TKMS Aktie: Bartsch fordert Untersuchungsausschuss

Acht MEKO-Fregatten sollen die Marine stärken; Damen verlangt 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz für das beendete F126-Projekt.

Redaktion Stock-World ·
Moderne industrielle Werft bei Dämmerung, symbolisiert die maritime Verteidigungsindustrie. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Damen fordert 4,7 Milliarden Euro Schadensersatz
  • MEKO-Programm umfasst insgesamt acht Fregatten
  • Erstes Schiff soll Ende 2029 übergeben werden
  • Haushaltsausschuss muss Projektänderungen vorab billigen

Die Neuausrichtung der deutschen Marine auf Überwasserschiffe von Thyssenkrupp Marine Systems vollzieht sich in einem politisch aufgeladenen Umfeld. Nach dem Stopp des Fregattenprojekts F126 durch Verteidigungsminister Pistorius steht die Beschaffungspolitik des Bundes unter strenger Beobachtung.

Für TKMS bedeutet der industrielle Kurswechsel einen Ausbau der eigenen Rolle, während die juristischen Nachwehen des gekündigten Vorgängerprojekts die Debatte in Berlin bestimmen.

Juristischer Streit und politische Forderungen

Der Abbruch des früheren Großprojekts hinterlässt erhebliche finanzielle Belastungen. Für das F126-Programm wurden bereits rund 2,3 Milliarden Euro ausgegeben. Die niederländische Werft Damen fordert wegen der einseitigen Kündigung Schadensersatz in Höhe von 4,7 Milliarden Euro und drohte mit rechtlichen Schritten.

Die Angelegenheit beschäftigt auch das Parlament. Dietmar Bartsch von der Linken forderte die Koalition auf, einen Untersuchungsausschuss einzusetzen. Ein entsprechender Antrag der AfD hatte das Quorum Ende Juni knapp verfehlt.

Der AfD-Abgeordnete Thomas Ladzinski kündigte an, weiter für die Aufklärung durch einen Ausschuss einzutreten. Die Grünen erklärten im Haushaltsausschuss, sie hätten die Bundesregierung um eine Untersuchung gebeten, wollten ein Gremium aber nicht mit Stimmen der AfD durchsetzen.

Das MEKO-Programm als industrieller Pfeiler

Der Wechsel zur MEKO-Baureihe soll die Lücken der Marine schneller schließen. Das gekündigte F126-Programm mit sechs Schiffen sollte über 18 Milliarden Euro kosten, bei einer ersten Indienststellung frühestens im Jahr 2030. Budgetfragen und Integrationsprobleme gaben den Ausschlag für den Stopp. Die Fregatten von TKMS sollen die Einsatzfähigkeit bei der U-Boot-Jagd früher wiederherstellen.

Das Flottenprogramm der Klasse MEKO A-200 DEU, teils auch als F128 bezeichnet, umfasst insgesamt acht Fregatten. Medienberichten zufolge beläuft sich der Gesamtwert der Schiffe auf rund 11,6 Milliarden Euro. Die Einheiten sind für NATO-Aufgaben im Nordatlantik, in der Nordsee sowie in der GIUK-Lücke vorgesehen.

Zur Ausrüstung der Schiffe zählen Bug- und Schleppsonar sowie Bordhubschrauber vom Typ NH90 Sea Tiger. Neben den reinen Baukosten fallen langfristige Ausgaben an. Für den Betrieb von vier Fregatten bis zum Jahr 2045 werden zusätzlich rund 1,55 Milliarden Euro veranschlagt.

Zeitplan und parlamentarische Kontrolle

Die Fertigung des ersten Schiffs begann im Jahr 2026. Die Übergabe an die Bundeswehr ist für Ende 2029 geplant, während weitere Einheiten in kurzem Abstand folgen sollen. Das Verteidigungsministerium setzt auf eine modulare Bauweise, um Zeitverzögerungen zu minimieren.

Um die Kosten im Griff zu behalten, gelten strenge Auflagen. Neben regelmäßigen Berichten muss der Haushaltsausschuss des Bundestags sämtliche Änderungen am Projekt vorab billigen. Damit soll verhindert werden, dass sich die Kostenrisiken früherer Rüstungsvorhaben wiederholen.

An der Börse notierte das Papier von TKMS gestern zum Handelsschluss bei 75,20 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertzuwachs von 14 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich auf 4,71 Milliarden Euro.

Anzeige

Stand heute, 10. Oktober: TKMS – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in TKMS investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 10. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

TKMS: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

TKMS Aktie

75,30 EUR

– 0,60 EUR -0,79 %
KGV 59,13
KUV 2,05
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 4,78 Mrd. EUR
Ø Kursziel 108,12 EUR
ISIN: DE000TKMS001 WKN: TKMS00

Community Forum zu TKMS

Ähnliche Artikel

TKMS Aktie: Bartsch fordert Untersuchungsausschuss

TKMS Aktie: Bartsch fordert Untersuchungsausschuss

Industrie ·
Branicks Group Aktie: Insolvenz droht!

Branicks Group Aktie: Insolvenz droht!

Immobilien & REITs ·
iShares MSCI Global Semiconductors ETF: 98 Prozent Plus seit Jahresbeginn

iShares MSCI Global Semiconductors ETF: 98 Prozent Plus seit Jahresbeginn

ETFs ·
Rheinmetall Aktie: Satellite-Hoffnung?

Rheinmetall Aktie: Satellite-Hoffnung?

Rüstung & Luftfahrt ·
XRP: Großanleger kaufen 45 Mio. Token im Rücksetzer

XRP: Großanleger kaufen 45 Mio. Token im Rücksetzer

Ethereum & Altcoins ·

Weitere Artikel zu TKMS

Alle Artikel anzeigen
TKMS Aktie: Bewerbung um Argentiniens U-Boot-Deal

TKMS Aktie: Bewerbung um Argentiniens U-Boot-Deal

Industrie ·
TKMS Aktie: Das Mega-Auftrag knallt!

TKMS Aktie: Das Mega-Auftrag knallt!

Industrie ·
TKMS Aktie: Damen fordert 4,7 Milliarden vom Bund

TKMS Aktie: Damen fordert 4,7 Milliarden vom Bund

Industrie ·
TKMS Aktie: EDGE-Absichtserklärung zu Unterwassersystemen

TKMS Aktie: EDGE-Absichtserklärung zu Unterwassersystemen

Industrie ·
TKMS Aktie: Britischer Auftrag löst Analystenrally aus

TKMS Aktie: Britischer Auftrag löst Analystenrally aus

Industrie ·