Arafura: Hancock-Unterstützung macht Juli-Votum wahrscheinlich
Aktionäre stimmen über 350-Millionen-Dollar-Paket ab. Ein Nein würde den Deal platzen lassen und die Zukunft des Unternehmens gefährden.

Kurz zusammengefasst
- Abstimmung über 350-Millionen-Paket
- Bau der Nolans-Mine geplant
- Abnehmer für 93% der Produktion
- Kursrückgang vor Hauptversammlung
Für Arafura Rare Earths läuft die Zeit ab. Bis zum 30. Juni können Aktionäre online über ein 350 Millionen australische Dollar schweres Finanzierungspaket abstimmen. Am 2. Juli folgt die außerordentliche Hauptversammlung in Perth. Fällt das Votum negativ aus, platzt der gesamte Deal.
Ein Paket ohne Spielraum
Auf dem Tisch liegt eine dreiteilige Rettung. Export Finance Australia will neue Aktien kaufen. Der deutsche Rohstofffonds steuert über die KfW weitere 50 Millionen Euro bei. Die National Reconstruction Fund Corporation zeichnet Wandelanleihen.
Nach australischem Recht muss jeder Teilbeschluss einzeln passieren. Eine einzige Gegenstimme kippt die gesamte Finanzierung. Stimmen die Aktionäre zu, fließen die KfW-Gelder bereits am 9. Juli.
Der Zeitplan ist eng getaktet. Ab Januar 2027 verbannt das Pentagon chinesische Seltene Erden aus US-Rüstungslieferketten. Das schafft enormen Bedarf an alternativen Quellen für Neodym-Praseodym-Oxid (NdPr).
Parallel dazu endet im November 2026 ein inoffizieller Waffenstillstand bei Chinas Exportkontrollen. Peking kontrolliert rund 90 Prozent der weltweiten Verarbeitung. Die Folge: Käufer zahlen für nicht-chinesisches NdPr inzwischen einen massiven Aufschlag.
Projektstart in Sichtweite
Gibt die Hauptversammlung grünes Licht, startet der Bau der Nolans-Mine im September. Arafura hat bereits Abnehmer für 93 Prozent der geplanten NdPr-Jahresproduktion gefunden. Zu den Kunden zählen Hyundai, Kia und Siemens Gamesa.
Das Marktumfeld bleibt dabei volatil. Der NdPr-Preis fiel im Mai zunächst deutlich, erholte sich aber schnell wieder. Analysten erwarten für 2026 das zweite Jahr in Folge ein Angebotsdefizit.
Im Vorfeld der Abstimmung kam Bewegung in das Aktionärsregister. State Street und Citigroup haben ihre Positionen kürzlich vollständig abgebaut. Der Markt wertete diesen doppelten Ausstieg als negatives Signal.
Dennoch gibt es stabilisierende Faktoren. Hancock Prospecting hält rund 17,5 Prozent der Anteile. Diese Unterstützung macht eine Zustimmung am 2. Juli wahrscheinlich.
Die Aktie spürt die Nervosität. Der Kurs rutschte in den vergangenen sieben Tagen auf 0,14 Euro ab. Ein Minus von gut elf Prozent. Der RSI-Wert nähert sich dem überverkauften Bereich. Auf Jahressicht notiert das Papier allerdings noch 42 Prozent im Plus.
Das Votum am 2. Juli entscheidet über die Zukunft des Unternehmens. Bei einem „Ja“ beginnen die Baggerarbeiten im September. Scheitert die Abstimmung, muss das Management bis zum Ablauf der Finanzierungsfrist im Dezember einen neuen Plan vorlegen.
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