Adidas Aktie: Bleibt die Marge-Sorge?
Zollrückzahlungen und geringerer Rabattbedarf stützen Adidas’ Ausblick; UBS sieht offene Fragen zur Bruttomarge im Folgejahr.

Kurz zusammengefasst
- UBS hält an neutraler Bewertung fest
- Citigroup hebt Kursziel auf 211 Euro
- Prognose für 2026 auf 2,5 Milliarden Euro erhöht
- Endgültige Neunmonatszahlen folgen am 29. Oktober
Die höhere Gewinnprognose von Adidas beantwortet nicht alle Fragen zur künftigen Profitabilität. Die UBS verwies am Mittwoch auf Unsicherheiten bei der Bruttomarge im Folgejahr. Damit steht vor den angekündigten Neunmonatsergebnissen am 29. Oktober 2026 nicht allein die Höhe des Gewinns im Mittelpunkt. Entscheidend für die Einordnung ist auch, welche Verbesserungen über Zollrückerstattungen hinausreichen.
Unterschiedliche Bewertungen des Gewinnschubs
Die UBS beließ ihre Einstufung am Mittwoch bei „Neutral“ und das Kursziel bei 160 Euro. Nach ihrer Einschätzung entsprachen die Auswirkungen auf das Betriebsergebnis ohne Zollrückerstattungen den Erwartungen. Die angehobene Prognose war aus dieser Sicht also kein uneingeschränktes Signal für eine stärkere operative Entwicklung.
Optimistischer urteilte Citigroup-Analystin Monique Pollard am Mittwoch. Sie erhöhte ihr Kursziel von 200 auf 211 Euro und bestätigte ihre Kaufempfehlung. Dabei verwies sie auf erwartete US-Zollrückzahlungen und senkte ihre Ausgabenschätzungen.
Die beiden Einschätzungen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Citigroup berücksichtigt die Entlastungen positiv in ihren Schätzungen. Die UBS trennt stärker zwischen dem Effekt der Rückerstattungen und der Entwicklung des laufenden Geschäfts. Für Anleger liegt darin die zentrale Bewertungsfrage.
Zollentlastung und geringerer Rabattbedarf
Adidas hatte diese Woche die Prognose für das Betriebsergebnis 2026 von rund 2,3 Mrd. € auf rund 2,5 Mrd. € angehoben. Zugleich meldete das Unternehmen eine Erstattung von rund 200 Mio. € aus US-Zollforderungen.
Die Zollentlastung erklärt allerdings nicht allein die verbesserte Gewinnerwartung. Reuters berichtete am Mittwoch auch über einen geringeren Rabattbedarf als zusätzliche Stütze. Das unterscheidet diesen Beitrag von der Rückerstattung bereits erhobener Zölle.
Laut Reuters trägt der geringere Rabattbedarf rund 100 Mio. € bei. Adidas kündigte zugleich an, rund 100 Mio. € im vierten Quartal zu reinvestieren. Die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzwachstum blieb bei 9 % bis 10 %.
Damit stehen hinter der höheren Gewinnerwartung verschiedene Einflussfaktoren. Für die Bewertung lohnt es sich, Entlastungen bei Zöllen, Verbesserungen im Verkauf und geplante Ausgaben getrennt zu betrachten.
Endgültige Zahlen als nächster Prüfpunkt
Die vorläufigen Ergebnisse dieser Woche lieferten einen starken Ausgangspunkt: Für das dritte Quartal 2026 meldete Adidas eine Bruttomarge von 54,3 % und ein Betriebsergebnis von 1.008 Mio. €.
Gestern belastete nach einem Bericht von dpa-AFX allerdings die gesenkte Jahresprognose von Deckers Outdoor auch Adidas. Das zeigt die Grenze einer rein unternehmensbezogenen Betrachtung: Selbst eine höhere eigene Gewinnerwartung schirmt die Aktie nicht gegen negative Branchennachrichten ab.
Mit den endgültigen Zahlen folgt der nächste angekündigte Unternehmenstermin. Der Maßstab dafür ist bereits gesetzt: Nicht nur der Rekordgewinn zählt, sondern auch die Frage, wie tragfähig seine einzelnen Treiber sind.
Stand heute, 24. Oktober: Adidas – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Adidas investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 24. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.