Evonik Aktie: Polyester-Ausstieg treibt Kurs um 5 Prozent
Evonik trennt sich vom defizitären Polyester-Geschäft und streicht bis 2029 weltweit 3.200 Stellen. Die Aktie reagiert mit einem Kurssprung.

Kurz zusammengefasst
- Kompletter Ausstieg aus Polyester-Sparte
- Globaler Stellenabbau von 3.200 Jobs
- Umsatzrückgang von neun Prozent
- Aktie steigt um fünf Prozent
Die Evonik Aktie dreht nach anfänglichen Verlusten kräftig ins Plus. Mit einem Kurssprung von gut fünf Prozent auf 16,02 Euro reagieren Anleger auf die neue Strategie des Spezialchemiekonzerns. Das Management zieht die Reißleine und trennt sich komplett vom globalen Polyester-Geschäft.
Ende für das Polyester-Geschäft
Der Ausstieg betrifft rund 350 Beschäftigte an den Standorten Witten, Marl und Shanghai. Laut Konzernvorständin Lauren Kjeldsen gab es wirtschaftlich keine Alternative. Strukturelle Nachteile in Europa und ein schwacher Markt machten den Bereich dauerhaft unrentabel.
Der Umbau geht deutlich weiter. Bis 2029 streicht Evonik weltweit 3.200 Stellen. Den Großteil davon baut der Konzern in Deutschland ab. Ein bereits laufendes Sparprogramm soll die Kostenbasis zusätzlich um Hunderte Millionen Euro senken.
Margendruck im schwachen Marktumfeld
Die harte Sanierung trifft auf ein schwieriges Branchenumfeld. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz um neun Prozent auf 3,43 Milliarden Euro. Niedrigere Preise und negative Währungseffekte belasten das operative Geschäft.
Dennoch übertraf das bereinigte operative Ergebnis mit 475 Millionen Euro die eigenen Erwartungen leicht. Für das laufende zweite Quartal stellt der Vorstand mindestens 550 Millionen Euro in Aussicht. Die übergeordnete Gewinnprognose für das Jahr 2026 bleibt intakt.
Chartbild hellt sich auf
An der Börse kommt der harte Kurs gut an. Seit Jahresbeginn steht bei der Evonik Aktie ein Plus von gut 20 Prozent auf der Anzeigetafel. Technisch hat der Titel die wichtige 200-Tage-Linie bei 14,85 Euro nun wieder klar hinter sich gelassen.
Das 52-Wochen-Hoch von 18,48 Euro rückt damit wieder in den Fokus. Um diese Lücke zu schließen, muss das Management nun liefern. Evonik muss die Ertragsqualität im zweiten Halbjahr trotz spürbar steigender Energiekosten messbar verbessern.
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