Der Wiesbadener Projektentwickler für erneuerbare Energien kämpft ums Überleben. Mit einem Stillhalteabkommen verschafft sich ABO Energy (vormals ABO Wind) Luft gegenüber seinen Gläubigern – während die Aktie von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 46,70 Euro auf zeitweise 5,26 Euro abgestürzt ist. Ein Verlust von über 80 Prozent.
Die zentralen Fakten:
- Stillhalteabkommen mit Kreditgebern seit 23. Januar unterzeichnet
- Konzernverlust 2025 jetzt bei rund 170 Millionen Euro erwartet (zuvor: 95 Millionen Euro)
- Marktkapitalisierung auf etwa 65 Millionen Euro geschrumpft
- Nettoverschuldung bei geschätzten 333 Millionen Euro
Gläubiger verzichten vorerst auf Kündigungen
ABO Energy hat syndizierte Kreditverträge, bilaterale Darlehen, ausgewählte Garantielinien und Schuldscheindarlehen in das Stillhalteabkommen einbezogen. Die Gläubiger machen während der Verhandlungsphase keine Rechte aus möglichen Kündigungsgründen geltend. Ein Beratungsunternehmen soll bis Anfang Februar einen Restrukturierungsbericht vorlegen.
Als nächster Schritt plant das Unternehmen, auch die Inhaber der Anleihe 2024/2029 und der Anleihe 2021/2030 einzubinden. Eine Abstimmung ohne Versammlung soll zeitnah folgen.
Projektverschiebungen und Wertberichtigungen belasten
Die zweite Prognosekorrektur binnen weniger Monate offenbart das Ausmaß der Krise. Projektverkäufe in Höhe von rund 40 Millionen Euro rutschten ins neue Jahr. Wertberichtigungen von etwa 35 Millionen Euro wurden nötig, weil sich die Marktbedingungen verschlechtert haben. Hinzu kommen verzögerte Abrechnungen von Entwicklungsleistungen und verschobene Abnahmen geplanter Bauleistungen.
Die Gesamtleistung 2025 liegt voraussichtlich nur noch bei circa 230 Millionen Euro. Die deutschen Onshore-Windausschreibungen waren stark überzeichnet – mit der Folge deutlich reduzierter Einspeisevergütungen. Große Windprojekte von ABO Energy wurden ins laufende Jahr verschoben, während niedrigere Tariferwartungen erhebliche Sonderabschreibungen erzwangen.
Metzler sieht Abwärtsspirale
Das Bankhaus Metzler hat sein Kursziel am 16. Januar von 30 Euro auf 10 Euro gesenkt. Die Analysten befürchten eine Abwärtsspirale: Verunsicherte Kunden könnten weitere Verzögerungen auslösen. Bei einer Marktkapitalisierung von nur noch rund 65 Millionen Euro steht einer Nettoverschuldung von geschätzten 333 Millionen Euro gegenüber.
Ein positiver Aspekt: Der Verkauf eines 4,4-Gigawatt-Windportfolios in Finnland an Fortum brachte Ende November etwa 40 Millionen Euro Kaufpreis plus Earn-out-Zahlungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich für die kommenden Jahre.
IPP-Strategie als Ausweg?
Das Management prüft die Erweiterung zum unabhängigen Stromerzeuger (IPP). Diese Transformation wäre allerdings kapitalintensiv und mit den derzeit verfügbaren Mitteln kaum umsetzbar. Gespräche mit mehreren Investoren laufen. Der Restrukturierungsbericht Anfang Februar dürfte Klarheit über die weitere Strategie bringen – und darüber, ob ABO Energy die Kurve noch bekommt.
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