Telecom Italia Aktie: Poste Italiane bietet 0,635 Euro implizit
Telecom Italia schließt Kapitalumstrukturierung ab und vereinfacht Aktienstruktur. Die Übernahme durch Poste Italiane treibt den Kurs trotz Bewertungsrisiken.

Kurz zusammengefasst
- Umwandlung von 393 Millionen Sparaktien
- Vereinfachte Aktionärsstruktur erreicht
- Übernahmeangebot von Poste Italiane
- Kursrallye trotz Bewertungsbedenken
Die Kapitalumstrukturierung von Telecom Italia ist abgeschlossen. Am Montag wurden die letzten Pflichtwandelaktien den Aktionären gutgeschrieben – der Schlusspunkt unter ein komplexes Kapitel der Unternehmensgeschichte. Der italienische Telekomkonzern hat damit seine jahrzehntealte Doppelaktienstruktur beseitigt.
Ende der Sparaktien-Ära
Insgesamt 393 Millionen Sparaktien wurden im Zuge der Pflichtumwandlung in Stammaktien getauscht. Für jede umgetauschte Sparaktie gab es eine Stammaktie plus eine Barauszahlung von 0,04 Euro. Die Sparaktien waren zuvor offiziell von der Mailänder Börse genommen worden.
Nach Abschluss des Prozesses liegt die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien bei rund 21,4 Milliarden Stück. Der Konzern ist nun deutlich schlanker aufgestellt – weniger Verwaltungskosten, klarerer Aktionärskreis.
Parallel dazu läuft die milliardenschwere Übernahme durch die staatliche Poste Italiane. Das Angebot liegt bei 0,167 Euro in bar plus 0,0218 neuen Aktien pro Telecom-Italia-Anteil – ein impliziter Wert von 0,635 Euro je Aktie. Poste Italiane hält bereits gut 27 Prozent an Telecom Italia.
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Kursrallye trotz offener Fragen
Die Börse zeigt sich bislang unbeeindruckt vom unter dem Marktpreis liegenden Angebot. Der Kurs notiert bei 0,73 Euro – rund 15 Prozent über dem impliziten Übernahmepreis. Gemessen am 52-Wochen-Tief von 0,37 Euro aus dem Juni 2025 hat sich der Aktienkurs damit fast verdoppelt.
Die Bewertung ist sportlich: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 80 – ein Vielfaches des europäischen Branchendurchschnitts. Der Markt preist offenbar deutliche Synergien und eine erfolgreiche Integration durch Poste Italiane ein.
Ob der Aufschlag gerechtfertigt ist, hängt maßgeblich vom Ausgang der Übernahme ab. Scheitert der Deal, dürfte der Kurs einbrechen. Kommt er zustande, könnte weiteres Potenzial schlummern – falls Poste Italiane nachbessern muss. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die 0,73 Euro nachhaltig sind.
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