Palantir Aktie: 85 Prozent Umsatzplus auf 1,63 Milliarden
Palantir liefert starke Q1-Zahlen mit 85% Umsatzplus, doch der Aktienkurs bleibt unter Druck. Die hohe Bewertung sorgt weiter für Diskussionen unter Anlegern.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzsprung um 85 Prozent im ersten Quartal
- US-Geschäft wächst besonders dynamisch
- Aktie trotz Rekordzahlen deutlich gefallen
- Hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis belastet Stimmung
Selten klafft die Schere zwischen operativer Leistung und Börsenkurs so weit auseinander wie bei Palantir. Das Unternehmen liefert Quartalszahlen, die Konkurrenten blass aussehen lassen — und der Kurs verliert trotzdem über ein Drittel gegenüber dem Allzeithoch. Ein Widerspruch, der Anleger spaltet.
Kurserholung auf wackligem Fundament
Nach einer kurzen Gewinnserie von sechs Handelstagen geriet die Aktie zuletzt wieder ins Stocken. Auf Jahressicht liegt das Papier rund 17,6 Prozent im Minus — damit zählt Palantir zu den schwächsten Werten unter den Mega-Caps mit einer Marktkapitalisierung von 200 Milliarden Dollar oder mehr. IBM teilt dieses unrühmliche Feld.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 179,86 Euro ist der Kurs aktuell gut 34 Prozent entfernt. Mit einem RSI von 82,4 sendet der technische Indikator indes ein deutliches Signal: Das Papier ist kurzfristig überkauft — trotz der schwachen Jahresbilanz.
Rekordquartal ohne Kurseffekt
Das erste Quartal 2026 war das stärkste in der Unternehmensgeschichte seit dem Börsengang. Der Gesamtumsatz sprang um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden Dollar — und übertraf damit die Konsenserwartung der Wall Street von 1,54 Milliarden Dollar deutlich.
Treiber war das US-Geschäft, das um 104 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar zulegte und damit fast 79 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte. Besonders das US-Regierungsgeschäft legte um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar zu, angetrieben von der raschen Verbreitung der hauseigenen KI-Plattform AIP. Das US-Kommerzgeschäft wuchs sogar um 133 Prozent auf 595 Millionen Dollar.
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Der bereinigte Gewinn je Aktie kam mit 0,33 Dollar über dem Konsens von 0,28 Dollar herein. Das Management hob daraufhin die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf 7,65 Milliarden Dollar an — deutlich über der vorherigen Markterwartung von 7,27 Milliarden Dollar.
Das Bewertungsproblem bleibt
Trotz des Rückgangs vom Allzeithoch handelt die Aktie zu einem Forward-KGV zwischen 110x und 154x — je nach Bewertungsmodell. Nvidia, ebenfalls ein KI-Profiteur, kommt auf rund das 30-Fache der erwarteten Gewinne. Datadog und CrowdStrike liegen in der Mitte der 50er beziehungsweise 70er Bandbreite.
Genau diese Lücke ist der Kern des Streits zwischen Optimisten und Skeptikern: Kann Palantirs kommerzielles Wachstum schnell genug skalieren, um ein dreistelliges Gewinnmultiple zu rechtfertigen? Die Zahlen aus Q1 liefern das stärkste Argument der Bullen — die Bewertung bleibt das stärkste Gegenargument. Solange sich das nicht auflöst, dürfte die Volatilität von annualisiert knapp 45 Prozent das Bild prägen.
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