Rheinmetall Aktie: JPMorgan senkt auf Neutral ab
JPMorgan stuft Rheinmetall herab und senkt Kursziel deutlich. Die Aktie fällt auf ein neues 52-Wochen-Tief, während andere Analysten optimistisch bleiben.

Kurz zusammengefasst
- Kurs stürzt über zehn Prozent ab
- JPMorgan senkt Ziel auf 1.500 Euro
- Wachstumsprobleme und Ausführungsrisiko kritisiert
- CEO Papperger kauft Aktien für eine Million Euro
JPMorgan hat Rheinmetall herabgestuft — und der Markt reagiert scharf. Die Aktie fiel am Freitag auf ein neues 52-Wochen-Tief von 1.214 Euro, ein Tagesverlust von mehr als zehn Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf rund 24 Prozent.
Zwei Kritikpunkte, ein Kursziel-Schnitt
JPMorgan-Analyst David Perry senkte das Kursziel von 2.130 auf 1.500 Euro und stufte die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Grundsätzlich bleibt die Bank positiv für die deutschen Verteidigungsausgaben — mindestens fünf Jahre starkes Wachstum seien realistisch. Allerdings sieht Perry zwei strukturelle Schwachstellen.
Erstens habe Rheinmetall in vier der letzten sechs Quartale die Erwartungen verfehlt, was auf Wachstumsprobleme hindeutet. Zweitens wächst das Ausführungsrisiko: Seit Ende 2024 kündigte der Konzern mindestens zehn neue Joint Ventures und Partnerschaften in Bereichen wie Satelliten, Drohnen, Raketen und Marineschiffe an — plus drei Akquisitionen seit 2022. Perry senkte seine Gewinnschätzungen für 2027 bis 2030 um jährlich drei bis fünf Prozent.
Andere Analysten halten dagegen
Nicht alle Häuser folgen dem Votum. Bernstein-Analyst Adrien Rabier bestätigte am Freitagmorgen seine „Outperform“-Einstufung mit einem Kursziel von 2.050 Euro. Die UBS senkte ihr Ziel, bleibt aber bei „Buy“. Goldman Sachs stuft die Umsatzdelle als reines Timing-Thema ein — ebenfalls mit Kaufempfehlung.
Maritime Expansion und Insider-Käufe
Inmitten des Kursdrucks treibt Rheinmetall seine Marineambitionen voran. Der Konzern stieg mit einem unverbindlichen Angebot in das Rennen um die Kieler Werft German Naval Yards ein — in direkter Konkurrenz zu Thyssenkrupp Marine Systems, das bereits im Januar ein Angebot abgegeben hatte. CEO Armin Papperger erklärte, der Due-Diligence-Prozess laufe bereits, ein verbindliches Angebot könnte in den kommenden Wochen folgen. Ferner verfolgt Rheinmetall gemeinsam mit der Schweizer MSC die Übernahme einer insolventen Werft in Rumänien.
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Papperger kaufte zuletzt eigene Aktien für insgesamt rund eine Million Euro — Käufe am 7. und 8. Mai zu Kursen zwischen 1.303 und 1.405 Euro. Ein klares Bekenntnis zur eigenen Aktie, das den Kursrutsch bislang nicht bremsen konnte.
Prognose steht, Markt zweifelt am Timing
Das Management hält an seiner Jahresguidance fest: 40 bis 45 Prozent Umsatzwachstum, eine operative Marge von rund 19 Prozent und eine Cash-Conversion-Rate von über 40 Prozent. Papperger kündigte für das zweite Quartal eine Beschleunigung mit „großvolumigen Beauftragungen“ in Marine und Fahrzeuge an.
Das klassische Spannungsfeld zwischen bestätigtem Ausblick und schwächerer Ergebnisdynamik im Kurzfristbild dürfte die Aktie belasten, bis das zweite Quartal konkrete Zahlen liefert — voraussichtlich im Juli.
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