State Street Aktie: Rekordzahlen, trotzdem Kursminus
Der Finanzkonzern hob seine Jahresprognose an und erreichte mittelfristige Renditeziele früher als geplant; die Aktie gab dennoch nach.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verliert rund 6,5 bis 7 Prozent
- Umsatz knapp unter Analystenschätzungen
- Gebührenwachstum nun mit 13 bis 14 Prozent veranschlagt
- Mittelfristige Renditeziele bereits erreicht
Rekordmarken, höhere Prognose, und trotzdem schickt der Markt die Aktie auf Talfahrt. State Street hat im dritten Quartal 2026 operativ geliefert. Anleger störten sich an Details: einer hauchdünnen Gewinnüberraschung, einem leichten Umsatzminus gegenüber den Erwartungen und einem Zinsausblick, der nach Ansicht einiger Beobachter vorsichtig wirkt.
Die Aktie gab im Handelsverlauf um rund 6,5 bis 7 Prozent auf etwa 162 Dollar nach. Zuvor hatte sie binnen eines Monats bereits rund 14 Prozent verloren.
Zahlen mit wenig Überraschung
Der Gewinn je Aktie lag bei 3,69 Dollar, Analysten hatten 3,67 Dollar erwartet. Der Umsatz erreichte 4,0 Milliarden Dollar und verfehlte die Konsensschätzung von 4,04 Milliarden knapp. Im Vorjahresvergleich wuchsen die Erlöse um 13 Prozent, der Gewinn je Aktie um 33 Prozent.
In den beiden Quartalen davor hatte State Street die Erwartungen deutlich klarer übertroffen. Gemessen daran wirkt die aktuelle Überraschung blass.
Der Zinsüberschuss stieg um 21 Prozent auf 864 Millionen Dollar, die Zinsmarge legte auf 1,12 Prozent zu. Die Gebühreneinnahmen wuchsen um 11 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Die Aufwendungen kletterten um 8 Prozent.
Prognose angehoben, Ziele früher erreicht
Das Management hob die Jahresziele an. Beim Gebührenwachstum peilt es nun 13 bis 14 Prozent an, bisher waren es 12 bis 13 Prozent. Beim Zinsüberschuss liegt die Spanne bei 15 bis 16 Prozent. Die Kostenprognose bleibt unverändert.
Bemerkenswert: Die mittelfristigen Ziele einer Vorsteuermarge von 35 Prozent und einer Eigenkapitalrendite im mittleren 20-Prozent-Bereich erreichte der Konzern bereits jetzt, deutlich vor dem Zeitplan bis 2029. Die Kernkapitalquote hielt sich bei 11,0 Prozent. Im vierten Quartal sollen Aktienrückkäufe von rund 700 Millionen Dollar folgen, die Ausschüttungsquote für das Gesamtjahr nähert sich damit 80 Prozent.
Wo Analysten nachbohrten
In der Telefonkonferenz drehten sich die Fragen vor allem um den Zinsüberschuss. Ein Analyst hielt den impliziten Wert für das vierte Quartal für zu niedrig. Das Management hielt dagegen: Der Zinsüberschuss sei in jedem Quartal dieses Jahres gestiegen und solle auch im Schlussquartal zulegen.
Schwächer lief das Neugeschäft bei Verwahrgebühren, das unter früheren Erwartungen blieb. Die Pipeline sei gesund, große Abschlüsse könnten sich in spätere Quartale verschieben, so die Führung. Für das vierte Quartal peilt sie Neuabschlüsse von mehr als 100 Millionen Dollar an. Fragen zur Tokenisierung beantwortete das Management gelassen: Klassische und digitale Finanzwelt würden lange nebeneinander bestehen.
Parallel dazu erweiterte die Fondssparte ihr Angebot um vier S&P-500-Sektor-ETFs, die den Index marktkapitalisierungsgewichtet abbilden.
Die Prognose unterstellt konstante Aktienmärkte und aktuelle Terminzinsen. Für das vierte Quartal erwarten Analysten im Schnitt 3,60 Dollar je Aktie. Die Latte liegt damit niedriger als zuletzt.
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