BP Aktie: Raffinerien setzen auf Diesel
BP hat Raffinerien auf mehr Dieselproduktion ausgerichtet; Mizuho hob das Kursziel an und erwartet höhere Raffineriemargen.

Kurz zusammengefasst
- Europäische Dieselmargen stiegen um über acht Prozent
- Mizuho erhöhte das Kursziel auf 56 Dollar
- Wells Fargo und JPMorgan stuften BP hoch
- Trading Statement zum dritten Quartal steht aus
BP stellt seine Raffinerien um, und der Zeitpunkt passt. Konzernchefin Meg O’Neill erklärte auf der Energy Intelligence Konferenz in London, BP habe Anlagen so angepasst, dass der Schwerpunkt von Kerosin auf Diesel rückt. Europas Dieselmargen ziehen derweil kräftig an.
Dieselmargen legen zu
Die europäischen Dieselmargen stiegen am Montag um mehr als 8 Prozent, nachdem sie in der Vorwoche deutlich gefallen waren. Marktteilnehmer warten auf Details, wie die G7-Staaten Kraftstoff aus Notreserven freigeben wollen. Im Gespräch sind 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl. Niedrigschwefeliges Gasöl notierte zuletzt rund 73 Dollar je Barrel über Brent.
Der Chef von Saudi Aramco dämpft die Hoffnung auf rasche Entspannung. Der Druck auf Rohöl und Raffinerieprodukte werde zunehmen, das Auffüllen der Reserven könne bis zu zwei Jahre dauern. Die EU-Kommission rechnet dagegen mit positiven Effekten der G7-Entscheidung auf die Ölpreise.
Mizuho hebt Kursziel an
Der Rückenwind kommt bei Analysten an. Mizuho hob das Kursziel für die BP-Aktie von 53 auf 56 Dollar und bleibt bei „Outperform“. Die Bank erwartet, dass stärkere Gas- und Raffineriemargen niedrigere Ölpreise mehr als ausgleichen. Ihre Schätzung für den bereinigten Gewinn im dritten Quartal steigt auf 1,97 Dollar je ADS, etwa 5 Prozent über dem Konsens.
Die Marktdaten stützen die These. Die europäischen Raffineriemargen verdoppelten sich im Quartal ungefähr, der britische Gaspreis NBP legte rund 40 Prozent zu. Brent lag im Schnitt bei etwa 97 Dollar je Barrel und damit 7 Prozent niedriger als im Vorquartal.
Mizuho kalkuliert mit einem freien Cashflow von 7,9 Milliarden Dollar, gut 18 Prozent über den Markterwartungen. Die Nettoverschuldung läge dann bei rund 18 Milliarden Dollar. Das wäre das obere Ende des Zielkorridors, und zwar mehr als ein Jahr vor der Frist Ende 2027. Erlöse aus dem Castrol-Verkauf von etwa 6 Milliarden Dollar sind darin noch nicht enthalten.
Hochstufungen häufen sich
Mizuho steht nicht allein. Wells Fargo und JPMorgan stuften BP auf „Overweight“ hoch, HSBC auf „Buy“. Alle verweisen auf den Schuldenabbau und das günstige Rohstoffumfeld. Evercore ISI nahm BP in die Tactical Outperform List auf und rechnet mit 15 Milliarden Dollar freiem Cashflow in der zweiten Jahreshälfte 2026. Das Kursziel liegt dort bei 52 Dollar.
Die BP-Aktie liegt seit Jahresbeginn gut 33 Prozent im Plus. Ein möglicher Dämpfer: TD Cowen hält Exportbeschränkungen für Diesel in naher Zukunft zwar für unwahrscheinlich, diskutiert sie aber. Das nächste Datenpunkt liefert das Trading Statement zum dritten Quartal, das Mizuho für die kommenden Tage erwartet.
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