Münchener Rück: Fünf Manager kaufen 174.000 Aktien
Trotz schwächelndem Aktienkurs und Preisdruck kaufen fünf Münchener-Rück-Manager persönlich Aktien. Der Konzern beschleunigt zudem sein Rückkaufprogramm.

Kurz zusammengefasst
- Fünf Führungskräfte erwerben Aktienpakete
- Aktienrückkauf-Programm wird beschleunigt
- Institutionelle Investoren reduzieren Anteile
- Preisdruck in der Rückversicherung hält an
Die Aktie schwächelt, das Management kauft. Bei der Münchener Rück klaffen Börsenstimmung und internes Vertrauen derzeit spürbar auseinander. Während institutionelle Investoren ihre Anteile reduzieren, greifen gleich fünf Führungskräfte persönlich zu. Derweil drückt der Konzern beim laufenden Aktienrückkauf aufs Tempo.
Insider kaufen, Institutionelle verkaufen
Finanzvorstand Andrew Buchanan sicherte sich außerbörslich gut 172.000 Papiere. Auch vier weitere Manager orderten Aktien. Insgesamt erwarben die Führungskräfte Mitte Mai rund 174.000 Stück. Ein klares Signal.
Parallel dazu beschleunigt der Konzern sein eigenes Rückkaufprogramm. Mitte Juni erwarb die Münchener Rück knapp 170.000 eigene Aktien über Xetra. Damit steigt das Volumen seit Programmstart auf über eine Million Papiere. Das Tempo liegt spürbar über den vorherigen Berichtsperioden.
Auf der Verkäuferseite stehen große Adressen. Die Capital Group senkte ihren Anteil auf 2,89 Prozent. JPMorgan Asset Management reduzierte seine Stimmrechte minimal. Die Aktie beendete die Handelswoche bei 472,30 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von knapp 14 Prozent auf der Kurstafel.
Preisdruck und Wetterrisiken
Der Markt blickt nun auf die anstehende Juli-Erneuerungsrunde. In der Sach-Katastrophen-Rückversicherung fielen die Preise zuletzt deutlich. Broker meldeten für die Juni-Erneuerung Rückgänge von bis zu 20 Prozent. Die Münchener Rück fuhr daraufhin das Neugeschäft zurück. Für den Juli rechnet der Vorstand damit, das Preisniveau weitgehend halten zu können.
Ein weiterer Faktor ist die startende Hurrikansaison. Für den Nordatlantik erwartet das Management zwölf bis dreizehn benannte Stürme. Das liegt unter dem historischen Durchschnitt. Allerdings warnt der Konzern vor erhöhten Taifunrisiken im Pazifik. Weniger Gefahr in einer Region gleicht höhere Risiken woanders nicht automatisch aus.
Hinzu kommen Währungseffekte. Da viele Verträge in Dollar laufen, kosteten negative Kurseffekte den Konzern dieses Jahr bereits knapp 800 Millionen Euro. Operativ liefert der Rückversicherer dennoch ab. Im ersten Quartal stand ein Nettogewinn von gut 1,7 Milliarden Euro in den Büchern.
Der nächste wichtige Termin ist der 7. August. Dann präsentiert die Münchener Rück ihren Halbjahresbericht. Bis dahin bestimmen die tatsächlichen Sturmschäden und die Ergebnisse der Juli-Erneuerung den Takt. Gelingt es dem Konzern, die Preise wie geplant stabil zu halten, bestätigt das die eigene Ertragskraft.
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