Xiaomi inszeniert in Barcelona die bisher größte internationale Produktoffensive – doch während die Flaggschiff-Smartphones glänzen, bremsen schwächelnde Elektroauto-Zahlen und ein drohender globaler Markteinbruch. Hinzu kommen offene Rechtsstreitigkeiten in Indien, die das Unternehmen Hunderte Millionen Dollar kosten könnten.
Premium-Push mit Preisschild
Ende Februar präsentierte Xiaomi am Rande des Mobile World Congress in Barcelona die neue Xiaomi-17-Serie. Das Portfolio umfasst das Xiaomi 17, das Xiaomi 17 Ultra und das Leica Leitzphone powered by Xiaomi. Die Kooperation mit Leica wurde von einem reinen F&E-Rahmen in ein strategisches Co-Creation-Modell überführt – ein Zeichen für tiefere technische Integration.
Alle Geräte laufen mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 im 3-nm-Verfahren, Android 16 und Xiaomi HyperOS 3. Die europäischen Preise sind deutlich: Das Xiaomi 17 startet bei 999 Euro, das Ultra-Modell bei 1.499 Euro, das Leitzphone erreicht 1.999 Euro. Damit positioniert sich Xiaomi klar im oberen Premium-Segment.
Ergänzt wird das Angebot durch eine Smartwatch, Tablets, eine ultraflache Powerbank und einen E-Scooter. Am 11. März folgt der Launch in Indien – einem Markt, der für Xiaomi zunehmend kompliziert wird.
Elektroauto-Sparte: Modellwechsel bremst Dynamik
Die EV-Auslieferungen fielen im Februar auf 20.000 Einheiten, nach 39.000 im Januar. Verantwortlich ist das chinesische Neujahrsfest und das Produktionsende der ersten SU7-Generation Anfang Februar. Der Fokus liegt nun vollständig auf dem SUV-Modell YU7, während die nächste SU7-Generation für April vorbereitet wird.
Für 2026 peilt Xiaomi 550.000 ausgelieferte Fahrzeuge an – nach 411.837 im Vorjahr. Die Februar-Zahlen zeigen jedoch, wie anfällig die junge EV-Sparte für saisonale und produktionsbedingte Schwankungen bleibt.
Smartphone-Markt unter Druck
Die Premium-Offensive trifft auf ein schwieriges Umfeld. IDC rechnet für 2026 mit einem globalen Markteinbruch von 12,9 Prozent, getrieben durch Chip-Engpässe. Steigende DRAM- und NAND-Kosten treiben den durchschnittlichen Verkaufspreis laut IDC um 14 Prozent auf 523 US-Dollar.
Xiaomis Volumen stammt traditionell aus dem Mittelklassesegment – genau dort, wo Preiserhöhungen die Nachfrage besonders stark belasten. Die hochpreisigen Geräte dürften diesen Effekt kaum kompensieren.
Rechtsstreit in Indien eskaliert
Die indischen Behörden werfen Xiaomi Steuerhinterziehung bei Lizenzgebühren vor. Die ursprüngliche Forderung von 72 Millionen US-Dollar könnte sich durch Strafen und Zinsen auf über 150 Millionen Dollar verdoppeln. Zusätzlich bleiben Vermögenswerte in Höhe von 610 Millionen Dollar eingefroren – ein erheblicher Liquiditätsposten.
Bilanzvorlage und mögliche Dividende
Am 24. März legt der Vorstand die konsolidierten Jahresergebnisse für 2025 vor und wird über eine Abschlussdividende entscheiden. Die Entscheidung dürfte stark von der Ertragslage und den rechtlichen Belastungen abhängen. Für Anleger wird dieser Termin zeigen, ob Xiaomis Wachstumsambitionen finanziell tragfähig bleiben.
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