Palantir Aktie: Optionshändler setzen auf Ausbruch
Calls überwiegen deutlich, während Put-Positionen und höhere Volatilität zugleich auf Absicherungsbedarf und erwartete Kursschwankungen hindeuten.

Kurz zusammengefasst
- Rund 488.000 Calls gehandelt
- Call-Interesse bei 200 Dollar
- Put-Spread nahe dem Aktienkurs
- Dreimonatsvolatilität steigt auf 50,4 Prozent
Am Optionsmarkt dominieren die Optimisten. Zur Mittagszeit New Yorker Zeit zählte Palantir gut 709.000 gehandelte Kontrakte, davon rund 488.000 Calls und gut 221.000 Puts. Das Verhältnis von etwa 2,2 zu 1 spricht für klar bullische Positionierung.
Calls knapp über dem Kurs
Die Aktie notierte am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) bei rund 197 Dollar, ein Plus von gut 1,7 Prozent. Zwischenzeitlich lag sie bei knapp 199 Dollar, die Tagesspanne reichte bis über 204 Dollar. Das Jahreshoch liegt bei 207,52 Dollar, der Abstand beträgt also nur noch etwa fünf Prozent.
Genau dort sammeln sich die Wetten. Der Call mit Strike 200 Dollar und Verfall am 16. Oktober wechselte gut 5.100-mal den Besitzer, das entspricht rund 29 Prozent des bisherigen offenen Bestands. Die Strikes bei 205 und 210 Dollar kamen auf jeweils gut 3.000 Kontrakte. Sie liegen nahe dem Rekordhoch und deuten auf Spekulation auf einen Ausbruch hin.
Hinter der Rally steht ein kräftiger Lauf: Auf Sicht von drei Monaten legte die Aktie rund 49 Prozent zu, im vergangenen Monat knapp 16 Prozent.
Absicherung läuft mit
Ganz ohne Vorsicht geht es nicht. Auffällig ist ein neues Put-Spread-Geschäft mit den Strikes 197,50 und 195 Dollar, das knapp 2.600 Kontrakte umfasste. Die 197,50er-Puts waren fast ausschließlich neue Positionen, denn der bisherige offene Bestand lag bei nur 111 Kontrakten. Ob Käufer oder Verkäufer dahinterstecken, lässt sich aus den Handelsdaten nicht ablesen. Plausibel ist eine Absicherung mit begrenztem Risiko nahe am aktuellen Kurs.
Hinzu kommen fast 4.000 Puts mit Strike 150 Dollar, rund 24 Prozent unter dem Kurs. Solche Kontrakte dienen häufig als günstiger Schutz gegen Extremszenarien. Nach dem starken Anstieg könnten sich Investoren damit Gewinne sichern.
Hohe Schwankungserwartung
Die implizite Volatilität über drei Monate stieg um knapp 0,9 Punkte auf 50,4 Prozent. Der Markt rechnet also weiter mit großen Bewegungen in beide Richtungen. Das Skew, die Prämie von Verkaufs- gegenüber Kaufoptionen, sank auf gut 1 Punkt. Absicherung nach unten wurde damit relativ billiger, was zur calllastigen Nachfrage passt.
Die Marke von 200 Dollar ist der erste Test. Schafft die Aktie den Sprung darüber vor dem Verfall der Oktober-Optionen am 16. Oktober, rückt das Jahreshoch bei 207,52 Dollar in Reichweite.
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