General Motors Aktie: Kurswechsel bei Cadillac
General Motors übertrifft Gewinnerwartungen, senkt aber Nettogewinn-Prognose. Cadillac bringt ab 2027 wieder neue Verbrenner-Modelle.

Kurz zusammengefasst
- Operatives Ergebnis übertrifft Prognosen
- Nettogewinn durch Sonderkosten belastet
- Cadillac plant neue Verbrenner-Modelle
- GM hebt bereinigte Jahresprognose an
General Motors hat im zweiten Quartal mehr verdient als erwartet – und nutzt den Rückenwind, um sich noch deutlicher vom Elektroauto-Kurs zu verabschieden. Ab dem kommenden Frühjahr bringt Cadillac wieder neue Verbrenner-Modelle auf den Markt. Die Botschaft an die Wall Street ist eindeutig: Zurück zu dem, was Geld verdient.
Zahlen übertreffen Erwartungen, Gewinnbild bleibt gespalten
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 1,9 Prozent auf 48,03 Milliarden Dollar. Das bereinigte operative Ergebnis legte um knapp 30 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar zu, der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,57 Dollar und lag damit über den Markterwartungen. Unter dem Strich sank der Nettogewinn dagegen um 31,1 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar – belastet durch Sonderkosten von 2,3 Milliarden Dollar für die Elektroauto-Kehrtwende.
Genau dieses Muster zeigt sich auch im Ausblick. Für das Gesamtjahr hebt GM die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis auf 14 bis 16 Milliarden Dollar an, den bereinigten Gewinn je Aktie sieht der Konzern nun bei 12 bis 14 Dollar. Beim erwarteten Nettogewinn hingegen kappt das Management die Spanne auf 8,4 bis 9,8 Milliarden Dollar – bereits das zweite Quartal in Folge, in dem diese Kennzahl sinkt, während die bereinigten Werte steigen.
CFO Paul Jacobson sprach von einem „spürbaren Momentum“ und bezeichnete die Aktie bei rund 75 Dollar als „günstig“ – ein Kursniveau, das einem Plus von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Aktie legte im frühen US-Handel zu, notierte zur Berichtszeit aber für das laufende Jahr noch leicht im Minus.
Cadillac kehrt zum Verbrenner zurück
Konzernchefin Mary Barra kündigte im Rahmen der Telefonkonferenz an, dass Cadillac ab dem kommenden Frühjahr bis 2028 wieder neue Modelle mit klassischem Verbrennungsmotor einführen wird – darunter Nachfolger des CT5, des XT5 und des eingestellten XT6. Ursprünglich sollte die Marke bis Ende des Jahrzehnts komplett auf reine Elektroautos umgestellt werden. Die neuen Verbrenner ergänzen künftig die bestehenden Elektromodelle der Marke, etwa die vollelektrische Escalade-Variante.
Der Rückzug aus dem EV-Programm hat GM inzwischen 10,9 Milliarden Dollar an Sonderbelastungen gekostet, von den erwarteten Barzahlungen in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar sind bislang 4,5 Milliarden Dollar geflossen. Parallel dazu baut der Konzern die US-Fertigung aus: Ein Werk in Michigan, das ursprünglich für Elektrofahrzeuge vorgesehen war, soll künftig zusätzliche Kapazitäten für die großen SUV-Modelle Escalade, Tahoe, Suburban und Yukon liefern.
Der Vorstand hat zudem eine Quartalsdividende von 0,18 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 17. September an Aktionäre, die am 4. September im Bestand geführt sind. Für die kommenden Quartale bleibt entscheidend, ob sich die Erholung im Nordamerika-Geschäft – dort lag die bereinigte Marge zuletzt bei 8,6 Prozent – auch in einem stabileren Nettogewinn niederschlägt.
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