Nvidia Aktie: Der Zwölf-Treffer-Trick
Die Nvidia-Aktie zeigt vor Quartalsberichten ein konstantes Muster mit zwölf positiven Vorläufen in Folge. Institutionelle Anleger bleiben skeptisch.
Kurz zusammengefasst
- Zwölf Gewinnserien vor Quartalszahlen
- Durchschnittlich neun Prozent Kursplus
- Profis zeigen sich zurückhaltend
- Wettbewerb bei KI-Modellen wächst
Um Nvidia ist es zuletzt ruhiger geworden – zumindest gemessen an der Schlagzeilendichte der vergangenen Wochen. Genau in solchen Phasen lohnt sich der Blick auf die Zahlen der Vergangenheit, denn die Nvidia-Aktie zeigt vor Quartalsberichten ein bemerkenswert konstantes Muster.
Zwölf von zwölf Quartalen im Plus
Wer die Aktie systematisch vier Wochen vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen kaufte, traf in den vergangenen drei Jahren zwölfmal in Folge ins Schwarze. Die durchschnittliche Performance in diesem Zeitfenster lag bei rund neun Prozent, das schwächste Quartal brachte noch knapp ein Prozent Zuwachs, das stärkste über 25 Prozent. Natürlich relativiert sich das Muster durch den grundsätzlichen Aufwärtstrend der Aktie über den gesamten Zeitraum – trotzdem bleibt die Trefferquote auffällig.
Interessant wird es im Anschluss an die Berichte. Selbst nach starken Zahlen und optimistischen Ausblicken legte die Aktie häufig eine Verschnaufpause ein und konsolidierte auf hohem Niveau – ein klassisches „Sell the News“-Muster. Für kurzfristig orientierte Anleger ergibt sich daraus ein Zyklus: Einstieg rund vier Wochen vor dem Bericht, Ausstieg zum Veröffentlichungstermin.
Skepsis der Profis als möglicher Katalysator
Unter institutionellen Anlegern in den USA herrscht derzeit spürbare Zurückhaltung gegenüber dem gesamten Tech-Sektor und dem Nasdaq – erkennbar auch an einer erhöhten Short-Quote bei Nvidia. UBS etwa nennt ein Kursziel von 191,69 Dollar, was einem Rückgang von 9,02 Prozent gegenüber dem zuletzt gehandelten Kurs entspräche. Sollte Nvidia die Erwartungen dennoch erfüllen, könnten Leerverkäufer unter Druck geraten, ihre Positionen einzudecken – ein Effekt, der Kursbewegungen zusätzlich verstärken kann.
Parallel wächst der Wettbewerbsdruck im Bereich offener KI-Modelle. Nvidias eigenes Open-Weights-Modell Nemotron 3 Ultra musste sich in aktuellen Agenten-Benchmarks dem neuen Modell Inkling geschlagen geben, das von Mira Muratis Startup Thinking Machines Lab stammt – einem Unternehmen, an dem Nvidia selbst als Investor beteiligt ist. Bei Tests zur autonomen Aufgabenerfüllung lag Inkling knapp 30 Prozentpunkte vor Nemotron. Das zeigt: Der Wettbewerb um die Vorherrschaft bei offenen Modellen verschärft sich, auch wenn Nvidias Kerngeschäft mit Chips davon zunächst unberührt bleibt.
Sollte sich das saisonale Muster ein weiteres Mal bestätigen, wäre der bevorstehende Quartalsbericht bereits der dreizehnte Treffer in Folge für Käufer, die auf die historische Vorlaufphase setzen.
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