BMW Aktie: Barclays zieht den Stecker

Die Investmentbank Barclays senkt ihre Bewertung für BMW auf Underweight und kritisiert eine gravierende Fehleinschätzung des wichtigen China-Marktes durch das Management.

Kurz zusammengefasst:
  • Herabstufung durch Barclays auf Underweight
  • Starker Absatzeinbruch auf dem China-Markt
  • Sorgen um Margen trotz neuer Fahrzeugklasse
  • Elektroauto-Wachstum verliert deutlich an Dynamik

Die BMW-Aktie gerät am Freitag deutlich unter Druck. Grund ist eine vernichtende Einschätzung von Barclays, die das Papier von „Equalweight“ auf „Underweight“ herabstuft – mit einem Kursziel von nur noch 82,50 Euro. Die Botschaft der Analysten ist eindeutig: Der Münchner Autobauer hat sich in China verkalkuliert.

Dabei hatte BMW gerade erst seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt. Mit 2,46 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen schaffte der Konzern ein minimales Plus von 0,5 Prozent. Doch dieser Zuwachs täuscht über die eigentlichen Probleme hinweg.

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China-Desaster zieht Bilanz nach unten

Während Europa mit einem Plus von 7,3 Prozent auf 1,02 Millionen Fahrzeuge und die USA mit 5 Prozent Wachstum auf 417.638 Autos solide Zahlen lieferten, brach China regelrecht ein. Minus 12,5 Prozent auf nur noch 625.527 ausgelieferte Fahrzeuge – für den wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns eine Katastrophe.

Barclays-Analyst Henning Cosman wirft dem BMW-Management vor, die Lage in China „uncharakteristisch falsch eingeschätzt“ zu haben. Besonders pikant: Noch bei der Vorlage der Q3-Zahlen 2025 zeigte sich die Führungsetage optimistisch. Diese Einschätzung teilen die Analysten nicht mehr.

Neue Klasse rettet die Marge nicht

Zwar erkennt Barclays an, dass die neue Fahrzeugklasse mit dem iX3 ab der zweiten Jahreshälfte 2025 ein „attraktives und wettbewerbsfähiges Produkt“ darstellt. Die Auftragseingänge für das Modell übertrafen sogar BMWs Erwartungen und reichen bis weit ins Jahr 2026 hinein.

Doch die Analysten sehen ein gravierendes Problem bei der Wirtschaftlichkeit: Der angesetzte US-Preis von rund 60.000 Dollar liegt etwa 25 Prozent unter dem deutschen Listenpreis. Das lässt für China nichts Gutes ahnen – dort dürfte BMW noch stärker unter Preisdruck geraten.

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Wie der Konzern bis 2027/28 wieder in seinen strategischen Margenkorridor von 8 bis 10 Prozent zurückkehren will, bleibt für Barclays unklar. Zwar fällt 2028 eine nicht-zahlungswirksame Belastung von 1,4 Milliarden Euro weg, doch das allein dürfte kaum ausreichen.

Mini boomt, Elektros schwächeln

Immerhin: Die Tochtermarke Mini legte kräftig um 17,7 Prozent auf 288.290 Fahrzeuge zu. Die Kernmarke BMW hingegen musste einen Rückgang von 1,4 Prozent auf 2,17 Millionen Autos hinnehmen. Rolls-Royce blieb mit 5.664 verkauften Fahrzeugen nahezu stabil.

Bei den Elektroautos, die in der Vergangenheit oft für starke Wachstumsimpulse sorgten, zeigt sich die Dynamik deutlich abgeschwächt. Mit 442.072 ausgelieferten Stromern steht zwar noch ein Plus von 3,6 Prozent zu Buche – früher waren die Zuwachsraten jedoch deutlich höher. Vertriebschef Jochen Goller gibt sich dennoch zuversichtlich, das CO2-Flottenziel in der EU für 2025 zu erreichen.

USA-Geschäft profitiert von lokalem Werk

Dass BMW trotz hoher US-Zölle auf europäische Fahrzeugimporte in Amerika zulegen konnte, liegt vor allem am großen Werk in Spartanburg. Dort produziert der Konzern etwa die Hälfte der in den USA verkauften BMWs. Zudem gab BMW die Zollbelastungen praktisch nicht über höhere Preise an die Kunden weiter – gut für den Absatz, schlecht für die Margen.

Im Vergleich mit Mercedes und Audi dürfte BMW beim Absatz 2025 die Nase vorn haben. Beide Konkurrenten lagen nach neun Monaten deutlich im Minus – ein Gesamtjahreswachstum erscheint daher unwahrscheinlich.

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