Oracle Aktie: Zweifel an Milliardenkredit
Oracle sieht sich mit schwächer bewerteten Projektkrediten, hoher KI-Finanzierung und einer blockierten Pipeline in New Mexico konfrontiert.

Kurz zusammengefasst
- Projektkredite werden deutlich unter Wert gehandelt
- Pipeline-Genehmigung in New Mexico blockiert
- Oracle plant bis zu 95 Milliarden Dollar Investitionen
- Gesundheitskunde senkt Zuweisungszeiten um 39 Prozent
Ein Datencenter-Projekt in New Mexico bringt Oracles Finanzierungsstruktur ins Wanken. Banken handeln Kredite über 18 Milliarden Dollar, die an das Projekt geknüpft sind, nur noch zu 89 bis 91 Cent je Dollar. Das ist ein deutliches Signal, dass die Kreditgeber Nervosität zeigen.
Project Jupiter unter Druck
Die Kredite finanzieren „Project Jupiter“, eine 1.400 Hektar große Rechenzentrums-Anlage im Doña Ana County. Das Vorhaben ist Teil von Oracles umfassender Vereinbarung mit OpenAI zur Bereitstellung von KI-Rechenkapazität und fließt in die Stargate-Initiative ein, ein auf 500 Milliarden Dollar angelegtes Infrastrukturprogramm von OpenAI, SoftBank und Oracle.
Ein Bankenkonsortium hatte die Finanzierung Ende vergangenen Jahres bereitgestellt, um den Bau anzustoßen. Beteiligt sind unter anderem Santander und Jefferies.
Ursprünglich sollten Teile der Schulden an einen breiteren Investorenkreis weitergereicht werden — dieser Plan stockt nun, weil Oracles steigende Verschuldung und die schwächere Kreditqualität Investoren abschrecken. Banken sitzen dadurch auf mehr Projektschulden, als ursprünglich vorgesehen.
Verschärfend kommt hinzu: Der Bundesstaat New Mexico hat eine Genehmigung für eine Gaspipeline zur Anlage blockiert, die eigentlich 2,2 Gigawatt an Turbinenleistung liefern sollte. Lokale Widerstände gegen das Projekt drehen sich um Sorgen zu Wasserversorgung und Luftqualität. Die Kombination aus Finanzierungsproblemen und ungeklärter Energieversorgung könnte den Zeitplan für die Fertigstellung gefährden.
Ratingdruck trifft auf Ausgabenoffensive
Oracles Unternehmensrating liegt seit einer Herabstufung durch S&P im Juli nur noch eine Stufe über Ramschniveau. Parallel dazu fährt der Konzern seine Investitionen in KI-Infrastruktur weiter hoch: Für das Geschäftsjahr 2027 hat Oracle Investitionsausgaben von bis zu 95 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, während gleichzeitig Rückzahlungen von Kunden in Höhe von bis zu 25 Milliarden Dollar erwartet werden.
Diese Konstellation — massive Ausbaupläne bei gleichzeitig wachsender Verschuldung — erklärt, warum Investoren die Kreditqualität des Konzerns genauer unter die Lupe nehmen. Die Aktie reagierte zuletzt mit spürbaren Abgaben auf die Nachrichtenlage.
Abseits der Finanzierungsfragen läuft das operative Geschäft weiter: Im Gesundheitssektor hat etwa das San Juan Regional Medical Center in New Mexico mehrere Oracle-Health-Lösungen zur Bettenverwaltung eingeführt und dabei die Zuweisungszeiten um knapp 39 Prozent gesenkt. Solche Erfolge im Kerngeschäft ändern aber nichts an der grundsätzlichen Frage, ob Oracle sein ambitioniertes KI-Bauprogramm ohne weitere Belastung der Bilanz stemmen kann.
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