Nvidia Aktie: 500 Milliarden Dollar mit SK Group
Nvidia verkündet Partnerschaften mit SK Group, Naver und Hyundai. Die Kooperationen umfassen KI-Rechenzentren, Speicherchips und autonomes Fahren.

Kurz zusammengefasst
- 500-Milliarden-Pakt mit SK Group
- Zehn Milliarden für Naver KI-Fabrik
- Samsung und Hyundai in Gesprächen
- Aktie gibt leicht nach
Nvidia hat am Freitag in San Francisco eine ganze Serie milliardenschwerer Vereinbarungen mit südkoreanischen Konzernen verkündet. Im Zentrum steht ein Partnerschaftspaket mit der SK Group im Volumen von mehr als 500 Milliarden US-Dollar. Firmenchef Jensen Huang kündigte den Deal während eines Treffens mit Südkoreas Präsident Lee Jae-myung an, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Parallel meldeten Nvidia und die SK Group eine gemeinsame Initiative für KI-Rechenzentren und eine Speicherchip-Partnerschaft, wie der Sender CNA berichtete.
500-Milliarden-Dollar-Pakt mit SK Group
Das Abkommen umfasst laut den Meldungen den Aufbau von KI-Rechenzentren sowie eine Speicherpartnerschaft, die auf die Belieferung mit High-Bandwidth-Memory-Chips zielt. Zusätzlich plant Nvidia gemeinsam mit Hyundai Motor die Entwicklung eines selbstfahrenden Genesis-Fahrzeugs, wie Yonhap meldete. Der Zeitpunkt der Ankündigung fiel mit einem KI-Gipfel in Silicon Valley zusammen, bei dem Südkoreas Präsident mehrere Nvidia-Partner persönlich traf.
Zehn Milliarden Dollar für Naver
Neben der SK Group sicherte sich auch der Internetkonzern Naver frisches Kapital von Nvidia. Zusammen mit dem Vermögensverwalter Brookfield, der nach eigenen Angaben mehr als eine Billion Dollar verwaltet, fließen zehn Milliarden Dollar in eine geplante KI-Fabrik mit einer Endausbaustufe von bis zu einem Gigawatt. Naver-Gründer Lee Hae-jin verkündete die Investition auf dem AI Summit in San Francisco. Konkret soll zunächst eine 55-Megawatt-Anlage am Standort Sejong bis zur ersten Jahreshälfte 2027 entstehen, bis 2028 soll die Kapazität auf 200 Megawatt steigen. Die Ausbaupläne markieren einen deutlichen Schritt in Naver-Ambitionen für eine sogenannte souveräne KI-Infrastruktur.
Samsung, Hyundai und Broadcom ziehen nach
Die koreanische Delegation blieb nicht bei einzelnen Gesprächen stehen. Samsung-Chairman Lee Jae-yong, Hyundai-Chairman Euisun Chung und Naver-Chairman Lee Hae-jin besuchten laut The Herald Business gemeinsam die Nvidia-Zentrale in Santa Clara, um über Speicherchips, Auftragsfertigung, autonomes Fahren und Robotik zu sprechen. SK-Chairman Chey Tae-won traf Huang zusätzlich bei einem Abendessen. Parallel bestätigte Südkoreas Politikchef Kim Yong-beom, dass Samsung und SK Hynix milliardenschwere HBM-Lieferverträge mit US-Technologiekonzernen unterzeichnen – die beiden Firmen kontrollieren zusammen rund 80 Prozent des globalen HBM-Marktes. Auch Broadcom-Chef Hock Tan sagte Präsident Lee eine Beteiligung an der koreanischen KI-Infrastruktur zu, unter anderem über die gemeinsame Entwicklung künftiger HBM-Generationen mit Samsung und SK Hynix. Am selben Tag starteten das KAIST-Institut und Nvidia zudem ein mit 300 Millionen Dollar ausgestattetes gemeinsames Forschungslabor für agentenbasierte KI-Modelle in koreanischer Sprache, angelegt auf fünf Jahre.
Abseits der Korea-Geschäfte sorgte Huang mit seinem allerersten Beitrag auf der Plattform X für Aufsehen: Gemeinsam mit Microsoft-Chef Satya Nadella unterstützte er einen offenen Brief von 25 Unternehmen, der Washington vor einer übermäßigen Regulierung offener KI-Modelle warnt. Der Brief entstand vor dem Hintergrund von Vorwürfen des Weißen Hauses gegen den chinesischen Anbieter Moonshot AI, dessen Modell Kimi K3 möglicherweise auf unrechtmäßig destilliertem Wissen von Anthropic basiere. US-Finanzminister Scott Bessent stellte in diesem Zusammenhang mögliche Sanktionen in Aussicht. OpenAI, Anthropic und Google unterzeichneten den Brief nicht.
Kurs behauptet sich nahe Rekordniveau
An der Börse reagierten Anleger verhalten auf die Nachrichtenflut. Die Nvidia-Aktie schloss am Freitag bei 182,00 Euro und gab damit um 0,80 Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 13,55 Prozent zu Buche. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, erreicht Mitte Mai, fehlen dem Papier aktuell gut zehn Prozent. Die milliardenschweren Kooperationen mit koreanischen Partnern unterstreichen, wie breit Nvidia seine Wachstumsbasis inzwischen über Chipverkäufe hinaus auf Infrastruktur-, Speicher- und Forschungspartnerschaften ausdehnt. Ob sich dieser Expansionskurs auch in den Geschäftszahlen niederschlägt, dürfte sich spätestens bei der nächsten Quartalsvorlage zeigen.
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