Korrektur oder Konsolidierung?
Geopolitik, Energiepreise und Zinsrisiken belasten die Stimmung, während der DAX saisonal in sein stärkstes Jahresviertel startet.

Kurz zusammengefasst
- August und September mit saisonaler Schwäche
- Jahresende historisch stärkster DAX-Abschnitt
- Anleger wegen Energiepreisen vorsichtig
- US-Zinsentscheidung im Oktober noch offen
Aus saisonaler Sicht hat der DAX im August und September die für diesen Zeitabschnitt zur erwartende Schwächetendenz durchlaufen. Mit dem Start ins vierte Quartal ändern sich auch die Vorgaben. So zeigen sich die letzten drei Monate des Jahres im langfristigen Vergleich als der stärkste Abschnitt. Dies könnte auch in diesem Jahr der Fall sein.
Anleger zeigen sich zurückhaltend
Im Hinblick auf die geopolitischen Spannungen und den damit verbundenen Anstieg der Energiepreise zeigen sich die Anleger zurückhaltend. Dabei rücken die Notenbanken wieder besonders in den Fokus, die mit Zinssteigerungen die hohe Inflation bekämpfen. Diese wirken sich aber konjunkturbremsend aus, womit auch die Entwicklung am Aktienmarkt unter hohen Zinsen leidet. Die Marktteilnehmer haben für dieses Jahr zumindest für die Sitzung der US-Notenbank einen weiteren Zinsschritt um 25 Basispunkte eingepreist. Für die Sitzung im Oktober erwartet eine knappe Mehrheit keine Zinsänderung. Sollte sich allerdings abzeichnen, dass die Inflation bis zum Jahreswechsel nicht weiter ansteigt oder gar rückläufig ist, dürfte dies dem Aktienmarkt unter die Arme greifen. Im Hinblick auf den saisonalen Verlauf wäre dies dann keine Überraschung.
Zwischenwahlen und Staatsverschuldung
Die hohe Inflation lässt die Staatschulden noch heftiger erscheinen. Die Anleger zeigen sich dabei zunehmend skeptisch, was zu entsprechenden Aufschlägen bei den Staatsanleihen führt. Neben den USA ist hier aktuell vor allem Frankreich unter besonderer Beobachtung. In den USA werden die kommenden beiden Wochen hinsichtlich der Zwischenwahlen noch einmal besonders spannend. So ist Donald Trump im Wahlkampfmodus und versucht, das Ruder noch einmal herumzureißen. Ob dies gelingen mag, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden. So führen die hohen Energiepreise mittlerweile zu Zweitrundeneffekten und treiben auch die Preise insgesamt nach oben. Entsprechend schlecht ist die Stimmung bei den US-Verbrauchern. Aber auch an der Börse herrscht keinesfalls Optimismus. Dies könnte auch in diesem Jahr zu einer Aufwärtsbewegung im letzten Quartal führen!
Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
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