DWS Aktie: 4,24-Prozent-Rutsch nach Q2-Zahlen

Trotz Rekordwerten beim verwalteten Vermögen verfehlt die DWS die Gewinnerwartungen. Ein Kostenanstieg belastet die Aktie.

Andreas Sommer ·
DWS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kursrutsch nach Quartalszahlen
  • Rekordvermögen von 1,19 Billionen Euro
  • Gewinn verfehlt Analystenerwartungen
  • Kostensteigerung belastet Profitabilität

Die DWS-Aktie gerät am heutigen Mittwoch unter Druck. Das Papier verliert 4,24 Prozent und notiert bei 68,95 Euro, nachdem der Vermögensverwalter am Morgen seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat. Erst am Dienstag hatte die Aktie mit 72,50 Euro noch ein neues 52-Wochen-Hoch markiert – aktuell liegt sie damit 4,90 Prozent darunter. Trotz des Rückschlags bleibt die Jahresperformance mit einem Plus von 21,82 Prozent seit Jahresbeginn deutlich positiv.

Auslöser des Kursrutsches ist eine gemischte Bilanz: Auf der einen Seite meldet die Deutsche-Bank-Tochter einen Rekordwert beim verwalteten Vermögen, auf der anderen Seite verfehlen zentrale Ertragskennzahlen die Erwartungen der Analysten.

Rekordvermögen, aber Gewinn verfehlt Erwartungen

Das verwaltete Vermögen von DWS kletterte zum Ende des zweiten Quartals auf 1,19 Billionen Euro – ein Höchststand und rund 97 Milliarden Euro mehr als im März. Analysten hatten hier lediglich mit 1,14 Billionen Euro gerechnet. Getrieben wurde der Anstieg von Nettomittelzuflüssen von knapp 25 Milliarden Euro im zweiten Quartal, deutlich mehr als die von Analysten erwartete Marke von rund 16 Milliarden Euro. Für das erste Halbjahr summieren sich die Gesamtzuflüsse auf 35,8 Milliarden Euro, ein Rekordwert.

Bei den Ertragskennzahlen zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Die Erträge sanken im Quartalsvergleich um 6 Prozent auf 773 Millionen Euro und blieben damit unter der Analystenschätzung von 784 Millionen Euro. Gleichzeitig stiegen die Kosten um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was die Kosten-Ertrags-Relation im Quartal auf 60,5 Prozent nach oben trieb – nach 54,1 Prozent im ersten Quartal. Der Vorsteuergewinn brach quartalsweise um 19 Prozent auf 305 Millionen Euro ein. Das Konzernergebnis von 237 Millionen Euro lag zwar elf Prozent über dem Vorjahreswert, profitierte laut Berichten aber wesentlich von einer Steuergutschrift – ohne diesen Effekt wäre die Entwicklung schwächer ausgefallen. Für das Gesamthalbjahr weist DWS dennoch ein Konzernergebnis von 501 Millionen Euro aus, ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

RBC kritisiert Kostenanstieg

Die Kursreaktion lässt sich vor allem auf eine kritische Analystenstimme zurückführen. RBC-Analyst Ben Bathurst bemängelt, dass die Gebühreneinnahmen niedriger ausgefallen seien als erwartet, während die Kosten um vier Prozent über der Markterwartung lagen. Der Vorsteuergewinn habe damit neun Prozent unter dem Analystenkonsens gelegen. Diese Kombination aus sinkenden Gebühren und steigenden Kosten dürfte Anleger stärker beschäftigen als die auf den ersten Blick beeindruckenden Zuflusszahlen – schließlich zeigt sie, dass das Wachstum beim verwalteten Vermögen nicht automatisch in höhere Profitabilität übersetzt wird.

Die Aktie hatte bereits am Dienstag ihr Rekordhoch erreicht, ehe die Zahlen am heutigen Handelstag für Gewinnmitnahmen sorgten. Mit einem Abstand von 6,45 Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt und einem RSI von 54 signalisieren die technischen Indikatoren derzeit keine extreme Überhitzung oder Verkaufspanik, sondern eher eine Konsolidierung nach der starken Kursrally der vergangenen Monate.

Ausblick: Ziele bestätigt

Trotz der durchwachsenen Quartalszahlen hält der Vorstand um Vorstandschef Stefan Hoops und Finanzchef Markus Kobler an der Jahresprognose fest: Das Ergebnis je Aktie soll 2026 um 10 bis 15 Prozent steigen. Auch das Ziel für die Kosten-Ertrags-Relation von 55 bis 57 Prozent bleibt bestehen, obwohl der Wert im ersten Halbjahr mit 57,2 Prozent bereits am oberen Rand dieser Spanne liegt.

Bei den Produktkategorien zeigten sich im zweiten Quartal deutliche Unterschiede: Während passive Strategien rund um die Xtrackers-Produktfamilie sowie das Cash-Geschäft kräftige Zuflüsse verzeichneten, verzeichnete der Bereich Alternatives leichte Abflüsse. Für Anleger dürfte damit die zentrale Frage bleiben, ob DWS die Kostendisziplin in den kommenden Quartalen in den Griff bekommt – nur dann lässt sich das robuste Neugeschäft auch nachhaltig in Gewinnwachstum übersetzen.

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DWS Aktie

68,15 EUR

– 3,85 EUR -5,35 %
KGV 14,44
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 14,35 Mrd. EUR
ISIN: DE000DWS1007 WKN: DWS100

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