DAX: 144 Prozent über Durchschnitt — Rotation dominiert
Hohe Umsätze prägen den DAX-Handel am großen Verfallstag. Der Index schließt minimal schwächer, ein Ausverkauf bleibt jedoch aus.

Kurz zusammengefasst
- DAX schließt minimal im Minus
- Handelsvolumen weit über Durchschnitt
- VW größter Verlierer im Index
- Rheinmetall als Tagesgewinner
Der große Verfallstag an den Terminbörsen prägte das Bild am deutschen Aktienmarkt. Statt eines klaren Trends dominierten massive Positionswechsel das Geschehen. Der DAX rutschte dabei im Tagesverlauf leicht ab. Ein panischer Ausverkauf blieb aber aus.
Letztlich beendete der Leitindex den Freitagshandel bei 24.985,82 Punkten. Das entspricht einem minimalen Tagesverlust von 0,16 Prozent. Seit Jahresbeginn steht damit immer noch ein Plus von 1,82 Prozent auf der Anzeigetafel.
Die Sitzung verlief extrem umsatzstark. Das Handelsvolumen lag rund 144 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen Tage. Parallel dazu fiel das Angstbarometer VDAX-NEW auf 16,28 Punkte. Die Anleger schichteten also im großen Stil um, ohne in Deckung zu gehen.
VW bricht ein, Rheinmetall stützt
Die Marktbreite zeigte sich leicht negativ. Unter den 40 DAX-Werten verbuchten 23 Papiere Kursverluste. Besonders die Autobauer und Rüstungskonzerne standen im Fokus der Investoren.
- Volkswagen Vz.: -4,35 Prozent (Tagesverlierer)
- MTU Aero Engines: -2,46 Prozent
- Rheinmetall: +2,04 Prozent (Tagesgewinner)
- Bayer: +1,86 Prozent
Schwergewichte wie SAP und die Deutsche Telekom gaben ebenfalls nach. Sie drückten den Index spürbar unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Mercedes-Benz und Munich Re federten den Rückgang zumindest teilweise ab.
Fehlende Impulse aus den USA
Internationale Impulse blieben am Freitag Mangelware. Wegen des Feiertags „Juneteenth“ fand an der Wall Street kein Handel statt. Die starken Vorgaben vom Donnerstag lieferten zwar etwas Rückenwind. Frische Signale fehlten jedoch völlig.
Am Devisenmarkt passierte wenig. Der Euro notierte stabil bei 1,1464 US-Dollar. Auch vom Ölmarkt kam kein Störfeuer. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete knapp 80 Dollar. Ein starker Euro oder teures Öl bremsten den DAX somit nicht aus.
Der Blick auf die Charttechnik
Technisch präsentiert sich der Markt weiterhin robust. Der Index notiert komfortabel über seiner 50-Tage-Linie bei 24.511,04 Punkten. Auch der 200-Tage-Durchschnitt verläuft mit 24.245,81 Punkten weit unterhalb des aktuellen Niveaus. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt.
Kurzfristig rückt nun das Tagestief von 24.951 Punkten in den Fokus. Hält diese Unterstützung, kann der DAX den Verfallstagsdruck am Montag rasch abschütteln. Fällt der Index darunter, wartet bei rund 24.900 Punkten die nächste Auffangzone. Ohne die Verzerrungen des Terminmarktes müssen die Bullen nächste Woche neue Stärke beweisen.
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