BYD Aktie: Übersee-Verkäufe erreichen 969.208 Fahrzeuge
BYD steigert den Fahrzeugabsatz im Juli deutlich und treibt die Expansion im Ausland voran. Der Aktienkurs bleibt trotz operativer Fortschritte unter Druck.

Kurz zusammengefasst
- Absatzplus von 21,76 Prozent
- Auslandsanteil erreicht 43,5 Prozent
- Neue Modelle und Roboter angekündigt
- Aktie verliert trotz guter Zahlen
BYD hat im Juli den Wachstumskurs bestätigt. Der chinesische Elektroauto-Hersteller verkaufte laut eigenen Angaben 419.211 Neuenergiefahrzeuge im Großhandel, ein Plus von 21,76 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es war bereits der dritte Monat in Folge mit einem Anstieg auf Jahresbasis. Damit setzt sich die Erholung nach schwächeren Frühjahrsmonaten fort.
Besonders auffällig entwickelt sich das Auslandsgeschäft. Von Januar bis Juli summierten sich die Übersee-Verkäufe von Pkw und Pickups auf 969.208 Einheiten, was einem Anteil von 43,5 Prozent am kumulierten Konzernabsatz entspricht. BYD baut damit seine internationale Präsenz weiter aus und wird zunehmend unabhängiger vom heimischen Markt, auf dem der Wettbewerb zuletzt härter geworden war.
Jahresziel bleibt ambitioniert
Nach dem Verkauf von 1,81 Millionen Fahrzeugen im ersten Halbjahr muss BYD laut einer Einordnung von Bloomberg für den Rest des Jahres im Schnitt rund 530.000 Fahrzeuge pro Monat absetzen, um zumindest die untere Grenze des Jahresziels von 5 bis 5,5 Millionen Einheiten zu erreichen. Die Zahlen aus dem Juli deuten darauf hin, dass der Konzern sich diesem Tempo nähert, ohne es bislang zu erreichen.
Um die Nachfrage zu stützen, treibt BYD seine Modelloffensive über mehrere Marken hinweg voran. Die Marke Denza startete Anfang August den Vorverkauf der neuen vollelektrischen Limousine Z9S zu einem Einstiegspreis von 319.800 Yuan. Nach chinesischem CLTC-Zyklus erreicht das Modell eine Reichweite von 1.100 Kilometern – laut Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens ein Bestwert für ein in Serie gefertigtes rein elektrisches Fahrzeug.
Neue Modelle und ein Roboter als Diversifizierungssignal
Auch bei anderen Marken tut sich etwas: Fang Cheng Bao stellte den Ti 9 vor, einen sechssitzigen Plug-in-Hybrid-SUV in Vollgröße, nachdem das Modell zuvor im Register des chinesischen Industrieministeriums aufgetaucht war.
Zudem zeigte BYD erste Bilder des Modells Da Han, eines batterieelektrischen Fahrzeugs mit einem 102-kWh-Akku und einer CLTC-Reichweite von bis zu 1.008 Kilometern. Die offizielle Premiere ist für die Chengdu Auto Show im August geplant, die vom 21. bis 30. August in der chinesischen Provinz Sichuan stattfindet.
Über das Kerngeschäft hinaus kündigte BYD an, im August im Rahmen seiner „Di Space“-Erlebniszentren einen humanoiden Roboter vorzustellen. Das Unternehmen bestätigte dies laut China Securities Journal. Der Schritt signalisiert, dass BYD seine technologischen Ambitionen über die Fahrzeugproduktion hinaus ausweitet – ähnlich wie andere große chinesische Technologiekonzerne, die zunehmend in die Robotik investieren.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik bislang nicht wider. Die Aktie schloss am Dienstag bei 9,93 Euro, nach einem Tagesverlust von 2,21 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 7,24 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht summiert sich das Minus auf 19,37 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres erreicht wurde, beträgt der Abstand fast 25 Prozent. Anleger scheinen die operativen Fortschritte bislang skeptisch zu bewerten – möglicherweise mit Blick auf den intensiven Preiswettbewerb im chinesischen Heimatmarkt und die Frage, ob das ambitionierte Jahresziel tatsächlich erreichbar bleibt.
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