Nel ASA Aktie: Auftragseingang um 73 Prozent eingebrochen
Nel verzeichnet massiven Rückgang bei Auftragseingängen, während eine neue Elektrolyseur-Generation die Kosten senken soll.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang bricht um 73 Prozent ein
- Neue Elektrolyseur-Plattform gestartet
- Kostenziel von unter 1.450 Dollar je kW
- Personalkosten um 21 Prozent gesenkt
Nel liefert derzeit ein typisches Wasserstoff-Dilemma: technisch geht es voran, kommerziell hakt es. Der Auftragseingang bricht ein, die Verluste werden kleiner, und eine neue Elektrolyseur-Generation soll die Kosten bei grünem Wasserstoff deutlich drücken. Genau dieser Gegensatz macht die Aktie so sensibel.
Schwache Nachfrage belastet den Bestand
Der Auftragseingang fiel im Auftaktquartal um 73 Prozent auf 85 Millionen NOK. Für Nel ist das mehr als eine Delle, denn neue Bestellungen sind der wichtigste Beleg dafür, ob die Nachfrage nach Wasserstofftechnik wieder Fahrt aufnimmt.
Der Auftragsbestand lag zum Quartalsende bei 1,113 Milliarden NOK und damit 24 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das zeigt: Die Pipeline schrumpft, obwohl der Sektor weiter auf politische Unterstützung und sinkende Produktionskosten setzt.
Auch der Umsatz aus Kundenverträgen gab nach. Er sank um 5 Prozent auf 148 Millionen NOK. Das ist kein Einbruch, aber in Kombination mit dem schwachen Auftragseingang bleibt der Wachstumspfad fragil.
Positiv fällt der Blick auf die Verluste aus. Der EBITDA-Verlust verringerte sich auf minus 100 Millionen NOK nach minus 115 Millionen NOK im Vorjahr. Das Management verweist auf bessere Projektabwicklung und laufende Kostensenkungen. Auch der Nettoverlust ging zurück.
Neue Plattform soll Kosten drücken
Operativ setzte Nel Anfang Mai einen wichtigen Akzent: Am automatisierten Standort Herøya in Norwegen startete die kommerzielle Einführung eines neuen druckalkalischen Elektrolyseur-Systems. Die Plattform zielt auf einen wunden Punkt der Branche: zu hohe Investitionskosten.
Für eine 25-MW-Anlage peilt Nel schlüsselfertige Gesamtkosten von unter 1.450 Dollar je kW an. Viele Industrieprojekte liegen heute eher in Richtung 3.000 Dollar je kW. Wenn Nel diese Kostenkurve tatsächlich erreicht, wäre das ein starkes Argument bei neuen Projekten.
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Das standardisierte, modulare Design soll den Kapitalaufwand gegenüber bestehenden Marktlösungen um 40 bis 60 Prozent senken. Genau hier liegt der Hebel: Günstigere Anlagen könnten Investitionsentscheidungen beschleunigen, sofern Kunden wieder Vertrauen in Projektwirtschaftlichkeit und Abnahmeverträge gewinnen.
Kosten runter, Markt skeptisch
CEO Håkon Volldal sprach von einem „ruhigen Jahresstart“ und gedämpfter Marktnachfrage. Nel reagiert mit Einschnitten. Die Belegschaft liegt 19 Prozent unter dem Vorjahr und 26 Prozent unter dem historischen Höchststand; die Personalkosten sanken im Quartal um 21 Prozent.
Finanziell bleibt das Unternehmen vorerst solide ausgestattet. Die Barmittel lagen bei 1,443 Milliarden NOK, eine EU-Förderung über 11 Millionen Euro für die Industrialisierung der neuen Plattform wird im zweiten Quartal erwartet.
An der Börse ist die Stimmung trotzdem zweigeteilt. Die Aktie notiert bei 0,30 Euro, liegt seit Jahresanfang aber 58,06 Prozent im Plus und hat in den vergangenen 30 Tagen 39,95 Prozent gewonnen. Das starke Momentum trifft auf eine weiterhin dünne Auftragslage.
Der Analystenkonsens bleibt skeptisch. Elf Experten kommen im Schnitt auf ein Kursziel von 2,12 NOK, ein weiterer Konsenswert liegt bei 2,35 NOK. Beide Marken liegen unter dem zuletzt in Oslo verzeichneten Kursniveau und spiegeln die Sorge wider, dass Technologie allein noch keine neuen Großaufträge ersetzt.
Der nächste harte Prüfpunkt ist der 15. Juli 2026, wenn Nel die Halbjahreszahlen vorlegt. Dann zählt vor allem, ob die neue Elektrolyseur-Plattform erste kommerzielle Traktion zeigt und der Auftragseingang aus dem Tief herauskommt.
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