Gold: 1,97 Prozent Minus auf 4.047 Dollar
Trotz Eskalation im Nahen Osten fällt der Goldpreis. Ein robuster US-Arbeitsmarkt und steigende Anleiherenditen setzen das Edelmetall unter Druck.
Kurz zusammengefasst
- Gold fällt auf 4.047 US-Dollar
- Starker Dollar und steigende Renditen
- Nahost-Krise treibt Ölpreis über 100 Dollar
- Erste Käufer kehren an den Markt zurück
Gold verliert an einem Tag, an dem eigentlich alles für das Edelmetall sprechen müsste. Im Nahen Osten eskaliert die Lage, Öltanker geraten unter Beschuss, die Ölpreise schießen nach oben. Trotzdem rutscht der Goldpreis ab.
Am Freitag notiert die Feinunze bei rund 4.047 US-Dollar. Das entspricht einem Rückgang von 1,97 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss bei 4.053 US-Dollar. Der Grund: Ein starker Dollar und steigende Anleiherenditen drücken das Metall stärker nach unten, als die geopolitische Krise es stützen kann.
US-Arbeitsmarkt bremst die Zinsfantasie
Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA sind überraschend auf 187.000 gesunken. Das ist der niedrigste Stand seit Jahrzehnten. Ein derart robuster Arbeitsmarkt gibt dem Dollar Auftrieb und schwächt gleichzeitig den in Dollar gehandelten Goldpreis.
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte parallel auf rund 4,71 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen. Steigen die Renditen, wird die Konkurrenz durch festverzinsliche Papiere attraktiver – Anleger schichten um.
Nahost-Krise treibt Inflationssorgen statt Goldnachfrage
Ein Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran ist gescheitert. Huthi-Rebellen griffen zuletzt Öltanker im Roten Meer an, die Ölsorte Brent kletterte daraufhin über 100 US-Dollar je Barrel.
Normalerweise profitiert Gold in solchen Phasen als sicherer Hafen. Diesmal überwiegt die Sorge vor Inflation. Hohe Energiepreise könnten die Teuerung dauerhaft über dem Notenbankziel halten – und die Fed zu einem härteren Kurs zwingen. Die Sitzung des Offenmarktausschusses am 28. und 29. Juli rückt damit in den Mittelpunkt der Marktbeobachtung.
Erste Anzeichen einer Bodenbildung
Trotz des Kursrückgangs gibt es Gegensignale. Handelsplätze wie die Deutsche Börse melden erste Käufer, die nach wochenlangen Abflüssen aus Gold-ETCs zurückkehren. Der RSI notiert bei 44,5 – ein neutraler Wert, der weder auf Überverkauft- noch auf Überkauft-Situation hindeutet.
Analysten von Goldman Sachs gehen zudem davon aus, dass China weiterhin verdeckt Goldreserven aufbaut – in einem Umfang, der über den offiziell gemeldeten Zahlen liegen dürfte. Solche Zentralbankkäufe gelten als struktureller Stützpfeiler unter dem Preis.
Der Goldpreis liegt damit nur noch 3,90 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 3.901 US-Dollar. Die Marke von 4.000 US-Dollar bleibt die entscheidende Verteidigungslinie, sollte der Dollar seine Stärke in den kommenden Tagen bis zur Fed-Sitzung behaupten.
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