Meta Aktie: 10-Milliarden-Deal mit Anthropic
Meta plant, dem KI-Unternehmen Anthropic Rechenleistung für zehn Milliarden Dollar bereitzustellen. Der Konzern baut parallel seine Cloud-Infrastruktur massiv aus.

Kurz zusammengefasst
- Verhandlungen über Milliarden-Compute-Vertrag
- Meta baut Rechenzentren massiv aus
- Aktie fällt im Tech-Ausverkauf
- Analysten sehen Potenzial trotz Risiken
Der Konzern verhandelt einem Bericht der New York Times zufolge über einen zweijährigen Vertrag, mit dem er dem KI-Start-up Anthropic Computing-Kapazitäten im Wert von bis zu 10 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen würde. Die Zahlungen sollen monatlich erfolgen, beide Seiten hätten Ausstiegsklauseln. Weder Meta noch Anthropic haben den Deal offiziell bestätigt. Anthropic hatte den Vorschlag laut dem Bericht bereits im Juni unterbreitet.
Mit dem möglichen Geschäft würde Meta in direkte Konkurrenz zu spezialisierten Cloud-Anbietern wie CoreWeave und Nebius treten und sein Geschäftsmodell über die Werbeerlöse hinaus erweitern. Anthropic selbst diversifiziert seine Infrastruktur parallel in mehrere Richtungen: Das Unternehmen soll zugleich mit Microsoft über den Einsatz der hauseigenen Maia-KI-Chips verhandeln und unterhält bereits einen milliardenschweren Compute-Vertrag mit SpaceX.
Ausbau der eigenen Infrastruktur
Der mögliche Anthropic-Deal fällt in eine Phase, in der Meta seine eigene Rechenzentrums-Kapazität massiv ausbaut. Die Anlage in Louisiana wird von ursprünglich 2 Gigawatt auf 5 Gigawatt erweitert, das Investitionsvolumen liegt bei über 50 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt eine 9-Milliarden-Dollar-Anlage in Alberta, Kanada. Um diesen Ausbau zu leiten, hat Meta mit Dave Brown einen langjährigen AWS-Manager verpflichtet, der 19 Jahre für den Amazon-Cloud-Arm tätig war. Brown soll die Initiative „Meta Compute“ vorantreiben, mit der Meta künftig auch externen Kunden Rechenleistung vermieten will – ein Modell, das dem Anthropic-Geschäft strukturell ähnelt.
Die Investitionsdynamik hat allerdings ihren Preis. Meta plant für das laufende Jahr Investitionsausgaben von 125 bis 145 Milliarden US-Dollar. BMO-Capital-Analyst Brian Pitz bezifferte den Capex-Betrag zuletzt auf 140 Milliarden US-Dollar und bestätigte seine Einstufung „Market Perform“ mit einem Kursziel von 720 US-Dollar. Pitz nennt als Belastungsfaktoren die aus seiner Sicht noch wenig sichtbare Rendite der KI-Investitionen sowie regulatorische Risiken. Zugleich verweist er auf die operative Stärke des Konzerns: Der freie Cashflow der vergangenen zwölf Monate liegt bei 49,4 Milliarden US-Dollar und könnte sich nach seiner Einschätzung nahezu verdoppeln, sollte Meta die KI-Ausgaben zurückfahren.
Kurs gerät in den breiten Tech-Ausverkauf
An der Börse spiegelt sich diese Gemengelage in erhöhter Nervosität wider. Die Meta-Aktie notiert aktuell bei 566,50 Euro und verliert am Tag 2,18 Prozent. Über die vergangene Woche summiert sich das Minus auf 3,38 Prozent, seit dem Jahreshoch von 677,80 Euro Ende Juli 2025 beträgt der Abstand gut 16 Prozent. Auslöser der jüngsten Schwäche ist weniger eine Meta-spezifische Nachricht als der branchenweite Ausverkauf bei Chip- und KI-Titeln: Der Philadelphia Semiconductor Index verlor binnen einer Woche rund 11 Prozent und rutschte damit in einen Bärenmarkt. Zugleich belasteten ein schwacher Ausblick von Netflix und die Sorge vor überzogenen KI-Bewertungen die gesamte Technologiebranche.
Dennoch bleibt die Aktie oberhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts von 523,38 Euro, was auf eine intakte kurzfristige Erholungstendenz seit dem Jahrestief von 452,10 Euro im März hindeutet. Insidertransaktionen sorgten zusätzlich für Gesprächsstoff: Finanzchefin Susan Li verkaufte in den vergangenen Monaten rund 148.800 Aktien im Wert von etwa 95 Millionen US-Dollar, ein Vorgang, der im Rahmen üblicher Vergütungsprogramme abläuft, aber angesichts der Kapitalintensität der KI-Strategie besonders beobachtet wird.
Analysten bleiben mehrheitlich zuversichtlich
Trotz der kurzfristigen Kursschwäche überwiegt unter Analysten weiterhin eine positive Einschätzung. Der Median der Kursziele liegt deutlich über dem aktuellen Niveau, begleitet von einer breiten Mehrheit an Kaufempfehlungen gegenüber keiner einzigen Verkaufsempfehlung. Die Investitionsentscheidung rund um Anthropic wird von Beobachtern als Test dafür gewertet, ob Meta seine gewaltigen Infrastrukturausgaben tatsächlich in zusätzliche Erlösquellen verwandeln kann – ein Aspekt, der angesichts der Diskussion um die Rentabilität der KI-Investitionen im Fokus der kommenden Quartalszahlen stehen dürfte.
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