Volkswagen Aktie: 77,88 Euro tiefster Stand
Volkswagen kämpft mit Absatzschwäche und China-Druck. Ein massiver Stellenabbau und Produktionskürzungen sind die Folge.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt auf 15-Jahres-Tief
- 50.000 Stellenstreichungen bis 2030
- China-Absatzziel drastisch gesenkt
- Dividende um 17 Prozent gekürzt
Die Mehrheit des Vorstands sieht die Volkswagen AG in ihrer Existenz bedroht. Diese interne Umfrage treibt Anleger am Montag in die Flucht. Die Vorzugsaktie stürzte im Tagesverlauf auf 77,88 Euro ab. Das ist der tiefste Stand seit 15 Jahren.
Radikaler Sparkurs
Konzernchef Oliver Blume hat das bisherige Geschäftsmodell für überholt erklärt. Der Autobauer kämpft mit schwachen Absatzzahlen und enormem Druck durch chinesische Konkurrenten wie BYD. Die Konsequenz: ein beispielloser Kahlschlag. Bis zum Jahr 2030 fallen konzernweit rund 50.000 Arbeitsplätze weg.
Das Management streicht parallel dazu massiv Produktionskapazitäten. Volkswagen will künftig eine Million Fahrzeuge weniger bauen. Standorte wie Emden, Zwickau und Hannover stehen auf dem Prüfstand. Die Marktkapitalisierung schrumpfte derweil auf rund 43 Milliarden Euro. Damit ist VW an der Börse nur noch so viel wert wie Mercedes-Benz.
Rückzug aus China
Besonders hart trifft es das Kerngeschäft in Fernost. Volkswagen senkt sein Absatzziel für China drastisch auf 3,2 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2030. Die Elektro-Offensive stockt. Der Gewinn brach dort zuletzt um 44 Prozent ein.
Um die Überkapazitäten abzubauen, ändert der Konzern seine Strategie. Erstmals exportiert VW in China gefertigte Modelle in Drittmärkte wie Usbekistan. Das Ziel liegt bei einer Viertelmillion exportierten Autos pro Jahr. Indes reduziert das Management die lokale Produktion um 1,5 Millionen Einheiten.
Dividende sinkt
Aktionäre spüren die Krise direkt im Depot. Die Dividende sinkt um 17 Prozent. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp ein Viertel seines Wertes verloren. Aktuell notiert der Titel bei 79,80 Euro. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 27,8 eine massive Überverkauf-Situation. Marktbeobachter warnen trotzdem vor einem voreiligen Einstieg.
Am 9. Juli 2026 berät der Aufsichtsrat über weitere Kostensenkungen. Zuvor steht die Hauptversammlung der Tochter Porsche AG an. Dort erwarten Investoren am morgigen Dienstag nach dem Absatzeinbruch in China ebenfalls scharfe Kritik.
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