Hensoldt: 1 Milliarde für Radarsysteme bis 2027
Hensoldt verzeichnet starken Auftragseingang, kämpft aber mit Produktionsengpässen. Milliardeninvestitionen in neue Werke und Personal sollen die Lieferfähigkeit sichern.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang steigt um 62 Prozent
- Umsatzwachstum bleibt hinter Aufträgen zurück
- Milliarden-Investition in neue Produktionsstätten
- Quartalszahlen am 6. Mai als wichtiger Test
Thales liefert starke Quartalszahlen — und Hensoldt profitiert im Windschatten. Die Aktie notiert bei 74,32 Euro, ein minimales Plus von 0,22 Prozent. Das eigentliche Thema ist ein anderes.
Aufträge rein, Umsatz stockt
Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,9 zeigt das Problem klar: Fast doppelt so viele Aufträge kommen herein, wie das Unternehmen abarbeiten kann. 2025 stieg der Auftragseingang um 62 Prozent. Der Umsatz wuchs indes nur um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro.
Thales hat diesen Kontrast gerade eindrücklich vorgeführt. Im Verteidigungsgeschäft sprang der Auftragseingang im ersten Quartal 2026 um 75 Prozent auf 2,24 Milliarden Euro. Die Franzosen können liefern. Für Hensoldt ist genau das die offene Frage.
Für 2026 plant das Management Erlöse von rund 2,75 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von bis zu 19 Prozent. Analysten erwarten für das erste Quartal einen Umsatz von rund 493 Millionen Euro — ein Plus von knapp 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Kapazität aufbauen, Lieferkette sichern
Hensoldt reagiert mit einer Investitionsoffensive. Bis 2027 plant das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in neue Produktionsstätten, vor allem für Radarsysteme in Deutschland. Beim Personal geht es ebenfalls schnell: Nach 1.200 Neueinstellungen 2025 sollen 2026 weitere 1.600 Stellen folgen.
Eine Kooperation mit dem Technologieunternehmen Aumovio soll Beschäftigten aus der Automobilindustrie den Wechsel erleichtern. Betroffen sind bis zu 600 Mitarbeitende an den Standorten Ulm, Lindau und Markdorf.
Parallel dazu sichert Hensoldt die Halbleiter-Lieferkette. Mit United Monolithic Semiconductors vereinbarte das Unternehmen die Lieferung von 900.000 GaN-Bausteinen bis 2030 — für Spexer-Radare, die in Luftverteidigungssystemen wie Skyranger und IRIS-T verbaut werden.
China-Schock verdaut, Kurs bleibt unter Druck
Ende April hatte China Hensoldt auf eine Exportbeschränkungsliste gesetzt. Die Aktie rutschte kurz auf 73,32 Euro. Das Unternehmen erklärte gegenüber Bloomberg, keine besonderen Auswirkungen zu erwarten — der Markt beruhigte sich.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro ist die Aktie allerdings noch immer rund 35 Prozent entfernt. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 84,54 Euro — deutlich über dem aktuellen Kurs.
Den nächsten Gradmesser liefert der Quartalsbericht am 6. Mai 2026. Er zeigt, wie viel vom europäischen Rüstungsschub — Deutschlands Verteidigungsbudget soll 2026 die 108-Milliarden-Euro-Marke überschreiten — tatsächlich in Hensoldts Umsatz ankommt. Struktureller Rückenwind ist vorhanden. Er muss jetzt in Zahlen übersetzt werden.
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