Valneva Aktie: 2,39 Euro — 54 Prozent unter Jahreshoch
Valneva präsentiert auf Konferenzen den vielversprechenden Lyme-Impfstoff LB6V, während Umsatzprognose gesenkt und Stellenabbau angekündigt wird.

Kurz zusammengefasst
- LB6V-Impfstoff als zentrales Argument
- Umsatzprognose für 2026 gesenkt
- Stellenabbau von bis zu 15 Prozent
- Analysten uneins über Aktienbewertung
Valneva startet in eine intensive Woche — mit einem Kongress in Belfast, einer Investoren-Roadshow in New York und Paris und einem Lyme-Impfstoff, der zum zentralen Argument für die Aktie geworden ist. Der Kurs notiert mit 2,39 Euro knapp 54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch. Das ist der Rahmen, in dem das Management nun Überzeugungsarbeit leisten muss.
Lyme-Impfstoff als Hauptargument
Auf dem NECTM10-Reisemedizinkongress in Belfast — einer der wichtigsten Fachveranstaltungen Europas mit bis zu 1.000 Teilnehmern — ist Valneva als Gold-Sponsor vertreten. Parallel dazu präsentiert das Management im Juni bei drei Investorenkonferenzen: dem Jefferies Global Healthcare Conference in New York, dem Oddo BHF Nextcap Forum und dem BNP Paribas SMID Cap Conference in Paris.
Im Mittelpunkt steht überall derselbe Kandidat: LB6V, ein sechswertiger Lyme-Impfstoff, der in Partnerschaft mit Pfizer entwickelt wird. Die Phase-3-Studie VALOR zeigte im März 2026 eine Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent bei Personen ab fünf Jahren — ohne Sicherheitsbedenken. LB6V ist das einzige Lyme-Programm weltweit in der späten klinischen Entwicklung. Die FDA hat dem Kandidaten den Fast-Track-Status verliehen.
Der nächste konkrete Meilenstein ist die Einreichung bei den Zulassungsbehörden durch Pfizer. Einen genauen Zeitplan will das Management auf den Konferenzen nennen.
Gegenwind bei Reiseimpfstoffen
Das operative Umfeld ist schwieriger geworden. Valneva hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 135 bis 150 Millionen Euro gesenkt — zuvor lautete die Spanne 145 bis 160 Millionen Euro. Als Grund nennt das Unternehmen eine nachlassende Nachfrage nach Reiseimpfstoffen in wichtigen Märkten, ausgelöst durch geopolitische Unsicherheiten.
Der Japanische-Enzephalitis-Impfstoff IXIARO erzielte im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 20,2 Millionen Euro — nach 27,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang erklärt sich vor allem durch veränderte Lieferrhythmen an das US-Verteidigungsministerium.
Hinzu kommt ein Nettoverlust von 32,1 Millionen Euro im ersten Quartal, verglichen mit 9,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Liquidität lag Ende März bei 105,3 Millionen Euro. Als Reaktion plant Valneva einen Stellenabbau von 10 bis 15 Prozent der Belegschaft. Das soll die operativen Kosten 2026 um 25 bis 35 Prozent gegenüber 2025 senken.
Analysten uneins
Die Meinungen unter Analysten gehen weit auseinander. Goldman Sachs stufte die Aktie Ende April 2026 von Neutral auf Sell herab. H.C. Wainwright hält dagegen und bekräftigte am 26. Mai seinen Buy-Ausruf — ohne Kurszielsenkung.
Die Aktie schwankt mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von rund 57 Prozent erheblich. Seit Jahresbeginn hat sie fast 38 Prozent verloren. Der RSI liegt bei knapp 40 — noch kein überverkauftes Territorium, aber die Dynamik zeigt klar nach unten.
Ob die Konferenzwoche das Vertrauen stabilisiert, hängt vor allem davon ab, wie konkret Pfizer den Einreichungszeitplan für LB6V benennt. Das ist die einzige Nachricht, die den Kurs strukturell bewegen kann.
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