Commerzbank: 1,10 Euro Dividende plus 2,7 Milliarden Rückkauf
UniCredit unterbreitet Übernahmeangebot mit Abschlag. Commerzbank kontert mit Rekordergebnis und deutlich höherer Dividende.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit-Offerte mit deutlichem Abschlag
- Commerzbank mit Rekordgewinn 2025
- Dividendenanstieg um fast 70 Prozent
- Strategie-Update zur Verteidigung der Eigenständigkeit
UniCredit hat am 5. Mai die offizielle Angebotsunterlage für ihr Übernahmeangebot auf die Commerzbank veröffentlicht. Das Angebot liegt bei 0,485 neuen UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie — umgerechnet rund 31,07 Euro. Gegenüber dem aktuellen Börsenkurs von 37,10 Euro ist das ein Abschlag von mehr als 15 Prozent. Kein Wunder, dass Marktbeobachter das Angebot als kaum zugkräftig einschätzen.
UniCredit erwartet selbst nicht, damit die Kontrollmehrheit zu erlangen. Die Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank wollen die Unterlage sorgfältig prüfen und danach eine begründete Stellungnahme nach § 27 WpÜG veröffentlichen.
Strategie-Update als direkte Antwort
Am 8. Mai präsentiert die Commerzbank ihre Quartalszahlen — und zeitgleich ein Strategie-Update mit aktualisierten Finanzzielen bis 2030. Das Management will damit den Mehrwert der Eigenständigkeit mit konkreten Zahlen belegen. Bereits im Februar hatte die Bank angekündigt, ihre Ziele für 2028 anzuheben und zusätzliche Wachstumspotenziale zu benennen.
Die operative Ausgangslage ist stark. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Commerzbank ein bereinigtes Nettoergebnis von 3 Mrd. Euro — ein Rekordwert, rund 13 Prozent über dem Vorjahr.
Rekorddividende und milliardenschwere Rückgaben
Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vor. Das sind knapp 70 Prozent mehr als die 0,65 Euro im Vorjahr. Der Ex-Tag ist der 21. Mai 2026, die Ausschüttung folgt am 26. Mai.
Zusammen mit zwei bereits abgeschlossenen Aktienrückkäufen von insgesamt rund 1,5 Mrd. Euro gibt die Bank für das Geschäftsjahr 2025 insgesamt rund 2,7 Mrd. Euro an ihre Aktionäre zurück.
Die Hauptversammlung findet am 20. Mai 2026 im RheinMain CongressCenter in Wiesbaden statt. Dort soll die Bank auch ermächtigt werden, eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals zurückzukaufen.
Kurs nahe Jahreshoch, Übernahme bleibt Dauerthema
Die Commerzbank-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 52 Prozent zugelegt und notiert mit 37,10 Euro knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro. Der RSI von über 90 signalisiert eine technisch überkaufte Lage.
Das Übernahmeverfahren dürfte sich in jedem Fall hinziehen. UniCredit rechnet selbst damit, dass der Abschluss frühestens 2027 erfolgt — abhängig von regulatorischen Genehmigungen, die unabhängig vom Annahmeergebnis eingeholt werden müssen. Bis dahin liefern die Quartalszahlen vom 8. Mai den nächsten konkreten Maßstab dafür, wie überzeugend die Commerzbank ihre Eigenständigkeit verteidigen kann.
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