Rivian Aktie: Großorder trifft Kursrally
Rivian meldet Rekordlieferungen im zweiten Quartal und hebt Jahresprognose an. Ein Großaktionär kauft Aktienpaket im Wert von 122 Millionen Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Blockhandel über 122 Millionen Dollar
- Lieferungen übertreffen eigene Ziele
- Jahresprognose nach oben korrigiert
- Analysten bewerten R2-Start positiv
Ein Aktienpaket im Wert von 121,9 Millionen Dollar wechselt am Nachmittag den Besitzer – mitten in einer Woche, in der Rivian ohnehin schon für Gesprächsstoff sorgt. Der Elektroautobauer hat seine Jahresprognose angehoben, und der Kurs reagiert entsprechend kräftig.
Blockhandel mit Signalwirkung
Am Donnerstagnachmittag wechselten 6,49 Millionen Rivian-Aktien zu je 18,77 Dollar den Besitzer – ein Paket im Volumen von 121,9 Millionen Dollar, abgewickelt um 14:46 Uhr New Yorker Zeit. Der Preis lag 4,4 Prozent über dem Eröffnungskurs, das Volumen entsprach 0,7 Prozent des frei handelbaren Aktienbestands.
Der Handel fiel in einen ohnehin turbulenten Tag: Die Aktie legte um 8,4 Prozent zu, das Gesamtvolumen erreichte bis zum Zeitpunkt des Blockhandels 65,6 Millionen Aktien – deutlich über dem 20-Tage-Durchschnitt von 20,6 Millionen Stück zu dieser Tageszeit. Bereits im Vorfeld war die implizite Volatilität spürbar gestiegen, ein Signal für erhöhte Nervosität im Optionsmarkt.
Lieferzahlen übertreffen die eigene Zielspanne
Der Auslöser für die Kursbewegung liegt im operativen Geschäft. Rivian produzierte im zweiten Quartal 12.613 Fahrzeuge im Werk Normal, Illinois, und lieferte 12.194 Einheiten aus – mehr als die selbst gesteckte Zielspanne von 9.000 bis 11.000 Fahrzeugen. Über die vergangene Woche kletterte die Aktie um 15,6 Prozent.
Getragen wurde das Wachstum von den Modellen EDV und R1 sowie dem Anlauf der R2-Auslieferungen. Das kompakte SUV startet bei 57.990 Dollar, eine günstigere Version für rund 44.990 Dollar soll 2027 folgen. Rivian hob daraufhin die Auslieferungsprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 65.000 bis 70.000 Fahrzeuge an, nach zuvor 62.000 bis 67.000.
Am Optionsmarkt zeigt sich das Bild gemischt: Cantor Fitzgerald bleibt bei „Neutral“, verweist aber auf mögliche Nachfrageimpulse durch die wettbewerbsfähige Preisgestaltung und die Autonomie-Funktionen des R2. Needham hält an seinem Kaufrating mit Kursziel 23 Dollar fest und begründet dies mit der Begeisterung rund um den R2-Start sowie den Fortschritten bei autonomem Fahren. Neun Analysten haben ihre Gewinnschätzungen zuletzt nach oben korrigiert, der Markt rechnet für 2026 mit einem Umsatzwachstum von 33 Prozent.
Die nächste Gelegenheit, diese Erwartungen zu überprüfen, liefert der Zahlenausblick zum zweiten Quartal am 30. Juli 2026 nach Börsenschluss, begleitet von einem Audio-Webcast um 17:00 Uhr Ostküstenzeit.
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