Volkswagen, BMW, Porsche: Was kostete das Quartal der China-Hybride?

Volkswagen veröffentlicht am Montag Quartalsabsätze; die Zahlen zeigen den Wettbewerb durch chinesische Hybridimporte vor der EU-Vereinbarung.

Eduard Altmann ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • VW-Absatzzahlen zum dritten Quartal folgen
  • EU-China-Vereinbarung soll Hybridimporte senken
  • Porsche spricht vor Quartalszahlen mit Analysten
  • BMW-Analystengespräch ist für Dienstag angesetzt

Liebe Börsianerinnen und Börsianer,

am Montag um 11:00 Uhr legt Volkswagen die Absatzzahlen für das dritte Quartal vor. Laut Agenturkalender nutzt der Konzern am selben Tag den Pariser Autosalon für ein Investor Update. Die Kulisse dafür hat sich am Freitag verschoben: Die EU und China haben eine vorläufige Vereinbarung erzielt, die chinesischen Hybrid-Exporte in die Union mehr als zu halbieren.

Warum zählen die Zahlen vom Montag für Volkswagen, BMW und Porsche trotzdem mehr als diese Erleichterung? Weil der Deal die Zukunft betrifft, die Absatzzahlen aber ein Quartal abbilden, in dem der Druck ungebremst wirkte.

Volkswagen: Was am Montag ansteht

Die Vereinbarung vom Freitag ist bisher wenig mehr als eine Absichtserklärung. Details sind kaum bekannt, der Branchenverband VDA sprach von einem ersten positiven Signal. Dahinter steht eine Marktverschiebung, die sich in wenigen Zahlen ablesen lässt. Chinesische Marken kamen im August laut Dataforce auf knapp 12 Prozent des europäischen Neuwagenmarkts.

Die EU-Importe chinesischer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge stiegen von Januar bis August um fast 75 Prozent auf nahezu 770.000 Einheiten. Hybride spielen dabei die Schlüsselrolle, weil sie die Zusatzzölle umgehen, die die EU auf chinesische Elektroautos erhoben hat. Volkswagen, Stellantis und Renault kämpfen zugleich mit sinkenden Verkäufen.

Für mich ist der Montag deshalb der wichtigere Termin der kommenden Woche. Ebenfalls am Montag hält Porsche ein Vorab-Gespräch mit Analysten vor den Quartalszahlen, eine Uhrzeit nennt der Kalender nicht. BMW folgt mit demselben Format am Dienstag. Schaeffler spricht am Mittwoch um 18:00 Uhr mit Analysten, also nach Börsenschluss; der DAX kann darauf erst am Donnerstag reagieren.

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Hybride aus China: Wie der Druck entsteht

Chinesische Hersteller drängen nach Europa, weil die Nachfrage zu Hause schwächelt. Yardeni Research nennt schwachen Konsum, Deflation, Jugendarbeitslosigkeit und eine Immobilienkrise im fünften Jahr. Der chinesische Leitindex CSI 300 hat in diesem Jahr knapp 6 Prozent verloren, während die Börsen in Südkorea und Taiwan über 65 Prozent gewonnen haben.

Pekings Arbeitsministerium meldete am Samstag zwar 10,52 Millionen neue Stadtjobs in den ersten neun Monaten, kündigte aber zugleich neue Beschäftigungsprogramme für den Dienstleistungssektor an.

Die Mechanik dahinter ist schlicht. Wenn Anbieter aus einem Markt mit schwacher Binnennachfrage auf einen gesättigten Markt treffen, geraten zuerst die Preise im Volumensegment unter Druck, weil Auslastung vor Marge geht.

Genau diesen Zufluss soll die Vereinbarung drosseln. Wird eine Zoll-Lücke geschlossen, verbessert sich die Preisdurchsetzung der heimischen Hersteller allerdings erst mit Verzögerung, weil bereits importierte Fahrzeuge noch verkauft werden müssen.

Die Absatzzahlen vom Montag bilden deshalb ein Quartal ab, in dem die Konkurrenz noch mit voller Kraft wirkte – sie sind der Maßstab, an dem sich jede Erleichterung durch die Vereinbarung später messen lassen muss.

BMW, Porsche, Schaeffler: Wer das Risiko trägt

Nach dem zweiten Rückgang der deutschen Ausfuhren in Folge im August richtet sich der Blick umso schärfer auf das, was die Hersteller selbst melden. Die Vorab-Gespräche von Porsche und BMW haben keinen festen Zahlenrahmen, sie geben Analysten aber die Richtung für die Schätzungen zum dritten Quartal vor. Schaeffler als Zulieferer hängt an den Stückzahlen der Hersteller: Fallen die Volumina, trifft es die Zulieferer über die Auslastung ihrer Werke.

Den politischen Rahmen hat am Wochenende Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing gesetzt. In der Bild am Sonntag warf er der Regierung Merz vor, die Probleme richtig erkannt, aber zu langsam gehandelt zu haben. Sewing fordert flexiblere Arbeitsgesetze und nennt als Beispiel die Gehaltsschwelle für bestimmte Schutzregeln von derzeit 180.000 Euro, die er senken will.

Für die Autowerte heißt das: Die Entlastung an der Zollfront kommt aus Brüssel, die Entlastung bei den Kosten müsste aus Berlin kommen – und die lässt nach Sewings Lesart auf sich warten. Der DAX geht nach einer Woche mit leichten Verlusten in diese Termine.

US-Banken, Inflation, Einzelhandel: Die Woche in drei Terminen

Dienstag, US-Banken. JPMorgan berichtet um 12:45 Uhr, Wells Fargo um 13:00 Uhr, Goldman Sachs um 13:25 Uhr und Citigroup um 14:00 Uhr. Die Banken müssen zeigen, dass ihre Gewinne das höhere Zinsniveau nach der Fed-Erhöhung vom September tragen. LSEG IBES erwartet für den S&P 500 ein außergewöhnlich starkes Quartal.

Mittwoch, US-Verbraucherpreise. Um 14:30 Uhr kommen die Septemberdaten, Volkswirte erwarten bei der Kernrate im Schnitt 0,2 Prozent zum Vormonat nach 0,3 Prozent.

David Clewell von T. Rowe Price hält bei zehnjährigen US-Staatsanleihen einen Anstieg der Rendite auf 5,5 bis 6 Prozent für gut begründet. Nach Modellrechnungen des World Gold Council kostet jeder Renditeanstieg um 25 Basispunkte den Goldpreis rund 1,75 Prozent. Um 20:00 Uhr folgt das Beige Book der Fed.

Donnerstag, US-Einzelhandel. Um 14:30 Uhr werden für September im Schnitt 0,2 Prozent erwartet nach 1,4 Prozent im Vormonat, die Erzeugerpreise sollen um 0,5 Prozent steigen nach 0,4 Prozent.

Dahinter steht der Diesel: An Tankstellen im Raum Los Angeles kostete die Gallone zuletzt 8,38 Dollar nach gut 5 Dollar Anfang des Jahres, und die Speditionen geben die Kosten weiter.

Riad, Hormus, Moskau: Die Ölfront am Wochenende

Beim Angriff auf den Flughafen von Riad starben am Samstag zwölf Menschen, 309 wurden verletzt. Das saudische Militärbündnis macht die Huthi verantwortlich, Präsident Trump erwägt erneute Schläge gegen den Iran. In der Straße von Hormus wurde am Sonntag ein weiterer Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen. Brent lag zum Wochenschluss über 100 Dollar.

Gegenläufig wirkt Moskau: Nach dem Diesel-Deal mit Trump hob Russland am Sonntag sein Exportverbot teilweise auf, zunächst für 500.000 Tonnen. Nvidia verhandelt laut Financial Times über eine Übernahme des Start-ups Reflection AI, in das es bereits 800 Millionen Dollar zugesagt hat. Bitcoin und Ether haben sich seit Freitag kaum bewegt.

Unterm Strich

Der Deal mit China ist ein Signal, keine Zahl. Die Zahl liefert Volkswagen am Montag um 11:00 Uhr, und sie zeigt ein Quartal, in dem die Hybrid-Welle aus China noch ungebremst rollte. Erst wenn diese Basis bekannt ist, lässt sich beziffern, was eine Halbierung der Importe für Volkswagen, BMW und Porsche wert wäre. Der Autosalon in Paris liefert die Bilder, die Absatzzahlen liefern den Maßstab.

Einen klaren Kopf für den Montagmorgen wünscht

Beste Grüße,

Ihr Eduard Altmann

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