Bank of Japan hält Leitzins stabil und beschleunigt ETF-Verkäufe

Der Leitzins bleibt bei 1,25 Prozent, während die Notenbank ihre jährlichen ETF-Verkäufe auf rund 860 Milliarden Yen steigert.

Felix Baarz ·
KI-generiertes Symbolbild
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Zinsentscheid mit acht zu einer Stimme
  • ETF-Verkäufe steigen auf 860 Milliarden Yen jährlich
  • Inflationsprognose für 2027 auf 2,6 Prozent angehoben
  • Wachstumsprognose bleibt bei 0,7 Prozent

Die Bank of Japan legt bei ihren Zinsanhebungen eine Pause ein, treibt die Abkehr von ihrer ultralockeren Geldpolitik aber an anderer Front voran. Am Freitag beließ der geldpolitische Rat unter Führung von Kazuo Ueda den Leitzins bei 1,25 Prozent. Zeitgleich beschloss die Notenbank, ihre Bestände an börsengehandelten Indexfonds künftig mehr als doppelt so schnell abzustoßen wie bisher.

Die Entscheidung zum Zinsentscheid fiel mit einer Mehrheit von acht zu eins Stimmen aus und entsprach den Erwartungen. Nach zwei Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte im Juni und September verharrt der Leitzins auf dem höchsten Stand seit 1995. Weitere Zinsschritte bleiben auf der Agenda: An den Finanzmärkten wird eine Fortsetzung des Straffungskurses im Dezember oder Januar erwartet.

Schnellerer Abbau der Wertpapierberge

Deutlicher fiel das Signal beim Abbau der Wertpapierbestände aus. Das Verkaufstempo für börsengehandelte Indexfonds wird auf etwa 860 Milliarden Yen pro Jahr angehoben. Bislang lag das jährliche Ziel bei 330 Milliarden Yen.

Durch diesen Schritt verkürzt sich die rechnerische Dauer für den kompletten Ausstieg aus den Wertpapieren von 112 Jahren auf rund 43 Jahre. Bis März 2024 hatte die Notenbank insgesamt 37,19 Billionen Yen in japanische Aktienfonds gesteckt, um den heimischen Markt zu stützen. Infolge der Kursgewinne der vergangenen Jahre sitzt das Institut mittlerweile auf deutlichen Buchgewinnen.

Moderates Wachstum und zähe Inflation

Die Notenbank sieht die heimische Teuerung derweil auf Kurs. Die zugrunde liegende Preissteigerung bewege sich auf einem Niveau, das mit dem Inflationsziel von zwei Prozent vereinbar sei und voraussichtlich dort verharren werde.

Für das Fiskaljahr 2026 rechnet die Zentralbank unverändert mit einer Inflationsrate von 2,5 Prozent. Die Schätzung für 2027 hob das Gremium auf 2,6 Prozent an und verwies dabei auf den Anstieg der Rohölpreise seit dem Sommer. Beim realen Wirtschaftswachstum prognostizieren die Währungshüter für 2026 und 2027 jeweils ein moderates Plus von 0,7 Prozent.

Die Ankündigung der beschleunigten Verkäufe traf auf ein empfindliches Börsenumfeld. Vor allem Technologietitel gerieten in Asien am Freitag unter Druck, während die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen japanischen Staatsanleihe im Handelsverlauf auf 2,780 Prozent nachgab.

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