Gold: 13 Prozent Plus in 30 Tagen
Nach schwachen US-Inflationsdaten gibt Gold nach. Analysten sehen trotz Rücksetzern einen intakten Aufwärtstrend dank starker Zentralbanknachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Gold fällt nach US-Inflationsdaten
- Rekordhoch seit Mai markiert
- Reuters sieht neuen Aufwärtszyklus
- Zentralbankkäufe stützen Goldpreis
Der Goldpreis hat heute nach in-line ausgefallenen US-Inflationsdaten nachgegeben. Spot Gold fiel um 0,8 Prozent auf 4.618,03 US-Dollar je Unze, wie Reuters berichtete. Damit rückt der Blick der Anleger nun auf die noch ausstehenden Preisdaten und den weiteren Zinskurs der Fed.
Der Rücksetzer folgt auf eine bemerkenswerte Serie: Erst am Dienstag hatte der Goldpreis den höchsten Stand seit dem 14. Mai markiert, ehe Gewinnmitnahmen und ein festerer Dollar vor den Inflationszahlen bremsten. Bereits am Montag war Gold mit 4.641,27 US-Dollar je Unze auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten geklettert, getragen von einem schwächeren Dollar und einer bevorstehenden Rede von Fed-Chef Kevin Warsh.
Zwischen Zinsfantasie und Renditeanstieg
Die Kursbewegungen der vergangenen zwei Wochen zeigen, wie sensibel der Goldpreis auf jede Nuance in der US-Zinsdebatte reagiert. Am 21. August hatte Gold mit 4.623,94 US-Dollar je Unze den höchsten Stand seit Mitte Mai erreicht, nachdem ein Rückkaufplan des US-Finanzministeriums den Dollar belastete und der Preis über den 200-Tage-Durchschnitt gestiegen war.
Nur wenige Tage zuvor, am 20. August, hatte der Goldpreis laut Reuters zeitweise auf 4.450,08 US-Dollar je Unze nachgegeben, weil höhere Realrenditen und steigende Energiepreise Inflationssorgen schürten.
Noch deutlicher fiel der Rücksetzer am 18. August aus: Spot Gold verlor 1,1 Prozent und fiel auf 4.364,90 US-Dollar je Unze, nachdem US-Treasury-Renditen Mehrjahreshochs erreicht hatten. Diese Achterbahnfahrt verdeutlicht, dass der Markt zwischen zwei gegenläufigen Kräften gefangen ist: der Aussicht auf niedrigere Zinsen, die Gold stützt, und dem Risiko steigender Renditen, das die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls schmälert.
Reuters sieht neuen Aufwärtszyklus
Trotz der jüngsten Schwankungen ordnete Reuters die Entwicklung als Beginn eines neuen Gold-Aufwärtszyklus ein, getrieben von anhaltenden Zentralbankkäufen und einer breiteren Investorennachfrage. Die Nachrichtenagentur verwies darauf, dass der Preis seit Monatsbeginn im August um rund 400 US-Dollar oder etwa 10 Prozent gestiegen war – ein Tempo, das die Rückkehr der Safe-Haven-Nachfrage unterstreicht.
Auch die Deutsche Börse hatte in ihrer Berichterstattung darauf hingewiesen, dass schwache US-Arbeitsmarktdaten und nachlassender Druck auf höhere US-Zinsen den Goldpreis in den Bereich von rund 4.450 US-Dollar je Unze getrieben hatten. Der Markt preiste zeitweise laut CME FedWatch nur noch eine 40-Prozent-Chance für eine Zinserhöhung im September ein, was die Kaufbereitschaft bei Gold zusätzlich befeuerte.
Konsolidierung nach starkem Lauf
Der heutige Rücksetzer erscheint vor diesem Hintergrund weniger als Trendwende, sondern eher als Verschnaufpause nach einer kräftigen Rally. Aktuell notiert Gold bei 4.594,43 US-Dollar je Unze, nachdem der Kurs am Dienstag noch bei 4.658,41 US-Dollar geschlossen hatte.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 13 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, dass die zugrunde liegende Nachfrage nach dem Edelmetall trotz der Tagesschwankungen intakt bleibt.
Für die kommenden Handelstage dürfte entscheidend sein, wie sich die noch ausstehenden Preisdaten entwickeln und welche Signale von der Fed zum weiteren Zinspfad ausgehen. Solange die Erwartung einer moderateren Zinspolitik überwiegt, spricht vieles dafür, dass Rücksetzer wie der heutige von Anlegern als Kaufgelegenheit interpretiert werden.
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