Rheinmetall Aktie: 17,54 Prozent in sieben Tagen
Der geplatzte Börsengang von KNDS belastet die Rüstungsbranche, während Rheinmetall eine deutliche Kurserholung und einen neuen Skynex-Auftrag vermeldet.

Kurz zusammengefasst
- KNDS stoppt Börsengang wegen Marktschwankungen
- Rheinmetall-Aktie erholt sich um über 22 Prozent
- Neuer Skynex-Auftrag für internationale Kunden
- DZ Bank sieht frühere Kursverluste als übertrieben
Der europäische Rüstungssektor erhält einen spürbaren Dämpfer. Der deutsch-französische Konkurrent KNDS hat seinen Börsengang abrupt gestoppt. Für Rheinmetall trifft diese plötzliche Branchenschwäche auf eine Aktie im Erholungsmodus.
Geplatzter Milliarden-Deal
KNDS baut den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen wollte seine Papiere eigentlich in Frankfurt und Paris listen. Die Folge: Die Pläne liegen vorerst auf Eis. Das Management verweist auf starke Marktschwankungen und wartet auf ein besseres Umfeld.
Laut „Financial Times“ scheiterte das Vorhaben an den Erwartungen. Die Eigentümer konnten Investoren nicht von der angepeilten Bewertung überzeugen. Diese lag bei mehr als 12 Milliarden Euro. Für die restliche Rüstungsbranche sendet dieser Rückzieher ein klares Warnsignal.
Aktie kämpft sich aus dem Tal
Die Rheinmetall-Aktie zeigt sich von der Branchennervosität unbeeindruckt. Das Papier beendete den Donnerstagshandel bei 1.105,60 Euro. Damit steht auf Sieben-Tage-Sicht ein sattes Plus von 17,54 Prozent auf der Kurstafel.
Der Kurs hat sich spürbar vom jüngsten Tief erholt. Erst Ende Juni fiel die Aktie auf 902,50 Euro. Seitdem ging es um mehr als 22 Prozent aufwärts.
Langfristig bleibt das Bild allerdings eingetrübt. Seit Jahresanfang verzeichnet Rheinmetall einen Verlust von knapp 31 Prozent. Die Schwankungsbreite der vergangenen 30 Tage liegt bei extremen 69,45 Prozent.
Skynex bringt neue Fantasie
Parallel dazu meldet der Konzern operative Erfolge. Ein internationaler Kunde kauft mehrere komplette Skynex-Flugabwehrsysteme. Rheinmetall erweitert damit den Kundenkreis für diese Technologie.
Der Vertrag umfasst eine Gesamtlaufzeit von 39 Monaten. Das erste System erreicht den Käufer 21 Monate nach der Vertragsunterschrift.
Danach folgt alle sechs Monate eine weitere Batterie. Der Vertrag umfasst zusätzlich Lkw, Munition und Ersatzteile. Die italienische Konzerntochter übernimmt als Hauptauftragnehmer das Projekt.
Analysten der DZ Bank stützen die aktuelle Kurserholung. Sie werten vorherige Abschläge wegen Fregatten-Problemen mit der Bundesregierung als überzogen. Rheinmetall hält operativ Kurs. Der Konzern hat seine Umsatzziele für das laufende Jahr bislang fest im Griff.
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