Kraft Heinz Aktie: Paul Weiss soll Mandat verlieren

Kraft Heinz investiert mehr in Marken, bestätigt die Gewinnspanne für 2026 und sieht sich im Rechtsstreit mit einer Kanzleiforderung konfrontiert.

Redaktion Stock-World ·
Abstraktes, atmosphärisches Bild eines modernen Konferenzraums, das strategische Veränderungen und geschäftliche Umbrüche symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Kläger fordern Ausschluss von Paul Weiss
  • Marketingbudget auf rund 700 Millionen erhöht
  • Portfolio mit stärkeren Marktanteilen wächst
  • Analysten setzen unterschiedliche Kursziele

Im US-Rechtsstreit um angebliche Preisabsprachen bei Zucker erhöht Kraft Heinz gemeinsam mit weiteren Lebensmittelkonzernen den Druck auf die Gegenseite. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag berichtete, drängen die Kläger einen zuständigen US-Bundesrichter dazu, die renommierte Großkanzlei Paul Weiss von der Vertretung der beklagten Konzerne ASR Group und Domino Sugar auszuschließen.

Der Vorwurf wiegt schwer: Kraft Heinz sowie die Branchenkollegen Mondelēz Global, Nestlé USA und Hershey werfen der Anwaltskanzlei vor, zuvor selbst um das Mandat der Kläger geworben zu haben.

In diesem Rahmen habe Paul Weiss Zugang zu vertraulichen strategischen Einblicken und Preisdaten der Kläger erhalten. Um den drohenden Mandatsverlust abzuwenden, schlug Paul Weiss zuletzt vor, für die Abwehr der Ansprüche von Kraft Heinz eine separate Vertretung einzuschalten.

Reinvestitionen sollen Marken stärken

Parallel zu den juristischen Auseinandersetzungen treibt der Konzern die operative Neuausrichtung voran. Die Unternehmensführung um Vorstandschef Steve Cahillane und Finanzchef Andre Maciel bekräftigte vor Kurzem ihre Prognose für das Gesamtjahr 2026. Beim bereinigten Gewinn je Aktie peilt das Management eine Spanne von 2,03 bis 2,09 US-Dollar an. Das laufende Geschäftsjahr dürfte nach Einschätzung der Konzernspitze die Talsohle bei der operativen Marge markieren.

Um das Geschäft nachhaltig anzukurbeln, stockte der Konzern sein Investitionsvolumen für Marketing und Markenentwicklung von 600 Millionen auf rund 700 Millionen US-Dollar auf.

Erste Fortschritte zeichnen sich ab: Der Anteil des Portfolios, der Marktanteile hält oder ausbaut, kletterte zuletzt von 21 auf 35 Prozent. Zu den Kernmarken dieser Offensive zählen unter anderem Heinz, Philadelphia und Capri Sun, während das Geschäft von Oscar Mayer weiterhin als größte Problembaustelle gilt.

Produktseitig setzt der Konzern zudem auf frische Impulse. So brachte die Marke Philadelphia am Dienstag eine neue Frischkäse-Kreation in Zusammenarbeit mit Mike’s Hot Honey exklusiv bei Walmart in die Regale, deren landesweiter Vertrieb ab Januar 2027 auf weitere Einzelhändler ausgeweitet werden soll.

Analystenstimmen und Ausschüttungstermin

An der Wall Street stößt der eingeleitete Turnaround auf unterschiedliche Reaktionen. Am Montag senkte das Analysehaus Evercore ISI das Kursziel für Kraft Heinz von 24 auf 23 US-Dollar, beließ die Einstufung jedoch auf „In Line“. Deutlich optimistischer zeigte sich zuvor RBC Capital Markets mit der Aufnahme der Beobachtung: Die Experten vergaben am 11. September ein „Outperform“-Rating und riefen ein Kursziel von 32 US-Dollar aus.

Für ertragsorientierte Anleger rückt nun der kommende Freitag näher. Am 25. September 2026 zahlt der Lebensmittelriese die reguläre Quartalsdividende von 0,40 US-Dollar je Aktie an die berechtigten Aktionäre aus.

Im europäischen Handel beendete die Aktie von Kraft Heinz den Handel am Freitag bei einem Schlusskurs von 21,25 Euro, was einem Tagesminus von 1,4 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier damit ein leichtes Plus von 3,0 Prozent.

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Kraft Heinz Aktie

21,25 EUR

– 0,31 EUR -1,44 %
KGV
KUV 1,16
Sektor Verbraucher defensiv
Div.-Rendite 6,47 %
Marktkapitalisierung 29,33 Mrd. USD
Ø Kursziel 25,15 USD
ISIN: US5007541064 WKN: A14TU4

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