VanEck Seltene Erden ETF: 49 Prozent unter Mai-Hoch von 18,76 Euro
Der Fonds gewann am Dienstag, liegt seit Jahresbeginn jedoch 24 Prozent im Minus; zugleich bleiben Exportkontrollen ein Thema.

Kurz zusammengefasst
- ETF-Kurs kletterte am Dienstag um 3,8 Prozent
- Mehrere Rohstoffaktien verzeichneten deutliche Zuwächse
- Australien stellte Energy Fuels Finanzierung in Aussicht
- Jahresminus des Fonds beträgt weiterhin 24 Prozent
Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) legte am Dienstag um 3,8 Prozent auf 9,59 Euro zu. Der Sprung fiel in eine breit angelegte Rally bei Aktien aus dem Bereich kritische Rohstoffe und Seltene Erden, die am Dienstag mehrere Einzelwerte der Branche erfasste. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für den Fonds selbst lässt sich daraus nicht ableiten – die Bewegung speist sich aus dem Umfeld, nicht aus einer Meldung des ETF-Anbieters.
Breite Käufe bei kritischen Rohstoffen
Medienberichten zufolge zogen am Dienstag gleich mehrere Titel aus dem Rohstoffsegment kräftig an: United States Antimony und USA Rare Earth gewannen jeweils 11 Prozent, Critical Metals legte um 8 Prozent zu.
Auch der in den USA notierte VanEck-Fonds REMX, der denselben Marktsektor abbildet, stieg nach Berichten um rund 4 Prozent. Ein einzelner Katalysator für diese sektorweite Nachfrage wurde in der Berichterstattung nicht benannt – die Bewegung wirkte als gemeinsamer Bid auf die gesamte Rohstoffgruppe.
Innerhalb des Sektors sorgte zudem eine Einzelmeldung für Aufmerksamkeit: Australien stellte dem Rare-Earth-Projekt Donald von Energy Fuels eine bedingte Finanzierung über 126 Millionen australische Dollar in Aussicht, was die Aktie des Unternehmens am selben Tag deutlich anschob und zur positiven Stimmung in der Branche beitrug.
Lieferketten bleiben im Fokus
Dass Lieferketten-Risiken bei Seltenen Erden weiter ein Dauerthema sind, zeigte sich auch bei TSMC: Der Chipkonzern fragt laut Reuters bei Ausrüstungslieferanten gezielt nach Fabrikautomatisierungstechnik mit Motoren ohne Seltene Erden, um sich von möglichen Lieferausfällen durch chinesische Exportkontrollen unabhängiger zu machen.
Ergänzend berichtete die Silverado Policy Accelerator, dass Chinas September-Exporte kontrollierter Seltene-Erden-Verbindungen und -Metalle weltweit auf 122 Tonnen sanken, gegenüber 143 Tonnen im August.
Die USA-gebundenen Exporte stiegen zwar von 6 auf 38 Tonnen, die Magnetexporte nach Amerika lagen in den ersten neun Monaten des Jahres mit 4.637 Tonnen aber rund 15 Prozent unter dem Vergleichswert von 2024.
Charttechnisch bleibt der Fonds angeschlagen
Trotz des jüngsten Anstiegs liegt der Kurs des VanEck Seltene Erden ETF weiterhin deutlich unter seinem Niveau vom Jahresbeginn: Seit Jahresanfang steht ein Minus von 24 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, erreicht im Mai, beträgt noch immer 49 Prozent.
Der RSI von 34,3 signalisiert, dass der Fonds trotz der Erholung der vergangenen Tage noch keine überkaufte Zone erreicht hat. Die hohe annualisierte Volatilität von 29 Prozent unterstreicht, dass einzelne Branchenmeldungen – wie zuletzt die Finanzierungszusage für Energy Fuels oder die Reaktion von TSMC auf Exportrisiken – weiterhin spürbare Ausschläge im Fondskurs auslösen können.
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