Bayer verschärft den Ton: Die Konzerntochter Monsanto verklagt die Pharmariesen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson auf Schadensersatz und Lizenzgebühren. Der Vorwurf: Die COVID-Impfstoffhersteller sollen eine patentierte Monsanto-Technologie zur mRNA-Stabilisierung unrechtmäßig genutzt haben. Parallel dazu hob die britische Investmentbank Barclays die Bayer-Aktie auf „Overweight“ – mit einem neuen Kursziel von 45 Euro.
Die wichtigsten Fakten:
– Monsanto verklagt Pfizer/BioNTech, Moderna und J&J wegen Patentverletzung
– Patent aus 1989 zur mRNA-Stabilisierung steht im Fokus
– Impfstoffumsätze der Beklagten: über 96 Mrd. USD seit Markteinführung
– Barclays hebt Kursziel von 30 auf 45 Euro an
– Bayer-Aktie erreichte Anfang Januar 52-Wochen-Hoch bei 39,06 Euro
Milliarden-Vakzine im Visier
Die am 6. Januar bei US-Bundesgerichten eingereichten Klagen beziehen sich auf ein Patent, das Monsanto bereits 1989 anmeldete und 2010 zugesprochen bekam. Die Technologie wurde ursprünglich entwickelt, um mRNA in genetisch veränderten Pflanzen zu stabilisieren – konkret zur Steigerung der Insektenresistenz bei Nutzpflanzen.
Bayer argumentiert, genau diese Technologie sei von den Impfstoffherstellern ohne Lizenz übernommen worden. „Die Instabilität von mRNA, die zu schlechter Proteinexpression führt, war ein zentrales Problem bei der Entwicklung wirksamer Impfstoffe“, heißt es in der Klageschrift.
Die finanziellen Dimensionen sind beachtlich: Pfizer und BioNTech erzielten mit Comirnaty seit Markteinführung über 93 Milliarden Dollar Umsatz. Moderna erwirtschaftete 2024 rund 3,2 Milliarden Dollar mit Spikevax. Bayer betont, keine Produktionsblockade anzustreben, sondern eine „angemessene Vergütung“ als Patentinhaber.
Moderna kündigte an, sich „entschieden zu verteidigen“. Pfizer, BioNTech und Johnson & Johnson äußerten sich bislang nicht öffentlich.
Barclays sieht Aufwärtspotenzial
Das Analysten-Upgrade von Barclays am 7. Januar lieferte zusätzlichen Rückenwind. Die Investmentbank verweist auf das „kurzfristige Potenzial zur Auflösung des Rechtsstreit-Überhangs“ und Aufwärtspotenzial bei den Kerendia-Prognosen.
Entscheidend bleibt die erwartete Supreme Court-Entscheidung Mitte 2026 zur Frage des Bundesrechtsvorrangs bei Glyphosat-Klagen. Ein positives Urteil könnte rund 65.000 anhängigen Klagen die rechtliche Grundlage entziehen. Die Unterstützung des US Solicitor General für eine Prüfung durch den Supreme Court im Dezember 2025 hat die Aussichten verbessert.
Die Analystenlandschaft hat sich deutlich aufgehellt: JPMorgan verdoppelte im Dezember das Kursziel auf 50 Euro, Goldman Sachs nahm Bayer in die European Conviction List auf. Von 28 Analysten empfehlen aktuell 12 den Kauf, 15 das Halten und nur einer den Verkauf.
Entscheidende Monate voraus
Am 13. Januar präsentiert Pharma-Vorstand Stefan Oelrich auf der J.P. Morgan Healthcare Conference Updates zur Pipeline. Die Jahresergebnisse 2025 folgen am 25. Februar, die Hauptversammlung findet am 24. April statt. Die mRNA-Patentklage eröffnet Bayer potenziell eine neue Einnahmequelle, während die mehrgleisige Strategie zur Eindämmung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weiter vorangetrieben wird.
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