Plug Power Aktie: 142-Millionen-Deal mit Stream
Plug Power verkauft Grundstücke an Stream Data Centers und sichert sich über 80 Millionen Dollar. Trotz eines Moratoriums in New York hält der Deal.

Kurz zusammengefasst
- Verkauf von Grundstücken in New York und Texas
- Über 80 Millionen Dollar an frischer Liquidität
- Moratorium in New York gefährdet Deal nicht
- Aktie verliert trotz Kapitalzufluss weiter
Plug Power braucht Geld. Also verkauft der Wasserstoffkonzern Grundstücke und Infrastruktur an Stream Data Centers und holt sich damit mehr als 80 Millionen Dollar an kurzfristiger Liquidität. Das Timing ist heikel: Kurz nach der Ankündigung verhängt New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul ein Moratorium für große Rechenzentren.
Am Montag gab Plug Power den Verkauf von Land in einem Industriepark im Westen New Yorks bekannt. Käufer Stream Data Centers zahlt dafür einen fixen Preis von 142 Millionen Dollar. Wegen regulatorischer Hürden verschiebt sich der finale Abschlusstermin auf den 31. März 2027.
Stream hat für dieses Projekt bereits mehr als 21 Millionen Dollar hinterlegt. Beim ersten Grundstücksabschluss soll eine frühere Kaution von 6,5 Millionen Dollar freigegeben werden. Parallel richtet Stream eine neue Kaution über 10 Millionen Dollar ein.
Moratorium ändert nichts am Deal
Einen Tag nach der Ankündigung unterschreibt Gouverneurin Hochul eine Anordnung, die große Rechenzentren in New York für bis zu ein Jahr stoppt. Plug Power hält trotzdem an der 142-Millionen-Dollar-Vereinbarung fest. CEO Jose Luis Crespo unterstützt zwar Regeln zum Schutz von Stromnetz und Steuerzahlern, kritisiert aber offen, dass das Moratorium laufende Projekte treffen könnte.
Neben New York verkauft Plug Power auch sein Projekt in Graham, Texas. Enthalten sind das Grundstück sowie Netzanschlussrechte für 164 Megawatt. Stream zahlt dafür 50 Millionen Dollar bei Abschluss, dazu kommt eine erfolgsabhängige Zahlung von bis zu 26,5 Millionen Dollar, abhängig von der finalen elektrischen Lastkapazität.
Der Texas-Deal soll bis zum 31. Juli 2026 abgeschlossen sein. Damit könnte Plug Power rund 14 Millionen Dollar an hinterlegten Sicherheiten freisetzen. Zusammen mit dem ersten New-York-Abschluss ergibt das die angepeilten über 80 Millionen Dollar an frischer Liquidität.
Zum 30. Juni 2026 verfügte Plug Power über rund 162 Millionen Dollar an freien Zahlungsmitteln – noch vor diesen Transaktionen. Die Grundstücksverkäufe sind Teil eines größeren Programms, das insgesamt mehr als 275 Millionen Dollar an Liquiditätsverbesserung bringen soll.
Aktie unter Druck, Perspektive Wasserstoff-Rechenzentren
An der Börse kommt davon bislang wenig an. Die Aktie notiert bei 1,85 Euro und liegt damit rund 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 3,72 Euro aus dem Juni. Der Titel hat allein in den vergangenen 30 Tagen fast 20 Prozent verloren.
Über die reinen Kapitalflüsse hinaus deutet sich eine mögliche neue Partnerschaft an. Plug Power und Stream Data Centers prüfen laut eigenen Angaben, wie sich Plug’s Wasserstoff-Energielösungen in Rechenzentren einsetzen lassen. Der Bedarf an zuverlässiger, sauberer Energie für KI- und Cloud-Infrastruktur wächst – ein Feld, in dem sich Wasserstoff als Ergänzung zum Stromnetz positionieren könnte.
Ob aus dieser Zusammenarbeit tatsächlich ein neues Geschäftsfeld wird, bleibt offen. Klar ist vorerst nur: Die beiden anstehenden Abschlüsse in New York und Texas verschaffen Plug Power Spielraum, den das Unternehmen angesichts der aktuellen Kursschwäche gut gebrauchen kann.
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