Vonovia: 2,5 Milliarden Euro Verkaufsprogramm
Trotz operativer Stärke leidet Vonovia unter dem Zinsumfeld. EZB-Entscheid und Hauptversammlung stehen bevor.

Kurz zusammengefasst
- Operatives Ergebnis um sechs Prozent gestiegen
- Aktie notiert 17 Prozent unter Vorjahresniveau
- Milliardenschweres Verkaufsprogramm zur Entschuldung
- Neues Vergütungsmodell für Aufsichtsrat geplant
Stabile Mieteinnahmen, aber schwache Kurse – bei Vonovia klaffen operatives Geschäft und Börsenrealität weit auseinander. Der DAX-Konzern liefert verlässliche Zahlen, leidet aber unter dem Zinsumfeld. Am 30. April entscheidet die Europäische Zentralbank über den Leitzins. Für den Immobilienriesen ist das weit mehr als ein Routinetermin.
Operatives Geschäft gegen Zinsdruck
Das abgelaufene Jahr verlief operativ nach Plan. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Fast 98 Prozent der Wohnungen sind vermietet. Für das laufende Jahr peilt das Management einen weiteren moderaten Gewinnanstieg an.
An der Börse verpufft diese Stärke. Die Aktie notiert aktuell bei 23,49 Euro und damit fast 17 Prozent tiefer als vor einem Jahr. Der Kurs klebt unter der wichtigen 200-Tage-Linie. Hohe Anleiherenditen belasten die Bewertung der schuldenintensiven Branche massiv.
Schuldenabbau und steuerfreie Dividende
Um die Bilanz zu entlasten, forciert Vonovia den Verkauf von Immobilienrestbeständen. Ein milliardenschweres Programm soll Gewerbeobjekte, Pflegeheime und Minderheitsbeteiligungen abstoßen. Ziel ist es, die Verschuldungsquote bis 2028 auf rund 40 Prozent zu drücken. Künftig will der Konzern zudem jährlich Tausende Wohnungen privatisieren.
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Aktionäre sollen für das vergangene Jahr 1,25 Euro je Anteilsschein erhalten. Der Aufsichtsrat schlägt eine reine Bardividende vor, die aus dem steuerlichen Einlagekonto gezahlt wird. Inländische Investoren kassieren den Betrag damit zunächst ohne Abzug von Kapitalertragsteuer. Ein späterer Verkauf der Papiere wird dadurch allerdings steuerlich teurer.
Neues Vergütungsmodell und Quartalszahlen
Auf der Hauptversammlung am 21. Mai in Bochum stehen personelle und strukturelle Neuerungen zur Abstimmung. Die Unternehmerin Anne-Marie Großmann-Minkwitz soll in den Aufsichtsrat einziehen. Parallel dazu plant das Kontrollgremium ein neues Vergütungsmodell. Mitglieder sollen künftig ein Fünftel ihres Festgehalts verpflichtend in Vonovia-Aktien investieren.
Der Mai bringt für den DAX-Konzern die nächste Bewährungsprobe. Am 7. Mai präsentiert Vonovia die Ergebnisse für das erste Quartal. Der Bericht wird konkrete Daten zur aktuellen Belastung durch die Refinanzierungskosten liefern. Fällt der EZB-Zinsentscheid Ende April restriktiv aus, dürfte der Druck auf den Net Asset Value und den Aktienkurs weiter anhalten.
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