D-Wave Quantum Aktie: Auftragsbestand springt 668 Prozent

Trotz enttäuschender Quartalsumsätze verzeichnen die Buchungen bei D-Wave ein explosives Wachstum. Die Kursziele mehrerer Analysehäuser wurden dennoch reduziert, während die Kaufempfehlungen überwiegend bestehen bleiben.

Eduard Altmann ·
D-Wave Quantum Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursziele gesenkt, Ratings bleiben positiv
  • Buchungen steigen auf 35,5 Millionen Dollar
  • Auftragsbestand wächst um 668 Prozent
  • AT&T weitet Zusammenarbeit mit D-Wave aus

Nach den Quartalszahlen vom vergangenen Donnerstag greifen mehrere Analysehäuser zur Korrekturschere. Trotz eines kräftigen Anstiegs bei Aufträgen und Backlog senken Roth Capital und Canaccord ihre Kursziele für D-Wave Quantum spürbar – ein Kontrast, der die Diskussion um die Bewertung des Quantencomputing-Spezialisten neu befeuert.

Kursziele runter, Kaufempfehlungen bleiben

Roth Capital reduzierte sein Kursziel von 40 auf 30 US-Dollar. Canaccord-Analyst Kingsley Crane senkte seine Zielmarke von 41 auf 35 US-Dollar, hält aber an seiner Kaufempfehlung fest. Auch Jefferies korrigierte seine Zielvorgabe nach unten, von 45 auf 40 US-Dollar. Trotz der Abwärtsrevisionen bei den Kurszielen bleiben die grundsätzlichen Einschätzungen überwiegend positiv: Evercore ISI bekräftigte sein Buy-Rating, Rosenblatt Securities stufte die Aktie neu mit Kaufen ein, und TD-Cowen-Analyst Krish Sankar verwies auf die zunehmende kommerzielle Traktion sowie den erwarteten Umsatzhochlauf durch die Advantage2-Systeme im laufenden Jahr. Die Diskrepanz zwischen sinkenden Kurszielen und anhaltendem Optimismus zeigt, wie unterschiedlich die Wall Street die Quartalszahlen gewichtet – die schwache Umsatzentwicklung belastet, die operativen Fortschritte stützen.

Der Umsatz von D-Wave lag im zweiten Quartal bei 3,1 Millionen US-Dollar und damit praktisch auf Vorjahresniveau, während Marktbeobachter im Schnitt mit rund 4 Millionen US-Dollar gerechnet hatten. Der GAAP-Verlust je Aktie verringerte sich zwar von 0,55 auf 0,13 US-Dollar, doch das bereinigte EBITDA-Defizit weitete sich um 85 Prozent aus, da das Unternehmen kräftig in Produktentwicklung und Vertrieb investierte.

Buchungen schießen nach oben

Während der Umsatz stagniert, explodierten die Buchungen im ersten Halbjahr auf 35,5 Millionen US-Dollar, nach nur 2,9 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten ist ein 20-Millionen-Dollar-Auftrag der Florida Atlantic University. Der Auftragsbestand, also die noch nicht abgearbeiteten Leistungsverpflichtungen, kletterte zum 30. Juni auf 40,7 Millionen US-Dollar – ein Plus von 668 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 57 Prozent davon sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate als Umsatz verbucht werden. Diese Entwicklung erklärt, warum Analysten trotz enttäuschender Quartalsumsätze an ihren positiven Einstufungen festhalten: Der Auftragsbestand gilt als Frühindikator für künftiges Wachstum.

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich allerdings ein deutlicher Aderlass. Zum 30. Juni verfügte D-Wave über liquide Mittel und marktgängige Wertpapiere von 546,2 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von 273,1 Millionen US-Dollar oder 33 Prozent gegenüber dem Vorjahresstichtag. Mehr als 90 Prozent dieses Rückgangs entfallen laut den Pflichtmitteilungen des Unternehmens auf die im Januar 2026 abgeschlossene Barübernahme von Quantum Circuits.

Ehrgeizige Hardware-Ziele bis 2032

Das Management um CEO Alan Baratz und CFO John Markovich untermauerte beim Investorencall die technologische Roadmap. Bis Ende 2026 soll ein 17-Qubit-System folgen, 2027 ein 49-Qubit-System. Bei der Annealing-Technologie peilt D-Wave 20.000 Qubits bis 2029 und 100.000 Qubits bis 2031 an. Langfristig, bis 2032, sollen 100 logische Qubits und eine Million zuverlässige Operationen erreicht werden. Für das vierte Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit der Auslieferung zweier Annealing-Systeme, wobei die zugehörige Umsatzrealisierung voraussichtlich erst ins Jahr 2027 hineinreicht.

Zusätzlichen Rückenwind für die Wachstumsstory liefert die vor gut einer Woche vereinbarte Ausweitung der Zusammenarbeit mit AT&T. Der Telekomkonzern will D-Wave-Technologie tiefer in seine Netzwerkoptimierung integrieren, nachdem eine frühe Anwendung die Bearbeitungszeit für eine Optimierungsaufgabe von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden gedrückt hatte. Parallel dazu prüft Nasdaq Verafin, das mehr als 2.800 Finanzinstitute mit einem gemeinsamen Vermögen von 13 Billionen US-Dollar betreut, den Einsatz der D-Wave-Annealing-Technologie zur Erkennung von Finanzkriminalität.

Kursreaktion bleibt volatil

An der Börse hat sich die Stimmung zuletzt aufgehellt: Am Freitag schloss die Aktie bei 17,91 Euro, ein Plus von 6,16 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 14,37 Prozent zu Buche. Von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 40,41 Euro, erreicht Mitte Oktober vergangenen Jahres, bleibt das Papier dennoch weit entfernt. Die hohe annualisierte Volatilität von gut 106 Prozent unterstreicht, dass Anleger bei D-Wave weiterhin mit kräftigen Kursausschlägen in beide Richtungen rechnen müssen – befeuert von einer Nachrichtenlage, die zwischen technologischem Fortschritt, wachsendem Auftragsbestand und einer noch dünnen Umsatzbasis pendelt.

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D-Wave Quantum Aktie

16,21 USD

– 3,20 USD -16,46 %
KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 7,19 Mrd. USD
ISIN: US26740W1099 WKN: A3DSV9

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