Renk Group Aktie: Rahmenvertrag mit Rheinmetall auf 270 Millionen erweitert
Renk sichert sich erweiterte Rahmenverträge für Schützenpanzer-Getriebe und startet Serienproduktion für Patria-Antriebe. Das Landfahrzeuggeschäft wächst zweistellig, während das Gleitlagersegment unter Zöllen leidet.

Kurz zusammengefasst
- Rahmenvertrag mit Rheinmetall aufgestockt
- Erste Serienaufträge von Patria erhalten
- 4.000. Leopard-2-Getriebe produziert
- Gleitlagersegment verzeichnet Rückgang
Renk Group vertieft seine Bindung zu zwei wichtigen Kunden im Landfahrzeugbereich. Der Rüstungszulieferer hat den Rahmenvertrag mit Rheinmetall für das Schützenpanzerprogramm KF41 Lynx erweitert. Der Lieferumfang für Getriebe und Endantrieb umfasst nun bis zu 270 Millionen Euro, darunter Optionen im Wert von 63 Millionen Euro. Parallel erhielt Renk die ersten Serienaufträge für Antriebssysteme des gepanzerten Kettenfahrzeugs TRACKX des finnischen Herstellers Patria.
Historischer Meilenstein beim Leopard 2
Bereits im Juni erreichte das Unternehmen einen symbolischen Punkt in seiner Firmengeschichte: Am 8. Juni lief die 4.000. Getriebeeinheit für den Kampfpanzer Leopard 2 vom Band. Renk ist für diese Plattform in mehr als 20 Ländern alleiniger Zulieferer – ein Status, der dem Unternehmen über Jahrzehnte hinweg planbare Nachfrage sichert, unabhängig von Konjunkturzyklen einzelner Streitkräfte. Zusammen mit dem laufenden Rahmenvertrag der U.S. Army für die HMPT-800-Transmission unterstreicht das die breite geografische und programmatische Streuung des Landfahrzeuggeschäfts.
Diese Breite zeigt sich auch im operativen Zahlenwerk der ersten Jahreshälfte: Während das Segment Vehicle Mobility Solutions mit zweistelligen Wachstumsraten bei Auftragseingang und Marge deutlich zulegte, tut sich das kleinere Segment Slide Bearings schwerer. Der Auftragseingang bei den Gleitlagern ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück, die bereinigte EBIT-Marge sank auf 12,5 Prozent von zuvor 16,6 Prozent. Als Ursache nennt das Unternehmen konjunkturelle Belastungen und höhere US-Zölle, die das margenstarke Nischengeschäft belasten. Das Marinegeschäft im Segment Marine & Industry zeigte dagegen im zweiten Quartal zweistelliges Wachstum, getragen von internationalen Fregattenprogrammen.
Führungswechsel bereits im Frühjahr eingeleitet
Auf der Personalseite hatte Renk die Kontinuität an der Spitze frühzeitig gesichert. Vorstandsvorsitzender Alexander Sagel verlängerte seinen Vertrag im Mai vorzeitig um fünf Jahre bis Ende März 2032. Im Aufsichtsrat kam es dagegen zu einem Wechsel: Der bisherige Vorsitzende Claus von Hermann trat auf eigenen Wunsch zurück, Nachfolger wurde der frühere Airbus-Manager Klaus Richter. Für Anleger signalisiert die frühe Vertragsverlängerung Sagels, dass das Management die laufende Wachstumsstrategie über Jahre hinweg selbst verantworten will – gerade in einer Phase, in der das Unternehmen mit der geplanten Übernahme von David Brown Defence sein Marineportfolio international ausbaut.
Kurs bleibt unter dem Jahreshoch
An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik nur teilweise. Zum Schluss des vergangenen Freitags notierte die Aktie bei 50,77 Euro, nach einem Kursanstieg von knapp zehn Prozent auf Monatssicht. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem Oktober bleibt das Papier jedoch weit entfernt, der Rückstand liegt bei mehr als 43 Prozent. Die Diversifikation über mehrere Rüstungsprogramme und Kunden hinweg dürfte aus Anlegersicht das Risiko einzelner Auftragsverzögerungen abfedern, während die Schwäche im Gleitlagergeschäft zeigt, dass nicht alle Unternehmensteile gleichermaßen von der derzeitigen Nachfragedynamik profitieren.
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