Thunder Tiger Aktie: 1.520 Overkill-Drohnen für DoD
Thunder Tiger spaltet Drohnensparte auf und erhält Erstauftrag vom US-Verteidigungsministerium über 1.520 Einheiten.

Kurz zusammengefasst
- Aufspaltung in zwei Spezialeinheiten
- US-Verteidigungsministerium erteilt Erstauftrag
- Handelsbeschränkungen an Börse aufgehoben
- Quartalsgewinn steigt auf 51,6 Mio. TWD
Wie das Unternehmen am 16. Juli 2026 bekannt gab, wird die Drohnensparte in zwei spezialisierte Einheiten aufgespaltet. Zeitgleich sicherte sich der Konzern einen bedeutenden Erstauftrag des US-Verteidigungsministeriums (DoD), was die internationale Relevanz der eigenen Technologie unterstreicht.
Strategische Aufspaltung und Großauftrag aus den USA
Die Reorganisation sieht die Gründung der Tochtergesellschaft „Thunder Tiger Precision Systems“ vor, die sich primär auf die Entwicklung von Anti-Drohnen-Systemen konzentrieren wird. Parallel dazu entsteht eine dedizierte Einheit für Flugzeugtriebwerke. Der Verwaltungsrat genehmigte am 15. Juli 2026 das entsprechende Investitionsvolumen, das für beide Einheiten auf insgesamt über 10 Millionen USD beziffert wird. Ziel dieser Maßnahme ist es, die globale Lieferkette außerhalb Chinas („Non-China Supply Chain“) zu stärken und die Marktposition im Verteidigungssektor auszubauen.
Flankiert wird diese strukturelle Entscheidung durch einen konkreten Vertriebserfolg. Das US-Verteidigungsministerium hat im Rahmen seines „Drone Dominance Program“ den Erhalt eines Erstauftrags über 1.520 Einheiten der Drohnenserie „Overkill FPV“ bestätigt. Medienberichten zufolge gilt dieser Auftrag als wichtiger Meilenstein für die internationale Expansion des Unternehmens.
Ende der Handelsbeschränkungen und staatliche Förderprogramme
An der Taiwan Stock Exchange endete am 16. Juli 2026 eine 14-tägige Phase, in der Thunder Tiger als sogenannter „Disposal Stock“ eingestuft war. Diese Maßnahme der Börsenaufsicht, die aufgrund außergewöhnlicher Handelsaktivitäten angeordnet worden war, sah einen regulierten Handel in 5-Minuten-Intervallen vor. Mit dem Abschluss dieser Phase normalisiert sich der Handelsmodus für die Anleger wieder. Trotz des operativen Aufwinds verzeichnete das Papier zuletzt einen Kursrückgang und notiert aktuell bei 219,00 TWD, was einem Tagesverlust von 9,88 % entspricht. Dennoch weist der Wert auf Sicht von 30 Tagen ein deutliches Plus von 71,76 % auf.
Zusätzliche Impulse könnten von der heimischen Gesetzgebung ausgehen. Die taiwanesische Regierung hat einen Gesetzesentwurf für ein Drohnen-Sonderbeschaffungsprogramm vorgelegt, das einen Budgetrahmen von bis zu 210 Milliarden TWD umfasst. Das Programm, dessen Umsetzung für den 1. August 2026 geplant ist, sieht unter anderem die Beschaffung von 1.320 kleinen Kamikaze-Booten vor. Medienberichten zufolge gilt Thunder Tiger hierbei als potenzieller Bieter für die anstehenden Ausschreibungen.
Quartalsbilanz und operative Entwicklung
Die finanzielle Basis für die Expansionspläne lieferten bereits die im Mai veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2026. Thunder Tiger meldete einen Nettogewinn von 51,59 Millionen TWD, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 36,3 Millionen TWD darstellt. Der Umsatz kletterte in diesem Zeitraum um 12 % auf 375,05 Millionen TWD.
Das Analysehaus Morningstar legte zudem am 3. Juli 2026 in einer quantitativen Bewertung den Fair Value für die Aktie auf 204,50 TWD fest. Während das Unternehmen durch institutionelle Investoren wie Vanguard Capital Management unterstützt wird, die Ende Mai einen Bestand von rund 4,09 Millionen Aktien meldeten, bleibt die Volatilität des Titels hoch. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit die neuen Strukturen und die staatlichen Fördergelder das langfristige Wachstum absichern können.
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