Mercedes-Benz Aktie: Feststoffbatterie-Deal mit ProLogium
Der Autobauer erhält Vorrang bei ProLogiums Gen4-Zellen und prüft deren Eignung, während in Deutschland Gespräche über Einsparungen anstehen.

Kurz zusammengefasst
- Bevorzugter Zugang zu Gen4-Feststoffzellen
- Tests zu Leistung und Sicherheit geplant
- Eignung für künftige Plattformen wird geprüft
- Einsparungen von bis zu 800 Millionen Euro geprüft
Während Mercedes-Benz in Deutschland um Sparmaßnahmen ringt, treibt der Konzern an anderer Stelle die Zukunftstechnologie voran. Der Autobauer hat mit dem taiwanesischen Batterieentwickler ProLogium eine Testvereinbarung für dessen neueste Feststoffzellen-Generation geschlossen. Das Timing wirkt bemerkbar: Sparkurs im Kerngeschäft, Innovationsoffensive bei der Antriebstechnik der Zukunft.
Priorität bei neuer Zellgeneration
Mercedes-Benz erhält bevorzugten Zugang zu ProLogiums Gen4-Zelltechnologie, einer sogenannten superfluidisierten, vollständig anorganischen Feststoffbatterie. Die Zellen sollen in konzerneigenen Testeinrichtungen sowie bei externen Instituten auf elektrische, thermische und sicherheitsrelevante Eigenschaften geprüft werden. Ziel ist die Einschätzung, ob die Technologie für künftige Fahrzeugplattformen infrage kommt.
Die Kooperation ist nicht neu. Seit 2016 arbeiten beide Unternehmen zusammen, Mercedes-Benz ist zudem als strategischer Investor bei ProLogium engagiert und stellt ein Vorstandsmitglied im Board des Batterieherstellers. Aus der Partnerschaft sind bereits mehrere Zellformate hervorgegangen, darunter Pouch-Zellen und erste prismatische Zellen der nächsten Generation.
ProLogium selbst treibt parallel den Ausbau in Europa voran. Im nordfranzösischen Dunkirk entsteht eine Gigafabrik mit einer geplanten Endkapazität von bis zu 44 Gigawattstunden, deren erste Bauphase im Februar 2026 den Spatenstich erhielt. Das Unternehmen plant außerdem den Börsengang an der Nasdaq im vierten Quartal 2026 über eine Fusion mit einer Akquisitionsgesellschaft.
Sparprogramm bleibt Belastung
Die Batterie-Kooperation ändert nichts am Kostendruck im deutschen Kerngeschäft. Mercedes-Benz prüft laut Berichten Einsparungen bei den Personalkosten in Deutschland von bis zu 800 Millionen Euro, unter anderem durch längere Arbeitszeiten und gekürzte Urlaubs- und Weihnachtsgelder. Änderungen an den Arbeitsbedingungen erfordern Verhandlungen mit der IG Metall.
Für die Aktie zählt kurzfristig weniger die Technologie-Partnerschaft als der Ausgang der Tarifgespräche in Deutschland. Die Gen4-Testvereinbarung mit ProLogium liefert dagegen einen Hinweis darauf, wohin sich die Antriebstechnik der Marke langfristig entwickeln könnte – vorausgesetzt, die Zellen bestehen die anstehenden Sicherheits- und Leistungstests.
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