BYD Aktie: Jahresziel 5,5 Millionen wackelt

BYD erzielt im Juli einen Rekordabsatz, getragen von starken Exporten. Der Inlandsmarkt schwächelt, das Jahresziel von 5 bis 5,5 Millionen Fahrzeugen rückt in weite Ferne.

Andreas Sommer ·
BYD Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordverkäufe im Juli dank Exportboom
  • Inlandsabsatz sinkt um neun Prozent
  • Jahresziel von 5,5 Millionen wackelt
  • Gewinnmarge fällt auf 3,5 Prozent

BYD hat im Juli so viele Fahrzeuge verkauft wie nie zuvor in diesem Monat – und doch mehren sich die Warnsignale für das Gesamtjahr. Der chinesische Automobilkonzern setzte 419.211 Neuenergiefahrzeuge ab, ein Plus von rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Es war bereits der dritte Monat in Folge mit steigenden Verkaufs- und Produktionszahlen, wie aus den am Wochenanfang veröffentlichten Unternehmensdaten hervorgeht. Die Produktion lag mit 420.249 Einheiten nahezu gleichauf.

Der eigentliche Treiber des Wachstums liegt jedoch nicht mehr im Heimatmarkt. Die Exporte kletterten im Juli auf 179.841 Fahrzeuge, ein Sprung von 124,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit überschritt der Auslandsanteil erstmals die Marke von 40 Prozent des Gesamtabsatzes. Im Inland dagegen gingen die Verkäufe laut Branchendaten um rund 9 Prozent zurück – ein Hinweis auf den anhaltenden Preiskampf auf dem chinesischen Markt. In Summe verkaufte BYD von Januar bis Juli 2.227.722 Fahrzeuge, ein Minus von etwa 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Jahresziel von fünf bis 5,5 Millionen Fahrzeugen wackelt

Um die selbst gesteckte Jahresvorgabe von fünf bis 5,5 Millionen verkauften Fahrzeugen noch zu erreichen, müsste BYD in den verbleibenden Monaten im Schnitt rund 530.000 Einheiten pro Monat absetzen – deutlich mehr als im bisherigen Bestwert des Jahres. Branchenbeobachter halten das Ziel inzwischen für kaum noch realistisch. Die Kombination aus schwächerer Inlandsnachfrage und einem im ersten Halbjahr rückläufigen Gesamtmarkt in China, der um 4,1 Prozent auf gut 15 Millionen Fahrzeuge schrumpfte, setzt den Konzern unter Druck.

Zugleich zeigt sich der Preisdruck in der Bilanz: Die Gewinnmarge sank von 5,4 auf 3,5 Prozent. Der scharfe Wettbewerb unter chinesischen Herstellern – auch Geely und Chery meldeten für Juli kräftige Exportzuwächse – drückt branchenweit auf die Preise. Für die A-Aktionäre kündigte BYD dennoch eine Dividende von 3,58 Yuan je 10 A-Aktien an.

Innerhalb der Modellpalette verlagert sich das Wachstum sichtbar zu höherwertigen Fahrzeugen: Die Marke Fang Cheng Bao steigerte ihren Absatz um rund 191 Prozent auf 41.213 Einheiten, Denza legte um 68,8 Prozent auf 19.196 Fahrzeuge zu. Bei den reinen Elektrofahrzeugen wuchs BYD um 31 Prozent, bei Plug-in-Hybriden um 9 Prozent.

Expansion in Europa verzögert sich

International treibt BYD seine Präsenz weiter voran. In Großbritannien vermeldete der Konzern für das erste Halbjahr mehr als 100.000 Kunden und eine Markenbekanntheit von 72 Prozent bei aktuell 43 Filialen, die bis Jahresende auf 160 bis 170 ausgebaut werden sollen. Mit dem Denza Z stellte BYD zudem ein Modell im britischen Hochpreissegment vor, das je nach Ausstattung zwischen 142.900 und 172.900 Pfund kostet. In Japan kamen zum kleinen Elektromodell RACCO binnen drei Tagen rund 100 Bestellungen zusammen.

Weniger reibungslos läuft der Ausbau der Fertigungskapazitäten in Europa: Das geplante Werk in Ungarn mit einer Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen verschiebt sich Berichten zufolge auf das vierte Quartal 2026. Das dürfte den europäischen Expansionskurs zumindest kurzfristig bremsen, zumal die EU auf chinesische Elektrofahrzeuge Zölle von bis zu 25 Prozent erhebt.

Kurs bleibt unter Druck

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Vorbörslich notierte das Papier bei 10,34 Euro und damit 1,03 Prozent leichter als am Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 10,76 Prozent zu Buche – ein Zeichen dafür, dass die jüngsten Absatzdaten am Markt zunächst positiv aufgenommen wurden. Zum 52-Wochen-Hoch von 13,23 Euro, das Ende August vergangenen Jahres erreicht wurde, fehlen dem Titel allerdings noch immer knapp 22 Prozent. Anleger dürften die kommenden Monatszahlen genau beobachten, um abzuschätzen, ob die Exportstärke die schwindende Marge und den schwächelnden Heimatmarkt dauerhaft ausgleichen kann.

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10,36 EUR

– 0,09 EUR -0,84 %
KGV 27,43
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 0,38 %
Marktkapitalisierung 865,22 Mrd. EUR
ISIN: CNE100000296 WKN: A0M4W9

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