Deutsche Telekom Aktie: Investorentag am 5. Oktober zu KI-Strategie
Telekom verhandelt mit Nvidia über KI-Chips, kündigt Investorentag an und hebt dank starker Q2-Zahlen die Free-Cashflow-Prognose an.

Kurz zusammengefasst
- Nvidia-Gespräche über zusätzliche KI-Chips
- Investorentag zu KI-Chancen im Oktober
- Prognose für Free Cashflow angehoben
- Aktienrückkauf um drei Milliarden Euro aufgestockt
Die Deutsche Telekom treibt ihre Ambitionen im Bereich künstlicher Intelligenz voran. Konzernchef Tim Höttges bestätigte am 6. August Gespräche mit Nvidia über zusätzliche Grafikprozessoren, um die KI- und Cloud-Infrastruktur des Konzerns weiter auszubauen. Das bestehende KI-Rechenzentrum in München sei bereits voll ausgelastet, so Höttges. Für Anleger ist das ein Signal, dass die Telekom ihr Wachstum nicht allein auf das klassische Telekommunikationsgeschäft stützen will.
Konkreter wird das Thema am 5. Oktober: An diesem Tag lädt der Konzern zu einem Investorentag unter dem Titel „Chancen der Künstlichen Intelligenz“. Dort dürfte das Management darlegen, wie sich die Kapazitätserweiterung in Zahlen niederschlagen soll und welche Rolle die Partnerschaft mit Nvidia dabei künftig spielt.
Operatives Geschäft liefert Rückenwind
Die KI-Strategie fällt in eine Phase operativer Stärke. Im zweiten Quartal 2026 steigerte die Telekom den Umsatz organisch um 3,3 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL kletterte um 7,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro, der bereinigte Nettogewinn wuchs um 11,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro.
Der Vorstand nutzte die starken Zahlen, um die Prognose für den Free Cashflow AL 2026 auf rund 20 Milliarden Euro anzuheben, zuvor hatte das Ziel bei über 19,8 Milliarden Euro gelegen. Das EBITDA-Ziel von rund 47,5 Milliarden Euro bleibt unverändert.
Diese Zahlen bildeten auch die Grundlage für die vor gut einer Woche verkündete Aufstockung des laufenden Aktienrückkaufprogramms um 3 Milliarden Euro auf bis zu 5 Milliarden Euro – ein Thema, das den Kurs seither belastet hat und die Aktie um 3,0 Prozent zurückfallen ließ. Hinzu kommt die Ablehnung einer möglichen Fusion durch das Management der US-Tochter T-Mobile US am vergangenen Sonntag, die den Kurs um weitere 3,0 Prozent drückte.
US-Tochter treibt eigene Agenda voran
Während in Bonn die KI-Strategie im Fokus steht, arbeitet T-Mobile US an mehreren Fronten parallel. Am Dienstag schloss die US-Tochter den Verkauf ihres 800-MHz-Frequenzportfolios an Grain Management LLC für 2,9 Milliarden Dollar in bar ab und erhielt im Gegenzug 600-MHz-Lizenzen.
Zugleich kündigte T-Mobile US neue Mobilfunktarife mit einer auf 36 Monate verlängerten Endgeräte-Finanzierung sowie speziellen Studentenrabatten an. Auf der Kostenseite geht das Unternehmen ebenfalls voran: Zum 6. Oktober streicht die US-Tochter 113 Stellen am Standort Irving in Texas, weil die Abteilung für virtuellen Geschäftskundenvertrieb geschlossen wird.
Kursbild bleibt angeschlagen
Der Aktienkurs notierte am Mittwoch bei 28,14 Euro und büßte damit 1,3 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche, was die jüngsten Belastungsfaktoren widerspiegelt. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar, trennen das Papier mittlerweile 18 Prozent.
Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie dennoch noch mit 5,8 Prozent im Plus, was zeigt, dass der jüngste Rücksetzer einen Teil des vorangegangenen Anstiegs wieder aufgezehrt hat. Für die kommenden Wochen dürfte entscheidend sein, ob die für den Herbst angekündigte KI-Strategie neue Impulse liefert, während operative Baustellen bei der US-Tochter im Blick bleiben.
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