KOSPI: 8,32 Prozent Sprung auf 7.112 Punkte
Der KOSPI steigt um über acht Prozent auf 7.112 Punkte, getrieben von starker Chip-Nachfrage und positiven US-Vorgaben.

Kurz zusammengefasst
- KOSPI legt um 8,32 Prozent zu
- Chipwerte Samsung und SK hynix treiben Rallye
- JPMorgan sieht Ende der Zwangsliquidierungen
- Regierung verschärft Regeln für gehebelte ETFs
Der südkoreanische Aktienmarkt hat sich am Mittwoch mit einer dynamischen Erholung zurückgemeldet. Nach einer Phase massiver Volatilität und deutlicher Kursverluste im Frühsommer eroberte der KOSPI die Marke von 7.100 Punkten zurück. Mit einem kräftigen Satz kletterte der Index um 8,32 % nach oben und reagierte damit auf positive Signale aus dem globalen Technologiesektor sowie starke heimische Exportdaten. Dabei erreichte die Notierung einen Stand von 7.112,21 Punkten.
Handelsunterbrechungen durch massive Chip-Nachfrage
Die Geschwindigkeit des Anstiegs war so hoch, dass die Börsenaufsicht bereits kurz nach Handelsbeginn einen sogenannten „Buy-Sidecar“ auslöste. Diese fünfminütige Unterbrechung des Programmhandels wurde aktiviert, nachdem die KOSPI-200-Futures um mehr als 5 % nach oben gesprungen waren. Es handelt sich Medienberichten zufolge bereits um die 40. marktweite Handelsunterbrechung im laufenden Jahr, was die außergewöhnliche Schwankungsbreite des koreanischen Marktes unterstreicht.
Getrieben wurde die Rallye vor allem von den Schwergewichten der Halbleiterindustrie. Die Aktien von Samsung Electronics und SK hynix verzeichneten deutliche Kursgewinne von teilweise über sechs beziehungsweise acht Prozent. Unterstützung kam dabei aus den USA, wo starke Vorgaben von Micron und Nvidia die Zuversicht in den KI-Sektor stärkten. Flankiert wird diese Entwicklung von robusten Wirtschaftsdaten: Die südkoreanischen Halbleiterexporte stiegen im Zeitraum vom 1. bis zum 20. Juli im Vergleich zum Vorjahr um 180,6 % auf ein Volumen von 22,1 Milliarden US-Dollar. Insgesamt legten die Exporte des Landes in diesem Zeitraum um 52,3 % zu.
JPMorgan sieht Ende der Zwangsliquidierungen
Analysten von JPMorgan führen die vorangegangene Korrektur des Index, der im Juni noch Rekordstände markiert hatte, primär auf die forcierte Entschuldung von gehebelten börsengehandelten Fonds (ETFs) zurück. Laut einem aktuellen Bericht der Bank sei dieser Deleveraging-Prozess nun zu etwa 75 % abgeschlossen. Das verwaltete Vermögen in gehebelten ETFs sei von 50 Milliarden US-Dollar Ende Juni auf rund 26 Milliarden US-Dollar geschrumpft. Ein Zielwert von 18 Milliarden US-Dollar wird als angemessenes Niveau für die Marktstabilität betrachtet.
Trotz des aktuellen Aufschwungs liegt der Index mit einem Abstand von 24,22 % noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 19. Juni 2026 bei 9.385,59 Punkten erreicht worden war. JPMorgan hält dennoch an einer „Overweight“-Einstufung fest und beziffert das 12-Monats-Kursziel für den KOSPI auf 12.500 Punkte. Im Gegensatz dazu zeigt sich Citigroup vorsichtiger und stufte den Markt bereits vor wenigen Tagen auf „Neutral“ herab, wobei auf Bewertungsdruck und die anhaltende Volatilität verwiesen wurde.
Regulatorische Eingriffe und veränderte Marktstruktur
Die extreme Volatilität des KOSPI, die zeitweise sogar die Schwankungen von Kryptowährungen übertraf, hat die südkoreanische Regierung auf den Plan gerufen. Präsident Lee Jae Myung forderte die Finanzaufsicht auf, Maßnahmen gegen die Risiken von gehebelten Einzelaktien-ETFs zu ergreifen. Als Reaktion wurden die Mindesteinlagen für den Handel mit solchen Produkten auf 30 Millionen Won verdichtet und die Neuemission von gehebelten ETFs auf Einzelwerte vorerst ausgesetzt.
Zusätzlich zur regulatorischen Verschärfung hat sich die Zusammensetzung des Index verschoben. Samsung Electronics und SK hynix machen mittlerweile zusammen mehr als 50 % der Gewichtung im KOSPI aus. Während Privatanleger im laufenden Jahr massiv Kapital in den Markt pumpten, verkauften ausländische Investoren netto Aktien im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar, wobei der Großteil dieser Verkäufe auf Speicherchiphersteller entfiel. Dennoch kehrten ausländische Käufer am Mittwoch mit Netto-Zukäufen in Milliardenhöhe zurück, was den jüngsten Kursprung maßgeblich stützte.
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