Allianz Aktie: JPMorgan und Goldman auf 460–465 Euro
Nach Rekordzahlen heben Goldman Sachs und JPMorgan ihre Kursziele für die Allianz-Aktie an. Analysten bleiben jedoch uneins über die weitere Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Goldman Sachs erhöht Ziel auf 465 Euro
- JPMorgan hebt Ziel auf 460 Euro an
- Rekordquartal mit 4,9 Milliarden Euro Ergebnis
- Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch
Zwei große Investmentbanken haben ihre Kursziele für die Allianz-Aktie binnen weniger Tage nach oben angepasst. JPMorgan hob am Freitag das Ziel auf 460 Euro an, beließ die Einstufung aber auf „Neutral“. Zuvor hatte bereits Goldman Sachs am 12. August das Kursziel von 450 auf 465 Euro erhöht und die Einstufung „Buy“ bestätigt. Die Anhebungen fallen in eine Phase, in der die Aktie nahe ihrem Rekordhoch notiert.
Rekordzahlen als Fundament der neuen Ziele
Die Grundlage für den Optimismus der Analysten legte der Versicherungskonzern vergangenen Donnerstag mit den Halbjahreszahlen. Das operative Ergebnis erreichte im zweiten Quartal 4,9 Milliarden Euro, ein Rekordwert.
Für das erste Halbjahr summierte sich das operative Ergebnis auf 9,4 Milliarden Euro, ebenfalls ein neuer Höchststand. Das Unternehmen bestätigte zugleich die Jahresprognose von 17,4 Milliarden Euro operativem Ergebnis, mit einer Schwankungsbreite von plus/minus einer Milliarde Euro.
Das gesamte Geschäftsvolumen kletterte im zweiten Quartal auf 45,6 Milliarden Euro, das interne Wachstum lag bei 5,7 Prozent. Reuters berichtete allerdings, dass der bereinigte Nettogewinn im gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent auf 2,595 Milliarden Euro sank. Als Ursache nannte die Nachrichtenagentur Restrukturierungskosten für IT-Vermögen – ein Sondereffekt, der das operative Bild trübt, ohne die strukturelle Ertragskraft infrage zu stellen.
Uneinheitliches Bild unter den Analysten
Nicht alle Häuser teilen den Optimismus von Goldman Sachs und JPMorgan uneingeschränkt. UBS beließ ihr Kursziel bereits am Tag der Zahlenvorlage bei 430 Euro und die Einstufung auf „Neutral“ – ein Niveau, das unter dem aktuellen Kurs liegt.
Jefferies zeigte sich noch deutlich zurückhaltender und beließ das Kursziel bei 325 Euro mit der Einstufung „Hold“. Die Spanne der Kursziele zwischen 325 und 465 Euro verdeutlicht, wie unterschiedlich die Bewertungsmodelle die Nachhaltigkeit des Rekordergebnisses und die Wirkung der IT-Restrukturierung einschätzen.
Kursreaktion nahe historischem Hoch
Die Aktie notierte am Dienstag vorbörslich bei 439,50 Euro, ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Das 52-Wochen-Hoch von 443,80 Euro, erreicht am 6. August, liegt nur rund ein Prozent entfernt.
Auf Sicht von 30 Tagen verteuerte sich das Papier um 4,5 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 12 Prozent zu Buche. Damit hat die Aktie den Bewertungssprung der jüngsten Kurszielanhebungen bereits teilweise vorweggenommen – die neuen Ziele von Goldman Sachs und JPMorgan liegen nur noch moderat über dem aktuellen Niveau.
Für Anleger ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Die operative Stärke des Konzerns ist durch die Rekordzahlen belegt, doch die Bewertungsspielräume nach oben erscheinen angesichts der bereits erfolgten Kursrally begrenzter als noch vor den Halbjahreszahlen. Die breite Spanne der Kursziele – von Jefferies‘ vorsichtigen 325 Euro bis zu Goldmans 465 Euro – spiegelt diese Unsicherheit über die künftige Ertragsentwicklung wider.
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