BYD Aktie: Szeged-Fabrik unter EU-Beobachtung wegen Arbeitsbedingungen
BYD verzeichnet Rekordexporte, während der chinesische Heimatmarkt einbricht. Analysten sehen trotz Preiskampf und EU-Druck Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Rekordhohe Exportzahlen im April
- Heimatmarkt mit deutlichem Absatzminus
- Preiskrieg und Förderstopp belasten Margen
- EU prüft Arbeitsbedingungen in Ungarn
Im Ausland bricht BYD einen Verkaufsrekord nach dem anderen. Auf dem chinesischen Heimatmarkt kämpft der Konzern dagegen mit einem massiven Nachfrageeinbruch. Bei dem Elektroautobauer klaffen globale Ambition und lokale Realität derzeit weit auseinander. Das spiegelt sich im Aktienkurs wider. Das Papier bewegt sich nach einem drastischen Absturz seit dem Rekordhoch im Mai 2025 kaum noch vom Fleck.
Globale Expansion stützt das Geschäft
Im April verschiffte der Konzern 134.542 Fahrzeuge ins Ausland— ein Sprung von knapp 71 Prozent zum Vorjahr. Exporte machen mittlerweile fast 43 Prozent der monatlichen Gesamtverkäufe aus.
Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in Europa. In Großbritannien stieg BYD in den ersten vier Monaten des Jahres zur meistverkauften Elektroauto-Marke auf. Der chinesische Hersteller verdrängte etablierte Platzhirsche wie Tesla, BMW und Volkswagen. Er sicherte sich über sieben Prozent Marktanteil. Auch in Brasilien übernahm das Unternehmen kürzlich erstmals die Führung bei den markenübergreifenden Fahrzeugverkäufen.
Preiskampf in China belastet
Während das internationale Geschäft floriert, schrumpft der Heimatmarkt. Im Frühjahr sanken die Auslieferungen von Pkw mit alternativen Antrieben in China den achten Monat in Folge. Mit 314.100 verkauften Einheiten lag der Absatz knapp 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Ein brutaler Preiskrieg und das Ende staatlicher Förderprogramme setzen die Margen unter Druck. Hinzu kommen steigende Hardwarekosten in der Lieferkette. Um den finanziellen Belastungen entgegenzuwirken, hob das Management die Preise für optionale Software-Upgrades beim autonomen Fahren um mehr als ein Fünftel an.
Gegenwind in Europa
Trotz der Verkaufserfolge in Europa droht nun politischer Ärger. EU-Parlamentarier fordern die Europäische Kommission auf, Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen beim Bau der neuen BYD-Fabrik im ungarischen Szeged zu prüfen. Die Organisation China Labor Watch wirft beauftragten Baufirmen vor, Arbeiter systematisch zu Sieben-Tage-Wochen und Schichten von über zwölf Stunden zu drängen.
Brisant ist dabei die Wahl der Subunternehmer. Eine beteiligte Baufirma gehört zu einem Konzern, der bereits 2024 in einen Skandal um sklavenähnliche Arbeitsbedingungen in Brasilien verwickelt war. Das geplante ungarische Werk soll künftig 300.000 Autos pro Jahr fertigen und bildet das Rückgrat der europäischen Expansionsstrategie.
Analysten bleiben optimistisch
Die Börse reagiert bislang abwartend. Die Aktie pendelt knapp unter der Marke von 100 Hongkong-Dollar. Analysten halten dem Autobauer jedoch die Treue. Citigroup bestätigt die Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 142 Hongkong-Dollar.
Die Experten der US-Bank erwarten für das zweite Quartal einen operativen Kerngewinn von bis zu 11,3 Milliarden Renminbi. Voraussetzung dafür ist, dass das Exportvolumen hoch bleibt und sich die Verkaufspreise in China stabilisieren.
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