Heidelberger Druckmaschinen setzt den nächsten Schritt seiner Transformation: Mit der neuen Digitaldruckmaschine Jetfire 75 erweitert der Konzern sein Angebot im wachstumsstarken Inkjet-Segment – gestützt von einer frisch gestärkten Konzernfinanzierung. Im Zentrum steht die Frage, ob die Kombination aus neuer Technologie und solider Kapitalbasis der laufenden Neuausrichtung zusätzlichen Schub geben kann.
Jetfire 75: Baustein der Digitalstrategie
Heute hat Heidelberg die sofortige Marktverfügbarkeit der Jetfire 75 im B2-Format (614 mm x 750 mm) gemeldet. Zielgruppe sind industrielle kommerzielle Druckereien, deren Produktionsprozesse sich zunehmend vom klassischen Offset- hin zum Digitaldruck verschieben.
Die Jetfire 75 ist in das unternehmenseigene „Digital Ecosystem“ eingebunden und arbeitet mit der Software Prinect Touch Free. Im Fokus stehen zwei zentrale Herausforderungen der Branche: der Mangel an qualifizierten Fachkräften und der Bedarf an höherer Automatisierung, insbesondere bei vielen kleinen Aufträgen.
Nach Unternehmensangaben wächst das globale Volumen kommerzieller Druckjobs im Inkjet-Bereich bis 2030 voraussichtlich um mehr als vier Prozent pro Jahr. Die Jetfire 75 soll genau in diesem Segment punkten: Sie ermöglicht Druckereien, schneller und wirtschaftlicher auf eine steigende Anzahl von Druckjobs bei sinkenden Auflagen zu reagieren und setzt auf ein ausgeprägtes „Self-Service“-Konzept, das die Verfügbarkeit der Anlagen erhöhen soll.
Damit ist die Markteinführung mehr als ein Produkt-Update. Sie gilt intern als Schlüsselprojekt der Hybrid-Strategie, bei der Heidelberg das profitable Offset-Geschäft weiter bedient und parallel das digitale Geschäft konsequent ausbaut.
Die wichtigsten Punkte im Überblick
- Sofortige Marktverfügbarkeit der neuen Inkjet-Digitaldruckmaschine Jetfire 75 im B2-Format
- Fokus auf industriellen kommerziellen Druck mit wachsendem Digitalanteil
- Integration in das „Digital Ecosystem“ mit Prinect Touch Free zur Automatisierung
- Adressiert Fachkräftemangel und kleine Auflagen mit hoher Jobanzahl
- Prognostiziertes Wachstum des globalen Inkjet-Marktvolumens von >4 % p.a. bis 2030
- Zentrale Rolle im Rahmen der Hybrid-Strategie (Offset + Digital)
Finanzierung verlängert: Rückenwind für die Transformation
Der Produktstart erfolgt vor dem Hintergrund einer deutlich gestärkten Finanzierungsbasis. Mitte Januar hat Heidelberg seine Konzernfinanzierung neu geordnet:
- Die Konsortialkreditlinie wurde vorzeitig bis 2030 verlängert.
- Das Volumen stieg von 370 Millionen Euro auf 436 Millionen Euro.
Diese zusätzliche und langfristig gesicherte Liquidität verschafft dem Unternehmen mehr Spielraum, um Investitionen in neue Systeme wie die Jetfire 75 und weitere Wachstumsfelder zu stemmen. Dazu zählt auch die Ende 2025 gestartete Kooperation mit Ondas Autonomous Systems im Bereich Verteidigungstechnik.
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Marktbeobachter verbinden die gesicherte Langfristfinanzierung mit der konsequenten Umsetzung der Produkt-Roadmap. Aus dieser Kombination könnte mittelfristig ein robusteres Geschäftsprofil entstehen: Während das klassische Maschinenbaugeschäft zyklisch bleibt, zielt Heidelberg im Digital- und Servicebereich auf wiederkehrendere Umsätze und stabilere Margen ab. Die Jetfire 75 ist hier ein wichtiger Hebel, weil sie nicht nur Hardware, sondern auch Software- und Serviceumsätze im integrierten Ökosystem adressiert.
Aktie: Konsolidierung nach starkem Jahr
An der Börse zeigt sich das Bild einer laufenden Konsolidierung nach einem kräftigen Anstieg im vergangenen Jahr. Der Kurs liegt heute bei 1,94 Euro und damit gut 71 % höher als vor zwölf Monaten, aber rund 24 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 2,54 Euro.
Kurzfristig ist der Titel schwächer unterwegs: Auf Sicht von 30 Tagen ergibt sich ein Rückgang von knapp 12 %, seit Jahresbeginn rund 5 %. Der aktuelle Kurs bewegt sich damit leicht unter dem 50‑Tage-Durchschnitt von 1,97 Euro, aber oberhalb der 200‑Tage-Linie bei 1,85 Euro. Der 14‑Tage-RSI von 37,4 signalisiert eine eher verhaltene Marktstimmung, ohne in klar überverkaufte Bereiche abzurutschen.
Die erhöhte 30‑Tage-Volatilität von knapp 48 % unterstreicht, dass die Aktie weiterhin schwankungsanfällig bleibt. Vor diesem Hintergrund könnten operative Fortschritte – wie die Jetfire-Markteinführung auf Basis einer soliden Finanzierung – eine wichtige Rolle für das Vertrauen in die Transformationsstory spielen.
Blick nach vorn: Q3-Zahlen im Fokus
Der nächste konkrete Prüfstein für die Neuausrichtung folgt bereits in Kürze: Am 5. Februar 2026 legt das Unternehmen die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 vor. Im Mittelpunkt dürften dann vor allem zwei Punkte stehen:
- Wie entwickelt sich der Auftragseingang im Digital- und Inkjet-Segment, inklusive Jetfire-Plattform?
- Bleibt die Prognose für das Gesamtjahr vor dem Hintergrund der Produktoffensive und der gestärkten Finanzierung bestehen?
Operativ liefert Heidelberg mit der Jetfire 75 und der verlängerten Kreditlinie Argumente für den weiteren Umbau hin zu mehr Digital- und Servicegeschäft. Ob sich dieser Kurs auch in den kommenden Quartalen messbar in Auftragseingang, Umsatzmix und Margen niederschlägt, werden die anstehenden Q3-Zahlen und die anschließende Kommunikation des Managements zeigen.
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