Bitcoin: Zyklus-Hoffnung trifft Zinsdruck
Höhere Renditen und geopolitische Spannungen belasten Bitcoin, während Marktbeobachter auf den historischen Zyklus und eine mögliche Erholung blicken.

Kurz zusammengefasst
- Bitcoin notiert bei rund 83.600 Dollar
- US-Anleiherenditen und Iran-Lage belasten
- Citi erweitert digitale Dienste nach Japan
- Nächstes Bitcoin-Halving für April 2028 erwartet
Bitcoin pendelt bei rund 83.600 Dollar und tut sich schwer, seine Wochenendrally über die Marke von 85.000 Dollar zu verteidigen. Steigende Anleiherenditen und die ungelöste Lage rund um Iran drücken auf die Stimmung. Trotzdem richten viele Marktteilnehmer den Blick bereits auf die kommenden Jahre – dort verspricht ein altbekanntes Muster neue Fantasie.
Zinsen und Geopolitik bremsen kurzfristig
Die jüngste Konsolidierung hat einen klaren Auslöser: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf ein Mehrjahreshoch gestiegen, nachdem die Federal Reserve zuletzt die Zinsen angehoben und einen restriktiven Ausblick signalisiert hat. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Investments in Bitcoin und andere risikobehaftete Anlagen – ein klassischer Gegenwind für Kryptowährungen.
Hinzu kommt die angespannte Lage zwischen den USA und Iran. Präsident Trump wies Berichte über mögliche Zugeständnisse zurück, während die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und den Houthi-Rebellen die Ölpreise treiben und die Risikobereitschaft an den Märkten dämpfen.
Etwas Auftrieb kam von der Nachricht, dass die Großbank Citi ihre digitalen Vermögensdienstleistungen auf Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate ausweitet – ein Signal für fortschreitende Akzeptanz durch traditionelle Finanzinstitute.
Der Vierjahreszyklus als Hoffnungsträger
Losgelöst vom kurzfristigen Rauschen verweisen Marktbeobachter auf ein wiederkehrendes Muster: Drei bullische Jahre folgen historisch auf ein Korrekturjahr, ausgelöst durch das Bitcoin-Halving. Vor den Halvings 2016, 2020 und 2024 legte die Kryptowährung im Vorjahr jeweils deutlich zu – zwischen 34 und 155 Prozent. Bislang gab es in der Geschichte von Bitcoin noch nie zwei aufeinanderfolgende Verlustjahre.
Bemerkenswert: Im September steckte Bitcoin gleich zwei potenzielle Belastungsfaktoren weg, das Scheitern des CLARITY Act im US-Senat und die jüngste Leitzinserhöhung der Fed – ohne dass der Kurs nachhaltig einbrach.
Coinbase-Chef Brian Armstrong bekräftigte kürzlich sein Kursziel von 400.000 Dollar bis 2030 und verwies dabei auf den Marktzyklus aus Rally, Euphorie und Korrektur. Der Vermögensverwalter 21Shares rechnet im Basisszenario mit einer Erholung auf 100.000 Dollar bis Jahresende, geknüpft an sinkende Zinsen und ein Ende des Iran-Konflikts.
Belastung durch Tether-Bericht
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt ein Bericht von US-Senatsdemokraten, der den Stablecoin USDT von Tether als bedeutende Finanzquelle für Iran und Gruppen wie die Hisbollah beschreibt.
Von 846 untersuchten, sanktionierten Krypto-Wallets mit Iran-Bezug sollen 84 Prozent USDT-Transaktionen genutzt haben, um Gelder trotz US-Sanktionen zu bewegen. Direkte Kursauswirkungen auf Bitcoin blieben bislang aus, das Thema dürfte aber die regulatorische Debatte um Stablecoins weiter befeuern.
Das nächste Halving wird für April 2028 erwartet, wenn die Blockbelohnung von 3,125 auf 1,5625 Bitcoin sinkt. Ob sich der Vierjahreszyklus wiederholt, dürfte sich vor allem an den Zuflüssen in Spot-Bitcoin-ETFs sowie an der Zinspolitik der kommenden Monate entscheiden.
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