IBM Aktie: Tiefster Sturz seit 1987
IBM verzeichnet nach schwachen Quartalszahlen den größten Tagesverlust seit 1987. CEO Krishna warnt vor verändertem Kundenverhalten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie bricht um 25,8 Prozent ein
- Umsatz verfehlt Analystenerwartungen deutlich
- Kunden verschieben geplante IT-Investitionen
- IT-Sektor insgesamt unter Druck
Während die US-Börsen nach schwächer als erwarteten Inflationsdaten aufatmen, steht IBM abseits der Erholung. Der Softwareriese meldete vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, die deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegen — und die Aktie reagierte mit dem stärksten Tagesverlust seit 1987.
Im frühen US-Handel brach das Papier um rund 25,8 Prozent ein. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursminus von knapp 27 Prozent zu Buche. Der Umsatz legte zwar leicht zu, verfehlte aber die Markterwartungen deutlich.
Kunden bremsen, Krishna warnt
Grund für die Enttäuschung ist ein verändertes Ausgabeverhalten der Kunden. In den letzten Juniwochen zogen Unternehmen offenbar geplante Investitionen zurück oder verschoben sie. CEO Arvind Krishna äußerte sich zurückhaltend zum weiteren Geschäftsverlauf — Aussagen, die den Ausverkauf zusätzlich befeuerten.
Der Einbruch blieb nicht auf IBM beschränkt. Salesforce, Adobe, Accenture und Microsoft gaben ebenfalls nach, wenn auch deutlich moderater mit Verlusten zwischen rund einem und dreieinhalb Prozent. Auch die Softwarebranche in Europa spürte den Effekt, SAP zählte zu den Verlierern des Tages. Der IT-Sektor insgesamt stand unter Druck, während sich andere Bereiche des Marktes von der jüngsten Schwäche erholten.
Rest des Marktes dreht ins Plus
Der Kontrast zum breiten Markt fällt auf. Der Dow Jones legte trotz der IBM-Last leicht zu, S&P 500 und Nasdaq gewannen deutlicher — getragen von der Aussicht auf mehr geldpolitischen Spielraum der Fed nach den schwächeren Verbraucherpreisen. Bankaktien wie Goldman Sachs oder JPMorgan Chase profitierten zusätzlich von überraschend starken Handels- und Zinserträgen im zweiten Quartal.
Für IBM bleibt die Kernfrage offen, wie schnell sich das Ausgabeverhalten der Kunden wieder normalisiert. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob es sich um eine kurzfristige Zurückhaltung handelt oder um den Beginn einer längeren Investitionspause im Unternehmenssoftwaregeschäft.
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