Rheinmetall Aktie: Fertigung für Großauftrag angelaufen
Rheinmetall verbucht einen weiteren Munitionsauftrag im niedrigen dreistelligen Millionenbereich und baut die Kapazitäten für 155-mm-Geschosse aus.

Kurz zusammengefasst
- Fünfstellige Geschossmenge für internationalen Kunden
- Auslieferung der Munition für 2027 vorgesehen
- Bundeswehr ruft 149 Rettungsstationen ab
- Auftragsbestand übersteigt 80 Milliarden Euro
Der Rüstungskonzern Rheinmetall verzeichnet weiteren Zuwachs im Auftragsbuch für großkalibrige Munition. Wie das Unternehmen am 14. September mitteilte, hat ein internationaler Kunde eine Großbestellung über 155-mm-Artilleriegeschosse aufgegeben. Der Auftrag umfasst eine fünfstellige Stückzahl und bewegt sich im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
Die Fertigung der bestellten Geschosse ist bereits angelaufen. Der Abschluss der Lieferungen ist für das Jahr 2027 vorgesehen, während die buchhalterische Erfassung des Auftragseingangs im dritten Quartal erfolgt.
Ausbau der Fertigung für Artilleriegeschosse
Die Bestellung trifft auf eine schrittweise ausgeweitete Produktionsbasis. Im August 2025 eröffnete das Unternehmen am Standort Unterlüß ein neues Werk für Artilleriemunition, das ab 2027 eine Jahreskapazität von rund 350.000 Geschossen erreichen soll. Langfristig peilt der Konzern bis zum Jahr 2030 eine jährliche Gesamtkapazität von rund 1,5 Millionen Geschossen im Kaliber 155 mm an.
Mit diesem Ausbau stellt sich der Konzern auf den weltweit anhaltend hohen Bedarf an Munition ein. Die Investitionen in eigene Fertigungslinien sollen sicherstellen, dass Großaufträge mit mehrjährigen Lieferfristen verlässlich abgearbeitet werden können.
Zusätzliche Aufträge für Rettungsstationen und Marinetechnik
Parallel dazu sammelte das Unternehmen weitere Aufträge in anderen Sparten ein. So rief die Bundeswehr Mitte August 149 zusätzliche mobile Rettungsstationen aus einem bestehenden Rahmenvertrag ab. Das Volumen dieser Bestellung liegt bei über 500 Millionen Euro, wobei der Produktionsbeginn für das erste Quartal 2027 vorgesehen ist.
Über die Konzerntochter Rheinmetall Canada sicherte sich das Unternehmen zudem Anfang September einen Auftrag der US Navy über Ersatzkomponenten für mobile Startgeräte im einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Auf Analystenseite äußerte sich Goldman Sachs am 8. September positiv zu den Perspektiven des Papiers.
Blick auf die Quartalszahlen
Die hohe Nachfrage spiegelte sich bereits im zweiten Quartal wider, in dem Rheinmetall einen Umsatz von 3,289 Milliarden Euro sowie ein operatives Ergebnis von 562 Millionen Euro verzeichnete. Der gesamte Auftragsbestand belief sich zu diesem Zeitpunkt auf über 80 Milliarden Euro.
Die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal ist für den 5. November geplant. Am Freitag ging die Aktie bei 1.016,00 Euro aus dem Handel, was einem leichten Tagesrückgang von 0,1 Prozent entspricht. Vom 52-Wochen-Tief trennt das Papier ein Zuwachs von 13 Prozent.
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