BioNTech Aktie: 1,35-Milliarden-Verlust im Halbjahr
BioNTech verdoppelt seinen Halbjahresverlust auf 1,35 Mrd. Euro und senkt die Jahresprognose. CEO Ugur Sahin übergibt an Guido Oelkers.

Kurz zusammengefasst
- Nettoverlust verdoppelt sich auf 1,35 Mrd. Euro
- Umsatzprognose für 2026 deutlich gesenkt
- Guido Oelkers wird neuer CEO
- EU-Zulassung für angepassten Corona-Impfstoff
BioNTech schreibt tiefrote Zahlen, kürzt sein Umsatzziel und tauscht gleichzeitig den Vorstandschef aus. Drei Nachrichten an einem Tag, und keine davon ist eine gute. Die Aktie notiert bei 79,15 Euro und liegt damit 25,19 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Januar.
Verlust verdoppelt sich, Umsatz bricht ein
Im ersten Halbjahr 2026 stand bei BioNTech ein Nettoverlust von 1,35 Milliarden Euro in den Büchern. Vor einem Jahr waren es noch 802,4 Millionen Euro. Allein im zweiten Quartal wuchs der Verlust auf 820,8 Millionen Euro, nach 386,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Der Umsatz kam auf 105,6 Millionen Euro. Das liegt deutlich unter den 260,8 Millionen Euro aus dem Vorjahr und verfehlt auch die Analystenschätzungen von rund 155,7 Millionen Dollar klar.
Der Grund: Die weltweite Nachfrage nach dem Corona-Impfstoff schwächelt. In Deutschland drücken zusätzlich noch vorhandene Impfstoffreserven auf den Absatz, die sich noch bis in die Saison 2026 verimpfen lassen. BioNTech senkt deshalb seine Jahresprognose. Statt der bisherigen Spanne von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro rechnet der Konzern nun nur noch mit 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro Umsatz.
Auch beim Forschungsbudget dreht BioNTech an der Kostenschraube. Statt 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro sollen 2026 nur noch zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung fließen. Das Management begründet den Schritt mit klareren Prioritäten bei neuen Produkten und mehr Kostendisziplin.
Sahin geht, Oelkers kommt
Einen Tag vor den Zahlen hatte BioNTech bereits die nächste Nachricht verkündet: Der Aufsichtsrat holt Guido Oelkers in den Vorstand und macht ihn zum neuen CEO. Mitgründer Ugur Sahin übergibt spätestens Anfang Februar kommenden Jahres.
Oelkers wechselt vom schwedischen Biopharma-Konzern Swedish Orphan Biovitrum, den er seit 2017 geführt hat. Sahin will sich künftig mit seiner Frau Özlem Türeci einer neuen Firmengründung widmen. Beide bleiben aber BioNTech-Aktionäre.
Immerhin bei der Onkologie kommt BioNTech offenbar voran. Der Konzern hat im ersten Halbjahr sechs zulassungsrelevante Studien gestartet und treibt seine Krebspipeline weiter voran. Besonders im Blick: Pumitamig, früher als BNT327 bekannt, das in späten Studienphasen gegen Lungen- und Brustkrebs getestet wird. Dazu kommen mRNA-basierte Immuntherapien und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die Chemotherapeutika gezielter an Krebszellen bringen sollen.
Impfstoff-Zulassung als kleiner Lichtblick
Kurz vor den Zahlen gab es wenigstens eine positive Meldung. Die EU-Kommission hat den an die XFG-Variante angepassten Corona-Impfstoff von BioNTech und Pfizer zugelassen, nach entsprechender Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA für die Atemwegssaison 2026/2027. Der Impfstoff darf künftig ab einem Alter von sechs Monaten in der gesamten EU verabreicht werden.
An der Börse hatte diese Zulassung im Vorfeld für Spannung gesorgt. Optionsmärkte preisten vor der Zahlenvorlage einen Kursausschlag von rund 8,5 Prozent ein, in beide Richtungen. Am Ende blieb die Reaktion moderat: minus 1,06 Prozent am Dienstag, nachdem die Aktie bereits am Montag auf 80,00 Euro gefallen war.
Für BioNTech bleibt die eigentliche Aufgabe unverändert: den Umbau vom pandemiegetriebenen Impfstoffgeschäft zu einem onkologiegetriebenen Wachstumsmodell zu schaffen, und das unter einem neuen Vorstandschef, der sein Amt erst noch antreten muss.
BioNTech-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BioNTech-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:
Die neusten BioNTech-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BioNTech-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BioNTech: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...