Vulcan Energy Aktie: 60% Verlust seit Oktober 2025
Trotz Steuerbefreiung und Siemens-Großauftrag verharrt die Vulcan-Aktie im Abwärtstrend nahe ihrem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Fünfjährige Steuerbefreiung für Lithiumprojekt
- Siemens erhält Großauftrag für Lionheart
- Aktie trotz Meilensteinen nahe Jahrestief
- Erste Lithiumproduktion für 2028 geplant
Fünf Jahre Steuerbefreiung, ein Großauftrag für Siemens und neue Abnehmer aus der Autoindustrie: Vulcan Energy meldet für sein Projekt Lionheart einen Fortschritt nach dem anderen. An der Börse kommt davon kaum etwas an.
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 1,59 Euro – nur 5,87 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief, das der Titel erst einen Tag zuvor markiert hatte. Der Titel bleibt dennoch tief im Abwärtstrend. Seit dem Rekordhoch von 3,98 Euro im Oktober 2025 hat die Aktie 60,12 Prozent verloren.
Steuerbefreiung verbessert Projektwirtschaftlichkeit
Das Bundesland Rheinland-Pfalz gewährt Vulcan eine fünfjährige Befreiung von der Förderabgabe auf Lithium. Die Regelung gilt für Lionheart Phase Eins und verbessert die Projektwirtschaftlichkeit bis 2030. Lionheart kombiniert Lithiumgewinnung aus geothermalen Solen mit Strom- und Wärmeerzeugung im Oberrheingraben.
Im selben Quartal sicherte sich Siemens einen Großauftrag für Technik, Automatisierung und Gebäudetechnik von Lionheart. Damit ist die zentrale Beschaffung für das Projekt abgeschlossen. Parallel dazu stellte Vulcan die sechste Förderbohrung fertig. Die siebte Bohrung begann wie geplant.
Netzwerk der Abnehmer wächst
Vulcan hat inzwischen Liefer- und Abnahmeverträge mit mehreren großen Batterie-, Auto- und Ingenieurfirmen geschlossen. Zu den Partnern zählen Stellantis, LG Energy Solution sowie Umicore und Glencore. Auch Siemens tritt als Techniklieferant auf. Diese Vereinbarungen senken laut Unternehmen das Risiko des Projekts weiter.
Zum Stichtag 30. Juni 2026 verfügte Vulcan über liquide Mittel und kurzfristig verfügbare Einlagen von 273,9 Millionen Euro. Das Kapital soll den laufenden Bau finanzieren. CEO Cris Moreno erklärte, Vulcan liefere weiterhin planmäßig entlang des Ausführungsprogramms für Lionheart.
Baufortschritt vor Ort
Am Standort Frankfurt begann der Bau der Lithium-Chemieanlage offiziell mit einem Spatenstich. Vertreter aus Politik und Industrie nahmen daran teil. Am Geothermiekraftwerk starteten die Erdarbeiten, nachdem Vulcan nach Quartalsende die erste strategische Kapitalrate von Finanzierungspartnern erhalten hatte.
Was das Projekt wert sein soll
Die Projektkennzahlen für Lionheart Phase Eins zeigen einen Kapitalwert vor Steuern von 1.838 Millionen Euro und einen Wert nach Steuern von 1.152 Millionen Euro. Die Investitionssumme liegt bei 1.476 Millionen Euro.
Die interne Rendite liegt bei 15,6 Prozent vor Steuern und 13,7 Prozent nach Steuern.
Über eine Reservelebensdauer von 30 Jahren kalkuliert Vulcan mit durchschnittlich 566 Millionen Euro Jahresumsatz und einer EBITDA-Marge von 75 Prozent. Diese Kennzahlen bilden die Grundlage für die Bewertung des Projekts.
Die erste Lithiumchemikalien-Produktion bleibt für 2028 geplant. Die Kapazität soll dann auf 24.000 Tonnen Lithiumchemikalien pro Jahr steigen – ergänzt um 275 Gigawattstunden Strom und 560 Gigawattstunden Wärme jährlich.
Anleger bleiben skeptisch
Der Aktienkurs bleibt anfällig, trotz der operativen Fortschritte. Der RSI von 29,9 signalisiert eine überverkaufte Aktie. Anleger bewerten das Papier weiterhin vorsichtig, obwohl Vulcan zentrale Meilensteine abgehakt hat.
Mit dem Siemens-Vertrag, der Förderabgaben-Befreiung und der gesicherten Bauetappe hat Vulcan zentrale Bausteine für Lionheart zusammen. Ob sich diese operativen Fortschritte in den kommenden Quartalen im Aktienkurs niederschlagen, hängt vom weiteren Baufortschritt bis zur geplanten ersten Produktion 2028 ab.
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