D-Wave Quantum Aktie: NTT DOCOMO nimmt Anwendung in Betrieb
D-Wave Quantum besetzt die Finanzspitze neu, meldet verfehlte Quartalsumsätze und deutlich höhere Halbjahresbuchungen bei schwankendem Aktienkurs.

Kurz zusammengefasst
- Greg Golkov übernimmt kommissarisch Finanzen
- Kevan Krysler zieht in Verwaltungsrat
- Quartalsumsatz bleibt unter Konsensprognose
- Halbjahresbuchungen steigen auf 35,5 Millionen
D-Wave Quantum steht vor einem Wechsel an der Finanzspitze. Chief Financial Officer John Markovich tritt zum 2. September in den Ruhestand. Als kommissarischer CFO und Hauptverantwortlicher für Finanzen und Rechnungswesen übernimmt Greg Golkov, bislang Senior Vice President Finance im Unternehmen. Die Ankündigung erfolgte am Dienstag.
Der Führungswechsel fällt in eine Phase, in der D-Wave gleichzeitig an mehreren Fronten Nachrichten liefert. Bereits am 5. August hatte das Unternehmen bekanntgegeben, im Fachjournal Nature eine Studie veröffentlicht zu haben.
Darin demonstrieren die Forscher ein hochpräzises Zwei-Qubit-Verschränkungsgatter auf Basis der supraleitenden Dual-Rail-Architektur von D-Wave. Ziel der Technik ist es, den Hardware-Aufwand für fehlertolerante Quantenfehlerkorrektur zu senken – ein zentrales Hindernis auf dem Weg zu praxistauglichen Quantencomputern.
Board wird verstärkt, Governance im Fokus
Parallel zum CFO-Wechsel hat D-Wave am 17. August Kevan P. Krysler in den Verwaltungsrat und den Prüfungsausschuss berufen. Krysler ist derzeit Finanzchef von Carbon Robotics und war zuvor Senior Vice President bei VMware. Die Personalentscheidung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen seine Governance-Strukturen offenbar bewusst breiter aufstellt, während an der operativen Spitze ein Übergang ansteht.
Am selben Tag wurde über eine SEC-Pflichtmitteilung nach Formular 4 bekannt, dass Executive Vice President Sophie C. Ames im Zuge der Vesting-Regelung für Restricted Stock Units 23.850 Aktien zur Begleichung von Steuerverbindlichkeiten einbehalten wurden, zu einem Kurs von 21,17 US-Dollar.
Kommerzielle Fortschritte und durchwachsene Quartalszahlen
Auf der Geschäftsseite kann D-Wave einen weiteren kommerziellen Erfolg vorweisen: NTT DOCOMO hat seine zweite produktionsreife Quantenanwendung mit D-Wave-Technologie in Betrieb genommen. Sie optimiert die Verwaltung von Tracking-Area-Listen im Mobilfunknetz und senkt die Signalisierungslast bei Standortregistrierungen laut Unternehmensangaben um 65,3 Prozent.
Die zugrunde liegende Geschäftsdynamik zeigt jedoch ein gemischtes Bild. Im zweiten Quartal 2026 meldete D-Wave einen Umsatz von 3,08 Millionen US-Dollar und verfehlte damit die Konsenserwartung von 4,03 Millionen US-Dollar deutlich. Der bereinigte Verlust je Aktie lag bei 0,10 US-Dollar.
Auf der anderen Seite stiegen die Buchungen im ersten Halbjahr 2026 um 1.120 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 35,5 Millionen US-Dollar – ein Hinweis darauf, dass sich Kundeninteresse zunehmend in vertraglich fixierte Aufträge übersetzt, auch wenn sich dies noch nicht im laufenden Umsatz niederschlägt.
Am Markt zeigt sich diese Gemengelage in erhöhter Nervosität: Die Aktie notiert aktuell bei 15,50 Euro und legt am heutigen Donnerstag um 3,1 Prozent zu, bleibt damit aber weit von ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,41 Euro entfernt.
Analysten uneins, Konferenztermine stehen an
Am 20. August nahm BMO Capital die Coverage für D-Wave mit einem „Outperform“-Rating und einem Kursziel von 35,00 US-Dollar auf. Die Analysten verwiesen dabei auf die duale Plattformstrategie des Unternehmens, die sowohl Annealing- als auch Gate-Modell-Systeme umfasst.
Wenige Tage zuvor, am 18. August, hatte Zacks Investment Research seine Einstufung von „Strong Buy“ auf „Hold“ zurückgenommen – ein Hinweis auf die Skepsis, die die verfehlten Umsatzzahlen bei automatisierten Bewertungsmodellen ausgelöst haben.
D-Wave will im weiteren Verlauf des Spätsommers und Frühherbstes an mehreren Investorenkonferenzen teilnehmen, um dort seinen Weg zur Profitabilität und die kommerzielle Zugkraft der Technologie zu erläutern.
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