Commerzbank Aktie: UniCredit erreicht 42,4 Prozent

UniCredit hält nach Angebotsfrist rechnerisch 42,4 Prozent an der Commerzbank. Die Bank zweifelt die Herkunft vieler Aktien an.

Dr. Robert Sasse ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit-Anteil steigt auf 42,4 Prozent
  • Commerzbank kritisiert Herkunft der Aktien
  • Offizielles Ergebnis folgt am 19. Juni
  • Commerzbank verschärft eigene Gewinnziele

UniCredit hat nach dem Ende der regulären Annahmefrist eine Position von rechnerisch 42,4 Prozent an der Commerzbank erreicht. Das klingt nach einem Durchbruch — ist aber noch nicht das letzte Wort.

Was die Zahlen sagen

Bis Dienstag, 14.00 Uhr, wurden 139,9 Millionen Commerzbank-Aktien in das Umtauschangebot eingereicht. Das entspricht 12,41 Prozent des Grundkapitals. Hinzu kommen direkt gehaltene Aktien von 26,77 Prozent sowie weitere Instrumente von 3,22 Prozent.

Reuters bezifferte die Gesamtposition daraus auf 42,4 Prozent. Ursprünglich hatte UniCredit das Ziel formuliert, die 30-Prozent-Schwelle zu überschreiten — ohne eine formale Kontrollübernahme anzustreben. Das Angebot startete am 5. Mai und sieht 0,485 neue UniCredit-Aktien je angedienter Commerzbank-Aktie vor.

Wichtig: Der Stichtag Dienstag 14.00 Uhr ist noch kein Endergebnis. Das offizielle Resultat der regulären Annahmefrist folgt am 19. Juni. Anschließend läuft eine weitere Annahmemöglichkeit bis zum 3. Juli. Das endgültige Ergebnis publiziert UniCredit am 8. Juli.

Commerzbank zweifelt an der Herkunft der Aktien

Die Commerzbank hat bereits am 10. Juni öffentlich Kritik geübt. Nach eigenen Angaben identifizierte die Bank zu diesem Zeitpunkt keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Investors. Die Andienungsquote von Privataktionären lag laut Bank bei rund 0,05 Prozent.

Die Bank geht davon aus, dass die angedienten Aktien fast ausschließlich von mit UniCredit verbundenen Banken und Parteien stammen. Außerdem meldete die Commerzbank einen deutlichen Anstieg bei der Wertpapierleihe seit Angebotsstart und übermittelt der BaFin laufend entsprechende Daten.

UniCredit veröffentlichte in ihrer Mitteilung auch bar abgerechnete Instrumente im Umfang von 13,19 Prozent des Commerzbank-Grundkapitals. Diese Instrumente vermitteln laut UniCredit keine Stimmrechte und berechtigen nicht zur Übertragung von Aktien.

Eigene Strategie als Gegenentwurf

Parallel zur Übernahmesituation hat die Commerzbank ihre Mittelfristziele verschärft. Anfang Mai erhöhte die Bank ihr Nettoergebnisziel für 2026 auf mindestens 3,4 Milliarden Euro. Für 2030 stellt das Management 5,9 Milliarden Euro in Aussicht. Das ist die zentrale Botschaft des Vorstands an skeptische Aktionäre: Eigenständigkeit lohnt sich mehr.

Die Commerzbank-Aktie schloss am Dienstag bei 36,30 Euro — rund 14,8 Prozent über dem impliziten Angebotspreis von 31,07 Euro, den UniCredit beim Start am 5. Mai kommuniziert hatte. Auf Jahressicht liegt der Kurs rund 33 Prozent höher. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 38,15 Euro beträgt knapp 5 Prozent.

Am 19. Juni zeigt sich, wie viele Aktionäre das Angebot tatsächlich angenommen haben — und wie viel Rückhalt UniCredit außerhalb des eigenen Netzwerks wirklich hat.

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Commerzbank Aktie

35,93 EUR

KGV 16,97
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,07 %
Marktkapitalisierung 40,38 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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