Kratos Defense Aktie: 2,01 Milliarden Auftragsbestand
Kratos Defense profitiert von US-Drohnenförderung, bleibt aber weit unter Jahreshoch. Rekordaufträge und angehobene Prognose stützen den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von knapp 13 Prozent
- Pentagon plant Drohnen-Subventionen
- Rekordauftragsbestand von 2 Milliarden Dollar
- Neue Hyperschall-Testanlage in Indiana
Kratos Defense schloss eine volatile Woche mit einem Kursplus von knapp 13 Prozent ab. Auslöser: ein Bericht über geplante Pentagon-Subventionen für US-Drohnenhersteller. Die Aktie notiert dennoch mehr als 50 Prozent unter ihrem Jahreshoch — trotz Rekordauftragslage und angehobener Prognose.
Drohnen-Subventionen treiben Kurs nach oben
Am 28. Mai sprang die Aktie um 13,8 Prozent. Das Wall Street Journal hatte berichtet, die Trump-Regierung plane finanzielle Unterstützung für US-Drohnenproduzenten. Im Fokus stehen kostengünstige Einweg-Angriffsdrohnen, sogenannte FPV-Systeme.
Kratos selbst produziert die deutlich komplexere XQ-58 Valkyrie — ein unbemanntes Kampfflugzeug, das nicht in die FPV-Kategorie fällt. Die Subventionen könnten daher an anderen Herstellern vorbeigehen. Zu den genannten Kandidaten zählen die privaten Firmen Performance Drone Works und Neros Technologies sowie der börsennotierte Wettbewerber Unusual Machines. Kratos wird im WSJ-Bericht nicht erwähnt.
Die Anleger reagierten trotzdem. Die Nachricht über staatliche Investitionen in den US-Drohnensektor reichte aus, um die Aktie auf 65,19 US-Dollar zu treiben. Die Wochenbilanz: ein Plus von knapp 13 Prozent auf Eurobasis.
Rekordauftragslage stützt Jahresprognose
Die Kursrally baute auf soliden Fundamentaldaten auf. Anfang Mai hatte Kratos Quartalszahlen vorgelegt, die über den Erwartungen lagen. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 371 Millionen US-Dollar, das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 0,16 US-Dollar — drei Cent über der Konsensschätzung.
Das Management hob die Jahresprognose an. Für 2026 rechnet Kratos nun mit einem Umsatz zwischen 1,70 und 1,76 Milliarden US-Dollar sowie einem operativen Ergebnis von 18 bis 23 Millionen US-Dollar. In der Guidance sind die kürzlich übernommenen Firmen Nomad und Orbit Technologies bereits eingerechnet.
Der Auftragsbestand erreichte mit 2,01 Milliarden US-Dollar einen neuen Höchststand. Die Pipeline potenzieller Aufträge liegt bei über 14 Milliarden US-Dollar. Das Wachstum soll vor allem in der zweiten Jahreshälfte kommen — getrieben von Hyperschall-, Drohnen- und Raketenprogrammen.
Hyperschall-Testanlage nimmt Gestalt an
Parallel zu den Quartalszahlen gab Kratos den Standort für eine neue Testanlage bekannt. In Odon, Indiana, entsteht eine sogenannte Mid-Tier-Arc-Jet- und Laseranlage im Rahmen von Project Helios. Die Anlage soll Materialien für Hyperschallsysteme unter extremen Temperaturen testen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Kratos Defense?
Die USA betreiben bereits große Arc-Jet-Anlagen am NASA Ames Research Center in Kalifornien und am Arnold Engineering Development Complex in Tennessee. Diese Einrichtungen sind jedoch teuer, ausgelastet und schwer zugänglich. Die neue Anlage in Indiana soll höheren Durchsatz, niedrigere Kosten pro Test und bessere Verfügbarkeit bieten.
Kratos hatte zudem einen Vertrag mit dem Joint Hypersonics Transition Office des Verteidigungsministeriums erhalten. Der Auftrag umfasst Test- und Evaluierungsarbeiten für Hitzeschutzsysteme in Hyperschallflugkörpern.
Analysten gespalten — Kursziele zwischen 75 und 145 Dollar
Die Analystengemeinde bleibt konstruktiv, die Bewertungen gehen jedoch weit auseinander. Von 19 Analysten empfehlen 42 Prozent einen starken Kauf, 37 Prozent einen Kauf und 21 Prozent halten. Verkaufsempfehlungen gibt es keine.
Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 104,54 US-Dollar. Die Spanne reicht von 75 bis 145 US-Dollar — eine Differenz von fast 100 Prozent. Nach den Q1-Zahlen passten mehrere Häuser ihre Ziele an. Citizens senkte von 125 auf 105 US-Dollar und verwies auf einen schwächeren Ausblick für das zweite Quartal. BTIG reduzierte von 115 auf 100 US-Dollar und nannte geringere Sichtbarkeit bei Valkyrie-Verkäufen. Canaccord hob dagegen von 125 auf 130 US-Dollar an.
Erholung läuft — aber noch weit vom Hoch entfernt
Die Aktie schloss am Freitag bei 54,63 Euro, ein Minus von 2,4 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von knapp 13 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs allerdings 19 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch bei 112,75 Euro trennen die Aktie mehr als 50 Prozent.
Technische Indikatoren zeigten bereits vor dem Drohnen-Bericht erste Aufwärtssignale. Der MACD drehte am 20. Mai ins Plus, der Momentum-Indikator überschritt am 28. Mai die Nulllinie. Die Volatilität bleibt mit annualisiert 69 Prozent hoch.
Für das zweite Quartal erwartet das Management einen operativen Verlust. Die angehobene Jahresprognose hängt damit maßgeblich an einer starken zweiten Jahreshälfte — und an der erfolgreichen Auslieferung von Hyperschall-, Antriebs- und Luftverteidigungssystemen mit langen Vorlaufzeiten.
Kratos Defense-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kratos Defense-Analyse vom 30. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Kratos Defense-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kratos Defense-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Kratos Defense: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...