Novartis Aktie: Core EPS um 12 Prozent über Erwartung
Novartis übertrifft mit Q2-Zahlen die Analystenerwartungen deutlich. Der Konzern bestätigt die Jahresprognose, während Analysten ihre Kursziele anheben.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt um drei Prozent
- Kerngewinn je Aktie übertrifft Schätzungen
- Mehrere Analysten erhöhen Kursziele
- Aktienrückkaufprogramm schreitet voran
Novartis hat am 21. Juli 2026 die Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt und dabei die Markterwartungen klar überboten. Der Nettoumsatz kletterte um 3 Prozent auf 14,408 Milliarden US-Dollar, währungsbereinigt stand ein Plus von 1 Prozent zu Buche. Deutlich stärker fiel der Kerngewinn je Aktie aus: Mit 2,41 US-Dollar lag das Core EPS um 12 Prozent über den Analystenschätzungen.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Konzern seine bisherige Prognose. Erwartet wird ein Nettoumsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich, während das operative Kernergebnis im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurückgehen soll. Die Guidance signalisiert damit, dass Patentabläufe bei wichtigen Präparaten weiterhin auf der Ertragsseite lasten, auch wenn das Kernergebnis im abgelaufenen Quartal die Erwartungen übertraf.
Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen
Die Bankenwelt reagierte am Tag nach der Zahlenvorlage mit einer Reihe von Anpassungen. Bernstein Research hob das Kursziel am 22. Juli von 125,00 auf 132,84 Schweizer Franken an, die Einstufung blieb bei „Market-Perform“. Analyst Justin Smith begründete den Schritt mit leicht angehobenen Schätzungen für das bereinigte Ergebnis je Aktie bis 2031.
Auch die DZ Bank passte am selben Tag ihren fairen Wert an, und zwar von 124 auf 130 Franken, bei unveränderter „Halten“-Empfehlung. Analyst Elmar Kraus verwies auf die hohe Wachstumsdynamik neuer Medikamente, die Patentabläufe überkompensiere. JPMorgan bestätigte am 22. Juli die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 135 Franken und sah weiteres Aufwärtspotenzial für die Ergebnisschätzungen im laufenden Jahr.
Skeptischer positionierte sich die UBS: Die Schweizer Großbank beließ ihr Rating am 22. Juli bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 116 Franken. Analyst Matthew Weston argumentierte, die Risiken überwögen bei der aktuellen Bewertung gegenüber anderen Werten der Branche. Bereits im Vorfeld der Zahlen, am 17. Juli, hatte die Deutsche Bank ihre „Buy“-Einstufung mit einem Kursziel von 140 Franken bekräftigt.
Rückkaufprogramm läuft, Kapital fließt zurück an Aktionäre
Parallel zu den operativen Zahlen gab Novartis Einblick in den Fortschritt seines Aktienrückkaufprogramms. Im Rahmen des im Juli 2025 aufgelegten Programms mit einem Gesamtvolumen von 10 Milliarden US-Dollar erwarb der Konzern im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 13,8 Millionen Aktien für 2,1 Milliarden US-Dollar. Vom ursprünglichen Volumen verbleiben damit noch 5,6 Milliarden US-Dollar für weitere Rückkäufe.
Zulassung und Übernahme stärken die Pipeline
Auf der regulatorischen Seite verzeichnete Novartis kurz vor den Quartalszahlen einen wichtigen Erfolg: Die US-Gesundheitsbehörde FDA erteilte dem Konzern am 18. Juli die reguläre Zulassung für Fabhalta (Iptacopan). Das Präparat soll bei erwachsenen Patienten mit primärer IgA-Nephropathie den Verlust der Nierenfunktion signifikant verzögern.
Bereits Anfang Juli hatte Novartis zudem die Übernahme des britischen Onkologie-Unternehmens Myricx Bio bekanntgegeben. Der Deal hat ein Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar und soll die konzerneigene Plattform für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate erweitern – ein Technologiefeld, das in der Onkologie zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Für die kommenden Monate stehen bereits weitere Termine fest: Am 27. Oktober 2026 will Novartis die Zahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate vorlegen, am 18. November folgt in London die zweitägige Investorenkonferenz „Meet Novartis Management 2026“.
Kurs nähert sich altem Rekordniveau
An der Börse spiegelt sich die Nachrichtenlage in einer soliden Jahresperformance wider. Seit Jahresanfang steht für die Novartis-Aktie ein Plus von 14,42 Prozent zu Buche. Der Schlusskurs vom Mittwoch lag bei 135,22 Euro, womit das Papier noch 6,29 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro notiert, das Ende Februar 2026 erreicht wurde. Der Abstand zum bisherigen Rekordstand hat sich damit spürbar verringert, seit die Aktie im August 2025 ihr Jahrestief markierte.
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