Nokia Aktie: Chip-Deal in Arizona
Nokia meldet operative Fortschritte und eine neue Chip-Fabrik in Arizona, doch der Aktienkurs fällt deutlich. Analysten sehen dennoch Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt trotz besserer Zahlen
- Neue Chip-Fabrik in Arizona
- Jahresprognose nach oben korrigiert
- Analysten bleiben bei Kaufempfehlung
Nokia liefert bessere Zahlen, sichert sich neue Chip-Fertigungskapazität in den USA – und die Aktie fällt trotzdem weiter. Der Kurs rutschte am Freitag um 5,48 Prozent auf 8,14 Euro ab, nach einem Monat mit einem Minus von 32,85 Prozent. Die Diskrepanz zwischen operativen Fortschritten und Kursreaktion wirft Fragen auf.
Chip-Fabrik in Arizona als strategischer Baustein
Nokia übernimmt einen Halbleiter-Fertigungsstandort in Chandler, Arizona, von NXP Semiconductors. Der Deal ergänzt bestehende Investitionen in Indium-Phosphid-Halbleiter in San Jose. Beide Standorte sollen das optische Netzwerkgeschäft stärken, das für Nokias KI-Infrastrukturstrategie mittlerweile zentral ist.
Trotz der strategischen Bedeutung richteten Investoren ihren Blick auf ein anderes Risiko: die Lieferkette. Konzernchef Justin Hotard nannte gegenüber Bloomberg Speicherchips als größten Engpass der gesamten Branche. Zur Sorge vor einer KI-Blase äußerte er sich gelassener. Die Nachfrage bleibe stark, die Angebotsknappheit halte an.
Angehobene Prognose verfehlt ihre Wirkung
Parallel zur Chip-Fabrik-Meldung hob Nokia die Jahresprognose an. Der Konzern erwartet für 2026 nun ein vergleichbares operatives Ergebnis zwischen 2,1 und 2,6 Milliarden Euro. Die geplanten Investitionsausgaben senkte das Management auf 800 bis 900 Millionen Euro, zuvor waren 900 Millionen bis eine Milliarde Euro veranschlagt.
Die Segmentzahlen zeigen breite Stärke. Der Bereich Netzwerkinfrastruktur wuchs um 12 Prozent, angetrieben von einem Plus von 19 Prozent bei optischen Netzwerken und 15 Prozent bei IP-Netzwerken. Mobile Infrastruktur legte um 6 Prozent zu. Besonders auffällig: Der Umsatz mit KI- und Cloud-Produkten verdoppelte sich nahezu, ein Anstieg von 103 Prozent auf nun 9,3 Prozent des Konzernumsatzes.
Trotz dieser Zahlen fiel die Marktreaktion eindeutig negativ aus. Ein breiterer Ausverkauf bei Technologie- und Halbleiterwerten traf Nokia zusätzlich. Bereits eingepreister KI-Optimismus und die Warnungen zur Lieferkette lösten nach den Zahlen eine Gegenbewegung aus.
Analysten bleiben trotz Kursrutsch zuversichtlich
Die Bank of America hob ihr Kursziel für Nokia von 18 auf 18,50 US-Dollar an und bestätigte die Kaufempfehlung. Unter den elf beobachtenden Analysten lautet das durchschnittliche Rating weiterhin „Buy“. Die Kursziele der Analysten implizieren gegenüber dem aktuellen Niveau ein deutliches Aufwärtspotenzial.
Technisch gilt die Aktie mit einem 14-Tage-RSI von 30,0 als überverkauft – ein Niveau, das Chartanalysten häufig als Schwelle für eine Gegenbewegung werten. Ob die verbesserte Prognose und der Arizona-Deal die kurzfristige Nervosität rund um Speicherchip-Kosten und schwächelndes klassisches Telekomgeschäft ausgleichen können, bleibt für die kommenden Wochen die entscheidende Beobachtungsgröße.
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