Metaplanet Aktie: 52-Wochen-Tief bei 1,28 Euro
Metaplanet verzeichnet Kursverfall auf neues Jahrestief, während das milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm ungenutzt bleibt und Verwässerungsrisiken drohen.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt auf neues Jahrestief
- Rückkaufprogramm über 75 Milliarden Yen ungenutzt
- Operativer Gewinn steigt um 283 Prozent
- Verwässerungsrisiko durch ausstehende Optionsscheine
Metaplanet hat ein Problem, das kaum zu übersehen ist. Die Aktie fällt auf ein neues Jahrestief, obwohl der Bitcoin-Bestand weiter wächst. Besonders heikel: Das genehmigte Rückkaufprogramm über 75 Milliarden Yen blieb bislang ungenutzt.
Die Aktie notiert bei 1,31 Euro und verliert am Donnerstag 2,17 Prozent. Das neue 52-Wochen-Tief liegt bei 1,28 Euro. Vom Hoch bei 11,40 Euro aus dem Juni 2025 ist der Kurs weit entfernt.
Rückkauf-Ermächtigung ohne Käufe
Der Verwaltungsrat hat Metaplanet zu Rückkäufen von bis zu 150 Millionen Stammaktien ermächtigt. Das entspricht 13,13 Prozent der ausstehenden Aktien. Bis Ende Mai blieb das Programm vollständig unangetastet.
Die Ermächtigung läuft bis zum 28. Oktober 2026 über die Börse in Tokio. Finanziert werden soll sie über eine Bitcoin-besicherte Kreditlinie mit 500 Millionen Dollar Kapazität.
Genau hier liegt der Kernkonflikt. Metaplanet will als Bitcoin-Treasury-Firma wachsen, braucht dafür aber Kapital. Wenn die Aktie weiter fällt, wird frisches Eigenkapital teurer und schwerer zu platzieren. Die Folge: Das Modell gerät unter Druck.
Der Kursverlust ist nicht nur kurzfristig. In den vergangenen sieben Tagen fiel die Aktie um 15,41 Prozent, auf Monatssicht um 30,71 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 41,26 Prozent.
Gewinn im Betrieb, hoher Verlust unterm Strich
Operativ lieferte das erste Quartal starke Zahlen. Der Umsatz erreichte 3,08 Milliarden Yen. Das operative Ergebnis sprang um 283 Prozent auf 2,27 Milliarden Yen.
Getrieben wurde das Geschäft vor allem durch Bitcoin-Optionen. Die Prämien daraus brachten 2,54 Milliarden Yen ein. Gewinne aus Bitcoin-Derivaten steuerten weitere 432 Millionen Yen bei.
Für 2026 peilt das Unternehmen weiter 16 Milliarden Yen Umsatz an. Beim operativen Gewinn liegt das Ziel bei 11,4 Milliarden Yen. Auf dieser Ebene hält die Wachstumsstory also noch.
Unterm Strich sieht das Bild anders aus. Eine Neubewertung der Bitcoin-Bestände führte zu einer Belastung von 116,36 Milliarden Yen. Daraus ergab sich ein Nettoverlust von 114,49 Milliarden Yen.
Metaplanet hielt zuletzt 40.177 BTC nach 35.102 BTC drei Monate zuvor. Der Bestand wächst also weiter. Bitcoin selbst lieferte im ersten Quartal aber die schwächste Performance seit 2018.
Optionsscheine bremsen den Kurs
Ein weiterer Belastungsfaktor liegt in den ausstehenden Optionsscheinen. Im Mai wurden nur 2.700 Rechte der 27. Serie ausgeübt. Daraus entstanden 270.000 neue Aktien zu 362 Yen je Aktie.
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Am Monatsende waren aber noch 947.300 Rechte offen. Daraus könnten rechnerisch rund 94,7 Millionen zusätzliche Aktien entstehen. Kurz gesagt: ein Verwässerungsrisiko.
Solange der Kurs niedrig bleibt, wirkt dieser Überhang wie eine Bremse. Selbst wenn ein Teil der Rechte wertlos verfällt, bleibt die mögliche Aktienflut ein Thema. Käufer halten sich deshalb eher zurück.
Treueprogramm gegen Vertrauensverlust
Metaplanet setzt parallel auf ein erweitertes Aktionärsprogramm. Es umfasst die Stufen Silver, Gold, Diamond und Nakamoto. Die Einstufung hängt von der Aktienzahl und der Haltedauer ab.
Die höchste Nakamoto-Stufe gilt für mehr als 50.001 Aktien und mindestens 24 Monate Haltedauer. Silver beginnt bereits ab 100 Aktien. Maßgeblich ist das Aktionärsregister zum 30. Juni 2026.
Auch Partner sind eingebunden. Coincheck stellt eine Bitcoin-Lotterie im Wert von bis zu 20 Millionen Yen bereit. Binance Japan plant eine Kampagne mit bis zu 20 Prozent Jahresrendite auf Bitcoin-Einlagen.
OKCoin Japan bietet Rückvergütungen auf Handelsgebühren von bis zu 150.000 Yen. Blockstream und Tangem steuern Rabatte auf Hardware-Wallets bei. Das Programm soll Bindung schaffen, ersetzt aber keine Marktvertrauen.
Große Ziele, schwacher Kurs
Metaplanet zählt weiter zu den größten börsennotierten Bitcoin-Haltern der Welt. Vor dem Unternehmen liegen Strategy mit mehr als 762.000 BTC und Twenty One Capital mit rund 43.500 BTC.
In Japan beansprucht Metaplanet rund 87 Prozent aller Bitcoin-Bestände börsennotierter Unternehmen. Damit bleibt die Position im Heimatmarkt dominant. Der Kapitalmarkt bewertet diese Dominanz derzeit aber deutlich skeptischer.
Die Ziele bleiben hoch. Bis Jahresende will Metaplanet 100.000 BTC halten. Ein Jahr später sollen es 210.000 BTC sein.
Dafür müsste das Unternehmen den Bestand in kurzer Zeit mehr als verdoppeln. Danach wäre nochmals ein massiver Ausbau nötig. Bei fallendem Aktienkurs wird genau diese Finanzierung schwieriger.
Technisch wirkt die Aktie stark angeschlagen. Sie notiert 50,91 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 24,7 signalisiert klar überverkauftes Terrain.
Der nächste Test liegt nicht in einer neuen Bitcoin-Zahl, sondern in der Kapitaldisziplin. Solange das Rückkaufprogramm ungenutzt bleibt und die Verwässerung droht, klafft die Lücke zwischen Bitcoin-Ambition und Börsenrealität weiter auseinander.
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