Der Düngemittel- und Salzproduzent
K+S sieht den Übernahmekampf um den Konkurrenten Potash Corp. Of Saskatchewan (PCS) gelassen.
„Ein Eigentümerwechsel bei PCS würde keine neuen Kapazitäten schaffen. Der weltweite Kalimarkt wird auch weiterhin ausreichend Raum für K+S bieten“, sagte K+S-Finanzvorstand Jan Peter Nonnenkamp der „Börsen-Zeitung (Samstagausgabe). „K+S hat sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich gegen Exportkartelle wie Canpotex oder BPC behaupten können. Wir werden auch weiterhin eine wertschaffende Geschäftspolitik im Sinne unserer Aktionäre verfolgen. Ein daraus resultierender fairer Aktienkurs ist der beste Schutz gegen Übernahmen.“
Nonnenkamp kündigte zudem an, sich nach dem Kauf des US-Salzproduzenten Morton Salt auch im Kaligeschäft verstärken zu wollen. "Wir sind ein Wachstumsunternehmen, wir waren es in der Vergangenheit, und es ist auch unser Anspruch, das auch in der Zukunft zu bleiben", sagte er. Der Erwerb von Potash oder des anderen Konkurrenten Mosaic liege zwar nicht im Rahmen der Möglichkeiten von K + S, aber die ehemalige BASF-Tochter (BASF) habe die finanzielle Flexibilität zu handeln, "wenn wir es für richtig halten". Die Bilanzstruktur habe sich im Vergleich zum Vorjahr "deutlich verbessert". Durch eine Kapitalerhöhung und ein starkes erstes Halbjahr senkte das nordhessische Unternehmen seine Verschuldung um mehr als eine Milliarde Euro.
Zuletzt wurden mehr als 600 Millionen Euro Liquidität auf der Aktivseite ausgewiesen. Zudem hat K + S eine Kreditlinie für die nächsten fünf Jahre über 800 Millionen Euro mit 16 Banken neu verhandelt. Kali sei ein extrem attraktiver Markt, was sich unter anderem daran ablesen lasse, dass große Rohstoffkonzerne einsteigen. Branchenprimus BHP Billiton hatte zuletzt ein 39 Milliarden Dollar schweres feindliches Übernahmeangebot für PCS abgegeben. PCS-Chef Bill Doyle sucht noch einen "weißen Ritter", der ihm beisteht. Der weltgrößte Eisenerzproduzent Vale kaufte zuletzt das brasilianische Düngergeschäft von Bunge und soll ebenfalls an PCS interessiert sein.
Der jüngste Anstieg des Weizenpreises zeige, wie schnell es mit den Preisen für Agrarrohstoffe wieder nach oben gehen könne. Solchen Bewegungen sei der Kalipreis in der Vergangenheit häufig gefolgt. "Ich würde nicht ausschließen, dass wir bei den heute moderaten Bewertungen Chancen wahrnehmen, wenn sie sich ergeben", sagt Nonnenkamp. K + S, die immer wieder als mögliches Übernahmeziel ins Gespräch gebracht wird, habe bislang keine Angebote erhalten, deutet der Finanzchef an. Für das Endverbrauchergeschäft Compo, von dem sich K + S trennen will, gebe es bereits rund 20 Interessenten. "Wir sind aber noch nicht in konkreten Verkaufsverhandlungen, sondern befinden uns noch ein einem frühen Stadium.