PRIMARY HYDROGEN Aktie: 1.500-Meter-Bohrkampagne ohne Zusatzfinanzierung

Primary Hydrogen beginnt mit Bohrungen am Seltene-Erden-Projekt Wicheeda North. Die Kampagne ist vollständig finanziert und zielt auf zwei vielversprechende Anomalie-Cluster.

Eduard Altmann ·
PRIMARY HYDROGEN Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Erste Bohrkampagne am Projekt Wicheeda North
  • Vollständige Finanzierung aus früheren Flow-Through-Mitteln
  • Fokus auf zwei hochpriorisierte Anomalie-Cluster
  • Aktie nähert sich 52-Wochen-Hoch

Primary Hydrogen hat am Montag den Startschuss für sein erstes Explorationsprogramm auf dem Seltene-Erden-Projekt Wicheeda North in British Columbia gegeben. Die fünfjährige Genehmigung erlaubt bis zu 70 Bohrstandorte, wie das Unternehmen mitteilte. Besonders bemerkenswert: Für das Programm ist keine zusätzliche Finanzierung notwendig.

Bohrkampagne im Herbst geplant

Das Programm für 2026 umfasst mehrere Komponenten. Neben einer geochemischen Bodenuntersuchung mit erweiterter Probennahme setzt Primary Hydrogen auf eine luftgestützte Gamma-Strahlen-Vermessung des Geländes. Herzstück ist eine rund 1.500 Meter umfassende Bohrkampagne, die erstmals überhaupt auf dem Grundstück stattfinden und für den Herbst 2026 terminiert ist.

Die Finanzierung stammt laut Unternehmensangaben aus früheren Flow-Through-Finanzierungen für kritische Mineralien. Das bedeutet: Die im Sommer eingesammelten Mittel fließen nicht direkt in die Bohrungen, sondern stärken laut Firmenangaben die Arbeitskapitalbasis und administrative Strukturen. Ende der ersten Julidekade hatte Primary Hydrogen eine LIFE-Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei 1,48 Millionen Dollar eingenommen.

Vorausgegangen war im Juni eine Reduzierung einer nicht vermittelten Privatplatzierung von ursprünglich 4,2 Millionen auf etwa 2,46 Millionen Einheiten zu je 0,60 Dollar, ebenfalls mit einem Zielvolumen von bis zu 1,48 Millionen Dollar. Jede Einheit umfasste eine Stammaktie plus einen über 24 Monate zu 0,80 Dollar ausübbaren Warrant.

Geologische Anomalien als Zielmarken

Vor der Genehmigung hatte das Unternehmen sein Probennahmeprogramm deutlich ausgeweitet. Insgesamt wurden 533 neue Bodenproben entnommen, womit sich die Gesamtzahl der Proben auf dem Grundstück auf 1.234 erhöhte.

Die Auswertung identifizierte zwei hochpriorisierte Anomalie-Cluster bei den Seltenen Erden in den Bereichen Grid A-South und Grid D-South, die jeweils zu den obersten fünf Prozent der gemessenen Konzentrationen zählen. Diese beiden Zonen dürften im Fokus der nun anlaufenden Bohrkampagne stehen.

Personell hat sich das Unternehmen zuletzt ebenfalls neu aufgestellt: Im Juni erhielten mehrere Direktoren und Führungskräfte insgesamt 360.000 Aktienoptionen zu einem Ausübungspreis von 0,76 Dollar, die sofort vesten und über fünf Jahre laufen.

Bei der Hauptversammlung im vergangenen September waren zudem alle drei Direktoriumskandidaten – Benjamin Asuncion, William Timothy Heenan und Martin Kowcun – mit einer Zustimmung von über 99,9 Prozent bestätigt worden.

Kursreaktion spiegelt Erwartungshaltung

Die Aktie honorierte die Nachrichten mit deutlichen Zugewinnen. Am Mittwoch schloss das Papier bei 0,8900 Euro und damit nur knapp unter seinem 52-Wochen-Hoch von 0,8950 Euro, das erst Ende April erreicht wurde.

Der jüngste Kursanstieg zeigt, dass Anleger die vollständig durchfinanzierte Bohrkampagne als greifbaren Katalysator werten – zumal das Unternehmen dafür keine zusätzlichen Mittel aufnehmen muss und damit eine Verwässerung der Aktionäre vorerst vermeidet.

Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick der Investoren auf den Start der eigentlichen Bohrarbeiten im Herbst. Erste Ergebnisse aus den priorisierten Zonen Grid A-South und Grid D-South dürften dann zeigen, ob sich die geochemischen Anomalien auch untertage bestätigen lassen.

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