BMW Aktie: Serienproduktion des neuen i3 gestartet

BMW meldet zwei Millionen vollelektrische Auslieferungen, während i3 und iX3 vorankommen, Margenziele sinken und die Aktie nachgibt.

Dieter Jaworski ·
Moderne, automatisierte Fertigungsstraße in einer Automobilfabrik mit Fokus auf industrielle Präzision und Innovation. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Zwei Millionen Elektroautos seit 2013
  • Serienstart des neuen BMW i3
  • iX3-Absatz in Europa steigt
  • Jahresziele für Margen gesenkt

BMW hat im August die Marke von zwei Millionen ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeugen seit Ende 2013 überschritten. Als Jubiläumsmodell rollte ein BMW i5 M60 xDrive aus dem Werk Dingolfing an Kunden in Spanien. Parallel dazu ist im Werk München die Serienproduktion des neuen BMW i3 angelaufen, die Auslieferungen sollen im Herbst beginnen. Die operative Erfolgsmeldung fällt jedoch in eine Phase, in der die Aktie technisch unter Druck steht.

Nach einer starken Sommerphase mit Kursgewinnen zwischen Juli und August hat sich das Bild zuletzt eingetrübt. Mit dem Bruch eines Zwischentiefs im September rutschte das Papier in eine bärische Phase.

Am heutigen Dienstag verliert die Aktie 2,0 Prozent und notiert bei 60,96 Euro, nachdem sie am Montag noch bei 62,20 Euro geschlossen hatte. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,4 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt das Papier jedoch 35 Prozent im Minus.

Elektro-Absatz als Lichtblick

Die Elektrosparte liefert derzeit die positiveren Nachrichten. Der BMW iX3 legte im zweiten Quartal in Europa um 38 Prozent auf 81.445 Einheiten zu. Im ersten Halbjahr erreichte der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am europäischen Gesamtabsatz rund 28 Prozent.

Innerhalb der X3-Familie ist mittlerweile jedes zweite bestellte Fahrzeug ein vollelektrischer iX3 – ein Signal dafür, dass die Elektrifizierung in einem der wichtigsten Modellsegmente Fahrt aufnimmt.

Diese operativen Fortschritte stehen im Kontrast zu den fundamentalen Belastungen, die BMW im Sommer offenlegen musste. Ende Juni hatte der Vorstand die Jahresprognose für 2026 nach unten angepasst: Die EBIT-Marge im Segment Automobile wurde auf einen Korridor von 1 bis 3 Prozent gesenkt, zuvor waren 4 bis 6 Prozent avisiert.

Auch die Kapitalrendite (RoCE) wurde von 6 bis 10 Prozent auf 1 bis 5 Prozent zurückgenommen. Als Ursachen nannte das Unternehmen operative Belastungen, Einmaleffekte aus Struktur- und Effizienzmaßnahmen sowie eine sich im zweiten Quartal weiter beschleunigende negative Entwicklung im chinesischen Automobilmarkt.

Zahlen zum zweiten Quartal übertreffen gedämpfte Erwartungen

Im Ende Juli veröffentlichten Halbjahresbericht zeigte sich das Ausmaß der Belastungen konkret: Das Ergebnis vor Steuern (EBT) brach im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ein.

Immerhin lag der Gewinn je Aktie mit 2,05 Euro um 0,16 Euro über den Erwartungen, der Umsatz übertraf mit 31,26 Milliarden Euro die Prognosen um 330 Millionen Euro. Die Zahlen bestätigen damit ein Muster: Trotz gesenkter Margenziele gelingt es BMW, die ohnehin bereits vorsichtigeren Konsensschätzungen zu schlagen.

Auf der Analystenseite hat sich das Bild zuletzt zweigeteilt gezeigt. Die DZ Bank stufte die Aktie Ende Juli von Kaufen auf Halten zurück und senkte das Kursziel von 75 auf 65 Euro.

Kurz zuvor, Mitte Juli, hatte HSBC die Einstufung dagegen von Halten auf Kaufen angehoben, gleichzeitig aber das Kursziel von 79 auf 71 Euro reduziert – ein Zeichen dafür, dass selbst optimistischere Häuser ihre Erwartungen an das operative Umfeld gedämpft haben.

Der Kurs bewegt sich derzeit klar unterhalb dieser Zielmarken und auch unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 77,09 Euro, was die fundamentale Skepsis widerspiegelt.

Personalwechsel im September

Zusätzlich zur operativen und fundamentalen Gemengelage steht im September ein Wechsel im Vorstand an: Dorothea von Boxberg übernimmt das Personalressort von Ilka Horstmeier. Der Führungswechsel fällt damit in dieselbe Phase, in der BMW versucht, die Elektro-Offensive mit dem i3-Serienstart und den iX3-Erfolgen als Gegengewicht zu den gesenkten Margenzielen zu positionieren.

Mit einem Abstand von 8,1 Prozent zum 52-Wochen-Tief von 56,40 Euro und einer 30-Tage-Volatilität von 27 Prozent bleibt die Aktie in einem fragilen Umfeld. Anleger müssen die operativen Fortschritte in der Elektromobilität gegen die strukturell gesenkte Profitabilität im Kerngeschäft abwägen.

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BMW Aktie

61,16 EUR

– 1,04 EUR -1,67 %
KGV 5,97
KUV 0,28
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 7,02 %
Marktkapitalisierung 36,88 Mrd. EUR
Ø Kursziel 72,62 EUR
ISIN: DE0005190003 WKN: 519000

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