Ethereum: 255 Millionen USD liquidiert im Short-Squeeze
Ethereum-Entwickler planen Glamsterdam zunächst für Sepolia. Ein Short-Squeeze liquidierte binnen 24 Stunden Positionen über 255 Millionen USD.

Kurz zusammengefasst
- Sepolia-Aktivierung für 6. Oktober vorgesehen
- Devnet-11 startet mit 84.000 Validatoren
- Short-Positionen über 255 Millionen USD liquidiert
- Quantenresistenz bis Dezember 2029 angestrebt
Die technische Weiterentwicklung des Ethereum-Netzwerks nimmt konkrete Formen an. Die zuständigen Entwickler haben sich auf einen vorläufigen Zeitplan für die Aktivierung des nächsten großen Upgrades mit dem Namen „Glamsterdam“ geeinigt. Während die technischen Vorbereitungen laufen, sorgte ein massiver Short-Squeeze am gestrigen Handelstag für erhebliche Volatilität am Kryptomarkt.
Zeitplan für das Sepolia-Testnet steht fest
Im Rahmen der jüngsten Entwicklerkonferenz wurde der 6. Oktober als Zieltermin für die Aktivierung von Glamsterdam im Sepolia-Testnet festgesetzt. Die Implementierung soll voraussichtlich um 13:53 UTC erfolgen.
Dieser Termin gilt jedoch als provisorisch, da die Stabilität der vorangeschalteten Entwickler-Netzwerke (Devnets) entscheidend ist. Insbesondere Probleme im „Devnet-8“, bei dem ein Fehler im Zwischenspeicher für Builder-Einzahlungen auftrat, sowie Schwierigkeiten mit der Finalisierung im „Devnet-9“ hatten zuletzt für Verzögerungen gesorgt.
Um die Fehler zu beheben, startet am kommenden Montag, den 14. September, das neue „Devnet-11“ mit rund 84.000 Validatoren. Bereits für den darauffolgenden Mittwoch ist der sogenannte Gloas-Fork geplant. Branchenvertreter von Lido und Optimism betonten in diesem Zusammenhang, dass eine Netzstabilität von mindestens 24 Stunden vor einem Fork zwingend erforderlich sei.
Ziel der Entwicklergemeinschaft bleibt es, das Glamsterdam-Upgrade im vierten Quartal 2026 im Mainnet zu aktivieren, wobei ein Termin im Dezember als wahrscheinlich gilt. Ein zentraler Bestandteil des Updates ist das EIP-8037, das Anpassungen an der Gebührenstruktur für den Speicherzustand vorsieht.
Massiver Short-Squeeze treibt Kurs kurzzeitig hoch
Parallel zu den technologischen Fortschritten erlebte Ethereum gestern eine heftige Marktreaktion. Infolge der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für August, die mit einem Anstieg der Kernrate um 0,3 % gegenüber dem Vormonat etwas heißer ausfielen als erwartet, kam es zu einem klassischen Short-Squeeze.
Der Kurs sprang auf Handelsplattformen wie Bitstamp kurzzeitig über die Marke von 2.600 USD. In den letzten 30 Tagen konnte das Asset damit eine Wertsteigerung von insgesamt 34 % verzeichnen.
Dieser plötzliche Preisanstieg führte laut Daten von Coinglass zur Liquidation von Short-Positionen im Gesamtwert von rund 255 Millionen USD innerhalb von nur 24 Stunden. Allein in einer einzigen Handelsstunde wurden Positionen im Volumen von 188 Millionen USD glattgestellt.
Marktbeobachter führen diese Bewegung primär auf die technische Marktdynamik und weniger auf fundamentale Protokoll-Nachrichten zurück. Aktuell notiert der Kurs bei 2.513,21 USD und liegt damit weiterhin etwa 47 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4.763,36 USD.
Vorbereitungen auf die Post-Quanten-Ära
Über die unmittelbaren Upgrades hinaus konkretisiert die Ethereum Foundation ihre langfristige Strategie zur Sicherheit des Netzwerks. Bis Dezember 2029 soll eine umfassende Quanten-Resistenz erreicht werden. Hintergrund sind neue Forschungsergebnisse, unter anderem von Google Quantum AI, die darauf hindeuten, dass die benötigte Rechenkapazität zum Brechen gängiger Verschlüsselungsverfahren deutlich geringer sein könnte als bisher angenommen.
Der Fahrplan sieht insgesamt sechs Hard Forks vor, um die Infrastruktur gegen künftige Bedrohungen durch Quantencomputer abzusichern. Glamsterdam bildet hierbei eine wichtige Etappe Ende 2026, gefolgt vom Hegota-Upgrade im Frühjahr 2027. Ein wesentlicher Baustein ist das EIP-8288, welches Verfahren zur Aggregation von Quanten-Signaturen in das Protokoll integrieren soll.
Diese Maßnahmen sind von hoher Relevanz für Investoren, da Schätzungen zufolge ein Großteil der existierenden Ether-Bestände derzeit auf Adressen liegt, deren kryptografische Schlüssel nach heutigem Stand langfristig als anfällig eingestuft werden könnten.
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