Commerzbank Aktie: Merz blockiert Golden Power nicht
Die Bundesregierung blockiert das UniCredit-Angebot nicht. Commerzbank-Chefin Orlopp empfiehlt Aktionären die Ablehnung der Übernahme.
Kurz zusammengefasst
- Kein staatliches Veto gegen UniCredit
- Vorstand lehnt Übernahmeangebot ab
- Mitarbeiter protestieren gegen Stellenabbau
- Dividende steigt auf 1,10 Euro
Die Bundesregierung macht den Weg für UniCredit frei. Kanzler Merz plant weder den Einsatz staatlicher Abwehrmechanismen noch eine Aufstockung des Staatsanteils — damit liegt die Entscheidung über die Zukunft der Commerzbank allein bei den Aktionären.
Kein Veto aus Berlin
Am Freitag wurde bekannt: Die Bundesregierung setzt keine sogenannten „Golden Power“-Befugnisse ein, um ein Übernahmeangebot der UniCredit zu blockieren. Der Staatsanteil von rund 12,7 Prozent bleibt unangetastet. Eine Intervention wäre auf EU-Ebene schwer zu rechtfertigen — sie würde dem Ziel widersprechen, wettbewerbsfähige europäische Großbanken zu schaffen. Bereits im September 2024 hatte das Bundesfinanzministerium einen ersten Anteil von 4,49 Prozent an UniCredit-Chef Andrea Orcel verkauft.
Das Management der Commerzbank kämpft trotzdem weiter. CEO Bettina Orlopp und der Aufsichtsrat empfehlen den Aktionären offiziell, das Umtauschangebot der UniCredit abzulehnen. Das Angebot spiegele den fundamentalen Wert der Bank nicht wider, biete keine Prämie und der Plan der UniCredit sei zu vage.
Belegschaft läuft Sturm
Am 20. Mai demonstrierten Bankmitarbeiter gegen den drohenden Verkauf. Die Sorge ist konkret: Die Commerzbank schätzt, dass eine Übernahme rund 11.000 Vollzeitstellen kosten könnte — fast ein Drittel der gesamten Belegschaft. Ein Aufsichtsratsmitglied äußerte öffentlich Misstrauen gegenüber der UniCredit-Führung.
Der Protest ändert wenig an der Machtlage. Ohne staatliche Rückendeckung bleibt dem Management nur die operative Stärke als Argument. Die Commerzbank hat ihre Strategie „Momentum 2030″ bekräftigt, um Aktionäre von der eigenständigen Zukunft zu überzeugen.
Dividende und Analystenlob als Rückenwind
Die Hauptversammlung vom 20. Mai stimmte allen Tagesordnungspunkten zu. Die Dividende für 2025 beträgt 1,10 Euro je Aktie — gegenüber 0,65 Euro im Vorjahr ein deutlicher Sprung. Ex-Dividende-Tag war der 21. Mai. Insgesamt schüttet die Bank rund 1,2 Milliarden Euro aus.
Hinzu kommen zwei abgeschlossene Aktienrückkäufe mit einem Gesamtvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro. Die Kapitalrückführung an Aktionäre summiert sich damit für 2025 auf rund 2,7 Milliarden Euro.
Barclays bewertet die Aktie weiter mit „Overweight“ und einem Kursziel von 42 Euro. Die Aktie notiert aktuell bei 36,23 Euro — rund 36 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Das Kursziel von Barclays lässt noch rund 16 Prozent Luft nach oben.
Ob das reicht, um Aktionäre von einem Verkauf abzuhalten, entscheidet sich spätestens dann, wenn UniCredit ein formelles Angebot vorlegt. Bis dahin bleibt das Commerzbank-Management auf sich gestellt.
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