SanDisk: James Foord stuft auf Verkaufen
Trotz Rekordrallye und starkem Wachstum senkt ein Top-Investor sein Votum für SanDisk auf Verkaufen.

Kurz zusammengefasst
- Downgrade von Halten auf Verkaufen
- Management dämpft Erwartungen
- RSI signalisiert überkaufte Aktie
- Analysten mehrheitlich optimistisch
Die Luft könnte dünner werden für SanDisk. Ein prominenter Anleger stufte den Speicherchip-Hersteller am 26. Mai von „Halten“ auf „Verkaufen“ herab – mitten in einer Rallye, die die Aktie 2026 um über 500 Prozent nach oben getrieben hat. Der Konflikt: starke Nachfrage trifft auf erste Warnsignale vom Management.
Der Auslöser der Skepsis
James Foord begründet sein Downgrade mit gleich mehreren Faktoren. Das Management dämpfte zuletzt die Erwartungen. Gleichzeitig gingen die ausgelieferten Speicherchips sequenziell zurück – ein Signal, dass die Nachfragedynamik nachlassen könnte. Hinzu kommt der Relative-Stärke-Index (RSI). Foord stuft ihn als „überkauft“ ein, ein klassisches Warnsignal.
Die Kursentwicklung spricht aber zunächst eine andere Sprache. Im vergangenen Monat legte die Aktie um 49 Prozent zu, über drei Monate summiert sich das Plus auf 122 Prozent. Auf Jahressicht steht sogar ein atemberaubendes Plus von 3.700 Prozent. Am Tag der Herabstufung wurde SanDisk zudem in den Russell-1000-Growth-Index aufgenommen.
Fundamentaldaten unter der Lupe
Die Zahlen des dritten Geschäftsquartals 2026 sind beeindruckend. Der Umsatz kletterte auf 5,95 Milliarden Dollar – ein Plus von 251 Prozent zum Vorjahr. Die Bruttomarge erreichte mit 78,4 Prozent ein Niveau, das die meisten Halbleiterhersteller nur träumen können. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 23,41 Dollar. Parallel dazu berichtet das Unternehmen von einem billionenschweren Auftragsbestand: 42 Milliarden Dollar stehen in den Büchern, davon über elf Milliarden Dollar durch mehrjährige Garantieverträge.
Für das vierte Quartal gibt sich das Management optimistisch. Der Umsatz soll zwischen 7,75 und 8,25 Milliarden Dollar liegen, der Gewinn pro Aktie zwischen 30 und 33 Dollar. Besonders stark wächst das Rechenzentrumsgeschäft – der Bereich steigerte seine Erlöse im dritten Quartal um 233 Prozent auf 1,467 Milliarden Dollar.
Analysten uneins, Bewertung heiß diskutiert
Die Wall Street bleibt trotz des Downgrades mehrheitlich bullish. Von 16 Analysten raten 13 zum Kauf, drei zu „Halten“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 1.517 Dollar. Extremwerte gibt es jedoch: Bernstein sieht die Aktie bei 3.000 Dollar, Melius Research bei 2.350 Dollar und Citigroup bei 2.025 Dollar.
Kritik an der Bewertung wird laut. Ein alternatives Fair-Value-Modell kommt auf gerade 264,95 Dollar – ein Bruchteil des aktuellen Kurses. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis über die letzten zwölf Monate liegt bei 50, der Forward-KGV (basierend auf den Gewinnerwartungen) bei immer noch hohen 22. Vanguard hält als größter institutioneller Investor 8,74 Prozent der Anteile.
Technische Marken als nächstes Signal
Am 25. Mai rutschte die SanDisk-Aktie in einen Abwärtstrendkanal bei 1.467 Dollar zurück – nach einem Mai-Hoch von 1.678 Dollar. Der kritische Unterstützungsbereich liegt bei 1.436 Dollar (50-Prozent-Fibonacci). Wird diese Marke geachtet, sind Kursziele zwischen 1.546 und 1.600 Dollar möglich. Ein Bruch nach unten könnte den Kurs auf 1.370 bis 1.280 Dollar drücken.
An der Börse gilt SanDisk inzwischen als Kandidat für einen Aktiensplit. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann das Management diesen Schritt geht – und ob er das Vertrauen der Anleger zusätzlich stützt oder die hohe Bewertung erst recht ins Rampenlicht rückt.
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