Nordex Aktie: 480-Megawatt-Aufträge aus den USA
Nordex sichert sich US-Aufträge über 480 MW und fertigt die Turbinen in Iowa. Der KI-Boom treibt die Stromnachfrage, während die DWS ihre Beteiligung reduziert.

Kurz zusammengefasst
- Drei neue US-Aufträge für Nordex
- Fertigung in Iowa geplant
- KI-Rechenzentren erhöhen Strombedarf
- DWS senkt Anteil an Nordex
Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Nordex hat am heutigen Dienstag einen bedeutenden Erfolg auf dem US-amerikanischen Markt vermeldet. Das Unternehmen sicherte sich drei neue Aufträge mit einer Gesamtkapazität von mehr als 480 Megawatt (MW). Konkret handelt es sich um die Lieferung von 81 Turbinen des Typs N163/5.X, die für verschiedene Windparkprojekte in den Vereinigten Staaten vorgesehen sind.
Produktion am Standort Iowa
Ein wesentlicher Aspekt dieser Neuaufträge ist die lokale Wertschöpfung. Die Fertigung der bestellten Anlagen wird im Nordex-Werk im US-Bundesstaat Iowa erfolgen. CEO Manav Sharma betonte in diesem Zusammenhang das Vertrauen der Kunden in die Technologie des Konzerns und sprach von einer positiven Dynamik, die das Geschäft in Nordamerika derzeit präge. Namen der Auftraggeber oder spezifische Projektdetails wurden im Rahmen der Meldung zunächst nicht veröffentlicht.
Diese Entwicklung schließt an ein bereits dynamisches zweites Quartal an. Medienberichten zufolge belief sich der gesamte Auftragseingang der Nordex Group in diesem Zeitraum auf knapp 3.100 MW. Die nun gemeldeten US-Projekte unterstreichen die Bedeutung des nordamerikanischen Marktes, der trotz politischer Unwägbarkeiten im Zuge des US-Wahlkampfs als wichtiger Wachstumsfaktor für die Branche gilt.
KI-Infrastruktur treibt Strombedarf
Beobachter weisen derzeit auf einen speziellen Trend in den USA hin. Während die mögliche politische Neuausrichtung für eine gewisse Unsicherheit sorgt, steigt der Bedarf an stabilen und erneuerbaren Energiequellen massiv an. Ein wesentlicher Treiber hierfür ist der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die enorme Mengen an Strom benötigen. Nordex scheint sich in diesem Umfeld mit seinen Anlagen der 5-Megawatt-Klasse strategisch zu positionieren.
Abseits des operativen Geschäfts gab es Veränderungen im Aktionärskreis. Wie aus entsprechenden Pflichtmitteilungen hervorgeht, hat die DWS Investment GmbH ihre Beteiligung an Nordex leicht reduziert. Am 31. Juli sank der Stimmrechtsanteil der Investmentgesellschaft auf 2,96 Prozent, nachdem er zuvor bei 3,09 Prozent gelegen hatte. Damit unterschritt der institutionelle Anleger die meldepflichtige Schwelle von drei Prozent.
Marktposition und Kursverlauf
An der Börse wird die Entwicklung des Windkraftsektors aufmerksam verfolgt. Die Nordex-Aktie notiert heute bei 39,72 Euro und verzeichnet damit seit Jahresbeginn ein deutliches Plus von 36,40 Prozent. Trotz dieser starken Performance im laufenden Jahr zeigt der langfristige Trend eine Konsolidierung, wobei das Papier mit einem Wert von 37,08 Euro weiterhin über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage gehandelt wird.
Der Konzern, der im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 7,6 Milliarden Euro erwirtschaftete, verfügt mittlerweile über eine installierte Kapazität von weltweit mehr als 64 Gigawatt. Mit mehr als 11.100 Mitarbeitern zählt das Unternehmen zu den etablierten Akteuren der Branche und versucht nun, seine Stellung durch den Ausbau der US-Produktion weiter zu festigen.
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