Circus Aktie: 64,30 Prozent Verlust auf Monatssicht
Die Circus-Aktie erholt sich leicht, bleibt aber nach massiven Prognosekürzungen und einem historischen Absturz stark unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt um 6,3 Prozent
- Umsatzprognose massiv gesenkt
- Analysten reduzieren Kursziele drastisch
- Fokus auf Ukraine und Verteidigung
Die Circus-Aktie legt am Dienstag deutlich zu. Das Papier steigt um 6,33 Prozent auf 2,19 Euro. Nach dem historischen Absturz der vergangenen Tage ist das eine erste Verschnaufpause – mehr aber noch nicht.
Der 14-Tage-RSI liegt bei nur 16,4 Punkten. Das gilt als extrem überverkauft und begünstigt kurzfristige technische Gegenbewegungen. Auf 30-Tage-Sicht steht bei Circus trotz der heutigen Erholung noch immer ein Verlust von 64,30 Prozent zu Buche.
Der Auslöser: Radikale Prognosekürzung
Ausgangspunkt des Ausverkaufs war eine drastische Neubewertung der eigenen Geschäftsentwicklung durch Circus. Der Münchner Hersteller robotergestützter Küchenlösungen kappte seine Umsatzziele für 2026 massiv. Statt 44 bis 55 Millionen Euro erwartet das Unternehmen nun nur noch 5,2 Millionen Euro.
Auch beim bereinigten EBITDA sieht die Lage schlechter aus. Statt eines Fehlbetrags von 6 bis 8 Millionen Euro rechnet Circus jetzt mit einem Minus von rund 17 Millionen Euro.
Als Grund nennt das Management eine strategische Rückverlagerung. Geplante Systemauslieferungen aus der zweiten Jahreshälfte verschiebt Circus auf 2027. Das Unternehmen will damit erst die Wirtschaftlichkeit einzelner Kundenprojekte sicherstellen.
Der Markt reagierte entsprechend hart. An einem einzigen Handelstag brach die Aktie um mehr als 50 Prozent ein.
Analysten kappen Kursziele drastisch
Auch die Analysten mussten reagieren. Die Experten von mwb research hatten Anfang Juli noch ein Kursziel von 46 Euro und eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Noch am Tag der Prognosekürzung senkten sie ihr Ziel auf 8,40 Euro und stuften die Aktie auf „spekulativ kaufen“ zurück.
Die Analysten sehen weiterhin Potenzial. Sie warnen zugleich vor erhöhten Risiken und einem angespannten Cash-Verbrauch.
Als zentrale Kritikpunkte gelten operative Probleme. Onboarding, Integration und laufender Service pro System skalieren bislang nicht wie geplant. Die Kosten für Anschaffung, Software und Wartung lassen sich durch die bestellten Roboter noch nicht refinanzieren.
Management setzt auf Neuausrichtung
Trotz der Turbulenzen versucht das Management, Investoren zu beruhigen. Das Unternehmen betont, ausreichend finanziert zu sein. Den Fokus will Circus künftig auf Gemeinschaftsverpflegung, institutionelle Kunden und Verteidigungsaufträge legen.
Im Zentrum der neuen Strategie steht die Konzentration auf Kunden mit hohem Wachstumspotenzial. Besonders im institutionellen und Verteidigungssektor sieht Circus Chancen. Der Markteintritt in der Ukraine soll 2026 ein zentraler Schwerpunkt werden.
Die heutige Erholung ändert an der Ausgangslage wenig. Nach einem RSI von 16,4 sind kurzfristige Gegenbewegungen nach derart heftigen Verkäufen technisch normal. Für die kommenden Monate setzt Circus auf den Markteintritt in der Ukraine und auf Wachstum im Verteidigungssektor.
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