Intesa Sanpaolo Aktie: MPS-Aktionäre ebnen Weg
Nach dem Nein der MPS-Anteilseigner zur Gegenstrategie fehlen für Intesas Angebot noch zwei italienische Genehmigungen.

Kurz zusammengefasst
- Rund 91 Prozent lehnten Lovaglio-Pläne ab
- Intesa erhöhte das Angebot um 800 Millionen Euro
- EZB hat die Übernahme bereits genehmigt
- Zwei italienische Freigaben stehen noch aus
Die Aktionäre von Monte dei Paschi haben die Verteidigungsstrategie ihres eigenen Chefs abgelehnt. Damit rückt die Übernahme durch Intesa Sanpaolo näher, und das Institut mit mehr als 550 Jahren Geschichte steht vor dem Verlust seiner Eigenständigkeit.
Abwehrplan scheitert an der Hürde
Rund 91 Prozent der Teilnehmer der Hauptversammlung am Donnerstag stimmten gegen die Pläne von MPS-Chef Luigi Lovaglio. Er hatte im August zwei Übernahmen vorgeschlagen, um Intesa auszubremsen: Banco BPM und den Vermögensverwalter Banca Generali, zusammen fast 40 Milliarden US-Dollar schwer. Für eine Genehmigung wäre eine Zweidrittelmehrheit nötig gewesen.
Den Ausschlag gaben offenbar große Anteilseigner. Delfin, Caltagirone und einige kleinere Investoren stellten sich auf die Seite von Intesa. Die Bank hatte ihr Angebot zuvor um 800 Millionen Euro Bargeld aufgestockt, mit der Bedingung, dass die Aktionäre den Abwehrplan stoppen. Insgesamt beläuft sich die Offerte nun auf rund 31,4 Milliarden Euro.
Zerschlagung und nächste Schritte
Intesas Konzept sieht eine Aufteilung von MPS vor. Die Hälfte der 1.200 Filialen soll samt Zentrale in Siena an den Versicherer Unipol gehen. Unipol will das Geschäft mit der von ihm kontrollierten Regionalbank BPER unter der Marke Monte dei Paschi zusammenführen.
Regulatorisch ist der Weg schon zum Teil geebnet. Die Europäische Zentralbank hat die Übernahme genehmigt. Es fehlen noch die Zustimmung der italienischen Börsenaufsicht und der nationalen Kartellbehörde.
Die Annahmefrist für das Angebot soll im November beginnen. Bis dahin müssen die beiden ausstehenden Freigaben vorliegen, damit Intesa den Zeitplan halten kann.
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