Commerzbank Aktie: Operatives Ergebnis springt 11 Prozent
Mit operativem Gewinnplus und gestärkter Kapitalbasis geht die Commerzbank in die Abwehr der Übernahme durch UniCredit.

Kurz zusammengefasst
- Operativer Gewinn steigt auf 1,4 Milliarden Euro
- Cost-Income-Ratio sinkt auf 53,4 Prozent
- UniCredit-Angebot liegt unter aktuellem Börsenkurs
- Hauptversammlung am 20. Mai in Wiesbaden
Die Commerzbank geht mit Rückenwind in die nächste Runde im Ringen mit UniCredit. Starke Quartalszahlen, höhere Kursziele und ein Angebot unter Börsenkurs liefern dem Vorstand Argumente für die Eigenständigkeit. In dieser Woche soll die formelle Stellungnahme nach § 27 WpÜG folgen.
Analysten ziehen Kursziele nach
Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel am Mittwoch von 40 auf 42 Euro und bleibt bei „Buy“. Analyst Benjamin Goy verweist auf die operative Dynamik und das Strategieprogramm „Momentum 2030“. JPMorgan hebt das Ziel auf 37 Euro, bleibt aber neutral.
Am Markt ist die Aktie bereits stark gelaufen. Am Mittwoch schloss sie bei 36,19 Euro. Sie liegt 8,44 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 83,3 deutet auf ein kurzfristig heiß gelaufenes Papier hin.
Das macht die Lage für UniCredit nicht einfacher. Je stärker der Kurs über dem rechnerischen Angebotswert bleibt, desto schwerer lässt sich eine Übernahme als attraktiv verkaufen.
Angebot mit Bewertungsproblem
UniCredit hält inklusive Finanzinstrumenten mehr als 30 Prozent an der Commerzbank. Am 5. Mai legte die italienische Bank die Angebotsunterlage vor. Der Aktientausch entspricht rechnerisch etwa 31,07 Euro je Commerzbank-Aktie.
Damit liegt das Angebot klar unter dem jüngsten Börsenkurs. Genau hier dürfte die Commerzbank ansetzen. Das Management kann auf die eigene Ertragskraft verweisen und auf Risiken einer Integration.
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Politisch bleibt der Fall heikel. EZB-Vizepräsident Luis de Guindos kritisierte die ablehnende Haltung der Bundesregierung gegenüber grenzüberschreitenden Bankenzusammenschlüssen. Aus seiner Sicht passt politischer Widerstand schlecht zum europäischen Binnenmarkt.
Zahlen stützen den Eigenständigkeitskurs
Operativ liefert die Bank derzeit Munition für ihre Argumentation. Das operative Ergebnis stieg um 11 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn erreichte 913 Millionen Euro.
Die Effizienz verbessert sich ebenfalls. Die Cost-Income-Ratio sank auf 53,4 Prozent. Die harte Kernkapitalquote lag bei 14,5 Prozent und damit über der Zielmarke von 13,5 Prozent.
Auch die Ertragsbasis wirkt breiter. Der Zinsüberschuss blieb bei rund 2,05 Milliarden Euro stabil. Der Provisionsüberschuss legte um 9 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zu.
Am 20. Mai treffen sich die Aktionäre in Wiesbaden. Auf der Tagesordnung finden sich die vorgeschlagene Dividende von 1,10 Euro je Aktie und eine neue Rückkauf-Ermächtigung von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals. Eine klare Ablehnung des UniCredit-Angebots würde damit nicht allein politisch begründet, sondern mit Zahlen und Kapitaldisziplin unterlegt.
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