Oracle Aktie: 23,7 Milliarden Cashflow-Minus
Trotz Rekordumsatz und starkem Cloud-Wachstum stürzt die Oracle-Aktie ab. Grund sind explodierende Kosten und ein negativer Cashflow durch KI-Investitionen.

Kurz zusammengefasst
- Wöchentlicher Kursrutsch von fast 19 Prozent
- Cloud-Umsatz steigt um 39 Prozent
- Investitionsausgaben um 162 Prozent gestiegen
- Freier Cashflow rutscht ins Minus
Oracle steht im Zentrum der Künstlichen Intelligenz. Der Software-Riese will den Markt erobern. Das kostet Geld. Sehr viel Geld. Anleger hassen diese Unsicherheit. Die vergangene Woche lieferte dafür den perfekten Beweis. Die Aktie stürzte brutal ab.
Ein Minus von fast 19 Prozent in nur sieben Tagen spricht Bände. Es war der stärkste wöchentliche Einbruch seit über zwei Jahrzehnten. Am Freitag schloss das Papier bei 130,50 Euro.
Vom 52-Wochen-Hoch bei rund 280 Euro ist der Kurs mittlerweile weit entfernt. Ein Verlust von über 53 Prozent. Das schmerzt.
Rekordumsatz trifft auf Kostenschock
Warum diese Panik? Die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2026 lieferten eigentlich gute Argumente. Der Gesamtumsatz kletterte um 17 Prozent auf die Rekordsumme von 67,4 Milliarden US-Dollar.
Das Cloud-Geschäft wuchs parallel dazu rasant. Hier verzeichnete Oracle ein Plus von 39 Prozent auf 34 Milliarden Dollar. Besonders die Cloud-Infrastruktur explodierte förmlich mit einem Zuwachs von 93 Prozent im vierten Quartal.
Hier liegt das Problem. Wachstum im KI-Zeitalter gibt es nicht umsonst. Oracle baut massiv neue Rechenzentren. Die Investitionsausgaben eskalierten im vergangenen Jahr um 162 Prozent. Das entspricht gewaltigen 55,7 Milliarden Dollar.
Die Folge:
Der freie Cashflow rutschte tief ins Minus. Ein Fehlbetrag von 23,7 Milliarden Dollar steht nun in den Büchern. Oracle wächst schneller als die Konkurrenz. Das Unternehmen verbrennt dabei aber Unsummen an Geld.
Milliardenwette auf die Zukunft
Das Management hat eine klare Vision. KI soll in jedem Bereich der eigenen Technologie stecken. Oracle will der wichtigste Anbieter für regulierte Branchen werden. Dafür braucht der Konzern gigantische Kapazitäten.
Die Kunden stehen bereits Schlange. Die vertraglich gesicherten Umsätze steigen stark an. Oracle muss nun liefern. Das erfordert frisches Kapital. Im Kalenderjahr 2026 will das Unternehmen bis zu 50 Milliarden Dollar aufnehmen.
Diese Summe soll durch neue Schulden und Aktienverkäufe zusammenkommen. Eine Verwässerung droht. Kein Wunder, dass Aktionäre nervös reagieren.
Oracle betreibt heute mehr Cloud-Regionen als einige größere Konkurrenten. Der Konzern greift Amazon, Microsoft und Google direkt an. Der Fokus liegt auf extrem schnellen und günstigen Rechenleistungen.
Wann aber zahlen sich diese gigantischen Wetten endlich aus?
Genau diese Frage treibt den Markt aktuell um. Die Investoren fordern nachhaltige Gewinne. Sie wollen einen positiven Cashflow sehen. Bis dahin bleibt die Aktie hochvolatil. Die annualisierte Schwankungsbreite liegt derzeit bei über 72 Prozent.
Geduldsprobe für Anleger
Der Markt bestraft den aggressiven Expansionskurs hart. Der RSI-Wert von 29,6 signalisiert bereits einen überverkauften Zustand. Analysten bleiben langfristig optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel von rund 222 Euro verspricht deutliches Potenzial.
Am Ende entscheidet das operative Geschäft. Im September öffnet Oracle erneut die Bücher. Dann muss das Management beweisen, dass die teuren KI-Investitionen echte Renditen abwerfen.
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