Siemens Energy Aktie: Analysten spalten sich bei 245 Euro
Siemens Energy verbindet neue Energieprojekte mit einem geplanten Spartenumbau, während Analysten zwischen Verkaufsempfehlung und 245 Euro Kursziel liegen.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan bestätigt 245-Euro-Kursziel
- Jefferies reduziert Ziel auf 210 Euro
- Gaskraftwerk in Guyana vor Inbetriebnahme
- Abspaltung von Transformation of Industry angekündigt
Siemens Energy bleibt für Analysten ein Wert mit gespaltenen Lagern. Am Freitag bestätigte JPMorgan nach Gesprächen mit Vorstandschef Christian Bruch das Overweight-Rating mit einem Kursziel von 245 Euro. Nur zwei Tage zuvor hatte Jefferies ihr Buy-Votum zwar bekräftigt, das Kursziel aber von 215 auf 210 Euro gesenkt. Die Spannbreite der Einschätzungen zeigt, wie unterschiedlich die Bewertung des Konzerns derzeit ausfällt.
Bewertungsfrage spaltet die Analystenzunft
Während JPMorgan mit 245 Euro das höchste Kursziel im aktuellen Umfeld ausgibt, mahnte Mwb Research am 4. September zur Vorsicht: Das Analysehaus stufte die Aktie mit Sell ein und bezeichnete die Bewertung weiterhin als „demanding“, also anspruchsvoll.
Deutsche Bank Research hatte zu Monatsbeginn ihr Buy-Rating mit einem Kursziel von 210 Euro bestätigt. Die Bandbreite zwischen Verkaufsempfehlung und einem Kursziel von 245 Euro verdeutlicht, wie unterschiedlich Bewertungsmodelle und Wachstumserwartungen für den Energietechnikkonzern derzeit ausfallen.
Der Kurs selbst spiegelt diese Unsicherheit wider. Am Freitag schloss die Aktie bei 143,92 Euro, ein Plus von 2,3 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Rückgang von 12 Prozent zu Buche, und zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro fehlen der Aktie noch 26 Prozent. Der RSI von 43,6 signalisiert dabei keine überhitzte Lage, sondern eher eine neutrale bis leicht schwache Verfassung.
Operatives Geschäft läuft trotz Bewertungsdebatte weiter
Abseits der Kursziel-Diskussion meldet Siemens Energy operative Fortschritte auf mehreren Kontinenten. In Guyana bereitet der Konzern gemeinsam mit der Regierung die Inbetriebnahme eines 300-Megawatt-Gaskraftwerks im Rahmen des sogenannten Gas-to-Energy-Projekts vor. Siemens Energy übernimmt dort die Rolle des Betreibers für Betrieb und Wartung, mit einer fünfjährigen Betriebsphase und einem daran anschließenden 20-jährigen Wartungsprogramm.
Parallel dazu vereinbarte der Konzern mit Rolls-Royce SMR die Fertigung von Dampfturbinen-Komponenten für das britische Projekt kleiner modularer Reaktoren. Am Standort Newcastle sollen unter anderem Hochdruckturbinen und Ventilgehäuse entstehen. Solche Aufträge unterstreichen, dass Siemens Energy in mehreren Zukunftsfeldern der Energiewende gleichzeitig aktiv ist – von konventioneller Gaskraft bis zur nuklearen Kleintechnologie.
Strukturwandel im Konzern
Zusätzlich zur operativen Auftragslage treibt Siemens Energy einen internen Umbau voran. Der Konzern kündigte an, die Sparte Transformation of Industry als eigenständige Einheit abzuspalten. Die neue Einheit soll zunächst unter der Marke Omterra firmieren. Für Anleger bedeutet das potenziell mehr Transparenz über die einzelnen Geschäftsbereiche, aber auch eine neue Unsicherheit über die künftige Konzernstruktur.
Die Gemengelage aus operativen Fortschritten, einem angekündigten Strukturwandel und widersprüchlichen Analystenmeinungen dürfte die Kursschwankungen bei Siemens Energy vorerst begleiten. Die annualisierte Volatilität von 35 Prozent auf Sicht von 30 Tagen bestätigt, dass der Markt die Aktie weiterhin als vergleichsweise schwankungsanfällig einstuft.
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