Silber Preis: Von 121 auf 64 Dollar
Silber verliert massiv an Wert. Inflation und Energiekrise setzen dem Edelmetall zu, während die physische Nachfrage hoch bleibt.

Kurz zusammengefasst
- Preissturz auf 64 US-Dollar
- Inflation treibt Zinsängste an
- Physische Nachfrage bleibt stark
- Chinesische Importe erreichen Höchststand
Der Silbermarkt steht unter enormem Druck. Eine explosive Mischung aus geopolitischen Krisen und hartnäckiger Inflation treibt Investoren in die Flucht. Der Preis für das Edelmetall stürzt ab.
Energiekrise heizt Inflation an
Am Mittwochnachmittag blicken Händler gebannt auf die neuen US-Verbraucherpreisdaten. Analysten erwarten für Mai einen massiven Inflationsanstieg. Die Teuerungsrate könnte rund 4,2 Prozent erreichen. Das wäre der höchste Stand seit drei Jahren.
Treiber dieser Entwicklung ist eine massive Energiekrise. Die USA blockieren iranische Seehäfen. Parallel dazu ist die Straße von Hormuz fast vollständig gesperrt. Das treibt die Ölpreise rasant nach oben.
Teure Energie befeuert die Inflation. Die Folge: Die Zentralbanken haben keinen Spielraum für Zinssenkungen. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh preist der Markt ein hartes Szenario ein. Die Leitzinsen dürften deutlich länger auf ihrem hohen Niveau bleiben.
Physischer Markt bleibt eng
Trotz des Preisverfalls an den Terminbörsen zeichnet der physische Markt ein anderes Bild. Das Silver Institute rechnet 2026 mit dem sechsten Angebotsdefizit in Folge. Die Industrie verlangt enorme Mengen. Photovoltaik, Elektromobilität und KI-Hardware halten die Nachfrage auf Rekordniveau.
In China entkoppelt sich der Handel bereits vom Weltmarkt. Importeure zahlen dort Aufschläge von zehn Prozent auf den Spotpreis. Die Silberimporte erreichten Anfang 2026 ein Achtjahreshoch. Chinesische Privatanleger fliehen vor der schwachen Landeswährung in das Edelmetall.
Chartbild trübt sich ein
Charttechnisch sieht es düster aus. Noch im Januar markierte Silber ein Allzeithoch bei 121 US-Dollar. Seitdem hat das Edelmetall fast die Hälfte seines Wertes verloren.
Aktuell kämpft der Kurs im Bereich von 64 US-Dollar um wichtige Unterstützungszonen. Fallen die US-Inflationsdaten heißer aus als erwartet, droht ein direkter Test der 61-Dollar-Marke. Bricht auch dieses Niveau, rückt die nächste Unterstützung bei 55 US-Dollar in den Fokus.
Auf dem Weg nach oben blockiert ein massiver Widerstand. Käufer müssen die psychologisch wichtige Marke von 70 US-Dollar nachhaltig zurückerobern. Erst dann wäre der aktuelle Abwärtstrend gebrochen.
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