Partners Group Aktie: Parmaco-Verkauf geplant?
Ein möglicher Parmaco-Verkauf bleibt offen, während die EU Partners Groups AVK-Kontrollübernahme genehmigt hat.

Kurz zusammengefasst
- Parmaco-Verkauf wird weiterhin geprüft
- Mögliche Bewertung: rund 1,5 Milliarden Euro
- EU genehmigt AVK-Kontrollübernahme
- Partners-Group-Aktie steigt heute um 0,7 Prozent
Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group prüft strategische Optionen für sein Portfolio im Bereich der Infrastruktur- und Industrieinvestments. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, zieht die Gesellschaft einen Verkauf des finnischen Modulgebäudebauers Parmaco in Betracht. Zur Begleitung dieses Prozesses hat Partners Group das Investmenthaus Bank of America mandatiert.
Die potenzielle Bewertung für den finnischen Spezialisten liegt dem Vernehmen nach bei rund 1,5 Milliarden Euro beziehungsweise 1,7 Milliarden US-Dollar. Die Gespräche befinden sich jedoch in einem frühen Stadium, und eine Veräußerung ist keineswegs garantiert: Partners Group könnte den Vermögenswert auch weiterhin im Bestand halten. Kommt es zu einer Einigung, wird ein Vollzug der Transaktion voraussichtlich für das Jahr 2027 erwartet.
Partners Group hatte Parmaco im Jahr 2021 von einem durch Terra Firma geführten Konsortium erworben; der damalige Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Der Modulbauer ist neben Finnland auch in Dänemark, Schweden und Deutschland aktiv. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro.
Grünes Licht für Einstieg im Rechenzentren-Sektor
Während bei Parmaco ein möglicher Ausstieg sondiert wird, treibt Partners Group auf der Akquisitionsseite ein Großprojekt im Markt für kritische Infrastruktur voran. Die Europäische Kommission genehmigte heute fusionsrechtlich die Kontrollübernahme des britischen Anbieters AVK Power Solutions durch Partners Group.
Die Brüsseler Wettbewerbshüter sahen keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da die beteiligten Unternehmen weder auf denselben noch auf vertikal verknüpften Märkten operieren.
Partners Group hatte die Transaktion Anfang August angekündigt. Die Schweizer planen, zunächst mehr als eine Milliarde US-Dollar an Eigenkapital bereitzustellen, ergänzt um eine Fremdfinanzierung. Das Management von AVK soll im Zuge der Übernahme eine Minderheitsbeteiligung behalten. AVK plant, installiert und wartet Notstrom- und Energieversorgungslösungen für Rechenzentren und weist eine installierte Gesamtkapazität von rund 3,5 Gigawatt aus.
Kursfindung nach schwachen Monaten
Die Nachrichten rund um den möglichen Milliarden-Exit und die abgeschlossene Brüsseler Freigabe sorgten für eine Stabilisierung des Titels. Investoren wägen die Aussicht auf Liquiditätsrückflüsse im Jahr 2027 gegen die anstehenden Investitionsaufwendungen für AVK ab.
Die Aktie von Partners Group notiert heute bei 633,60 Euro, was einem Zuwachs von 0,7 % entspricht. Der Wert versucht damit eine Bodenbildung, nachdem er seit Jahresanfang einen Rückgang von 40 % hinnehmen musste.
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