CATL Aktie: 40 Milliarden Yuan Rekord-Rückkauf
CATL kündigt den größten Aktienrückkauf in der Geschichte des chinesischen A-Aktienmarktes an und untermauert dies mit einem Gewinnsprung von 42 Prozent im ersten Halbjahr.

Kurz zusammengefasst
- Größter Aktienrückkauf in China
- Nettogewinn steigt um 42 Prozent
- Wasserkraftwerk als neues Standbein
- Aktie legt nach Ankündigung zu
CATL greift tief in die Kasse. Der weltgrößte Batteriehersteller kündigt den größten Aktienrückkauf an, den der chinesische A-Aktienmarkt je gesehen hat. Bis zu 40 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 5,9 Milliarden Dollar, will das Unternehmen einsetzen, um eigene Aktien zurückzukaufen und einzuziehen. Das Management begründet den Schritt mit einem klaren Satz: Die Aktie sei durch Marktturbulenzen deutlich unterbewertet.
Ein Rekordprogramm mit klarer Botschaft
Das Volumen liegt zwischen 20 und 40 Milliarden Yuan, also zwischen 2,95 und 5,9 Milliarden Dollar. Damit bricht CATL den bisherigen Rekord für den größten Einzelrückkauf am chinesischen Heimatmarkt. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Das Unternehmen verkündet den Plan direkt zusammen mit seinem Halbjahresbericht.
In einer Investorenrunde erklärte das Management, Geschäftsentwicklung, Finanzen, Profitabilität und Marktposition würden sich allesamt verbessern. Der aktuelle Aktienkurs spiegele das aber nicht wider. Genau diese Lücke zwischen operativer Stärke und Kursniveau will der Rückkauf schließen.
Zahlen, die den Schritt stützen
Die Geschäftszahlen liefern tatsächlich Substanz. Der Nettogewinn kletterte im ersten Halbjahr um 42 Prozent auf 43,3 Milliarden Yuan, umgerechnet 6,39 Milliarden Dollar. Der Umsatz wuchs um 54,8 Prozent auf 276,9 Milliarden Yuan.
Im zweiten Quartal allein stieg der Gewinn um 36,5 Prozent auf 22,5 Milliarden Yuan. Das übertraf die Analystenerwartungen von 29,7 Prozent Wachstum. Allerdings war es zugleich das schwächste Quartalswachstum seit über einem Jahr – ein Detail, das zeigt: Auch bei CATL bremst sich das Tempo langsam ein.
Preisdisziplin trotz Steuerdruck
Der Batteriemarkt steht vor neuen Belastungen. Eine bevorstehende Verbrauchssteuer und sinkende Exportsteuerrückerstattungen setzen die Branche unter Druck. CATL reagiert mit einer klaren Ansage: Die Kosten sollen mit den Kunden geteilt werden, ein Preiskrieg kommt für das Unternehmen nicht infrage.
Die Bruttomargen im Batteriegeschäft standen im ersten Halbjahr bereits unter Druck. Für die kommenden fünf Jahre bleibt das Management dennoch optimistisch, was das Branchenwachstum angeht.
Wasserkraft als neues Standbein
Parallel zum Kerngeschäft baut CATL sein Portfolio aus. In Sichuan entsteht ein Wasserkraftwerk mit Gesamtkosten von 33,4 Milliarden Yuan, gemeinsam mit einer Tochtergesellschaft von SDIC Power Holdings. CATL hält an dem Joint Venture einen Anteil von 10 Prozent.
Die geplante Anlage soll eine installierte Leistung von 2,4 Gigawatt erreichen und jährlich 8,65 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugen. Der Betriebsstart ist für 2035 vorgesehen – ein langfristiges Projekt, das zeigt: CATL denkt über die Batteriefertigung hinaus, auch wenn Energiespeicher weiterhin der zentrale Wachstumstreiber bleibt.
Marktführerschaft bleibt ungefährdet
Die globale Marktposition untermauert das Selbstvertrauen des Managements. Zwischen Januar und Mai hielt CATL einen Anteil von 40,2 Prozent am weltweiten Markt für EV-Batterien und beliefert dabei Tesla, BMW und Volkswagen. Im Energiespeicherbereich verdoppelten sich die Auslieferungen von Lithium-Ionen-Speicherbatterien im ersten Quartal nahezu, der globale Marktanteil stieg auf 29,9 Prozent von zuvor 26,9 Prozent.
Die internationale Expansion läuft weiter. Neben Batteriewerken in Deutschland und Ungarn sammelte CATL im Mai bei einem Börsengang in Hongkong 5 Milliarden Dollar ein, die überwiegend in den Auslandsausbau fließen sollen.
Reaktion am Markt
Anleger honorierten die Nachrichten unmittelbar. Die Aktie schloss am Freitag bei 383,01 Yuan, ein Plus von 2,89 Prozent auf Tagesbasis und 6,39 Prozent auf Wochensicht. Zum Rekordhoch aus dem Mai fehlen dennoch noch gut 18 Prozent.
Die Kombination aus Rekordrückkauf, robusten Zahlen und der Wasserkraft-Diversifikation gibt dem Papier derzeit Rückenwind. Ob das Momentum über die kommenden Handelswochen anhält, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell das Rückkaufprogramm tatsächlich umgesetzt wird.
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