Solid Power Aktie: Q2-Zahlen nach US-Börsenschluss
Solid Power legt Q2-Zahlen vor, während Samsung SDI und SK On Milliarden in Festkörperbatterien investieren. Die Aktie zeigt sich vorsichtig optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Q2-Bericht nach US-Börsenschluss
- Samsung SDI plant Massenproduktion ab 2027
- SK On und Factorial skalieren FEST-Zellen
- Aktie steigt um 2,15 Prozent
Das US-amerikanische Unternehmen Solid Power veröffentlicht am heutigen Dienstag nach dem US-Börsenschluss seine Finanzergebnisse für das zweite Quartal 2026. Im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen ist für 16:30 Uhr ET eine Telefonkonferenz geplant, in der das Management Details zum operativen Fortschritt und zur technologischen Entwicklung der Festkörperbatterien erläutern wird. Die Anleger zeigen sich im Vorfeld vorsichtig optimistisch: Die Aktie notiert am heutigen Dienstag mit einem Plus von 2,15 % bei 1,90 €.
Spannung vor dem US-Börsenschluss
Der heutige Bericht wird von Marktteilnehmern mit Spannung erwartet, da die Bewertung des Unternehmens zuletzt deutlich schwankte. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 481 Millionen US-Dollar wird Solid Power aktuell mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 26,14 gehandelt. Dieser Wert liegt unter dem historischen Median von 31,1, was die aktuelle Zurückhaltung der Investoren widerspiegelt. In den vergangenen drei Monaten verzeichnete das Unternehmen zudem Insider-Verkäufe im Volumen von 0,1 Millionen US-Dollar.
Trotz des volatilen Marktumfelds für Batterietechnologien konnte sich das Papier zuletzt stabilisieren. Der aktuelle Kurs liegt etwa 10,47 % über dem 52-Wochen-Tief, das am Donnerstag bei 1,72 € markiert worden war. Die heute anstehenden Zahlen müssen nun zeigen, ob das Unternehmen seine ambitionierten Entwicklungsziele halten kann, während der globale Wettbewerb im Bereich der Festkörperbatterien massiv aufrüstet.
Massiver Wettbewerb durch Samsung SDI und SK On
Das Marktumfeld für Solid Power wird zunehmend durch milliardenschwere Investitionen etablierter Konzerne geprägt. Samsung SDI gab bekannt, die Massenproduktion von Festkörperbatterien in der zweiten Jahreshälfte 2027 an seinem Standort in Ulsan, Südkorea, zu starten. Der Konzern plant für den Zeitraum von 2026 bis 2040 Gesamtinvestitionen in Höhe von 25 Billionen Won (rund 17 Milliarden US-Dollar) für seine Produktionszentren in Ulsan und Cheonan. Dabei wird eine Energiedichte von über 900 Wattstunden pro Liter (Wh/L) angestrebt. Erste Musterzellen wurden bereits an Kunden aus den Bereichen Automobilbau und Künstliche Intelligenz ausgeliefert.
Parallel dazu treiben SK On und Factorial Energy eine Partnerschaft voran, um die Serienfertigung von Festkörper-Elektrofahrzeugbatterien in bestehenden Fabriken zu skalieren. Die sogenannten FEST-Zellen von Factorial erreichen eine Energiedichte von rund 390 Wattstunden pro Kilogramm. In Tests mit dem Partner Stellantis konnte eine Ladung von 15 auf 90 % innerhalb von 18 Minuten realisiert werden. Analysten von BloombergNEF schätzen, dass Festkörperbatterien bis 2030 einen Marktanteil von 8 % erreichen könnten, sofern die Kosten unter 80 US-Dollar pro Kilowattstunde fallen.
Technologische Meilensteine und Sicherheitsstandards
Neben den großen Zellherstellern vermelden auch Zulieferer und Forschungspartner Fortschritte, die den Sektor unter Druck setzen. Das Unternehmen Eco&Dream gründete am Donnerstag die Tochtergesellschaft Eco&Solid, um sich auf die Entwicklung und Massenproduktion von sulfidbasierten Festelektrolyten und Lithiumsulfid (Li₂S) zu konzentrieren. Diese Materialien gelten als entscheidend für die Leistungsfähigkeit künftiger Batteriegenerationen.
Gleichzeitig haben Blue Solutions und AVL umfangreiche Sicherheitsbewertungen für Festkörperbatterien abgeschlossen. Diese erfüllen bereits die strengen chinesischen Standards (GB 38031-2020) und zielen auf eine Steigerung der volumetrischen Energiedichte um 25 % gegenüber herkömmlichen NMC-Batterien ab. Für Solid Power bleibt entscheidend, in diesem technologischen Wettlauf durch eigene Innovationen und Partnerschaften den Anschluss zu wahren und die Skalierung vom Prototypen zur Serienreife zu demonstrieren.
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