SpaceX Aktie: 12 Millionen Starlink-Abonnenten
SpaceX übertrifft mit 7,8 Mrd. Dollar Umsatz die Prognosen, verzeichnet aber weiterhin Verluste. Der Ablauf der Lock-up-Frist könnte den Aktienkurs belasten.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz übertrifft Analystenerwartungen deutlich
- Starlink erreicht 12 Millionen Abonnenten
- Lock-up-Ablauf von 911,5 Millionen Aktien
- Einstieg in terrestrisches Mobilfunknetz geplant
SpaceX legt seinen ersten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen vor. Und der Auftakt gelingt: Der Umsatz übertrifft die Erwartungen der Wall Street deutlich, angetrieben von einem Boom bei Satelliteninternet. Am Dienstag bestätigte der Konzern, dass Starlink mittlerweile 12 Millionen zahlende Abonnenten zählt. Vor einem Jahr waren es noch 6 Millionen.
Umsatzsprung, Verlust schrumpft
Im zweiten Quartal erzielte SpaceX einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 6,8 Milliarden Dollar erwartet. Der Nettoverlust schrumpfte gleichzeitig auf 541 Millionen Dollar, nach noch 1 Milliarde Dollar im Vorjahresquartal.
Treiber war vor allem das Connectivity-Segment. Es wuchs um 66 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Die noch junge KI-Sparte steuerte zusätzlich 2,6 Milliarden Dollar zum Quartalsergebnis bei.
Finanzchef Bret Johnsen betonte die komfortable Liquiditätslage des Konzerns. Am Ende des Quartals verfügte SpaceX über 100 Milliarden Dollar an Barmitteln und liquiden Wertpapieren. Der Auftragsbestand liegt bei 47,5 Milliarden Dollar. Allerdings investierte das Unternehmen im selben Zeitraum 18,4 Milliarden Dollar – vor allem in Infrastruktur und den Ausbau der KI-Aktivitäten.
Starship: Der nächste große Test steht bevor
Nach dem erfolgreichen 13. Flug im Juli, bei dem der Hitzeschild des Starship erstmals seine Belastbarkeit bewies, blickt CEO Elon Musk bereits auf den nächsten Meilenstein. Ende August 2026 soll der 14. Integrierte Flugtest starten. Ziel ist der erste operative Einsatz der neuen Starlink-Satelliten der Version 3.
Zusätzlich plant SpaceX einen sogenannten „Tower Catch“ – das Auffangen der Oberstufe direkt am Startturm in Starbase, Texas. Gelingt das Manöver, wäre es ein entscheidender Schritt zur vollen Wiederverwendbarkeit der Rakete. President und COO Gwynne Shotwell bestätigte zudem, dass der Konzern bereits 49 Meilensteine im NASA-Vertrag für das Human Landing System erreicht hat. Damit bereitet sich SpaceX auf die Artemis-III-Mission vor.
Vorstoß ins Mobilfunkgeschäft
Während der Telefonkonferenz kündigte SpaceX einen strategischen Kurswechsel an: den Aufbau eines terrestrischen Mobilfunknetzes. Grundlage dafür ist ein Frequenzspektrum von 65 Megahertz, das der Konzern von EchoStar erworben hat. Statt klassischer Funktürme setzt SpaceX auf kleine Stationen, die mit Starlink-Antennen verbunden sind.
Die ersten kompatiblen Satelliten sollen bereits nächstes Jahr ins All starten. Ein kommerzieller Service ist für Ende 2027 geplant. Das Ziel: direkte Konkurrenz zu etablierten Mobilfunkanbietern, mit 5G-Konnektivität und Satelliten-Handy-Diensten. Bis 2028 sollen dafür tausende Satelliten im Einsatz sein.
Kursreaktion trifft auf Lock-up-Risiko
Die Aktie reagierte mit einem Kurssprung von 9,46 Prozent und schloss bei 108,80 Euro. Damit erholt sich das Papier spürbar von seinem 52-Wochen-Tief bei 91,04 Euro, das erst am Vortag markiert wurde. Zum bisherigen Rekordhoch von 194,46 Euro klafft dennoch weiterhin eine Lücke von über 44 Prozent.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus. Am 6. August läuft eine Lock-up-Frist aus – rund 911,5 Millionen Aktien könnten dann erstmals frei handelbar werden. Ob die positive Dynamik aus dem Quartalsbericht den möglichen Verkaufsdruck auffangen kann, wird sich in den kommenden Handelstagen zeigen.
Ein weiteres Ereignis dürfte parallel für Aufmerksamkeit sorgen: Am Mittwoch soll eine ausgebrannte Oberstufe einer Falcon-9-Rakete gezielt auf der Mondoberfläche einschlagen – ein wissenschaftliches Experiment, das unabhängig vom Börsengeschehen läuft.
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