Silber: Krisenrally hält an

Die Eskalation in Venezuela und ein anhaltendes Marktdefizit verleihen dem Silberpreis starken Aufwärtsdruck, trotz kürzlicher Margin-Anpassungen und hoher Volatilität.

Kurz zusammengefasst:
  • Geopolitische Krise in Venezuela treibt Risikoprämien
  • Strukturelles Marktdefizit von 117 Millionen Unzen erwartet
  • Kurs erholt sich nach scharfem Margin-Crash
  • Zinssenkungserwartungen an Fed stützen Preise

Der Militärschlag der USA in Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro haben die Rohstoffmärkte aufgeschreckt – und Silber schlagartig zurück in den Vordergrund gerückt. Nach einem margingetriebenen Absturz in der Vorwoche kehrt der Markt mit Wucht zurück. Entscheidend ist nun, ob der aktuelle Schub nur eine Reaktion auf den geopolitischen Schock bleibt oder sich mit den ohnehin engen Fundamentaldaten zu einem nachhaltig höheren Preisniveau verbindet.

Geopolitischer Schock als Trendwende

Der Zugriff US-amerikanischer Spezialkräfte auf Maduro am 3. Januar hat die Risikoprämien an den Rohstoffmärkten deutlich erhöht. Die Unsicherheit über die Zukunft der großen venezolanischen Ölreserven wirkt vor allem über den Energiemarkt, strahlt aber klar auf Edelmetalle aus.

Silber Preis

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Während Gold neue Höchststände markiert, zeigt Silber einmal mehr seine höhere Schwankungsfreude. Im asiatischen Handel sprang der Preis zuletzt bis auf rund 75,40 US‑Dollar je Unze. Das aktuelle Bild im Überblick:

  • Schlusskurs Freitag: 72,27 USD
  • Veränderung 30 Tage: +27,84 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief (46,90 USD): +60,29 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (81,66 USD): –7,95 %

Die politische Lage in Caracas bleibt vorerst fragil. Zwar hat das Militär Interimspräsidentin Delcy Rodríguez anerkannt, doch Zeitpunkt und Stabilität eines möglichen Machtübergangs sind unklar. In diesem Umfeld rückt Silber erneut als Krisenwährung in den Fokus – trotz deutlich gestiegener Haltekosten für gehebelte Positionen.

Nach dem Margin-Schock

Die jetzige Erholung folgt unmittelbar auf einen scharfen „Margin-Crash“ in der Vorwoche. Damals war der Preis von Niveaus über 84 US‑Dollar auf den Bereich um 71 bis 73 US‑Dollar durchgereicht worden. Der Auslöser kam nicht aus der Realwirtschaft, sondern von den Terminbörsen.

Die CME Group und die Shanghai Futures Exchange hatten die Margin-Anforderungen für Silber-Futures spürbar angehoben. Die CME erhöhte die geforderten Sicherheitsleistungen in einem Schritt um rund 13,6 Prozent und legte anschließend nach. Für hoch gehebelte Marktteilnehmer bedeutete das Zwang zum Positionsabbau.

Die Folge: eine Welle erzwungener Liquidationen, die den Kurs kurzzeitig deutlich nach unten drückte. Mit dem geopolitischen Schock aus Venezuela hat sich das Kräfteverhältnis nun verschoben – technische Verkäufe treten in den Hintergrund, fundamentale Nachfrage dominiert.

Charttechnisch spiegelt sich diese Neuausrichtung in einem dynamischen Rebound wider. Der aktuelle Kurs liegt mehr als 20 Prozent über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 62,34 US‑Dollar, der RSI von 62,0 signalisiert ein klar bullisches, aber noch nicht extrem überkauftes Umfeld. Die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von rund 61 Prozent unterstreicht jedoch, wie nervös der Markt bleibt.

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Enges Angebot, robuste Nachfrage

Hinter der jüngsten Bewegung steht nicht nur Politik, sondern auch eine ausgesprochen angespannte Fundamentallage. Für 2025 wird ein strukturelles Defizit von etwa 117 Millionen Unzen erwartet. Das heißt: Die globale Nachfrage übersteigt das Angebot deutlich.

Bereits 2024 hatte die industrielle Nutzung ein Rekordniveau erreicht. Rund 680,5 Millionen Unzen wurden in diesem Segment verbraucht, allein der Solarsektor absorbierte über 30 Prozent dieser Menge. Die Rolle von Silber als Schlüsselmetall für Photovoltaik verstärkt damit den Druck auf die physische Verfügbarkeit.

Gleichzeitig kommt von der Angebotsseite zusätzlicher Gegenwind: China, einer der zentralen Produzenten, hat seine Silberexporte 2025 verschärft. Berichten zufolge führt dies zu Lieferverzögerungen auf dem Weltmarkt. In Verbindung mit ohnehin niedrigen Reserven gilt die Lage als angespannt: Die Londoner Lagerbestände sollen aktuell nur noch etwa sechs Wochen der globalen Nachfrage abdecken.

Geldpolitik als zusätzlicher Treiber

Neben Geopolitik und Angebot-Nachfrage-Bild spielt das Zinsumfeld eine zentrale Rolle. Die Terminmärkte preisen derzeit zwei Zinssenkungen der US-Notenbank Fed für 2026 ein. Eine lockerere Geldpolitik würde den US‑Dollar tendenziell schwächen und Rohstoffe in Dollarrechnung attraktiver machen.

Vor diesem Hintergrund diskutieren Marktbeobachter Szenarien, in denen Silber im Verlauf des Jahres 2026 in Richtung der Marke von 100 US‑Dollar laufen könnte. Auch prominente Stimmen wie Robert Kiyosaki sprechen von einem möglichen direkten Anlauf auf dieses psychologisch wichtige Niveau. Solche Prognosen setzen jedoch voraus, dass sowohl die physische Knappheit als auch der geopolitische Druck anhalten und die Fed tatsächlich in den Lockerungsmodus wechselt.

Kurzfristig bleibt die Lage hoch volatil. Neben den Nachrichten aus Venezuela rücken in dieser Woche wichtige US-Konjunkturdaten – etwa der ISM-Einkaufsmanagerindex – in den Fokus, die die Zinserwartungen und damit auch die Stimmung am Silbermarkt beeinflussen können.

Fazit: Instabil, aber mit starkem Rückenwind

Silber notiert aktuell in einer Zone ausgeprägter Instabilität, getragen von einer Mischung aus geopolitischer Unsicherheit, strukturellem Defizit und spekulativen Kapitalströmen. Der Kurs liegt deutlich über seinem 50‑Tage-Durchschnitt, aber noch klar unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch – Spielraum nach oben und unten ist damit vorhanden.

Solange die Situation in Venezuela ungeklärt bleibt und sich keine Entspannung auf der Angebotsseite abzeichnet, spricht vieles für anhaltenden Aufwärtsdruck. Entscheidend für die nächsten Wochen dürften zwei Faktoren sein: ob die erhöhten Margin-Anforderungen weitere technische Rückschläge auslösen und ob die anstehenden US-Daten die Erwartungen an zwei Fed-Zinssenkungen im Jahr 2026 bestätigen. In dieser Kombination könnten sich die aktuell extrem bullischen Szenarien für Silber weiter verfestigen.

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