Wienerberger Aktie: Ehrenbeck übernimmt IR-Leitung
Claus Ehrenbeck übernimmt bei Wienerberger die Investor-Relations-Leitung. Der Wechsel erfolgt während eines 42-prozentigen Jahresverlusts der Aktie.

Kurz zusammengefasst
- Claus Ehrenbeck folgt auf Therese Jandér
- Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief
- Rund 42 Prozent Jahresverlust
- Quartalsmitteilung am 12. November
Wienerberger baut seine Investor-Relations-Spitze neu auf. Zum gestrigen Dienstag übernahm Claus Ehrenbeck die Leitung des Bereichs als Senior Vice President Investor Relations und berichtet künftig direkt an Finanzvorstand Dagmar Steinert. Er folgt auf Therese Jandér.
Der Personalwechsel fällt in eine Phase, in der die Aktie unter erheblichem Druck steht. Der Kurs schloss gestern bei 17,69 Euro und damit nur noch knapp über dem 52-Wochen-Tief von 17,38 Euro. Auf Jahressicht hat das Papier rund 42 Prozent verloren – ein Umfeld, in dem eine glaubwürdige Kapitalmarktkommunikation für Anleger an Bedeutung gewinnt.
Erfahrung aus der Industrie
Ehrenbeck bringt nach Unternehmensangaben fast zwanzig Jahre Erfahrung als IR-Chef bei Thyssenkrupp mit und war zuletzt seit 2025 als Berater tätig. Mit ihm holt sich Wienerberger einen Kommunikationsprofi, der aus einem ebenfalls konjunktur- und industriesensiblen Konzern kommt – eine Erfahrung, die angesichts der aktuellen Marktlage nicht unpassend erscheint.
Wienerberger selbst wies für 2025 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro und ein operatives EBITDA von 754 Millionen Euro aus, beschäftigt mehr als 20.000 Mitarbeiter an über 200 Standorten. Diese Kennzahlen bilden den Rahmen, in dem der neue IR-Chef künftig die Kommunikation mit institutionellen Investoren und Analysten gestalten soll.
Vertrauensbildung als Aufgabe
Der Führungswechsel in der Investor-Relations-Abteilung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Vertrauen der Anleger ohnehin strapaziert ist. Der Wechsel an der Spitze der Kapitalmarktkommunikation dürfte daher genau beobachtet werden – nicht als kurzfristiger Kurstreiber, sondern als Signal dafür, wie das Unternehmen künftig mit dem Kapitalmarkt umgehen will.
Der nächste konkrete Termin für Anleger ist die Quartalsmitteilung am 12. November. Bis dahin bleibt es an Ehrenbeck, Vertrauen zurückzugewinnen und die Kommunikationslinie des Unternehmens neu zu justieren.
Angesichts des technischen Bilds – der 30-Tage-Verlust von 12 Prozent zeigt, wie stark der Abwärtsdruck zuletzt war – wird die Aktie diese personelle Weichenstellung zunächst kaum honorieren. Für die mittelfristige Bewertung dürfte jedoch entscheidend sein, ob es der neuen IR-Führung gelingt, die operative Entwicklung des Baustoffkonzerns wieder überzeugend zu vermitteln.
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