PFISTERER Aktie: Auftragseingang fällt 9,4 Prozent

PFISTERER steigert Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 deutlich, verzeichnet jedoch einen Rückgang beim Auftragseingang. Investitionen in HGÜ-Technologie sollen das Wachstum sichern.

Dieter Jaworski ·
PFISTERER Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzplus von 20,2 Prozent
  • Rekordumsatz im zweiten Quartal
  • Auftragseingang sinkt um 9,4 Prozent
  • Investitionen in HGÜ-Technologie geplant

PFISTERER hat am Mittwoch die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt – und liefert damit den Stoff, an dem sich der Kurs seither abarbeitet. Der Konzernumsatz kletterte um 20,2 Prozent auf 256,7 Millionen Euro, allein im zweiten Quartal erzielte der Hersteller von Verbindungstechnik für Energienetze einen Rekordumsatz von 129,8 Millionen Euro.

Das Periodenergebnis legte um 75,9 Prozent auf 38,3 Millionen Euro zu, das bereinigte EBITDA stieg überproportional auf 52,4 Millionen Euro nach 39,5 Millionen Euro im Vorjahr – die Marge verbesserte sich auf 20,4 Prozent.

Auftragseingang bremst die Euphorie

So deutlich die Ergebnisverbesserung ausfällt, so genau schauen Anleger auf die Kehrseite: Der Auftragseingang im ersten Halbjahr lag mit 263,0 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert von 290,2 Millionen Euro. Der Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber einem starken Vorjahreszeitraum reichte aus, um Gewinnmitnahmen nach der vorangegangenen Kursrallye auszulösen.

Der Auftragsbestand zum 30. Juni wuchs zwar auf 340,3 Millionen Euro nach 312,5 Millionen Euro im Vorjahr – für die Marktreaktion war jedoch der laufende Bestellrhythmus entscheidend, nicht der Bestand.

Der Kurs notiert aktuell bei 72,20 Euro und damit rund 14 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 83,79 Euro – ein Zeichen dafür, dass die Korrektur der vergangenen Wochen noch nicht ausgestanden ist. Zugleich hat sich die Notierung zuletzt stabilisiert und legte am heutigen Freitag um 0,4 Prozent zu, nachdem sie am Donnerstag bei 71,95 Euro geschlossen hatte.

Investitionen in HGÜ-Technologie als Wachstumshebel

Parallel zu den Zahlen kündigte das Management den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie Investitionen in Technologie an. Kernstück ist ein neues Qualifizierungszentrum für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HVDC), dessen Inbetriebnahme für das erste Halbjahr 2027 geplant ist. Damit positioniert sich PFISTERER stärker im Bereich der HGÜ-Technologie, die für den Ausbau überregionaler Stromnetze und die Anbindung von Offshore-Windparks an Bedeutung gewinnt.

Das Unternehmen bestätigte zudem seine langfristige Mittelfristprognose bis zum Jahr 2030 und hält an dem Ziel fest, stärker zu wachsen als der global adressierbare Markt.

Diese Kontinuität in der strategischen Ausrichtung dürfte Investoren als Signal dienen, dass der schwächere Auftragseingang im ersten Halbjahr als temporäre Delle und nicht als Trendwende zu interpretieren ist – zumal er auf einem außergewöhnlich starken Vorjahreszeitraum aufsetzt.

Was die Zahlen für Anleger bedeuten

Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ liefert PFISTERER mit Rekordumsatz und deutlich verbesserter Marge überzeugende Ergebnisse. Der Markt bewertet jedoch den nachlassenden Bestelleingang als Warnsignal für die kommenden Quartale und reagierte entsprechend nervös.

Die geplanten Investitionen in die HGÜ-Sparte und die bestätigte Mittelfristprognose sprechen dafür, dass das Management den langfristigen Wachstumskurs trotz der kurzfristigen Auftragsschwäche nicht infrage stellt.

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PFISTERER Aktie

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KUV 3,13
Sektor Technologie
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: DE000PFSE212 WKN: PFSE21

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