Shell Aktie: Das 15-Milliarden-Risiko
Shell setzt Aktienrückkäufe fort, warnt jedoch vor einer Working-Capital-Belastung von bis zu 15 Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen zeigen ein gemischtes Bild.

Kurz zusammengefasst
- Aktienrückkaufprogramm läuft bis 1. Mai aus
- Working-Capital-Risiko von 10 bis 15 Milliarden Dollar
- Gemischte Aussichten für kommende Quartalszahlen
- Nettoverschuldung steigt durch Leasingverträge
Shell zieht in rasantem Tempo eigene Papiere aus dem Verkehr. Allein am 20. April kaufte der Energiekonzern über eine Million Aktien zur Löschung zurück. Während das aktuelle 3,5-Milliarden-Dollar-Programm auf die Zielgerade einbiegt, baut sich in der Bilanz ein massiver Gegenwind auf.
An der Börse stützt der kontinuierliche Rückkauf die Notierungen spürbar. Aktuell pendelt das Papier bei 37,70 Euro und hält sich damit knapp über der 50-Tage-Linie. Seit Jahresbeginn steht ein solides Plus von gut 17 Prozent auf der Kurstafel.
Das bis zum 1. Mai befristete Programm unterstreicht die strikte Kapitaldisziplin des Managements. Es markiert bereits das 17. Quartal in Folge, in dem der Konzern eigene Anteile im Milliardenwert vom Markt nimmt.
Operatives Geschäft mit Licht und Schatten
Für die anstehenden Quartalszahlen am 7. Mai zeichnet der Vorstand ein gemischtes Bild. Das Marketing-Geschäft sowie der Handel mit Chemikalien und erneuerbaren Energien dürften deutlich mehr Gewinn abwerfen als im Vorquartal. Parallel dazu steigen die indikativen Raffineriemargen von 14 auf 17 Dollar je Barrel.
Im wichtigen Gasgeschäft drosselt Shell hingegen das Tempo. Die Produktion sinkt voraussichtlich auf rund 880.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Grund hierfür sind geringere Volumina aus Katar, während das kanadische Flüssiggas-Projekt erst langsam hochfährt.
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Belastungen in der Bilanz
Ein genauerer Blick auf die Vorab-Daten offenbart eine erhebliche Belastung. Das Management warnt vor negativen Effekten beim Working Capital zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar. Extreme Preisschwankungen an den Rohstoffmärkten haben die Bestände und Forderungen des Konzerns im ersten Quartal massiv verzerrt.
Hinzu kommt ein buchhalterischer Dämpfer bei der Verschuldung. Langfristige Leasingverträge für Schiffe treiben die ausgewiesene Nettoverschuldung um bis zu vier Milliarden Dollar in die Höhe. Ein sofortiger Mittelabfluss ist damit zwar nicht verbunden, die Bilanzoptik trübt sich im aktuellen Marktumfeld dennoch ein.
Der Terminkalender für Aktionäre bleibt dicht gedrängt. Nach dem Auslaufen des aktuellen Rückkaufs und der Bilanzvorlage rückt die Hauptversammlung am 19. Mai in London in den Fokus. Dort stimmt das Plenum über die Ermächtigung für künftige Aktienrückkäufe ab — eine Abstimmung, die den Rahmen für die weitere Kurspflege im laufenden Jahr absteckt.
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