Eine brutale Woche für Novo Nordisk endet mit einer strategischen Offensive: Während die Aktie nach dem Alzheimer-Desaster noch schwer angeschlagen ist, kontert der dänische Pharmakonzern mit einem regulatorischen Paukenschlag. Die Frage ist: Reicht eine höhere Wegovy-Dosis, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen – oder ist das nur ein verzweifelter Versuch, den Abwärtstrend zu stoppen?
Alzheimer-Hoffnung zerschellt – Anleger auf der Flucht
Am Montag, den 24. November, traf Novo Nordisk die Schockdiagnose: Die mit Spannung erwarteten Phase-3-Studien EVOKE und EVOKE+ zu oralem Semaglutid bei Alzheimer verfehlten den primären Endpunkt. Die Wirkstoffkandidaten zeigten keine signifikante Verlangsamung der Krankheitsprogression im Vergleich zu Placebo – ein herber Rückschlag für die milliardenschwere Pipeline-Expansion.
Die Reaktion der Märkte war gnadenlos: Die Aktie stürzte um knapp 10 Prozent ab. Investoren hatten fest darauf gesetzt, dass Semaglutid über Diabetes und Adipositas hinaus in lukrative neue Indikationen vordringen würde. Mit dem Scheitern der Alzheimer-Studien fällt ein zentraler Wachstumspfeiler für die zweite Hälfte des Jahrzehnts weg – ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Eli Lillys Zepbound-Portfolio und orale GLP-1-Kandidaten massiv Druck auf Novo Nordisks Kerngeschäft ausüben.
Gegenangriff: Wegovy 7.2 mg – die Flucht nach vorn
Doch das Management konterte noch in derselben Woche. Am Freitag, den 28. November, gab Novo Nordisk bekannt, einen ergänzenden Zulassungsantrag (sNDA) für eine hochdosierte 7.2-mg-Version von Wegovy bei der US-Gesundheitsbehörde FDA eingereicht zu haben. Die Dosis ist dreimal höher als die derzeit zugelassene Erhaltungsdosis von 2.4 mg – und die klinischen Daten sind vielversprechend:
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- Phase-3-Studie STEP UP: Durchschnittlicher Gewichtsverlust von 20,7 % über 72 Wochen (vs. 17,5 % bei 2.4 mg).
- Rund 33 % der Patienten erreichten einen Gewichtsverlust von 25 % oder mehr.
- Einsatz eines Priority Review Vouchers verkürzt die FDA-Prüfung auf geschätzte 1-2 Monate.
Die Strategie ist klar: Novo Nordisk will mit der höheren Dosis den Wirksamkeitsrückstand zu Lilly’s Dual- und Triple-Agonisten schließen und Patienten im eigenen Semaglutid-Ökosystem halten, bevor sie zur Konkurrenz abwandern. Die Aktie reagierte erleichtert und legte am Freitag um 1,3 % zu – ein schwacher Trost nach der verheerenden Woche.
Die Ruhe vor dem Sturm?
Am 3. Dezember 2025 steht die nächste Bewährungsprobe an: Auf der CTAD-Konferenz (Clinical Trials on Alzheimer’s Disease) präsentiert Novo Nordisk die Detaildaten der gescheiterten EVOKE-Studien. Analysten hoffen auf Hinweise, dass zumindest in bestimmten Patientensubgruppen eine Wirkung nachweisbar war – genug, um Teile des Forschungsprogramms zu retten.
Für die Wegovy-Hochdosis könnte bereits im Januar 2026 eine FDA-Entscheidung fallen. Eine Zulassung wäre ein dringend benötigter kommerzieller Hebel, um Marktanteile im neuen Jahr zu verteidigen. Technisch testet die Aktie kritische Unterstützungszonen aus der 2024er-Konsolidierung – hält das Freitags-Niveau nicht, droht weiterer Abwärtsdruck.
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