SpaceX Aktie: 60-Milliarden-Übernahme von Cursor
SpaceX-Aktie fällt vorbörslich um fünf Prozent. Die geplante 60-Milliarden-Übernahme von Cursor und ein schwaches ESG-Rating belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert fünf Prozent im vorbörslichen Handel
- 60-Milliarden-Übernahme des KI-Tools Cursor
- MSCI stuft SpaceX mit schlechtester ESG-Note ein
- Geplante Anleiheemission von bis zu 20 Milliarden Dollar
SpaceX erlebt einen holprigen Start in die neue Woche. Im vorbörslichen Handel am Montag verliert die Aktie knapp fünf Prozent auf rund 176 Dollar — und das, obwohl der Konzern gerade eine der größten KI-Akquisitionen der Unternehmensgeschichte ankündigt hat.
Kursdruck nach dem IPO-Rausch
Seit dem Börsengang Mitte Juni hat die Aktie eine wilde Achterbahn hinter sich. Vom Ausgabepreis bei 135 Dollar schoss sie auf ein Hoch von 218 Dollar — und fällt nun wieder zurück. Der Schlusskurs der Vorwoche lag bei 185 Dollar.
Ein wesentlicher Faktor: Der öffentliche Streubesitz beträgt nur vier bis fünf Prozent. Das verstärkt Kursschwankungen in beide Richtungen erheblich. Die Marktkapitalisierung liegt trotz der Korrektur bei rund 2,44 Billionen Dollar.
60-Milliarden-Deal für KI-Coding-Tool
Der eigentliche Paukenschlag ist die geplante Übernahme von Cursor, bekannt unter dem Firmennamen Anysphere. SpaceX zahlt 60 Milliarden Dollar — vollständig in Aktien. Der Deal soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Cursor ist ein KI-gestütztes Coding-Tool, das ein erheblicher Teil der Fortune-1000-Unternehmen nutzt. Im Mai 2026 erreichte das Startup einen annualisierten Umsatz von vier Milliarden Dollar. SpaceX will Cursor in sein KI-Segment xAI integrieren, das kürzlich mit dem Konzern fusioniert wurde. Die Technologie soll helfen, das KI-Modell Grok weiterzuentwickeln. Eine Kartellgebühr von vier Milliarden Dollar im Falle eines Scheiterns zeigt, wie ernst beide Seiten den Deal nehmen.
ESG-Malus und Finanzierungsdruck
Ausgerechnet jetzt stuft MSCI SpaceX mit der schlechtesten möglichen ESG-Note ein: CCC. Begründung sind Governance-Mängel und ein Kontrovers-Score von nur 1 von 10. Kurz nach der Veröffentlichung verlor die Aktie vier Prozent.
Das kommt zur Unzeit. SpaceX plant eine Anleiheemission von bis zu 20 Milliarden Dollar, um Brückenkredite abzulösen und den Ausbau von KI-Rechenzentren zu finanzieren. Ein schlechtes ESG-Rating kann institutionelle Investoren abschrecken — und die Konditionen der Emission verschlechtern.
Starke Verträge, schwache Gewinne
Fundamental ist das Bild gemischt. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte SpaceX 18,67 Milliarden Dollar Umsatz, schrieb aber einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden Dollar. Starlink bleibt das Rückgrat: Der Satellitendienst steuerte 11,4 Milliarden Dollar bei, mit einer EBITDA-Marge von 63 Prozent.
Auf der Vertragseite läuft es besser. Google zahlt SpaceX rund 30 Milliarden Dollar für Cloud-Rechenkapazität — der Vertrag läuft von Ende 2026 bis Mitte 2029 und umfasst etwa 110.000 NVIDIA-GPUs.
Die Bewertung bleibt das zentrale Streitthema. Analysten von Arete und Oppenheimer sehen Kursziele von 401 beziehungsweise 250 Dollar. Kritiker verweisen auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 130 — eine Kennzahl, die kaum durch aktuelle Ergebnisse gedeckt ist. Der Q2-Bericht, erwartet im Spätsommer, wird zeigen, ob SpaceX den Weg zur GAAP-Profitabilität konkret einschlagen kann.
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