Siemens Aktie: 1,2 Mrd. für MERMEC-Übernahme
Siemens übernimmt Kerngeschäfte von MERMEC für rund 1,2 Milliarden Euro und treibt die Aktie auf ein Allzeithoch. Analysten zeigen sich gespalten.

Kurz zusammengefasst
- Übernahme von MERMEC-Kernbereichen
- Aktie erreicht neues Allzeithoch
- Goldman Sachs erhöht Kursziel deutlich
- Starker Free-Cash-Flow im zweiten Quartal
Siemens kauft sich tiefer ins Bahngeschäft ein. Die Übernahme zentraler Geschäftsbereiche der italienischen MERMEC Group treibt die Aktie auf ein Allzeithoch — und zeigt, dass München die Mobility-Sparte nicht aufgibt.
Milliardendeal im Schienensektor
Siemens Mobility hat eine Vereinbarung zur Übernahme mehrerer Kernbereiche der MERMEC Group unterzeichnet. Das Unternehmen ist vor allem für seine Messzüge bekannt, mit denen sich der Zustand von Schieneninfrastruktur überwachen lässt. Siemens will damit sein Portfolio in der Diagnose- und Messtechnik ausbauen. Außerdem stärkt der Deal die Signaltechnik und den Marktzugang in Italien.
Zum Kaufpreis schweigt Siemens offiziell. Zwei mit der Transaktion vertraute Personen nannten gegenüber Reuters rund 1,2 Milliarden Euro. Der Abschluss steht noch unter üblichen Bedingungen und wird bis Ende 2026 erwartet.
Klares Bekenntnis — trotz schwächerer Prognose
Der Zukauf ist ein Signal. Investoren und Analysten hatten die Zukunftsfähigkeit der Mobility-Sparte gelegentlich infrage gestellt. Mit dieser Akquisition setzt Siemens ein klares Gegenzeichen.
Allerdings kämpft die Sparte mit einem Wachstumsproblem. Siemens erwartet dort nur noch 5 bis 7 Prozent Umsatzwachstum — zuvor waren es 8 bis 10 Prozent. Die Übernahme allein löst das nicht. Sie zeigt aber, dass das Management auf organisches und externes Wachstum setzt.
Goldman hebt Kursziel, Analysten uneins
Die Anleger reagierten positiv. Am 25. Mai erreichte die Siemens-Aktie ihr Allzeithoch bei 275,75 Euro. Seitdem hat sie leicht korrigiert und notiert aktuell bei 268,75 Euro — ein Minus von rund 2,3 Prozent gegenüber dem Vortag.
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Goldman Sachs hat das Kursziel nach den Q2-Zahlen von 235 auf 290 Euro angehoben und bleibt bei „Buy“. Analystin Daniela Costa erhöhte ihre Schätzungen für Auftragseingang, Umsatz und operatives Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2027 sieht sie sich deutlich über dem Marktkonsens.
Die Meinungen unter Analysten gehen weit auseinander. JPMorgan sieht das höchste Kursziel bei 335 Euro, HSBC das niedrigste bei 210 Euro — eine Spanne von 125 Euro.
Starke Quartalszahlen als Fundament
Rückenwind liefern die Q2-Ergebnisse. Der Free-Cash-Flow stieg um 71 Prozent auf 1,716 Milliarden Euro. Siemens hat außerdem ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 6 Milliarden Euro und einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren angekündigt.
Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 11,6 Prozent zugelegt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt knapp 12 Prozent — die technische Verfassung bleibt stark.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konsens mit einem Gewinn je Aktie von 10,93 Euro und einer Dividende von 5,65 Euro. Das ergibt eine Dividendenrendite von rund 2,1 Prozent. Für 2027 steigen die Schätzungen auf 12,56 Euro Gewinn je Aktie — das Forward-KGV sinkt dann auf etwa 21. Die nächste Bewährungsprobe folgt mit den Q3-Zahlen im Sommer.
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