AMD Aktie: Intel bremst die Rally aus
Intels PC-Prognose belastet Chipwerte, während Jefferies und weitere Analysehäuser AMDs Geschäftsaussichten positiv beurteilen.

Kurz zusammengefasst
- AMD verliert vorbörslich 8,13 Prozent
- Intel erwartet sinkende PC-Umsätze im vierten Quartal
- Jefferies prognostiziert 75 Milliarden Dollar Rechenzentrumserlöse 2027
- AMD-Quartalszahlen werden am 3. November erwartet
Die AMD-Aktie hat 2026 mehr als 170 Prozent zugelegt, doch am Freitag bremst ein Konkurrent die Rally. Intels schwacher Ausblick für den PC-Markt drückt die gesamte Chipbranche. AMD verliert vorbörslich 8,13 Prozent auf 520,11 Dollar.
Intel belastet den Sektor
Intel rechnet im vierten Quartal mit einem Umsatzrückgang im PC-Geschäft von rund 20 Prozent zum Vorquartal. Der Lagerabbau könnte sich bis in die erste Hälfte 2027 ziehen. Die Intel-Aktie bricht vorbörslich zeitweise um mehr als 25 Prozent ein.
Der Sog erfasst die Konkurrenz. NVIDIA gibt um 2,59 Prozent nach, Micron um 4,49 Prozent, Marvell um 5,2 Prozent. Marktbeobachter sehen die Sorge, dass der Gegenwind im PC-Markt auch AMDs operatives Geschäft treffen könnte.
Hinzu kommt die Debatte um KI-Ausgaben. Amazon kündigte höhere Investitionen für das kommende Jahr an, und am Markt wächst das Unbehagen über schuldenfinanzierte Milliardenprojekte. Steigende Zinserwartungen verschärfen das Bild: Der Markt rechnet mit einer Fed-Anhebung um mehr als 50 Basispunkte bis Mitte 2027.
Analysten bleiben für AMD optimistisch
Die Stimmung im Rechenzentrumsgeschäft ist weiterhin konstruktiv. Jefferies bestätigte am Donnerstag das Rating „Buy“ mit einem Kursziel von 650 Dollar. Analyst Blayne Curtis erwartet für das dritte Quartal einen Umsatz von 13,5 Milliarden Dollar und für das vierte Quartal 17 Milliarden Dollar.
Für 2027 sieht Jefferies die Rechenzentrumserlöse über dem aktuellen Konsens von 70 Milliarden Dollar, nämlich bei etwa 75 Milliarden Dollar. Die Erwartungen institutioneller Investoren reichen demnach von 80 bis 90 Milliarden Dollar. Treiber sollen die Server-CPU-Sparte und KI-Beschleuniger sein, dazu der Start der Venice-CPU.
Andere Häuser liegen höher. Aletheia Capital hob das Ziel auf 800 Dollar, TD Cowen bleibt bei 675 Dollar.
Engpässe und Bewertung
Ein Risiko liegt in der Fertigung. Beide Produkte, Venice-CPU und MI450-GPU, nutzen TSMCs N2-Prozess. AMD könnte daher bei knappen Kapazitäten priorisieren müssen, TSMC erwartet 2027 allerdings mehr als doppelt so viel N2-Kapazität.
Fortschritte gibt es bei Meta: Erste Helios-Systeme sind installiert und werden vor dem breiteren Einsatz getestet. Zugleich gilt die Aktie nach dem Lauf als ambitioniert bewertet. InvestingPro stuft sie als überbewertet gegenüber dem fairen Wert ein.
Den nächsten Test liefert AMD voraussichtlich am 3. November mit den Quartalszahlen. Optionsdaten deuten auf eine Kursbewegung von rund 6,8 Prozent hin. Entscheidend ist dann der Ausblick zum Rechenzentrumsgeschäft, der zeigt, ob Intels PC-Schwäche ein Einzelfall bleibt.
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