S&P 500: Rubner sieht Wende im Oktober
Weniger Verkaufsdruck und wieder mögliche Aktienrückkäufe könnten den Markt stützen; Iran-Risiken und höhere Renditen bleiben Belastungen.

Kurz zusammengefasst
- Rubner erwartet bessere Dynamik im Oktober
- Rückkäufe ab 13. Oktober wieder möglich
- Zehn größte Werte erreichen 41 Prozent
- Iran-Risiken und Renditen belasten weiterhin
Nach drei schwachen Sitzungen in Folge, in denen der Index rund 60 Punkte verlor, zeigt sich der S&P 500 heute wieder erholt. Ein Rückgang der Ölpreise und positive Stimmung rund um Technologiewerte trieben den Index zur Eröffnung um rund 16 Punkte auf 7.699,6 Punkte nach oben, während auch der Nasdaq zulegte. Der Dow Jones geriet dagegen leicht unter Druck.
Spannender als die Tagesbewegung ist aber eine Einschätzung von Citadel-Securities-Stratege Scott Rubner: Er erwartet, dass sich die Marktdynamik mit dem Kalenderwechsel in den Oktober deutlich verbessert. Sein Argument: Das Quartalsende an diesem Dienstag beendet das sogenannte Rebalancing, bei dem Pensionsfonds und andere institutionelle Anleger ihre Aktienquoten anpassen müssen. Diese Verkäufer fallen damit weg.
Saisonale Rückenwinde ab Oktober
Ab Donnerstag beginnt zudem die für Zwischenwahljahre typisch günstige Börsensaison. Rubner bezeichnet den Oktober historisch als den stärksten Monat in solchen Zyklen. Hinzu kommt: Ab dem 13. Oktober endet die Blackout-Phase für Unternehmensrückkäufe, wodurch frisches Kapital außerhalb des Technologiesektors in den Markt zurückfließen könnte. Auch der Verkaufsdruck durch steuerlich motivierte Fondsverkäufe sollte im Oktober nachlassen.
Bemerkenswert ist zudem die Konzentration im Index selbst: Die zehn größten Werte stellen inzwischen einen Rekordanteil von 41 Prozent der Marktkapitalisierung.
Das Verhältnis zwischen gleichgewichteter und kapitalgewichteter Index-Performance liegt auf dem niedrigsten Stand seit 2003 — ein Zeichen dafür, wie stark wenige Schwergewichte den Gesamtmarkt prägen. Laut Rubner reagiert der Index mittlerweile stärker auf Unternehmensgewinne als auf Anleiherenditen, da die Hälfte der Indexmitglieder kaum zinssensitiv sei.
Öl und Zinsen bleiben Störfaktoren
Der Rückblick auf die vergangenen Tage zeigt, warum die Nervosität zuletzt zunahm: Ein Anstieg der Ölpreise nach der Ablehnung eines iranischen Vorschlags zur Straße von Hormus durch die US-Regierung sowie ein Sprung der zehnjährigen Anleiherendite auf ihr höchstes Niveau seit Juni 2007 hatten die Wall Street belastet.
Berichten zufolge rechnet die US-Regierung mit einer Wiederaufnahme von Angriffen im Iran-Konflikt nach den Zwischenwahlen im November — ein Szenario, das die Ölpreise weiter befeuern könnte.
Für die kommenden Wochen bleibt die Gemengelage damit zweigeteilt. Auf der einen Seite stehen saisonale und technische Faktoren, die laut Rubner für eine Beruhigung sprechen — sinkende Verkaufsdrücke, zurückkehrende Rückkäufe und passive Zuflüsse von Privatanlegern.
Auf der anderen Seite bleiben geopolitische Risiken rund um den Iran-Konflikt und steigende Anleiherenditen als Belastungsfaktoren bestehen, die sich kurzfristig stärker auf die Kursbewegung auswirken könnten als saisonale Muster.
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