Bayer Aktie: Finerenon-Fortschritt!
Analysten sehen Impulse im Pharmageschäft, während JPMorgan beim operativen Ergebnis unter dem Konsens bleibt.

Kurz zusammengefasst
- UBS nennt 62 Euro als Kursziel
- JPMorgan setzt das Ziel auf 61 Euro
- FDA akzeptierte Finerenon-Antrag am 8. Oktober
- Quartalszahlen für 3. November angekündigt
Bei Bayer stehen positive Einschätzungen zum Pharmageschäft einer bekannten Schwäche im Agrarbereich gegenüber. Die Analystenaktionen vom Donnerstag und Freitag ergeben deshalb ein differenziertes Bild: UBS und JPMorgan empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf beziehungsweise zur Übergewichtung.
Die Zuversicht bedeutet allerdings nicht, dass beide Häuser durchweg starke Geschäftszahlen erwarten. Gerade bei der operativen Ertragskraft bleibt JPMorgan vorsichtig.
Zwei Geschäftsfelder mit unterschiedlicher Dynamik
UBS-Analyst Matthew Weston verwies am Donnerstag auf die bekannte Schwäche der Agrarsparte. Gleichzeitig hielt er die Trends für 2026 und 2027 für intakt und betonte die anhaltende Dynamik im Pharmageschäft. Seine Kaufempfehlung verband er mit einem Kursziel von 62 Euro.
Damit beschreibt UBS kein einheitlich starkes Geschäft. Die positive Einschätzung beruht vielmehr darauf, dass Weston trotz der Belastungen im Agrarbereich an den längerfristigen Trends festhält. Im Fokus steht für ihn außerdem die US-Zulassung von Asundexian. Diese bleibt damit ein wesentlicher Punkt seiner Einschätzung und ist nicht als bereits erfolgte Zulassung zu verstehen.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser bestätigte am Freitag seine Empfehlung zur Übergewichtung mit einem Kursziel von 61 Euro. Seine Umsatzschätzung liegt 2 Prozent über dem Konsens. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erwartet er dagegen einen Wert 6 Prozent unter der Konsensschätzung.
Die Abweichungen zeigen, weshalb Umsatz und Ergebnis getrennt betrachtet werden müssen. Ein höherer Erlösansatz geht bei Vosser nicht mit einer entsprechend höheren Gewinnerwartung einher. Zugleich rechnet JPMorgan mit einer Bestätigung des Jahresausblicks. Das wäre aus Sicht des Hauses ein Zuversichtsfaktor, ist aber weiterhin eine Erwartung.
Finerenon liefert einen konkreten Fortschritt
Einen belegten Fortschritt im Pharmageschäft meldete Bayer am 8. Oktober: Die US-Arzneimittelbehörde FDA akzeptierte den ergänzenden Zulassungsantrag für Finerenon. Er betrifft die Behandlung Erwachsener mit chronischer Nierenerkrankung ohne Diabetes und stützt sich auf Ergebnisse der Phase-III-Studie FIND-CKD.
Die Annahme des Antrags ist dabei von einer Zulassung zu unterscheiden. Sie markiert einen Verfahrensschritt für die beantragte Anwendung, aber noch keine Genehmigung. Für Anleger ergänzt dieser konkrete Fortschritt die positive Einschätzung der Pharmadynamik, ohne die Ergebnisrisiken im übrigen Geschäft aufzuheben.
Der nächste angekündigte Prüfpunkt sind die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 3. November. Entscheidend ist dann, ob Bayer die von den Analysten beschriebene Kombination bestätigt: Rückenwind im Pharmageschäft, Belastungen im Agrarbereich und einen dennoch tragfähigen Jahresausblick.
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