Vanguard FTSE All-World: TER auf 0,14% ab 28. Juli

Vanguard senkt die Kosten des All-World ETF erneut, bleibt aber teurer als neue Konkurrenzprodukte. Der Fonds verzeichnet trotzdem weiter hohe Mittelzuflüsse.

Felix Baarz ·
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kostenquote auf 0,14 Prozent gesenkt
  • Konkurrenz bietet günstigere Alternativen
  • Vanguard führt bei Neugeldern weltweit
  • Kurs zeigt leichte Abschwächung

Vanguard senkt die Gebühr seines FTSE All-World UCITS ETF zum zweiten Mal in weniger als einem Jahr. Trotzdem bleibt der Fonds teurer als die neue Konkurrenz von BlackRock und DWS. Der Kurs gibt am Mittwoch nach, während sich am Markt ein knallharter Preiskampf um die günstigste Welt-ETF anbahnt.

Zwei Kürzungen in zwölf Monaten

Seit dem 28. Juli liegt die laufende Kostenquote des 77-Milliarden-Dollar-Fonds nur noch bei 0,14 Prozent. Zuvor waren es 0,19 Prozent. Vanguard beziffert die jährliche Ersparnis für Anleger auf rund 37 Millionen Dollar.

Die Kürzung kommt nicht überraschend. Bereits im Oktober hatte Vanguard die Gebühr von 0,22 auf 0,19 Prozent gesenkt. Macht insgesamt ein Minus von 36,4 Prozent bei den Kosten innerhalb weniger Monate.

Trotz dieser aggressiven Preispolitik bleibt eine Lücke zur Konkurrenz. BlackRock und DWS haben in den vergangenen Monaten eigene Produkte auf denselben Index gestartet – beide mit einer Gesamtkostenquote von nur 0,12 Prozent. Zwei Basispunkte trennen Vanguard also weiterhin von den günstigsten Anbietern.

Geld fließt trotzdem weiter zu Vanguard

Die Gebührenlücke schreckt Anleger bislang nicht ab. Der Fonds ist der ETF mit den höchsten Nettomittelzuflüssen weltweit in diesem Jahr. Seit Jahresbeginn 2026 flossen laut TrackInsight-Daten 18,2 Milliarden Dollar in das Produkt.

Das ist mehr als doppelt so viel wie beim nächstplatzierten Konkurrenten. Der State Street SPDR MSCI All-Country World UCITS ETF sammelte im selben Zeitraum 18,6 Milliarden Dollar ein – bei einer bereits niedrigeren Gebühr von 0,12 Prozent. Vanguard hält also trotz höherer Kosten die Spitzenposition beim Neugeschäft.

Jon Cleborne, Europa-Chef bei Vanguard, sieht darin eine Bestätigung der Strategie. Ein global diversifiziertes, kostengünstiges und liquides Einzel-ETF-Portfolio sei durch die Gebührensenkung noch attraktiver geworden, so Cleborne. Der Fonds biete Anlegern einen einfachen Zugang zu rund 4.000 großen und mittelgroßen Unternehmen weltweit.

Kurs pausiert nach starkem Lauf

Am Mittwoch notiert der ETF bei 162,16 Euro, ein Tagesminus von 1,12 Prozent. Der Kurs liegt damit 2,96 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro, das der Fonds Ende Juni erreicht hatte.

Der Rücksetzer wirkt jedoch klein gegen den langfristigen Trend. Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 20,21 Prochen zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 11,56 Prozent. Die aktuelle Schwäche liest sich eher als Verschnaufpause in einem intakten Aufwärtstrend – nicht als Trendwende.

Milliardenmarkt mit offenem Rennen

Vanguards Europa-Chef sieht das Potenzial des gesamten Marktes als noch lange nicht ausgeschöpft an. Bis 2032 könnten die ETF-Vermögen in Europa auf 7 bis 10 Billionen Dollar wachsen, so Cleborne. Das Privatkundengeschäft beschreibt er als Chance für die gesamte Branche – kein einzelner Anbieter könne sie allein für sich beanspruchen.

Vorerst profitiert Vanguard von seiner Größe und der hohen Liquidität des Fonds. Diese Vorteile sichern dem Anbieter weiterhin den größten Anteil am Neugeschäft in Europa, auch wenn der Preisabstand zu BlackRock, DWS und State Street bestehen bleibt. Ob die Senkung auf 0,14 Prozent reicht, um die Marktführerschaft dauerhaft zu verteidigen, oder ob weitere Kürzungen folgen müssen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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