SAP Aktie: Zweifel vor den Zahlen
Schwache IBM-Geschäftszahlen und Kunden, die auf S/4HANA-Migration verzichten, setzen die SAP-Aktie unter Druck vor den Quartalszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Kursrutsch nach IBM-Ergebnissen
- Sorge um sinkende IT-Budgets
- Kunden meiden S/4HANA-Wechsel
- Quartalsbericht mit Spannung erwartet
Ausgerechnet ein Konkurrent aus Armonk sorgt bei SAP für Nervosität. IBM meldete enttäuschende vorläufige Geschäftszahlen, Konzernchef Arvind Krishna äußerte sich zurückhaltend zu den Aussichten. Die Folge: SAP verlor am Dienstag mehr als fünf Prozent und war damit der schwächste Wert im DAX.
IBM-Zahlen wecken Sorge um Software-Budgets
Der Kurseinbruch bei IBM trifft einen wunden Punkt der gesamten Softwarebranche. Sollten Unternehmen ihre IT-Budgets tatsächlich zusammenstreichen, träfe das auch SAP direkt — schließlich verkaufen die Walldorfer ihre Cloud- und Softwarelösungen an dieselbe Kundschaft aus Konzernen und Mittelstand. Eine zarte Erholung der SAP-Aktie, die sich in den Tagen zuvor angedeutet hatte, war damit erst einmal beendet.
Der DAX insgesamt tut sich schwer, über die Marke von 25.000 Punkten hinauszukommen. Seit Tagen hält sich der Index in diesem Bereich, echtes Aufwärtsmomentum fehlt. US-Verbraucherpreisdaten hatten den Indizes zuletzt zwar etwas Auftrieb gegeben, an der grundsätzlichen Unsicherheit über die Ausgabenbereitschaft der Unternehmen ändert das wenig.
Kunden setzen auf Drittanbieter statt S/4HANA
Parallel zeigt sich ein Trend, der SAP mittelfristig Kopfzerbrechen bereiten könnte: Kunden mit auslaufendem ECC-Support entscheiden sich zunehmend gegen die von SAP forcierte Migration auf S/4HANA. Ein indonesischer Einrichtungskonzern etwa wählte kürzlich einen Drittanbieter für den Support seiner bestehenden SAP-Systeme — statt in eine kostspielige und zeitaufwändige Umstellung zu investieren, fließt das Kapital lieber in eigene Innovationsprojekte.
Für SAP ist das kein Einzelfall ohne Bedeutung. Die Cloud-Migration gilt als zentraler Wachstumshebel des Konzerns, jeder Kunde, der stattdessen auf günstigeren Drittanbieter-Support setzt, fehlt in dieser Rechnung.
In den kommenden Tagen legt SAP seine Quartalszahlen vor. Der Bericht dürfte zeigen, ob die Sorgen um sinkende Software-Ausgaben tatsächlich auf Walldorf durchschlagen — oder ob sich die Kursreaktion vom Dienstag als überzogene Reaktion auf einen einzelnen Wettbewerber entpuppt.
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