BioNTech Aktie: 47,9 Prozent Ansprechrate bei Endometriumkarzinom

BioNTech präsentiert auf der ASCO-Konferenz vielversprechende Krebsdaten. Analysten sehen die Woche als entscheidend für den Wandel vom COVID- zum Onkologie-Unternehmen.

Felix Baarz ·
BioNTech Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Krebsdaten im Fokus der ASCO-Woche
  • ADC-Kandidat mit hoher Ansprechrate
  • FDA-Status für Endometriumkarzinom-Kandidat
  • Stellenabbau zur Finanzierung der Onkologie-Wende

Für BioNTech beginnt eine der wichtigsten Wochen seit dem Ende der COVID-Ära. Beim ASCO Annual Meeting in Chicago, das noch bis zum 2. Juni läuft, präsentiert das Mainzer Unternehmen klinische Daten aus seinem Onkologie-Portfolio — und Analysten schauen genau hin.

Analyst-Rückenwind kurz vor dem Startschuss

Canaccord Genuity bekräftigte am 28. Mai seine Kaufempfehlung für BioNTech. Das ist kein Routinesignal. Bereits am 6. Mai hatte die Bank ihr Kursziel von 171 auf 158 US-Dollar gesenkt — und hält trotzdem an der positiven Einschätzung fest. Wells Fargo zog am 22. Mai nach und bestätigte ebenfalls sein Buy-Rating.

Die Aktie notiert aktuell bei 82 Euro und liegt damit knapp 20 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn bewegt sie sich nahezu seitwärts. Der Markt wartet auf Substanz — und die soll jetzt kommen.

ADC-Pipeline im Mittelpunkt

BioNTech bringt nach Chicago ein breites Programm: zwei Schnellpräsentationen sowie mehrere Poster zu Lungen-, Eierstock-, Prostata-, Gebärmutter- und soliden Tumoren. Besonderes Gewicht liegt auf dem Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Pamirtecan.

Die Phase-2-Kohorte mit 145 Patientinnen mit HER2-positivem, fortgeschrittenem Endometriumkarzinom zeigte eine bestätigte objektive Ansprechrate von 47,9 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 8,1 Monaten. Die FDA hatte dem Kandidaten bereits 2023 sowohl Fast-Track- als auch Breakthrough-Therapy-Status verliehen.

BioNTech und Partner DualityBio planen, 2026 einen Biologics License Application beim der FDA einzureichen — vorbehaltlich der regulatorischen Rückmeldung. In China hat die Behörde den entsprechenden Antrag bereits zur Prüfung angenommen.

Finanziell gut aufgestellt, operativ im Umbau

Das Unternehmen bestätigte seine Umsatzprognose für 2026: zwischen 2,3 und 2,6 Milliarden US-Dollar. Der Kassenbestand liegt bei 19,6 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt ein laufendes Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde US-Dollar über zwölf Monate.

Parallel läuft ein umfassender Stellenabbau. Produktionsstandorte in Idar-Oberstein, Marburg, Singapur und beim Partner CureVac werden geschlossen oder reduziert — rund 1.860 Stellen sind betroffen. Das Management rechnet bis 2029 mit jährlichen Einsparungen von knapp 585 Millionen US-Dollar und will das freiwerdende Kapital in die Onkologie-Kommerzialisierung lenken.

Mehr als 25 laufende Studien

Der Umfang des klinischen Programms ist bemerkenswert. BioNTech führt mehr als 25 Phase-2- und Phase-3-Studien, darunter 13 Pivotalstudien. Für den Immunmodulator Pumitamig starteten zuletzt fünf neue Pivotalstudien — in triple-negativem Brustkrebs, MSS-Kolorektal-, Magen- und zwei NSCLC-Settings. Weitere Phase-3-Zwischenauswertungen erwartet das Unternehmen noch im Laufe des Jahres.

Kein Wunder, dass Analysten die ASCO-Woche als Schlüsselmoment einordnen. Fällt die Datenlage überzeugend aus, könnte BioNTech erstmals eine Onkologie-BLA in den USA einreichen — ein Meilenstein, der die Post-COVID-Transformation des Unternehmens greifbar machen würde.

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BioNTech Aktie

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Sektor Gesundheitswesen
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