Pfizer Aktie: Monsanto-Patent im Visier?
Ein US-Gericht lässt Bayers Patentverfahren gegen drei Impfstoffhersteller bestehen; über Patentgültigkeit und Schadenersatz ist noch nicht entschieden.

Kurz zusammengefasst
- Gericht weist Abweisungsanträge der Hersteller zurück
- Bayer verlangt Schadenersatz wegen Patentnutzung
- Pharmaunternehmen bestreiten die Verletzung
- Pfizer-Aktie steigt im Handel um 0,4 Prozent
Pfizer und die Partnerunternehmen im Bereich der mRNA-Vakzine müssen sich in den USA einer umfassenden Patentklage stellen. Ein Bundesgericht im Bundesstaat Delaware lehnte die Anträge von Pfizer, BioNTech und Moderna ab, die Klage der Bayer-Tochter Monsanto abzuweisen. Das Verfahren um angebliche Schutzrechtsverletzungen bei COVID-19-Impfstoffen geht damit in die nächste Instanz.
Richter sieht Vorwürfe vorerst nicht entkräftet
Bundesrichter William Bryson befand am Montag, dass die Impfstoffhersteller in diesem frühen Verfahrensstadium weder eine Ungültigkeit des Streitpatents noch die fehlende Verletzung ihrerseits belegen konnten. Damit bleibt die Klage anhängig.
Bayer wirft den Unternehmen vor, bei der Stabilisierung des genetischen Materials in den Vakzinen auf eine Technologie zurückgegriffen zu haben, die ursprünglich in den 1980er-Jahren für Nutzpflanzen entwickelt wurde.
Das strittige US-Patent mit der Nummer 7,741,118 war 1989 beantragt und im Jahr 2010 erteilt worden. Bayer hatte den Agrarchemiekonzern Monsanto im Jahr 2016 für 66 Milliarden US-Dollar übernommen und im Januar 2026 Klage gegen die Impfstoffhersteller eingereicht. Eine separate Klage führt Bayer in New Jersey zudem gegen Johnson & Johnson wegen DNA-Verfahren in der Impfstoffproduktion.
Hersteller weisen Patentverletzung zurück
Die beklagten Pharmaunternehmen bestreiten die Vorwürfe. Sie argumentieren, dass sich ihre Produktionsverfahren grundlegend von den damaligen landwirtschaftlichen Entwicklungen unterscheiden. Moderna brachte im Verfahren zudem vor, dass die beanstandeten Mechanismen ein nicht patentierbares Naturgesetz beträfen.
Für Pfizer und BioNTech steht in dem Verfahren viel auf dem Spiel. Ihr gemeinsam entwickelter Impfstoff Comirnaty spielte eine zentrale Rolle in der weltweiten Pandemiebekämpfung und erzielte kumulierte Erlöse von über 93 Milliarden US-Dollar. Bayer fordert Schadenersatz für die mutmaßliche Nutzung der patentierten mRNA-Codierungssequenzen.
Kurs notiert nahe am Jahreshöchststand
Die juristische Entscheidung belastete den Börsenkurs von Pfizer zum Wochenauftakt kaum. Im gestrigen Handel legte die Aktie um 0,4 Prozent auf 25,27 Euro zu. Damit notiert das Papier nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 25,38 Euro, das am Vortag markiert worden war. Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursplus auf 19 Prozent.
Der Beschluss des Bundesrichters stellt vorerst eine verfahrensrechtliche Niederlage dar, bedeutet jedoch noch kein abschließendes Urteil in der Sache. Bis zu einer Entscheidung über die tatsächliche Gültigkeit des Schutzrechts oder mögliche Schadenersatzzahlungen dürften noch Monate vergehen.
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