Carnival Aktie: Princess Cruises zieht sich aus Taiwan zurück
Carnival verliert weiter an Börsenwert: Hohe Schulden und der Rückzug aus Taiwan sowie Hongkong belasten trotz solider Cashflows.
Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt vierte Sitzung nacheinander
- Langfristige Schulden belasten die Bilanz
- Princess Cruises verlässt Taiwans Markt
- Carnival prüft seine Asien-Strategie
Carnival ist am Montag zum vierten Mal in Folge gefallen. Die Aktie verlor 3,5 Prozent und schloss bei 23,89 US-Dollar – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 23,45 US-Dollar. Damit summiert sich der Rückgang der vergangenen 30 Tage auf 17 Prozent.
Bilanzsorgen belasten trotz operativer Stärke
Anders als bei den meisten Wall-Street-Verlierern des Tages, die vor allem unter steigenden Ölpreisen und Zinssorgen litten, richten sich die Blicke bei Carnival auf die eigene Bilanz. Der Konzern trägt langfristige Schulden von 24,5 Milliarden US-Dollar bei einer Current Ratio von lediglich 0,3 – ein Wert, der auf angespannte kurzfristige Liquidität hindeutet.
Zugleich zeigt das operative Geschäft durchaus Substanz: Der Umsatz liegt bei 26,6 Milliarden US-Dollar, die EBITDA-Marge bei 26,5 Prozent. Der operative Cashflow von 2,63 Milliarden US-Dollar und der freie Cashflow von 1,76 Milliarden US-Dollar zeigen, dass Carnival trotz hoher Verschuldung Mittel erwirtschaftet. Die Dividende von 0,60 US-Dollar entspricht einer Rendite von 2,4 Prozent.
Der RSI von 29,8 signalisiert eine überverkaufte Aktie, während die annualisierte Volatilität von 39 Prozent auf erhöhte Nervosität der Anleger hindeutet.
Marktbeobachter sehen laut GuruFocus eine Unterstützungszone zwischen 23 und 24 US-Dollar. Der ermittelte GF-Value von 24,29 US-Dollar liegt nur leicht über dem aktuellen Kursniveau, was auf eine moderate Unterbewertung von rund 1,6 Prozent hindeutet.
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,8 liegt deutlich unter dem Fünf-Jahres-Median von 15,8 – ein Hinweis darauf, dass der Markt Carnival derzeit skeptischer bewertet als in der jüngeren Vergangenheit üblich. Zusätzlich belastend: Insider haben in den vergangenen zwölf Monaten Aktien im Wert von 13,5 Millionen US-Dollar verkauft.
Strategischer Rückzug aus Asien
Parallel zur Kursschwäche meldet sich Carnival mit einem strategischen Schritt: Die Konzernmarke Princess Cruises zieht sich aus Taiwan zurück. Seit Sonntag nimmt die lokale Niederlassung keine neuen Buchungen mehr an, bestehende Reservierungen werden weiter betreut.
Auch die Marke Queen Cruises beendet den Verkauf in Hongkong. Hintergrund ist eine umfassendere Überprüfung der Asien-Strategie durch Carnival Corporation, die neben Taiwan auch China, Hongkong und Südkorea betrifft. Details zu den Beweggründen oder einem Zeitplan für die Neuausrichtung wurden bislang nicht bekannt.
Operativ zeigt sich der Konzern derweil auf anderen Routen aktiv: Princess Cruises verlagert ab November sämtliche Anläufe der Privatinsel Princess Cays auf den Bahamas nach Half Moon Cay, da Carnival dort umfangreiche Renovierungsarbeiten durchführt. Die Zukunft von Princess Cays bleibt damit vorerst offen.
Gleichzeitig baut Carnival sein Kreuzfahrtangebot an der US-Westküste weiter aus: Ab Long Beach sollen die Schiffe Carnival Radiance und Carnival Panorama künftig mehrtägige Reisen nach Mexiko anbieten, inklusive einer Weihnachtsfahrt Ende Dezember 2028.
Fazit für Anleger
Die Kombination aus hoher Verschuldung, schwacher Liquiditätskennzahl und strategischer Neuausrichtung in Asien sorgt für Verunsicherung, obwohl die operativen Cashflow-Zahlen grundsätzlich solide ausfallen. Die überverkaufte Marktlage könnte kurzfristig für eine technische Gegenbewegung sprechen, während die strukturellen Bilanzfragen mittelfristig im Vordergrund bleiben dürften.
Carnival-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Carnival-Analyse vom 1. September liefert die Antwort:
Die neusten Carnival-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Carnival-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Carnival: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...