Gold: Unter 4.000 Dollar nach Warsh-Linie

Gold fällt unter 4.000 Dollar. Strafte Fed-Politik und sinkende Ölpreise setzen dem Edelmetall zu. Physische Käufe federn den Absturz ab.

Dieter Jaworski ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis bricht unter 4.000 Dollar ein
  • Fed signalisiert weitere Zinserhöhungen
  • Ölpreis sinkt nach Nahost-Entspannung
  • Physische Goldnachfrage erreicht Rekordniveau

Die diplomatische Entspannung im Nahen Osten hat einen unerwarteten Verlierer. Gold verliert massiv an Wert. Statt von geopolitischen Krisen zu profitieren, leidet das Edelmetall unter der harten Linie der US-Notenbank. Der Preis fiel am Freitag unter die Marke von 4.000 Dollar.

Fed-Chef Kevin Warsh setzt auf eine straffe Geldpolitik. Die Märkte preisen aktuell eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhungen ein. Für Dezember liegt die Quote bei 80 Prozent. Für September erwarten Händler zu 63 Prozent einen Zinsschritt.

Die neuen Prognosen der Notenbank sprechen eine klare Sprache. Die Fed erwartet nun bis Jahresende eine Inflation von 3,6 Prozent. Das entspricht einem deutlichen Anstieg um 0,9 Punkte.

Parallel dazu senkte sie die Wachstumsprognose für das Jahr 2026 auf 2,2 Prozent. Der neue Dot-Plot signalisiert eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt. Zuvor stellten die Währungshüter für 2026 noch Zinssenkungen in Aussicht.

Ölpreis drückt die Inflation

Ein weiterer Faktor drückt den Goldpreis. US-Präsident Trump kündigte einen Interimsdeal mit dem Iran an. Der vereinbarte Waffenstillstand verlängert sich um weitere 60 Tage. Außerdem öffnet sich die Straße von Hormuz wieder für den Schiffsverkehr. Iran hatte die Route seit Februar blockiert.

Diese Entspannung lässt die Ölpreise spürbar sinken. Sie notieren wieder auf dem Niveau vor dem Konfliktausbruch. Günstigeres Öl dämpft die weltweiten Inflationssorgen. Das entzieht Gold ein zentrales Argument als Absicherungsinstrument.

Der starke US-Dollar verstärkt diesen Abwärtsdruck. Die US-Währung erreichte den höchsten Stand seit über einem Jahr. Das macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teuer. Die Folge: ein massiver Ausverkauf.

Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Edelmetall rund 13 Prozent an Wert. Auch die Jahresbilanz rutschte ins Minus. Vom Rekordhoch im Januar ist Gold mittlerweile gut 20 Prozent entfernt.

Physische Käufer stützen den Markt

Trotz des Preisverfalls greifen physische Käufer weiter zu. Das World Gold Council meldet für das erste Quartal eine globale Rekordnachfrage. Insgesamt wechselten 1.231 Tonnen den Besitzer. Privatanleger trieben diese Entwicklung maßgeblich an.

Besonders Goldbarren standen hoch im Kurs. Die Investorennachfrage lag hier bei exakt 397,7 Tonnen. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Jahresvergleich stieg der Absatz sogar um 50 Prozent.

Der Goldmarkt bleibt vorerst im Griff der US-Notenbank. Solange die Fed ihren harten Kurs bei der Inflationsbekämpfung beibehält, überwiegt der geldpolitische Gegenwind. Die starken physischen Käufe federn den Absturz lediglich ab. Eine nachhaltige Trendwende nach oben erfordert zwingend schwächere US-Wirtschaftsdaten oder ein klares Signal für Zinssenkungen.

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