Rocket Lab: Q2-Zahlen heute nach Börsenschluss
Rocket Lab präsentiert Q2-Zahlen mit erwartetem Verlustrückgang auf 3 Cent je Aktie und Umsatzplus von 60 Prozent. Großaufträge der Space Force stützen das Wachstum.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzwachstum von 60 Prozent erwartet
- Space-Force-Aufträge über 663 Millionen Dollar
- Erfolgreiche Electron-Mission nach Startabbruch
- Iridium-Übernahme für 8 Milliarden Dollar
Rocket Lab USA legt heute nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor, die Telefonkonferenz mit dem Management ist für 17:00 Uhr Eastern Time angesetzt. Wall-Street-Analysten rechnen laut Unternehmensangaben mit einem Verlust von 3 Cent pro Aktie, das entspräche einem Rückgang des Fehlbetrags um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Beim Umsatz erwarten sie rund 231,6 Millionen US-Dollar, ein Plus von 60,3 Prozent im Jahresvergleich.
Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie bereits deutlich in Bewegung geraten ist. Am Freitag schloss das Papier bei 82,83 US-Dollar, ein Tagesgewinn von 9,46 Prozent. Auf Wochensicht summiert sich das Plus auf 17,61 Prozent. Zum bisherigen Jahreshoch von 151,00 US-Dollar, notiert Ende Mai erreicht, fehlen dem Kurs trotz der jüngsten Rally noch immer 45,15 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Erholung von den Tiefs des Jahres bislang nicht an alte Bewertungsniveaus heranreicht.
Space Force füttert den Auftragsbestand
Den Rückenwind liefert vor allem eine Serie von Vertragsgewinnen der vergangenen Wochen. Am 4. August meldete Rocket Lab einen Auftrag der US Space Force über 397 Millionen US-Dollar im Rahmen des Programms Space-Based Airborne Moving Target Indicator. Das Unternehmen soll dafür mehrere Flatellite-Satelliten entwickeln, starten und betreiben – an Bord der noch ausstehenden Neutron-Rakete, mit einer Option auf zusätzliche Flatellites innerhalb der Gesamtvertragssumme. Nur eine Woche zuvor, am 27. Juli, hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben seinen bislang größten Startvertrag überhaupt bekanntgegeben: einen Mehrfachstart-Auftrag der Space Force im Volumen von 266 Millionen US-Dollar für suborbitale, mit der Raketenabwehr verknüpfte Missionen.
Auch im zivilen Geschäft baut Rocket Lab seine Kundenbasis aus. Am 30. Juli verkündete das Unternehmen eine neue Mehrfachstart-Vereinbarung mit dem japanischen Erdbeobachtungsbetreiber iQPS – bereits die dritte derartige Buchung von iQPS auf der Electron-Rakete innerhalb von weniger als einem Jahr. Die Wiederholungskäufe eines einzelnen Kunden gelten als Indiz für verlässliche Startkapazitäten und stabile Kundenbeziehungen im Small-Satellite-Segment.
Electron liefert nach Startverzögerung
Operativ zeigte sich das Unternehmen zuletzt ebenfalls in Fahrt. Am Donnerstag brachte Rocket Lab seine 13. Electron-Mission des Jahres ins All und setzte erneut einen Satelliten für iQPS aus – der insgesamt achte dedizierte Start für dessen Erdbeobachtungskonstellation und die 92. Electron-Mission in der Unternehmensgeschichte. Es war zugleich der erste Start seit dem 26. Juni: Ein Startversuch am 30. Juni war unmittelbar nach der Zündung der Erststufentriebwerke abgebrochen worden, die Ursache dafür gab das Unternehmen erst mit dem jüngsten Start bekannt. Den nächsten Electron-Start für iQPS plant Rocket Lab frühestens für Ende August vom Launch Complex 1.
Die operative Rückkehr zur Startfrequenz kam am Markt gut an. Nach der erfolgreichen Mission stieg die Aktie nach Angaben von Marktbeobachtern um rund 5 Prozent an einem Tag.
Regulatorischer Rückenwind, Iridium-Deal im Hintergrund
Nicht jede Nachricht wirkte zuletzt eindeutig kursstützend. Ende Juli kündigte das US-Verkehrsministerium gemeinsam mit der FAA an, „unnötige Umweltauflagen“ zur Beschleunigung der Genehmigung kommerzieller Raketenstarts und Wiedereintritte aufheben zu wollen – eine Regel, von der neben SpaceX und Blue Origin auch Rocket Lab profitieren würde. Trotz des auf den ersten Blick positiven regulatorischen Signals gaben Aktien aus dem Raumfahrtsektor, darunter Rocket Lab, AST SpaceMobile, Intuitive Machines und Planet Labs, am Tag der Ankündigung zwischen 3 und 7 Prozent ab.
Im Hintergrund bleibt zudem die milliardenschwere Übernahme des Satellitenbetreibers Iridium Communications präsent, die Ende Juni vereinbart wurde. Rocket Lab will Iridium für 54 US-Dollar pro Aktie in bar und Aktien übernehmen, der Deal bewertet Iridium mit einem Unternehmenswert von rund 8,0 Milliarden US-Dollar. Zur Finanzierung des Barbetrags sicherte sich Rocket Lab Zusagen für einen Brückenkredit über 3,6 Milliarden US-Dollar von Deutsche Bank und Wells Fargo. Die Transaktion prägt weiterhin die Einordnung des Titels in der Sektor- und Indexbetrachtung.
Mit Blick auf die Eigentümerstruktur zeigen automatisierte Auswertungen, dass Privatanleger und börsennotierte Unternehmen zusammen gut 60 Prozent der Rocket-Lab-Aktien halten, während institutionelle Investoren und Insider den restlichen Anteil verteilen – ein Randaspekt, der am heutigen Tag hinter der Quartalszahl in den Hintergrund tritt.
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