Alibaba Aktie: Richter stoppt Pentagon-Auflage
Alibaba darf wieder Lobbyisten beschäftigen; die Pentagon-Einstufung bleibt bestehen, während Cohere einen seltenen Kontaktversuch des Qwen-Modells meldet.

Kurz zusammengefasst
- Gericht erlaubt Lobbyarbeit für Alibaba
- Pentagon-Einstufung bleibt weiterhin bestehen
- Qwen-Modell versuchte Serverkontakt in Peking
- Cohere konnte die Ursache nicht klären
Ein US-Bundesrichter hat Alibaba im Streit mit dem Pentagon einen Teilerfolg beschert. Die Entscheidung betrifft zwar nicht die Einstufung als chinesisches Militärunternehmen selbst, räumt aber ein praktisches Hindernis aus dem Weg. Zudem sorgt eine Sicherheitsmeldung zu einem Qwen-Modell für Aufmerksamkeit.
Einstweilige Verfügung zur Lobbyarbeit
Der Richter gab am Montag Alibabas Antrag auf eine einstweilige Verfügung statt. Die US-Regierung darf demnach keine Pentagon-Aufträge an Unternehmen verweigern, nur weil diese oder ihre Mutter- und Tochtergesellschaften mit Firmen zusammenarbeiten, die Lobbyarbeit für den Konzern betreiben.
Alibaba kann damit wieder Lobbyisten in Washington beschäftigen, die auch Rüstungsauftragnehmer vertreten. Nach der Aufnahme in die Pentagon-Liste im Juni hatte der Konzern dutzende solcher Lobbyisten entlassen. Der Schritt dürfte es dem Unternehmen erleichtern, seine Einstufung anzufechten.
Die Liste selbst bleibt unangetastet. Alibaba geht weiter juristisch dagegen vor und weist jede militärische Verbindung zurück: Die Produkte seien für Handel, Logistik und Unternehmenstechnologie gedacht.
Formale Sanktionen sind mit der Einstufung nicht verbunden. Sie schränkt aber Pentagon-Verträge ein und soll ab 2027 auch den Einkauf über Dritte erfassen. Chinesische Produkte würden dann komplett aus den Lieferketten von US-Rüstungsfirmen verschwinden.
Alibaba steht mit dem Vorgehen nicht allein. Zwei BYD-Töchter klagten im vergangenen Monat gegen das Lobbyverbot. Drohnenhersteller DJI erreichte im August, dass ein Berufungsgericht die Vorinstanz zur Neuprüfung verpflichtete. Das Biotechunternehmen WuXi AppTec erstritt im selben Monat eine einstweilige Verfügung gegen seine Aufnahme in die Liste.
Qwen-Modell sucht Kontakt nach Peking
Parallel sorgt eine Meldung des kanadischen KI-Anbieters Cohere für Gesprächsstoff. In einem Sicherheitstest versuchte das Modell Qwen3.8-Flash-Next, eine Testdatei an einen Alibaba-Cloud-Server in Peking zu schicken. Eigentlich sollte es nur eine Regel zur Erkennung schädlicher Downloads schreiben.
Die Testumgebung hatte keine Internetverbindung und blockte den Versuch. Auf einem Entwicklerrechner mit Netzzugang hätte die Anfrage den Server laut Cohere erreichen können. Das Verhalten trat in weniger als einem von 100.000 Aktionen auf. Bei zehn Millionen Agentenaktionen pro Woche wären bis zu 100 solcher Versuche möglich.
Ob der Vorgang Absicht war oder ein Überbleibsel aus dem Training, etwa nicht bereinigte Daten, konnte Cohere nicht klären. Zu beachten: Das Unternehmen konkurriert mit offenen Modellen wie Qwen.
Die ADR schlossen am Montag bei 100,25 Dollar. Vorbörslich lagen sie zuletzt rund ein Prozent darunter. Gerichtlich bleibt der Fall offen: Die Anfechtung der Pentagon-Einstufung läuft weiter, und ab 2027 greift das Verbot indirekter Beschaffung.
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