Leonardo Aktie: 12 M-346F für Indonesien
Leonardo treibt auf der Luftfahrtmesse in Farnborough neue Partnerschaften voran und präsentiert die Drohne Astore Levante. Die Aktie legt zu.

Kurz zusammengefasst
- Diskussion um deutsche GCAP-Beteiligung
- Gemeinsames Wartungszentrum mit Lockheed Martin
- Neue Drohne Astore Levante vorgestellt
- Auftrag über zwölf M-346F aus Indonesien
Auf der diesjährigen Farnborough International Airshow (FIA) stehen für den italienischen Rüstungskonzern Leonardo wegweisende strategische Weichenstellungen im Fokus. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen dabei die Erweiterung internationaler Verteidigungsprogramme sowie der Ausbau technologischer Partnerschaften in Europa und Asien.
Diskussionen um GCAP-Erweiterung und deutsche Beteiligung
Lorenzo Mariani, CEO von Leonardo, äußerte sich am Rande der Luftfahrtmesse zum Fortschritt des Global Combat Air Programme (GCAP). Er bewertet einen möglichen Beitritt Deutschlands zu dem Kampfjet-Projekt der nächsten Generation differenziert. Mariani betonte zwar das Potenzial einer deutschen Beteiligung, warnte jedoch vor industriellen Hürden. Ein reiner Beobachterstatus Deutschlands sei aufgrund der technologischen Reife des Landes schwierig umzusetzen und berge das Risiko, den angestrebten Zeitplan für eine Indienststellung bis zum Jahr 2035 zu verzögern.
Nach Einschätzung des Leonardo-Chefs müsste Deutschland als vollwertiger Partner integriert werden, um den Projekterfolg nicht zu gefährden. Während Kanada bereits als erster offizieller Beobachterstaat in das Programm aufgenommen wurde, rechnet Mariani derzeit nicht mit einem Beitritt Frankreichs. Die strategische Bedeutung des Vorhabens wird durch die Bestrebungen unterstrichen, die industrielle Basis für zukünftige Luftkampfsysteme breit aufzustellen.
Neue Wartungshub-Pläne und Drohnen-Premiere
Parallel zu den politischen Gesprächen intensiviert Leonardo die operative Zusammenarbeit mit globalen Partnern. Gemeinsam mit dem US-Konzern Lockheed Martin plant das Unternehmen die Errichtung eines regionalen Wartungszentrums für die C-130J Super Hercules in Italien. Dieser Hub soll Serviceleistungen für Betreiber aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika erbringen. Lockheed Martin wird hierbei technische Unterstützung, Ausrüstung und Schulungen bereitstellen, um die Einsatzbereitschaft der weltweit über 570 ausgelieferten Maschinen dieses Typs zu unterstützen.
Im Bereich der unbemannten Systeme stellte Leonardo gemeinsam mit dem türkischen Partner Baykar die neue Drohne Astore Levante vor. Das über das Joint Venture LBA Systems entwickelte System basiert auf der TB3-Plattform und soll noch vor Ende des Jahres erste Auslieferungen in Italien verzeichnen. Ziel der Kooperation ist es zudem, weitere Modelle wie die KIZILELMA oder die TB2 für den italienischen Markt zu erschließen.
Auftragslage und Marktumfeld
Auch im operativen Geschäft konnte Leonardo Erfolge vermelden. Das Unternehmen bestätigte einen Vertrag über die Lieferung von zwölf Flugzeugen des Typs M-346F nach Indonesien. Zusätzlich wurde eine Absichtserklärung (Letter of Intent) für den Verkauf von AW149-Hubschraubern an den Inselstaat unterzeichnet.
An den Finanzmärkten profitierten europäische Verteidigungswerte zudem von politischen Entwicklungen im Vereinigten Königreich. Medienberichten zufolge nährte die Ernennung des früheren Verteidigungsministers John Heal Iby zum britischen Finanzminister die Hoffnung auf steigende Militärausgaben. In diesem Umfeld konnten Leonardo-Titel am 22. Juli einen Kurszuwachs von 4 % verbuchen. Die Aktie reagierte positiv auf die Nachrichtenlage und notiert aktuell bei 51,83 €. Seit Jahresbeginn konnte der Wert damit um 6,06 % zulegen, liegt jedoch weiterhin rund -21,75 % unter seinem 52-Wochen-Hoch von 66,24 €.
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