Vanguard FTSE All-World ETF: Kurs 0,9 Prozent unter 50-Tage-Linie
Der ETF notiert unter seinem 50-Tage-Mittel, während globale Aktienfonds im September weiterhin hohe Zuflüsse verbuchten.

Kurz zusammengefasst
- Technologieverkäufe belasten globale Aktienmärkte
- ETF schloss bei 167,84 Euro
- Kurs lag unter dem 50-Tage-Mittel
- Globale Aktien-ETFs erhielten 14,02 Milliarden Euro
Die Furcht vor überzogenen Investitionen in Künstliche Intelligenz hat die globalen Aktienmärkte erneut erfasst. Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF USD Accumulation, der mit breiter Streuung die Weltaktienentwicklung abbildet, bekommt die Verunsicherung direkt zu spüren.
Ausverkauf bei US-Technologiewerten setzt sich fort
Auslöser der jüngsten Schwäche war ein tech-lastiger Ausverkauf an der Wall Street. Der S&P 500 fiel am Freitag um 1,8 Prozent, der Nasdaq Composite sogar um 2,9 Prozent. Die Nachrichtenagentur AP nannte als Gründe die Sorge, AI-bezogene Aktienkurse seien zu weit gestiegen, dazu eine schwächer als erwartete Gewinnprognose von Intel sowie Zahlen von Amazon, die erneut Fragen zu den Kosten der AI-Investitionen aufwarfen.
Am Montag setzte sich die Schwäche fort: S&P 500 und Nasdaq Composite gaben um 0,5 beziehungsweise 1,1 Prozent nach, nachdem eine frühe Erholungsrally verpufft war. Nvidia drehte dabei von einem Plus am Vormittag ins Minus. AP sah darin anhaltende Zweifel der Anleger an den Bewertungen und Ausgaben im AI-Sektor nach dem Kursrutsch der Vorwoche.
Am heutigen Dienstag zeigte sich das Bild in Asien gemischt. Laut AP verlor der südkoreanische Kospi 2,5 Prozent, der taiwanische Taiex 0,9 Prozent, während der Hongkonger Hang Seng um 0,3 Prozent zulegte. Als zusätzlichen Belastungsfaktor für die globale Aktienlandschaft, auf der der Welt-ETF aufbaut, nannte die Agentur volatile Ölpreise im Zusammenhang mit der Unsicherheit um den Iran-Konflikt.
Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt
Die Verkaufswelle hinterlässt Spuren im Kurs des ETF. Nach dem Minus von 0,5 Prozent am Montag schloss das Papier bei 167,84 Euro und damit 0,9 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 169,31 Euro. Diese Entwicklung spiegelt die breite Verunsicherung an den Technologiebörsen wider, ohne dass sich der langfristige Aufwärtstrend damit bereits umgekehrt hätte.
Kein Gegenwind von der Mittelflussseite
Während die Kurse schwanken, bleibt die strukturelle Nachfrage nach globalen Aktien-ETFs robust. Laut einer Auswertung von LSEG Lipper flossen europäischen Aktien-ETFs im September insgesamt 25,50 Milliarden Euro zu, allein globale Aktien-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 14,02 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: Europäische Investmentfonds und ETFs zusammengenommen mussten im selben Zeitraum Nettoabflüsse von 8,29 Milliarden Euro hinnehmen. Diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Produktkategorie und nicht gezielt auf den Vanguard-Fonds, zeigen aber, dass Anleger trotz der Turbulenzen an breit gestreuten Weltaktienstrategien festhalten.
Für Investoren bleibt damit die zentrale Frage, ob die aktuelle Schwächephase lediglich eine Korrektur überzogener AI-Bewertungen darstellt oder der Beginn einer tieferen Neubewertung ist. Die kommenden Wochen, in denen weitere Technologiekonzerne ihre Geschäftszahlen vorlegen, dürften darüber Aufschluss geben.
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