Rheinmetall Aktie: UBS senkt auf 1.600 Euro, Barclays hält 2.035
Die UBS halbiert fast ihr Kursziel für Rheinmetall, während Barclays optimistisch bleibt. Der Rüstungskonzern kämpft mit negativem Cashflow trotz Rekordaufträgen.

Kurz zusammengefasst
- UBS senkt Kursziel um 27 Prozent
- Barclays hält an 2.035 Euro fest
- Negativer Cashflow im ersten Quartal
- Rekord-Auftragsbestand von 73 Milliarden Euro
Knapp 600 Euro Kursziel-Abstand zwischen zwei Großbanken — das ist ungewöhnlich. Die UBS hat ihre Erwartungen an Rheinmetall drastisch nach unten korrigiert, während Barclays weiter auf über 2.000 Euro setzt. Diese Divergenz trifft eine Aktie, die ohnehin unter Druck steht.
UBS zieht die Reißleine
Die Schweizer Bank senkte ihr Kursziel von 2.200 Euro auf 1.600 Euro. Das ist kein feines Nachjustieren — das ist ein Schnitt von 27 Prozent. Barclays hingegen hält an 2.035 Euro fest. Beide Banken schauen auf dieselben Zahlen und kommen zu grundlegend verschiedenen Schlüssen.
Am Donnerstag verliert die Aktie rund 1,9 Prozent auf 1.213,60 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast ein Viertel seines Wertes eingebüßt. Vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 2.000 Euro trennt die Aktie inzwischen ein Abstand von fast 40 Prozent.
Q1 verfehlt die Erwartungen
Der Quartalsbericht hat die Skepsis befeuert. Rheinmetall steigerte den Umsatz im ersten Quartal 2026 um 7,7 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 17 Prozent auf 224 Millionen Euro zu. Klingt solide — war es dem Markt aber nicht genug.
Das eigentliche Problem: der Cashflow. Im ersten Quartal wies Rheinmetall einen negativen operativen freien Cashflow von 285 Millionen Euro aus. Der Grund ist strukturell. Großaufträge werden erst in der zweiten Jahreshälfte ausgeliefert. Bis dahin baut das Unternehmen Lagerbestände auf — und das kostet Geld, ohne Umsatz zu erzeugen.
Rekord-Backlog, aber Geduld gefragt
Die Auftragslage selbst ist historisch stark. Der Auftragsbestand kletterte zum Ende des ersten Quartals auf 73 Milliarden Euro — nach 56 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Neu darin enthalten ist das Segment Naval Systems, das nach der Integration von NVL einen Auftragsbestand von 5,5 Milliarden Euro beisteuert.
Das Management hält an der Jahresprognose fest. Für 2026 erwartet Rheinmetall einen Umsatz zwischen 14,0 und 14,5 Milliarden Euro sowie eine operative Marge von rund 19 Prozent.
Parallel dazu arbeitet der Konzern mit der Deutschen Telekom an einem Schutzsystem für kritische Infrastrukturen — gegen Drohnen und Sabotage. Das zeigt: Rheinmetall will über Panzer und Munition hinauswachsen.
Die entscheidende Frage für den Kurs bleibt, wie schnell der 73-Milliarden-Backlog in echten Umsatz umgewandelt wird. Gelingt das in der zweiten Jahreshälfte wie vom Management geplant, dürfte der negative Cashflow des ersten Quartals als vorübergehend gelten — und die UBS-Einschätzung unter Druck geraten.
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