Nvidia Aktie: H200-Chips erreichen China

US-Beamter bestätigt erste H200-Lieferungen nach China. Nvidias Umsatz in der Region sinkt, während globale KI-Erlöse boomen.

Andreas Sommer ·
Nvidia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erste H200-Chips in China eingetroffen
  • China-Umsatz von Nvidia bricht ein
  • Strengere Exportkontrollen in Asien
  • Aktie zeigt neutrale technische Signale

Ein hochrangiger US-Beamter bestätigt, was viele vermutet hatten: Erste H200-Chips von Nvidia sind bereits mit staatlicher Genehmigung in China angekommen. Die Nachricht schickt die Aktie am Mittwoch auf 182,68 Euro, ein Minus von 1,57 Prozent gegenüber dem Dienstagsschluss bei 185,60 Euro.

Ein Beamter bestätigt, mehr nicht

Jeffrey Kessler, Staatssekretär im US-Handelsministerium für Industrie und Sicherheit, sprach gegenüber Bloomberg von einer „trivialen“ Anzahl gelieferter H200-Chips. Details zu Käufern oder Stückzahlen nannte er nicht.

Der H200 steht seit Monaten im Zentrum der Handelsspannungen zwischen Washington und Peking. Präsident Trump gab den Chip im Dezember für den China-Export frei. Das Handelsministerium goss diese Entscheidung später in feste Regeln: Verkäufe nur an geprüfte chinesische Käufer, verbunden mit strengen Sicherheitsauflagen. Jeder Lizenzantrag muss laut Kessler sicherstellen, dass die Chips nicht beim chinesischen Militär landen.

Trotz des offenen Genehmigungswegs bleibt die Nachfrage aus China selbst verhalten. Peking bremst gezielt den heimischen Einkauf US-amerikanischer KI-Chips, auch um die eigene Chipindustrie zu stärken. Nvidia selbst rechnet deshalb kurzfristig nicht mit zusätzlichen Umsätzen aus chinesischen KI-Prozessor-Verkäufen.

Der China-Umsatz ist bereits eingebrochen

Die Bestätigung der Lieferungen trifft auf einen Konzern, der sein China-Geschäft längst zurückgefahren hat. Der Umsatz mit Kunden aus China und Hongkong fiel im ersten Quartal um rund 53 Prozent auf 4,55 Milliarden Dollar, nach 9,66 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Das geht aus Nvidias Quartalsbericht hervor.

Der Gesamtkonzern lässt sich davon nicht bremsen. Der Umsatz sprang um 85 Prozent auf einen Rekordwert von 81,6 Milliarden Dollar. Das China-Geschäft schrumpft, das globale KI-Geschäft wächst umso schneller.

Separat davon hat Washington einigen chinesischen Firmen den Kauf fortschrittlicher Chips bei Nvidia und AMD erlaubt, darunter ZTE Kangxun Telecom und Maginfra, wie Reuters unter Berufung auf Dokumente berichtete.

Strengere Kontrollen in ganz Asien

Die China-Meldung reiht sich in eine breitere Verschärfung der Exportkontrollen ein. Nvidia hat laut Financial Times die Zahl autorisierter asiatischer Käufer für seine fortschrittlichen KI-Chips um mehr als die Hälfte reduziert. Grund ist eine strengere „Whitelist“ mit verschärften Compliance-Prüfungen.

Betroffen sind Kunden in Singapur, Malaysia und Japan. Vor-Ort-Besuche in Rechenzentren, Vertragsprüfungen und Interviews mit Endkunden führten dazu, dass zahlreiche Neo-Cloud-Anbieter von der Liste flogen. Der Verdacht: Sie könnten Chips heimlich nach China weiterleiten. Wer entfernt wurde, kann sich nach Nachbesserungen erneut bewerben.

Hintergrund ist Druck aus Washington, Schlupflöcher zu schließen, durch die Chips wie die Blackwell-Prozessoren trotz Exportbeschränkungen nach China gelangen könnten. Eine Richtlinie des Handelsministeriums vom Mai präzisierte zusätzlich die Anforderungen an Firmen mit chinesischen Mutterkonzernen, an die sich Nvidia inzwischen angepasst hat.

Kurs bewegt sich in ruhigem Fahrwasser

Trotz der geopolitischen Nachrichtenlage bewegt sich die Aktie technisch unauffällig. Der aktuelle Kurs liegt nur knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 181,86 Euro und etwa 9,8 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro vom Mai. Auf Zwölfmonatssicht steht dennoch ein Plus von 24,19 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 13,40 Prozent.

Der RSI von 54,7 zeigt neutrales Terrain, weder überkauft noch überverkauft. Die annualisierte Volatilität von 38,07 Prozent verrät aber, wie empfindlich das Papier weiterhin auf Schlagzeilen aus Washington und Peking reagiert.

Solange Peking den heimischen Einkauf bremst und Washington die Lizenzpflichten für China wie für andere asiatische Märkte aufrechterhält, bleibt der kurzfristige China-Ausblick für Nvidia gedämpft. Die bestätigten H200-Lieferungen ändern daran wenig. Anleger dürften ihren Blick weiterhin auf neue Signale aus dem Handelsministerium und auf die Nachfrage der großen US-Cloud-Kunden richten.

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Nvidia Aktie

182,96 EUR

– 2,64 EUR -1,42 %
KGV 32,26
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,02 %
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ISIN: US67066G1040 WKN: 918422

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