Ferrexpo Aktie: Pellet-Exporte über Schwarzes Meer gestoppt

Ferrexpo verlagert Transporte nach Infrastrukturschäden, während sinkende Produktion und ausstehende Steuerrückzahlungen die Finanzlage belasten.

Felix Baarz ·

Kurz zusammengefasst

  • Seeweg-Exporte vollständig eingestellt
  • Produktion fällt auf 1,55 Millionen Tonnen
  • Rund 90 Millionen US-Dollar ausstehend
  • Insolvenzverfahren gegen Tochtergesellschaft läuft

Logistik-Kollaps am Schwarzen Meer

Der Eisenerz-Produzent Ferrexpo hat seine Pellet-Exporte über den Seeweg vollständig eingestellt. Hintergrund dieser Maßnahme sind massive Beschädigungen an der ukrainischen Infrastruktur infolge verstärkter Angriffe auf die Häfen im Großraum Odessa sowie auf das Schienennetz. Medienberichten zufolge sind allein bis zum vergangenen Montag 492 Lokomotiven im gesamten ukrainischen Netz beschädigt worden. Diese logistische Blockade zwingt das Unternehmen dazu, auf deutlich kostspieligere Transportwege über europäische Eisenbahnverbindungen und die Donau auszuweichen. Da zivile Handelsschiffe die Häfen in Odessa derzeit nicht mehr anlaufen können, ist der direkte Zugang zu den internationalen Überseemärkten für den Konzern faktisch unterbrochen.

Produktionseinbruch und angespannte Liquidität

Die operative Lage spiegelt den zunehmenden Druck wider, unter dem der Konzern steht. Die marktfähige Produktion von Ferrexpo, bestehend aus Pellets und Konzentrat, sank im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 54 Prozent auf 1,55 Millionen Tonnen. Trotz dieser operativen Einbußen wies das Unternehmen zuletzt eine Nettocash-Position von rund 21 Millionen US-Dollar aus.

Gleichzeitig spitzt sich die finanzielle Situation durch einen Konflikt mit der ukrainischen Regierung zu. Die Financial Times berichtet von einer kritischen Liquiditätsknappheit und einem potenziellen Insolvenzrisiko für den Konzern.

Der Hauptgrund hierfür liegt in einbehaltenen Mehrwertsteuerrückerstattungen in Höhe von etwa 90 Millionen US-Dollar. Die Regierung in Kiew verweigert diese Zahlungen vor dem Hintergrund eines anhaltenden Rechtsstreits mit dem Großaktionär Kostyantyn Zhevago.

Juristische Auseinandersetzungen um Tochtergesellschaften

Zusätzliche Belastungen resultieren aus dem Insolvenzverfahren gegen die ukrainische Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining. Das Verfahren wurde bereits im Februar dieses Jahres durch ein ukrainisches Gericht eingeleitet. In einem regulatorischen Update informierte der Konzern am 5. August darüber, dass man weiterhin gegen die Ernennung eines externen Insolvenzverwalters für diese wichtige operative Einheit vorgeht. Die rechtliche Unsicherheit im Heimatmarkt bleibt damit ein zentraler Faktor für die Bewertung der weiteren Unternehmensfortführung.

Anleger blicken nun auf den 10. September. Zu diesem Datum wird ein detaillierterer Kommentar zu den Ergebnissen des ersten Halbjahres sowie eine aktualisierte Einschätzung des operativen Ausblicks erwartet. Diese Veröffentlichung könnte klären, inwieweit die Verlagerung der Exportrouten die Margen mittelfristig belastet und ob Fortschritte im Streit um die blockierten Steuergelder erzielt werden konnten.

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Ferrexpo Aktie

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Sektor Grundlegende Materialien
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