Xiaomi Aktie: 500.000 SU7 in 28,5 Monaten
Xiaomi feiert 500.000 SU7-Auslieferungen, verneint aber ein günstiges E-Auto. Neue EREV-SUVs starten im Premiumsegment, während Smartphone-Verkäufe einbrechen.

Kurz zusammengefasst
- SU7 erreicht halbe Million Auslieferungen
- Kein E-Auto unter 100.000 Yuan
- Zwei neue EREV-SUVs im Premiumsegment
- Smartphone-Auslieferungen sinken um 19,2 Prozent
Xiaomi hat einen wichtigen Meilenstein im Autogeschäft erreicht: Die SU7-Serie überschritt binnen 28,5 Monaten seit Marktstart die Marke von 500.000 Auslieferungen in China. Für Anleger bleibt die Nachricht jedoch zweischneidig, denn Konzernchef Lei Jun erteilte zugleich einer Hoffnung eine klare Absage, die viele Investoren seit Monaten umtreibt: ein günstiges Elektroauto für die breite Masse wird es auf absehbare Zeit nicht geben.
Lei Jun schloss ein E-Auto unter 100.000 Yuan, umgerechnet rund 12.500 Euro, für mindestens die kommenden zehn Jahre aus. Als Begründung nannte er die hohen Entwicklungskosten für smarte Fahrzeugfunktionen. Diese Ansage dürfte jene Anleger enttäuschen, die auf ein Volumenmodell im Einstiegssegment gesetzt hatten, um die Massenmarkt-Strategie des Konzerns zu beschleunigen.
Neue SUVs statt Billigmodell
Statt eines Sparautos bringt Xiaomi zwei neue EREV-SUVs auf den Markt: den SkyNomad N70 Max und den N90 Max. Beide sollen Reichweiten von bis zu 1.705 Kilometern erzielen, der Einstiegspreis liegt bei 259.900 Yuan, umgerechnet etwa 33.000 Euro – deutlich im Premiumsegment angesiedelt. Zur Markteinführung verteilt Xiaomi ab heute 10.000 Modellautos im Maßstab 1:43 an Probefahrer.
Die Strategie zielt damit weiterhin auf höherpreisige Fahrzeuge statt auf Volumen im Einstiegsbereich. Für das Auto- und KI-Segment hatte Xiaomi im ersten Quartal 2026 einen Umsatz von 198,64 Milliarden Yuan gemeldet, ein Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Operativ verbuchte die Sparte dennoch einen Verlust von 31 Milliarden Yuan – ein Hinweis darauf, dass das Wachstum im Fahrzeuggeschäft weiterhin teuer erkauft wird.
Kerngeschäft Smartphones bleibt unter Druck
Während das Autogeschäft wächst, schwächelt das traditionelle Kerngeschäft. Die Smartphone-Auslieferungen brachen im ersten Quartal 2026 um 19,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein, die Bruttomarge sank von 12,4 auf 10,1 Prozent.
Konzernweit meldete Xiaomi für das Quartal einen Umsatz von 991,42 Milliarden Yuan, ein Rückgang von 10,9 Prozent, sowie einen bereinigten Nettogewinn von 60,72 Milliarden Yuan, ein Minus von 43,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Forschungsausgaben stiegen dagegen um 33,4 Prozent auf 90 Milliarden Yuan – Xiaomi investiert also kräftig, während Umsatz und Gewinn im Kerngeschäft schrumpfen.
Auf der Softwareseite kündigte Xiaomi zudem sein erstes faltbares Smartphone mit breitem Format an, das mit dem neuen Betriebssystem HyperOS 4 ausgestattet werden soll. HyperOS 4 wurde am vergangenen Donnerstag offiziell vorgestellt, laut einem Leak könnte der eigentliche Rollout allerdings auf August oder später verschoben werden, da Xiaomi zunächst Stabilität und die Integration von Android 17 in den Fokus rückt.
Aktie bleibt unter Druck
Die Kursreaktion auf die gemischten Nachrichten fällt verhalten aus. Die Aktie notiert aktuell bei 2,86 Euro und liegt damit rund 56 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,54 Euro aus dem vergangenen September. Auf Jahressicht steht ein Minus von 34 Prozent zu Buche.
Der jüngste Rückgang von 7,8 Prozent binnen sieben Handelstagen zeigt, dass die Anleger die Kombination aus schwächelndem Smartphone-Geschäft und verlustreichem, aber wachsendem Autosegment weiterhin kritisch bewerten.
Für den China-Markt bleibt die Halbjahresbilanz damit ambivalent: Der Fahrzeugabsatz wächst, doch das Kerngeschäft schrumpft, und ein Einstiegsmodell zur Verbreiterung der Kundenbasis bleibt aus. Anleger dürften daher auch künftige Quartalszahlen genau daraufhin prüfen, ob sich das margenschwache Autogeschäft der Profitabilitätsschwelle nähert.
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