ASML Holding Aktie: Berenberg hebt Kursziel auf 2.100 Euro
Analysten sehen ASML dank EUV-Monopol und steigender Chipausgaben als Top-Pick. Die Aktie profitiert von optimistischen Margenprognosen und einem laufenden Aktienrückkaufprogramm.

Kurz zusammengefasst
- Bernstein erhöht Wafer-Ausgabenprognose deutlich
- Goldman Sachs nimmt ASML in Conviction List auf
- ASML setzt Aktienrückkäufe und Dividende fort
- Intel nutzt High-NA-EUV-Systeme in Massenproduktion
ASML Holding rückt mit einer optimistischen Branchenprognose von Bernstein in den Fokus. Analyst David Dai bekräftigte am 10. August seine Einstufung als „Top Pick“ unter den europäischen Halbleiterausrüstern und hob gleichzeitig die Prognose für die weltweiten Ausgaben für Wafer-Fertigungsanlagen deutlich an.
Für 2026 rechnet Bernstein nun mit 148 Milliarden Dollar, für 2027 mit 204 Milliarden Dollar und für 2028 mit 259 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 75 Prozent innerhalb von zwei Jahren.
Diese Zahlen sind für ASML von zentraler Bedeutung, da das Unternehmen als nahezu konkurrenzloser Anbieter von EUV-Lithografiesystemen von jedem zusätzlichen Investitionsdollar der Chipindustrie überproportional profitiert. Am selben Tag setzte auch Goldman Sachs ein deutliches Zeichen: Die Bank nahm ASML in ihre europäische Conviction List auf.
Analyst Alex Duval erwartet eine Ausweitung der Marge von rund 41 Prozent im laufenden Geschäftsjahr auf etwa 50 Prozent bis 2029, getrieben durch Preissetzungsmacht, eine Verschiebung des Produktmixes zu höherpreisigen Plattformen und operative Hebelwirkung. Berenberg zog nach und hob sein Kursziel von 1.570 auf 2.100 Euro an.
Kapitalrückführung läuft parallel weiter
Während die Analystenhäuser ihre Erwartungen nach oben schrauben, setzt ASML sein Aktienrückkaufprogramm für den Zeitraum 2026 bis 2028 unvermindert fort. In der ersten Augustwoche kaufte das Unternehmen täglich Aktien im Wert von 78,1 bis 78,3 Millionen Euro zurück, an einzelnen Tagen wurden mehr als 55.000 Stück erworben.
Zusätzlich zahlte ASML am 5. August eine Interimsdividende von 1,88 Euro je Aktie aus. Beide Maßnahmen unterstreichen das Vertrauen des Managements in die eigene Ertragskraft – zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach fortschrittlicher Chiptechnologie kaum Anzeichen einer Abschwächung zeigt.
Fundament aus dem zweiten Quartal trägt die Erwartungen
Die Zuversicht der Analysten stützt sich auch auf die im Juli vorgelegten Quartalszahlen. ASML meldete für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 9,3 Milliarden Euro und übertraf damit die eigene Prognose, die Bruttomarge lag mit 54,0 Prozent ebenfalls über der Vorgabe. Der Nettogewinn belief sich auf 2,9 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr hob ASML die Umsatzprognose auf 43 bis 45 Milliarden Euro an, verbunden mit einer Bruttomarge von 54 bis 56 Prozent. Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 11 und 12 Milliarden Euro sowie eine Marge von 55 bis 57 Prozent in Aussicht.
Untermauert wird diese Dynamik durch technologische Fortschritte: Intel Foundry hat auf ausgewählten Fertigungsschichten der 18A-Technologie für die Prozessoren der Core-Ultra-Serie 3 die Massenproduktion mit ASML-Systemen der High-NA-EUV-Generation aufgenommen.
Die Ausbeute erreicht dabei bereits das Niveau der etablierten 0,33NA-Plattform NXE. Parallel plant ASML, seine Fertigungskapazität für Low-NA-EUV-Systeme und DUV-Immersionssysteme im kommenden Jahr jeweils um 30 Prozent zu steigern.
Kurs spiegelt die positive Grundstimmung
Der Optimismus der Analysten und die operative Stärke des Unternehmens zeigen sich auch im Aktienkurs. Am Freitag schloss das Papier bei 1.590,00 Euro, nach einem leichten Tagesminus von 1,0 Prozent. Auf Sicht von sieben Handelstagen steht dennoch ein Plus von 5,4 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 73 Prozent verteuert.
Mit einem Abstand von 9,0 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 1.748,00 Euro bleibt für die Aktie nach den jüngsten Kurszielanhebungen weiterhin Spielraum nach oben – vorausgesetzt, die ambitionierten Branchenprognosen der Analysten bestätigen sich in den kommenden Quartalen.
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