Shell Aktie: Hormus treibt Rekordjagd
Angriffe auf Tanker drücken die Ölexporte aus dem Persischen Golf; Brent bleibt über 110 Dollar und stützt Shells Kurs.

Kurz zusammengefasst
- Mindestens 18 Tanker binnen zwei Wochen attackiert
- Öltransporte sinken auf 8,5 Millionen Barrel täglich
- Brent notiert auf Fünfmonatshoch
- Shell macht jüngste Kursverluste weitgehend wett
Brent hat die Marke von 110 Dollar je Barrel überschritten, und die Shell-Aktie nähert sich wieder ihrem Rekordhoch. Auslöser sind neue Zweifel, ob der Öltransport durch die Straße von Hormus noch verlässlich funktioniert.
Tanker unter Beschuss
Brent notiert auf dem höchsten Stand seit fünf Monaten. Berichte über heftige Angriffe auf Tanker in der Meerenge haben den Preis nach oben getrieben. Das Analysehaus Kpler meldet einen erneuten deutlichen Rückgang der Exporte, ausgelöst durch iranische Attacken auf Schiffe.
Binnen zwei Wochen wurden demnach mindestens 18 Tanker angegriffen. Der tägliche Öltransport aus dem Persischen Golf sank auf zuletzt 8,5 Millionen Barrel. Zwei Wochen zuvor waren es noch mehr als 20 Millionen Barrel täglich.
Dabei hatte Kpler zu Monatsbeginn noch erklärt, die Ausfuhren hätten wieder das Niveau vor dem Krieg erreicht. Diese Entwarnung hat sich damit erledigt.
Risikoprämie bleibt hoch
Die Rohstoffanalysten der ING sehen die Preise trotz relativ kräftiger Ölströme aus dem Golf gut gestützt. Der Markt preise eine erhebliche Risikoprämie ein. Sie dürfte nach und nach sinken, sofern die Transporte stabil auf hohem Niveau bleiben. „Davon ist bislang eindeutig nichts zu erkennen“, so die Analysten.
Zusätzlichen Auftrieb liefern Angriffe der jemenitischen Huthi auf Saudi-Arabien. Die Rebellen nehmen Energieanlagen, Flughäfen und militärische Ziele ins Visier. Das verstärkt die Schwankungen am Ölmarkt in einer ohnehin unsicheren Phase.
Kursziel Rekordhoch
Für Shell zählt vor allem der Preiseffekt. Ein hoher Ölpreis stützt die Erlöse des Konzerns, weshalb die Aktie die jüngsten Gewinnmitnahmen weitgehend wettgemacht hat. Am Montag war Brent im frühen Handel zunächst leicht zurückgekommen, nachdem am Freitag der Preisbereich zwischen 110 und 115 Dollar erreicht worden war. Der Rücksetzer hielt jedoch nicht lange.
Ob Shell das bisherige Rekordhoch tatsächlich knackt, hängt nun an der Lage in der Meerenge. Gelingt es nicht, die Transportmengen auf das Niveau von Anfang Oktober zurückzuführen, bleibt Brent oberhalb von 110 Dollar gut gestützt. Beruhigt sich die Lage dagegen sichtbar, dürfte die Risikoprämie schrumpfen und dem Ölpreis die Luft nehmen.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 20. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...