PepsiCo Aktie: MiNegocio+ stärkt Mexiko-Geschäft
PepsiCo steigert den operativen Gewinn, verliert aber Marge. Internationale Märkte wachsen, während Nordamerika und der Aktienkurs unter Druck bleiben.

Kurz zusammengefasst
- Core-Betriebsgewinn legt vier Prozent zu
- Konzernmarge sinkt um 40 Basispunkte
- Internationale Sparten verbessern ihre Margen
- Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
PepsiCo setzt im laufenden Geschäftsjahr auf Kosteneffizienz, um schwächere Margen in Nordamerika auszugleichen. Im zweiten Quartal 2026 stieg der Core-Betriebsgewinn um 4 Prozent, getragen von Produktivitätsgewinnen und Netto-Preiserhöhungen. Die Core-Betriebsmarge des Konzerns sank dennoch um 40 Basispunkte – ein Beleg dafür, wie stark der Gegenwind im Heimatmarkt wiegt.
Die internationalen Geschäfte expandierten margenseitig, während Nordamerika schrumpfte. Grund sind laufende Investitionen in die Erschwinglichkeit der Produkte sowie ein ungünstiger Volumen- und Kanal-Mix.
Für die zweite Jahreshälfte rechnet PepsiCo mit einer höheren Inputkosten-Inflation, will diese aber mit Rekord-Produktivitätseinsparungen und Tarifrückerstattungen weitgehend abfedern. Damit bleibt die Kostenseite der zentrale Hebel, während die Preissetzungsmacht gegenüber den Vorjahren an Grenzen stößt.
Wettbewerbsvergleich fällt für PepsiCo durchwachsen aus
Im Branchenvergleich zeigt sich ein gemischtes Bild. Coca-Cola steigerte im selben Quartal die Bruttomarge um 120 und die Betriebsmarge um 90 Basispunkte – ein deutlich stärkerer Trend als bei PepsiCo.
Auch Keurig Dr Pepper meldete Fortschritte: 100 Basispunkte SG&A-Hebelwirkung und ein Plus von 11,9 Prozent im operativen Ergebnis der US-Erfrischungsgetränkesparte, unterlegt von einem Kostensynergieziel von 400 Millionen US-Dollar.
UBS zählte Coca-Cola jüngst zu seinen bevorzugten Konsumwerten und begründete dies mit einem im Branchenvergleich höheren erwarteten organischen Umsatz- und Gewinnwachstum – ein Umfeld, in dem PepsiCo derzeit nicht dieselbe Dynamik entfaltet.
Auf operativer Ebene versucht PepsiCo dennoch, an Boden zu gewinnen. In Mexiko, einem der größten Märkte des Konzerns, ist im September die digitale Plattform MiNegocio+ gestartet. Sie soll unabhängigen Einzelhändlern personalisierte Bestellempfehlungen liefern, basierend auf Kaufmustern, Saisonalität und lokaler Nachfrage.
Solche digitalen Initiativen zielen darauf ab, die Distribution zu stärken und langfristig auch die Marge in Schwellenmärkten zu verbessern – ein Gegengewicht zur schwächelnden Kernregion Nordamerika.
Kursbild spiegelt operative Schwäche
Die Aktie notiert aktuell bei 117,66 Euro und damit nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 116,72 Euro, das erst im Januar markiert wurde. Gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 144,88 Euro, aufgestellt im März, beträgt der Abstand rund 19 Prozent. Diese Entwicklung passt zum operativen Bild: Während internationale Segmente Fortschritte machen, bremst die Kernregion Nordamerika das Wachstum, und der Wettbewerb liefert konsequentere Margendaten.
Für Anleger bleibt entscheidend, ob die angekündigten Produktivitätsmaßnahmen und Tarifrückerstattungen die erwartete Inputkosten-Inflation im zweiten Halbjahr tatsächlich kompensieren können. Der nächste Quartalsbericht wird zeigen, ob sich der Nordamerika-Trend stabilisiert oder ob PepsiCo im Vergleich zu Coca-Cola und Keurig Dr Pepper weiter an Boden verliert.
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