TUI Aktie: Prognose enger gefasst
TUI reduziert die EBIT-Spanne für 2025/26 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro. Kreuzfahrten wachsen, kurzfristige Buchungen bleiben unsicher.

Kurz zusammengefasst
- EBIT-Ziel auf engere Spanne begrenzt
- Sommerbuchungen liegen fünf Prozent zurück
- Kreuzfahrtflotte auf 19 Schiffe gewachsen
- Geschäftszahlen folgen am 9. Dezember
TUI hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr eingeengt – und das kurz vor Toresschluss. Wenige Tage vor Ende des Geschäftsjahres 2025/26 zeigt sich, wie stark der Iran-Krieg und ein hartnäckiger Last-Minute-Trend das Geschäft der Reisekonzern-Gruppe geprägt haben.
Engere Spanne, gleicher Mittelwert
Statt der bisherigen Spanne von 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro rechnet TUI nun mit einem bereinigten EBIT von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro, jeweils zu konstanten Wechselkursen.
Der Mittelwert bleibt damit nahezu unverändert – im Vorjahr hatte TUI noch 1,413 Milliarden Euro erzielt. Eine Umsatzprognose legt der Konzern angesichts der anhaltenden Unsicherheiten weiterhin nicht vor; im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz bei 24,179 Milliarden Euro.
Der Grund für die enger gefasste Spanne liegt im Buchungsverhalten der Kunden. Der gebuchte Umsatz im Pauschalreisegeschäft lag für den Sommer 2026 fünf Prozent unter dem Vorjahreswert.
Immerhin: In den vergangenen vier Wochen drehte der Trend ins Positive, dort lagen die Buchungen zwei Prozent über Vorjahr. Für die Wintersaison 2026/27 zeigt sich ein ähnliches Muster – aktuell minus sieben Prozent, in den letzten vier Wochen aber nur noch minus ein Prozent.
Vorstandschef Sebastian Ebel hatte bereits im April wegen des Kriegsausbruchs im Persischen Golf die ursprüngliche Umsatzprognose gestrichen und das Gewinnziel gesenkt. Damals saßen zwei Schiffe der Kreuzfahrtlinie TUI Cruises im Persischen Golf fest, viele Kunden verschoben ihre Buchungen. Das Angebot wurde in der Folge um fünf Prozent zusammengestrichen – eine Vorsicht, die sich bis heute in der Kapazitätssteuerung widerspiegelt.
Kreuzfahrten als Wachstumsmotor
Während das Kerngeschäft mit Pauschalreisen unter dem geopolitischen Umfeld leidet, expandiert TUI beim Kreuzfahrtgeschäft weiter. Über das Joint Venture TUI Cruises wurde die Flotte in den vergangenen zwei Jahren um drei Schiffe auf nun 19 erweitert. Das jüngste Schiff, die Mein Schiff Flow, ging im Juni auf Jungfernfahrt und bringt 4.000 zusätzliche Betten in die Flotte – das erhöht die verfügbaren Passagiertage um 12 Prozent im vierten Quartal und um 17 Prozent im ersten Halbjahr des kommenden Geschäftsjahres.
Die Durchschnittspreise entwickeln sich in beiden Kerngeschäften weiterhin robust, trotz eines wettbewerbsintensiven Marktumfelds. TUI begründet das mit der Stärke des eigenen Produktportfolios und einer disziplinierten Kapazitätssteuerung, die Auslastung vor reinem Volumenwachstum priorisiert.
Die vollständigen Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2025/26 präsentiert TUI am 9. Dezember. Bis dahin bleibt der Trend zu immer kurzfristigeren Buchungen die zentrale Unsicherheit für die Wintersaison – ein Muster, das der Konzern in den kommenden Wochen genau beobachten dürfte, bevor sich die tatsächliche Nachfrage final abzeichnet.
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