SK Hynix Aktie: 22,63-Prozent-Sprung auf 1.718.000 Won
SK Hynix verzeichnet nach Microsoft-Zahlen den stärksten Tagesanstieg seit Jahren. Einmalerträge aus Kioxia-Verkauf prägten das Rekordquartal, während HBM4-Lieferverzögerungen das Kerngeschäft belasten.

Kurz zusammengefasst
- Stärkster Tagesanstieg seit Börsengang
- Microsoft-Cloud-Wachstum beflügelt Chipsektor
- Kioxia-Verkauf treibt Nettogewinn auf Rekord
- HBM4-Verzögerungen trüben operatives Ergebnis
SK Hynix hat am Freitag einen der stärksten Handelstage seiner Geschichte hingelegt. Die Aktie schloss bei 1.718.000 Won, ein Plus von 22,63 Prozent an einem einzigen Tag. Damit macht der Chiphersteller einen erheblichen Teil der Verluste der Vorwoche wieder gut.
Der Auslöser kam nicht aus Südkorea, sondern aus Redmond. Microsoft meldete besser als erwartete Quartalszahlen, die Cloud-Sparte Azure wuchs um 43 Prozent. Das nahm dem Markt die Sorge, große Tech-Konzerne könnten ihre Investitionen in KI-Infrastruktur drosseln.
Warum SK Hynix direkt profitiert
SK Hynix zählt zu den wichtigsten Zulieferern für High-Bandwidth-Memory-Chips, kurz HBM. Diese Speicherbausteine stecken in praktisch jedem KI-Beschleuniger großer Rechenzentren. Steigt das Vertrauen, dass Cloud-Anbieter ihre KI-Investitionen tatsächlich in Umsatz verwandeln, steigt auch die Nachfrage nach den Speicherchips des Konzerns.
Der Rebound folgt auf eine turbulente Phase. Am 29. Juli hatte SK Hynix seinen Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 veröffentlicht, und die Zahlen waren historisch. Der Umsatz kletterte um 257 Prozent auf 79,32 Billionen Won, der operative Gewinn schoss um 557 Prozent auf 60,54 Billionen Won nach oben.
Ein Gewinn, der größer ist als der Umsatz
Trotz dieser Rekordwerte verkaufte der Markt die Aktie zunächst ab. Der operative Gewinn verfehlte die Konsensschätzung von 64 Billionen Won um rund 5 Prozent. Ein Detail im Bericht sorgte zusätzlich für Gesprächsstoff: Der Nettogewinn lag bei 93,92 Billionen Won und übertraf damit den gesamten Quartalsumsatz.
Diese Diskrepanz hat einen konkreten Grund. Ein Einmaleffekt von rund 63,3 Billionen Won stammt aus der Neubewertung und dem Verkauf der indirekten Beteiligung an Kioxia, dem japanischen Flash-Speicher-Hersteller. Der Sondereffekt hat das Ergebnis zwar aufgebläht, aber gleichzeitig einen leichten Rückstand im Kerngeschäft überdeckt. Verantwortlich dafür waren Verzögerungen bei HBM4-Lieferungen und Kosten für den Kapazitätsausbau.
ADR-Prämie schmilzt, Konvertierungsquote bleibt Bremse
Ein zweites Thema beschäftigt Investoren seit Wochen: die American Depositary Receipts von SK Hynix an der Nasdaq. Seit dem Debüt am 10. Juli handelten die ADRs mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber den Seoul-Aktien, Mitte Juli erreichte die Prämie einen Höchststand von 51 Prozent. Bis Freitag ist dieser Abstand auf etwa 21 Prozent geschrumpft.
Der Grund für die anhaltende Lücke liegt in einer strukturellen Beschränkung. SK Hynix erlaubt maximal 2,5 Prozent der ausstehenden Aktien zur Umwandlung in ADRs, und diese Quote ist bereits voll ausgeschöpft. Die Umwandlung funktioniert zudem nur in eine Richtung: ADRs lassen sich in Seoul-Aktien zurücktauschen, umgekehrt geht es nicht. Genau dieser Einbahnstraßen-Mechanismus verhindert, dass Arbitrage-Handel die Prämie vollständig eliminiert.
Langfristverträge bis 2030
Für die kommenden Jahre hat sich SK Hynix breite Absicherung verschafft. Der Konzern hat mit mehr als zehn großen Kunden langfristige Lieferverträge abgeschlossen, darunter globale Hyperscaler und strategische Partner wie Nvidia. Diese Verträge laufen typischerweise über fünf Jahre und sollen Preise stabilisieren sowie vor der historischen Volatilität des Speichermarkts schützen.
Zusätzlich beteiligt sich SK Hynix an einer breiter angelegten KI-Infrastruktur-Initiative der SK Group und ihrer Partner mit einem Volumen von 750 Milliarden Dollar. Im Zentrum steht die langfristige Lieferung fortschrittlicher Speicherlösungen, darunter HBM4, dessen Massenproduktion bereits im zweiten Quartal begonnen hat.
Trotz des kräftigen Freitags-Sprungs bleibt die Aktie rund 42 Prozent unter ihrem Rekordhoch von 2,987 Millionen Won aus dem Juni. Investoren dürften in den kommenden Wochen vor allem den Hochlauf der HBM4-Produktion im Blick behalten, ebenso wie Fortschritte bei den geplanten Packaging-Werken in Indiana und dem Halbleiter-Cluster in Yongin.
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