Deutsche Telekom Aktie: EU überträgt PETRUS2-Leitung

Die Deutsche Telekom erhält den Zuschlag für das EU-Quantenprojekt PETRUS2 und treibt parallel den Aktienrückkauf voran. UBS bestätigt die Kaufempfehlung.

Dr. Robert Sasse ·
Deutsche Telekom Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Leitung des EU-Quantenprojekts PETRUS2
  • Fortsetzung des Aktienrückkaufprogramms
  • UBS bestätigt Kaufempfehlung mit Kursziel 36,20 Euro
  • Glasfaserausbau und KI-Infrastruktur vorangetrieben

Wie dpa und die Investor-Relations-Abteilung des Konzerns am 14. Juli 2026 mitteilten, soll der Bonner Konzern gemeinsam mit Partnern wie Airbus, Thales und SES das Projekt PETRUS2 vorantreiben. Ziel ist der Aufbau einer grenzüberschreitenden Quantenkommunikations-Infrastruktur für die EU, bekannt als EuroQCI. Für die Deutsche Telekom ist der Zuschlag ein strategisches Signal: Der Konzern positioniert sich damit als zentraler Akteur bei einer Zukunftstechnologie, die perspektivisch abhörsichere Kommunikation über Ländergrenzen hinweg ermöglichen soll.

Rückkauf läuft weiter, UBS bestätigt Kaufempfehlung

Parallel zur strategischen Positionierung treibt die Deutsche Telekom ihr Aktienrückkaufprogramm voran. Laut einer Pflichtmitteilung über EQS News erwarb der Konzern zwischen dem 6. und 10. Juli 2026 insgesamt 2.321.535 eigene Aktien über die Börse Xetra. Die dritte Tranche des Rückkaufprogramms 2026 war bereits am 1. Juli gestartet und umfasst ein Volumen von bis zu 560 Millionen Euro beziehungsweise maximal 23,5 Millionen Aktien, mit Laufzeit bis zum 30. September 2026.

Auf der Analystenseite bestätigte UBS am 13. Juli ihre positive Haltung. Analyst Polo Tang beließ die Einstufung bei „Buy“ und das Kursziel bei 36,20 Euro. Begründet wurde dies mit soliden Trends sowohl im deutschen Kerngeschäft als auch im US-Geschäft der Tochter T-Mobile US. Auch aus dem eigenen Vorstand kam zuletzt ein Vertrauenssignal: Vorstandsmitglied Rodrigo Francisco Diehl erwarb Anfang Juli eigene Aktien im Wert von rund 73.000 Euro, wie aus einer Directors‘-Dealings-Meldung hervorgeht.

Der Aktienkurs selbst zeigt sich davon zuletzt moderat gestützt. Am Donnerstag schloss das Papier bei 26,70 Euro, nach einem Plus von 1,53 Prozent auf Wochensicht. Vom 52-Wochen-Hoch bei 34,35 Euro, erreicht Ende Februar 2026, bleibt die Aktie mit einem Abstand von 22,27 Prozent aber weiterhin deutlich entfernt.

Netzausbau und KI-Infrastruktur als operative Basis

Auf operativer Ebene setzt die Deutsche Telekom den Glasfaserausbau fort. Für die Gemeinde Wackersdorf unterzeichnete der Konzern einen Vertrag über den Anschluss von 36 Haushalten und Unternehmen, die Fertigstellung ist bis 2030 geplant. Es handelt sich um eines von zahlreichen kommunalen Ausbauprojekten, mit denen die Telekom ihr Glasfasernetz sukzessive verdichtet.

Auch im Bereich künstliche Intelligenz zeigt der Konzern Präsenz über seine Tochter T-Systems. Das Forschungskonsortium des KI-Bundesverbandes veröffentlichte das Sprachmodell „Soofi S“ mit 31,6 Milliarden Parametern, das vollständig auf der „Industrial AI Cloud“ von T-Systems trainiert wurde. Damit unterstreicht die Telekom-Tochter ihre Rolle als Infrastrukturanbieter für KI-Anwendungen in Deutschland.

In den USA sorgte die Tochter T-Mobile US zudem für einen personellen Wechsel an der Spitze des Firmenkundengeschäfts: Mike Katz, langjähriger Chief Business and Product Officer, verlässt das Unternehmen nach 28 Jahren. Nachfolger wird Chris Sambar, zuvor bei AT&T tätig, der spätestens zum 14. Oktober 2026 als Chief Enterprise Officer übernimmt.

Blick auf die kommenden Termine

Für Anleger rücken nun mehrere Termine in den Fokus. Bereits am 23. Juli 2026 veröffentlicht T-Mobile US seine Quartalsergebnisse für das zweite Quartal. Die Deutsche Telekom AG selbst legt ihre Finanzergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 am 6. August vor. Die Zahlen zum dritten Quartal folgen dann am 5. November 2026. Angesichts der laufenden Rückkäufe, der bestätigten Kaufempfehlung von UBS und der strategischen Aufwertung durch das EU-Quantenprojekt dürfte insbesondere die Zahlenvorlage im August zeigen, ob sich die operative Stärke auch in der Kursentwicklung stärker niederschlägt.

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