Xiaomi Aktie: 50-Prozent-Gewinneinbruch für Q2 erwartet
Xiaomi leidet unter steigenden Speicherchipkosten und sinkenden Smartphone-Verkäufen. Analysten sehen trotzdem Potenzial.

Kurz zusammengefasst
- Aktie auf neuem 52-Wochen-Tief
- Gewinneinbruch durch teure Speicherchips
- Goldman Sachs hält an Kaufempfehlung fest
- EV-Sparte schreibt weiter Verluste
Starke Nachfrage nach KI-Chips zerstört Xiaomis Smartphone-Margen — und der Kurs spiegelt das brutal wider. Mit einem Minus von fast 45 Prozent seit Jahresbeginn und einem neuen 52-Wochen-Tief bei 2,43 Euro ist die Aktie auf dem niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Goldman Sachs hält trotzdem an seiner Kaufempfehlung fest.
KI-Boom als Bumerang
Das Kernproblem ist strukturell. Der KI-Rechenzentrum-Boom hat Speicherchip-Kapazitäten absorbiert, die Xiaomi dringend braucht. Samsung, SK Hynix und Micron lenken ihre Produktion auf margenstarke HBM- und KI-Chips um. Standard-DRAM für Smartphones, TVs und Haushaltsgeräte wird knapp — und teuer.
Xiaomi-Präsident Lu Weibing bezifferte den Preisanstieg für Speicher seit dem dritten Quartal 2025 auf etwa das Fünffache. Bei TV-Displayspeicher sogar auf das Zehnfache.
Die Folge: Im ersten Quartal 2026 brach der bereinigte Nettogewinn um 43 Prozent auf 6,07 Milliarden Yuan ein. Die Smartphone-Auslieferungen sanken um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Einheiten — der stärkste Rückgang unter den fünf weltweit führenden Marken.
Q2 wird noch schlechter
Goldman Sachs rechnet für das zweite Quartal mit einem weiteren Einbruch des bereinigten Nettogewinns — um 50 Prozent auf 5,4 Milliarden Yuan. Die Smartphone- und AIoT-Erlöse sollen ohne die neueren Bereiche Automobil und KI um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr fallen.
Ab dem dritten Quartal erwartet Goldman eine Trendwende. Umsatzwachstum soll in positives Terrain zurückkehren, der bereinigte Gewinn sequenziell steigen. Ob das realistisch ist, wird der Q2-Bericht am 26. August zeigen.
Elektroautos belasten zusätzlich
Die EV-Sparte liefert keine Entlastung. Im ersten Quartal stand ein operativer Verlust von 3,1 Milliarden Yuan — rund 5.600 US-Dollar pro ausgeliefertem Fahrzeug.
Xiaomi hat für 2026 ein Auslieferungsziel von 550.000 Elektrofahrzeugen. Bis Ende Mai waren es 150.317 Einheiten. Von Juni bis Dezember müsste der Konzern monatlich rund 57.500 Fahrzeuge ausliefern. Das wären fast 15 Prozent mehr als der bisherige Monatsrekord von 50.000 Einheiten.
Gegenmaßnahmen und Marktskepsis
Xiaomi investiert trotzdem offensiv. Der F&E-Aufwand stieg im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 9,0 Milliarden Yuan. Für die nächsten drei Jahre plant der Konzern 60 Milliarden Renminbi in KI — allein 2026 rund 16 Milliarden Renminbi.
Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu 20 Milliarden Hongkong-Dollar hat den Kursverfall bislang nicht gebremst. Leerverkäufer halten rund neun Prozent des Streubesitzes. Mit einem RSI von 20,6 ist die Aktie technisch extrem überverkauft — knapp über dem 52-Wochen-Tief, rund 39 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 4,08 Euro.
Goldman Sachs sieht das 12-Monats-Kursziel für die Hongkonger Aktie bei 40 Hongkong-Dollar und hält die aktuelle Bewertung für einen Boden. Der Markt ist anderer Meinung — zumindest bis zum 26. August.
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