Volkswagen Aktie: IG Metall fordert 5 Prozent
IG Metall fordert fünf Prozent mehr Entgelt, während Volkswagen auf Kostendisziplin setzt; neue Modelle und Neunmonatszahlen stehen ebenfalls an.

Kurz zusammengefasst
- IG Metall verlangt fünf Prozent mehr
- Tarifverträge enden zum Jahreswechsel
- ID. Tiguan soll 2027 starten
- Neunmonatsbericht erscheint am 29. Oktober
Vor der Fortsetzung der Tarifverhandlungen in der zweiten Oktoberhälfte sieht sich Volkswagen einer doppelten Bewährungsprobe gegenüber. Während der Wolfsburger Konzern nach der Kündigung von Tarifverträgen auf strikte Kostendisziplin drängt, fordert die Arbeitnehmerseite spürbare Verbesserungen.
Zugleich entscheidet sich in den kommenden Wochen an den Produkt- und Finanzfronten, wie tragfähig der eingeleitete Konzernumbau für Investoren ist. Am Aktienmarkt notiert das Papier heute bei 68,78 Euro, was einem Plus von 1,8 Prozent entspricht.
Tarifkonflikt spitzt sich vor Verhandlungsrunde zu
Die Fronten vor der für die zweite Oktoberhälfte vereinbarten Runde sind verhärtet. Am 23. September beschloss die IG Metall eine Forderung von 5 Prozent mehr Entgelt für Beschäftigte und Auszubildende bei einer Laufzeit von einem Jahr, ergänzt um eine soziale Komponente für untere Entgeltstufen.
Dem steht der Sparkurs des Managements gegenüber: Bei der Kündigung von Tarifverträgen zum Jahresende verwies Volkswagen auf den anhaltenden Wettbewerbsdruck und die Branchenkrise. Ausdrücklich unberührt bleibt dabei laut Unternehmensangaben die Beschäftigungssicherung im Zukunftstarifvertrag.
Medienberichten zufolge warnte die IG Metall Wolfsburg vor empfindlichen Einschnitten in bestehende Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft sieht unter anderem Zulagen, Ausbildungsübernahmen sowie Schutzregeln für ältere und gesundheitlich beeinträchtigte Mitarbeiter gefährdet.
Für den Konzern steht viel auf dem Spiel: Ein langwieriger Arbeitskampf würde die ohnehin herausfordernde operative Neuausrichtung in einer schwierigen Marktphase zusätzlich belasten.
Modellpremieren und Quartalsbilanz im Fokus
Abseits der Werkstore rückt die Modelloffensive in den Mittelpunkt. Auf der Paris Motor Show ab 12. Oktober will Volkswagen neue Fahrzeuge präsentieren und knüpft damit an das Bekenntnis zur Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten sowie Schlüsseltechnologien wie Batterien und Software an.
Bereits für Anfang Oktober kündigte die Kernmarke zudem die Weltpremiere des neuen ID. Tiguan an. Das Modell soll Anfang 2027 in den Markt starten und die bisherigen Baureihen ID.4 und ID.5 ablösen, während Varianten mit Verbrenner- und Hybridantrieb weitergeführt werden.
Klarheit über die finanzielle Verfassung des Konzerns erwarten Anleger am 29. Oktober 2026. An diesem Tag veröffentlicht die Volkswagen Group ihren Zwischenbericht für die ersten neun Monate des Jahres.
Mit einem Rückgang von 34 Prozent seit Jahresanfang spiegelt der Aktienkurs die tiefgreifenden Belastungen aus Kostendruck und Wandel bereits deutlich wider. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Führung in Wolfsburg den Spagat zwischen notwendigen Einsparungen und Belegschaftsfrieden meistern kann.
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