Gold: 4,75 Prozent Wochenverlust nach Jobdaten
Trotz massivem Goldpreisverfall bauten große Spekulanten ihre Wetten auf steigende Kurse aus. Der Markt bleibt angespannt.

Kurz zusammengefasst
- Spekulative Long-Positionen stark ausgebaut
- Goldpreis fällt um über drei Prozent
- US-Arbeitsmarktdaten belasten Edelmetall
- Technische Unterstützungslinien unterschritten
Ein Widerspruch prägt den Goldmarkt zum Wochenstart: Große Spekulanten haben ihre Wetten auf steigende Preise massiv ausgebaut — und wurden prompt von einem heftigen Preisrutsch überrascht.
Der aktuelle CFTC-Commitments-of-Traders-Report zeigt: Nicht-kommerzielle Händler stockten ihre Netto-Long-Position in COMEX-Gold-Futures per 2. Juni um 21.760 auf 176.020 Kontrakte auf. Long-Positionen stiegen, Short-Positionen gingen deutlich zurück. Ein klares Signal spekulativer Zuversicht.
Nur: Der Goldpreis fiel genau in die Gegenrichtung.
Positionsaufbau trifft auf Renditeschock
Am Freitag verlor Gold 3,33 Prozent auf 4.352,90 US-Dollar. Auf Wochensicht beträgt das Minus 4,75 Prozent. Der RSI liegt mit 34,4 Punkten bereits im überverkauften Bereich — ein technisches Warnsignal.
Spot-Gold markierte im Wochenverlauf ein Hoch bei 4.545,55 US-Dollar, fiel dann aber auf ein Tief bei 4.311,93 US-Dollar. Der Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt von 4.639,46 US-Dollar beträgt jetzt minus 6,18 Prozent.
Auslöser waren robuste US-Arbeitsmarktdaten. Sie nährten die Erwartung länger hoher Leitzinsen. Höhere Renditen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold — das Edelmetall wirft keine laufenden Zinsen ab.
Technische Marken in Gefahr
Besonders auffällig: Das Open Interest im klassischen Gold-Future schrumpfte um 27.437 auf 326.052 Kontrakte. Mehr Netto-Optimismus bei sinkender Marktteilnahme — das macht den Markt anfällig für scharfe Bewegungen.
Gold unterschritt am Freitag die 200-Tage-Linie bei rund 4.428 US-Dollar. Auch das Mai-Tief nahe 4.367 US-Dollar wurde getestet. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.626,80 US-Dollar beträgt inzwischen 22,64 Prozent.
Die CFTC-Daten bilden den Stand vom Dienstag ab — sie erfassen den Freitagseinbruch nicht. Die große Frage für die neue Woche: Kehren Käufer nach dem Ausverkauf zurück, oder folgen weitere Abgaben?
Kommerzielle Händler stehen mit einer Netto-Short-Position von 206.345 Kontrakten weiterhin klar auf der Gegenseite. Das Spannungsfeld zwischen spekulativem Optimismus und makroökonomischem Gegenwind bleibt bestehen. Die Charttechnik zeigt eine angeschlagene, engere Marktstruktur. Makrodaten aus den USA in den kommenden Tagen könnten die nächste Richtung bestimmen.
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