Graphite One Aktie: Luftgenehmigung rückt näher
Graphite One erhält grünes Licht für Luftgenehmigungsprüfung in Ohio, während der Aktienkurs weiter fällt und die operative Entwicklung ignoriert.

Kurz zusammengefasst
- Luftgenehmigungsantrag in Ohio angenommen
- Produktionsstart für 2027 geplant
- Alaska-Projekt mit Umweltprüfung 2029
- Aktie trotz Fortschritten im Abwärtstrend
Graphite One meldet einen Fortschritt bei der Genehmigung seiner Anlage in Conneaut, Ohio. Der Kurs zeigt sich davon unbeeindruckt und notiert seit Jahresbeginn 60 Prozent tiefer.
Die Umweltbehörde des US-Bundesstaats Ohio hat den Antrag des Unternehmens für eine Luftgenehmigung angenommen. Damit beginnt die technische Detailprüfung. Diese Prüfung ist eine zwingende Voraussetzung, bevor Graphite One mit dem Bau beginnen darf.
Was die Anlage in Ohio leisten soll
Die geplante Fabrik in Conneaut soll synthetisches Anodenmaterial für Lithium-Ionen-Batterien herstellen. Diese Batterien kommen in Elektrofahrzeugen und in stationären Stromspeichern zum Einsatz.
Zum Start peilt Graphite One eine Jahreskapazität von rund 10.000 Tonnen an. Später soll die Produktion auf 25.000 Tonnen jährlich steigen. Das Unternehmen rechnet mit dem Produktionsstart im vierten Quartal 2027, die volle Kapazität soll ein Jahr später folgen.
Wichtig dabei: Die Ohio-Anlage soll unabhängig vom Alaska-Projekt des Unternehmens anlaufen. Graphite One nennt das einen nicht-linearen Entwicklungsansatz. Das Ziel: früher Umsätze erzielen, statt auf die komplette Lieferkette zu warten.
Zweites Standbein in Alaska
Neben Ohio treibt Graphite One sein Graphite-Creek-Projekt in Alaska voran. Dort gilt die größte bekannte Naturgraphit-Lagerstätte der USA.
Der U.S. Army Corps of Engineers hat für dieses Projekt eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet, statt nur eine einfache Umweltbewertung durchzuführen. Graphite One begrüßt diesen Schritt und verweist darauf, von Anfang an auf diesem strengeren Prüfniveau gearbeitet zu haben. Am Zieldatum für den Produktionsstart 2029 hält das Unternehmen fest.
Beide Projekte zusammen sollen die USA unabhängiger von Graphit-Importen machen. Aktuell stammt praktisch die gesamte Naturgraphit-Versorgung des Landes aus dem Ausland, wobei China die globale Lieferkette dominiert.
Kurs spiegelt operative Fortschritte nicht wider
Trotz der regulatorischen Fortschritte bleibt der Aktienkurs unter Druck. Bei 0,502 Euro liegt das Papier rund 41 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 0,8524 Euro — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend der vergangenen Monate.
Der RSI von 28,7 signalisiert eine überverkaufte Situation. Anlagen in diesem Stadium reagieren erfahrungsgemäß empfindlich auf neue Nachrichten, in beide Richtungen.
Die nächsten Meilensteine liegen in der Zukunft: Die Detailprüfung des Luftgenehmigungsantrags in Ohio muss abgeschlossen werden, bevor der Bau starten kann. Für Graphite Creek in Alaska läuft die Umweltverträglichkeitsprüfung weiter, mit Produktionsstart-Ziel 2029.
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