ABB Aktie: China legt sich beim Roboter-Verkauf quer
Pekings Veto stoppt die geplante Robotikveräußerung vorerst; ABB und SoftBank halten an Gesprächen fest, der weitere Weg bleibt offen.

Kurz zusammengefasst
- ABB-Papier verliert 4,2 Prozent
- China untersagt geplanten Spartenverkauf
- ABB und SoftBank setzen Austausch fort
- Weitere Schritte bleiben bislang unklar
Der geplante Verkauf der Robotiksparte an SoftBank gerät ins Stocken. China hat die Transaktion untersagt, und die ABB-Aktie bekam das am Donnerstag deutlich zu spüren.
Das Papier gab im Schweizer Handel um 4,2 Prozent nach und gehörte damit zu den schwächsten Werten im SMI. Der Leitindex schloss insgesamt nur leicht im Minus, nachdem er zuvor ein Rekordhoch erreicht hatte.
Was Peking entschieden hat
Die chinesische Behörde für die Prüfung ausländischer Investitionen hat das Vorhaben verboten. SoftBank informierte ABB über die Entscheidung, der Schweizer Konzern bestätigte sie anschließend. Die Verantwortung für das Genehmigungsverfahren liegt laut Vereinbarung bei den Japanern.
ABB hatte den Verkauf im Oktober 2025 angekündigt. Der Unternehmenswert der Sparte wurde mit 5,375 Milliarden Dollar angesetzt. Der Abschluss stand von Beginn an unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmungen.
Kein offizielles Aus
Ein formales Ende des Geschäfts bedeutet das Veto nicht. ABB betont, man stehe in engem Austausch mit SoftBank. Beide Seiten arbeiteten „konstruktiv“ an der Transaktion. Welche Wege es nach dem chinesischen Verbot gibt, etwa Nachbesserungen oder eine geänderte Struktur, ließ der Konzern offen.
Für ABB ist die Robotiksparte ein zentraler Baustein der Neuaufstellung. Der Konzern konzentriert sich auf Elektrifizierung und Automation und beschäftigt weltweit rund 110.000 Menschen. Fällt der Erlös aus dem Verkauf weg oder verzögert er sich, bleibt eine Lücke in der Planung. Die Börse preist diese Unsicherheit offenbar bereits ein.
Marktumfeld
Im breiteren Markt standen Zykliker wie Holcim, Geberit und Sika auf den Einkaufslisten. Händler sprachen von Umschichtungen aus Technologiewerten. ABB kam in diesem Umfeld unter die Räder, weil die Nachricht erst im Tagesverlauf bekannt wurde und direkt auf das Kapitalmarktbild der Sparte durchschlug.
Konkrete nächste Schritte nannte ABB nicht. Ob SoftBank Rechtsmittel einlegt oder Gespräche mit Peking sucht, dürfte sich in den kommenden Tagen und Wochen zeigen. Bis dahin bleibt der Verkauf zwar bestehen, aber ohne gesicherten Abschlusstermin.
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