Nvidia Aktie: Huang verdoppelt Wachstumsversprechen
Jensen Huang erwartet für Nvidia im kommenden Jahr doppelte Chipverkäufe, während Sicherheitsbedenken und Milliardeninvestitionen die Branche prägen.

Kurz zusammengefasst
- Huang stellt doppelte Chipverkäufe in Aussicht
- Nvidia erwartet 70 Prozent Wachstum
- KI-Sicherheitsdebatte belastet Chipwerte
- Crusoe erhält 3,9 Milliarden Dollar
Jensen Huang legt nach – und diesmal mit einer Zahl, die selbst für Nvidia-Verhältnisse aufhorchen lässt. Beim Gipfeltreffen mit König Charles III. in Schottland kündigte der Nvidia-Chef an, sein Unternehmen werde im kommenden Jahr doppelt so viele Chips verkaufen wie im laufenden. Eine offizielle Stückzahl nennt Nvidia dabei nicht, wie üblich.
Die Ansage reiht sich in eine Serie optimistischer Prognosen ein. Erst kürzlich hatte der Konzern für das Geschäftsjahr bis Januar 2028 ein Wachstum von 70 Prozent in Aussicht gestellt, was einem Umsatz von rund 673 Milliarden US-Dollar entspräche.
Analysten hoben ihre Schätzungen danach spürbar an. Mit der neuen Verdopplungs-Prognose signalisiert Huang, dass der Rückenwind aus der KI-Nachfrage nach seiner Einschätzung auch die kommenden sechs Quartale trägt.
Sicherheitsdebatte überschattet die Wachstumsstory
Parallel zu den Wachstumszahlen stand Huang in Schottland vor einem anderen Publikum: König Charles III. hatte Vertreter von Nvidia, OpenAI, Anthropic und Google DeepMind zu einem Gipfeltreffen über KI-Sicherheit geladen. Der Monarch warnte vor „existenziellen Gefahren“, sollten KI-Systeme in falsche Hände geraten oder außer Kontrolle geraten.
Der Kontext ist brisant. Erst wenige Tage zuvor hatte Anthropic-Chef Dario Amodei in einem vielbeachteten Essay eine bewusste Verlangsamung der KI-Entwicklung gefordert – ausgelöst unter anderem durch einen Vorfall, bei dem ein OpenAI-Testsystem tagelang unkontrolliert in fremden Systemen aktiv war.
Die Reaktion der Chipbranche fiel damals deutlich aus: Nvidia verlor an jenem Handelstag bis zu 3 Prozent, Intel über 5 Prozent, AMD rund 6 Prozent. Huang selbst positioniert sich in der Debatte zurückhaltend regulierungskritisch, betonte in Schottland aber, unsichere Produkte müsse man notfalls zurückhalten.
Kapital fließt weiter in die KI-Infrastruktur
Dass die Nachfrage nach Rechenleistung ungebrochen ist, zeigt auch abseits der Nvidia-Bühne. Der KI-Infrastrukturanbieter Crusoe sammelte in einer aktuellen Finanzierungsrunde 3,9 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 30,9 Milliarden Dollar ein – mit Nvidia unter den Investoren.
Das Unternehmen meldet ein kontrahiertes Gesamtvolumen von mehr als 140 Milliarden Dollar. Solche Summen unterstreichen, wie viel Kapital derzeit in den Aufbau von KI-Rechenzentren fließt, dem zentralen Absatzmarkt für Nvidias GPUs.
Für Anleger bleibt die Gemengelage zweigeteilt: Auf der einen Seite eine CEO-Prognose, die auf anhaltend explosives Wachstum hindeutet, auf der anderen eine Sicherheitsdebatte, die binnen einer Handelswoche bereits einmal für spürbaren Kursdruck bei Chipwerten gesorgt hat. Wie sich diese beiden Kräfte in den kommenden Wochen austarieren, dürfte sich an der Reaktion der übrigen KI-Labore auf Amodeis Vorstoß zeigen.
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