Birkenstock Aktie: S&P senkt Ausblick auf Negativ
Birkenstock platziert 900-Millionen-Anleihe zur Umschuldung und Aktienrückkäufen. S&P senkt Ausblick auf negativ, Aktie fällt um fast fünf Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Anleihe über 900 Millionen Euro platziert
- Mittel für Umschuldung und Aktienrückkauf
- S&P senkt Ausblick auf negativ
- Aktie verliert knapp fünf Prozent
Birkenstock hat eine Milliarden-Finanzierung abgeschlossen. Die Ratingagenturen reagieren skeptisch. Die Aktie fällt um fast fünf Prozent.
Die Birkenstock Holding plc platzierte eine vorrangige unbesicherte Anleihe über 900 Millionen Euro. Der Kupon liegt bei 4,500 Prozent, die Laufzeit endet im Juni 2033. Das Geld dient der Umschuldung – und dem Aktienrückkauf.
Zinsersparnis gegen höhere Schulden
Rund 428,5 Millionen Euro fließen in die Tilgung älterer Anleihen. Die hatten einen Zinssatz von 5,25 Prozent und waren 2029 fällig. Birkenstock senkt damit seine Zinskosten und streckt die Fälligkeiten.
Der Rest der Summe finanziert die laufenden Aktienrückkaufprogramme. Erst im Mai startete das Management einen beschleunigten Rückkauf über 250 Millionen US-Dollar. Die Botschaft: Der Vorstand hält die Aktie für unterbewertet.
S&P dreht den Ausblick
Doch die Schuldenlast wächst. S&P Global Ratings bestätigte zwar das „BB+“-Rating, senkte den Ausblick aber von „Stabil“ auf „Negativ“. Grund: Das Verhältnis von Schulden zu EBITDA könnte im Geschäftsjahr 2026 auf 3,0x steigen. Im Vorjahr lag es bei 2,1x.
Die Ratingagentur moniert, dass die massiven Rückkäufe die Verschuldung treiben. Eine aggressive Kapitalrückführung bei gleichzeitigen Wachstumsinvestitionen – das ist der Spagat, den Birkenstock meistern muss.
Kurs rutscht ab
Die Aktie notiert bei 37,95 Euro. Der Tagesverlust beträgt 4,89 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 45,62 Euro aus dem Juli 2025 trennen den Titel knapp 17 Prozent. Seit Jahresbeginn steht immer noch ein Plus von 6,48 Prozent in den Büchern.
Die operative Entwicklung bleibt solide. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz währungsbereinigt um 14 Prozent. Das Management hält an der Prognose fest: 13 bis 15 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr.
Die Frage ist, ob der Konzern den eigenen Expansionskurs – neue Läden, Ausbau in Asien – mit der Schuldenrückführung in Einklang bringt. Die Anleihe gibt finanziellen Spielraum. Der Preis dafür ist ein negatives Rating-Signal.
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