XRP: Version 3.2.0 vor Mainnet-Start
XRP fällt auf 15-Wochen-Tief, während das Ledger ein großes Update erhält. Institutionelle Investoren nutzen die Schwäche zum Einstieg.

Kurz zusammengefasst
- XRP verliert 15 Prozent in einer Woche
- XRP Ledger bereitet Version 3.2.0 vor
- RLUSD-Stablecoin auf über 40 Chains
- Whales akkumulieren trotz Kursrutsch
XRP verliert in einer einzigen Woche fast 15 Prozent. Das Netzwerk dahinter liefert gleichzeitig eines seiner ambitioniertesten Updates seit Jahren. Selten klaffen technischer Fortschritt und Marktreaktion so weit auseinander.
Software-Umbau und Stablecoin-Expansion
Das XRP Ledger bereitet die Einführung von Version 3.2.0 vor. Kernstück ist die Umbenennung der zentralen Server-Software: Aus „rippled“ wird „xrpld“. Der Name soll die modernisierte Netzwerkidentität widerspiegeln. Alle Validatoren und Node-Betreiber müssen ihre Systeme aktualisieren, um die Kompatibilität zu erhalten. Zur Unterstützung stellt das Entwicklerteam einen detaillierten Migrations-Leitfaden bereit.
Parallel dazu expandiert Ripples RLUSD-Stablecoin auf über 40 Blockchain-Netzwerke. Möglich macht das die Wormhole-Technologie „Native Token Transfer“. RLUSD läuft damit nun auf Chains wie Base, Optimism und der XRPL EVM Sidechain. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 1,72 Milliarden Dollar gehört RLUSD zu den größten Dollar-gedeckten Stablecoins. Anders als klassische Bridge-Architekturen mit Liquiditätspools behält Ripple dabei die direkte Kontrolle über das Asset auf allen Chains. Mastercard unterstützt die Infrastruktur für 24/7-Settlement.
Kursrutsch auf 15-Wochen-Tief
Der Markt honoriert das alles nicht. XRP fiel am Donnerstag auf rund 1,12 Dollar — ein 15-Wochen-Tief. Erzwungene Liquidierungen von insgesamt 268 Millionen XRP verstärkten den Abwärtsdruck. Der RSI liegt mit rund 20 tief im überverkauften Bereich. Hält die Unterstützungszone zwischen 1,05 und 1,10 Dollar nicht, nennen Analysten 0,92 Dollar als nächstes Kursziel.
Der Auslöser kam von außen. Die US-Arbeitsmarktdaten für Mai überraschten stark: 172.000 neue Stellen statt der erwarteten 85.000. Der Dollar-Index kletterte daraufhin auf 99,80 — und die Risikobereitschaft der Anleger sank. Bitcoin handelte zeitgleich bei rund 62.875 Dollar und verzeichnete Rekordabflüsse aus ETFs.
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Institutionelle Signale gegen den Trend
Trotz des Kursrückgangs zeigen On-Chain-Daten ein anderes Bild. Über 25 Millionen XRP wurden zuletzt von Börsen abgezogen — ein klassisches Akkumulationssignal. Whale-Wallets erreichten mit 332.230 Adressen einen Rekordstand. Binance-Zuflüsse sanken auf den niedrigsten Stand des Jahres.
XRP-basierte Investmentprodukte verbuchten am 4. Juni Zuflüsse von rund 4 Millionen Dollar. Die kumulierten Zuflüsse in XRP-Spot-ETFs liegen inzwischen bei etwa 1,5 Milliarden Dollar. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren die Schwäche eher als Einstiegsgelegenheit werten — während Retailanleger liquidiert werden.
Der nächste konkrete Katalysator ist das Mainnet-Deployment von Version 3.2.0. Wann genau der Rollout abgeschlossen sein wird, hängt vom Konsens der Validatoren ab — ähnlich wie bei Version 3.1.3, die im Mai mit 100-prozentiger Zustimmung aktiviert wurde.
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