DAX: Minimalbewegung im Schatten der Weltpolitik

Der DAX schloss kaum verändert, während fallende Ölpreise Europas Börsen stützten und geopolitische Signale einzelne Aktien deutlich bewegten.

Felix Baarz ·
Leeres Börsenparkett in Frankfurt mit unscharfen Silhouetten von Händlern im Hintergrund bei gedämpftem Tageslicht. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX beendet Handel fast unverändert
  • Brent fällt zeitweise unter 98 Dollar
  • Zalando führt Gewinner mit 3,7 Prozent
  • Allianz und Rheinmetall deutlich schwächer

Ein Plus von 0,02 Prozent — kaum der Rede wert, und genau das ist die Nachricht. Während sich die Blicke der Anleger nach New York richteten, wo Donald Trump vor der UN-Generalversammlung mit drastischen Worten über den Iran sprach, tat sich am deutschen Aktienmarkt fast nichts. Der DAX beendete den Dienstag praktisch unverändert.

Ölpreis als Stimmungsbarometer

Der eigentliche Taktgeber saß nicht in Frankfurt, sondern an den Rohölmärkten. Berichte, wonach Iran anbietet, die Straße von Hormus innerhalb einer Woche wieder zu öffnen, sollte Washington im Gegenzug von militärischen Schritten absehen, ließen die Ölpreise zwischenzeitlich deutlich nachgeben.

Brent-Rohöl fiel bis auf 97,43 Dollar je Barrel, bevor sich der Preis wieder in Richtung 100 Dollar erholte. Hinzu kommt: Saudi-Arabien testet derzeit seine wichtige Ost-West-Pipeline für eine mögliche Wiederinbetriebnahme — ein Schritt, der die Straße von Hormus als Nadelöhr umgehen und den Druck auf die globalen Ölpreise mindern könnte.

Niedrigere Energiepreise wirken üblicherweise stützend auf die Stimmung an den Aktienmärkten, entsprechend fiel die Reaktion im Stoxx 600 mit einem Plus von 0,13 Prozent leicht positiv aus. Der CAC 40 legte um 0,2 Prozent zu, während der Londoner FTSE 100 um 0,29 Prozent nachgab.

Einzelwerte zwischen Rüstung und Zyklik

Unter der ruhigen Indexoberfläche gab es durchaus Bewegung. Infineon, Adidas, Henkel und MTU Aero Engines gewannen zwischen 1,5 und 3,2 Prozent, angeführt von Zalando mit einem Anstieg von 3,7 Prozent.

Auf der Verliererseite stand Allianz mit einem Rückgang von rund 3,3 Prozent, Rheinmetall gab etwa 2,4 Prozent ab — ein Dämpfer für die Rüstungsbranche, nachdem geopolitische Entspannungssignale die Nachfrage nach Sicherheitswerten offenbar bremsten.

Parallel dazu belastete die Eurozone-Verbrauchervertrauen-Zahl das Gesamtbild leicht. Der vorläufige Indikator der EU-Kommission fiel im September um 1,0 Punkte auf minus 16,5 — stärker als von Ökonomen mit minus 16,0 erwartet. Als Grund gelten die wieder anziehenden Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten.

Die kommenden Tage dürften von zwei Terminen geprägt sein: dem für Mittwoch kommender Woche geplanten Ende des US-Truppenabzugs aus dem Irak und einem möglichen Treffen zwischen Xi Jinping und Trump in Washington Ende dieser Woche, bei dem laut informierten Kreisen keine chinesische Wirtschaftsdelegation erwartet wird. Bis dahin dürfte der Ölpreis der entscheidende Impulsgeber für den DAX bleiben.

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