Tesla Aktie: AQ26002 bringt Cybercab-Audit

Tesla bringt autonome Cybercabs in Austin an den Start, während die NHTSA Zulassung und Selbstzertifizierung der Flotte prüft.

Felix Baarz ·
Futuristisches autonomes Fahrzeug in einer modernen, nächtlichen Stadtumgebung (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kommerzieller Cybercab-Betrieb in Austin
  • NHTSA untersucht Zulassung der Fahrzeuge
  • Tesla beantragte keine Ausnahmegenehmigung
  • Aktie seit Jahresbeginn 22 Prozent schwächer

Der Elektroautobauer Tesla hat in Austin den kommerziellen Betrieb seiner fahrerlosen Cybercabs aufgenommen. Doch der lang erwartete Start des Dienstes ohne Lenkrad und Pedale wird unmittelbar von regulatorischen Hürden überschattet.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, um die Sicherheit und die Rechtmäßigkeit der Selbstzertifizierung dieser autonomen Flotte zu prüfen. Während das Unternehmen die Technologie erstmals zahlenden Kunden zugänglich macht, steht nun die Frage im Raum, ob die Fahrzeuge die strengen gesetzlichen Anforderungen für den Straßenverkehr erfüllen.

Behördliches Audit nach kommerziellem Start

Die NHTSA eröffnete das Audit mit dem Aktenzeichen AQ26002 unmittelbar nach dem Start des Dienstes am Donnerstag. Die Untersuchung umfasst rund 1.000 Cybercabs und konzentriert sich auf die Zulassung der Fahrzeuge, die vollständig auf herkömmliche Bedienelemente wie Lenkrad, Pedale oder Rückspiegel verzichten.

Jonathan Morrison, Administrator bei der NHTSA, erklärte dazu, dass die Behörde zwar die sichere Entwicklung autonomer Technik unterstütze, aber die strikte Einhaltung bestehender Sicherheitsgesetze sicherstellen müsse.

Ein zentraler Punkt der Prüfung ist, dass Tesla bisher keine offizielle Ausnahmegenehmigung beantragt hat, wie sie für Fahrzeuge ohne Standard-Bedienelemente eigentlich erforderlich ist. Der Wettbewerber Zoox etwa operiert unter einer solchen Sonderregelung, die jedoch die Flottengröße auf 2.500 Einheiten pro Jahr begrenzt.

Tesla gibt hingegen an, bereits über Produktionskapazitäten von mehr als 125.000 Fahrzeugen jährlich zu verfügen und plant, das Cybercab langfristig zu einem Preis von unter 30.000 US-Dollar anzubieten.

Technische Details und wirtschaftlicher Wettbewerb

In Austin sind derzeit 45 Cybercabs registriert. Zum Vergleich: Der Konkurrent Waymo betreibt in derselben Region bereits 988 autonome Fahrzeuge. Erste Berichte über den neuen Dienst deuten zudem auf wirtschaftliche Herausforderungen hin.

Eine Testfahrt über eine kurze Distanz kostete demnach rund 15 US-Dollar, womit der Dienst teurer ausfiel als klassische Angebote von Uber. Technisch sind die Fahrzeuge mit einem 219 PS starken Motor und einer 48-kWh-Batterie ausgestattet, wobei sie ausschließlich induktiv, also ohne Ladekabel, geladen werden.

Ashok Elluswamy, Leiter der KI-Entwicklung bei Tesla, verwies darauf, dass die fahrerlose Flotte bereits 380.000 Meilen ohne Unfälle zurückgelegt habe. Dennoch kam es bereits zu ersten Zwischenfällen: Ein Robotaxi in Austin stoppte zwar vor Pollern, setzte die Fahrt dann jedoch fort und rammte die Hindernisse.

Analysten der Royal Bank of Canada (RBC) äußerten sich zudem skeptisch und verwiesen auf viele offene Fragen zu den tatsächlichen Produktionsraten. Gene Munster von Deepwater Asset Management hingegen erwartet, dass die Flotte bereits im nächsten Monat auf 300 Einheiten anwachsen könnte.

Entwicklung an den Märkten

Die Anleger reagierten auf die Mischung aus operativem Fortschritt und regulatorischem Druck verhalten. Am gestrigen Montag schloss das Papier mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent bei einem Kurs von 307,40 Euro. Trotz dieser kurzfristigen Stabilisierung bleibt die mittelfristige Bilanz an der Börse belastet: Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 22 Prozent.

Die weitere Kursentwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell Tesla die Bedenken der NHTSA ausräumen kann. Sollte die Behörde zu dem Schluss kommen, dass die Selbstzertifizierung nicht rechtmäßig war, drohen im schlimmsten Fall Rückrufe oder strikte Beschränkungen der Flottengröße.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die internationale Präsentation voran: Ausstellungsstücke des Cybercab sollen am Mittwoch in Hongkong gezeigt werden, bevor im weiteren Verlauf des Monats Präsentationen in Peking und Tokio folgen.

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Tesla Aktie

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