Gold: Dollar bremst den Aufwärtstrend
Die Feinunze fällt auf rund 4.350 Dollar. Ein fester US-Dollar und die restriktive Fed-Politik belasten das zinslose Edelmetall.

Kurz zusammengefasst
- Feinunze verliert rund 0,6 Prozent
- US-Dollar gewinnt spürbar an Stärke
- Fed signalisiert anhaltend straffen Kurs
- Technische Indikatoren liefern kein klares Signal
Gold startet die neue Woche mit angezogener Handbremse. Der Preis für die Feinunze rutscht auf rund 4.350 Dollar ab, ein Minus von etwa 0,6 Prozent. Verantwortlich dafür ist vor allem ein Akteur: der US-Dollar, der sich spürbar festigt.
Der Grund liegt in der Geldpolitik der Federal Reserve. Fed-Vertreter Neel Kashkari bekräftigte, die Inflation in den USA verharre auf einem zu hohen Niveau — eine klare Bestätigung des restriktiven Kurses der Notenbank.
Am Markt gilt eine weitere Zinserhöhung der Fed noch in diesem Jahr inzwischen als nahezu sicher. Höhere Zinsen machen zinslose Anlagen wie Gold tendenziell unattraktiver, ein starker Dollar verteuert das Metall zusätzlich für Käufer außerhalb der USA.
Charttechnik ohne klare Richtung
Auf technischer Seite tut sich Gold schwer, sich über dem 20-Tage-EMA zu etablieren — ein Signal, das kurzfristige Schwäche unterstreicht. Der Blick auf den 4-Stunden-Chart zeigt ein ähnliches Bild: RSI und MACD deuten auf schwaches Momentum hin, ein klarer Trend ist derzeit nicht erkennbar. Das Edelmetall bewegt sich damit in einer Phase der Orientierungssuche.
Etwas Rückhalt kommt von der Rohstoffseite. Sinkende Ölpreise — WTI verlor am Montag rund 1,2 Prozent, Brent etwas weniger — begrenzen den allgemeinen Abwärtsdruck auf Rohstoffe insgesamt und dämpfen damit indirekt auch die Verluste bei Gold. Parallel dazu bleiben die Öllieferungen aus dem Nahen Osten trotz des Ausfalls einer saudi-arabischen Pipeline überraschend stabil, was geopolitische Angebotsängste dämpft.
Woche mit wichtigen Terminen
Für die kommenden Tage richten Marktteilnehmer den Blick auf mehrere Ereignisse:
- US-PMI-Daten als nächster wichtiger Konjunkturindikator
- Mehrere Reden von Fed-Vertretern, die weitere Hinweise zur Zinspolitik liefern könnten
- Die RBA-Sitzung in Australien am 29. September, die laut Einschätzung der vier größten australischen Banken eine Zinserhöhung auf 4,60 Prozent bringen könnte
- Anhaltende Haushaltssorgen in Frankreich, die die Risikoprämie französischer Staatsanleihen bereits auf den höchsten Stand seit 2012 getrieben haben
Sollte sich die hawkische Tendenz der Fed in den anstehenden Reden bestätigen, dürfte der Dollar seine Stärke behalten und Gold weiter unter Druck bleibt. Die PMI-Daten dieser Woche werden zeigen, ob die US-Konjunktur die restriktive Haltung der Notenbank weiter rechtfertigt.
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