Gold: Zweimonatstief als Wendepunkt?
Ein schwächerer Dollar und sinkende Anleiherenditen stützen Gold, während das Jahrestief wieder näher rückt.

Kurz zusammengefasst
- Dollar und US-Renditen geben nach
- Fed-Zinserhöhung im Oktober weniger wahrscheinlich
- Frankreichs Lage stärkt Goldnachfrage
- 4.100 Dollar als erste Unterstützung
Gold hat sich vom tiefsten Stand seit zwei Monaten gelöst. Ein nachgebender US-Dollar und sinkende Renditen am Anleihemarkt verschaffen dem Edelmetall Luft. Die Erholung wirkt allerdings fragil.
Dollar und Renditen geben nach
Am Dienstag zogen sich die Renditen von US-Staatsanleihen zurück, ebenso der Dollar. Das entlastet Gold, das keine Zinsen abwirft und für Käufer außerhalb des Dollarraums bei starker US-Währung teurer wird. Die Erwartung einer längeren Phase hoher Fed-Zinsen und erhöhter Kreditkosten deckelt das Aufwärtspotenzial jedoch weiter.
Ein schwächer als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht für September hat die Aussicht auf eine Zinserhöhung gedämpft. Auch ein enttäuschender Index zu den persönlichen Konsumausgaben Ende September dürfte die Wetten auf einen Schritt im Oktober verringert haben. Für Dezember rechnen Marktteilnehmer weiterhin mit einer möglichen Anhebung.
Frankreich liefert Rückenwind
Als sicherer Hafen profitiert Gold zudem von Sorgen in der Eurozone. Die angespannte politische und fiskalische Lage in Frankreich treibt dort die Anleiherenditen nach oben, die Unruhe strahlt auf andere Mitgliedsstaaten aus. Einige Experten fühlen sich bereits an die Euro-Staatsschuldenkrise erinnert.
Technisch bleibt es heikel
Seit der Erholung im August, die den Preis bis knapp 4.700 Dollar trug, geht es Stück für Stück abwärts. Am Montag kostete die Feinunze in London 4.152 Dollar, zuletzt notierte sie bei rund 4.139 Dollar. Das Jahrestief liegt bei 3.944 Dollar und rückt wieder näher.
Die erste Unterstützung sehen Charttechniker bei 4.100 Dollar. Fällt diese Marke, rückt das Jahrestief in den Blick. Gelingt dagegen eine nachhaltige Stabilisierung oberhalb davon, hätte die aktuelle Erholung eine tragfähigere Basis. Entscheidend sind dafür die Renditen und der Dollar, die Gold zuletzt in beide Richtungen bewegt haben.
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