Sivers Semiconductors Aktie: 8,08 Prozent Einbruch

Gegenläufige Transaktionen von CEO und Chairman sowie eine Bilanzrevision setzen die Aktie des Chip-Herstellers unter Druck.

Dr. Robert Sasse ·
Sivers Semiconductors Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktie verliert über acht Prozent
  • CEO kauft, Chairman verkauft Anteile
  • Handelsverbot für Führungskräfte naht
  • Bilanzkorrektur belastet die Stimmung

Sivers Semiconductors bricht am Donnerstag um 8,08 Prozent ein. Die Aktie des schwedischen Chipherstellers für Photonik und Millimeterwellen-Technologie notiert bei 2,98 Euro. Damit hat das Papier binnen 30 Tagen 63,41 Prozent verloren.

Der Auslöser: Zwei Tage zuvor hat Sivers neue Insider-Transaktionen offengelegt. Sie folgen auf das Ende einer Lock-up-Vereinbarung, die im Zusammenhang mit einer Kapitalerhöhung vom 16. April 2026 stand. Vorstand und Management hatten sich verpflichtet, bis zum 16. Juli 2026 keine Aktien zu verkaufen.

CEO kauft, Chairman verkauft

Nach Ablauf der Sperrfrist zeigt sich ein gespaltenes Bild an der Spitze. CEO Vickram Vathulya kaufte 70.000 zusätzliche Aktien und hält nun 4.540.076 Anteile am Unternehmen.

Chairman Bami Bastani schlug den entgegengesetzten Weg ein. Er spendete 60.000 Aktien an gemeinnützige Organisationen, schenkte 70.000 weitere an Familienmitglieder und verkaufte am 16. Juli 275.000 Aktien.

Diese Gegenläufigkeit zwischen Kauf und Verkauf an der Unternehmensspitze beobachten Marktteilnehmer genau. Die Aktie notiert inzwischen deutlich unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 5,99 Euro und ihrem 100-Tage-Durchschnitt von 4,00 Euro. Der RSI von 36,4 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.

Handelsfenster schließt sich

Ab dem 28. Juli 2026 gilt für Sivers eine sogenannte Closed Period nach Artikel 19(11) der EU-Marktmissbrauchsverordnung. Personen mit Führungsverantwortung dürfen dann bis zur Veröffentlichung des Quartalsberichts keine Wertpapiergeschäfte mehr tätigen.

Sivers legt seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 am 27. August vor Handelsbeginn an der Nasdaq Stockholm vor. Das Fenster für Insider-Trades — jenes Fenster, das zuletzt so gegensätzliche Signale lieferte — schließt sich also binnen weniger Tage.

Bilanzkorrektur wirft Schatten voraus

Die extremen Kursschwankungen der vergangenen Monate haben eine tiefere Ursache. Sivers hat seine Konzernabschlüsse für 2024 und 2025 überarbeitet, um sie an die Standards des US-Aufsichtsgremiums PCAOB anzugleichen. Hintergrund ist die Prüfung eines möglichen Zweitlistings an der Nasdaq in New York.

Die Korrektur traf die ausgewiesenen Ergebnisse hart. Für 2025 weitete sich das operative Ergebnis auf minus 178 Millionen schwedische Kronen aus, zuvor waren minus 141 Millionen gemeldet worden. Der Jahresverlust stieg auf rund 223 Millionen Kronen.

Noch deutlicher fiel die Revision für 2024 aus. Der Nettoumsatz sank rückwirkend von 243,7 auf 219,2 Millionen Kronen, der Jahresverlust wuchs von 116,3 auf 183,9 Millionen Kronen.

Zur Unsicherheit trägt eine laufende Untersuchung der schwedischen Wirtschaftskriminalitätsbehörde bei. Ein Staatsanwalt geht davon aus, dass Informationen über die Nasdaq-Pläne des Unternehmens gezielt durchgesickert sind. Ein Post auf der Plattform X hatte das mögliche Zweitlisting bereits angedeutet — rund 48 Stunden bevor Sivers die Nachricht offiziell per Pressemitteilung bestätigte.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 162,11 Prozent zählt Sivers zu den unruhigsten Werten im Technologiesegment der Stockholmer Börse. Die Kombination aus näher rückender Handelssperre, ungeklärtem Marktmissbrauchsverdacht und einer grundlegend neu bewerteten Bilanz macht die Aktie bis zum Quartalsbericht am 27. August besonders anfällig für neue Nachrichten.

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Sivers Semiconductors Aktie

33,66 SEK

– 4,10 SEK -10,86 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 12,11 Mrd. SEK
ISIN: SE0003917798 WKN: A1W9Z9

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