Die Bayer-Aktie hat ihre beeindruckende Jahresendrallye abrupt beendet. Nach einem Plus von über 90 Prozent in 2025 gaben Anleger zum Jahreswechsel Gas – der Kurs fiel binnen einer Woche um gut 11 Prozent auf 37,01 Euro. Die Frage ist nicht, ob die Rally zu heiß gelaufen war, sondern was in den kommenden Wochen passiert. Denn während Bayer mit der Japan-Zulassung für sein Herzmedikament Kerendia operativ punktet, steht in Washington eine Entscheidung an, die den Konzern endgültig von seiner Glyphosat-Hypothek befreien könnte.
Die wichtigsten Fakten:
– Kurs korrigiert von 42,22 Euro (24. Dezember) auf 37,01 Euro
– RSI bei 19,6 signalisiert überverkaufte Situation
– Kerendia erhält Zulassung in Japan für chronische Herzinsuffizienz
– US Supreme Court entscheidet im Januar über Berufung im Glyphosat-Streit
– 2025: Bayer mit +91,74% einer der stärksten DAX-Werte
Japan-Zulassung liefert Rückenwind
Kurz vor dem Jahreswechsel genehmigte das japanische Gesundheitsministerium Kerendia zur Behandlung chronischer Herzinsuffizienz. Die Indikationserweiterung in einem der weltweit größten Pharma-Märkte stärkt das Umsatzpotenzial des Medikaments erheblich. Kerendia gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber in Bayers Pharma-Sparte.
Die positive Nachricht verpuffte jedoch weitgehend. Zwischen Weihnachten und Neujahr dominierten Gewinnmitnahmen das Geschehen. Nach der massiven Kurserholung seit Jahresbeginn 2025 nutzten Investoren das dünne Handelsvolumen zum Ausstieg. Der RSI war zuvor auf überkaufte Niveaus geklettert – die technische Gegenbewegung war überfällig.
Comeback-Jahr mit technischer Korrektur
Mit einem Jahresplus von knapp 92 Prozent gehörte Bayer 2025 zur absoluten Spitzengruppe im DAX. CEO Bill Anderson hat durch Kostenkürzungen und eine strategische Neuausrichtung das Vertrauen der Märkte teilweise zurückgewonnen. Die „verlorene Dekade“ nach der Monsanto-Übernahme scheint zumindest charttechnisch überwunden.
Dennoch bleibt die Bewertung verhalten. Der aktuelle Kurs liegt deutlich unter historischen Höchstständen, was die anhaltenden Rechtsrisiken widerspiegelt. Die jüngste Korrektur von 12 Prozent ist vor diesem Hintergrund eine gesunde Konsolidierung nach schnellem Anstieg.
Supreme Court als binäres Event
Im Januar fällt in Washington die möglicherweise wichtigste Entscheidung für Bayer seit Jahren. Der US Supreme Court entscheidet, ob er die Berufung des Konzerns im Glyphosat-Rechtsstreit annimmt. Bayer argumentiert, dass bundesstaatliche Zulassungen einzelstaatliche Klagen ausschließen sollten.
Eine Annahme des Falls könnte den Weg für eine grundsätzliche Klärung ebnen und Milliarden an Rückstellungen freisetzen. Eine Ablehnung würde den Status quo zementieren und den Druck auf das Management massiv erhöhen. Analysten sprechen von einem binären Event mit entsprechend hohem Ausschlag für den Aktienkurs.
Charttechnisch muss die Marke von 37 Euro nun halten. Rutscht der Kurs darunter ab, bietet der Bereich um 34 Euro die nächste Unterstützung. Der stark überverkaufte RSI könnte kurzfristig allerdings wieder Käufer anlocken. Am 15. Januar wird das Supreme Court seine Entscheidung zur Berufung bekanntgeben – bis dahin dürfte die Aktie nervös bleiben.
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