Almonty Aktie: Sangdong verarbeitet erste Erze
GBC sieht bei Almonty weiteres Potenzial: Sangdong startet die Verarbeitung, während Abnahmeverträge und Wolframpreise den Ausblick stützen.

Kurz zusammengefasst
- GBC bekräftigt Kaufvotum für Almonty
- Sangdong verarbeitet Erz zu Konzentrat
- Wolframpreis erreicht 3.087,50 US-Dollar
- Abnahmevertrag bringt 490 Millionen Umsatzpotenzial
Die Analysten von GBC AG haben ihre Kaufempfehlung für Almonty Industries am 20. August erneuert und ein Kursziel von 30 US-Dollar mit Bewertungshorizont bis Ende 2027 ausgegeben.
Ausschlaggebend ist der Übergang der Sangdong-Mine in die Produktionsphase: Seit Juli verarbeitet die Anlage angehäuftes Erz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat. Für die Analysten markiert dieser Schritt einen entscheidenden Meilenstein, der das operative Risiko des Projekts deutlich reduziert.
Untermauert wird die Einschätzung durch die Preisentwicklung am Wolframmarkt. Der Rotterdamer APT-Preis lag Mitte August laut Fastmarkets im Schnitt bei 3.087,50 US-Dollar je MTU, mit einer Spanne von 2.900 bis 3.275 US-Dollar. Das entspricht etwa dem 9,4-Fachen des Niveaus vom Jahresanfang 2025 – eine Größenordnung, die den strategischen Wert der südkoreanischen Lagerstätte für Almonty erheblich steigert.
Kursreaktion ohne erkennbaren Auslöser
Am Freitag schloss die Almonty-Aktie bei 15,57 Euro und damit 3,9 Prozent leichter als am Vortag. Ein konkretes Ereignis, das den Rücksetzer erklären würde, ist nicht ersichtlich – die zuletzt veröffentlichten Unternehmensnachrichten waren durchweg positiv.
Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs um 310 Prozent erhöht, sodass ein einzelner schwacher Handelstag angesichts dieser Rally wenig überrascht und eher als technische Verschnaufpause zu werten ist.
Der fehlende Nachrichtenanlass für den Tagesverlust unterstreicht, wie sensibel die Aktie auf Bewertungsfragen reagiert, nachdem sie binnen kurzer Zeit stark gestiegen ist. Anleger dürften zunehmend zwischen fundamentalem Fortschritt bei Sangdong und kurzfristigen Gewinnmitnahmen unterscheiden müssen.
Wachsende Abnahmebasis stützt Umsatzausblick
Parallel zum Produktionsstart hat Almonty seine Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders, einem Unternehmen der Plansee Group, erweitert. Die Laufzeit wurde um sechs Jahre verlängert, die kontraktierten Volumina um 40 Prozent erhöht und die Preiskonditionen um rund 6,3 Prozent verbessert. Beim aktuellen Preisniveau soll die Vereinbarung Sangdong auf ein jährliches Umsatzpotenzial von etwa 490 Millionen US-Dollar heben.
Diese vertragliche Absicherung dürfte auch die Argumentation der Analysten gestützt haben, die ihre Kursziele in den vergangenen Wochen mehrfach angehoben haben. GBC AG verweist explizit auf die Kombination aus gesicherten Abnahmemengen, gestiegenen Wolframpreisen und dem operativen Anlauf der Verarbeitungsanlage als Basis für die positive Einschätzung.
Bilanzielle Basis für die Wachstumsphase
Die finanzielle Ausgangslage für die kommende Ausbauphase erscheint solide. Nach dem Abschluss einer Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar im Juni verfügte Almonty zum Ende des zweiten Quartals über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar. Diese Mittel sollen sowohl die Optimierung der ersten Ausbaustufe in Sangdong als auch die bereits genehmigte zweite Phase mit höherer Durchsatzkapazität finanzieren.
Für die Bewertung der Aktie bleibt damit die Sangdong-Rampe der zentrale Faktor: Gelingt der Übergang von der Verarbeitung des Lagerbestands zu regulärem Minenbetrieb reibungslos, dürfte sich der von Analysten unterstellte Umsatzsprung in den kommenden Quartalen tatsächlich niederschlagen.
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