Commerzbank Aktie: Berlin lockert Blockade gegen UniCredit
Die Bundesregierung gibt ihren Widerstand gegen die UniCredit-Übernahme auf und stellt nun konkrete Bedingungen für die Gespräche.

Kurz zusammengefasst
- Berlin lockert Blockadehaltung
- Drei Kernforderungen an UniCredit
- UniCredit hält 47,59 Prozent
- Commerzbank erhöht Gewinnziele
Berlin blockiert nicht mehr, Berlin verhandelt. Die Bundesregierung lockert ihre bisher ablehnende Haltung zur möglichen Übernahme der Commerzbank durch UniCredit. Statt eines grundsätzlichen Neins bereitet die Regierung nun konkrete Forderungen für die Gespräche vor.
Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 36,91 Euro, ein Plus von 0,68 Prozent zum Vortag. Am Freitag hatten Berichte über die Verhandlungsvorbereitungen den Kurs noch belastet. Zum 52-Wochen-Hoch von 39,18 Euro, erreicht Mitte Juli, fehlen der Aktie derzeit knapp sechs Prozent.
Drei Forderungen an UniCredit
Der Bund hält noch immer rund 12 Prozent an der Commerzbank. Diese Position nutzt die Regierung nun, um Bedingungen zu formulieren.
Drei Punkte stehen im Zentrum:
- Sicherung der Mittelstandsfinanzierung
- Erhalt der eigenständigen Börsennotierung
- Beibehaltung des Standorts Frankfurt
Diese Punkte sollen die Rolle der Commerzbank als Finanzpartner des deutschen Mittelstands auch nach einem möglichen Zusammenschluss absichern. Berlin verhindert die Übernahme also nicht mehr grundsätzlich. Die Regierung will sie stattdessen mit klaren Auflagen begleiten.
UniCredit hält fast die Hälfte
UniCredit hat ihre Position in den vergangenen Monaten konsequent ausgebaut. Die Italiener halten mittlerweile 47,59 Prozent der Commerzbank-Anteile. Das entspricht 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Die Annahmefrist für das Übernahmeangebot lief bereits am 3. Juli 2026 ab. Nur 17,60 Prozent der Aktien wurden damals angedient. Der Großteil des UniCredit-Anteils stammt also aus Marktkäufen, nicht aus der Offerte selbst.
Ein Abschluss der Übernahme steht dennoch nicht unmittelbar bevor. Die EZB muss der Transaktion noch zustimmen, ihre Genehmigung fehlt bislang. Branchenbeobachter rechnen frühestens 2027 mit einem Vollzug.
Commerzbank hält eigenen Kurs
Die Commerzbank selbst lässt sich von der Hängepartie nicht bremsen. Nach dem aus ihrer Sicht gescheiterten Übernahmeversuch bekräftigte die Bank ihre Strategie „Momentum 2030“. Zuletzt hob sie sogar ihre Gewinnziele für 2026 an.
Die Bank peilt nun ein Nettoergebnis von mindestens 3,4 Milliarden Euro an. Bis 2028 will sie zudem fast den kompletten Gewinn an die Aktionäre ausschütten. Das ist ein klares Signal an den Kapitalmarkt: Die Commerzbank plant ihre Zukunft unabhängig von UniCredit.
Der politische Dialog zwischen Berlin und der Commerzbank-Führung dürfte in den kommenden Wochen an Fahrt gewinnen. Parallel läuft die regulatorische Prüfung durch die EZB weiter. Bis eine endgültige Entscheidung fällt, bleibt die Aktie zwischen den Interessen dreier Parteien gefangen: der Bundesregierung, UniCredit und der Commerzbank selbst.
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