Hermes Aktie: Asien bleibt Sorgenkind
Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um 4,3 Prozent, blieb aber hinter den Erwartungen; in Asien-Pazifik kam das Geschäft nicht voran.

Kurz zusammengefasst
- Asien-Pazifik-Umsatz ohne währungsbereinigtes Wachstum
- Konzernumsatz steigt um 4,3 Prozent
- Hermès-Aktie verliert zum Handelsschluss acht Prozent
- Jahresminus der Aktie über 40 Prozent
Selbst die begehrtesten Handtaschen der Welt schützen nicht vor Kursverlusten. Hermes hat im dritten Quartal die Erwartungen verfehlt, vor allem wegen der Region Asien-Pazifik. Die Aktie fiel zum Handelsende um 8 Prozent auf 1.248 Euro.
Stillstand im wichtigsten Markt
In Asien-Pazifik, wozu China, nicht aber Japan zählt, stagnierte der währungsbereinigte Umsatz. Erwartet worden war ein Plus von knapp 1,6 Prozent. Die Region steht für rund 40 Prozent des Quartalsumsatzes und galt über Jahre als Wachstumsgarant.
Konzernweit legten die Erlöse währungsbereinigt um 4,3 Prozent auf fast 4,1 Milliarden Euro zu. Das ist das schwächste Quartalswachstum seit dem Pandemiejahr 2020. Analysten hatten mit gut 5 Prozent gerechnet. In Amerika und Europa lief es besser als in Asien.
Finanzchef Éric du Halgouët nannte den chinesischen Markt „sehr schwierig“. Die Trends im Oktober hätten sich gegenüber August und September nicht verändert. Konzernchef Axel Dumas sprach von einem „komplexen Umfeld“, in dem Hermes Kurs halte.
Lederwaren stark, der Rest schwächelt
Die Analysten bewerten die Zahlen nüchtern. RBC sprach von durchwachsenen Resultaten. Jefferies-Analyst James Grzinic sieht noch mehr: Hermes habe selbst die zuletzt gesenkten Erwartungen verfehlt. Abseits der anziehenden Ledersparte habe sich der Rückstand in den übrigen Kategorien auf ein bislang unerreichtes Niveau vergrößert. Der Bereich Bekleidung und Accessoires verzeichnete laut Marktdaten erstmals seit mehreren Jahren einen Rückgang.
Hinzu kommt ein strukturelles Fragezeichen. Bernstein-Daten zeigen, dass die Wiederverkaufsaufschläge für Birkin-Taschen seit dem Hoch von 2022 deutlich geschrumpft sind. Das Knappheitsmodell, auf dem die Premiumbewertung ruht, gerät damit unter Druck. Bereits Anfang Oktober hatte UBS die Aktie auf „Sell“ abgestuft.
Ein historisch schlechtes Jahr
Das Papier markierte im Tagesverlauf ein neues Jahrestief bei 1.234 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus mehr als 40 Prozent. Hermes steuert damit auf das schwächste Börsenjahr seit dem Handelsstart 1993 zu.
Der Börsenwert liegt nur noch bei gut 130 Milliarden Euro, in der Spitze waren es über 310 Milliarden. Das Rekordhoch von 2.957 Euro aus dem Frühjahr 2025 ist weit entfernt.
Die Zahlen zogen den gesamten Sektor mit. LVMH und Kering gaben ebenfalls nach, bei LVMH wuchs das Jahresminus auf rund 40 Prozent. Ein schwacher Gesamtmarkt verstärkte den Druck: Der EuroStoxx 50 verlor zur Mittagszeit knapp 1,9 Prozent, belastet von hohen Energiepreisen und Zinssorgen.
Zwei Drittel der Anteile halten die Nachfahren des Gründers. Dieser Ankerbesitz dämpft Verkaufsdruck, verhindert aber nicht, dass die Marke 1.234 Euro nun als nächste Orientierung für das Jahrestief dient.
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