Ams Osram Aktie: CMOS-Geschäft an indie verkauft

ams OSRAM treibt Sanierung mit Verkauf von Randgeschäften voran und senkt die Nettoverschuldung. Die Aktie zeigt trotz Branchenflaute deutliche Erholung.

Eduard Altmann ·
Ams Osram Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Infineon-Deal bringt 570 Millionen Euro
  • Nettoverschuldung wird gezielt abgebaut
  • Fokus auf optische Sensorik und Beleuchtung
  • Halbjahreszahlen am 4. August erwartet

Der Halbleiterkonzern ams OSRAM hat einen wichtigen Meilenstein seines Konzernumbaus erreicht. Anfang Juli vollzog das Unternehmen den finalen Verkauf seines Geschäftsbereichs für nicht-optische Analog- und Mixed-Signal-Sensoren an die Infineon Technologies AG. Der Barverkaufspreis von 570 Millionen Euro fließt vollständig in den Abbau der Nettoverschuldung – ein zentrales Element der laufenden Sanierungsstrategie des österreichisch-deutschen Konzerns.

Die Aktie schloss am Freitag bei 17,85 Euro, ein Plus von 0,85 Prozent zum Vortag. Auf Jahressicht steht seit Jahresbeginn ein Kursgewinn von 112 Prozent zu Buche – ein Ergebnis, das den tiefen Fall des Papiers im vergangenen Winter und die anschließende Erholung widerspiegelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 26,70 Euro trennen die Aktie aktuell jedoch 33,15 Prozent, ein Hinweis darauf, dass die Rally der vergangenen Monate zuletzt an Schwung verloren hat.

Portfolio-Bereinigung als roter Faden

Der Infineon-Deal ist nicht die einzige Transaktion, mit der ams OSRAM sein Portfolio strafft. Bereits im Mai unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung zur Veräußerung seines CMOS-Bildsensorgeschäfts an indie Semiconductor Inc. Die Gegenleistung von 40 Millionen Euro in bar soll fließen, sobald die Transaktion abgeschlossen ist. Zusammen mit dem Infineon-Verkauf zeigt sich damit ein klares Muster: ams OSRAM trennt sich von Randgeschäften, um sich auf die Kernbereiche der optischen Sensorik und Beleuchtungstechnik zu konzentrieren.

Parallel zur Portfolio-Bereinigung hat der Konzern seine Finanzierungsstruktur neu geordnet. Anfang Juni schloss ams OSRAM die Emission einer vorrangigen unbesicherten Anleihe über 1 Milliarde Euro ab, mit einem Kupon von 7,250 Prozent und Fälligkeit im Jahr 2032. Die Anleihe dient der vorzeitigen Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten und soll dem Unternehmen mehr Spielraum bei der Schuldentilgung verschaffen. Mitte Juni bestätigte die ordentliche Hauptversammlung mit deutlicher Mehrheit alle Tagesordnungspunkte, darunter die Wiederwahl der Aufsichtsratsmitglieder Andreas Gerstenmayer und Arunjai Mittal, die ihre Mandate bis 2030 fortführen.

Sektorweiter Gegenwind belastet Kurs

Trotz der operativen Fortschritte geriet die Aktie im Juli unter Druck. Medienberichten zufolge fiel der Kurs Mitte des Monats auf ein Tief von 15,05 Schweizer Franken, im Zuge einer breiteren Korrektur bei Halbleiter- und KI-Werten. Auslöser waren zurückhaltende Investitionsausblicke von TSMC und ASML, die Zweifel an der Investitionsdynamik der Chipbranche insgesamt nährten. Diese sektorweite Verunsicherung traf ams OSRAM trotz eigener Fortschritte bei der Restrukturierung.

Auf der Produktseite treibt das Unternehmen seine microLED-Technologie voran. Im März startete ams OSRAM die Entwicklung hocheffizienter microLED-Arrays unter der EVIYOS-Plattform, die für die optische Datenübertragung in KI-Rechenzentren konzipiert sind. Dieses Feld gilt als strategisch wichtig, da die Nachfrage nach schnellerer Datenübertragung in KI-Infrastrukturen wächst.

Blick auf die Halbjahreszahlen

Im Mai hatte ams OSRAM die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 veröffentlicht und dabei die Prognose eines positiven freien Cashflows ab 2027 bestätigt. Diese Zielmarke bleibt der wichtigste Gradmesser für den Fortschritt der Sanierung. Am 4. August legt der Konzern nun die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 vor.

Für Anleger dürfte dabei vor allem interessant sein, ob sich der Nettoschuldenabbau durch die Erlöse aus den Verkäufen bereits in der Bilanz niederschlägt und ob das Management an der Cashflow-Prognose festhält. Der technische Zustand der Aktie – sie notiert derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt – deutet darauf hin, dass der Markt eine Bestätigung der Unternehmensstrategie erwartet, bevor neues Vertrauen in die Kursrally zurückkehrt.

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Ams Osram Aktie

16,49 CHF

– 0,60 CHF -3,51 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 1,70 Mrd. CHF
ISIN: AT0000A3EPA4 WKN: A40QVT

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