Ballard Power: Weichai verkauft 8,15 Millionen Aktien
Weichai Power reduziert Anteil an Ballard drastisch. Der Wasserstoffspezialist meldet steigende Umsätze und verbesserte Margen im ersten Quartal 2026.

Kurz zusammengefasst
- Weichai verkauft weitere Aktienpakete
- Umsatzplus von 26 Prozent im Q1
- Bruttomarge verbessert sich deutlich
- Neue Busaufträge bis 2029 gesichert
Am Mittwoch tritt Ballard Power Systems ohne einen einzigen von Weichai nominierten Direktor in seine Hauptversammlung — ein Einschnitt, der die Eigentümerstruktur des Wasserstoffunternehmens grundlegend verändert. Ausgerechnet jetzt, wo die operativen Zahlen erstmals seit Jahren Aufbruchstimmung signalisieren.
Weichai zieht sich vollständig zurück
Der chinesische Industriekonzern Weichai Power hat seinen Einfluss auf Ballard schrittweise aufgegeben. Nachdem Weichai durch Aktienverkäufe unter die vertraglich vereinbarte 15-Prozent-Schwelle fiel, traten die beiden Boardvertreter Michael Chen und Huajie Wang am 13. Mai zurück. Damit erlischt das Recht, künftig Kandidaten zu nominieren.
Dabei blieb es nicht. Zwischen dem 13. und 15. Mai verkaufte Weichai weitere 8,15 Millionen Aktien zu durchschnittlich 5,65 kanadischen Dollar — Gesamterlös rund 46 Millionen kanadische Dollar. Der Anteil liegt nun bei etwa 10,3 Prozent. Obendrein hat Weichai Hong Kong eine Verkaufsabsicht für bis zu 15 Millionen weitere Aktien hinterlegt und signalisiert, den Abbau fortzusetzen.
Operative Wende als Rückenwind
Das Timing des Governance-Resets trifft auf verbesserte Fundamentaldaten. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 19,4 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge kletterte auf 14 Prozent — ein Sprung von 37 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal. Der operative Cashburn sank um fast 68 Prozent, der Verlust je Aktie lag bei 0,04 US-Dollar und damit besser als die von Analysten erwarteten 0,06 US-Dollar.
Mit einer Liquiditätsreserve von 516,8 Millionen US-Dollar ist Ballard nach eigenen Berechnungen für rund fünf Jahre finanziert. Lake Street, TD Cowen, Susquehanna und CFRA erhöhten nach den Quartalszahlen ihre Kursziele; Lake Street stufte die Aktie auf „Kaufen“ hoch und verwies auf die verbesserte Margensichtbarkeit.
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Neuer CEO, neues Board
Marty Neese übernahm 2025 den CEO-Posten. Sein Vergütungspaket ist schlanker als das seines Vorgängers, enthält aber einmalige Rekrutierungsanreize und Performance-Aktien, die an Transformationsziele geknüpft sind. Das Board strebt eine Frauenquote von 30 Prozent an — aktuell liegt sie bei 25 Prozent.
Neue Mehrjahresverträge mit Solaris, Wrightbus und New Flyer positionieren Ballards FCmove-SC-Antriebe als Plattform für Europas nächste Generation von Wasserstoffbussen bis 2029. Der Auftragsbestand belief sich Ende März auf 112,9 Millionen US-Dollar, leicht unter dem Vorquartal. Das Management erwartet, dass die Umsätze im zweiten Halbjahr 2026 stärker anfallen, und peilt den operativen Cashflow-Breakeven für Ende 2027 an.
Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten fast verfünffacht und notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Hoch von 5,42 Euro — trotz eines RSI von 32, der technisch auf überkauftes Terrain hindeutet. Ob der Rückzug Weichais als strategischer Ballast oder als Befreiung gewertet wird, entscheidet sich ab Mittwoch im neu zusammengesetzten Board.
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