Nvidia Aktie: Huang bremst Speicher-Sorgen
Der Nvidia-Chef verweist auf wachsenden Speicherbedarf und Effizienzgewinne, während Marktverluste und Sorgen um KI-Investitionen die Aktie belasten.

Kurz zusammengefasst
- Huang erwartet keinen Speicherüberschuss bis 2029
- LPDDR-Einsatz verdoppelt die Energieeffizienz
- Nvidia und Tesla investieren rund 2,5 Milliarden Euro
- Halbleiterindex fällt auf Dreimonatstief
Auf der GTC Berlin hat Nvidia-Chef Jensen Huang ein Thema aufgegriffen, das Chipwerte in dieser Woche belastet: die Furcht vor einem Überangebot an Speicherchips. Seine Botschaft fiel eindeutig aus. Ein Überschuss bis 2029 sei unwahrscheinlich, Speicher könne man „immer mehr gebrauchen“.
Speicher-Debatte und China
Auslöser der Verunsicherung war ein Meinungsbeitrag in einer südkoreanischen Zeitung vom 15. Oktober. Er warnte vor einer Flut neuen Angebots, die den Markt 2029 in einen „roten Ozean“ verwandeln könne. Hinzu kam eine neue Designarchitektur des chinesischen Herstellers CXMT, die Anleger als Gefahr für SK Hynix, Samsung und Micron werten.
Huang verwies auf Nvidias Technik: Als erster Konzern setze man LPDDR-Speicher aus Smartphones in Rechenzentren ein, was die Energieeffizienz verdopple. Offen zeigte er sich gegenüber CXMT. „Wir arbeiten mit chinesischen Unternehmen“, sagte er. Zugleich räumte er ein, dass die US-Exportbeschränkungen Chinas Aufholjagd in der Chipfertigung beschleunigt hätten.
Parallel dazu baut Nvidia seine Lieferkette aus. Gemeinsam mit Tesla fließen rund 2,5 Milliarden Euro in südkoreanische Werke von Samsung Electro-Mechanics, die Trägerplatten für leistungsstarke Prozessoren fertigen sollen. Die Aktie gab dennoch nach.
Schwacher Markt, Analysten halten dagegen
Der Gesamtmarkt bot am Donnerstag wenig Rückhalt. Der Nasdaq lag zeitweise 2,3 Prozent im Minus, der Halbleiterindex der Philadelphia Börse brach um 5,6 Prozent ein und erreichte den tiefsten Stand seit fast drei Monaten. Händler nannten Zweifel an der Rentabilität schuldenfinanzierter KI-Investitionen. Auch Huangs Aussage, die Nachfrage von Neocloud-Anbietern wie CoreWeave sei „off the charts“, aber Kapital knapp, nährte diese Sorgen.
Dagegen argumentiert Vivek Arya von der Bank of America. Er teilt die Befürchtung nicht, dass günstige offene Modelle, viele davon aus China, den KI-Ausbau bremsen.
Im Ökosystem häufen sich derweil die Kooperationen. Auf der Berliner Konferenz kündigten unter anderem TACTICAAI, DDN und Nebul Projekte auf Nvidia-Basis an. Das Modehaus-Start-up CATCHES zeigte eine Anwendung auf Nvidias Omniverse-Plattform. Solche Meldungen stützen die Plattformstrategie, bewegen den Kurs aber kaum.
Kurzfristig entscheidet das Marktumfeld: Am Freitag zeigt sich, ob der Halbleiterindex nach dem Einbruch zum dreimonatigen Tief eine Gegenbewegung findet oder weiter nachgibt.
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