IREN Aktie: Optionsmarkt tobt nach Zahlen
IREN steigert den Umsatz, meldet jedoch hohe Verluste und plant bis zu 30 Milliarden Dollar für den Ausbau der KI-Cloud-Infrastruktur.
Kurz zusammengefasst
- Aktie zeitweise über 13 Prozent schwächer
- Optionsvolumen erreicht 558.000 Kontrakte
- KI-Cloud überholt Bitcoin-Mining beim Umsatz
- Bernstein bestätigt Kursziel von 100 Dollar
Die Reaktion auf die Quartalszahlen fällt heftig aus, aber nicht eindeutig. Während die Aktie zeitweise um mehr als 13 Prozent auf rund 35 Dollar abrutscht, explodiert im Hintergrund der Optionshandel — über 558.000 Kontrakte wechseln den Besitzer, fast das Dreizehnfache des durchschnittlichen Tagesvolumens der vergangenen drei Monate. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren: Der Umbau vom Bitcoin-Miner zum KI-Cloud-Anbieter kostet mehr, als der Markt eingepreist hatte.
Zahlen mit zwei Gesichtern
Der Quartalsverlust von 684 Millionen Dollar geht größtenteils auf nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen zurück — vor allem auf stillgelegte Mining-Hardware. Für das Gesamtjahr steht ein Verlust von 702,6 Millionen Dollar, nach einem Gewinn von 86,9 Millionen Dollar im Vorjahr. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich dennoch auf 707 Millionen Dollar von zuvor 501 Millionen Dollar.
Der eigentliche Bruch zeigt sich in der Umsatzstruktur: Die KI-Cloud-Sparte hat das Bitcoin-Mining im abgelaufenen Quartal erstmals überholt und steuerte über die Hälfte der Erlöse bei. Bernstein-Analysten rechnen damit, dass IREN das Mining-Geschäft bis 2030 komplett zurückfährt und durch GPU-Kapazitäten für KI-Workloads ersetzt.
Die Kapex-Zahl, die den Markt verschreckte
Auslöser der Verkaufswelle war weniger der Verlust selbst als die Ansage für das kommende Geschäftsjahr: 25 bis 30 Milliarden Dollar Investitionsvolumen für den Ausbau der KI-Cloud-Infrastruktur. Diese Größenordnung nährt Verwässerungsängste bei Investoren, die genau hinschauen, wie IREN das Wachstum finanziert.
Bernstein hält dagegen und verweist auf sinkende Amortisationszeiten für die GPU-Investitionen — inzwischen rund zwei Jahre statt der drei Jahre unter dem ursprünglichen Microsoft-Vertrag.
Die Analysten bestätigten ihr Kursziel von 100 Dollar bei Einstufung „Outperform“. Auch Cantor Fitzgerald und H.C. Wainwright bekräftigten ihre bullishen Ziele zwischen 90 und 99 Dollar und setzen auf die langfristige Wette auf KI-Cloud-Umsätze und GPU-Investitionen.
Wo der Optionsmarkt die Schlacht austrägt
Im Optionshandel konzentriert sich das Geschehen auf die Kursspanne zwischen 35 und 41 Dollar. Callspreads rund um die 41- und 60-Dollar-Marke deuten auf Wetten auf eine Erholung hin, allerdings mit gedeckeltem Kursziel. Parallel dazu signalisiert erhebliches Put-Volumen bei den Basispreisen 35 und 36 Dollar, dass sich ein Teil der Marktteilnehmer gegen weitere Verluste absichert.
Die implizite Volatilität ist trotz der Turbulenzen leicht gefallen, bleibt mit knapp 83 Prozent aber fast dreimal so hoch wie im S&P 500. Das deutet darauf hin, dass die unmittelbare Nachrichtenlage aus Quartalszahlen und Kapex-Guidance vom Markt bereits verarbeitet wird — die grundsätzliche Unsicherheit über den Umbaupfad bleibt aber bestehen.
Finanziell hat sich IREN für die Expansion breit aufgestellt: Neben dem 9,7 Milliarden Dollar schweren Fünfjahresvertrag mit Microsoft, größtenteils über GPU-Finanzierungen und Vorauszahlungen abgesichert, kommt ein 3,4 Milliarden Dollar schwerer KI-Cloud-Vertrag mit Nvidia hinzu, der bis zu 5 Gigawatt an Infrastruktur abdecken soll.
Ob die Kombination aus wachsender Cloud-Nachfrage und sinkenden Amortisationszeiten reicht, um die Kapex-Sorgen der vergangenen Handelstage zu zerstreuen, entscheidet sich in den kommenden Quartalen an der tatsächlichen Umsetzung der Verträge.
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