Rocket Lab Aktie: Curveball-Start Mittwoch vor Kurstest
Rocket Lab verliert vor dem HASTE-Start an Börsenwert, während Analysten und institutionelle Investoren auf langfristiges Wachstum setzen.

Kurz zusammengefasst
- Kurs fällt vor geheimer Mission
- HASTE-Programm mit Rüstungsverträgen
- Analysten bestätigen Kaufempfehlung
- SpaceX-IPO als Marktfaktor
Während Rocket Lab die letzten Vorbereitungen für seinen nächsten Raketenstart trifft, gibt die Aktie nach. Am Dienstag fiel der Kurs um knapp fünf Prozent auf 93,10 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 43 Prozent — das Bild ist also gespalten.
Hyperschall-Mission kurz vor dem Start
Am Mittwochabend (Ortszeit) hebt die „Curveball“-Mission vom Wallops Flight Facility in Virginia ab. Es handelt sich um einen suborbitalen Flug im Rahmen des HASTE-Programms — kurz für Hypersonic Accelerator Suborbital Test Electron. Die Nutzlast ist als Verschlusssache eingestuft, Details bleiben geheim.
Das Programm nutzt eine modifizierte Version der Electron-Rakete als Testträger für Hyperschalltechnologien. Anfang des Jahres sicherte sich Rocket Lab einen 190-Millionen-Dollar-Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium für 20 HASTE-Starts über vier Jahre. Der Mittwochsflug ist damit kein Einzelprojekt, sondern Teil einer laufenden Rüstungspartnerschaft.
Analysten und Institutionelle bleiben bullish
Stifel-Analyst Erik Rasmussen bekräftigte am Dienstag seine Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 132 Dollar — das höchste aller Analysten in dieser Abdeckung. Er verweist auf das wachsende Portfolio aus Startdiensten und komplexen Raumsystemen.
Hinzu kommt frisches institutionelles Kapital: Die Winton Group hat eine neue Position aufgebaut und rund 25.900 Aktien erworben. Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt bei rund 2,2 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 108 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuletzt kam ein 90-Millionen-Dollar-Auftrag der US Space Force hinzu, bestätigt am 7. Juni.
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SpaceX-IPO als Joker
Ein Faktor, den Marktbeobachter genau verfolgen: Am Freitag beginnt der Handel mit SpaceX-Aktien. Rocket Lab gilt als wichtigster börsennotierten Proxy für Anleger, die Zugang zum privaten Raumfahrtsektor suchen. Manche Analysten warnen vor einem „Sell the News“-Effekt, sobald SpaceX direkt handelbar ist.
Allerdings hat Rocket Lab ein eigenständiges Profil. Die Verteidigungsverträge laufen unabhängig von SpaceX. Die Neutron-Rakete — ein größeres Trägersystem für den kommerziellen Markt — soll Ende 2026 debütieren und eröffnet eine weitere Wachstumsperspektive.
Technisch liegt der Kurs mit 93,10 Euro noch rund zehn Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 85 Euro. Der RSI von 44,8 signalisiert neutrales Terrain. Vom Allzeithoch bei 133,80 Euro Ende Mai hat die Aktie gut 30 Prozent abgegeben — der mittelfristige Aufwärtstrend ist intakt, aber die Luft nach oben dünner geworden. Der Ausgang des Mittwochstarts dürfte kurzfristig als Stimmungsindikator wirken: Ein reibungsloser Flug stärkt die Glaubwürdigkeit im Rüstungsgeschäft, ein Problem würde den Druck auf den Kurs erhöhen.
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