DAX: Wochenplus wackelt vor dem Wochenende

Der DAX startet schwächer, während Japans Zinsschritt und geopolitische Risiken die Erholung bremsen und das Wochenplus auf 0,3 Prozent schrumpft.

Felix Baarz ·
Blick auf einen modernen Börsensaal mit Händlern vor ihren Arbeitsplätzen bei natürlichem Lichteinfall. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX am Freitagmorgen 0,3 Prozent niedriger
  • Wochengewinn nur noch knapp behauptet
  • Bank of Japan hebt Leitzins an
  • Brent-Preis fällt auf rund 104 Dollar

Nach dem kräftigen Erholungstag am Donnerstag verliert der DAX zum Wochenausklang wieder an Schwung. Der Broker IG taxierte den Leitindex am Freitagmorgen rund 0,3 Prozent niedriger auf 25.645 Punkte. Trotz des schwächeren Starts bleibt dem Index sein Wochenplus vorerst erhalten — allerdings nur noch mit einem schmalen Puffer von 0,3 Prozent.

Am Vortag hatte der DAX die Sitzung noch 0,7 Prozent höher bei 25.716,71 Punkten beendet. Grund war die Reaktion auf die erste US-Zinserhöhung der Fed seit drei Jahren. An der 50-Tage-Linie stieß der Index dabei zuletzt auf Widerstand — ein Signal, dass die Erholung fürs Erste an ihre Grenzen kommt.

Zinswende in Japan sorgt für neue Unsicherheit

Nach der Fed hat am Freitagmorgen auch die Bank of Japan nachgezogen und den Leitzins um einen viertel Prozentpunkt auf 1,25 Prozent angehoben — der höchste Stand seit 30 Jahren. Die Notenbanker stellten zudem eine weitere Erhöhung in Aussicht. Für Marktbeobachter markiert dieser Schritt eine geldpolitische Kehrtwende mit möglichen Folgen weit über Japans Grenzen hinaus.

Parallel dazu bleibt die Lage im Nahen Osten ein Belastungsfaktor. US-Präsident Donald Trump kündigte im festgefahrenen Iran-Konflikt eine „große Entscheidung“ an, ohne konkret zu werden.

Der Ölpreis gab trotz dieser Unsicherheit weiter nach — Brent fiel im asiatischen Handel zeitweise auf rund 104 Dollar je Barrel. Für den DAX bedeutet das tendenziell Entlastung bei den Energiekosten, auch wenn geopolitische Risiken die Anleger vorsichtig stimmen.

Ein Blick auf die jüngere Historie zeigt, wie viel Boden der Index seit seinem Rekordhoch bereits verloren hat: Am 28. August erreichte der DAX auf Schlussbasis mit 26.569,99 Punkten sein bisheriges Allzeithoch. Das aktuelle Niveau liegt rund 900 Punkte darunter.

Für den weiteren Wochenverlauf dürfte die Nachlese der Fed-Entscheidung das bestimmende Thema bleiben. Die Frage, wie weit der neue Zinszyklus in den USA reicht, treibt die Marktteilnehmer stärker um als der eigentliche Zinsschritt selbst.

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