TUI Aktie: 188 Millionen Verlust im Q2
TUI hält Provisionsmodell für Reisebüros stabil, während Aktie nach Prognosesenkung und geopolitischen Risiken schwächelt. Analysten bleiben optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Provisionsmodell für Reisebüros unverändert
- Operativer Verlust im zweiten Quartal
- Aktie fällt nach Prognosesenkung
- Analysten sehen Kurspotenzial
TUI hält sein Provisionsmodell für Reisebüros im Geschäftsjahr 2026/27 unverändert. Das klingt nach einer Randnotiz — ist aber ein bewusstes Signal an Vertriebspartner in einem Jahr, das für den Konzern bislang alles andere als ruhig verlief.
Reisebüros bekommen Planbarkeit
Die Grundprovision bleibt bei 7,5 Prozent bis zu einem Jahresumsatz von 80.000 Euro. Ab dieser Schwelle steigt der Satz auf zehn Prozent. Über das Bonusprogramm „TUI Extra Stars“ und weitere Incentives sind in der Spitze bis zu 16 Prozent erreichbar.
Das Modell hatte TUI im Vorjahr grundlegend vereinfacht — von 21 auf zwölf Umsatzstufen. Vertriebs- und Franchise-Chefin Ilka Lauenroth spricht von einer „neuen verbesserten Einfachheit“, die viele Reisebüros positiv aufgenommen hätten. Die Kontinuität für 2026/27 soll diesen Vertrauensvorschuss festigen.
Zwischen Erholung und Gegenwind
Der operative Kontext ist schwieriger. Im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres verbuchte TUI einen operativen Verlust von 188 Millionen Euro. Der Nahostkonflikt schlug mit Einmaleffekten von 40 bis 45 Millionen Euro zu Buche — durch Flugstreichungen und Umroutungen von Schiffen. Daraufhin setzte TUI die Umsatzprognose aus und revidierte den EBIT-Ausblick auf eine Spanne von 1,10 bis 1,40 Milliarden Euro.
Lauenroth bleibt dennoch optimistisch. Die Reiselust sei ungebrochen hoch, Buchungen fielen aber kurzfristiger als in Vorjahren. Der Wunsch nach Flexibilität wachse.
Kurs unter Druck, Analysten bullish
Die Aktie startete das Jahr nahe 9,05 Euro, erreichte Anfang Februar ein Zwei-Jahres-Hoch und fiel nach der Prognosesenkung Ende April auf 6,11 Euro. Eine Erholung folgte, nachdem Berichte über eine vorläufige US-Iran-Vereinbarung zur Öffnung der Straße von Hormuz die Stimmung aufhellten. Zum Wochenschluss gab der Kurs jedoch nach: minus 2,96 Prozent auf 7,16 Euro. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 20 Prozent.
13 Analysten sehen im Schnitt ein Zwölfmonatskursziel von 10,35 Euro — mit einer Spanne von 7,30 bis 16 Euro. Das Gesamturteil lautet „Kaufen“. Zuletzt senkten Analysten ihr Durchschnittsziel moderat auf 10,44 Euro, begründet mit etwas niedrigeren Umsatz- und Margenerwartungen. Eine Kurskorrektur, kein Richtungswechsel.
Am 12. August legt TUI den nächsten Quartalsbericht vor. Der Markt wird dann sehen, ob die revidierte EBIT-Spanne hält — und ob die kurzfristige Buchungsdynamik das zweite Halbjahr trägt.
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