UnitedHealth gerät wegen ihres lukrativen Medicare-Advantage-Geschäfts verstärkt ins Visier der Politik. Neue Vorwürfe zur Abrechnungspraxis und zu Geldströmen im Konzern sorgen für Unruhe – just in dem Moment, in dem das Management die Ziele für 2026 vorbereiten muss. Im Zentrum steht die Frage, wie stark mögliche Eingriffe ins System die Gewinnbasis treffen könnten.
Vorwürfe rund um Medicare Advantage
Auslöser der jüngsten Skepsis ist ein Mehrheitsbericht des Justizausschusses im US-Senat, der am Montag, 12. Januar 2026, veröffentlicht wurde. Darin wirft das Gremium UnitedHealth vor, „aggressive Strategien“ eingesetzt zu haben, um Zahlungen aus dem staatlichen Medicare-Advantage-Programm zu maximieren.
Der Bericht stützt sich auf mehr als 50.000 Seiten interner Unterlagen. Die Senatoren kommen zu dem Schluss, UnitedHealth habe die sogenannte Risikoanpassung – also den Mechanismus, mit dem der Staat höhere Erstattungen für kränkere Patienten zahlt – zu einer „profitgetriebenen Schlüsselstrategie“ ausgebaut, um Erstattungen künstlich in die Höhe zu treiben. Das Unternehmen weist diese Darstellung zurück und widerspricht der Charakterisierung seiner Geschäftspraxis.
Zusätzlichen Druck brachte eine separate Recherche von Hunterbrook Media vom 6. Januar 2026. Demnach sollen UnitedHealth und andere Marktteilnehmer über diskrete Tochtergesellschaften Gelder aus Krankenversicherungsplänen abgezogen haben – und zwar über das Geschäft mit Pharmacy Benefit Managern (PBM), also Dienstleistern, die Medikamentenrabatte verhandeln und Arzneimittelflüsse steuern.
Kursentwicklung und Analystensicht
An der Börse spiegeln sich die Sorgen spürbar wider. Die Aktie schloss am Freitag bei 331,02 US-Dollar und verlor damit 2,34 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von zwölf Monaten liegt das Papier rund ein Drittel im Minus und damit deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, auch wenn sich der Kurs seit dem Tief im Sommer merklich erholen konnte.
Trotz der regulatorischen Gegenwinde gibt es an der Wall Street weiterhin optimistische Stimmen. So bestätigten die Analysten von Bernstein SocGen Group am Freitag ihr „Outperform“-Rating und stuften UnitedHealth als „Top-Healthcare-Titel für 2026“ ein. Ihre Argumentation:
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- Chancen auf eine Erholung der Margen im Medicare-Advantage- und Medicaid-Geschäft
- positive Effekte aus dem Ausstieg aus wenig profitablen Segmenten
- eine im Branchenvergleich attraktive Bewertung
Aus Sicht dieser Analysten könnte der Markt die langfristige Ertragskraft des Konzerns derzeit zu vorsichtig einschätzen.
Strategische Anpassungen und zentrale Risiken
Die aktuelle Regulierungsdebatte rückt ein Kernrisiko für die Gesellschaft klar in den Vordergrund. Medicare Advantage ist ein zentrales Standbein, Änderungen an Erstattungsmodellen oder strengeres Aufsichtsregime könnten daher spürbare finanzielle Auswirkungen haben.
Hinzu kommt: 2025 war operativ ohnehin anspruchsvoll. Steigende medizinische Kosten belasteten die Margen und machten Schwächen in der Kostensteuerung sichtbar. Vor diesem Hintergrund justiert das Management das Geschäftsportfolio für 2026 nach: Pläne werden neu bepreist, wenig rentable Märkte werden verlassen, um die Profitabilität wieder auf ein höheres Niveau zu bringen.
Am Markt prallen derzeit zwei Sichtweisen aufeinander. Auf der einen Seite stehen erhebliche regulatorische und operative Herausforderungen, auf der anderen Seite der von manchen Analysten betonte strukturelle Wachstumspfad und die laufenden Effizienzmaßnahmen. Entscheidend wird sein, ob die geplanten Anpassungen ausreichen, um die Margen trotz möglicher regulatorischer Veränderungen zu stabilisieren oder sogar zu verbessern.
Wichtiger Termin Ende Januar
Der nächste große Bewährungsprobe steht bereits fest: Vor Börsenbeginn am Dienstag, 27. Januar 2026, will UnitedHealth die endgültigen Zahlen für 2025 und den Ausblick für 2026 vorlegen. Diese Guidance wird erstmals ein geschlossenes Bild der finanziellen Erwartungen des Managements für das laufende Jahr liefern.
Im Fokus dürften dabei vor allem drei Punkte stehen: die Annahmen zur Margenerholung, die Entwicklung der Mitgliederzahlen im wichtigen Medicare-Advantage-Segment und die Einschätzung des Konzerns zu möglichen Auswirkungen der verschärften regulatorischen Prüfung. Damit liefert der Termin Ende Januar einen zentralen Fixpunkt, an dem sich die unterschiedlichen Markterwartungen erstmals konkret messen lassen.
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