Nvidia Aktie: Huang zwischen Politik und Prinzip
Jensen Huang nimmt an Trumps Xi-Bankett teil und lehnt eine koordinierte KI-Bremse ab, während Huawei seine Chippreise deutlich erhöht.

Kurz zusammengefasst
- Huang erneut bei Trump-Bankett dabei
- Nvidia-Chef weist KI-Bremse zurück
- Huawei erhöht Ascend-Preise um 60 Prozent
- DeepSeek plant 160.000 chinesische Chips
Jensen Huang pflegt seine Nähe zu Donald Trump weiter aus. Der Nvidia-Chef soll kommende Woche an einem Staatsbankett teilnehmen, das Trump für Chinas Präsidenten Xi Jinping ausrichtet. Der Termin fällt in eine Phase, in der Huang gleichzeitig einen scharfen öffentlichen Schlagabtausch über die Zukunft der KI-Entwicklung führt.
Xi reist Ende September nach Washington, das Treffen mit Trump ist für den 24. September angesetzt. Huang war bereits im Mai bei einem Staatsbankett in China dabei, als Trump dort empfangen wurde.
Die wiederholte Präsenz bei solchen Terminen unterstreicht, wie eng der Nvidia-Chef mittlerweile in die diplomatischen Abläufe zwischen Washington und Peking eingebunden ist — ein Umstand, der angesichts der Bedeutung von Nvidia-Chips für die chinesische KI-Industrie kaum überrascht.
Streit um Sicherheits-Bremse
Parallel dazu positioniert sich Huang in einer hitzigen Debatte über das Tempo der KI-Entwicklung. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte in einem Essay vorgeschlagen, führende KI-Labore sollten ihre Entwicklung koordiniert verlangsamen, notfalls mit staatlicher Unterstützung und Ausnahmen vom Kartellrecht. OpenAI-Chef Sam Altman und xAI-Gründer Elon Musk unterstützten den Vorstoß.
Huang lehnte das in einem Interview deutlich ab. Neue Gesetze oder Kartellausnahmen seien „völlig unnötig“, Sicherheit sei ein technisches Problem, das jedes Unternehmen selbst lösen könne.
Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg stellte sich in einem eigenen Statement gegen eine koordinierte Bremse und betonte, Wettbewerb und Haftungsrisiken gäben den Laboren bereits genug Anreiz, sicher zu entwickeln. Trump selbst hatte zuvor Sorgen vor den Risiken der Technologie heruntergespielt und argumentiert, überzogene Regulierung schade der US-Konkurrenzfähigkeit gegenüber China.
Preiskampf bei chinesischen Alternativen
Während sich die Sicherheitsdebatte zuspitzt, verschiebt sich auch das Wettbewerbsbild in China. Huawei hat den Richtpreis für seinen KI-Beschleuniger Ascend 950DT binnen weniger Monate um bis zu 60 Prozent angehoben, ausgelöst durch eine globale Knappheit bei Speicherchips. Damit liegt der chinesische Chip preislich inzwischen auf ähnlichem Niveau wie Nvidias B200-Beschleuniger.
Das schwächt Pekings Plan, heimische Hardware als günstigere Alternative zu Nvidia zu etablieren. Trotz der Preissprünge plant der chinesische KI-Entwickler DeepSeek weiterhin den Einsatz von mindestens 160.000 Ascend-950DT-Chips in einem Rechenzentrumsprojekt in der Inneren Mongolei — ein Signal, dass die Nachfrage nach chinesischen Alternativen trotz steigender Kosten bestehen bleibt.
Der Marktstart des Ascend 950DT ist weiterhin für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Bis dahin bleibt offen, ob teurere chinesische Chips Kunden wieder stärker zu importierter Nvidia-Hardware treiben — ein Effekt, der ausgerechnet aus der Rivalität zwischen Washington und Peking entstehen würde, die Huang mit seiner diplomatischen Präsenz gleichzeitig zu moderieren versucht.
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