Voestalpine Aktie: 100 Millionen für EAF-Ausbau bis 2030
Voestalpine treibt die Umstellung auf CO2-reduzierte Stahlproduktion voran und profitiert von neuen EU-Importregeln.

Kurz zusammengefasst
- Investition von 100 Millionen Euro geplant
- EU senkt Importkontingente für Stahl drastisch
- EBITDA-Prognose für 2026/27 veröffentlicht
- Aktie seit Jahresbeginn deutlich im Plus
Voestalpine macht Ernst mit dem Umbau seiner Stahlproduktion. Am 18. Juni hat der Konzern konkrete Ausbaupläne für das „greentec steel“-Programm am Standort Donawitz vorgestellt — und setzt dabei auf ein klares Zieldatum: 2030.
Elektrolichtbogenofen als Schlüssel
In knapp einem Jahr nimmt Voestalpine in Donawitz eine Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) in Betrieb. Ab 2027 produziert diese jährlich rund 850.000 Tonnen CO2-reduzierten Stahl. Grünstrom trifft auf konventionelle Hochofentechnik — eine Übergangsphase, die jedoch absehbar endet: Bereits 2029 kann der erste Hochofen stillgelegt werden.
Der nächste Schritt ist größer. Voestalpine plant, die EAF-Anlage bis 2030 um rund 100 Millionen Euro auszubauen — vorbehaltlich offener Förderfragen. Das Ziel: Donawitz vollständig auf elektrifizierte Stahlproduktion umstellen und dabei mehr als 90 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber 2019 einsparen. Die Kapazität soll auf bis zu 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr steigen.
Rückenwind aus Brüssel
Pünktlich zum 1. Juli 2026 treten neue EU-Schutzmaßnahmen für Stahl in Kraft. Die zollfreien Importkontingente schrumpfen um rund 47 Prozent gegenüber den Quoten von 2024. Wer darüber hinaus importiert, zahlt künftig 50 Prozent Zoll statt bisher 25 Prozent.
Für Voestalpine kommt das zur rechten Zeit. Der Konzern kämpft wie die gesamte europäische Stahlindustrie mit globalen Überkapazitäten. Härtere Importregeln verschaffen heimischen Produzenten Luft.
Prognose trotz Unsicherheit
Für das Geschäftsjahr 2026/27 rechnet das Management mit einem EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro. Geopolitische Turbulenzen bleiben ein Risiko — das räumt der Vorstand offen ein. Die breite Aufstellung des Konzerns soll als Puffer dienen.
Die Aktie notiert bei 43,82 Euro und liegt damit seit Jahresbeginn rund 13 Prozent im Plus. Über zwölf Monate hat sich der Kurs fast verdoppelt. Kurzfristig zeigt sich dagegen Gegenwind: In den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier knapp 6 Prozent.
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