DAX: Rückkehr auf Septemberniveau

Der Leitindex gewann 1,31 Prozent; Lagardes vorzeitiger Abschied und unterschiedliche Unternehmenszahlen prägten den Handel.

Felix Baarz ·
Die Frankfurter Börse bei klarem Tageslicht, symbolisch für die aktuelle Marktentwicklung des DAX. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX schloss bei 26.039,68 Punkten
  • EZB ließ Leitzinsen unverändert
  • Lagarde verlässt ihr Amt im Februar 2027
  • Adidas führte die DAX-Gewinner an

Der DAX hat die Marke von 26.000 Punkten zurückerobert und steht damit wieder auf dem Niveau von Anfang September. Auslöser war ein Mix aus stabilen Leitzinsen, einer lebhaften Berichtssaison und einem unerwarteten Personalwechsel an der EZB-Spitze. Besonders die Einzelwerte sorgten für Bewegung.

EZB hält still, Lagarde geht früher

Die Europäische Zentralbank beließ die Leitzinsen trotz erhöhter Inflation unverändert, wie es der Markt erwartet hatte. Am Vorabend hatte bereits die US-Notenbank Fed nichts geändert. Der Index schloss 1,31 Prozent höher bei 26.039,68 Punkten.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde deutete an, dass im Dezember eine Zinserhöhung möglich sei. Eine entschiedenere Straffung hält sie trotz der stark gestiegenen Energiepreise derzeit nicht für nötig. Marktbeobachter sehen darin einen Beleg dafür, dass die Notenbank sich Zeit nimmt, um die Preisentwicklung zu bewerten.

Zudem gab die EZB bekannt, dass Lagarde ihr Amt am 7. Februar 2027 vorzeitig aufgibt. Damit kann Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Nachfolge noch vor der Wahl im April 2027 mitgestalten. Hintergrund sind Sorgen, dass ein Wahlsieg von Marine Le Pen die Neubesetzung erschweren könnte. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten Klaas Knot und Pablo Hernandez de Cos.

Zahlen sortieren die Gewinner

An der Index-Spitze lag Adidas mit einem Plus von 5,8 Prozent. Der Sportartikelhersteller erwartet nach schwächerer Entwicklung in Europa im vierten Quartal die Rückkehr zu Wachstum. Die Deutsche Telekom legte um 1,9 Prozent zu, getragen von besser als erwarteten Zahlen der US-Tochter T-Mobile US. Henkel gewann nach einer Prognoseanhebung ein Prozent.

Volkswagen stieg um 1,7 Prozent, obwohl eine milliardenschwere Porsche-Abschreibung, schwache Geschäfte in China und Umbaukosten den Konzern tief in die roten Zahlen gedrückt hatten. JPMorgan hob die weiterhin hohe Liquidität von 33 Milliarden Euro hervor. Die Jahresprognose bleibt bestehen.

Vonovia bildete mit minus drei Prozent das Schlusslicht. Der Immobilienkonzern rechnet beim bereinigten operativen Gewinn nur noch mit der unteren Hälfte der Zielspanne. SAP gab um 1,1 Prozent nach, belastet vom Kurseinbruch des US-Softwarekonzerns ServiceNow.

Tech-Zahlen aus den USA

Die Bilanzen der US-Techgiganten fielen gemischt aus. Microsoft überzeugte mit Cloud-Wachstum und starkem freien Cashflow. Alphabet brach dagegen um gut 12 Prozent ein, weil der Cashflow enttäuschte und die KI-Nutzung offenbar weniger Suchanfragen nach sich zieht.

Im MDax stiegen Salzgitter um gut elf Prozent, nachdem der Stahlkonzern sein Jahresergebnisziel erneut angehoben hatte. Knorr-Bremse verlor fast sieben Prozent. Der MDax selbst legte 1,23 Prozent auf 30.798,65 Punkte zu.

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank auf 3,35 Prozent. Der DAX liegt seit Jahresbeginn gut fünf Prozent im Plus und bleibt damit hinter vielen anderen europäischen Börsen zurück. Die Marke von 26.000 Punkten dient nun als erste Referenz: Hält der Index sie, rückt die Zinsentscheidung der EZB im Dezember in den Mittelpunkt.

Anzeige

Stand heute, 30. Oktober: DAX – Kaufen, halten oder verkaufen?

Wer in DAX investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

DAX: Gratis-Analyse (PDF) öffnen …

DAX Index

26.036,63 PKT

+ 332,61 PKT +1,29 %
KGV —
Sektor —
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung —
ISIN: DE0008469008 WKN: 846900

Community Forum zu DAX

Ähnliche Artikel

DAX: Rückkehr auf Septemberniveau

DAX: Rückkehr auf Septemberniveau

Europa-Märkte ·
Apple Aktie: Teures Touch-Notebook, schwacher September

Apple Aktie: Teures Touch-Notebook, schwacher September

Nasdaq ·
Alphabet Aktie: Cashflow rutscht ins Minus

Alphabet Aktie: Cashflow rutscht ins Minus

Nasdaq ·
Intel Aktie: Speicherpreise bremsen PC-Geschäft

Intel Aktie: Speicherpreise bremsen PC-Geschäft

Nasdaq ·
Volkswagen Aktie: Konzern rechnet in China nur noch mit Null

Volkswagen Aktie: Konzern rechnet in China nur noch mit Null

Earnings ·

Weitere Artikel zu DAX

Alle Artikel anzeigen
Wer hält eine Zinserhöhung aus? MTU und Merck ja, Vonovia nicht

Wer hält eine Zinserhöhung aus? MTU und Merck ja, Vonovia nicht

Industrie ·
Tradingsignale für den DAX: meine heutigen Ideen

Tradingsignale für den DAX: meine heutigen Ideen

Kolumnen ·
DAX: Zwischen Kaufsignalen und Fed-Abend

DAX: Zwischen Kaufsignalen und Fed-Abend

Trading & Momentum ·
DAX: Notenbanken als nächster Test

DAX: Notenbanken als nächster Test

Earnings ·
Gefährliche Mischung?

Gefährliche Mischung?

Kolumnen ·