BYD Aktie: Ungarn-Werk startet erst Q4 2026
BYD steigert den Auslandsabsatz, verfehlt aber das Verkaufstempo im Inland. Der Produktionsstart in Ungarn verschiebt sich auf Ende 2026.

Kurz zusammengefasst
- Ungarns Fabrik startet erst Ende 2026
- Überseeverkäufe im Juli deutlich gestiegen
- Inlandsabsatz im Juli rückläufig
- Neue Modelle für China und Ausland
BYD kämpft an zwei Fronten zugleich: Während das Unternehmen sein wichtigstes Auslandswerk in Ungarn erneut verschiebt, bringt es im Heimatmarkt und international neue Modelle in Stellung, um die schwache Nachfrage in China auszugleichen.
Flaggschiff-Werk verzögert sich um ein Jahr
Die geplante Fabrik in Ungarn, laut Medienberichten das zentrale Überseewerk des Konzerns, startet nun erst im vierten Quartal 2026 – rund ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen. Als Gründe werden Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen sowie eine Untersuchung zu staatlichen Subventionen genannt.
Für ein Unternehmen, das seine Exportstrategie massiv ausgebaut hat, ist die Verzögerung ein Rückschlag: Ungarn sollte der Ankerpunkt für die Belieferung des europäischen Marktes werden.
Dabei läuft das Auslandsgeschäft operativ derzeit gut. Im Juli stiegen die Überseeverkäufe laut Medienberichten um 124,3 Prozent auf ein Rekordniveau von 179.841 Fahrzeugen. Die Inlandsverkäufe gingen im selben Monat dagegen um rund 9 Prozent zurück.
Über die ersten sieben Monate des Jahres summierten sich die Verkäufe auf 2.227.722 Fahrzeuge, ein Minus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Um das selbst gesteckte Jahresziel von 5,0 bis 5,5 Millionen Einheiten noch zu erreichen, müsste BYD künftig monatlich rund 530.000 Fahrzeuge absetzen – eine Marke, die zuletzt klar verfehlt wurde.
Neue Modelle sollen die Lücke schließen
Um die Absatzflaute im Heimatmarkt zu bekämpfen, setzt BYD auf eine dichte Folge neuer Modelle. Am 22. August brachte das Unternehmen die Flaggschiff-Limousine Da Han mit einer Fünf-Minuten-Schnellladetechnik und einer Reichweite von 1.008 Kilometern nach CLTC-Zyklus auf den australischen Markt, zu einem Preis unter 52.000 australischen Dollar.
Wenige Tage zuvor startete der Vorverkauf des SUV Sealion 08 in China, in einer Preisspanne von 230.000 bis 280.000 Yuan. Die Elektroversion bietet bis zu 900 Kilometer Reichweite und setzt auf die zweite Generation der Blade-Batterie samt Schnellladefunktion. Der offizielle Marktstart des Sealion 08 ist für den 2. September angekündigt.
Parallel zeigt BYD international Präsenz: Zusammen mit der Marke DENZA präsentiert das Unternehmen heute seine neuesten Modelle beim CarFest 2026 in Großbritannien, wo BYD zudem im dritten Jahr in Folge auf der British Motor Show vertreten sein wird. Erst Ende Juli hatte BYD dort die Marke von 100.000 Neuzulassungen überschritten.
Kurs bleibt unter Druck
An der Börse spiegelt sich die schwierige operative Gemengelage wider. Das Papier schloss gestern bei 9,93 Euro, ein Minus von 1,5 Prozent, und liegt seit Jahresbeginn 7,2 Prozent im Minus.
Zum 52-Wochen-Hoch von 12,99 Euro, erreicht Ende August vergangenen Jahres, fehlen dem Kurs derzeit 24 Prozent. Die Kombination aus schwacher Inlandsnachfrage, verzögertem Werksausbau in Europa und einem ambitionierten Jahresziel dürfte die Aktie vorerst in der Schwebe halten.
Am morgigen Samstag will der Vorstand die Halbjahreszahlen für die sechs Monate bis Ende Juni 2026 verabschieden und veröffentlichen. Nach einem schwachen ersten Quartal mit einem Gewinneinbruch von über der Hälfte dürften Anleger genau darauf achten, ob die Exporterfolge die heimische Absatzschwäche kompensieren können.
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