SAP Aktie: KI-Sorgen drücken

Die SAP-Aktie notiert deutlich unter ihrem Jahreshoch, getrieben von Marktängsten vor KI-bedingten Geschäftsmodellrisiken und einem EU-Verfahren. Die anstehenden Quartalszahlen gelten als entscheidender Stimmungstest.

Kurz zusammengefasst:
  • Markt fürchtet KI-bedingte Risiken für Kerngeschäft
  • Quartalszahlen Ende Januar als wichtiger Belastungstest
  • Laufendes EU-Wettbewerbsverfahren erhöht Unsicherheit
  • Aktie notiert deutlich unter wichtigen Durchschnitten

Die Nervosität rund um Künstliche Intelligenz trifft den europäischen Software-Primus hart. Nach einem steilen Absturz seit dem Allzeithoch ringt die SAP Aktie um einen neuen Boden, während Anleger auf entscheidende Zahlen Ende Januar warten. Im Kern geht es um eine Frage: Wie stark gefährdet KI tatsächlich das traditionelle Service- und Lizenzgeschäft von SAP?

KI-Druck auf das Geschäftsmodell

Der Kursrückgang bei SAP ist Teil eines breiten Abverkaufs im Software-Sektor – in Europa ebenso wie an der Wall Street. Auslöser ist die Sorge, dass KI viele klassische Software-Module schneller, günstiger und austauschbarer macht.

SAP

DE0007164600
-
Heute: -
7 Tage: -

Die zentrale Befürchtung: Wenn KI Entwicklung und Implementierung vereinfacht, könnte der Wert zahlreicher Dienstleistungen sinken, auf die etablierte Anbieter wie SAP heute bauen. Portfolio-Manager Angelo Meda betont aber, es gehe nicht um die Existenz des Unternehmens, sondern um die Bewertung seiner Services.

Die aktuellen Kernrisiken im Überblick:

  • KI könnte Standard-Module deutlich leichter entwickelbar und kopierbar machen
  • Durchschnittliche Verkaufspreise für Services und abrechenbare Stunden könnten unter Druck geraten
  • SAP steht unter Zugzwang, die eigene Cloud-Transformation weiter zu beschleunigen

Hinzu kommt das schwächere Sentiment im gesamten Sektor: Der S&P 500 Software-Index liegt seit Jahresbeginn klar im Minus, Marktkommentare sprechen von einer der miesesten Stimmungen seit Jahren. Die Bewertung von SAP nähert sich laut diesen Einschätzungen historischen Tiefpunkten.

Zahlen, Cloud und Guidance im Fokus

Operativ dreht sich vieles um die Frage, ob SAP den Übergang in die Cloud schnell und profitabel genug gestaltet. Im Oktober hatte der Konzern die Cloud-Umsatzprognose für das Gesamtjahr am unteren Ende der Spanne angesiedelt, beim operativen Ergebnis aber das obere Ende in Aussicht gestellt – ein klarer Hinweis auf Margenfokus inmitten des Umbruchs.

Am 29. Januar legt SAP die Q4-2025-Zahlen sowie das Gesamtjahresergebnis vor. Diese Veröffentlichung gilt als wichtiger Belastungstest für die jüngsten KI-Sorgen und die Cloud-Story.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei SAP?

Die wesentlichen Erwartungen des Marktes:

  • Cloud-Umsatzwachstum Q4:
    Rund 19 % in berichteter Währung, währungsbereinigt etwa 26 %
  • Cloud-Backlog:
    Das Wachstum soll über 25 % liegen; das Management hatte signalisiert, darunter wäre es enttäuscht
  • Ausblick 2026 (Cloud-Umsatz):
    Erwartet wird ein berichtetes Wachstum von etwa 23 %

Morningstar sieht den Fair Value der SAP Aktie bei 265 Euro und vergibt ein „Wide Moat“-Rating – ein Hinweis auf eine aus Analystensicht starke Wettbewerbsposition trotz aktueller Marktsorgen. Parallel berichten einige Frankfurter Händler von Kunden, die vor den Zahlen Long-Positionen aufbauen. Charttechnisch überwiegen aber weiterhin die Verkaufssignale.

EU-Verfahren als zusätzliche Belastung

Neben der allgemeinen Sektor-Schwäche drückt ein laufendes EU-Verfahren auf die Stimmung. Die Europäische Kommission hat formelle Ermittlungen zu den On-Premise-Wartungsrichtlinien des Konzerns eingeleitet. SAP hatte dies im September 2025 bestätigt und im November erneut betont, man stehe zu fairem Wettbewerb.

Konkrete finanzielle Folgen sind bislang offen, doch das Verfahren erhöht die Unsicherheit gerade in einem Moment, in dem Investoren ohnehin sensibel auf Risiken im Kerngeschäft reagieren.

Technische Lage: Zwischen Erholung und Abwärtstrend

Aus technischer Sicht bleibt das Bild angespannt. Die Aktie hat seit dem Jahreshoch mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt und notiert klar unter den wichtigen gleitenden Durchschnitten von 50, 100 und 200 Tagen. Mehrfach wurden zuletzt neue 12-Monats-Tiefs markiert.

Am Freitag schloss die SAP Aktie bei 197,92 Euro, knapp über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 189,84 Euro. Damit liegt der Kurs rund 29 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 280,40 Euro. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von 233,86 Euro beträgt gut 15 %, was den etablierten Abwärtstrend unterstreicht. Der RSI von 51,8 signalisiert allerdings weder akuten Überverkauf noch Überkauf.

Für die kommenden Tage dürfte entscheidend sein, ob die Q4-Zahlen und der Ausblick am 29. Januar die KI- und Bewertungsängste ausreichend relativieren – oder ob schwächer als erwartete Cloud-Kennziffern den bestehenden Abwärtstrend bestätigen und neue Tiefs möglich machen.

SAP-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SAP-Analyse vom 25. Januar liefert die Antwort:

Die neusten SAP-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SAP-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

SAP: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

HEBELPRODUKTE AUF SAP

Sie erwarten steigende Kurse?
Long Hebel
Sie erwarten fallende Kurse?
Short Hebel

Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die jeweilige WKN: UM0VAM, UM2TN6, UQ3YWS, UQ77B2. Beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

powered by  Prodo Logo

Weitere Artikel zu SAP

Neueste News

Alle News

SAP Jahresrendite

Rechtliche Hinweise zu den Hebelprodukten