Take-Two: Subpoena gegen Discord im GTA-Leak-Verfahren
Take-Two bringt NBA 2K27 heraus, meldet gemischte Quartalsdaten und kämpft weiter mit den Folgen des GTA-VI-Leaks vor dem November-Termin.

Kurz zusammengefasst
- NBA 2K27 seit 4. September erhältlich
- GTA VI soll am 19. November erscheinen
- Quartalsumsatz übertrifft Konsensprognose
- Aktie rund 20 Prozent unter Jahreshoch
Take-Two Interactive hat mit NBA 2K27 am 4. September ein wichtiges Zwischenprodukt auf den Markt gebracht, während der eigentliche Umsatztreiber des Jahres, Grand Theft Auto VI, wie geplant erst am 19. November erscheinen soll. Der Launch fällt in eine Phase, in der der Konzern juristisch weiter gegen die Folgen des Gameplay-Leaks von GTA VI vorgeht, der vor gut drei Wochen für erheblichen Kursdruck gesorgt hatte.
Sealed-Filing soll Ermittlungsdetails schützen
Anfang September wurde bekannt, dass ein Gerichtsantrag darauf abzielt, Details zu einer zweiten Discord-Subpoena von Take-Two dauerhaft unter Verschluss zu halten. Der Antrag steht im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen zum GTA-VI-Leak.
Bereits Ende August hatte das Unternehmen DMCA-Subpoena-Anträge gestellt, um Identifizierungsdaten zu den durchgesickerten Aufnahmen zu erhalten – Microsoft und Discord waren dabei einer Frist bis zum 4. September unterworfen.
Medienberichten zufolge geriet die Aktie zuletzt in Korrekturterritorium, weil die anhaltenden Leak-Sorgen die Anlegerstimmung belasteten, obwohl der Konzern die Suche nach dem Verantwortlichen mittels Subpoenas intensiviert hat.
Für Investoren ist die Botschaft zwiespältig: Einerseits zeigt das juristische Vorgehen, dass Take-Two entschlossen gegen weitere Datenlecks vorgeht. Andererseits hält die Debatte um durchgesickertes Material das Thema in den Schlagzeilen, statt den Fokus auf den bevorstehenden Release zu lenken.
Geschäftszahlen mit gemischtem Bild
Zum abgelaufenen Quartal zum 30. Juni meldete Take-Two einen Umsatz von 1,53 Milliarden Dollar und verfehlte damit die Gewinnschätzungen der Analysten, während der Umsatz die Konsenserwartung übertraf. Der Verlust je Aktie lag bei 0,18 Dollar auf GAAP-Basis.
Netto-Bookings von 1,386 Milliarden Dollar und ein bereinigter Gewinn je Aktie von rund 0,35 Dollar waren zuvor bereits für ein früheres Quartal gemeldet worden – ein Hinweis darauf, dass operative Kennzahlen und bilanzieller Verlust je Aktie in diesem Fall auseinanderfallen.
Kurs spiegelt Nervosität wider
Der Aktienkurs schloss am Freitag bei 185,20 Euro und notiert damit rund 20 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro, das Anfang Juli erreicht wurde.
Auf Sicht von 30 Tagen hat das Papier etwa 9,1 Prozent verloren – ein Zeitraum, der die Marktreaktion auf die Leak-Debatte einschließt. Die Volatilität von annualisiert 37 Prozent unterstreicht, wie sensibel Anleger derzeit auf jede Nachricht rund um GTA VI reagieren.
Mit dem Start von NBA 2K27 hat Take-Two nun ein Produkt im Markt, das kurzfristig Umsatz liefern soll, während die eigentliche Kurstreiber-Frage – ob GTA VI trotz Leak und Rechtsstreit termingerecht im November erscheint – weiterhin unbeantwortet bleibt. Bis dahin dürften Nachrichten aus dem Gerichtssaal die Kursbewegung mindestens ebenso stark prägen wie operative Zahlen.
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