Nokia Aktie: Q2-Zahlen am 23. Juli erwartet
Nokia präsentiert am 23. Juli die Q2-Zahlen. Analysten erwarten starkes Wachstum, getragen vom AI-Cloud-Geschäft.

Kurz zusammengefasst
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
- Analysten prognostizieren Umsatz von 4,83 Milliarden Euro
- AI-Cloud-Sparte treibt das Wachstum
- Aktie zeigt erhöhte Volatilität vor Bericht
Nokia steht vor einem der wichtigsten Termine des Börsenjahres. Am 23. Juli 2026 legt der finnische Netzwerkausrüster seine Zahlen zum zweiten Quartal vor, und die Erwartungen sind hoch. Die Aktie reagiert bereits im Vorfeld deutlich: Am Dienstag springt der Kurs um 3,76 Prozent auf 9,22 Euro.
Der Aufschlag reiht sich in eine Phase außergewöhnlicher Schwankungsbreite ein. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Plus von 65,01 Prozent zu Buche, was Nokia zu einem der auffälligsten Werte im europäischen Technologiesektor macht. Zugleich liegt der Kurs noch 38,38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Die vergangenen Wochen brachten damit eine spürbare Korrektur nach einer vorausgegangenen Rally, ehe die Aktie nun wieder Boden gutmacht.
Analysten erwarten kräftiges Wachstum
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die Konsensschätzung für das zweite Quartal. Analysten rechnen mit einem Umsatz von 4,83 Milliarden Euro, ein Anstieg von rund 7 Prozent gegenüber dem ersten Quartal. Die vergleichbare Bruttomarge soll bei 44,6 Prozent liegen, der Non-IFRS-Nettogewinn wird auf 323 Millionen Euro taxiert – ein Plus von 37 Prozent im Jahresvergleich.
Getragen wird die Wachstumsstory von der Sparte AI & Cloud, die zuletzt um 49 Prozent zulegte und Aufträge im Volumen von rund einer Milliarde Euro einbrachte. Auch das Geschäft mit optischen Netzwerken wächst kräftig, um rund 20 Prozent. Nokia hatte sein Wachstumsziel für die Netzinfrastruktur bereits deutlich angehoben, von zuvor 6 bis 8 Prozent auf nun 12 bis 14 Prozent. Vorstandschef Justin Hotard hatte zudem signalisiert, dass der vergleichbare operative Gewinn über der Mitte der Konzernprognose von 2,0 bis 2,5 Milliarden Euro liegt.
AI-Infrastruktur als Kurstreiber
Die Neubewertung der Aktie speist sich aus der Rolle, die Nokia im Aufbau von KI-Infrastruktur einnimmt. Mit der Integration von agentenbasierten KI-Funktionen in Produkte für feste Netzwerke positioniert sich der Konzern in einem Markt, der derzeit von Investitionen der großen Cloud-Anbieter geprägt ist. Diese Erzählung – vom traditionellen Netzwerkausrüster zum profitierenden Zulieferer der KI-Infrastruktur – hat maßgeblich zur starken Jahresperformance beigetragen und dürfte auch am Berichtstag im Fokus der Anleger stehen.
Erhöhte Schwankungsbreite vor dem Bericht
Technisch bleibt das Bild angespannt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 35,6 und deutet auf eine zuletzt überverkaufte Verfassung hin, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 66,72 Prozent ausgesprochen hoch ausfällt. Beides passt zu einer Aktie, die binnen weniger Wochen zwischen Rekordhoch und deutlicher Korrektur pendelte. Mit einer Marktkapitalisierung von 49,42 Milliarden Euro zählt Nokia weiterhin zu den größeren europäischen Technologiewerten, deren Bewertung nun unmittelbar auf dem Prüfstand steht.
Der Bericht am Donnerstag wird zeigen, ob sich die optimistischen Konsensschätzungen bestätigen und ob das angehobene Wachstumsziel für die Netzinfrastruktur weiter Substanz erhält. Angesichts der bereits eingepreisten Erwartungen dürfte die Reaktion auf mögliche Abweichungen von der Prognose entsprechend heftig ausfallen.
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