Ein erbitterter Rechtsstreit mit dem Pharmariesen Novo Nordisk lastete schwer auf dem Telemedizin-Anbieter Hims & Hers. Nun wendet sich das Blatt drastisch: Aus Feinden werden Vertriebspartner. Doch wie verändert dieser Deal das Geschäftsmodell des Unternehmens konkret?
Vom Gerichtssaal zur Partnerschaft
Novo Nordisk hat seine Patentklage gegen Hims & Hers fallen gelassen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Gesundheitsplattform, künftig die Originalpräparate Ozempic und Wegovy zum gleichen Preis wie andere Telemedizin-Anbieter zu vertreiben. Gleichzeitig stellt Hims die aktive Vermarktung von individuell gemischten, sogenannten Compound-Abnehmspritzen ein.
Dieser Schritt beendet einen Konflikt, der im Februar eskalierte, als Novo Nordisk klagte und in der Folge sogar die US-Gesundheitsbehörde FDA sowie das Justizministerium auf den Plan rief. Das erhebliche regulatorische Risiko, das den Aktienkurs in den vergangenen Monaten belastete, ist damit vom Tisch.
Analysten reagieren auf den Kurssprung
Die Börse honorierte die Einigung am Montag mit einem beachtlichen Kurssprung von knapp 41 Prozent, wobei das Handelsvolumen den dreimonatigen Durchschnitt um mehr als das Fünffache übertraf. Auch am heutigen Donnerstag setzt sich die Aufwärtsbewegung fort. Trotz dieser rasanten Erholung notiert das Papier noch immer deutlich unter seinem Hoch vom Juli 2025.
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Die Wall Street reagierte prompt auf die veränderte Risikolage. Barclays hob das Kursziel auf 29 US-Dollar an und verwies explizit auf die beseitigten juristischen Unsicherheiten. Auch Citigroup und Bank of America stuften die Papiere auf „Neutral“ hoch und passten ihre Kursziele auf 24 beziehungsweise 23 US-Dollar an, während Needham und Nephron Research direkte Kaufempfehlungen aussprachen.
Strategischer Schwenk trifft auf starkes Wachstum
Der Deal markiert eine fundamentale Neuausrichtung. Hims & Hers wandelt sich im Bereich der Gewichtsreduktion von einem aggressiven Marktstörer zu einem etablierten Anbieter, der primär auf FDA-zugelassene Medikamente setzt. Finanziell steht das Unternehmen für diesen Übergang auf einem soliden Fundament: Im Jahr 2025 kletterte der Umsatz um 59 Prozent auf 2,34 Milliarden US-Dollar, während der Nettogewinn 128 Millionen US-Dollar erreichte. CEO Andrew Dudum signalisierte zudem Offenheit für weitere Partnerschaften mit der Pharmaindustrie, um das Angebot auf der Plattform auszubauen.
Mit der Beilegung des Rechtsstreits rückt nun die operative Umsetzung in den Fokus. Die zukünftige Margenentwicklung hängt maßgeblich davon ab, wie effizient es Hims & Hers gelingt, seine 2,5 Millionen Abonnenten auf die Originalpräparate umzustellen. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck im Sektor, da Konkurrent Eli Lilly voraussichtlich im zweiten Quartal eine eigene Abnehmpille auf den Markt bringen wird.
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