Almonty Aktie: 300-Millionen-Rückkauf geplant
Almonty Industries will bis zu 14,4 Millionen Aktien zurücknehmen. Der Beschluss folgt auf Produktionsstart in Sangdong und verlängerte Abnahmeverträge.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm läuft bis August 2029
- Bis zu 300 Millionen US-Dollar vorgesehen
- Sangdong-Anlage liefert Wolframkonzentrat
- GTP-Vertrag auf 21 Jahre verlängert
Almonty Industries hat ein neues Rückkaufprogramm aufgelegt. Der Wolframproduzent darf über die kommenden 36 Monate bis zu 14,4 Millionen eigene Aktien zurückkaufen, mit einem Gesamtvolumen von bis zu 300 Millionen US-Dollar. Das Programm läuft vom 24. August 2026 bis zum 24. August 2029.
Für ein Unternehmen, das erst seit Kurzem operativ Wolframkonzentrat aus der neu angelaufenen Aufbereitungsanlage am Sangdong-Standort in Südkorea verkauft, ist ein Rückkauf dieser Größenordnung ein deutliches Signal.
Almonty hatte im Juni begonnen, gelagertes Rohmaterial durch die neu in Betrieb genommene Anlage zu schleusen und daraus verkaufsfähiges Konzentrat zu gewinnen. Die Kapitalrückführung deutet darauf hin, dass das Management die eigene Bilanz und Cashflow-Perspektive nach diesem Produktionsanlauf als tragfähig genug einschätzt, um parallel Kapital an Aktionäre zurückzugeben.
Wachsender Rückenwind aus dem Abnahmegeschäft
Der Rückkaufbeschluss fällt in eine Phase, in der Almonty sein langfristiges Abnahmegeschäft weiter ausgebaut hat. Vor gut drei Wochen wurde der Liefervertrag zwischen dem von Almonty kontrollierten Sangdong-Bergwerk und dem Abnehmer GTP auf 21 Jahre verlängert.
Das Gesamtvertragsvolumen stieg dabei um 40 Prozent auf 4,41 Millionen mtu, mit einer garantierten Mindestabnahme von 210.000 mtu pro Jahr. Seit Bekanntwerden dieser Vertragsverlängerung hat die Aktie um 16,3 Prozent zugelegt – ein Beleg dafür, wie stark der Markt langfristige Abnahmesicherheit im Wolframgeschäft honoriert.
Diese vertragliche Basis dürfte auch die Rückkaufentscheidung mittragen: Wer über zwei Jahrzehnte Mindestabnahmemengen fest zugesagt bekommt, kann Kapitalflüsse verlässlicher planen als ein Rohstoffproduzent, der auf Spotmärkte angewiesen ist.
Kurs bleibt volatil, Bewertung ambitioniert
Am Freitag schloss die Almonty-Aktie bei 15,17 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht ein Rückgang von 2,6 Prozent zu Buche, während sich der Titel auf Monatssicht um 31 Prozent verteuert hat. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 87 Prozent zeigt, wie nervös der Handel um das Papier bleibt – ein Rückkaufprogramm kann in einem solchen Umfeld auch als Instrument dienen, um Kursschwankungen abzufedern.
Die Aktie notiert derzeit rund 26 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro, das im April markiert wurde. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 3,50 Euro vom September vergangenen Jahres hat sich der Kurs dagegen mehr als vervierfacht.
Diese Spanne verdeutlicht, wie stark die Neubewertung von Almonty im vergangenen Jahr ausgefallen ist – getrieben von der wachsenden strategischen Bedeutung westlicher Wolframversorgung außerhalb chinesischer Lieferketten.
Auch die Coverage-Aufnahme durch Jefferies am vergangenen Mittwoch, mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 26,25 US-Dollar, fügt sich in dieses Bild ein, auch wenn sich der Kurs seither kaum bewegt hat. Für Anleger bleibt entscheidend, ob Almonty die operative Hochlaufphase in Sangdong ohne Rückschläge bewältigt – der jetzt gestartete Rückkauf signalisiert zumindest Zuversicht auf Unternehmensseite.
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