Microsoft Aktie: Kapitalausgaben um 61 Prozent auf 190 Milliarden
Microsoft kündigt tausende Stellenstreichungen an, investiert aber 190 Milliarden in KI. Die Gaming-Sparte steht vor einem harten Neustart.

Kurz zusammengefasst
- Tausende Stellen in Vertrieb und Gaming betroffen
- Xbox-Sparte mit massiven Verlusten
- 190 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur geplant
- Aktie unter Druck mit elf Prozent Monatsminus
Microsoft strukturiert den Konzern um. Das neue Geschäftsjahr beginnt offenbar mit einem harten Einschnitt. Tausende Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Beratung und Gaming stehen vor dem Aus.
Umbau zum Jahresstart
Insidern zufolge will das Management die Kündigungen in der kommenden Woche offiziell machen. Betroffen ist voraussichtlich weniger als einer von 40 Beschäftigten.
Dieser Stellenabbau fällt voraussichtlich kleiner aus als im Vorjahr. Ein freiwilliges Abfindungsprogramm für US-Mitarbeiter hat den Personalüberhang bereits vorab reduziert. Im vergangenen Jahr strichen die Redmonder in zwei Wellen insgesamt rund 15.000 Stellen.
Xbox unter extremem Druck
Besonders tief schneidet Microsoft bei der Gaming-Sparte ein. Xbox-Chefin Asha Sharma warnte die Belegschaft bereits vor Wochen. Das aktuelle Geschäftsmodell funktioniere auf Dauer nicht.
Die Gründe liegen auf der Hand. Die Kosten für Hardware-Komponenten steigen massiv, während die Einnahmen sinken. Zusammen mit Content-Chef Matt Booty legte Sharma bittere Zahlen vor.
Der Konzern investierte innerhalb von fünf Jahren über 20 Milliarden US-Dollar in Spiele und Plattformen. Der Jahresumsatz der Sparte schrumpfte derweil um fast eine halbe Milliarde Dollar. Die Folge: Ein harter Reset ist unausweichlich.
Milliarden für Künstliche Intelligenz
Während Microsoft beim Personal spart, fließen gigantische Summen in die KI-Infrastruktur. Finanzchefin Amy Hood plant für das Fiskaljahr 2026 massive Investitionen. Die Kapitalausgaben sollen um 61 Prozent auf 190 Milliarden Dollar steigen.
Analysten hatten lediglich mit rund 155 Milliarden Dollar gerechnet. Hood begründet den massiven Aufschlag auch mit branchenweiten Preissprüngen. Allein höhere Komponentenkosten fressen 25 Milliarden Dollar der geplanten Ausgaben auf. Die hohe Nachfrage nach Speicherchips treibt die Preise branchenweit.
Aktie sucht einen Boden
An der Börse sorgen diese Ausgaben für Skepsis. Investoren zweifeln an der kurzfristigen Profitabilität des Software-Riesen. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 338,05 Euro. Auf Monatssicht verbucht das Papier ein Minus von knapp elf Prozent.
Trotz einer leichten Erholung in den vergangenen sieben Tagen bleibt die charttechnische Lage angespannt. Der Kurs pendelt rund elf Prozent unter der 200-Tage-Linie. Die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Wochen verdeutlicht die aktuelle Unsicherheit im Markt.
Microsoft hat die Kündigungen offiziell noch nicht bestätigt. Anleger erwarten die genauen Zahlen sowie Details zu Abfindungen in der kommenden Woche. Das Spannungsfeld zwischen massiven KI-Investitionen und strikter Kostenkontrolle bestimmt das neue Geschäftsjahr vom ersten Tag an.
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