Kraken Robotics Aktie: 35-Millionen-Dollar-Aufträge gemeldet
Kraken Robotics hebt nach der Covelya-Übernahme die Umsatzprognose deutlich an. Analysten sehen die Aktie unterbewertet, der Kurs bleibt aber unter dem Jahreshoch.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzprognose fast verdoppelt
- Covelya-Übernahme für 615 Mio. CAD
- Auftragsbestand bei 327 Mio. USD
- Analyst sieht Aktie unterbewertet
Kraken Robotics hat am heutigen Montag im Frankfurter Handel deutlich zugelegt, nachdem das kanadische Unterwassertechnologie-Unternehmen seine Jahresprognose kräftig angehoben hat. Grund dafür ist die am 2. Juli abgeschlossene Übernahme der Covelya Group für rund 615 Millionen kanadische Dollar, die dem Unternehmen laut eigenen Angaben zusätzliche Umsatzkraft verschafft.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Kraken Robotics nun mit Umsätzen zwischen 290 und 320 Millionen kanadischen Dollar. Zuvor hatte das Management eine Spanne von 165 bis 175 Millionen kanadischen Dollar in Aussicht gestellt. Beim bereinigten EBITDA erwartet das Unternehmen 65 bis 75 Millionen kanadische Dollar. Die Integration von Covelya soll binnen 24 Monaten Synergien von rund 10 Millionen kanadischen Dollar heben.
Auftragslage stützt die Wachstumsstory
Neben der Übernahme verweist Kraken Robotics auf eine spürbar verbesserte Auftragslage. Am 20. Juli meldete das Unternehmen zusätzliche Bestellungen im Volumen von 35 Millionen US-Dollar. Der gesamte Auftragsbestand für das laufende Jahr summiert sich damit auf rund 327 Millionen US-Dollar. Im ersten Quartal 2026 war der Umsatz bereits um 35 Prozent auf 21,7 Millionen US-Dollar gestiegen, das Produktgeschäft legte sogar um die Hälfte zu. CEO Greg Reid betonte, dass Produkte inzwischen für mehr als 75 Prozent des Umsatzes stehen. Als Ausbauschritt errichtet Kraken Robotics zudem eine rund 60.000 Quadratfuß große Batteriefertigung in Nova Scotia; parallel plant das Unternehmen ein Listing an der Toronto Stock Exchange.
National Bank Financial reagierte auf die Nachrichtenlage mit einer positiven Einschätzung: Analyst Mike Stevens sieht Kraken Robotics durch die Covelya-Übernahme in einer verdreifachten Größenordnung und stuft die Aktie als unterbewertet ein. Die Einschätzung fügt sich in ein insgesamt konstruktives Bild, das die jüngste Nachrichtenlage rund um Auftragseingang, Umsatzprognose und Übernahmestrategie zeichnet.
Kurs bleibt trotz Kurssprung unter Vorjahreshoch
Der Kurssprung im Frankfurter Handel setzt einen Kontrapunkt zur mittelfristigen Kursentwicklung. Die Aktie notiert aktuell bei 3,69 Euro und liegt damit weiterhin rund 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,79 Euro, das im März markiert wurde. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 73 Prozent, was zeigt, wie stark die Aktie im vergangenen Jahr insgesamt zugelegt hat, bevor sie zuletzt deutlich zurückkam.
Für Anleger bleibt die Diskrepanz zwischen der operativen Dynamik und der Kursentwicklung der letzten Monate der zentrale Punkt. Die massiv erhöhte Umsatzprognose, der hohe Auftragsbestand und die laufende Integration von Covelya sprechen für ein Unternehmen, das seine Marktposition ausbaut. Gleichzeitig zeigt der deutliche Abstand zum Jahreshoch, dass der Markt die Übernahme und die damit verbundene Verwässerung bislang nicht vollständig honoriert hat.
Entscheidend für die weitere Kursrichtung dürften die Quartalsergebnisse werden, die Kraken Robotics für Ende August angekündigt hat. Sie werden erste konkrete Zahlen zur Integration von Covelya liefern und zeigen, ob sich die optimistische Prognose für das Gesamtjahr in belastbaren Quartalszahlen niederschlägt. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen der positiven Nachrichtenlage rund um Aufträge und Übernahme auf der einen und der volatilen Kursentwicklung der vergangenen Wochen auf der anderen Seite gefangen.
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