Bertrandt Aktie: Ferchau-Gerüchte bleiben unbestätigt
Bertrandt bleibt operativ unter Druck: Prognose gesenkt, EBIT-Verlust verringert und DZ Bank stuft die Aktie auf Halten herab.
Kurz zusammengefasst
- Bertrandt verliert heute 2,8 Prozent
- Ferchau hält rund 12,84 Prozent
- Jahresprognose sieht bis zu zehn Prozent Rückgang
- DZ Bank senkt Kursziel auf 9,50 Euro
Am heutigen Dienstag verzeichnet das Papier von Bertrandt einen Rückgang von 2,8 Prozent auf 8,94 Euro. Während am Markt vereinzelt Spekulationen über eine mögliche Übernahme durch den Konkurrenten Ferchau kursieren, gibt es für ein solches Szenario derzeit keine offizielle Grundlage.
Die Kursentwicklung spiegelt stattdessen die anhaltende Unsicherheit und die fundamentale Schwäche wider, die den Engineering-Dienstleister bereits seit Jahresbeginn belastet.
Aktionärsstruktur und Marktgerüchte
Medienberichten zufolge basieren die unbestätigten Übernahmegerüchte auf der schrittweisen Aufstockung der Anteile durch Frank Ferchau. Der Inhaber des gleichnamigen Wettbewerbers hält laut einer Stimmrechtsmitteilung aus dem Dezember 2024 einen Anteil von rund 12,84 Prozent an Bertrandt. Damit liegt er zwar über seinem ursprünglichen Investment, aber weiterhin unter den für eine Übernahmeankündigung üblichen Schwellen.
Die Aktionärsstruktur des Unternehmens ist durch namhafte Großaktionäre geprägt: Die Porsche AG hält 28,97 Prozent der Stimmrechte, während die Friedrich Boysen Holding GmbH mit 14,90 Prozent beteiligt ist. Da keine offiziellen Mitteilungen über ein Kaufangebot vorliegen, bleibt die heutige Kursbewegung ohne erkennbaren neuen Impuls. Der Wert leidet vielmehr unter der generellen Zurückhaltung der Anleger im Sektor.
Sanierungskurs und operative Herausforderungen
Die operative Lage des Konzerns ist seit längerer Zeit angespannt. Bereits im Mai musste das Unternehmen seine Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 revidieren. Erwartet wird ein Rückgang der Gesamtleistung um bis zu 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 977,9 Millionen Euro.
Besonders die Segmente Digital Engineering und Physical Engineering, für die das Management ursprünglich Zuwächse prognostiziert hatte, entwickeln sich moderat rückläufig.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt Bertrandt auf das Kostensenkungsprogramm „Fit for Future“, das im Rahmen der vor rund einem Monat veröffentlichten Quartalszahlen erste positive Effekte zeigte.
Zwar konnte das operative Ergebnis (EBIT) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von minus 24,5 Millionen Euro auf minus 15,8 Millionen Euro verbessert werden, doch die Unsicherheit über das Erreichen eines positiven Jahresergebnisses bleibt bestehen.
Vor rund zwei Wochen reagierte die DZ Bank auf die schwächer als erwartet ausgefallenen Umsätze im dritten Quartal, die bei 214,94 Millionen Euro lagen. Das Analysehaus senkte das Kursziel auf 9,50 Euro und stufte die Aktie auf „Halten“ herab.
Mit einem Minus von 52 Prozent seit Jahresbeginn gehört der Titel zu den schwächsten Werten im Branchenvergleich. Zwar notiert der Kurs aktuell rund 11 Prozent über seinem im Juli erreichten 52-Wochen-Tief von 8,02 Euro, doch für eine nachhaltige Erholung fehlen bislang belastbare Signale aus dem operativen Geschäft.
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