichnen, das seine Bilanz zugleich bereinigt und strafft: hohe Abschreibungen auf frühere Projekte, aber auch kontinuierlicher Schuldenabbau und Kapitalrückflüsse an die Aktionäre.

Der Aktienkurs spiegelt bislang eher eine abwartende Haltung wider: Mit einem Schlusskurs von 5,07 Euro am Freitag und einer 30‑Tage-Performance von knapp 5 % liegt die Aktie zwar leicht im Plus, bleibt aber rund 10 % unter dem 52‑Wochen-Hoch.

Fazit: Übergang mit klaren Kosten

Die Kombination aus Milliardenabschreibung, aktiven Aktienrückkäufen und reduziertem Verschuldungsniveau macht deutlich, dass BP seinen Kurs schärft: weniger experimentelle Projekte im Bereich niedrigerer Emissionen, mehr Fokus auf das etablierte Öl- und Gasgeschäft und stabile Ausschüttungen. Kurzfristig belasten die Wertberichtigungen und die schwächeren Realisierungspreise die Gewinnrechnung deutlich, mittelfristig hängt der Erfolg dieser Neuausrichtung stark von der Entwicklung der globalen Energiepreise und der tatsächlichen Ertragskraft der Kerngeschäfte ab.

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