Siemens Energy Aktie: Babcock bestellt 20 Dampfturbinen
Siemens Energy erhält Großauftrag für 20 Dampfturbinen und meldet Rekordzahlen im dritten Quartal. Windkraft-Sparte erstmals wieder profitabel.

Kurz zusammengefasst
- 20 Dampfturbinen für Rechenzentren bestellt
- Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro
- Windkraft-Sparte wieder operativ profitabel
- Markenwechsel zu Omterra angekündigt
Siemens Energy baut sein Geschäft mit Dampfturbinen für Rechenzentren aus. Der US-Konzern Babcock & Wilcox unterzeichnete am Dienstag eine Vereinbarung mit Siemens Energy über 20 Dampfturbineneinheiten mit einer Gesamtleistung von 1 Gigawatt.
Die Turbinen sind für das sogenannte FastPower-Programm bestimmt, das auf den schnellen Ausbau von Energieversorgung für Rechenzentren zielt. Die Bestellung kommt zusätzlich zu einer bereits bestehenden Turbinen-Order von Babcock & Wilcox.
Der Auftrag reiht sich in eine Serie starker Nachrichten für den Energiekonzern ein. Vor gut einer Woche hatte Siemens Energy Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt, die an mehreren Stellen Rekordniveau erreichten. Seit der Vorlage am vergangenen Mittwoch hat die Aktie um 1,3 Prozent nachgegeben – trotz der insgesamt positiven Bilanz ein Zeichen dafür, dass ein Großteil der guten Nachrichten bereits im Kurs verarbeitet war.
Gasturbinen-Geschäft treibt Wachstum
Der Auftragseingang im dritten Quartal erreichte mit 17,9 Milliarden Euro ein Rekordniveau. Wichtigster Wachstumstreiber war die Sparte Gas Services, die im Quartal Bestellungen über 15 Gigawatt und ein Ordervolumen von 10 Milliarden Euro verbuchte – ein Plus von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Bestand an Gasturbinen wuchs auf 69 Gigawatt.
Um die Nachfrage zu bedienen, hat Siemens Energy seit 2025 rund 30 zusätzliche Produktionskapazitäten für mittlere Gasturbinen in Betrieb genommen. Vorstandschef Christian Bruch rechnet damit, dass der Konzern 2026 insgesamt 15 bis 16 Gigawatt an Gasturbinen liefern kann.
Die Lieferzeiten liegen inzwischen bei mehr als drei Jahren. Für 2027 sind 15 zusätzliche Einheiten großer Gasturbinenkapazität geplant, dazu 20 weitere mittlere Einheiten – bis 2028 soll die Gesamtkapazität auf rund 100 Einheiten steigen.
Auch bei Transformatoren und gasisolierten Schaltanlagen will der Konzern die Kapazität bis 2030 um etwa die Hälfte erhöhen. Der Auftragsbestand der Sparte Grid Technologies belief sich zum Ende Juni auf 51 Milliarden Euro.
Der Gesamt-Auftragsbestand des Konzerns erreichte 162 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57 – für jeden Euro Umsatz gingen also deutlich mehr neue Bestellungen ein.
Windkraft-Sparte schreibt wieder schwarze Zahlen
Auch die einstige Problemsparte Siemens Gamesa lieferte positive Signale: Im dritten Quartal erzielte die Windkraftsparte einen operativen Gewinn von 75 Millionen Euro, nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Analysten hatten mit einem deutlich kleineren Gewinn gerechnet. Das Management führt die Verbesserung auf Produktivitätssteigerungen und Kosteneffizienz zurück.
Der Konzerngewinn nach Steuern kletterte im Quartal auf 1,188 Milliarden Euro, nach 697 Millionen Euro im Vorjahr. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie stieg auf 1,28 Euro von 0,71 Euro. Der freie Cashflow vor Steuern sprang auf 2,319 Milliarden Euro, begünstigt durch Kundenanzahlungen im Zuge des hohen Auftragseingangs.
Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte der Konzern seine Prognose: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent sowie einen Gewinn nach Steuern von rund 4 Milliarden Euro.
Umbau zur Marke Omterra
Parallel zum operativen Fortschritt treibt Siemens Energy den geplanten Markenwechsel voran. Seit Mitte Juli ist bekannt, dass Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy künftig unter dem Namen „Omterra“ auftreten sollen.
Hintergrund ist, dass die Nutzung der Marke „Siemens Energy“ zeitlich begrenzt lizenziert ist. Der Rebranding-Prozess soll im weiteren Jahresverlauf 2026 schrittweise beginnen. Der neue Name soll die globale Präsenz und die technologische Kompetenz des Konzerns widerspiegeln.
Die Aktie notiert aktuell bei 160,94 Euro und damit rund 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April erreicht wurde. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 34 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 64 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark der Konzern von der Nachfrage nach Gasturbinen und Netztechnik in den vergangenen Monaten profitiert hat.
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