Commerzbank Aktie: Höhere Offerte im Gespräch

UniCredit erwägt eine verbesserte Offerte für die Commerzbank, während die Frankfurter Zentrale Pläne für einen möglichen Stellenabbau kritisiert. Die Aktie profitiert von der anhaltenden Fusionsspekulation.

Andreas Sommer ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit prüft höheres Tauschangebot mit Baranteil
  • Commerzbank-Chefin fordert Klarheit zu Stellenabbau-Plänen
  • Aktienrückkauf stärkte Position der Großaktionäre
  • Aktienkurs zeigt deutliches Plus durch Fusionsfantasie

Das Ringen um die Eigenständigkeit der Commerzbank geht in die nächste Phase. Während Vorstandschefin Bettina Orlopp vehement Klarheit über mögliche Stellenabbau-Pläne fordert, arbeitet Mailand offenbar an einer finanziellen Nachbesserung. Medienberichten zufolge prüft die UniCredit eine Aufstockung ihres bisherigen Angebots, um den Widerstand in Frankfurt und Berlin zu brechen.

Ein kürzlich abgeschlossenes Aktienrückkaufprogramm entpuppt sich im aktuellen Umfeld als strategischer Bumerang. Mitte März beendete die Commerzbank den Erwerb von rund 15,6 Millionen eigenen Papieren. Was als aktionärsfreundliche Maßnahme gedacht war, verknappte die Anzahl der frei handelbaren Anteile auf dem Markt. Dadurch stieg der prozentuale Einfluss der bestehenden Großaktionäre automatisch an. Die UniCredit hält nun direkt 26 Prozent und nähert sich der kritischen Schwelle von 30 Prozent. Auch die US-Investmentbank Jefferies baute ihre Stimmrechtsbeteiligung parallel auf über zehn Prozent aus.

UniCredit feilt an den Konditionen

Um die festgefahrene Situation aufzubrechen, erwägt UniCredit-Chef Andrea Orcel laut der italienischen Tageszeitung „Il Messaggero“ eine Anpassung der Übernahmebedingungen. Das bisherige Tauschangebot stieß auf breite Ablehnung. Eine nachgebesserte Offerte könnte folgende Eckdaten umfassen:

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  • Anhebung des Umtauschverhältnisses auf 0,50 bis 0,52 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier
  • Integration einer zusätzlichen Barkomponente von 20 bis 30 Prozent
  • Eine resultierende Übernahmeprämie von 10 bis 15 Prozent

Dieser Schritt würde für die Italiener einen Mittelabfluss von bis zu 12 Milliarden Euro bedeuten. Orcel signalisierte bereits Verhandlungsbereitschaft, verlangt als Basis dafür jedoch eine gemeinsame strategische Vision.

Frankfurt fordert Transparenz

In der Frankfurter Zentrale wächst derweil das Misstrauen. Bettina Orlopp bemängelt die fehlende Transparenz der Italiener hinsichtlich ihrer operativen Pläne. Sie befürchtet, dass Orcels ehrgeiziges Ziel einer Kosten-Ertrags-Quote von 35 Prozent nur durch einen drastischen Personalabbau nach dem Vorbild der HypoVereinsbank (HVB) zu erreichen sei. Dort fielen nach der Übernahme zwei Drittel der Stellen weg. Am Finanzmarkt wird die Hängepartie relativ gelassen bewertet. Die Aktie notiert bei 32,13 Euro und verbucht damit auf Sicht von zwölf Monaten ein sattes Plus von knapp 39 Prozent – die anhaltende Fusionsfantasie stützt den Kurs spürbar.

Eine Richtungsentscheidung rückt nun unweigerlich näher. Nach deutschem Recht zwingt das Überschreiten der 30-Prozent-Marke die UniCredit zu einem formellen Pflichtangebot. Vorher präsentiert die Commerzbank am 8. Mai ihre Zahlen für das erste Quartal. Spätestens auf der Hauptversammlung am 20. Mai werden die Interessen des Bankmanagements, der Großinvestoren und der Bundesregierung, die weiterhin 12 Prozent hält und einen Verkauf strikt ablehnt, direkt aufeinandertreffen.

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Commerzbank Aktie

31,88 EUR

– 0,52 EUR -1,60 %
KGV 13,49
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 3,48 %
Marktkapitalisierung 35,45 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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