Die Spekulation um einen Zusammenschluss mit Rio Tinto verleiht der Glencore-Aktie neuen Schwung. Eine deutliche Kurszielanhebung durch RBC und frische Hinweise aus dem britischen Übernahmerecht verstärken die Erwartungen an einen möglichen Mega-Deal. Wie stark ist dieser M&A-Schub tatsächlich – und was bedeutet er für die nächsten Wochen?
Mögliche Fusion mit Rio Tinto rückt in den Fokus
Auslöser der jüngsten Bewegung ist eine Neubewertung durch die kanadische Bank RBC. Die Analysten hoben am Freitag, 16. Januar 2026, ihr Kursziel für Glencore von 480 auf 530 Pence an und bestätigten die Einstufung „Outperform“. Begründung: Die Fusionsgespräche mit Rio Tinto hätten deutlich an Dynamik gewonnen.
RBC leitet aus den Kursreaktionen beider Titel ab, dass der Markt mittlerweile mit einem verbindlichen Angebot rechnet. In ihrem Szenario unterstellen die Analysten einen möglichen Aufschlag von 27 % auf den unbeeinflussten Kurs von Glencore – dieser Prämienansatz ist direkt in das neue Ziel eingeflossen.
Unterstützung erhält das positive Sentiment auch von anderer Seite: Berenberg hatte die Aktie nach einem Kapitalmarkttag von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Zudem sorgte am Freitagmorgen eine regulatorische Meldung nach Regel 8.3 des britischen „Takeover Code“ an der Londoner Börse für zusätzliche Aufmerksamkeit. Solche Meldungen sind ein klassischer Indikator dafür, dass Aktivitäten im Zusammenhang mit einer potenziellen Übernahme stattfinden.
Wichtige Punkte im Überblick:
- RBC erhöht Kursziel auf 530 Pence und bleibt bei „Outperform“
- Eingepreiste Prämie in den RBC-Annahmen: rund 27 %
- Berenberg stuft nach Kapitalmarkttag von „Hold“ auf „Buy“ hoch
- Regel-8.3-Meldung zum Takeover Code stützt Übernahmespekulation
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Fantasie in einer kräftigen Aufwärtsbewegung wider: Am Freitag schloss der Titel bei 6,46 US‑Dollar, nur rund 1,7 % unter dem frischen 52‑Wochen-Hoch von 6,57 US‑Dollar. Auf 30-Tage-Sicht steht ein Plus von knapp 49 % zu Buche, seit dem Tief im April 2025 summiert sich der Abstand auf fast 140 %.
Sektor im Umbruch: Konsolidierung im Bergbau
Die Übernahmegerüchte kommen nicht aus dem Nichts, sondern sind eingebettet in eine breitere Konsolidierungswelle im Rohstoffsektor. Große Bergbaukonzerne sichern sich strategische Positionen, um von der wachsenden Nachfrage nach Metallen für Energiewende und Elektromobilität zu profitieren.
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Besonders gefragt ist Kupfer, das für Stromnetze, E-Autos und erneuerbare Energien unverzichtbar ist. Ein gemeinsamer Konzern von Glencore und Rio Tinto würde in mehreren dieser Schlüsselbereiche zu einem Schwergewicht aufsteigen und könnte Wettbewerber wie BHP unter Zugzwang setzen.
Die Gespräche zwischen beiden Unternehmen laufen nicht zum ersten Mal. Anders als in früheren Runden sehen Marktbeobachter unter den aktuellen Rahmenbedingungen jedoch eine neue Ernsthaftigkeit. Die Kombination aus strukturellem Metallbedarf, hoher Volatilität im Sektor und wachsendem Druck, Skalenvorteile zu heben, erhöht die Attraktivität eines Zusammenschlusses deutlich.
Auch der Blick auf technische Kennzahlen zeigt, wie stark der Titel zuletzt gelaufen ist: Der Kurs liegt rund 36 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt und fast 69 % über der 200‑Tage-Linie. Der 14‑Tage‑RSI von 34 signalisiert trotz der Rally allerdings keinen überhitzten Zustand, sondern eher eine kurzfristige Verschnaufpause nach dem jüngsten Anstieg.
Nächste Katalysatoren: Rio Tinto und Zahlenkalender
Kurzfristig bleibt die Glencore-Aktie stark von Nachrichten zur möglichen Fusion abhängig. Klärende Aussagen von Glencore oder Rio Tinto zum Stand der Gespräche könnten den Kursverlauf in beide Richtungen deutlich beeinflussen.
Parallel rücken die anstehenden Unternehmensdaten in den Vordergrund:
- Am Donnerstag, 29. Januar 2026, veröffentlicht Glencore den Produktionsbericht für das Gesamtjahr 2025.
- Am Mittwoch, 18. Februar 2026, folgen die vorläufigen Jahresergebnisse 2025.
Diese Termine liefern einen Einblick in die operative Entwicklung und zeigen, wie gut das bestehende Geschäft das aktuelle Bewertungsniveau rechtfertigt. Fallen Produktionszahlen und Ergebnisse solide aus und bleiben zugleich die Fusionsfantasien intakt, erhält das positive Szenario zusätzliche Unterstützung. Werden dagegen operative Schwächen sichtbar oder konkrete Fortschritte bei den Gesprächen mit Rio Tinto bleiben aus, könnte die jüngste Rally anfälliger für Rücksetzer werden.
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