SpaceX Aktie: Analysten-Kluft von 240 zu 62 Dollar

SpaceX-Aktie zeigt sich trotz auslaufender Lockup-Frist stabil. Analysten streiten über den fairen Wert, während das Unternehmen Wachstum und Verluste meldet.

Felix Baarz ·
SpaceX Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Lockup-Frist endet heute
  • JPMorgan erhöht Kursziel auf 240 Dollar
  • Morningstar sieht Aktie überbewertet
  • Umsatz steigt um 92 Prozent

Für Anleger von SpaceX ist der heutige Donnerstag ein Datum mit doppelter Bedeutung. Die erste Lockup-Frist nach dem Börsengang läuft aus, und mit ihr werden schätzungsweise 911,5 Millionen Aktien aus dem Besitz von Insidern und frühen Investoren handelbar – ein Paket im Wert von rund 116 Milliarden Dollar, wie Forbes und Business Insider berichten. Gleichzeitig veröffentlichten gleich mehrere Analysehäuser neue Einschätzungen zum fairen Wert der Aktie, die kaum weiter auseinanderliegen könnten.

Der Kurs reagiert bislang gelassen: Das Papier legt am heutigen Handelstag um 1,96 Prozent zu. Auf Monatssicht bleibt die Bewegung aber deutlich negativ – binnen 30 Tagen büßte die Aktie 27,25 Prozent ein. Die Furcht vor einer Angebotswelle durch die freigegebenen Insider-Anteile lastet damit weiterhin auf der Kursentwicklung, auch wenn der heutige Handelstag zunächst Erholung zeigt.

Analysten uneins über den fairen Wert

JPMorgan hob das Kursziel heute von zuvor niedrigerem Niveau auf 240 Dollar an. Begründet wird der Schritt mit der neuen Umsatzprognose des Managements: SpaceX peilt bis Dezember eine jährliche wiederkehrende Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar an. Auch Goldman Sachs zog nach und erhöhte ihr Kursziel gestern von 205 auf 220 Dollar bei unverändertem Kaufrating – ausgelöst durch den ersten Quartalsbericht des Unternehmens als börsennotierte Gesellschaft.

Morningstar zeichnet ein ganz anderes Bild. Die Analysten bekräftigten heute ihre Fair-Value-Schätzung von lediglich 62 Dollar und bezeichnen die Aktie als deutlich überbewertet. Ihr Argument: Die gewaltigen Investitionen in KI-Infrastruktur würden die tatsächlichen Einnahmen aus dem sogenannten Neocloud-Vermietungsgeschäft bei weitem übersteigen. Zwischen der Wall-Street-Euphorie um Wachstumszahlen und der nüchternen Bewertung des fairen Wertes liegt damit eine Kluft, die Anleger derzeit selbst auflösen müssen.

Wachstum und Verluste im Gleichschritt

Den Ausgangspunkt für die aktuelle Kursziel-Debatte lieferte der Quartalsbericht vom Dienstag: SpaceX verzeichnete im zweiten Quartal einen Umsatz von 7,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen Dollar – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Fehlbetrag von einer Milliarde Dollar im Vorjahresquartal. Am selben Tag verkündete das Management die Übernahme des KI-Unternehmens Cursor für 60 Milliarden Dollar, mit der die eigene KI-Infrastruktur beschleunigt werden soll.

Firmenchef Elon Musk untermauerte die Wachstumsstory mit einer noch ambitionierteren Zielmarke: Bis 2030, möglicherweise schon 2029, soll der Jahresumsatz die Billionen-Dollar-Schwelle erreichen. Solche Aussagen liefern der bullishen Analystenfraktion Munition, während Kritiker wie Morningstar genau an dieser Diskrepanz zwischen Zukunftsversprechen und heutiger Ertragslage ansetzen.

Regulatorik und Raumfahrtprogramm laufen weiter

Parallel zum Bilanz- und Bewertungsstreit treibt SpaceX sein operatives Geschäft voran. Das Unternehmen beantragte heute bei der US-Regulierungsbehörde FCC, die bundesweiten Hochkosten-Förderprogramme für den Breitbandausbau abzuschaffen, und begründet dies mit der Notwendigkeit einer Modernisierung des zugehörigen Verfahrens. Zudem bestätigte SpaceX am Dienstag Pläne für den Start von Starship Flight 14 bis Ende August. Dabei sollen erstmals operationelle V3-Starlink-Satelliten ausgesetzt und gleichzeitig der erste Fangversuch der oberen Stufe durch den Startturm unternommen werden.

Auf der operativen Seite bleibt die Startfrequenz hoch: Am Samstag brachte eine Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Space Force Base 24 Starlink-Satelliten ins All – der 90. orbitale Start des Unternehmens im laufenden Jahr. Bereits am 24. Juli hatte SpaceX mit Starship Flight 13 eine sanfte Wasserung der oberen Stufe im Indischen Ozean erreicht. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte zuvor, am 30. Juli, eine Regel vorgeschlagen, die bestimmte Umweltauflagen für kommerzielle Raketenstarts aussetzen und damit künftig noch höhere Startraten ermöglichen soll.

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SpaceX Aktie

111,01 USD

+ 2,74 USD +2,53 %
KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 1,65 Bio. USD
ISIN: US84615Q1031 WKN: A42D4F

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