Thyssenkrupp Aktie: EBIT-Untergrenze auf 600 Millionen angehoben

Thyssenkrupp erhöht die Untergrenze der EBIT-Prognose nach solidem drittem Quartal. Rüstungstochter TKMS treibt das Wachstum, während die Wasserstoffsparte die Erwartungen senkt.

Eduard Altmann ·
Thyssenkrupp Aktie

Kurz zusammengefasst

  • EBIT-Untergrenze auf 600 Millionen Euro angehoben
  • TKMS prognostiziert deutliches Umsatzplus von bis zu 12 Prozent
  • Wasserstofftochter Nucera senkt Ergebnisausblick
  • Aktie notiert nahe 52-Wochen-Hoch

Thyssenkrupp hat die Untergrenze seiner Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes EBIT von 600 Millionen bis 900 Millionen Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 500 Millionen bis 900 Millionen Euro galt. Grundlage ist ein solides drittes Quartal 2025/2026 mit einem Umsatz von 8,8 Milliarden Euro und einem Nettoergebnis von 34 Millionen Euro.

Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres summierte sich der Umsatz auf 24,4 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT lag bei 591 Millionen Euro. Die Jahresziele für den Free Cashflow vor M&A bestätigte das Unternehmen unverändert mit einer erwarteten Spanne von minus 600 Millionen bis minus 300 Millionen Euro.

Beim Konzernumsatz rechnet Thyssenkrupp für das Gesamtjahr mit einem Rückgang von 1 bis 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das Nettoergebnis dürfte zwischen minus 700 Millionen und minus 400 Millionen Euro liegen.

Stahl, Rüstung und Handel als Treiber

Als wichtigste Ergebnistreiber im dritten Quartal nannte der Konzern die Sparten Materials Services, Steel Europe und Marine Systems. Damit tragen sowohl das klassische Stahl- und Handelsgeschäft als auch die Rüstungssparte zur Erholung bei.

Parallel dazu berichtete Reuters, dass Thyssenkrupp mit Brüssel in fortgeschrittenen Gesprächen über die Förderstruktur für das geplante grüne Stahlwerk in Duisburg steht, dessen Investitionsvolumen mit 3 Milliarden Euro veranschlagt wird.

Die Marinesparte TKMS, an der Thyssenkrupp die Mehrheit hält, lieferte zuletzt besonders kräftige Impulse. Das Unternehmen hob seine Prognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr deutlich an: Statt eines Umsatzwachstums von 2 bis 5 Prozent erwartet TKMS nun ein Plus von 10 bis 12 Prozent, dazu eine operative Marge von bis zu 6,5 Prozent. Reuters führte dies auf die gestiegene Nachfrage nach Fregatten, Sensorik und Minenabwehrtechnik zurück.

Gegenläufig entwickelt sich die Wasserstoff-Tochter thyssenkrupp Nucera. Nachdem das Unternehmen auf eine eigene Serienfertigung von SOEC-Stacks verzichtet hat, senkte es seine Ergebnisprognose für 2026: Statt eines EBIT von minus 80 Millionen bis minus 30 Millionen Euro rechnet Nucera nun mit minus 105 Millionen bis minus 75 Millionen Euro.

Kurs nahe Jahreshoch trotz Tagesverlust

An der Börse zeigt sich die Aktie trotz des schwierigen Gesamtjahresausblicks in robuster Verfassung. Am heutigen Mittwoch verliert das Papier 1,5 Prozent und notiert bei 13,06 Euro, nachdem es am Dienstag noch bei 13,27 Euro geschlossen hatte.

Der Rücksetzer ändert wenig am übergeordneten Bild: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 40 Prozent, auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs um 49 Prozent verteuert. Zum 52-Wochen-Hoch von 14,05 Euro, erreicht Mitte August, beträgt der Abstand nur noch 7,0 Prozent.

Die Kombination aus operativer Stabilisierung im Stahlgeschäft, kräftigem Rückenwind bei der Rüstungstochter TKMS und einem Belastungsfaktor durch das Wasserstoffgeschäft prägt aktuell das Bild des Konzerns. Für die Sparte Steel Europe steht Ende September ein Capital Markets Day an, auf dem weitere strategische Details erwartet werden.

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