Deutsche Telekom Aktie: KI-Quote soll auf 80 Prozent steigen
Sprachagenten bearbeiten bereits Anrufe in zehn Märkten; weitere Länder sollen folgen, während die Telekom Fusionsberichte zurückweist.

Kurz zusammengefasst
- KI-Agenten in zehn Märkten im Einsatz
- Sprachsysteme unterstützen 40 bis 60 Sprachen
- Echtzeitübersetzung für dieses Jahr angekündigt
- Telekom weist Fusionsberichte als Gerüchte zurück
Die Deutsche Telekom treibt die Automatisierung ihres Kundenservices voran. Das Unternehmen ersetzt klassische Auswahlmenüs am Telefon schrittweise durch KI-Agenten. Auf der Fachkonferenz HumanX in Amsterdam stellte der Konzern am heutigen Samstag konkrete Pläne für die europäischen Landesgesellschaften vor.
Sprachassistenten übernehmen Millionen Dialoge
In Teilen der zehn europäischen Märkte sprechen Kunden bereits direkt mit Sprachassistenten. Nach Angaben von Deutsche-Telekom-KI-Chef Kartik Sheth stehen die digitalen Agenten rund um die Uhr zur Verfügung. Das System unterstützt dabei zwischen 40 und 60 Sprachen.
Weitere Ländergesellschaften sollen in den kommenden Monaten folgen. Für die Einbindung in unterschiedliche Netzinfrastrukturen setzt der Konzern auf modulare Zwischenschichten und Adapter. Zudem kündigte das Unternehmen für das laufende Jahr einen Dienst zur Echtzeit-Übersetzung von Gesprächen an. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Teilnehmer das konzerneigene Netz nutzt.
Die Systeme lernen im Praxisbetrieb schnell dazu. Bei neuen Einsätzen bearbeiten sie laut Sheth in der ersten Woche bereits 20 Prozent der Anrufe. Nach zwei Monaten klettert dieser Wert auf 40 Prozent. Für die kommenden ein bis zwei Jahre strebt der Konzern eine Quote von über 80 Prozent an, was technisch als besonders anspruchsvoll gilt.
Staatliche Mastbaupläne und Fusionsdementi
Neben der Software rückt auch die physische Netzinfrastruktur in den Mittelpunkt. Ein Referentenentwurf des Bundesverkehrsministeriums sieht den Bau von rund 20.000 Funkmasten entlang deutscher Bahnstrecken vor. Der Bund plant die Errichtung der Trägerstrukturen zu finanzieren.
Die Mobilfunknetzbetreiber sollen die Standorte anschließend mit eigener 5G-Technik ausrüsten. Bis 2035 soll damit der digitale Bahnfunk FRMCS aufgebaut werden, während eine Beteiligung der Betreiber an den Folgekosten noch verhandelt wird.
Aufmerksamkeit erregte am gestrigen Freitag zudem die Vergabe eines Negativpreises durch den Verein Digitalcourage. Die Organisation bedachte die Telekom präventiv mit einer Rüge und verwies auf Spekulationen über einen Zusammenschluss mit T-Mobile US. Ein Unternehmenssprecher wies Berichte über eine Fusion als unbestätigte Gerüchte zurück. Der Konzern werde die Auszeichnung weder annehmen noch kommentieren.
Aktie behauptet sich im DAX
An den Finanzmärkten sorgten die operativen und politischen Neuigkeiten für ein ruhiges Handelsgeschehen. Die Telekom-Aktie beendete den Handel am Freitag bei 27,09 Euro mit einem leichten Aufschlag von 0,5 Prozent. Mit einem Börsenwert von 128,60 Milliarden Euro bleibt der Bonner Telekommunikationskonzern weiterhin eines der gewichtigsten Schwergewichte im deutschen Leitindex.
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