AMD Aktie: TD Cowen bestätigt Kaufempfehlung

TD Cowen bekräftigt seine Kaufempfehlung; AMDs Quartalsbericht am 3. November soll Hinweise zur Nachfrage nach Serverprozessoren liefern.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Nahaufnahme komplexer Mikrochip-Schaltkreise auf einem Silizium-Wafer in einer modernen High-Tech-Umgebung. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • TD Cowen hält an Kaufempfehlung fest
  • Server-CPU-Umsatz 2027 rund 70 Prozent höher erwartet
  • Modal testet Nvidia-Prozessoren für KI-Agenten
  • AMD veröffentlicht Quartalszahlen am 3. November

Rebound nach Halbleiterkorrektur setzt neue Akzente

Nach den deutlichen Abgaben im Technologiesektor der vergangenen Handelswochen hat die Halbleiterbranche zu Beginn der laufenden Woche wieder Tritt gefasst. Am gestrigen Montag griffen Investoren im US-Handel nach vorangegangenen Verlusttagen wieder beherzt zu. Neben einer breiten Erholung an den US-Börsen sorgte eine bestätigte Kaufempfehlung des Analysehauses TD Cowen für neuen Rückenwind bei den Papieren von Advanced Micro Devices.

Analyst Joshua Buchalter begründete seine positive Haltung vor allem mit der anhaltenden Nachfrage nach Hochleistungsprozessoren für künstliche Intelligenz. Die Aktie stabilisierte sich daraufhin spürbar. Anleger stehen nun an einer Weggabelung: Ist die jüngste Konsolidierung der ideale Einstiegszeitpunkt vor dem nächsten Technologieschub, oder droht eine Fortsetzung der Korrektur?

Im vorbörslichen Handel notiert der Titel bei 473,25 Euro. Trotz der jüngsten Schwächephase summiert sich der Kursgewinn seit Jahresanfang noch immer auf 157 Prozent. Die fundamentale Bewertung verlangt daher zwingend nach operativen Belegen.

Die Rolle der Serverprozessoren bei agentischer Inferenz

Die zentrale Frage für den weiteren Kursverlauf lautet: Wie stark treibt der Übergang zu sogenannten KI-Agenten den Bedarf an klassischen Hauptprozessoren tatsächlich an? Bislang stand im Halbleitersektor vor allem der Boom reiner Beschleunigerchips für das Training großer Modelle im Mittelpunkt.

Bei agentischen Systemen und der produktiven Inferenz verschiebt sich das Aufgabenspektrum jedoch deutlich. Serverprozessoren übernehmen hierbei die Koordination komplexer Arbeitsabläufe, die Ausführung sequenzieller Programmschritte sowie den Aufruf externer Softwarewerkzeuge.

Für diesen Gesamtmarkt wird AMDs adressierbares Volumen auf 220 Milliarden US-Dollar beziffert. Der eine entscheidende Faktor für die Neubewertung ist die Geschwindigkeit, mit der diese Workloads in tatsächliche Server-Bestellungen münden.

Analysten rechnen für das Jahr 2027 mit einem Umsatzwachstum bei AMDs Server-CPUs von rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kann der Konzern diese Wachstumsdynamik nachhaltig monetarisieren, gewinnt das Geschäftsmodell neben dem reinen Beschleuniger-Geschäft eine zweite robuste Säule.

Analystenoptimismus und ambitionierte Ausbaupläne

Im optimistischen Fall geht die Rechnung der Bullen auf. Das Analysehaus TD Cowen bekräftigte das Kursziel von 675 US-Dollar, während Citi mit einem Kursziel von 800 US-Dollar noch deutlich optimistischer gestimmt ist.

Die Zuversicht stützt sich auf ambitionierte Projektionen. Für das Geschäftsjahr 2026 prognostizieren Marktexperten im Konsens ein Erlöswachstum von 47 Prozent. Unternehmenschefin Lisa Su stellte bereits eine deutliche Ausweitung der Chipversorgung für das Jahr 2027 in Aussicht. Für das Gesamtjahr 2026 steht zudem eine Schätzung von 50,61 Milliarden US-Dollar Umsatz und ein Gewinn je Aktie von 7,55 US-Dollar im Raum.

Sollten diese Wachstumsziele im Zuge der Rechenzentrumserweiterungen erreicht oder übertroffen werden, dürften die institutionellen Mittelzuflüsse anhalten. Die jüngste Konsolidierung an den Halbleitermärkten hätte sich in diesem Fall als gesunde Verschnaufpause innerhalb eines intakten Aufwärtstrends erwiesen.

Hohe Bewertung und aggressiver Wettbewerb bergen Risiken

Dem optimistischen Bild stehen handfeste Risiken gegenüber. Auf dem aktuellen Kursniveau ist eine hohe Wachstumsprämie eingepreist. Mit einem Vorwärts-KGV von über 70 bewegt sich der Chiphersteller weit über dem langfristigen Branchendurchschnitt. Bei derartigen Bewertungsniveaus führen bereits minimale operative Enttäuschungen zu scharfen Kursabschlägen.

Hinzu kommt der zunehmende Konkurrenzdruck. Reuters zufolge beabsichtigt der Cloud-Anbieter Modal, künftig Nvidia-Vera-CPUs für das Hosting von KI-Agenten zu nutzen. Frühe Tests des Anbieters ergaben auf den eigenen Hosting-Workloads eine Verdopplung des abgearbeiteten Volumens im Vergleich zu den bislang eingesetzten Chips von AMD und Intel.

Auch wenn Modal weiterhin eine gemischte Hardwareflotte plant, demonstriert dieser Schritt, dass der Wettbewerber im margenstarken CPU-Segment Marktanteile anvisiert.

Zusätzlich belasten übergeordnete Marktbedenken hinsichtlich der gewaltigen Finanzierungskosten für globale Rechenzentrumsprojekte. Sollten die großen Cloud-Konzerne ihr Investitionstempo drosseln, würde dies die Auftragsvergabe bei den Ausrüstern empfindlich treffen.

Quartalsbericht am 3. November wird zum Signalgeber

Für Investoren definiert sich das Risikoprofil über die charttechnische und fundamentale Belastbarkeit der Erholung. Solange die Aktie ihr Niveau behauptet und der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 584,80 Euro nicht weiter aufreißt, bleibt das Aufwärtsszenario für mittel- bis langfristig orientierte Anleger intakt.

Kippt hingegen die Stimmung im Technologiesektor und setzen die Hyperscaler bei ihren Hardwareausgaben ein Fragezeichen, dürften die hohen Bewertungskennziffern wieder als Bremsklotz wirken.

Der nächste konkrete Katalysator steht bereits fest: Am 3. November 2026 legt AMD den Quartalsbericht vor. Am Markt wird für das abgelaufene Vierteljahr ein Umsatz von 13,11 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigter Gewinn je Aktie von 1,93 US-Dollar erwartet. Diese Zahlen werden den Beleg liefern müssen, ob die Nachfrage nach Server-CPUs die hohen Erwartungen bereits stützen kann.

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AMD Aktie

472,20 EUR

– 7,70 EUR -1,60 %
KGV 134,89
KUV 24,53
Sektor Technologie
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 1,01 Bio. USD
Ø Kursziel 636,21 USD
ISIN: US0079031078 WKN: 863186

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