NASDAQ 100: Renditesprung stoppt Rekordlauf
Höhere US-Anleiherenditen und anhaltende Zinssorgen belasten Technologiewerte; zugleich warten Anleger auf das Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi.

Kurz zusammengefasst
- NASDAQ 100 verliert 0,9 Prozent
- Fünfjährige US-Rendite erreicht fünf Prozent
- Micron führte am Vortag den Index an
- Trump-Xi-Gipfel steht noch bevor
Steigende Anleiherenditen haben die jüngste Aufwärtsbewegung an den US-Börsen jäh unterbrochen. Nachdem der NASDAQ 100 noch am gestrigen Dienstag ein Allzeithoch markiert hatte, geraten zinssensitive Technologietitel zur Wochenmitte spürbar unter Abgabedruck. Der Index verliert heute 0,9 % auf 30.463,84 Zähler, womit er sich rund 1,0 % unter seinem Rekordniveau von 30.770,63 Punkten bewegt.
Verantwortlich für den Stimmungsumschwung ist vor allem eine deutliche Bewegung am US-Rentenmarkt. Ein angekündigter Plan des US-Finanzministeriums sowie wieder aufflammende Zinssorgen ließen die Renditen von Staatsanleihen klettern.
Medienberichten zufolge erreichte die Rendite fünfjähriger US-Staatspapiere erstmals seit dem Jahr 2007 die Marke von 5 %. Für wachstumsstarke Technologiekonzerne, deren Bewertung stark von künftigen Cashflows abhängt, bedeuten derart hohe Kapitalmarktzinsen einen unmittelbaren Bewertungsabschlag.
Fed-Vertreter dämpfen Hoffnungen auf Zinssenkungen
Zusätzliche Belastung entsteht durch geldpolitische Signale aus den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve. Bereits am Montag hatte der Präsident der Chicagoer Fed, Austan Goolsbee, gewarnt, dass eine kräftige Nachfrage den Preisdruck verbreitere und höhere Zinssätze weiterhin erforderlich mache.
Halbleiterwerte nach starkem Vortag ausgebremst
Noch am Vortag hatte eine breite Nachfrage nach Halbleiter- und KI-Werten den Markt getrieben. Laut Reuters führten Papiere von Micron Technology den Index an, da der anhaltende Bedarf an KI-Infrastruktur die Nachfrage nach Speicherchips stützte.
Parallel dazu sorgte Meta Platforms mit seinem KI-Assistenten Muse für Euphorie im Sektor, auch wenn Marktbeobachter vereinzelt Wettbewerbsrisiken für konsum- und einzelhandelsorientierte Firmen anmerkten.
Neben den Zinsen richtet sich die Aufmerksamkeit an der Wall Street nun auf die Geopolitik. Die Anleger blicken mit Spannung auf ein bevorstehendes Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping.
Bei den anstehenden Gesprächen zwischen Washington und Peking dürften zentrale Themen wie Handelsbeziehungen, technologische Restriktionen und Regulierungsvorgaben für künstliche Intelligenz auf der Agenda stehen. Diese Faktoren könnten für die Halbleiterbranche und die großen Plattformbetreiber des Index richtungsweisend sein.
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