Commerzbank Aktie: 12,7-Prozent-Paket bleibt umstritten

Berlin prüft laut Bloomberg den Verkauf seiner Commerzbank-Anteile an UniCredit, dementiert dies aber offiziell. Die Aktie reagiert mit Verlusten.

Felix Baarz ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bund erwägt Anteilsverkauf an UniCredit
  • Regierung dementiert Bloomberg-Bericht
  • Orlopp zeigt sich gesprächsbereit gegenüber UniCredit
  • Commerzbank-Aktie verliert 1,6 Prozent

Die Bundesregierung erwägt offenbar, ihre verbliebenen Commerzbank-Anteile an UniCredit zu verkaufen. Bloomberg berichtete am heutigen Dienstag, Berlin sei zu einem Verkauf des 12,7-Prozent-Pakets bereit, sofern Strategie und Management-Unterstützung für die italienische Bank gesichert seien. Ein Verkauf würde UniCredits Anteil an der Commerzbank von derzeit rund 49,65 Prozent auf etwa 62 Prozent heben.

Die Bundesregierung wies die Berichte zugleich zurück. Regierungssprecher Sebastian Hille bezeichnete die Meldungen als Spekulation und erklärte, die Position der Regierung habe sich nicht verändert.

Ein Verkauf sei ohnehin an Bedingungen geknüpft, etwa den Erhalt von Arbeitsplätzen, dem Filialnetz und der Dividendenpolitik. Damit bleibt offen, wie belastbar die Berichte tatsächlich sind – zumal ein Verkauf laut Einschätzungen wegen der Best-Price-Regel im deutschen Übernahmerecht kurzfristig ohnehin unwahrscheinlich erscheint.

Orlopp zeigt sich gesprächsbereit

Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp äußerte sich in einem am heutigen Dienstag veröffentlichten CNBC-Interview bemerkenswert offen zur Situation mit UniCredit. Sie sagte, der Druck durch UniCredit habe die eigene Transformation beschleunigt – ohne diesen Druck hätte die Bank wohl rund 100 Tage für ihre Strategie gebraucht.

Rückblickend hätte sie an der Stelle von UniCredit-Chef Andrea Orcel im Herbst 2024 denselben Einstieg gewählt, wenngleich sie vieles anders angegangen wäre.

Orlopp bekräftigte grundsätzlich ihre Unterstützung für eine paneuropäische Bankenkonsolidierung, dämpfte aber die Erwartungen an eine konkrete Fusion mit UniCredit: Ohne eine echte Bankenunion in Europa entstünden aus einem Zusammenschluss keine paneuropäischen Synergien. Zum Thema Künstliche Intelligenz merkte sie an, kurzfristige Effekte würden in der Debatte eher über-, mittelfristige Effekte eher unterschätzt.

Ergänzend berichteten italienische Medien von Gerüchten über weit fortgeschrittene Verhandlungen zwischen Orlopp und Orcel, die nahe an einer Einigung über Governance-Reformen und eine Integration mit der UniCredit-Tochter HVB stünden.

Ein schwedisches Medium beschrieb interne Spannungen: Orcel treibe Veränderungen voran, während Orlopp vor einer Schwächung der Commerzbank warne. Eine EZB-Entscheidung zur Integration wird demnach für die zweite Oktoberhälfte erwartet.

Aktie bleibt unter Druck

Die Commerzbank-Aktie notiert am heutigen Dienstag bei 38,76 Euro und büßt damit 1,6 Prozent gegenüber dem Vortagsschluss ein. Anleger reagieren damit erkennbar verhalten auf die widersprüchlichen Signale rund um den möglichen Anteilsverkauf des Bundes. Vom 52-Wochen-Hoch bei 40,11 Euro, erreicht Anfang des Monats, ist das Papier damit ein Stück entfernt.

Der Fall zeigt exemplarisch das Muster der vergangenen Wochen: Auf jede Meldung über eine mögliche Annäherung folgt umgehend ein Dementi oder eine Relativierung. Für Anleger bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass eine belastbare Entscheidung über die Zukunft des Bundesanteils noch aussteht – und dass sich Orlopp trotz aller Distanzierungsversuche der Regierung öffentlich zunehmend gesprächsbereit gegenüber UniCredit positioniert.

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Commerzbank Aktie

39,00 EUR

– 0,61 EUR -1,54 %
KGV 15,18
KUV 3,61
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,77 %
Marktkapitalisierung 42,81 Mrd. EUR
Ø Kursziel 40,84 EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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