H2APEX Aktie: Hauptversammlung in Luxemburg
H2APEX treibt den Wandel vom Dienstleister zum Betreiber eigener Wasserstoffanlagen voran. Die Aktie reagiert mit einem deutlichen Kursplus.

Kurz zusammengefasst
- Strategische Neuausrichtung zum Kraftwerksbetreiber
- Zwei Großprojekte in Lubmin geplant
- Umsatz steigt im ersten Quartal um 66 Prozent
- Jahresprognose von 14 bis 16 Millionen Euro bestätigt
Am Mittwoch trafen sich die Aktionäre von H2APEX in Luxemburg zur Hauptversammlung. Der Zeitpunkt könnte kaum entscheidender sein: Der Entwickler und Betreiber grüner Wasserstoffanlagen befindet sich mitten in einer strategischen Neuausrichtung.
Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Plus von 9,63 Prozent auf 0,96 Euro. In den vergangenen 30 Tagen steht jedoch ein Minus von gut elf Prozent zu Buche.
Vom Dienstleister zum Kraftwerksbetreiber
Bisher verdiente H2APEX sein Geld vor allem mit Planung und Bau von Wasserstoffanlagen für Dritte – dem klassischen EPC-Geschäft (Engineering, Procurement, Construction). Dieser Kurs ändert sich radikal. Das Unternehmen will künftig eigene Anlagen besitzen und betreiben. Langfristige Eigentümerschaft statt einmaliger Projektarbeit – das ist der Plan.
Zentrales Projekt dieser Wende: der Standort Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Schon seit 2023 entwickelt H2APEX dort auf eigenem Grund eine 100-Megawatt-Elektrolyseanlage, die 2028 ans Netz gehen soll. Im Juli 2025 kam ein zweites Großprojekt hinzu: Eine Tochtergesellschaft übernahm die HH2E Werk Lubmin GmbH komplett.
Für dieses zweite Werk ist ebenfalls eine erste Ausbaustufe mit 100 Megawatt geplant – ebenfalls bis 2028. Das mittelfristige Ziel: 1.000 Megawatt Gesamtkapazität am Standort.
Lubmin gilt als ideal für grünen Wasserstoff. Direkter Zugang zu Offshore-Windparks und geplante Pipelineanbindungen wie „FLOW“ machen den Standort zu einem zentralen Knotenpunkt der deutschen Wasserstoffstrategie.
Zahlen bestätigen den Kurs
Die Quartalszahlen stützen den Strategiewechsel. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz auf 3,5 Millionen Euro – ein Plus von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2,1 Millionen Euro).
Drei Treiber: ein Beratungsvertrag für das IPCEI-Projekt „WAL – Hydrogen from Lubmin“, der Verkauf von selbst produziertem grünem Wasserstoff und 17 Tonnen Auslieferung aus den eigenen Anlagen.
Der Auftragsbestand lag Ende März bei 23,7 Millionen Euro. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose von 14 bis 16 Millionen Euro Umsatz für 2026. Ein Großteil sei bereits vertraglich gesichert.
Hinzu kommt ein branchenweiter Rückenwind: Im Mai 2026 erhöhte die Bundesregierung die Treibhausgasminderungsquote. Das soll den Markthochlauf von grünem Wasserstoff im Verkehrssektor beschleunigen.
Das Ziel ist ambitioniert. Der Weg dorthin ist teuer und lang. Aber die Hauptversammlung hat gezeigt: Das Management will diesen Weg konsequent gehen.
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