DAX: RSI 71,1 signalisiert Überkauftheit
Der DAX verharrt nach dem Rekordhoch nahezu unverändert. Überkaufte Indikatoren und ausbleibende Impulse bremsen die Fortsetzung der Rally.

Kurz zusammengefasst
- DAX stagniert nach gestrigem Rekordhoch
- Inflationsdaten und KI-Studie dämpfen Kauflaune
- Versorgerwerte legen zu, Gesundheitsaktien schwächeln
- RSI signalisiert überkaufte Marktlage
Der DAX pausiert. Nach dem gestrigen Allzeithoch tritt der deutsche Leitindex am Mittwoch auf der Stelle. Frische Inflationsdaten und eine Studie zu sinkenden Lohnerwartungen sorgen für Zurückhaltung, statt für neue Kursfantasie.
Aktuell notiert der Index bei 26.387,56 Punkten und damit praktisch unverändert. Der Abstand zum frischen 52-Wochen-Hoch von 26.573,50 Punkten beträgt nur 0,7 Prozent. Der Schwung vom Vortag ist da – nur die Anschlusskäufe fehlen bislang.
Datenflut bremst die Käufer
Um 08:08 Uhr meldete das Statistikamt die deutsche HVPI-Inflation für Juli: 2,8 Prozent. Kurz darauf folgte eine Studie des ifo-Instituts. Deren Kernaussage: Unternehmen rechnen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz mit sinkenden Löhnen.
Beide Meldungen liefern keinen klaren Kaufimpuls. Der Index bewegt sich seitdem in eine enge Handelsspanne. Am Vortag hatte der DAX noch ein neues Rekordhoch markiert, bevor Gewinnmitnahmen die Rally bremsten.
Versorger vorn, Gesundheitswerte hinten
Die Sektorrotation vom Vortag prägt weiterhin das Bild. Siemens Energy legte 2,20 Prozent zu, Scout24 gewann 2,00 Prozent, RWE stieg um 1,59 Prozent. Versorger und Energiewerte liefen damit klar besser als defensive Titel.
Auf der Verliererseite standen Zalando mit minus 2,57 Prozent, Qiagen mit minus 2,49 Prozent und Merck mit minus 2,25 Prozent. Auch abseits des DAX gab es Bewegung: Hannover Rück bestätigte trotz eines Gewinnrückgangs im zweiten Quartal ihren Ausblick. Singulus Technologies meldete gestiegene Umsatz- und Ergebniszahlen für das erste Halbjahr.
Der RSI mahnt zur Vorsicht
Der 14-Tage-RSI steht bei 71,1 Punkten. Das signalisiert eine überkaufte Lage. Der Index liegt zudem 4,7 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 25.213,52 Punkten – ein Abstand, der zuletzt selten so groß war.
Das Sentiment bleibt dennoch optimistisch. Der Fear & Greed Index notiert bei 60 Punkten im Bereich „Greed“, vor einer Woche waren es 59, vor einem Monat noch 46 und damit neutral. Kurzfristige Widerstände liegen laut Chartanalyse bei 26.444 bis 26.615 Punkten, Unterstützungen bei 26.400 sowie 26.264 Punkten.
Am Mittag berät das Bundeskabinett über mehrere Reformvorhaben. Direkte Marktrelevanz hat der Termin nicht, er dürfte aber das politische Umfeld für die kommenden Handelstage mitbestimmen. Für den DAX bleibt entscheidend, ob die überkaufte technische Lage bei weiteren Rekordversuchen zur Belastung wird.
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