Red Cat Aktie: Black-Widow-Plattform erhält Platz

Red Cat erhält Unterauftrag für Drohnenlieferung an US-Armee, Aktie fällt dennoch um fast acht Prozent aufgrund von Gewinnmitnahmen.

Andreas Sommer ·
Red Cat Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftrag für Black-Widow-Drohnen
  • Kursrutsch um fast acht Prozent
  • Gewinnmitnahmen nach starker Rally
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 25 Dollar

Red Cat liefert gute Nachrichten, der Kurs fällt trotzdem. Die Aktie rutscht am Freitag um 7,77 Prozent auf 11,80 Euro. Vor wenigen Tagen hatte die Black-Widow-Plattform einen Platz in einem Auftrag für die US-Armee erhalten.

Der Markt bewertet damit nicht nur den Auftrag. Er verarbeitet vor allem die starke Rally der vergangenen Wochen. Genau hier liegt der Kernkonflikt.

Auftrag stärkt die Drohnen-Story

Safe Pro Group erhielt über einen großen Verteidigungsauftragnehmer einen Unterauftrag für die US-Armee. Das Paket umfasst ein KI-gestütztes Threat Analysis Kit. Es nutzt Safe Pros NODE-System und Black-Widow-Drohnen von Red Cat.

Die Technik verarbeitet Bilddaten direkt im Einsatzgebiet. Safe Pros SPOTD-Technologie soll Bedrohungen wie Landminen, Streumunition, Blindgänger und Angriffs-Drohnen erkennen. Die KI identifiziert nach Unternehmensangaben mehr als 150 Arten explosiver Bedrohungen. Aus Drohnenvideos entstehen dabei 2D- und 3D-Modelle.

Die Lieferung an die US-Armee soll im zweiten Quartal 2026 erfolgen. Für Red Cat zählt dabei weniger der Einzelauftrag. Wichtiger ist der Nachweis, dass die Plattform in militärische KI-Systeme eingebunden wird.

Rally frisst die Nachricht

An der Börse lief die Reaktion anders. Die Kooperation mit Safe Pro war bereits vor rund zwei Wochen bekannt geworden. Nach erfolgreicher Vorführung und Auftrag folgte nun Gewinnmitnahme statt Anschlusskäufe.

Die Aktie liegt auf Monatssicht noch 30,74 Prozent vorn. Seit Jahresbeginn beträgt das Plus 50,92 Prozent. Über zwölf Monate steht ein Gewinn von 84,98 Prozent.

Solche Bewegungen schaffen Erwartungen. Wenn die gute Nachricht dann kommt, reicht sie oft nicht mehr für neue Käufer. Soweit so gut.

Mitte Mai notierte Red Cat noch unter 9 Dollar. Ende Mai schoss die Aktie bis auf 14,15 Dollar. In einer einzigen Sitzung sprang der Kurs um 36 Prozent.

Das Handelsvolumen lag damals bei mehr als 55 Millionen Aktien. Üblich waren zuletzt rund 15,5 Millionen. Das zeigt, wie stark kurzfristige Trader den Wert geprägt haben.

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Der Kurs liegt weiter über der 50-Tage-Linie bei 10,97 Euro. Das spricht für einen intakten Trend, trotz des Rücksetzers.

Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei 9,45 Euro bleibt ebenfalls groß. Die annualisierte Volatilität über 30 Tage liegt bei 133,36 Prozent. Red Cat bleibt damit ein extrem schwankungsreicher Drohnenwert.

Analysten setzen hohe Marken

Die Wall Street bleibt klar optimistisch. Mehrere Häuser haben die Aktie zuletzt neu abgedeckt und hohe Kursziele vergeben.

  • H.C. Wainwright: „Buy“, Kursziel 20 Dollar. Begründung: Nachfrage aus NATO-Staaten und dem asiatisch-pazifischen Raum.
  • Roth Capital: „Buy“, Kursziel 25 Dollar. Die Analysten verweisen auf Wachstumspotenzial, Kapazitätsreserven für 2026 und ein langfristiges Bruttomargenziel von 30 Prozent.
  • Clear Street: „Buy“, Kursziel 22 Dollar. Im Mittelpunkt stehen NDAA-konforme Drohnen und ein geplantes maritimes ISR-Produkt.

Die Kursziele zeigen, warum der Markt die Aktie hoch bewertet. Sie erklären aber auch die Nervosität. Wer starkes Wachstum einpreist, reagiert empfindlich auf jede Pause im Momentum.

Internationale Aufträge helfen

Red Cat baut seine Verteidigungsbasis auch außerhalb der USA aus. Das Unternehmen soll 173 Black-Widow-Systeme an die japanische Armee liefern. Die Finanzierung läuft über das japanische Haushaltsjahr 2026. Jedes System umfasst zwei Fluggeräte, eine Bodenstation, Missionskomponenten, Ersatzteile und Training.

Politischer Rückenwind kommt aus Washington. Präsident Trump unterzeichnete die Executive Order „Unleashing American Drone Dominance“. Sie soll die Drohnenproduktion in den USA beschleunigen und Fluggeräte stärker in den nationalen Luftraum einbinden.

Im Kongress läuft außerdem die Debatte über höhere Mittel für das Verteidigungsministerium im Fiskaljahr 2027. Davon könnten spezialisierte Drohnenanbieter profitieren, wenn mehr Geld in autonome Systeme fließt.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Red Cat erzielt rund 40,7 Millionen Dollar Umsatz. Das Wachstum lag über drei Jahre bei mehr als 80 Prozent.

Auf der Kostenseite drücken aber hohe Verluste und negative Margen. Die Bewertung ist anspruchsvoll, denn das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt über 30. Positiv fallen die niedrige Verschuldung und die solide Liquidität auf.

Der Auftrag stützt die operative Story, löst aber nicht das Bewertungsproblem. Bis zur erwarteten Lieferung im zweiten Quartal 2026 braucht der Markt weitere Hinweise auf Umsatzbeiträge und Margenfortschritt. Ohne diese Bestätigung bleibt Red Cat vor allem ein Momentum-Titel mit Verteidigungsfantasie.

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Red Cat Aktie

14,50 USD

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KGV 0,00
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 2,15 Mrd. USD
ISIN: US75644T1007 WKN: A2PPXB

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