Siemens Healthineers Aktie: Patentklage im MRT-Geschäft?
Ein neuer UK- und Irland-Chef, eine US-Patentklage und Produktinitiativen prägen die jüngsten Entwicklungen bei Siemens Healthineers.

Kurz zusammengefasst
- Marques übernimmt Führung in Großbritannien und Irland
- MR Access verklagt drei Medizintechnikunternehmen
- Kooperation zur Weiterentwicklung einer Bluttestplattform vereinbart
- Aktienrückkauf umfasst bereits 3.424.346 eigene Anteile
Siemens Healthineers stellt wichtige Weichen im Management und sieht sich zugleich mit juristischen Forderungen konfrontiert. Das Unternehmen ernannte gestern Guilherme Marques zum Geschäftsführer für Großbritannien und Irland. Er folgt auf Ghada Trotabas, die künftig die weltweite Leitung der Enterprise Services übernimmt.
Am Aktienmarkt zeigte sich die Notierung von den personellen Neuigkeiten stabilisiert. Das Papier schloss gestern bei 37,94 Euro, was einem Zuwachs von 1,3 Prozent entsprach.
Patentklage gegen Medizintechnik-Hersteller
Parallel zum personellen Wechsel auf regionaler Führungsebene zieht ein Rechtsstreit in den USA Aufmerksamkeit auf sich. Laut Bloomberg Law reichte das Unternehmen MR Access Inc. am Freitag eine Patentklage gegen Siemens Healthineers ein. Der Gegenstand des Verfahrens betrifft Technologien im Bereich der Magnetresonanztomografie.
Die Klage richtet sich nicht ausschließlich gegen den deutschen Medizintechnikkonzern. Am selben Tag erhob MR Access separate Patentklagen gegen die Branchenkonkurrenten Koninklijke Philips und GE HealthCare.
Partnerschaften und Produktneuerungen
Auf Produktebene forcierte Siemens Healthineers in den vergangenen Tagen mehrere Initiativen. Am 1. Oktober vereinbarte der Konzern eine strategische Partnerschaft mit Truvian Health zur Weiterentwicklung der TruVerus-Bluttestplattform. Siemens Healthineers bringt in diese Kooperation Entwicklungsunterstützung, technische Ressourcen sowie Fertigungsexpertise und kommerzielle Beratung ein.
Zudem erfolgte am 30. September die weltweite Markteinführung des INNOVANCE D-Dimer 2.0-Tests. Der Diagnostiktest verfügt über eine CE-Kennzeichnung sowie eine 510(k)-Freigabe der US-Gesundheitsbehörde FDA. Bereits am 27. September stellte Siemens Healthineers zudem das Strahlentherapiesystem Accela mit NeoArc-Technologie vor. Nach Angaben des Unternehmens können Mehrziel-SBRT-Behandlungen damit in rund 60 Sekunden erfolgen.
Analysten blicken auf das Schlussquartal
An den Finanzmärkten richtet sich das Augenmerk nun verstärkt auf den Abschluss des Geschäftsjahres. Analyst Julien Dormois von Jefferies stufte die Aktie am 30. September mit „Buy“ und einem Kursziel von 50 Euro ein. Er verwies dabei auf die erwartete Dynamik im Bildgebungsgeschäft während des letzten Quartals.
Medienberichten zufolge beließ Deutsche Bank Research die Einstufung am Montag auf „Hold“ mit einem Kursziel von 39 Euro vor den Zahlen zum vierten Geschäftsquartal. Klarheit über den Geschäftsverlauf folgt im kommenden Monat: Für den 5. November hat Siemens Healthineers die Bilanzpressekonferenz zu den Jahresergebnissen angesetzt.
Flankiert wird die Phase bis zur Berichterstattung von fortlaufenden Kapitalmaßnahmen; im Rahmen des im Juni begonnenen Aktienrückkaufprogramms erwarb das Unternehmen insgesamt bereits 3.424.346 eigene Anteile.
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