Astrazeneca Aktie: CROSSING-Daten stärken Pipeline
In der Phase-3-Studie erzielte Tezspire bei eosinophiler Ösophagitis höhere Remissionsraten als Placebo; Gespräche mit Behörden folgen.

Kurz zusammengefasst
- CROSSING-Studie erreichte gemeinsame Hauptziele
- Histologische Remission deutlich häufiger als mit Placebo
- Schluckbeschwerden verbesserten sich unter beiden Dosierungen
- Zulassungsbehördengespräche sind als Nächstes geplant
Tezspire könnte bald eine weitere Indikation bekommen. Astrazeneca und Amgen haben mit der Phase-3-Studie CROSSING bei eosinophiler Ösophagitis (EoE) die gemeinsamen Hauptziele erreicht. Die Daten kamen auf der UEG Week 2026 in Barcelona auf den Tisch.
Deutlicher Abstand zu Placebo
An der Studie nahmen 368 Patienten zwischen 12 und 80 Jahren teil. Sie erhielten alle vier Wochen entweder 210 oder 420 Milligramm Tezspire oder Placebo.
Nach 24 Wochen waren 64,8 Prozent in der niedrigeren und 68,9 Prozent in der höheren Dosisgruppe histologisch in Remission. Unter Placebo schafften das nur 3,5 Prozent.
Auch die Schluckbeschwerden gingen spürbar zurück. Der Dysphagie-Score verbesserte sich in der höheren Dosis um 22,0 Punkte, in der niedrigeren um 18,8 Punkte. Placebo kam auf 14,7 Punkte.
Der Effekt hielt an. Nach 52 Wochen lag die histologische Remission bei 67,8 beziehungsweise 63,3 Prozent. Knapp 30 Prozent der Patienten mit der höheren Dosis erreichten zudem eine endoskopische Remission.
Bei den Nebenwirkungen fielen Atemwegsinfekte, Kopfschmerzen und Durchfall auf. Das Sicherheitsprofil deckt sich mit den bisherigen Zulassungen bei schwerem Asthma und chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen.
Markt mit Konkurrenz und Bedarf
Der Markt ist nicht leer. Dupixent von Sanofi und Regeneron ist in den USA seit 2022 als erstes Präparat speziell für EoE zugelassen. Tezspire setzt allerdings früher an: Es blockiert den Botenstoff TSLP und greift damit weiter vorn im Entzündungsprozess ein.
Der Bedarf ist groß. Allein in den USA sind schätzungsweise mehr als 470.000 Menschen betroffen, rund die Hälfte hat trotz Standardtherapie weiterhin Symptome.
Druck auf die Pipeline
Der Zeitpunkt passt zur strategischen Lage des Konzerns. Astrazeneca investiert Milliarden in neuartige Krebsmedikamente, baut Forschungspartnerschaften aus und will künstliche Intelligenz stärker in die klinische Entwicklung einbinden. Marktbeobachter verweisen zugleich auf den Druck, erfolgreiche Medikamente rechtzeitig durch neue Umsatzträger zu ergänzen.
Amgen und Astrazeneca wollen die CROSSING-Ergebnisse nun mit den Zulassungsbehörden besprechen. Ein konkreter Einreichungstermin steht bislang nicht fest. Ziel ist, das Präparat möglichst rasch Patienten zugänglich zu machen.
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