Almonty Aktie: ASX-Delisting bis 1. September 2026
Almonty Industries zieht sich von der ASX zurück, während die Aktie stark fällt. Trotz jüngster Verluste bleibt die Jahresbilanz mit einem Plus von über 55 Prozent positiv.

Kurz zusammengefasst
- Delisting von der ASX geplant
- Aktie verliert über fünf Prozent
- Deutsche Rohstoff AG verkauft Anteile
- Wolfram-Markt bleibt angespannt
Almonty Industries steht vor einem doppelten Einschnitt: Der Wolfram-Produzent zieht sich von der australischen Börse zurück, während die Aktie zugleich einen empfindlichen Kursrückgang verzeichnet. Wie am Samstag bekannt wurde, plant das Unternehmen ein Delisting von der ASX bis zum 1. September 2026.
Der Rückzug von der australischen Zweitnotierung fällt in eine Phase, in der das Papier ohnehin unter Druck steht. Am Freitag schloss die Aktie bei 18,81 kanadischen Dollar und verlor damit 5,52 Prozent an einem einzigen Handelstag. Auf Monatssicht summiert sich der Rückgang auf 19,58 Prozent. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 33,35 kanadischen Dollar, das die Aktie am 17. April markierte, beträgt der Abstand mittlerweile 43,60 Prozent.
Deutliche Erholung trotz jüngster Schwäche bleibt intakt
Der jüngste Rücksetzer relativiert sich allerdings im längerfristigen Bild. Seit Jahresbeginn steht für die Almonty-Aktie noch immer ein Plus von 55,84 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sogar ein Zuwachs von 211,42 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 4,36 kanadischen Dollar, erreicht am 29. Juli des vergangenen Jahres, hat sich der Kurs damit mehr als vervierfacht. Der RSI-Wert von 38,8 signalisiert, dass die Aktie nach dem jüngsten Abverkauf technisch nicht überkauft, sondern eher überverkauft ist – ein Hinweis auf die hohe Nervosität, mit der der Markt derzeit auf Nachrichten rund um den Titel reagiert. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von gut 81 Prozent unterstreicht, wie schwankungsanfällig das Papier zuletzt gehandelt wurde.
Ein Teil der Verkaufsdynamik dürfte auch mit einer Aktionärsbewegung zusammenhängen: Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Deutsche Rohstoff AG hat einen Teil ihrer Almonty-Beteiligung veräußert. Für die Deutsche Rohstoff selbst wirkte sich der Schritt positiv aus – ihre Aktie sprang um 17,3 Prozent nach oben. Für Almonty bedeutet ein solcher Teilverkauf eines größeren Ankeraktionärs dagegen zusätzliches Angebot am Markt, was den Abwärtsdruck auf den Kurs miterklären könnte.
Wolfram-Markt bleibt angespannt
Der Rückzug von der ASX ändert nichs am operativen Umfeld, in dem sich Almonty bewegt. Der globale Wolfram-Markt bleibt angespannt: Die europäische Verteidigungsindustrie warnt derzeit ausdrücklich vor der Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferungen. Laut dem europäischen Verteidigungsindustrieverband ASD deckt China rund 31 Prozent des EU-Wolframbedarfs, zusätzlich verschärft eine für den 1. Dezember 2026 angekündigte chinesische Exportbeschränkung die Versorgungslage. Die EU verfolgt mit ihrem Critical Raw Materials Act das Ziel, bis 2030 zehn Prozent des Bedarfs an kritischen Rohstoffen aus eigener Förderung zu decken.
Auch in Großbritannien rückt Wolfram stärker in den Fokus: Die Hemerdon-Mine bei Plymouth, viertgrößte bekannte Lagerstätte weltweit, fährt ihre Produktion hoch und will die Belegschaft bis zum ersten Quartal 2027 auf 350 Mitarbeiter verdreifachen. Der Wolframpreis hat sich in diesem Umfeld von früheren Niveaus um 270 bis 300 US-Dollar je MTU auf zuletzt rund 3.300 US-Dollar vervielfacht.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Das strukturelle Marktumfeld für Wolframproduzenten bleibt angesichts der westlichen Bemühungen um unabhängige Lieferketten günstig. Kurzfristig belasten jedoch das anstehende ASX-Delisting und der Teilrückzug eines prominenten Aktionärs die Kursentwicklung. Der bevorstehende Rückzug von der australischen Börse dürfte in den kommenden Wochen weiter im Fokus der Anleger stehen, ebenso wie die Frage, ob sich die Volatilität der vergangenen Handelstage fortsetzt.
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