BYD Aktie: 557.090 E-Autos überholen Tesla
BYD überholt Tesla bei E-Auto-Verkäufen, kündigt Dividende an und erreicht Top-100-Platz in Fortune Global 500.

Kurz zusammengefasst
- Erneute Führung bei BEV-Verkäufen
- Angekündigte Bardividende für A-Aktien
- Fortune Global 500 Rang 91 erreicht
- Neues Flaggschiff-SUV Great Tang vorgestellt
BYD zeigt sich zur Wochenmitte in ausgesprochen guter Verfassung. Die Aktie legt im vorbörslichen Handel um 2,46 Prozent auf 10,40 Euro zu, nachdem sie bereits in den vergangenen 30 Tagen um 26,38 Prozent gestiegen ist. Grund für den frischen Schwung sind gleich mehrere positive Nachrichten aus dem chinesischen Konzern: eine Rückeroberung der globalen BEV-Spitzenposition, eine angekündigte Dividende sowie ein Spitzenplatz im Fortune Global 500 Ranking.
Tesla erneut überholt
Im zweiten Quartal 2026 lieferte BYD 557.090 batterieelektrische Fahrzeuge aus, Tesla kam auf 480.126 Einheiten. Der Vorsprung von rund 77.000 Fahrzeugen bringt BYD zurück an die Spitze der weltweiten BEV-Rangliste. Branchenbeobachter führen den Erfolg auf die vertikale Integration des Konzerns und die vergleichsweise günstigen Modellpreise zurück, die BYD gegenüber westlichen Wettbewerbern einen Kostenvorteil verschaffen.
Auslandsgeschäft kompensiert schwachen Heimatmarkt
Die Erholung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der chinesische Heimatmarkt BYD zunehmend zu schaffen macht. Die Inlandsverkäufe fielen im ersten Halbjahr 2026 um 39,6 Prozent, wie The Asia Business Daily berichtete. Das Auslandsgeschäft entwickelt sich dagegen gegenläufig: Die Exportverkäufe stiegen um 70,6 Prozent auf 792.256 Fahrzeuge und machen inzwischen 43,8 Prozent des Gesamtabsatzes aus. Allein im Juni legten die Verkäufe außerhalb Chinas um 95 Prozent auf 174.897 Einheiten zu.
BYD-Vizepräsidentin Stella Li erklärte, der Konzern komme auch ohne Zugang zum US-Markt zurecht: „Wir überleben und sind auch ohne den US-Markt erfolgreich.“ Die eigentliche Herausforderung liege derzeit nicht im Absatz, sondern in der Kapazität – die Nachfrage in Brasilien, Großbritannien und weiten Teilen Europas übersteige das verfügbare Angebot. Die neue Flash-Charging-Technologie bezeichnete Li als „Game-Changer“ für den Konzern. Zugleich rechnet sie mit einer Konsolidierung der chinesischen Elektroautobranche, da nicht alle Hersteller den Preiskampf überstehen dürften.
Auch in Europa gewinnt BYD an Boden. Im Juni verdoppelte sich der Absatz nahezu auf 38.300 Fahrzeuge, während der gesamte europäische Markt mit 1,40 Millionen Neuzulassungen ein Plus von 13 Prozent verzeichnete und batterieelektrische Fahrzeuge dort erstmals einen Marktanteil von 25,7 Prozent erreichten. Tesla bleibt mit 52.700 Einheiten weiterhin die stärkste reine Elektromarke vor dem heimischen Markt.
Dividende und Rekordranking
Parallel zur operativen Entwicklung kündigte BYD für seine A-Aktien eine Bardividende von 3,58 Yuan je zehn Aktien an. Der Stichtag fällt auf Donnerstag, der Ex-Tag auf Freitag dieser Woche. Zusätzlich vereinbarte der Konzern eine Partnerschaft mit Smart in Australien für Novated Leasing, ein dort verbreitetes Leasingmodell für Firmenwagen.
Untermauert wird die positive Stimmung durch die jüngste Fortune-Global-500-Liste: BYD belegt dort Rang 91 und steht damit bereits im fünften Jahr in Folge und zum zweiten Mal in Serie unter den Top 100 der Welt, wie STARNEWS berichtete. Für 2025 wies der Konzern einen Umsatz von 804 Milliarden Yuan und einen Nettogewinn von 32,6 Milliarden Yuan aus, bei einem Absatz von 4,6 Millionen Neuenergiefahrzeugen. Die Forschungsausgaben kletterten 2025 um 17 Prozent auf 63,4 Milliarden Yuan, womit BYD unter den A-Aktien-Unternehmen erneut der größte Investor in Forschung und Entwicklung war.
Neue Modelle treiben das Wachstum
Auch produktseitig bleibt der Konzern aktiv. Mit dem „Great Tang“ stellte BYD ein neues Flaggschiff-SUV auf Basis der 1.000-Volt-Plattform „Super e“ vor, das mit Megawatt-Ladeleistung in 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigt und je nach Antriebsvariante bis zu 785 PS leistet. Der Marktstart ist für das zweite Quartal 2026 vorgesehen, der erwartete Einstiegspreis liegt bei umgerechnet rund 90.000 US-Dollar. In den USA wird das Modell wegen der dort geltenden Einfuhrzölle nicht angeboten.
Für die Aktie bedeutet die Nachrichtenlage einen Rückenwind, der sich in den Kursdaten bereits niederschlägt. Mit einem Abstand von 27,02 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 14,25 Euro aus dem Sommer vergangenen Jahres bleibt jedoch erkennbar, dass der Titel von seinen früheren Höchstständen noch deutlich entfernt notiert.
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