Gold: Inflationsdaten am 14. Oktober entscheidend
ETF-Zuflüsse und Zentralbankkäufe stützen die Nachfrage, während der US-Inflationstermin am 14. Oktober die Zinserwartungen beeinflussen könnte.
Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt am Freitag um 1,5 Prozent
- Schlusskurs bei 4.196,07 US-Dollar je Feinunze
- Gold-ETFs verzeichnen Rekordzuflüsse im Quartal
- China kauft den 23. Monat in Folge Gold
Die US-Inflationsdaten am 14.10.2026 rücken für Gold in den Mittelpunkt: Sie könnten die Zinserwartungen und damit die Nachfrage nach dem Edelmetall beeinflussen. Am Freitag hatten ein schwächerer US-Dollar und sinkende US-Renditen den Preis gestützt. Reuters zufolge bewerteten Marktteilnehmer zugleich weiterhin die Inflationsrisiken und den Zinspfad der US-Notenbank. Die Erholung steht damit vor einem neuen geldpolitischen Prüfstein.
Gold erholte sich am Freitag vom Zwei-Monats-Tief, das am Mittwoch erreicht worden war. Der Tagesschlusskurs von 4.196,07 USD je Feinunze und der Tagesanstieg von 1,5% spiegeln diese Gegenbewegung wider.
Für die Einordnung ist entscheidend, dass Reuters den Anstieg mit veränderten Währungs- und Zinsbedingungen begründet. Die jüngste Erholung ist deshalb nicht allein eine Geschichte zusätzlicher Goldkäufe. Sie steht auch im Zusammenhang mit der Bewertung des künftigen geldpolitischen Kurses.
Rekordbestände liefern den Nachfragehintergrund
Parallel zur geldpolitischen Unsicherheit zeigen die Goldfonds erhebliche Mittelzuflüsse. Der World Gold Council meldete am Mittwoch für September Zuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 67 Tonnen in physisch hinterlegte Gold-ETFs. Ihre Bestände erreichten damit einen Rekord von 4.256 Tonnen.
Diese Entwicklung liefert einen wichtigen Nachfragehintergrund für die jüngste Preisbewegung. Sie ist allerdings von den kurzfristigen Auslösern zu unterscheiden: Die Fondsstatistik beschreibt bereits erfolgte Käufe, während Dollar und Renditen am Freitag den unmittelbaren Marktimpuls lieferten.
Auch die Quartalszuflüsse erreichten nach Angaben des World Gold Council einen Rekord von 31 Milliarden US-Dollar. Damit beschränkt sich die starke Fondsnachfrage nicht auf die jüngste Monatsmeldung.
Für Anleger ergibt sich daraus eine zweigeteilte Lage. Die Nachfrage über physisch hinterlegte Fonds ist deutlich dokumentiert. Ob daraus weitere Preisunterstützung entsteht, hängt jedoch auch davon ab, wie sich die geldpolitischen Erwartungen entwickeln.
Zentralbankkäufe treffen auf Zinsunsicherheit
China setzte seine Goldkäufe im September den 23. Monat in Folge fort. Laut Reuters erhöhte die People’s Bank of China ihre Bestände auf 77,47 Millionen Feinunzen, nach 76,73 Millionen Feinunzen Ende August.
Die chinesischen Käufe ergänzen das Bild der Fondsnachfrage um einen weiteren Käuferkreis. Für die kurzfristige Preisrichtung bleibt dennoch der bevorstehende Inflationstermin relevant.
Der World Gold Council meldete am Dienstag zudem Netto-Goldkäufe der Zentralbanken von 39 Tonnen für August. Die gemeldeten Nettokäufe seit Jahresbeginn beliefen sich auf 170 Tonnen.
Gold geht somit mit belegter Nachfrage von Fonds und Zentralbanken in den nächsten Inflationstest. Die Datenveröffentlichung dürfte zeigen, ob die Zinserwartungen der jüngsten Erholung weiter Rückhalt geben können.
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