Palantir Aktie: 93 Prozent Umsatzsprung im Q2
Palantir übertrifft Erwartungen mit starkem Umsatzplus und hebt Jahresziele an. Analysten reagieren mit höheren Kurszielen, während Kritiker warnen.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzplus von 93 Prozent
- Jahresprognose deutlich angehoben
- Analysten erhöhen Kursziele
- Michael Burry bleibt skeptisch
Ein Umsatzsprung von 93 Prozent und ein weit über den Erwartungen liegender Gewinn je Aktie haben Palantir Technologies am Donnerstag in den Mittelpunkt des Marktes gerückt. Der Softwarekonzern steigerte den Umsatz im zweiten Quartal 2026 auf 1,94 Milliarden Dollar und verdiente bereinigt 0,41 Dollar je Aktie – deutlich mehr, als Analysten im Vorfeld veranschlagt hatten.
Umsatzsprung und angehobene Prognose
Besonders das Geschäft mit US-Firmenkunden trieb das Wachstum an: Die Erlöse in diesem Segment kletterten um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar. Auch die Umsätze mit US-Behörden legten kräftig zu, um 90 Prozent. Damit bestätigt sich, dass Palantirs kommerzielles Geschäft in den USA inzwischen zum zentralen Wachstumsmotor geworden ist, während das traditionelle Behördengeschäft weiterhin solide beiträgt.
Unter dem Strich verdreifachte sich das GAAP-Nettoeinkommen nahezu auf rund 1,06 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow erreichte 1,22 Milliarden Dollar, entsprechend einer Marge von 63 Prozent. Auf Basis dieser Entwicklung hob das Management seine Jahresprognose an: Der Umsatz soll 2026 nun zwischen 8,15 und 8,158 Milliarden Dollar liegen, ein Plus von 82 Prozent gegenüber zuvor in Aussicht gestellten 71 Prozent.
Kursrally kühlt sich im deutschen Handel ab
An der Wall Street schoss die Aktie am Donnerstag zeitweise um 30 Prozent auf rund 162 Dollar nach oben, ehe Gewinnmitnahmen sie bis zum Handelsschluss auf 153,75 Dollar drückten – für viele Beobachter dennoch der größte Tagesgewinn seit über einem Jahr.
Im deutschen Handel notiert die Aktie an diesem Freitag bei 136,58 Euro. Auf Wochensicht hat sich der Kurs um 27,98 Prozent verteuert, ein direkter Reflex der Rally nach den Quartalszahlen. Zum Rekordhoch von November fehlen dennoch noch 24,11 Prozent – die Bewertungsdebatte um das Unternehmen ist damit keineswegs vom Tisch. Genau daran entzündet sich derzeit die Diskussion unter Analysten und Investoren: Rechtfertigt das Wachstumstempo weiterhin steigende Kursziele, oder ist die Aktie bereits zu weit gelaufen?
Analysten euphorisch, Burry bleibt skeptisch
Mehrere Analysehäuser reagierten mit deutlich angehobenen Kurszielen. Citi sieht das Papier nun bei 245 Dollar, dem mit Abstand höchsten Ziel unter den großen Häusern. DA Davidson bestätigte sein Kursziel von 200 Dollar und verwies auf die beschleunigte Nachfrage nach Palantirs KI-Plattformen sowohl im öffentlichen als auch im kommerziellen Sektor. Der Analystenkonsens für das Kursziel liegt inzwischen bei rund 190,73 Dollar.
Nicht alle Marktteilnehmer teilen diesen Optimismus. Der als „Big Short“-Investor bekannte Michael Burry hält weiterhin Short-Positionen in Palantir sowie in Nvidia und Caterpillar. Er erkennt die starke operative Entwicklung zwar an, warnt aber vor einer möglichen Übertreibung im KI-Boom, die seiner Einschätzung nach am Ende „Geisterstädte“ hinterlassen könnte – eine Warnung, die angesichts der aktuellen Kursdynamik für zusätzlichen Diskussionsstoff sorgt.
Institutionelle Investoren steigen ein
Auf der Käuferseite bauen institutionelle Adressen ihre Positionen derweil deutlich aus. Der Vermögensverwalter Assenagon Asset Management erhöhte seinen Bestand im zweiten Quartal um 2.496 Prozent auf rund 1,49 Millionen Aktien. Auch die norwegische Notenbank Norges Bank stieg mit einer neuen Position im Volumen von 5,15 Milliarden Dollar bei Palantir ein – ein Signal, dass auch konservativere Adressen die Wachstumsstory inzwischen mittragen.
Erst wenige Tage vor der Bilanzvorlage hatte Firmenchef Alex Karp in einem Interview sein Konzept einer „Sovereign AI“ verteidigt und sich kritisch zu token-basierten KI-Modellen geäußert, während er zugleich Anthropic-Chef Dario Amodei gegen öffentliche Kritik in Schutz nahm. Diese strategische Positionierung dürfte auch nach dem starken Quartal Teil der Erzählung bleiben, mit der Palantir sein Premium-Rating gegenüber Anlegern rechtfertigt.
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