Sanofi Aktie: Apotheken kriegen Hilfe nach Vaxigrip-Panne
Analysten prognostizieren für das dritte Quartal höhere Erlöse, aber ein niedrigeres Business-EPS und rückläufige Impfstoffumsätze.

Kurz zusammengefasst
- 13,25 Milliarden Euro Quartalsumsatz erwartet
- Business-EPS soll auf 2,81 Euro sinken
- UBS prognostiziert 13 Prozent weniger Impfstoffumsatz
- Regeneron-Allianz mit Milliardenvorauszahlung erweitert
Sanofi steht heute vor einem doppelten Test: Die angekündigten Quartalszahlen sollen das erwartete Umsatzwachstum bestätigen. Zugleich rücken weitere Deals und die Finanzierung künftiger Wachstumstreiber in den Blick. Während die Erwartungen an den Konzernumsatz steigen, rechnen Analysten beim Gewinn je Aktie und im Impfstoffgeschäft mit Rückgängen.
Mehr Umsatz, weniger Gewinn erwartet
Der von Vara erfasste Konsens erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz von 13,25 Milliarden Euro. Damit liegt die Messlatte beim Erlös höher als im Vorjahr.
Beim Ergebnis zeichnet sich dagegen ein anderes Bild ab. Wachstum beim Umsatz würde demnach nicht automatisch einen höheren Gewinn je Aktie bedeuten.
Für das sogenannte Business-EPS erwarten Analysten 2,81 Euro nach 2,91 Euro im dritten Quartal 2025. Entscheidend wird deshalb auch die Erläuterung sein, wie sich Umsatzwachstum und Ergebnisentwicklung zueinander verhalten.
Die Zahlen sind bislang Erwartungen, keine gemeldeten Ergebnisse. Für Anleger zählt neben dem Abgleich mit dem Konsens vor allem die Frage, ob Sanofi seinen angehobenen Jahresausblick bestätigt oder erneut verändert.
Die Prognose sieht für 2026 ein Umsatzwachstum von rund 10 Prozent zu konstanten Wechselkursen vor. Über eine weitere Anhebung sind sich die Analysten uneinig.
Impfstoffgeschäft als Belastungsprobe
UBS erwartet beim Quartalsumsatz mit Impfstoffen einen Rückgang um 13 Prozent. Das Analysehaus verweist auf das zeitliche Muster der Grippesaison, den Wettbewerb und eine langsamere Marktdurchdringung von Beyfortus.
Damit kommt der Einordnung des Impfstoffgeschäfts besonderes Gewicht zu. Saisonale Verschiebungen und Wettbewerb haben unterschiedliche Bedeutung für die weitere Entwicklung. Die Erläuterungen zu diesen Belastungen dürften deshalb ebenso wichtig sein wie die reine Umsatzzahl.
Gestern kündigte Sanofi außerdem Unterstützungsmaßnahmen für Apotheken nach Lieferverzögerungen bei Vaxigrip zu Beginn der Impfkampagne an. Betroffen sind Apotheken, die ab dem 12. Oktober beliefert wurden. Die Meldung ergänzt die operativen Fragen, mit denen der Konzern in die Zahlenvorlage geht.
Partnerschaften sollen künftiges Wachstum sichern
Jefferies zufolge stehen weitere Deals im Fokus. Sanofi hat seine Allianz mit Regeneron kürzlich erweitert. Dahinter steht auch die längerfristige Frage nach neuen Wachstumstreibern: Der Patentablauf von Dupixent wird Anfang der 2030er erwartet.
Für die erweiterte Antikörper-Kooperation vereinbarte Sanofi eine Vorauszahlung von 1 Milliarde US-Dollar. Hinzu kommen bis zu 7 Milliarden US-Dollar an bedingten Meilensteinzahlungen.
Auch die Impfstoffentwicklung bindet finanzielle Mittel. Der Start der europäischen Phase-3-Studie für einen kombinierten Grippe-COVID-19-Impfstoff löste eine Meilensteinzahlung von 125 Millionen US-Dollar an Novavax aus. Untersucht werden Sicherheit und Immunogenität bei Erwachsenen ab 60 Jahren.
Die Kooperationen erweitern damit Sanofis Entwicklungsmöglichkeiten, bringen aber zugleich Zahlungsverpflichtungen mit sich. Für die heutige Zahlenvorlage ergibt sich daraus ein klarer Prüfpunkt: Wie verbindet der Konzern sein kurzfristiges Wachstumsziel mit den Investitionen in das Geschäft nach Dupixent?
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