Tesla Aktie: Musk hat sich in Texas verwettet
Nach dem Wahlsieg der Demokraten geraten Musks Unternehmen stärker unter politischen Prüf- und Verzögerungsdruck.

Kurz zusammengefasst
- Tesla verliert vorbörslich 4,53 Prozent
- Musk unterstützte Paxton mit 224 Millionen Dollar
- Kongress könnte Fusion zusätzlich prüfen
- SpaceX notiert unter dem Ausgabepreis
Elon Musk wollte Texas in republikanischer Hand halten und gab dafür fast eine halbe Milliarde Dollar aus. Die Rechnung ging nicht auf. Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen gibt die Tesla-Aktie vorbörslich um 4,53 Prozent auf 380,49 Dollar nach.
Musk-Wette in Texas gescheitert
Die Demokraten holten beide Kammern des Kongresses. In Texas schlug Gina Hinojosa den Amtsinhaber Greg Abbott und wird die erste demokratische Gouverneurin des Bundesstaats seit mehr als drei Jahrzehnten. Bei der Senatswahl setzte sich James Talarico gegen Ken Paxton durch, obwohl Musk dessen Kandidatur mit 224 Millionen Dollar unterstützt hatte.
Für Tesla und die Schwesterfirma SpaceX bedeutet das mehr politischen Gegenwind. Musk hatte im Oktober mit Vergeltung gedroht, nachdem über mögliche Untersuchungen seiner Unternehmen durch die Demokraten berichtet worden war. Robert Garcia, der künftig den Aufsichtsausschuss im Repräsentantenhaus leiten soll, richtete am Wahlabend eine knappe Botschaft an die Republikaner: Sie sollten sich Anwälte nehmen.
Fusionspläne unter Beobachtung
Kathleen Brooks, Research Director beim Broker XTB, stellt eine mögliche Fusion von SpaceX und Tesla infrage. Der Kongress könne einen Zusammenschluss zwar nicht verhindern, ihn aber durch zusätzliche Prüfungen verzögern. Auch SpaceX gerät unter Druck: Die Aktie fällt vorbörslich um 6,34 Prozent auf 132,36 Dollar und liegt damit unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar.
Hinojosa fordert zudem einen Stopp neuer Rechenzentren in Texas. Das trifft SpaceX bei den KI-Ausbauplänen. Musk reagierte auf X scheinbar gelassen: Rechenzentren im All sähen gerade ziemlich attraktiv aus.
Ein Randaspekt am Rande des Börsengeschehens: Tesla gehört zu den Unternehmen, die der geplanten tokenisierten Handelsplattform OKXICE TSV widersprochen haben. Die Firma will ihre Aktie dort nicht in einer von Dritten tokenisierten Version gelistet sehen. SpaceX hat sich dem Widerspruch angeschlossen.
Gewinneinbruch als Vorbelastung
Die Aktie startet ohnehin geschwächt in die Woche. Tesla hatte am 21. Oktober mit einem Gewinneinbruch im Quartal enttäuscht, dabei aber positiv beim Cashflow überrascht.
Durchregieren kann der neue Kongress nicht. Präsident Donald Trump bleibt im Amt und kann per Veto Gesetze stoppen. Der Hebel der Demokraten liegt daher bei Anhörungen, Untersuchungen und Haushaltsverhandlungen. Für Musks Konzerne heißt das vor allem: mehr Prüfdruck, insbesondere falls die Fusionspläne von Tesla und SpaceX konkreter werden.
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