ServiceNow Aktie: 20 bis 30 Prozent Preiserhöhung ab heute
ServiceNow profitiert von Kapitalabflüssen aus Halbleitern. Neue Preisstruktur und starkes KI-Wachstum stützen die Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Institutionelles Kapital wechselt in Softwaretitel
- Alte Preisstufen werden heute eingestellt
- KI-Produkt Now Assist mit starkem Kundenwachstum
- Aktie notiert 17 Prozent unter Monatshoch
Der Technologiesektor sortiert sich neu — und ServiceNow gehört zu den Gewinnern. Während Halbleiterwerte zuletzt unter Druck gerieten, dreht institutionelles Kapital in Richtung Software. Die Aktie legte am Montag knapp zwei Prozent auf 88,58 Euro zu und steht damit über sieben Tage mit 8,79 Prozent im Plus.
Halbleiter-Schwäche, Software-Stärke
Der Philadelphia Semiconductor Index verlor Ende vergangener Woche 5,6 Prozent. ServiceNow profitierte direkt davon: Anleger, die aus überhitzten Chip-Titeln rotierten, trieben die Marktkapitalisierung allein in der Vortages-Session um rund 9,1 Milliarden Dollar nach oben.
BTIG bestätigte am selben Tag seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 150 Dollar. Die Begründung: Der Softwaremarkt profitiert von einer Abkühlungsphase im Hardware-Bereich. Hinzu kommt ein weiterer Rückenwind — Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs auf 2027. Das reduziert den unmittelbaren Wettbewerbsdruck auf etablierte Plattformanbieter, die gerade KI-Agenten-Funktionen in ihre Produkte integrieren.
Preismacht und KI-Wachstum
Heute läuft eine wichtige Frist ab. ServiceNow beendet seine alten Preisstufen — neue Verträge kosten laut Raymond James 20 bis 30 Prozent mehr. Das stabilisiert die Vertragsbasis und erhöht den durchschnittlichen Vertragswert strukturell.
Die Quartalszahlen untermauern das. Im ersten Quartal erzielte ServiceNow einen Abonnementumsatz von 3,671 Milliarden Dollar — ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das KI-Produkt „Now Assist“ wächst noch schneller: Die Zahl der Kunden mit einem Jahresvertragswert über einer Million Dollar stieg um 130 Prozent.
Das verbleibende Auftragsvolumen liegt bei 12,64 Milliarden Dollar — eine solide Basis, um KI-Dienste mit hohen Margen weiter auszubauen.
Technische Lage bleibt neutral
Trotz der Erholung notiert die Aktie noch 17,10 Prozent unter dem Stand vor 30 Tagen. Der RSI liegt bei 50,9 — weder überkauft noch überverkauft. Das spricht für eine technisch stabile, aber noch nicht überdehnte Erholungsbewegung.
Der Markt für autonome KI-Agenten soll bis 2030 auf 53 Milliarden Dollar wachsen. ServiceNow positioniert sich als zentrale Infrastruktur für genau dieses Segment. Ob die aktuelle Preisrunde den nächsten Wachstumsschub einleitet, zeigen die Zahlen zum zweiten Quartal — erwartet im Juli.
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