Commerzbank Aktie: 93,5 Millionen im Linde-Streit
Commerzbank verklagt Linde auf 93,5 Millionen Euro. Trotz Rechtsstreit und UniCredit-Offensive bleibt der Aktienkurs stabil nahe dem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Millionenklage gegen Linde eingereicht
- UniCredit hält fast 48 Prozent
- Aktie notiert nahe Jahreshoch
- Nächster Verhandlungstermin im Oktober
Fünf deutsche Großbanken ziehen vor Gericht. Der Streitwert liegt bei rund 1,11 Milliarden Euro. Auf die Commerzbank entfallen davon 93,5 Millionen Euro. Trotz des laufenden Verfahrens klettert die Aktie nahe an ihr Jahreshoch.
Millionenforderung aus gescheitertem Gasprojekt
Am Frankfurter Landgericht startete am 14. Juli 2026 der erste Verhandlungstermin. Gemeinsam mit HypoVereinsbank, BayernLB, Deutsche Bank und LBBW fordert die Commerzbank Garantiezahlungen zurück. Es geht um ein gescheitertes russisches Gasprojekt.
Das Gericht vertagte die Verhandlung auf den 20. Oktober 2026. Die zuständige Richterin ließ bereits erkennen, dass sie die Bank nicht ohne Weiteres in der Haftung sieht. Linde weist die Ansprüche der Bankengruppe zurück.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Nachwirkungen der Russland-Sanktionen ein. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs liegen mehrere Industrieprojekte westlicher Unternehmen auf Eis.
Übernahmepoker läuft im Hintergrund weiter
Der Rechtsstreit bleibt ein Nebenschauplatz. Die eigentliche Großwetterlage bei der Commerzbank bestimmt weiterhin der Übernahmeversuch von UniCredit. Die Italiener schlossen ihr Aktientauschangebot Anfang Juli ab und kommen inklusive Derivatpositionen mittlerweile auf einen wirtschaftlichen Anteil von rund 47,5 Prozent.
Die Bundesregierung hält als zweitgrößter Aktionär rund zwölf Prozent. Einen Verkauf ihres Pakets lehnt sie weiterhin ab.
Aktie bleibt trotz der Nebenschauplätze robust
Der Kurs schloss am Dienstag bei 38,80 Euro. Das liegt nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 4,47 Prozent, über 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 7,30 Prozent.
Seit Jahresbeginn liegt die Aktie 6,27 Prozent im Plus. Auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Plus sogar auf 37,83 Prozent.
Die Charttechnik untermauert diesen Trend. Der Kurs notiert 4,75 Prozent über der 50-Tage-Linie und 12,53 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der Relative-Stärke-Index von 61,7 zeigt eine intakte, aber nicht überhitzte Aufwärtsdynamik.
Zum 52-Wochen-Tief von 28,08 Euro aus dem Juli 2025 hat sich der Abstand mittlerweile auf 38,18 Prozent ausgeweitet. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 21,81 Prozent.
Ausblick
Der Linde-Prozess zieht sich bis in den Herbst. Bis zum 20. Oktober 2026 bleibt offen, ob die Commerzbank und ihre Mitkläger mit ihrer Schadenersatzforderung durchdringen.
Vorher rückt der reguläre Geschäftskalender in den Fokus. Die Commerzbank hatte ihren Ausblick für das laufende Geschäftsjahr zuletzt angehoben und legt am 6. August 2026 ihre Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Termin zeigt, ob die operative Substanz mit den gestiegenen Zielen mithalten kann – während der Übernahmestreit mit UniCredit im Hintergrund weiterschwelt.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 15. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...