Petrobras Aktie: Shell-Einigung bringt Millionenzufluss
Petrobras steigerte die Quartalsförderung um sechs Prozent; eine Vereinbarung bringt dem Konzern bis November rund 859 Millionen US-Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Marktkapitalisierung erreicht 800 Milliarden Reais
- Quartalsproduktion steigt um sechs Prozent
- 859 Millionen US-Dollar Zufluss bis November
- Bank of America hebt Kursziel an
800 Milliarden brasilianische Reais: Auf diese Rekordmarke kletterte die Marktkapitalisierung von Petrobras am gestrigen Mittwoch. Getrieben von hohen Ölpreisen, neuen Förderbestwerten und einer bevorstehenden Sonderzahlung der internationalen Projektpartner verzeichnete der brasilianische Energiekonzern seinen vierten Börsenrekord in Folge.
Im heutigen vorbörslichen Handel legte das Papier um 0,7 Prozent auf 9,60 Euro zu und notiert damit nur 1,0 Prozent unter seinem gestern markierten 52-Wochen-Hoch von 9,70 Euro.
Förderrekord im dritten Quartal
Die operative Entwicklung stützt die Neubewertung an den Märkten. Nach vorläufigen Daten der Regulierungsbehörde ANP, die vom Analysehaus Bradesco BBI zusammengestellt wurden, erreichte die tägliche Rohölförderung im September 2026 einen Höchststand von 2,96 Millionen Barrel. Dies entspricht einem Zuwachs von einem Prozent gegenüber August.
Über das gesamte dritte Quartal 2026 hinweg produzierte der Konzern durchschnittlich 2,89 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das bedeutete ein Plus von sechs Prozent im Vergleich zum Vorquartal und lag spürbar über den Erwartungen des Marktkonsenses von 2,77 Millionen Barrel pro Tag.
Wesentliche Treiber des Anstiegs waren die Offshore-Felder: Im Tupi-Feld kletterte der Ausstoß im September um acht Prozent auf rund 550.000 Barrel täglich. Das Búzios-Feld steigerte seine Produktion um zwei Prozent auf mehr als eine Million Barrel pro Tag, nachdem dort Anfang Mai die neue Förderplattform P-79 in Betrieb gegangen war.
Millionenausgleich und Analystenlob
Neben der starken Produktion stärkt ein umfangreicher Liquiditätszufluss die Bilanz. Petrobras erzielte mit den Partnern Shell, TotalEnergies und Petrogal eine Einigung über den Kosten- und Volumenausgleich für die geteilten Lagerstätten Berbigão und Sururu im Santos-Becken.
Die Vereinbarung deckt historische Abrechnungen vom 15. September 2000 bis zum 30. April 2026 ab. Aus dieser Bereinigung fließen Petrobras bis November 2026 netto rund 859 Millionen US-Dollar zu. Am Block BM-S-11A hält Petrobras 42,5 Prozent, Shell 25 Prozent, TotalEnergies 22,5 Prozent und Petrogal zehn Prozent.
Die Analysten der Bank of America bekräftigten ihre Kaufempfehlung für die Aktie und hoben das Kursziel für die Stammaktien von 55 auf 70 Reais an. Die Experten verwiesen darauf, dass der Markt das Potenzial der brasilianischen Tiefsee-Vorkommen weiterhin unterschätze, und erhöhten zugleich ihre eigenen Förderprognosen für die Jahre 2027 und 2028. Auch die Analysten von Nomos bekräftigten ihre Einstufung mit „Kaufen“ und verwiesen auf ein im Branchenvergleich niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis, rieten nach der jüngsten Rally jedoch zu selektiven Gewinnmitnahmen. Die offiziellen Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 will Petrobras am 10. November vorlegen.
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