Meta Aktie: S&P dreht den Ausblick auf negativ
Der Ratingausblick sinkt wegen belasteter Cashflows und wachsender Schulden; die Bonitätsnote AA- bleibt unverändert.

Kurz zusammengefasst
- S&P belässt das Rating bei AA-
- Freier Cashflow im dritten Quartal negativ
- Investitionen 2026 auf 135 bis 145 Milliarden Dollar erhöht
- Weitere 60 Milliarden Dollar ab 2027 geplant
Die Ratingagentur S&P Global hat ihren Ausblick für Meta von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Der Grund: Die KI-Investitionen fressen den Cashflow auf, und ein Ende der Ausgabenwelle ist nicht in Sicht. Das Rating selbst, „AA-„, bleibt vorerst unangetastet.
Rechnung ohne Rückfluss
S&P hält es für unklar, wann die KI-Erlöse die steigenden Kosten übersteigen. Meta könne seine Investitionen schwächer zu Geld machen als Wettbewerber, so die Begründung. Mehrere Konkurrenten vermieten bereits Rechenkapazität an Dritte, Meta setzt dagegen auf bessere Werbetools und neue Umsatzquellen aus KI-Anwendungen.
Meta hatte vergangene Woche die Investitionsplanung für 2026 auf 135 bis 145 Milliarden Dollar angehoben. Im dritten Quartal rutschte der freie Cashflow mit minus 2,12 Milliarden Dollar erstmals ins Negative, obwohl der Umsatz um gut 26 Prozent zulegte. Belastend wirkte zudem eine Rückstellung von 9,89 Milliarden Dollar für die Beilegung von Verfahren mit US-Generalstaatsanwälten.
S&P rechnet nun mit deutlich höheren Ausgaben. Für 2027 erwartet die Agentur Investitionen von über 225 Milliarden Dollar, für 2028 rund 252 Milliarden. Der operative freie Cashflow dürfte laut S&P 2027 mit einem Minus von 71 Milliarden Dollar seinen Tiefpunkt erreichen.
Verschuldung im Blick
Die Schulden sind das eigentliche Risiko für das Rating. Meta hat künftige Leasingverpflichtungen von 355,7 Milliarden Dollar angehäuft, im zweiten Quartal waren es noch etwa 279 Milliarden. S&P erwartet, dass die bereinigte Verschuldung bis 2028 auf das 1,3-Fache steigt. Die Schwelle für eine Herabstufung liegt beim 1,0-Fachen.
Meta hat sich bereits frisches Kapital beschafft: 37,5 Milliarden Dollar flossen über Stammaktien und Pflichtwandelanleihen. Ab Januar 2027 sind weitere 60 Milliarden Dollar über ein laufendes Aktienprogramm geplant.
Gerichtstermine im Hintergrund
Juristisch kehrt ein wenig Ruhe ein. Meta einigte sich in Los Angeles mit einer zweiten Klägerin, die dem Konzern süchtig machendes Design von Instagram und Facebook vorwirft. Die Vergleichsbedingungen sind vertraulich. Im Verfahren bleibt Snap als einziger Beklagter, die Eröffnungsplädoyers sind für den 4. November angesetzt.
Der Fall gilt als Testverfahren unter Tausenden ähnlicher Klagen. Teuer bleibt das Thema trotzdem: Ein Gericht in New Mexico verhängte kürzlich eine Strafe von 25 Milliarden Dollar, Meta kündigte Berufung an.
An der Börse blieb die Reaktion gedämpft. Die Aktie schloss am Freitag knapp 1,6 Prozent im Minus und bewegte sich nachbörslich kaum. Sie verlor die fünfte Woche in Folge, im Oktober betrug das Minus 15 Prozent, der schwächste Monat seit vier Jahren. Eine Herabstufung droht laut S&P, falls die Verschuldung dauerhaft über das 1,0-Fache steigt und der operative freie Cashflow auch nach 2028 negativ bleibt.
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