Coca-Cola Aktie: Optionshandel sendet gemischte Signale
Trotz Kursplus dominieren Puts den Handel; Volumen und Volatilität lassen Absicherung als mögliche Erklärung erscheinen.

Kurz zusammengefasst
- Rund 55 Prozent der Kontrakte waren Puts
- Aktie notierte bei 91,75 Dollar
- Neue Positionen beim 89-Dollar-Put erkennbar
- Analystenziele reichen bis 104 Dollar
Die Aktie steuert auf ein neues Jahreshoch zu, doch am Optionsmarkt dominieren ausgerechnet die Puts. Das ist ungewöhnlich für einen Titel, der am Tag deutlich zulegt.
Put-lastiger Handel im Aufwind
Bis zum Nachmittag New Yorker Zeit wechselten gut 77.000 Optionskontrakte den Besitzer. Rund 55 Prozent entfielen auf Puts. Coca-Cola notierte zeitgleich bei 91,75 Dollar, ein Plus von 1,82 Prozent. Das Jahreshoch liegt bei 92,49 Dollar, auf Wochensicht steht ein Zuwachs von knapp sieben Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf gut 31 Prozent.
Auffällig war ein Put-Spread mit den Strikes 87,50 und 87 Dollar und Verfall am 16. Oktober, gehandelt mit mehr als 12.000 Kontrakten. Ob Positionen eröffnet oder geschlossen wurden, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Beim 89-Dollar-Put desselben Verfalls lag das Volumen rund fünfmal über dem bisherigen Open Interest. Dort entstanden also neue Positionen.
Daneben tauchten strukturierte Call-Geschäfte mit Laufzeiten bis 2027 auf. Sie wirken eher wie Kalenderpositionen als wie simple Richtungswetten.
Absicherung oder Prämienkassieren?
Zwei Lesarten passen zu den Zahlen. Halter könnten Gewinne nach dem steilen Anstieg absichern. Möglich ist ebenso, dass Marktteilnehmer Prämien auf Strikes einnehmen, die sie für tragfähig halten. Das würde auf Unterstützung im Bereich von 87 bis 89 Dollar hindeuten.
Die implizite Volatilität auf drei Monate stieg leicht auf 19,74 Prozent. Auch der Skew legte etwas zu, Absicherung nach unten verteuerte sich damit minimal gegenüber Calls. Das stützt eher die Hedging-These, beweist sie aber nicht.
Bewertung als Streitpunkt
Die Bewertung bleibt ein Thema. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 26 gilt manchen Beobachtern als ambitioniert. Nach dem zweiten Quartal hoben Analysten dennoch ihre Ziele an: TD Cowen auf 100 Dollar, UBS auf 104 Dollar. Ein weiteres Analystenmodell sieht den fairen Wert dagegen bei rund 86,50 Dollar, knapp sechs Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Die Optionsdaten zeigen damit ein Lager, das auf Kursgewinne setzt, und eines, das sich gegen Rückschläge wappnet. Die Verfallsserie vom 16. Oktober liefert den ersten Test: Hält die Aktie die Zone um 87 bis 89 Dollar, spricht das für die Prämiensammler. Ein Rutsch darunter würde die Absicherer bestätigen.
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