XRP: 1,07 Dollar trotz CSSF-Genehmigung
Ripple erhält vorläufige CASP-Lizenz in Luxemburg, während der XRP-Kurs im Zuge eines breiten Marktabverkaufs nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- Vorläufige CASP-Lizenz von CSSF
- Europaweite Dienste geplant
- XRPL-Audit ohne kritische Lücken
- Institutionelle Zuflüsse trotz Kursverlust
Ripple hat in Europa einen wichtigen regulatorischen Schritt gemacht. Ausgerechnet eine Woche vor dem vollständigen Inkrafttreten der MiCA-Verordnung am 1. Juli erhielt das Unternehmen vom luxemburgischen Finanzaufseher CSSF eine vorläufige Genehmigung für eine CASP-Lizenz. Der XRP-Kurs reagiert trotzdem mit Verlusten.
Europaweite Reichweite durch MiCA
Die CSSF stellte Ripple ein sogenanntes „Green Light Letter“ aus — eine grundsätzliche Zustimmung zur CASP-Lizenz. Sobald diese finalisiert ist, kann Ripple regulierte Krypto- und Stablecoin-Dienste in allen 30 Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums anbieten. Basis dafür ist die Kombination aus der neuen CASP-Lizenz und einer bereits bestehenden E-Geld-Institution-Lizenz.
Ripple plant, darüber sein Zahlungsnetzwerk und den Stablecoin RLUSD in Europa zu etablieren. Das Unternehmen hält weltweit mehr als 75 Regulierungslizenzen und hat über 100 Milliarden Dollar Transaktionsvolumen in mehr als 60 Märkten abgewickelt.
XRPL-Audit ohne kritische Befunde
Parallel dazu schloss das Sicherheitsunternehmen Halborn am 23. Juni ein Re-Audit des XRPL Lending Protocol ab. Ergebnis: keine kritischen oder hochriskanten Schwachstellen. Das ebnet den Weg für unbesicherte Festzeitkredite aus Einzelvermögens-Vaults auf dem XRP Ledger.
Weniger erfreulich: Strobe Finance, ein DeFi-Kreditmarkt auf der XRPL-EVM-Sidechain, stellt seinen Betrieb ein. Als Grund nennt das Projekt Finanzierungsengpässe und sinkende Einlagen. Nutzer müssen Kredite bis zum 13. Juli zurückzahlen und Einlagen bis zum 20. Juli abziehen.
Kurs unter Druck, Institutionen kaufen
Gute Nachrichten aus Luxemburg, schwacher Kurs. XRP notiert aktuell bei rund 1,07 Dollar — ein Tagesverlust von knapp fünf Prozent. Auf Jahressicht hat der Token mehr als 40 Prozent verloren und liegt rund 70 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,65 Dollar. Der RSI von 34 signalisiert überverkauftes Terrain, ohne dass bisher eine Gegenbewegung eingesetzt hat.
Der Kursrückgang fiel mit einem breiteren Marktabverkauf zusammen. Bitcoin rutschte unter die 65.000-Dollar-Marke und löste damit Liquidierungen quer durch den Kryptosektor aus.
Institutionelle Investoren zeigen sich davon wenig beeindruckt. XRP-ETFs verzeichneten am 22. Juni Nettozuflüsse von 5,31 Millionen Dollar. Die kumulierten Zuflüsse liegen damit bei rund 1,45 Milliarden Dollar.
Ein weiterer Termin könnte den Rahmen für XRP in den USA mitbestimmen: Am 17. Juli hält der US-Kongress eine Anhörung zum CLARITY Act ab. Das Gesetz soll die Klassifizierung digitaler Assets klarer regeln — mit möglichen Auswirkungen auf das grenzüberschreitende Zahlungsgeschäft von Ripple.
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