Vulcan Energy Aktie: Lionheart erhält eigenes Adsorbens
Vulcan Energy fertigt VULSORB nun selbst für Lionheart und stärkt damit die Versorgung des geplanten Lithiumvorhabens im Oberrheintal.

Kurz zusammengefasst
- Eigene VULSORB-Fertigung in Deutschland gestartet
- Material für Lionheart-Extraktionskolonnen bestimmt
- Lionheart soll 2028 regulär anlaufen
- Aktie seit Jahresbeginn 46 Prozent niedriger
Vulcan Energy treibt die Vorbereitungen für sein Vorzeigeprojekt im Oberrheintal voran. Gestern meldete das Rohstoffunternehmen den Start der kommerziellen Fertigung seines eigens entwickelten Extraktionsmaterials VULSORB in Deutschland.
Mit dem Adsorbens auf Aluminat-Basis sichert sich die Gesellschaft eine zentrale Schlüsselkomponente für die geplante Direktgewinnung von Lithium, während Exportbeschränkungen aus China seit Anfang 2025 den weltweiten Zugang zu Batteriematerialien belasten.
An der Börse reagierten die Marktteilnehmer zurückhaltend auf die Produktionsaufnahme. Die Aktie von Vulcan Energy schloss gestern bei einem Kurs von 1,38 Euro.
Schlüsselkomponente für das Projekt Lionheart
Die nun produzierten Mengen des Sorbens dienen der Erstbefüllung der Extraktionskolonnen für das Projekt Lionheart. Vulcan hält sowohl die Rezeptur als auch das Herstellungsverfahren in eigener Hand. In Testreihen wies das firmeneigene Material laut Unternehmensangaben eine Extraktionseffizienz von bis zu 95 Prozent über Tausende von Zyklen hinweg auf.
Für die Herstellung der benötigten Gesamtmenge ist ein Betriebszeitraum von 18 bis 24 Monaten veranschlagt. Das Projekt Lionheart, das sich über das deutsch-französische Oberrheintal erstreckt, soll in der zweiten Jahreshälfte 2028 den regulären Betrieb aufnehmen.
Geothermie und Rohstoffe für die Industrie
Das Vorhaben ist auf eine Jahresproduktion von 24.000 Tonnen Lithiumhydroxid-Monohydrat ausgelegt. Dieses Volumen reicht rechnerisch für die Ausstattung von rund 500.000 Elektrofahrzeugen aus. Das Verfahren kombiniert die Gewinnung des Batteriemetalls mit tiefer Geothermie, um eine lokale und emissionsarme Lieferkette aufzubauen.
Über die geplante Projektlaufzeit von 30 Jahren soll die Anlage im Oberrheintal zudem grundlastfähige erneuerbare Energie liefern. Neben dem Lithiumhydroxid zielt das Projekt auf eine jährliche Einspeisung von 275 Gigawattstunden Strom sowie die Bereitstellung von 560 Gigawattstunden Wärme für umliegende Gemeinden und Abnehmer ab.
Lizenzchancen und industrieller Ausblick
Perspektivisch soll das Adsorptionsmaterial nicht nur in den eigenen Kolonnen zum Einsatz kommen. Vulcan plant, VULSORB künftig über die Geschäftseinheit VULTEC an Dritte zu lizenzieren und so zusätzliche Einnahmeströme zu erschließen.
Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie dennoch ein Minus von 46 Prozent, was das von Vorsicht geprägte Umfeld für Lithiumentwickler unterstreicht. Durch die Aufnahme der hauseigenen Fertigung minimiert das Management nun potenzielle Beschaffungsengpässe bei chemischen Vorprodukten und kontrolliert den Zeitplan bis zur geplanten Inbetriebnahme der Extraktionsanlagen eigenständig.
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