Nokia Aktie: Schließt Antennentest mit Vodacom ab
Der Feldversuch in Südafrika erprobte eine platzsparende Antenne; Vodacom plant den Einsatz an ausgewählten Standorten.

Kurz zusammengefasst
- Pilotversuch in Südafrikas Western Cape beendet
- Antenne kombiniert passive Elemente und Massive MIMO
- Vodacom plant Einsatz an ausgewählten Standorten
- Nokia-Aktie heute 3,5 Prozent im Plus
Der finnische Telekomausrüster Nokia treibt die Weiterentwicklung von Mobilfunknetzen voran. In Südafrika hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Betreiber Vodacom einen Feldversuch für eine integrierte Antennentechnologie abgeschlossen. Die Partner bezeichnen den Test in der Region Western Cape als weltweite Premiere.
Im Zentrum des Pilotprojekts steht eine kompakte Mobilfunkantenne, die passive Elemente mit aktiver Massive-MIMO-Technik kombiniert. Das System arbeitet simultan auf den Frequenzbändern von 2600 Megahertz sowie 3500 Megahertz. Ziel der Entwicklung ist es, zusätzliche Kapazitäten für 4G- und 5G-Netze bereitzustellen, ohne dafür größere Montageflächen zu benötigen.
Lösung für beengte Mobilfunkstandorte
Viele Netzbetreiber stehen vor der Herausforderung, dass bestehende Funkmasten und Dachstandorte physikalisch ausgelastet sind. Zusätzliche Aufbauten scheitern häufig an statischen Grenzen oder behördlichen Vorgaben. Die gemeinsame Entwicklung von Nokia und Vodacom soll genau dieses Nadelöhr adressieren, indem sie den Platzbedarf auf den Trägerstrukturen reduziert.
Vodacom plant, die neue Antennenlösung an ausgewählten Standorten einzusetzen, an denen hohe Nachfrage auf eng begrenzten Raum trifft. Der Betreiber verspricht sich davon höhere Datenraten und einen stabileren Datenfluss in stark frequentierten städtischen Gebieten. Angaben zu genauen Standorten oder einem festen Zeitplan für die Installationen machten die Partner bisher nicht.
Strategischer Umbau und Marktreaktion
Das Vorhaben unterstreicht Nokias Bestreben, Mobilfunkbetreibern maßgeschneiderte Lösungen für den Übergang zu dichteren Netzarchitekturen anzubieten. Unter Vorstandschef Justin Hotard richtet sich der Konzern parallel stärker auf die Verbindung von Rechenzentren und Infrastruktur für künstliche Intelligenz aus.
Der Zukauf von Infinera markierte auf diesem Weg einen zentralen Schritt. Zugleich modernisiert Nokia bestehende Netze durch Softwareplattformen wie Deepfield Cloud Intelligence, die Betreibern tiefere Einblicke in den verschlüsselten Datenverkehr geben.
Die Analysten der UBS mahnten allerdings mit Blick auf die Rechenzentrumssparte zur Vorsicht. Sie verweisen darauf, dass ein Teil des erwarteten Wachstums bereits in der Bewertung reflektiert sein könnte und strengere Regulierungen in Regionen wie den USA oder Spanien Investitionen bremsen könnten.
Am Aktienmarkt legte das Papier heute um 3,5 Prozent zu und notiert bei 9,24 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet die Nokia-Aktie damit ein Kursplus von 65 Prozent. Neben der Expansion in den Markt für Rechenzentren bleibt das klassische Ausrüstungsgeschäft für Mobilfunknetze das größte Standbein des Konzerns.
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