CoreWeave Aktie: Stromkapazität als Trumpf

CoreWeave steigert Umsatz um 112 Prozent und verbessert Marge. Stromkapazität als strategischer Vorteil, Analysten bleiben jedoch gespalten.

Eduard Altmann ·
CoreWeave Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzsprung auf 2,58 Milliarden Dollar
  • Margenausweitung erstmals seit drei Quartalen
  • Stromkapazität als entscheidender Wettbewerbsvorteil
  • Analystenmeinungen zum Kursziel stark geteilt

CoreWeave hat im zweiten Quartal geliefert – und das nicht nur bei der reinen Umsatzzahl. Der KI-Cloud-Anbieter meldete 2,58 Milliarden Dollar Erlös, ein Plus von 112 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich über dem oberen Rand der eigenen Prognosespanne. Die Aktie reagierte in der nachbörslichen Handelsphase mit einem Sprung von rund 14 Prozent, am Mittwoch legte sie vorbörslich weiter kräftig zu.

Im Zentrum der Geschichte steht diesmal weniger die reine Wachstumsrate als die Frage, wie CoreWeave sein Geschäft strukturell verbessert. Das adjustierte Betriebsergebnis stieg auf 128 Millionen Dollar, nach nur 21 Millionen im Vorquartal und deutlich über der Zielspanne von 30 bis 90 Millionen Dollar. Die adjustierte EBITDA-Marge kletterte auf 59 Prozent von 56 Prozent – die erste sequenzielle Margenausweitung seit drei Quartalen.

Strom wird zum Flaschenhals-Vorteil

CEO Mike Intrator hob auf dem Earnings-Call die Stromkapazität als Wettbewerbsvorteil hervor: Das Unternehmen habe im zweiten Quartal mehr Leistung zugeschaltet als jeder andere „Neocloud“-Betreiber insgesamt betreibt. Die aktive Stromkapazität wuchs auf 1,5 Gigawatt, nach mehr als einem Gigawatt im Vorquartal – allein im Juni kamen über 300 Megawatt hinzu, obwohl dieser Monat weniger als vier Wochen zum Quartal beitrug.

Der Auftragsbestand liegt bei 104,2 Milliarden Dollar und klammert bereits mehr als 25 Milliarden Dollar an neuen Kundenzusagen aus, die erst zu Beginn des dritten Quartals eingegangen sind. Geschäft mit Anthropic und Meta kam im Berichtszeitraum hinzu. Trotz der operativen Fortschritte bleibt CoreWeave defizitär: Der adjustierte Nettoverlust verringerte sich zwar auf 567 Millionen Dollar von 589 Millionen, der Zinsaufwand stieg jedoch auf 640 Millionen Dollar – Folge der Gesamtverschuldung von 35,1 Milliarden Dollar.

Analysten uneins über das Kursziel

Das Zahlenwerk hat mehrere Häuser zu Anpassungen bewegt, das Bild bleibt allerdings gespalten. Compass Point bestätigte seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 150 Dollar, Rosenblatt bleibt bei 250 Dollar, während Mizuho sein Ziel auf 115 Dollar anhob und dabei eine neutrale Einstufung beibehält. Baird setzte die Marke auf 130 Dollar, Stifel bleibt mit einer Hold-Einstufung bei 120 Dollar zurückhaltender, Citizens sieht bei 180 Dollar noch Potenzial.

Die Spannweite zwischen 115 und 250 Dollar zeigt, wie unterschiedlich die Häuser die Kombination aus explosivem Wachstum und anhaltenden Verlusten gewichten. Mizuho verweist als Begründung für die Zurückhaltung auf fehlende Beweise für nachhaltige Margenhebel, andere Analysten stellen die schiere Größe des Auftragsbestands in den Vordergrund.

Für das dritte Quartal hat CoreWeave eine Umsatzprognose oberhalb der Konsensschätzungen ausgegeben. Ob sich die Marge in den kommenden Berichten weiter ausweitet oder der steigende Zinsaufwand die operativen Fortschritte auffrisst, dürfte die nächste Diskussion unter den Analystenhäusern bestimmen.

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CoreWeave Aktie

106,90 USD

+ 16,58 USD +18,35 %
KGV
KUV 7,94
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 48,11 Mrd. USD
Ø Kursziel 138,37 USD
ISIN: US21873S1087 WKN: A413X6

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