Oracle Aktie: Multicloud erobert Behörden
Oracle plant eine FedRAMP-Zertifizierung und erweitert sein Cloud-Angebot um Snowflake sowie SambaNova-Chips.

Kurz zusammengefasst
- FedRAMP-Class-D-Zertifizierung für drei Cloud-Dienste geplant
- Behörden könnten Oracle-Datenbanken in Government-Clouds nutzen
- Snowflake-Datenplattform soll nativ auf OCI laufen
- SambaNova plant SN50-Chips in OCI-Rechenzentren
Oracle trägt seine Datenbanken in die Clouds der großen Rivalen und erschließt damit einen neuen Kundenkreis. Auf der Hausmesse Oracle AI World in Las Vegas kündigte der Konzern gleich mehrere Schritte an. Der wichtigste: Der Sprung ins regulierte Geschäft mit US-Behörden.
FedRAMP-Zertifizierung für Behördenkunden
Oracle plant eine Zertifizierung nach FedRAMP Class D, früher als FedRAMP High bekannt. Sie soll für Oracle AI Database@AWS, Oracle AI Database@Azure und Oracle AI Database@Google Cloud gelten. Behörden und öffentliche Einrichtungen könnten dann regulierte Datenbank-Workloads auf dedizierter Exadata-Infrastruktur in den jeweiligen Government-Clouds betreiben.
Der Ansatz baut auf den bereits zertifizierten Regierungsumgebungen von Amazon, Microsoft und Google auf. Kunden müssen dafür keine separate Umgebung und kein eigenes Abrechnungskonto führen. KI-Modelle sollen nahezu verzögerungsfrei auf Live-Daten in der Oracle-Datenbank zugreifen, ohne dass diese den zertifizierten Rahmen verlassen. Gekauft wird über die Marktplätze der Cloudanbieter oder über qualifizierte Vertriebspartner.
Wichtig: Die Zertifizierung ist bislang ein Vorhaben. Zeitpunkt und Umfang der Umsetzung kann Oracle nach eigenem Hinweis noch ändern.
Snowflake und SambaNova erweitern das Angebot
Parallel dazu öffnet Oracle die eigene Cloud für Partner. Snowflakes KI-Datenplattform soll als natives Angebot auf der Oracle Cloud Infrastructure laufen. Kunden beziehen den Dienst direkt von Oracle, mit einheitlicher Preisgestaltung und Abrechnung über die Oracle Universal Credits.
Oracle-Chef Clay Magouyrk spricht von mehr Auswahl bei gleichzeitig einfacherer Bereitstellung. Zudem soll der Verbleib der Daten in der OCI Kosten für Datenbewegungen zwischen Clouds senken.
Beim Thema Rechenleistung setzt Oracle auf Vielfalt. Der Chipspezialist SambaNova will seine Inferenz-Chips vom Typ SN50 in OCI-Rechenzentren bringen. Oracle plant, diese Kapazität vor allem KI-Modellentwicklern anzubieten.
Die Chips sollen neben Nvidia-Grafikprozessoren arbeiten: GPUs übernehmen die Vorbereitung, SN50 die Token-Erzeugung. SambaNova verspricht bis zu fünffache Geschwindigkeit gegenüber konkurrierenden Chips, das ist allerdings eine Herstellerangabe.
Strategie dahinter
Die Ankündigungen folgen einem Muster. Oracle will Daten und KI-Workloads dort abholen, wo Kunden ohnehin sind, und verdient über Lizenzen, Infrastruktur und Abrechnung mit. Der Behördenmarkt gilt wegen strenger Compliance-Vorgaben als schwer zugänglich, ein zertifiziertes Angebot könnte diese Hürde senken.
Konkrete Zeitpläne für die FedRAMP-Class-D-Zertifizierung nannte Oracle nicht. Die Messe läuft weiter, und weitere Produktankündigungen im Rahmen der AI World sind wahrscheinlich.
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