SANDISK Aktie: Zehn-Prozent-Rutsch nach Rekordrally
SanDisk verliert nach Rekordjagd zehn Prozent und fällt auf 1.431 Dollar. Technische Indikatoren signalisieren Überverkauf, der langfristige Trend bleibt intakt.

Kurz zusammengefasst
- Schwerster Tagesverlust seit Monaten
- Chip-Sektor insgesamt unter Druck
- RSI zeigt überverkauftes Niveau
- Langfristiger Aufwärtstrend bleibt bestehen
Speicherchip-Aktien gehören seit Monaten zu den Gewinnern des KI-Booms. Am Montag zeigt sich, wie schnell aus Euphorie Ernüchterung werden kann: SanDisk führt die Verliererliste im S&P 500 mit einem Minus von rund zehn Prozent an.
Der Kurs fiel im Verlauf des Handelstages auf etwa 1.431 Dollar und liegt damit rund 20 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Auslöser ist keine Unternehmensnachricht, sondern eine breite Verkaufswelle im Chip-Sektor.
Auch Micron, Seagate Technology und Intel gerieten am Montag unter Druck, während Nvidia vor seinen Quartalszahlen am Mittwoch um mehr als zwei Prozent nachgab. Spekulationen über steigende Kosten bei Nvidia und der schwelende Konflikt zwischen den USA und dem Iran belasten zusätzlich die Stimmung in spekulativeren Sektoren.
Charttechnik zeigt überverkauften Zustand
Auf Stundenbasis rutschte der relative Stärkeindex von SanDisk auf einen Wert von rund 25 – ein klares Überverkauft-Signal, das häufig kurzfristige Erholungen einleitet. Der Kurs durchbrach dabei sämtliche kurzfristigen gleitenden Durchschnitte sowie mehrere Unterstützungszonen, was auf institutionelle Verkäufe statt auf reine Privatanleger-Panik hindeutet. Als nächste Haltezone gilt eine Marke um 1.365 bis 1.370 Dollar.
Der langfristige Trend bleibt davon zunächst unberührt. Auf Wochenbasis zeigt der MACD weiterhin ein positives Signal, und die Aktie notiert trotz des aktuellen Einbruchs noch deutlich im Plus gegenüber dem Jahresbeginn 2026. Die Korrektur trifft damit einen Titel, der zuvor eine außergewöhnliche Rally hinter sich hatte – entsprechend fällt der prozentuale Rückgang optisch drastisch aus.
Strukturelle Story bleibt intakt
Hinter der Kursbewegung steht kein Zweifel am grundsätzlichen Nachfrageboom bei Speicherchips. Beobachter aus dem Sektor verweisen darauf, dass Rechenzentren für künstliche Intelligenz inzwischen einen Großteil der weltweiten Speicherchip-Produktion beanspruchen und Hersteller ihre Kapazitäten bereits Jahre im Voraus verkauft haben.
Kritiker erinnern gleichzeitig an den klassischen Boom-Bust-Charakter der Branche: Steigt das Angebot schneller als die Nachfrage, können Preise und Margen rasch wieder unter Druck geraten.
Für SanDisk wird entscheidend sein, ob sich der Kurs oberhalb der Marke von 1.400 Dollar stabilisiert. Ein Rückfall unter dieses Niveau würde den charttechnischen Abwärtsdruck verstärken, während eine Rückeroberung der 1.450-Dollar-Zone als erstes Zeichen einer Beruhigung gelten würde.
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