SAP Aktie: KI-ROI springt auf 21 Prozent
Trotz nachgewiesenem ROI von KI-Projekten leidet die SAP-Aktie unter einer Sektor-Rotation hin zu Hardware-Werten.

Kurz zusammengefasst
- ROI von KI-Projekten steigt auf 21 Prozent
- Sektor-Rotation belastet Software-Titel
- Sparkurs zur Margensicherung eingeleitet
- Quartalszahlen am 23. Juli entscheidend
SAP steckt in einer kniffligen Lage. Neue Studiendaten belegen den finanziellen Erfolg der KI-Strategie. Der Aktienkurs rutscht trotzdem weiter ab. Ein Blick auf die Gründe zeigt: Nicht das Geschäft macht Anlegern Sorgen, sondern das Marktumfeld.
Die Aktie notiert aktuell bei 138,78 Euro. Das sind 1,62 Prozent weniger als am Donnerstag. Damit bewegt sich SAP nur noch gut sechs Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 130,80 Euro.
Studie zeigt messbaren KI-Erfolg
SAP hat kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen eine strikte Ruhephase eingeleitet. Trotzdem lieferte der Konzern in dieser Woche handfeste Argumente für seine KI-Strategie.
Eine gemeinsame Studie von SAP und Oxford Economics vom 15. Juli zeigt: Der durchschnittliche ROI von KI-Projekten bei Unternehmenskunden stieg weltweit auf 21 Prozent. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 16 Prozent. In Deutschland fällt der Sprung noch deutlicher aus, hier liegt der ROI bei 24 Prozent.
Besonders spannend: der Bereich „Agentic AI“. Diese KI-Agenten erledigen eigenständig komplexe Aufgaben innerhalb von ERP-Systemen. SAP hat bereits über 50 solcher Agenten in seine Kernprozesse integriert.
Die Studie deckt aber auch eine Lücke auf. 83 Prozent der Manager schätzen das Potenzial von Agentic AI als hoch ein. Nur 3 Prozent fühlen sich auf die Einführung wirklich vorbereitet. Diese Governance-Lücke dürfte SAP als Chance verstehen: Wer die Systeme liefert, kann auch bei der Umsetzung helfen.
Sektor-Rotation trifft Software-Werte
Trotz der positiven Studiendaten steht die Aktie unter Druck. Der Grund liegt nicht im eigenen Geschäft, sondern in einer Branchenrotation.
Berichte über massiv steigende Hardware-Investitionen von US-Konkurrent Oracle haben Anleger aufgeschreckt. Das Geld fließt derzeit lieber in Chip- und Hardwarehersteller wie Nvidia oder TSMC. Software-Anbieter wie SAP bleiben dabei auf der Strecke.
Hinzu kommt geopolitischer Gegenwind. Die Eskalation im Nahost-Konflikt treibt die Energiekosten nach oben. Das trifft die fertigende Industrie hart – eine der wichtigsten Kundengruppen von SAP. Die Unsicherheit zeigt sich auch am Kurs: Die annualisierte Volatilität liegt bei 36,43 Prozent, ein deutlich erhöhtes Niveau.
Sparkurs soll Marge schützen
Um die operative Marge während der teuren KI-Transformation zu verteidigen, hat das Management seit Anfang Juli die Zügel angezogen. Interne Berichte bestätigen einen weitgehenden Einstellungsstopp für nicht-KI-relevante Bereiche. Zusätzlich gilt ein striktes Verbot für nicht-essentielle Geschäftsreisen.
Der Sparkurs soll den freien Cashflow stabilisieren. Im ersten Quartal hatte eine Vergleichszahlung an Teradata über 408 Millionen Euro die Kasse belastet. Parallel läuft das Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2,6 Milliarden Euro weiter. Es soll bis Ende Juli abgeschlossen sein.
Entscheidung fällt am 23. Juli
Seit Jahresbeginn hat die Aktie 33,39 Prozent verloren. Der Blick der Anleger richtet sich nun auf den kommenden Donnerstag.
Am 23. Juli legt SAP nach Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr vor. Im Zentrum steht dabei der Cloud-Auftragsbestand. Auch die Prognose für das zweite Halbjahr dürfte entscheidend sein.
Die fundamentalen Daten aus dieser Woche liefern SAP gute Argumente. Ob sie reichen, um die Sektor-Rotation zu stoppen, entscheidet sich am Donnerstagabend.
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