Airbus Aktie: Wieder Korrosionsschutz-Ärger
Airbus meldet Oberflächenschutzmängel an einigen A321neo; die Maschinen bleiben laut Konzern ohne Sicherheitsrisiko flugfähig.

Kurz zusammengefasst
- Abweichungen am vorderen Rumpfbereich
- Airbus hält Weiterbetrieb für möglich
- Technische Lösung bereits entwickelt
- Aktie zeitweise 1,43 Prozent schwächer
Kaum ist das eine Kapitel abgeschlossen, meldet sich das nächste Qualitätsthema bei Airbus zurück. Diesmal trifft es den Kassenschlager A321neo – und die Aktie reagiert prompt mit Abgaben.
Abweichungen am Rumpf, aber kein Sicherheitsrisiko
Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass bei einigen A321neo-Jets an den Längsversteifungen im vorderen unteren Rumpfbereich Abweichungen beim Oberflächenschutz festgestellt wurden. Ein Fachmedium hatte zuvor von mehreren Hundert betroffenen Flugzeugen mit unzureichendem Korrosionsschutz berichtet.
Airbus stellt klar: Es handle sich nicht um ein Sicherheitsproblem, betroffene Maschinen könnten weiter fliegen. Eine Lösung sei bereits entwickelt, ein Ausbau der Träger nicht nötig.
Die Aktie verlor im Xetra-Handel zeitweise 1,43 Prozent auf 191,6 Euro. Die Reaktion fällt damit deutlich moderater aus als bei früheren Vorfällen – der Markt scheint die Botschaft „kein Sicherheitsrisiko“ weitgehend zu akzeptieren.
Ein Muster wiederholt sich
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie von Qualitätsthemen ein, mit denen Airbus in den vergangenen Monaten zu kämpfen hatte. Erst Anfang September war bekannt geworden, dass der Konzern Mängel im Heckbereich des größeren Modells A330neo entdeckt hatte – die Auslieferungen kamen zwischen Juni und August nahezu zum Stillstand.
Bereits 2025 hatte Airbus fehlerhafte Rumpfverkleidungen bei Jets der A320-Familie identifiziert, seiner meistverkauften Baureihe, und musste kurz vor Jahresende das Auslieferungsziel senken.
Während Konkurrent Boeing seit Jahren mit den Folgen mehrerer Unglücke kämpft, zeigt sich: Auch Airbus ist vor Produktionsschwächen nicht gefeit. Der Unterschied liegt bislang in der Schwere der Vorfälle – bei Airbus bleiben die Probleme bei Korrosionsschutz und Verkleidungen technischer Natur, ohne Flugverbote oder Todesopfer.
Analysten bewerten die langfristige Story trotz der wiederkehrenden Qualitätsthemen positiv. Die Kursziele der zuletzt aktiven Häuser reichen von 200 bis 250 Euro, deutlich über dem aktuellen Kursniveau. Ob sich die Serie an Qualitätsproblemen fortsetzt, dürfte auch davon abhängen, wie schnell Airbus die angekündigte technische Lösung beim A321neo in der Flotte umsetzt.
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