Novo Nordisk Aktie: China lässt Wegovy für MASH zu
Die chinesische Freigabe erweitert Wegovys Einsatzgebiet, während Studienabbrüche, Preisdruck und Kursverluste Novo Nordisk belasten.

Kurz zusammengefasst
- China erlaubt Wegovy bei MASH
- Ziltivekimab-Studien teilweise beendet
- Semaglutid überzeugt bei adipösen Kindern
- Aktie verliert binnen sieben Tagen 6,6 Prozent
Novo Nordisk kann in China eine neue Indikation für sein Diabetes- und Abnehmmittel Wegovy erschließen. Die chinesischen Behörden haben den Wirkstoff Semaglutid unter dem Markennamen Wegovy für die Behandlung der metabolisch bedingten Fettleberentzündung MASH zugelassen, wie Reuters heute berichtete.
Für den dänischen Pharmakonzern ist das ein regulatorischer Erfolg in einem der größten Gesundheitsmärkte der Welt und eröffnet dem Semaglutid-Franchise ein zusätzliches Wachstumsfeld jenseits von Diabetes und Adipositas.
Die Nachricht kommt für Novo Nordisk zu einem Zeitpunkt, in dem das Unternehmen dringend positive Signale braucht. Die Aktie notiert aktuell bei 38,16 Euro und hat allein in den vergangenen sieben Handelstagen 6,6 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 13 Prozent zu Buche, vom 52-Wochen-Hoch bei 54,86 Euro im Januar trennen das Papier inzwischen 30 Prozent.
Rückschlag bei Ziltivekimab belastet weiterhin
Die China-Zulassung für Wegovy ist die jüngste in einer Reihe gemischter Nachrichten der vergangenen Wochen. Erst vor einigen Tagen hatte Novo Nordisk zwei weitere späte klinische Studien zum Herz-Kreislauf-Wirkstoff Ziltivekimab eingestellt, nachdem ein unabhängiges Datenüberwachungskomitee ein anderes Ergebnis als bei der bereits gescheiterten Vorgängerstudie für unwahrscheinlich hielt.
Eine dritte Studie mit Patienten nach einem Herzinfarkt läuft laut Unternehmensangaben planmäßig weiter, Ergebnisse werden für die erste Jahreshälfte 2027 erwartet. Der Pipeline-Dämpfer bei Ziltivekimab hatte die Aktie zusätzlich belastet und dürfte mit zu der Kursschwäche der vergangenen Woche beigetragen haben, in der das Papier knapp 7 Prozent verlor.
Auf der Habenseite stehen dagegen ermutigende Daten aus der Adipositas-Pipeline. In einer Spätphasenstudie senkte Semaglutid die Fettleibigkeitsrate bei Kindern zwischen 6 und unter 12 Jahren deutlich: Nach 68 Wochen galten unter voller Therapietreue 40,4 Prozent der Teilnehmer nicht mehr als adipös, der primäre Endpunkt der Studie wurde erreicht. Das öffnet Novo Nordisk perspektivisch ein weiteres Marktsegment für sein Kernprodukt.
Wettbewerb und Preisdruck als Dauerthema
Parallel dazu treibt Novo Nordisk den Ausbau seines oralen Adipositas-Geschäfts voran. Vor gut einer Woche startete das Unternehmen die Wegovy-Tablette in Deutschland und stellt sich damit im europäischen Markt breiter gegen die Konkurrenz von Eli Lilly auf. Seit dem Marktstart hat die Aktie rund 4,9 Prozent verloren, was zeigt, dass Anleger die operative Nachrichtenlage derzeit weniger honorieren als den Preisdruck in den USA im Blick behalten.
Dort hatte Novo Nordisk im November zugesagt, die Preise für seine Semaglutid-Präparate Wegovy und Ozempic zu senken und über das TrumpRx-Programm bestimmte Insulinprodukte für 35 Dollar pro Monat anzubieten – ein Zugeständnis im Rahmen der von der Trump-Regierung forcierten Preisverhandlungen mit Pharmakonzernen.
Charttechnisch bleibt das Bild angeschlagen: Mit einem RSI von 38,7 und einem Kurs, der 7,7 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt notiert, spiegelt sich die Verunsicherung der vergangenen Wochen deutlich wider. Die China-Zulassung für Wegovy in der MASH-Indikation liefert nun immerhin einen fundamentalen Lichtblick, der die Wachstumsstory des Konzerns über die etablierten Indikationen hinaus stützen könnte.
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