Goldman Sachs Aktie: Aktiengeschäft schießt hoch?
Im dritten Quartal 2026 wuchsen die Nettoerträge um 23 Prozent; Bank of America senkte zuvor ihr Kursziel, hielt aber an der Kaufempfehlung fest.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn je Aktie über FactSet-Prognose
- Nettoerträge steigen auf 18,68 Milliarden Dollar
- Aktiengeschäft wächst um 72 Prozent
- Bank of America senkte Kursziel am 5. Oktober
Goldman Sachs hat heute starke Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Die Aktie gewinnt im Umfeld der Zahlen 3,9%; die Veröffentlichung dürfte den Anstieg stützen. Der verwässerte Gewinn je Aktie erreichte 17,01 $ und übertraf damit die FactSet-Schätzung von 12,86 $. Die gesamte Kursbewegung lässt sich allerdings nicht eindeutig den Ergebnissen zuschreiben.
Aktiengeschäft treibt die Erträge
Goldman Sachs meldete für das dritte Quartal 2026 Nettoerträge von 18,68 Milliarden $. Das entspricht einem Zuwachs von 23% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit steht neben der übertroffenen Gewinnerwartung auch ein deutliches Wachstum der Erträge hinter der positiven Quartalsbilanz.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Aktiengeschäft. Zugleich profitierte das Investmentbanking von abgeschlossenen Fusionen und Übernahmen sowie Aktienplatzierungen. Laut Goldman Sachs erhöhten diese Aktivitäten die Gebühren im Investmentbanking. Die Ertragsimpulse kamen damit aus unterschiedlichen Geschäftsfeldern und nicht allein aus dem Aktiengeschäft.
Dessen Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 72% auf 6,44 Milliarden $. Das Aktiengeschäft bildet damit einen wesentlichen Schwerpunkt des veröffentlichten Ergebnisses.
Für Anleger ist die Unterscheidung wichtig: Die höhere Aktivität im Aktiengeschäft und die Gebühren aus abgeschlossenen Transaktionen erklären unterschiedliche Teile der Ertragsentwicklung. Eine unveränderte Fortsetzung dieser Dynamik lässt sich aus dem abgelaufenen Quartal allein nicht ableiten.
Gewinn und Eigenkapitalrendite überzeugen
Der Nettogewinn lag im dritten Quartal 2026 bei 5,29 Milliarden $. Goldman Sachs erzielte eine Eigenkapitalrendite von 18,7%. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte der verwässerte Gewinn je Aktie 12,25 $ betragen.
Die Zahlen liefern damit zwei relevante Vergleichspunkte: Das Ergebnis je Aktie liegt sowohl über dem Vorjahreswert als auch über der genannten Analystenschätzung. Die heutige Veröffentlichung schafft somit eine positive Grundlage für die Bewertung der operativen Entwicklung. Davon zu unterscheiden ist die Frage, welches Bewertungsniveau Anleger der Aktie zugestehen.
Kurszielsenkung trotz Kaufempfehlung
Bei dieser Bewertungsfrage setzte Bank of America bereits am 5. Oktober einen vorsichtigeren Akzent. Medienberichten zufolge senkte das Haus sein Goldman-Sachs-Kursziel von 1.300 $ auf 1.050 $, behielt aber die Kaufempfehlung bei.
Als Begründung wurden niedrigere Bewertungsmultiplikatoren genannt. Die Anpassung betraf dem Bericht zufolge mehrere große US-Banken. Sie war damit keine Reaktion auf die heute veröffentlichten Ergebnisse.
Die Quartalszahlen und die frühere Kurszielsenkung beleuchten unterschiedliche Seiten der Anlageentscheidung: Goldman Sachs meldet kräftig gewachsene Erträge und einen Gewinn oberhalb der Erwartungen. Die Bewertung bleibt dennoch ein eigenständiger Maßstab — auch bei überzeugenden Geschäftszahlen.
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