Infineon Aktie: CoolSiC-JFETs ab 2026 in Serie
Infineon stellt neue Normally-Off-Halbleiter für KI-Rechenzentren vor. Die Serienfertigung der CoolSiC-JFETs startet noch 2026.

Kurz zusammengefasst
- Neue Normally-Off-JFETs für KI-Infrastruktur
- Serienproduktion der CoolSiC-Bauteile 2026
- Präsentation auf der PCIM Europe Messe
- Aktie nach starker Rallye unter Druck
Halbleiter für den Rechner selbst — das ist nicht Infineons Spiel. Das Münchner Unternehmen hat sich auf die Infrastruktur drumherum spezialisiert: Stromverteilung, Schutzschaltungen, Leistungselektronik. Mit einer Erweiterung seines CoolSiC-JFET-Portfolios konkretisiert Infineon nun, wie es vom KI-Boom profitieren will.
Normally-Off statt Rechenpower
Am 2. Juni meldete Infineon neue Normally-Off-Varianten für sein CoolSiC-JFET-Portfolio — gedacht für KI-Rechenzentren und industrielle Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen Halbleiter-Leistungsschalter, Batterie-Trennschalter und Stromverteilungsarchitekturen. Konkret nennt das Unternehmen Netzteile, Power-Backup-Units sowie Hot-Swap- und eFuse-Designs.
Der technische Ansatz dahinter ist pragmatisch: In den adressierten Anwendungen sind die Bauteile überwiegend eingeschaltet, Fehlerereignisse treten nur kurz und selten auf. Daraus ergeben sich die Designanforderungen — Leitungsverluste, Robustheit im linearen Betrieb, Avalanche-Fähigkeit. Infineon führt einen CoolSiC JFET mit 1.200 Volt im TO-247-4-Gehäuse ein und ergänzt das Portfolio um Q-DPAK-, TO-247-4- und TOLL-Gehäuse sowie Dual-Drive- und Cascode-Varianten.
Serienproduktion läuft 2026 an
Zeitlich ist das Vorhaben klar terminiert. CoolSiC-JFETs mit 750 Volt und 1.200 Volt im Q-DPAK-Gehäuse gehen noch 2026 in Serie. Entwicklungsmuster weiterer Varianten sind bereits verfügbar.
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Auf der PCIM Europe in Nürnberg — 9. bis 11. Juni, Halle 7, Stand 470 — will Infineon das Portfolio öffentlich vorstellen. Gezeigt werden unter anderem Komponenten für Solid-State-Circuit-Breaker, die Fehlerisolierung innerhalb von Mikrosekunden ermöglichen. Außerdem stehen HVDC-Sidecars und Gleichstrom-Microgrids für neue Rechenzentrums-Architekturen auf dem Programm.
Aktie nach Rally unter Druck
Die Produktnachricht fällt in eine bemerkenswerte Kursdynamik. Seit Jahresbeginn hat die Infineon-Aktie mehr als 126 Prozent zugelegt, das 52-Wochen-Tief von unter 32 Euro liegt weit zurück. Am Mittwochmorgen notiert das Papier bei rund 86,76 Euro — ein Minus von knapp 1,5 Prozent nach dem gestrigen Schlusskurs auf dem 52-Wochen-Hoch.
Die Produktmeldung ist kein isolierter Impuls. Im Mai hatte Infineon für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz von rund 4,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt und auf starke Nachfrage nach Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren verwiesen. Die CoolSiC-Erweiterung liefert dazu nun das konkrete Produktbild — ob sich das in Auftragseingang und Marge niederschlägt, zeigen die nächsten Quartalszahlen.
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