DWS Aktie: Rücknahmestopp bei Immobilienfonds
Beim Fonds grundbesitz europa werden ab 28. Oktober nur zehn Prozent fälliger Rückgaben ausgeführt; Verkäufe sollen Liquidität schaffen.

Kurz zusammengefasst
- Rücknahmequote sinkt auf zehn Prozent
- Nicht ausgeführte Aufträge verfallen
- Immobilienverkäufe sollen Liquidität erhöhen
- DWS-Quartalszahlen erscheinen am 28. Oktober
Die DWS zieht bei ihrem offenen Immobilienfonds grundbesitz europa die Reißleine. Anleger kommen ab Mittwoch nur noch eingeschränkt an ihr Geld. Die Fondsgesellschaft nennt als Ziel, Liquidität aufzubauen und Kredite zurückzuführen.
Was die Beschränkung bedeutet
Die DWS Grundbesitz GmbH aktiviert die anteilige Rücknahmebeschränkung zum 27. Oktober 2026. Am ersten Tag selbst gelten abweichende Regeln: Fällige Rücknahmeaufträge werden an diesem Dienstag noch vollständig bedient.
Ab dem 28. Oktober führt der Fonds fällige Aufträge nur noch zu zehn Prozent aus. Der nicht ausgeführte Teil verfällt. Anleger müssen also erneut einen Auftrag stellen, die verbleibenden Anteile werden nicht automatisch später ausgezahlt. Die Beschränkung gilt auch für bereits eingereichte Aufträge, die in dieser Zeit fällig werden.
Gesetzlich ist die Maßnahme auf maximal zwölf Monate begrenzt. Die DWS kann die Auszahlungsquote jedoch anpassen oder die Beschränkung vorzeitig ganz aufheben. Sie will die Quote fortlaufend anhand ihrer Fonds- und Liquiditätsplanung überprüfen.
Verkäufe sollen Liquidität schaffen
Geschäftsführer Christian Bäcker räumt ein, die Entscheidung könne für Anleger persönliche Belastungen bringen. Die Gesellschaft sehe darin aber ein Handeln im Anlegerinteresse. Geordnete Verkaufsprozesse sollen dem Fonds Liquidität verschaffen und ihm die Chance eröffnen, künftig wieder angemessene Renditen zu erzielen.
Das Portfoliomanagement setzt dafür die Immobilienverkäufe fort. Sie sollen die Liquiditätsquote erhöhen, die Rückführung von Krediten ermöglichen und damit auch die Auszahlungsquote steigern.
Für den Konzern ist der Vorgang überschaubar, denn der Bereich Real Estate verwaltet weltweit rund 64 Milliarden Euro, die DWS insgesamt über 1,19 Billionen Euro. Reputationsseitig ist ein Rücknahmestopp bei einem Publikumsfonds dennoch ein sensibles Thema, zumal er Privatanleger direkt trifft.
Preisdruck im Vorsorgegeschäft
Zusätzlich beschäftigt die DWS der Wettbewerb ums neue Altersvorsorgedepot, das ab 2027 staatliche Zulagen ermöglicht. Die Deutsche Bank bietet ein von der DWS entwickeltes Standarddepot an. Die jährlichen Kosten sollen in den ersten zwei Jahren 0,1 Prozent betragen, danach 0,28 Prozent.
Die Konkurrenz ist dicht: Die Dekabank setzt für ihr Standarddepot 0,1 Prozent an, und nun steigt auch die ING mit Angeboten ab 0,03 Prozent Gesamtkostenquote ein. Besonders Digitalbanken wie Scalable Capital und Trade Republic erhöhen den Druck. Verdienen lässt sich damit kaum etwas, Banken setzen auf Kundenbindung und Folgegeschäft.
Konkret wird es für die DWS am 28. Oktober: Dann gilt erstmals die Auszahlungsquote von zehn Prozent bei grundbesitz europa. Am selben Tag legt der Konzern seine Quartalszahlen vor.
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