Gold: Natixis erhöht Jahresendziel auf 5.000 Dollar
Gold steigt auf 4.373,33 US-Dollar, während die DNB Goldbestände umschichtet und Natixis das Jahresendziel für 2026 auf 5.000 Dollar anhebt.

Kurz zusammengefasst
- Gold gewinnt rund ein Prozent
- DNB verlagert etwa 86 Tonnen
- Natixis hebt Ziel auf 5.000 Dollar
- Schwacher ADP-Bericht stützt Erholung
Der Goldpreis hat sich am Mittwoch von seinem jüngsten Rückschlag erholt. Die Feinunze notiert bei 4.373,33 US-Dollar und legt damit rund 1,0 Prozent zu, nachdem sie am Dienstag noch bei 4.328,81 US-Dollar geschlossen hatte. Auslöser der Erholung: Dollar und US-Anleiherenditen kamen von ihren jüngsten Höchstständen zurück, nachdem beide zuvor das Edelmetall belastet hatten.
Zuvor war Gold auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen gefallen. Grund waren ein stärkerer Dollar auf Zweiwochenhoch sowie Inflationssorgen im Zuge eines Schusswechsels zwischen den USA und dem Iran. Mehrere Fed-Vertreter, darunter der Fed-Vorsitzende Warsh, hatten zuletzt Signale für eine mögliche Zinserhöhung im September gesendet.
An den Terminmärkten wird die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt am Mittwoch mit rund 64 Prozent beziffert, nachdem sie zuvor bei bis zu 70 Prozent gelegen hatte.
Zentralbank-Bewegungen sorgen für Aufmerksamkeit
Parallel zur Zinsdebatte sorgt eine Entscheidung der niederländischen Zentralbank für Schlagzeilen. Die DNB hat zwischen März und August rund 86 Tonnen Gold von New York und Ottawa nach London verlagert – ein Teil wurde verkauft und in London neu erworben, ein anderer Teil physisch transportiert.
Der Anteil New Yorks an den nordamerikanischen Beständen sank dadurch von 31,3 auf 18,5 Prozent, jener Kanadas von 19,7 auf denselben Wert. Insgesamt hält die DNB 612,4 Tonnen Gold, Ende 2025 mit einem Wert von 72,2 Milliarden Euro bewertet.
Gouverneur Olaf Sleijpen begründete den Schritt mit geopolitischen Unruhen und dem Wunsch, im Krisenfall besser handlungsfähig zu sein: „Wir gehen davon aus, dass wir sie niemals einsetzen müssen.“
Die Deutsche Bundesbank sieht für sich indes keinen Anlass, ihrem Beispiel zu folgen. Sie lagert von ihrem Gesamtbestand von 3.350 Tonnen weiterhin 37 Prozent in New York, 51 Prozent in Frankfurt und lediglich 12 Prozent in London.
Analysten erhöhen Jahresendziel deutlich
Für zusätzlichen Rückenwind sorgte eine angehobene Prognose von Natixis. Analyst Bernard Dahdah hob sein Kursziel für das Jahresende 2026 von 4.600 auf 5.000 US-Dollar pro Feinunze an.
Als Begründung nannte er schwache Konjunkturdaten, die Erwartung einer Zinssenkung im Dezember sowie anhaltende Sorgen um die US-Staatsverschuldung, die inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten hat. Für 2027 rechnet Natixis im Jahresdurchschnitt ebenfalls mit 5.000 Dollar.
Auch andere Marktbeobachter bleiben grundsätzlich bullisch gestimmt, solange die Marke von 3.950 US-Dollar als Unterstützung hält – mit Kurszielen von bis zu 5.000 Dollar. Als nächster wichtiger Termin gilt der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, gefolgt von der Fed-Sitzung Mitte September.
Ein schwacher ADP-Bericht mit nur 38.000 neuen Stellen im Privatsektor hatte bereits am Mittwoch Zweifel an der Zinserhöhungsrhetorik der Fed geschürt und dürfte die Erholung des Goldpreises zusätzlich unterstützt haben.
Mit einem Plus von 24 Prozent auf Zwölfmonatssicht bleibt Gold trotz der jüngsten Schwankungen ein gefragtes Anlageziel – auch wenn der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 5.598,58 US-Dollar mit 22 Prozent noch beträchtlich ist.
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