Goldman Sachs Aktie: Solomons Krypto-Vorstoß
Goldman-Chef Solomon bricht mit der Branche und befürwortet den Clarity Act für Kryptowährungen.

Kurz zusammengefasst
- Solomon unterstützt Krypto-Gesetzesentwurf
- Goldman positioniert sich gegen Bankenlobby
- Beteiligung an Paradigm Oral Health
- Streit um Stablecoin-Verzinsung eskaliert
Während sich die US-Bankenlobby seit Monaten gegen ein zentrales Element der geplanten Krypto-Marktregulierung stemmt, geht Goldman-Sachs-Chef David Solomon einen anderen Weg. Er stellt sich offen hinter den sogenannten Clarity Act – und bringt damit eine der größten Wall-Street-Banken in Widerspruch zu weiten Teilen der eigenen Branche.
Solomon contra Dimon
Der Clarity Act soll digitale Vermögenswerte in den USA rechtlich einordnen und die meisten Kryptowährungen aus der Zuständigkeit der Börsenaufsicht SEC herauslösen. Solomon nannte das Gesetz zwar „nicht perfekt“, sieht darin aber die Grundlage für einen fairen Wettbewerbsrahmen, der institutionellen Anlegern den Einstieg in Kryptomärkte erleichtern könnte – ein erklärtes strategisches Ziel Goldmans.
Genau an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Der Streitpunkt ist die Verzinsung von Stablecoin-Guthaben, wie sie etwa Coinbase auf den Dollar-gebundenen Token USDC anbietet, mit Renditen zwischen drei und fünf Prozent jährlich. JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte diese Praxis öffentlich als unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Banken kritisiert. Ein Bündnis großer Bankenverbände warnte zudem vor Schlupflöchern, durch die Einlagen aus dem klassischen Bankensystem abfließen könnten.
Solomons Positionierung fällt in eine heikle Phase der Gesetzgebung. Republikanische Senatoren haben diese Woche einen überarbeiteten Gesetzestext vorgelegt, der zusätzliche Ethikregeln enthält – aus demokratischer Sicht nicht ausreichend angesichts der Krypto-Geschäfte von Präsident Donald Trump. Ob der Clarity Act vor der Sommerpause im August überhaupt zur Abstimmung kommt, ist offen.
Alternatives-Sparte bleibt aktiv
Abseits der Krypto-Debatte zeigt sich Goldmans Investmentgeschäft weiter in Bewegung. Die Sparte Goldman Sachs Alternatives beteiligt sich gemeinsam mit Warburg Pincus und Sixth Street an einer neuen Kapitalstruktur für die auf Oralchirurgie spezialisierte Klinikkette Paradigm Oral Health. Der Deal löst den bisherigen Anteilseigner BlackRock Long Term Private Capital ab und gibt Gründer sowie Management wieder die Mehrheitskontrolle über das Unternehmen mit mehr als 170 Standorten in den USA.
Solomons Vorstoß dürfte in Washington genau beobachtet werden. Sollte der Senat noch vor der Sommerpause abstimmen, könnte sich zeigen, ob Goldmans Kurs innerhalb der Bankenbranche isoliert bleibt oder Nachahmer findet.
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