D-Wave Quantum Aktie: Mizuho hebt Kursziel auf 35 Dollar
D-Wave Quantum erhält nach Analystentag erhöhte Kursziele, doch ein Vergleich stuft Quantum Computing Inc. als besseren Kauf ein.

Kurz zusammengefasst
- Gemischte Analystenmeinungen zu D-Wave
- Kurszielanhebungen nach Investorentag
- Quantum Computing Inc. als Top-Empfehlung
- Hohe Volatilität im Quantensektor
D-Wave Quantum steckt zwischen zwei Erzählungen fest. Auf der einen Seite steht ein steigendes Kursziel von Wall-Street-Analysten nach einem vielbeachteten Investorentag. Auf der anderen Seite steht ein Vergleichstest, der ausgerechnet einen kleineren Rivalen als bessere Kaufgelegenheit einstuft.
Die Aktie notiert aktuell bei 19,98 Euro, ein Plus von 0,38 Prozent zum Vortag. Das klingt nach Stillstand — und genau das beschreibt die Lage auch am besten. Binnen einer Woche hat das Papier 4,19 Prozent verloren, auf Monatssicht steht ein Minus von 3,50 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Rückgang sogar 16,76 Prozent.
Drei Quantencomputing-Aktien, drei Geschichten
Ein aktueller Vergleich der Analyseplattform TipRanks stellt D-Wave direkt neben die Konkurrenten IonQ und Quantum Computing Inc. Das Ergebnis überrascht: Alle drei Werte tragen eine „Strong Buy“-Einstufung von Wall-Street-Analysten. Trotzdem bewertet TipRanks laut eigenem Stock-Comparison-Tool ausgerechnet Quantum Computing Inc. als besten Kauf für die zweite Jahreshälfte 2026.
D-Wave selbst punktet in dem Vergleich mit dem höchsten Smart Score und laufenden kommerziellen Vertragsabschlüssen. IonQ wiederum profitiert von einem anstehenden Investor Day. Die Analysten erwarten für die zweite Jahreshälfte 2026 eine belebte Phase für den gesamten Sektor — mit weiteren Investorenveranstaltungen, neuen Geschäftsabschlüssen und Produktankündigungen.
Der Analystentag wirkt nach
Ein Großteil der aktuellen Euphorie geht auf D-Waves ersten Analystentag zurück. Während manche Investoren ihre Positionen im ersten Quartal reduzierten, bewegten sich große Analysehäuser in die entgegengesetzte Richtung.
Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hob sein Kursziel am 15. Juni auf 35 Dollar an, zuvor lag es bei 29 Dollar. Die Einstufung „Outperform“ bestätigte er. Rakesh verwies auf die Präsentation zum Gate-based-Fahrplan: D-Wave peilt bis 2030 zehn logische Qubits an, bis 2032 sollen es 100 werden.
Rosenblatt bestätigte am 2. Juni sein „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 43 Dollar. Das Analysehaus hebt hervor, dass D-Wave bereits mit seiner Quantenglühtechnologie Umsatz erzielt, während parallel ein konkurrenzfähiges Gate-based-Angebot entsteht. Als zusätzliches Signal werten die Analysten eine 100 Millionen Dollar schwere Investition der US-Regierung in D-Wave. Stifel schloss sich der positiven Einschätzung an und siedelte sein Kursziel bei 35 Dollar an.
Bewertung bleibt volatil
Die Kennzahlen zeigen, wie unruhig das Bild bleibt. Das Papier notiert 48,06 Prozent unter seinem Rekordhoch von 38,48 Euro vom Oktober vergangenen Jahres, gleichzeitig aber 79,64 Prozent über dem Jahrestief von 11,12 Euro aus dem März. Über zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 39,37 Prozent zu Buche.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 20,54 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 20,84 Euro — beide knapp über dem aktuellen Kurs. Ein RSI-Wert von 46,9 signalisiert weder Über- noch Unterverkauf. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von fast 90 Prozent verrät jedoch, wie nervös der gesamte Quantencomputing-Sektor weiterhin gehandelt wird.
Wachsende Aufträge, anhaltende Verluste
Hinter der Kursdebatte steht ein Unternehmen mit wachsendem Auftragsbuch, aber weiterhin hohem Kapitalverbrauch. Der Nettoverlust der vergangenen zwölf Monate lag bei 368 Millionen Dollar, die liquiden Mittel beliefen sich zuletzt auf 588,4 Millionen Dollar.
Im ersten Quartal brach der Umsatz um 81 Prozent auf 2,9 Millionen Dollar ein. Der Grund: Im Vorjahresquartal hatte ein großer Systemverkauf die Zahlen einmalig nach oben getrieben, diesmal fehlte dieser Effekt. Der Quartalsverlust betrug 18,4 Millionen Dollar, gestiegene Entwicklungskosten und die Übernahme von Quantum Circuits trieben die Ausgaben zusätzlich.
Beim Analystentag präsentierte das Management aber auch handfeste Erfolge: einen Systemverkauf über 20 Millionen Dollar und einen QCaaS-Vertrag über 10 Millionen Dollar. Das Auftragspolster wächst kontinuierlich weiter. Manche Marktbeobachter bleiben trotzdem skeptisch — die aktuelle Bewertung stütze sich kaum auf vergangene Ergebnisse, sondern fast ausschließlich auf Wetten auf künftige Erfolge.
Der nächste Quartalsbericht ist für den 6. August 2026 angesetzt. Im Zentrum wird die Frage stehen, ob sich die wachsenden Aufträge endlich in tatsächlichem Umsatz niederschlagen — und ob die Nachfrage über einzelne Großaufträge hinaus breiter wird.
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