Mutares Aktie: Magna-Zukauf abgeschlossen
Mutares integriert CTS als eigenständigen Zulieferer, während BaFin einen Bilanzmangel aus 2023 moniert und die Aktie seit Jahresbeginn nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- CTS künftig unter HILO-Dach
- Übernahme bringt 75 Millionen Euro Umsatz
- BaFin beanstandet fehlenden Bilanzvermerk
- Mutares-Aktie seit Jahresbeginn 14 Prozent tiefer
Mutares hat den Kauf des Car-Top-Systems-Geschäfts von Magna abgeschlossen. Der Cabrio-Verdeck-Spezialist wird künftig als eigenständiger Automobilzulieferer unter dem Dach der HILO Group geführt und bringt rund 75 Millionen Euro Jahresumsatz mit. Für den Münchner Beteiligungskonzern ist es die jüngste von mehreren Transaktionen, mit denen das Unternehmen sein Portfolio in den vergangenen Wochen umgebaut hat.
Der Zukauf reiht sich in eine dichte Abfolge von Deals ein. Erst wenige Tage zuvor hatte Mutares die bislang größte Übernahme der Firmengeschichte vollzogen: das Engineering-Thermoplastics-Geschäft von SABIC in Amerika und Europa für 450 Millionen US-Dollar Unternehmenswert, das nun als NexPoint Materials firmiert und ein neues Segment „Chemicals & Materials“ begründet.
Ende Juli hatte Mutares zudem den Verkauf von Walor Precision Turning an Reed Capital abgeschlossen und mit Stellantis eine Vereinbarung zur Übernahme des gesamten Free2move-Carsharing-Geschäfts getroffen. Die HILO Group, in die CTS nun integriert wird, gewinnt durch die Ergänzung an Breite im Segment Automotive & Mobility.
BaFin bemängelt Bilanzdetail aus 2023
Neben der operativen Expansion hat die Finanzaufsicht BaFin ihre Prüfung des Jahresabschlusses 2023 abgeschlossen. Die Aufsicht bemängelte einen fehlenden Vermerk zur Restlaufzeit von Forderungen gegen verbundene Unternehmen im Anhang.
Mutares hat die entsprechenden Angaben nach eigenen Angaben bereits in den Abschlüssen 2024 und 2025 nachgeholt, der Lagebericht selbst blieb ohne Beanstandungen. Der Vorgang betrifft damit eine formale Vergangenheitskorrektur und keine laufende Untersuchung.
Auf der Ausschüttungsseite hatte die Hauptversammlung Anfang Juli eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen – ein Signal, dass der Vorstand trotz der Verlustphase im Vorjahr an der Ausschüttungspolitik festhält.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die Deal-Dichte bislang nicht in einer Erholung. Die Aktie schloss am Freitag bei 25,95 Euro, ein Plus von 1,2 Prozent auf Tagessicht, verlor aber auf Wochensicht 3,7 Prozent.
Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 14 Prozent zu Buche, der Kurs notiert mit einem Abstand von 26 Prozent klar unter dem 52-Wochen-Hoch von 35,15 Euro vom 15. Januar. Zum jüngsten Jahrestief von 23,30 Euro von Ende April hält das Papier dagegen einen Puffer von 11 Prozent.
Die Zurückhaltung der Anleger dürfte auch mit der Vielzahl gleichzeitig laufender Integrationsprozesse zusammenhängen. Mit NexPoint Materials, der erweiterten HILO Group und dem noch nicht abgeschlossenen Free2move-Deal, für den ein Vollzug bis Jahresende erwartet wird, wächst die Komplexität des Portfolios.
Zusätzliche Aufschlüsse dürften der Earnings Call zu den Halbjahreszahlen sowie im weiteren Jahresverlauf eine Fachkonferenz mit Commerzbank und ODDO BHF am 2. September und der London Investor Day am 19. November liefern, bei dem Mutares Fortschritte aus ausgewählten Beteiligungen vorstellen will.
Für die zweite Jahreshälfte hat das Unternehmen zudem eine Exit-Pipeline in Aussicht gestellt: Aus bereits unterzeichneten und im Exit befindlichen Kaufverträgen sollen wesentliche Erlöse fließen. Ob diese Erlöse ausreichen, um die Integrationskosten der jüngsten Großübernahmen zu kompensieren und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.
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