SoftBank Aktie: 60 Milliarden Yen Anleihen
SoftBank Group emittiert Anleihen über 400 Mio. Dollar für KI-Engagement und reduziert Kreditlinie. Der Konzern verkauft zudem seine Boston-Dynamics-Anteile.

Kurz zusammengefasst
- Anleiheemission über 60 Milliarden Yen
- Fokus auf KI-Investitionen und OpenAI
- Verkauf der Boston-Dynamics-Anteile
- S&P hebt Ausblick auf stabil an
Der japanische Technologieinvestor SoftBank Group rüstet sich finanziell für eine massive Ausweitung seiner Engagements im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Unternehmen kündigte die Emission von Anleihen im Volumen von 60 Milliarden Yen an, was etwa 400 Millionen US-Dollar entspricht. Die Emission, die sich an institutionelle Investoren richtet und für die Woche ab dem 27. Juli geplant ist, besteht aus zwei Tranchen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren. Als Konsortialführer fungieren Daiwa, Nomura und SMBC Nikko.
Strategische Refinanzierung und verbessertes Kreditprofil
Die neuen Mittel sind explizit für Investitionen in KI-Technologien vorgesehen. Ein zentraler Pfeiler dieser Strategie ist die Beteiligung an OpenAI, die bis Ende 2026 ein Volumen von über 60 Milliarden US-Dollar erreichen soll. Parallel zur Kapitalaufnahme konnte SoftBank seine Kreditstruktur optimieren: Ein durch die OpenAI-Beteiligung besichertes Margin-Darlehen wurde von zuvor rund 10 Milliarden auf nun 6 Milliarden US-Dollar reduziert.
Diese Maßnahmen finden vor dem Hintergrund einer positiven Einschätzung durch die Ratingagentur S&P statt. S&P hob den Ausblick für die Kreditwürdigkeit der SoftBank Group von „negativ“ auf „stabil“ an, während das Rating selbst bei BB+ belassen wurde. Die Analysten honorieren damit die Bemühungen um eine stabilere Kapitalbasis und eine transparentere Finanzierung der ambitionierten Wachstumsziele.
Vollständiger Rückzug von Boston Dynamics
Während SoftBank massiv in generative KI investiert, trennt sich der Konzern von einer seiner bekanntesten Beteiligungen im Bereich der Robotik. Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai Motor Group übernimmt den verbliebenen Anteil von 9,65 Prozent an Boston Dynamics von SoftBank. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 320 Millionen US-Dollar. Mit diesem Schritt endet die Ära von SoftBank als Miteigentümer des für seine humanoiden Roboter bekannten Unternehmens. Nach dem Abschluss halten HMG Global 62,5 Prozent, der Hyundai-Vorsitzende Chung Eui-sun 25 Prozent und Hyundai Glovis 12,5 Prozent an Boston Dynamics. Ein Börsengang des Robotik-Spezialisten an der Nasdaq wird für das Jahr 2028 angestrebt.
Ambitionierte Vision trotz Marktturbulenzen
Die strategischen Weichenstellungen erfolgen in einer Phase hoher Volatilität im globalen Technologiesektor. Die SoftBank-Aktie verzeichnete über einen Zeitraum von 30 Tagen einen Rückgang von 20,52 Prozent und ging am Freitag mit einem Schlusskurs von 30,60 Euro aus dem Handel. Der breitere Markt für Halbleiter und KI-Anwendungen steht derzeit unter Druck, ausgelöst durch die Veröffentlichung des chinesischen KI-Modells Kimi K3, das Zweifel an der künftigen Dominanz US-amerikanischer Infrastruktur weckte. Zudem belastet ein massiver Ausverkauf am südkoreanischen Aktienmarkt die Stimmung im asiatischen Technologiesektor.
SoftBank-Chef Masayoshi Son zeigt sich von den kurzfristigen Schwankungen jedoch unbeeindruckt. Er bezeichnete Warnungen vor einer „KI-Blase“ als unbegründet und prognostizierte, dass bis zum Jahr 2040 jährliche Investitionen von rund 5 Billionen US-Dollar in die KI-Infrastruktur notwendig sein werden. Laut Son könnten KI-gestützte Industrien bis dahin etwa 20 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Um diese Vision zu stützen, erweitert SoftBank zudem seine Aktivitäten in Japan: Die Telekommunikationssparte des Konzerns gründete ein Joint Venture mit den koreanischen Unternehmen Cosmos Lab und DeltaX, um in Osaka Großbatterien und Energiespeicher für KI-Rechenzentren zu produzieren. Bis zum Geschäftsjahr 2030 wird in diesem Bereich ein Jahresumsatz von 100 Milliarden Yen angestrebt.
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