Novo Nordisk Aktie: Wegovy erhält China-Zulassung für MASH
Wegovy wurde in China für MASH zugelassen, während Novo Nordisk mit Studienfortschritten, Kursdruck und Patentrisiken konfrontiert bleibt.

Kurz zusammengefasst
- China genehmigt Wegovy gegen MASH
- Kinderstudie zu Semaglutid erreicht Ziel
- Morgan Stanley stuft Novo Nordisk ab
- Zwei Ziltivekimab-Studien wurden beendet
Novo Nordisk hat am Donnerstag eine bedeutende regulatorische Hürde genommen: Die chinesischen Behörden ließen Wegovy zur Behandlung der metabolischen Fettlebererkrankung MASH zu. Damit ist das Präparat das erste Mittel aus der Klasse der GLP-1-Rezeptoragonisten, das in China für diese Lebererkrankung freigegeben wurde. Für den dänischen Konzern eröffnet sich damit eine neue Indikation für sein Abnehm-Franchise in einem der größten Gesundheitsmärkte der Welt.
Der Zulassungserfolg reiht sich in eine Serie positiver klinischer Nachrichten ein. Bereits am Montag zuvor hatte Novo Nordisk mitgeteilt, dass eine späte Studie zu Semaglutid bei Kindern zwischen 6 und unter 12 Jahren ihren primären Endpunkt erreicht hat.
Nach 68 Wochen galten unter Annahme voller Therapietreue 40,4 Prozent der Kinder nicht mehr als adipös. Das Ergebnis könnte die Zielgruppe für das Kernprodukt des Unternehmens langfristig erweitern.
Kursreaktion bleibt trotz guter Nachrichten verhalten
Trotz dieser Fortschritte kommt die Aktie nicht aus der Defensive. Am Freitag schloss das Papier bei 37,05 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Rückgang auf 7,6 Prozent.
Ausschlaggebend dafür war weniger die China-Zulassung als vielmehr eine skeptische Neueinstufung durch Morgan Stanley, die das Institut am Freitag veröffentlichte: Die Analysten senkten ihre Bewertung auf Underweight und begründeten dies mit gedämpften mittelfristigen Wachstumsaussichten sowie dem Risiko auslaufender Patente für Semaglutid.
Damit bleibt der Aktienkurs weit von seinen früheren Ständen entfernt. Auf Jahressicht steht ein Minus von 16 Prozent zu Buche, binnen zwölf Monaten sind es 20 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro, notiert im Januar, trennen das Papier inzwischen 32 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 34 signalisiert eine überverkaufte Marktlage, was die Nervosität der Anleger unterstreicht.
Deutscher Markteintritt der Wegovy-Tablette
Parallel zu den regulatorischen und klinischen Entwicklungen hat Novo Nordisk Anfang September die Tablettenform von Wegovy in Deutschland eingeführt, wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Die orale Variante soll Patienten eine Alternative zur Injektion bieten und den Zugang zur Therapie erleichtern – ein strategisch wichtiger Schritt in einem der umsatzstärksten europäischen Märkte für Adipositas-Medikamente.
Die vergangene Woche brachte für den Konzern auch einen Rückschlag: Zwei weitere Studien zum Wirkstoff Ziltivekimab im Herz-Kreislauf-Bereich wurden eingestellt, nachdem ein unabhängiges Überwachungsgremium eine geringe Wahrscheinlichkeit für ein abweichendes Ergebnis gegenüber einer bereits gescheiterten früheren Studie festgestellt hatte.
Eine Studie mit Patienten nach Herzinfarkt läuft weiter, Ergebnisse werden für die erste Hälfte 2027 erwartet. Seit der Meldung am vergangenen Mittwoch hat die Aktie rund 3,4 Prozent verloren.
Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Die klinische und regulatorische Pipeline liefert weiterhin Fortschritte, während das Sentiment am Markt vor allem von Patentängsten und der Konkurrenzsituation im GLP-1-Segment geprägt bleibt. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von derzeit 7,6 Prozent zeigt, dass sich der Abwärtstrend auch mittelfristig fortsetzt.
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