Apple Aktie: Rechtsstreit an mehreren Fronten
Apple sieht sich mit Klagen gegen OpenAI und die britische Regierung konfrontiert, während ein App-Store-Vorfall für Aufsehen sorgt.

Kurz zusammengefasst
- Einstweilige Verfügung gegen OpenAI beantragt
- Rechtsstreit um britische Verschlüsselungsanordnung
- Telegram kurzzeitig aus App Store entfernt
- MacBook Air Preise steigen wegen Chipkrise
Apple kämpft gerade nicht nur um Marktanteile, sondern gleich an mehreren juristischen Fronten. Ein Prozess gegen OpenAI, ein Verfahren gegen die britische Regierung und ein kurzzeitiger Rauswurf von Telegram aus dem App Store — der Konzern hat diese Woche mehr mit Gerichten als mit Produktvorstellungen zu tun.
Kampf um KI-Geheimnisse gegen OpenAI
Im Zentrum steht ein eskalierender Streit mit OpenAI. Apple beantragte am Montag bei einem US-Gericht eine einstweilige Verfügung, die zwei ehemaligen Mitarbeitern und OpenAI den Zugriff auf angeblich vertrauliche Informationen untersagen soll. Der Konzern wirft den früheren Angestellten Chang Liu und Tang Yew Tan — einst Elektroingenieur beziehungsweise Vizepräsident für Produktdesign bei iPhone und Apple Watch — vor, Geschäftsgeheimnisse zugunsten von OpenAIs Hardware-Ambitionen missbraucht zu haben.
Apple verlangt zudem ein beschleunigtes Beweisverfahren samt Aussagen von OpenAI-Vertretern und der Handelssparte io Products. OpenAI weist die Vorwürfe zurück und spricht von falschen Informationen — man besitze und wolle keine der genannten Geschäftsgeheimnisse. Hinter dem Streit steckt mehr als verletzte Eitelkeit: Analysten gehen davon aus, dass OpenAI an einem eigenen Gerät arbeitet, das Nutzer künftig vom iPhone weglocken könnte.
Verschlüsselung als zweite Baustelle
Parallel dazu zieht Apple gegen die britische Regierung vor Gericht. Der Konzern reichte im Juli beim Investigatory Powers Tribunal, Großbritanniens unabhängigem Justizgremium, eine Klage gegen eine neue „technische Fähigkeitsanordnung“ ein. Diese verlangt Zugriff auf verschlüsselte Cloud-Backups britischer Nutzer — nachdem eine frühere, breiter angelegte Anordnung im Vorjahr nach Verhandlungen mit der US-Regierung zurückgezogen worden war. Apple betont, nie eine Hintertür in seine Produkte eingebaut zu haben und dies auch künftig nicht zu tun. Die britische Regierung verweist im Gegenzug auf die Notwendigkeit, Strafverfolgungsbehörden Zugriff bei schwerer Kriminalität zu ermöglichen.
Kurzzeitig sorgte zudem ein Vorfall im App Store für Aufsehen: Apple entfernte die Telegram-App wegen der Verbreitung kinderpornografischer Inhalte, ließ sie aber nach Löschung der Inhalte und Sperrung des verantwortlichen Nutzers rasch wieder zu.
Auf der Produktseite bleibt die Lage angespannt. Die anhaltende Speicherchip-Krise treibt die Preise für das Macbook Air in die Höhe — in den USA kostet das Einstiegsmodell mittlerweile 1.299 Dollar, rund 200 Dollar mehr als zuvor — während Lieferzeiten sich gleichzeitig verlängern. Die Aktie schloss zuletzt bei 303,42 Dollar, ein Minus von 1,78 Prozent, zeigte sich nachbörslich mit 304,19 Dollar aber leicht erholt. Wie die Gerichte in Kalifornien und London entscheiden, dürfte für den Konzern mittelfristig schwerer wiegen als die aktuelle Kursbewegung.
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