Vulcan Energy Aktie: Lionheart-Lizenz erteilt
Vulcan Energy erhielt die zweite Lithiumlizenz für Lionheart, während die Aktie nachgab und das Unternehmen Ludwig mit Milliardenaufwand plant.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt auf 1,39 Euro
- Zweite Lithiumlizenz für Lionheart erteilt
- Ludwig mit 30 Jahren Laufzeit
- Angus Barker übernimmt Vorsitz im Gremium
Die Aktie von Vulcan Energy verlor gestern 2,2 Prozent und schloss im deutschen Handel bei 1,39 Euro. Damit notiert der Titel nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 1,38 Euro. Der anhaltende Verkaufsdruck setzt sich damit fort, obwohl das Unternehmen in den vergangenen Tagen wichtige behördliche Fortschritte für sein Vorzeigevorhaben gemeldet hat.
Genehmigung für Lionheart erteilt
Am vergangenen Freitag erhielt das Unternehmen die zweite Lizenz zur Lithiumgewinnung im Oberrheintal. Ausgestellt wurde die Genehmigung vom Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz.
Für Vulcan Energy bedeutet der behördliche Bescheid das Erreichen eines weiteren Meilensteins auf dem Weg zum geplanten Produktionsstart für das Projekt Lionheart im Jahr 2028. Nach Unternehmensangaben schreiten die Bauarbeiten und die Erschließung des Feldes planmäßig voran.
Trotz der behördlichen Bestätigung reagiert der Markt zurückhaltend auf die Fortschritte im Projektgebiet. Anleger gewichten das allgemeine Marktumfeld und den Finanzierungsbedarf für den Aufbau der Förderinfrastruktur derzeit offenbar höher als die schrittweise abgearbeiteten Genehmigungsprozesse.
Projektpipeline und personelle Weichenstellungen
Die langfristige Planung des Unternehmens reicht derweil über das Projekt Lionheart hinaus. Vor rund zwei Wochen legte Vulcan Energy die Ergebnisse der vorläufigen Machbarkeitsstudie für das Folgeprojekt Ludwig vor. Diese zweite Entwicklungsphase für Lithium und geothermische Energie sieht eine geplante Betriebsdauer von 30 Jahren vor.
Angestrebt wird eine jährliche Fördermenge von 21.100 Tonnen batteriefähigem Lithiumcarbonat sowie eine Erzeugung von 3.125 Gigawattstunden erneuerbarer Wärme pro Jahr. Die dafür erforderlichen Investitionskosten bezifferte das Unternehmen auf 1,26 Milliarden Euro, was inflationsbereinigt einen Puffer von 15 Prozent für unvorhergesehene Ausgaben enthält.
Flankiert wurden die operativen Planungen von Veränderungen im Führungsgremium. Am vergangenen Samstag übernahm Angus Barker den Posten des Non-Executive Chair. Der bisherige Executive Chair Francis Wedin wechselte zeitgleich in eine dedizierte Gründerrolle, in der er sich auf die strategische Geschäftsentwicklung und das Wachstumsportfolio konzentrieren soll.
Bereits im August war zudem Amanda Lacaze, die zuvor Lynas Rare Earths leitete, in das Kontrollgremium eingezogen. Das neu aufgestellte Führungsteam steht vor der Aufgabe, den Übergang von den Genehmigungs- und Planungsphasen zur tatsächlichen industriellen Produktion am Standort Oberrheintal zu vollziehen.
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