Siemens Energy Aktie: Milliarden-Rückkauf abgeschlossen
Siemens Energy schließt sein Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro ab. Analysten bleiben trotz jüngster Kursverluste mehrheitlich optimistisch gestimmt.

Kurz zusammengefasst
- Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro beendet
- 6,47 Millionen Aktien zurückgekauft
- Analysten bestätigen positive Bewertung
- Kursverlust trotz starker Quartalszahlen
Siemens Energy hat sein Aktienrückkaufprogramm über rund eine Milliarde Euro abgeschlossen. Wie das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung bekanntgab, wurden im Rahmen des Programms, das vom 4. Juni bis zum 14. August lief, insgesamt 6.467.098 eigene Aktien erworben. Das entspricht 0,751 Prozent des Grundkapitals.
Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 154,6288 Euro je Aktie. Allein in der letzten Handelswoche des Programms, vom 10. bis 16. August, kaufte der Konzern noch einmal 472.203 Aktien hinzu.
Der Rückkauf reiht sich in eine Phase ein, in der Siemens Energy operativ deutlich zulegt. Anfang August hatte der Konzern die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal 2026 vorgelegt: Die Gruppenaufträge kletterten auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz auf 11,4 Milliarden Euro, der Nettogewinn erreichte 1,188 Milliarden Euro.
Im Netzgeschäft vermeldete das Unternehmen einen Rekord-Auftragsbestand von 51 Milliarden Euro. Diese Größenordnungen verdeutlichen, warum der Vorstand offenbar Vertrauen in die eigene Bewertung hatte, als er das Rückkaufprogramm im Sommer startete.
Analysten bleiben trotz Kursschwäche optimistisch
An der Börse hat sich das Bild seit den starken Quartalszahlen allerdings eingetrübt: In den vergangenen sieben Handelstagen verlor die Aktie 4,8 Prozent an Wert, ausgelöst auch durch Spekulationen über eine mögliche Aufspaltung des Konzerns, über die der Aufsichtsrat vor gut einer Woche beraten hatte. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 153,00 Euro, nur knapp unter dem durchschnittlichen Kaufpreis des abgeschlossenen Rückkaufprogramms.
Die jüngsten Analystenreaktionen zeichnen dennoch ein mehrheitlich positives Bild. RBC Capital Markets senkte am 21. August zwar das Kursziel von 210 auf 200 Euro, bestätigte aber die Einstufung „Outperform“. Bernstein Research hatte am 13. August ebenfalls „Outperform“ bei einem Kursziel von 210 Euro bekräftigt.
Weitere Häuser hatten sich unmittelbar nach den Quartalszahlen positioniert: JPMorgan hob das Kursziel auf 245 Euro an, Jefferies setzte 215 Euro an, Berenberg 205 Euro, und Deutsche Bank hob ihre Zielmarke ebenfalls auf 210 Euro an – jeweils verbunden mit Kaufempfehlungen. Auch BOC International Holdings bestätigte Mitte August seine Kaufempfehlung.
Rückkauf als Signal in unsicherem Umfeld
Für Anleger ist der abgeschlossene Rückkauf ein Signal der Kapitaldisziplin in einer Phase, in der strategische Unsicherheit – etwa rund um eine mögliche Konzernaufspaltung – für Kursdruck sorgt. Der Konzern hat mit dem Programm nicht nur Kapital an die Aktionäre zurückgegeben, sondern auch demonstriert, dass er die eigene Bewertung im Bereich von 150 Euro je Aktie für attraktiv hält.
Die breite Zustimmung der Analystenhäuser zu den Kurszielen, die überwiegend deutlich über dem aktuellen Niveau liegen, unterstreicht, dass die fundamentale Geschäftsentwicklung – getragen von Rekordaufträgen im Netzgeschäft – aus Sicht vieler Beobachter intakt bleibt, auch wenn die Aktie kurzfristig unter den strategischen Spekulationen leidet.
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