TKMS Aktie: Bewerbung um Argentiniens U-Boot-Deal
Argentinien verhandelt über drei U-Boote im Wert von bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar; TKMS konkurriert mit Naval Group.

Kurz zusammengefasst
- Typ 209NG im argentinischen Vergabeverfahren
- Naval Group tritt mit Scorpène an
- TKMS-Auftragsbestand erreicht 20,6 Milliarden Euro
- Aktie seit Jahresbeginn 14 Prozent im Plus
Milliardenschweres Beschaffungsvorhaben in Südamerika
Argentinien treibt Pläne für die Modernisierung seiner Seestreitkräfte voran und verhandelt über den Kauf von drei konventionell angetriebenen Angriffs-U-Booten. Das Vorhaben umfasst ein finanzielles Gesamtvolumen von bis zu 2,3 Milliarden US-Dollar und ist im argentinischen Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 verankert. TKMS bewirbt sich mit dem Modell Typ 209NG um das Großprojekt. Hauptkonkurrent im Vergabeverfahren ist die französische Naval Group mit dem Entwurf Scorpène.
Beide Entwürfe erfüllen die technischen Vorgaben der Marine, wie Argentiniens Generalstabschef Marcelo Della Nogare bestätigte. Deutschland und Frankreich haben für das Beschaffungspaket jeweils eine vollständige Finanzierung über internationale Kredite angeboten. Die avisierte Vereinbarung sieht Kreditermächtigungen mit mindestens drei Jahren Tilgungsfrist vor, während Garantien und Zahlungsfristen noch final abgestimmt werden müssen.
Ziel der geplanten Beschaffung ist die Wiederherstellung operativer Fähigkeiten, die der argentinischen Marine seit dem Untergang des U-Boots ARA San Juan im November 2017 fehlen, bei dem 44 Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Als künftiger Stationierungsort für die Einheiten ist der Stützpunkt Mar del Plata vorgesehen. Parallel dazu absolvierte argentinisches Personal bereits Vorbereitungsmaßnahmen und Ausbildungen im peruanischen El Callao.
Hoher Auftragsbestand stützt das Werftengeschäft
Für TKMS eröffnet das Verfahren in Südamerika zusätzliche Perspektiven neben dem bereits gewachsenen Auftragsbuch. Ende März 2026 bezifferte das Unternehmen seinen Auftragsbestand auf den Rekordwert von 20,6 Milliarden Euro. Der Kieler Marinebauer profitierte dabei insbesondere von einer lebhaften Nachfrage nach U-Booten sowie im Bereich der Sonartechnik. Im ersten Geschäftshalbjahr lagen sowohl Umsatz als auch Gewinn über den Markterwartungen.
Flankiert wird das Marinegeschäft durch internationale Partnerschaften: Im Mai schloss das Unternehmen zudem eine Kooperationsvereinbarung mit Elbit Systems. Zugleich verzeichnete die Bundesregierung im laufenden Jahr Rüstungsexporte nach Israel im Wert von 326,5 Millionen Euro, hinter denen Marktbeobachter unter anderem U-Boot-Lieferungen vermuten.
Konsolidierung an der Börse
An den Finanzmärkten trat die Aktie zuletzt etwas kürzer. Das Papier von TKMS beendete den Handel am Freitag bei 75,20 Euro und verzeichnete auf Sicht von sieben Tagen ein Minus von 4,8 Prozent. Trotz dieses Rücksetzers behauptet der Titel seit Jahresbeginn ein Kursplus von 14 Prozent. Die anstehenden Vergabeentscheidungen im internationalen Marinebau dürften für die künftige Auslastung der Werftkapazitäten wegweisend bleiben.
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