Nvidia Aktie: Vera Rubin läuft bei Cloud-Anbietern
Nvidia meldet 96,2 Milliarden Dollar Umsatz und plant im dritten Quartal 108 Milliarden. China bleibt in der Prognose außen vor.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz im Jahresvergleich mehr als verdoppelt
- Drittes Quartal ohne China-Erlöse kalkuliert
- Vera-Rubin-Systeme bei Cloud-Anbietern im Einsatz
- Aktie nahe am 52-Wochen-Hoch
Nvidia hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar erzielt, wie der Chipkonzern per Pflichtmitteilung bekanntgab. Das entspricht einem Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorquartal und einer Verdopplung im Jahresvergleich, plus 106 Prozent. Die Bruttomarge lag nach GAAP und non-GAAP bei jeweils 75,0 Prozent, der Gewinn je Aktie bei 2,46 beziehungsweise 2,22 US-Dollar.
Bemerkenswert an den Zahlen ist weniger die Höhe als die Zusammensetzung: Nvidia kalkuliert für das laufende dritte Quartal keinerlei Rechenzentrums-Umsatz aus China ein. Der Konzern rechnet dennoch mit einem Erlös von 108,0 Milliarden US-Dollar, plus/minus 2 Prozent, was das Wachstumstempo unverändert hoch hält.
Die operativen Aufwendungen sollen dabei auf rund 9,2 Milliarden US-Dollar (GAAP) beziehungsweise 9,0 Milliarden US-Dollar (non-GAAP) steigen. Die Bruttomarge für das dritte Quartal wird mit 74,0 Prozent, plus/minus 50 Basispunkte, etwas niedriger als im Vorquartal veranschlagt.
Vera Rubin läuft an, Partner ziehen mit
Parallel zu den Zahlen bestätigte Nvidia den Produktionshochlauf der neuen Vera-Rubin-Plattform. Racks laufen bereits bei CoreWeave, Google Cloud, Microsoft Azure, Oracle Cloud Infrastructure und Nebius – ein breiter Kreis der größten Cloud-Anbieter, der die neue Generation offenbar zügig in den Praxisbetrieb überführt.
Ergänzend kündigten Nvidia und Amazon Web Services an, zwei Millionen zusätzliche Grafikprozessoren sowie weitere Infrastruktur für agentenbasierte und physische KI-Anwendungen bereitzustellen.
Ende August vertiefte Nvidia zudem die Zusammenarbeit mit MediaTek im Bereich Edge-to-Cloud-Computing für KI-Anwendungen. Die Partnerschaft zielt darauf ab, Rechenleistung stärker zwischen Endgeräten und der Cloud zu verzahnen – ein weiterer Baustein in Nvidias Strategie, die eigene Plattform über das klassische Rechenzentrumsgeschäft hinaus zu verankern.
Eine Aktionärsvergütung gibt es ebenfalls: Der Verwaltungsrat beschloss eine Quartalsdividende von 0,25 US-Dollar je Aktie, zahlbar am 1. Oktober an Aktionäre, die am 10. September im Aktienregister eingetragen sind.
Kurs nahe am Rekordhoch
An der Börse spiegelt sich die Wachstumsdynamik im Kursverlauf. Am Freitag schloss die Nvidia-Aktie bei 198,56 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent auf Tagesbasis.
Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich der Zuwachs auf 5,7 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von 24 Prozent zu Buche. Damit notiert das Papier nur noch 1,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 202,50 Euro, das erst am 14. Mai markiert wurde.
Der Verzicht auf China-Umsätze in der Prognose zeigt, wie sehr Nvidia sein Wachstum inzwischen auf westliche Hyperscaler und deren Ausbaupläne stützt. Die Kombination aus Rekordumsatz, hohen Margen und einer Investitionsoffensive bei Partnern wie AWS und den großen Cloud-Anbietern liefert dem Markt gleich mehrere Argumente, warum der Kurs trotz der ohnehin schon hohen Bewertung nahe an seinem Rekordhoch verharrt.
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