Fed erhöht Leitzins erstmals unter Kevin Warsh

Die US-Notenbank strafft ihre Geldpolitik erneut und stellt bei anhaltendem Preisdruck weitere Zinsschritte noch in diesem Jahr in Aussicht.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Erste Zinserhöhung seit Juli 2023
  • Leitzins steigt auf 3,75 bis 4,00 Prozent
  • Dollar gewinnt 0,6 Prozent
  • Weitere Anhebung im Dezember möglich

Die US-Notenbank Federal Reserve kehrt zur Zinsstraffung zurück. Am Mittwochabend hob die Fed ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Der Schritt erfolgte einstimmig und markiert die erste Zinsanhebung unter der Führung des neuen Notenbankchefs Kevin Warsh. Angesichts des anhaltenden Preisdrucks will die Notenbank damit ihre Glaubwürdigkeit bei der Inflationsbekämpfung sichern und signalisiert bereits die Bereitschaft zu weiteren Maßnahmen.

Es ist die erste Zinserhöhung der Fed seit Juli 2023. Zuvor hatten die Währungshüter den Leitzins seit Dezember 2025 unverändert gelassen.

Zeichen der Unabhängigkeit gegenüber dem Weißen Haus

Die Entscheidung setzt ein klares Signal. US-Präsident Donald Trump fordert seit langem Zinssenkungen, die Ökonomen angesichts der wirtschaftlichen Kennzahlen jedoch als unbegründet einstuften. Warsh stellte klar, dass der Beschluss notwendig war, um das Mandat stabiler Preise zu erfüllen. Zur Unabhängigkeit der Notenbank gehöre die Konzentration auf das eigene Fachgebiet.

Die Straffung fügt sich in ein globales Bild ein. Vor knapp einer Woche hob bereits die Europäische Zentralbank ihren Einlagenzins auf 2,5 Prozent an. Auch in Europa treibt die Teuerung die Währungshüter zu restriktiveren Maßnahmen.

Dollar legt zu und drückt auf Schwellenländer

An den Finanzmärkten sorgte der Zinsentscheid umgehend für Bewegung. Der US-Dollar legte nach der Bekanntgabe um 0,6 Prozent zu. Das setzte vor allem Schwellenländerwährungen unter Druck.

Der MSCI-Währungsindex für Lateinamerika gab in der Folge um 0,3 Prozent nach, während der regionale Aktienindex 0,8 Prozent verlor. Auch an den Börsen in Brasilien, Kolumbien und Chile verbuchten die Leitindizes Verluste.

Währungshüter stellen weitere Schritte in Aussicht

Der Zinsschritt dürfte kein Einzelfall bleiben. Historisch gesehen neigt die US-Notenbank selten dazu, ihre Geldpolitik mit nur einer einzigen Zinsanpassung zu verändern. Innerhalb der Fed zeichnet sich breite Unterstützung für einen strafferen Kurs ab.

Aktuell erwarten 16 von 18 befragten Notenbankmitgliedern im laufenden Jahr mindestens eine weitere Erhöhung um 25 Basispunkte. Marktbeobachter rechnen damit, dass eine weitere Straffung bereits im Dezember folgen könnte, sollten sich die Inflationsrisiken bis zum Jahresende weiter verfestigen.

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