EssilorLuxottica Aktie: Behörden verschärfen Smart-Glasses-Prüfung
Untersuchungen zu Datenschutz bei Smart Glasses belasten EssilorLuxottica. Die Aktie fällt, während Analysten die Zukunft des Segments unterschiedlich bewerten.

Kurz zusammengefasst
- Behörden untersuchen mögliche Datenschutzverstöße
- EssilorLuxottica-Aktie verliert 1,9 Prozent
- Kepler Cheuvreux senkt Kursziel deutlich
- UBS bestätigt ihre Kaufempfehlung
Vernetzte Brillen galten lange als wichtiges Zukunftsfeld für EssilorLuxottica. Am Freitag geriet das Segment jedoch verstärkt ins Visier der französischen Behörden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, verschärften Staatsanwaltschaft und Regulierer ihre Untersuchungen zu Smart Glasses wegen des Verdachts auf Datenschutz- und Privatsphäre-Verstöße.
Anlass sind unter anderem Vorwürfe über den mutmaßlichen Einsatz der Geräte im Zusammenhang mit sexueller Belästigung. Zwar richtet sich der regulatorische Fokus dabei explizit auf den Technologiepartner Meta Platforms und nicht auf den französisch-italienischen Brillenkonzern selbst, doch die Debatte trifft das Unternehmen in einer ohnehin sensiblen Marktphase.
Am Aktienmarkt spiegelte sich die Verunsicherung unmittelbar wider. Das Papier von EssilorLuxottica beendete die Handelswoche am Freitag mit einem Abschlag von 1,9 Prozent bei 138,70 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet der Titel einen Wertverlust von 49 Prozent.
Wachsender Gegenwind für das Zukunftsgeschäft
Die behördlichen Schritte verstärken die Skepsis gegenüber dem Markt für kamerabestückte Brillen. Am Donnerstag hatte bereits Kepler Cheuvreux seine Einstufung für die Aktie von „Buy“ auf „Reduce“ gesenkt und das Kursziel von 244 auf 135 Euro zurückgenommen. Das Analysehaus begründete diesen Schritt mit wachsenden Vorbehalten bezüglich der weiteren Marktentwicklung vernetzter Brillen.
Andere Experten bewerten die Perspektiven des Brillenkonzerns optimistischer. So bekräftigte die Schweizer Großbank UBS am Freitag ihre Kaufempfehlung für den Wert. Trotz gegensätzlicher Expertenstimmen wächst an den Finanzmärkten der Klärungsbedarf, in welchem Umfang rechtliche und datenschutzbezogene Hürden das geplante Wachstum der Kooperationsprodukte bremsen könnten.
Strategiedebatte im Hintergrund
Die regulatorischen Entwicklungen fallen in eine Phase anhaltender Führungsdiskussionen. Nach einem massiven Kursrückgang der Aktie hatte Leonardo Maria Del Vecchio, Sohn des Firmengründers Leonardo Del Vecchio, nach seinem Ausscheiden aus einer Führungsposition vor gut drei Wochen öffentlich eine strategische Neuausrichtung gefordert.
Vor gut einer Woche hatte der Verwaltungsrat dem Vorstandsvorsitzenden Francesco Milleri und der Führungsriege zwar geschlossen das Vertrauen ausgesprochen. Zudem verteidigten 20 hochrangige Manager die Ausrichtung des Konzerns in einem internen Schreiben, wie Bloomberg berichtete.
Dennoch bleibt der Druck hoch: Solange Unsicherheiten über die regulatorische Zukunft von Smart Glasses anhalten, steht die Wachstumsstrategie des Konzerns an den Märkten auf dem Prüfstand.
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