S&P 500: Chip-Rally vor Nvidia-Nacht
Chipwerte treiben S&P 500 und Nasdaq 100 an. Nvidia-Quartalszahlen am Mittwoch gelten als Stimmungstest für den KI-Sektor.

Kurz zusammengefasst
- Chip-Sektor treibt Indizes an
- Nvidia beendet Verlustserie
- Ölpreisverfall stützt Aktienmärkte
- Arbeitsmarktdaten im Fokus
Nach einem schwachen Wochenstart hat der S&P 500 den Rückwärtsgang wieder verlassen. Der Index schloss 0,32 Prozent fester bei 7.677,28 Punkten, getragen von fallenden Ölpreisen und sinkenden Anleiherenditen. Der technologielastige Nasdaq 100 legte mit 0,64 Prozent noch deutlicher zu.
Den Ausschlag gab der Chipsektor. Nvidia beendete eine mehrtägige Verlustserie mit einem Plus von 2,2 Prozent, AMD und Marvell Technology zogen um jeweils knapp fünf Prozent an. Der Grund für die Nervosität der vergangenen Tage lag in der Sorge vor wachsendem politischem Widerstand gegen den Ausbau von KI-Rechenzentren in den USA.
Diese Bedenken traten am Dienstag in den Hintergrund — Anleger richten den Blick nun auf die Nvidia-Quartalszahlen am Mittwoch, die als Gradmesser für den gesamten KI-Boom gelten. Ein enttäuschendes Ergebnis dürfte laut Marktbeobachtern entsprechend heftig quittiert werden.
Iran-Sanktionen bleiben vage, Öl gibt nach
Die Ölpreise weiteten ihre Verluste trotz der Drohung neuer US-Sanktionen gegen den Iran aus. US-Finanzminister Scott Bessent hatte am Vorabend zwar von einem möglichen „Wirtschaftskrieg“ gegen Teheran gesprochen, blieb bei konkreten Maßnahmen gegen Käufer iranischen Öls aber vage. Die zurückhaltende Reaktion der Ölpreise dämpfte zugleich die Inflationssorgen und stützte damit indirekt die Aktienmärkte.
Abseits des Sektors sorgten Einzelwerte für Bewegung. Moderna sprang um gut 14 Prozent, nachdem eine Analystin ihr negatives Votum nach den positiven Studiendaten zu einem Melanom-Impfstoff aufgegeben hatte — Partner Merck & Co. markierte im Sog davon ein neues Rekordhoch.
Auf der anderen Seite brach Dicks Sporting Goods um 31 Prozent ein, nachdem der Sportartikelhändler seinen Ausblick wegen Problemen bei der Tochter Foot Locker gesenkt hatte. Nike geriet als Dow-Schlusslicht mit 3,1 Prozent ebenfalls unter Druck.
Arbeitsmarktdaten als nächster Prüfstein
Neben Nvidia rückt auch der Arbeitsmarkt in den Fokus. Für die August-Zahlen zum US-Stellenaufbau, die Anfang September erscheinen, wird ein Plus von rund 65.000 Jobs erwartet — etwas mehr, als der Marktkonsens bislang unterstellt. Die Fed dürfte ihre Zinsentscheidung im September aber stärker an den Inflationsdaten ausrichten, die am 10. und 11. September folgen.
Die Woche bleibt damit vollgepackt: Auf die Nvidia-Zahlen am Mittwoch folgen weitere Signale zum Konsumklima und, am 28. August, die jährliche Revision der Beschäftigtenstatistik. Bis dahin dürfte der Chipsektor die Richtung vorgeben.
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