Circus: 1,699 Millionen Euro Anleihe platziert
Circus SE verzeichnet operative Fortschritte, kämpft aber weiter mit fehlenden festen Lieferverträgen und geringen Umsätzen.
Kurz zusammengefasst
- Aktienkurs erholt sich um 37 Prozent
- Umsatz 2025 bei nur 250.000 Euro
- Bundeswehr und REWE testen Roboter
- Anleihefinanzierung für Wachstum geplant
Circus SE hat in 30 Tagen rund 37 Prozent zugelegt. Auf Jahressicht steht trotzdem ein Minus von 31 Prozent. Diese Schere beschreibt das Kernproblem des Unternehmens präzise: operative Fortschritte, aber kein belastbarer Umsatz.
Piloten ohne Verträge
Die Bundeswehr testet den CA-1-Roboter für autonome Kasernenverpflegung. REWE erprobt das System in Düsseldorf. Die Mercedes-Benz Gastronomie plant den Einsatz in Sindelfingen für Sommer 2026. Hinter all diesen Projekten stehen Testphasen — keine festen Lieferverträge.
2025 erzielte Circus SE lediglich 250.000 Euro Umsatz bei einem operativen Verlust von knapp 15 Millionen Euro. Für 2026 stellt das Management nun 44 bis 55 Millionen Euro in Aussicht. Wie viele der kommunizierten 500 Bestellungen in verbindliche Verträge umgewandelt wurden, ließ das Unternehmen offen.
Operative Signale positiv
Das Q1-Update vom 21. April lieferte zumindest ermutigende Zahlen. Die Systemverfügbarkeit der CA-1-Roboter stieg von rund 70 Prozent zu Quartalsbeginn auf 92 Prozent im April — über der vertraglich geforderten Mindestverfügbarkeit von 85 Prozent. Der tägliche Wartungsaufwand pro Maschine sank von 128 auf 90 Minuten.
Parallel dazu wächst das Verteidigungsgeschäft schneller als erwartet. Circus führt aktive Verhandlungen mit mehr als zehn NATO-Mitgliedstaaten. Das Unternehmen befindet sich im Integrationsprozess für Lieferungen zur Versorgung ukrainischer Soldaten. Mit der Übernahme des belgischen Unternehmens Alberts — bereits in sechs Ländern aktiv, Kunden wie Danone und Sodexo — erweitert Circus sein Angebot um kompakte autonome Robotiklösungen.
Finanzierung über Anleihe statt Kapitalerhöhung
Zur Wachstumsfinanzierung wählt Circus einen ungewöhnlichen Weg. Das Unternehmen hat eine durch CA-1-Roboter besicherte Anleihe über eine Zweckgesellschaft strukturiert. Das erste Papier hat ein Volumen von rund 1,7 Millionen Euro, läuft bis April 2031 und verzinst sich mit 6,0 Prozent jährlich. Mit der FINEXITY Group besteht eine Rahmenvereinbarung für weitere Tranchen bis zu einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro.
Hinzu kommt: Circus hat Leasingmodelle eingeführt, die die Anfangsinvestitionen für Kunden senken. Laut Unternehmensangaben verkürzen sich dadurch die Verkaufszyklen um bis zu 70 Prozent.
Die Produktionskapazität soll bis Ende 2026 von acht auf 64 CA-1-Einheiten pro Monat steigen. Im Sommer sollen 16 Einheiten vom Band laufen, im Herbst bereits 32.
Die Testphasen bei REWE und der Bundeswehr enden spätestens im Herbst 2026. Am 16. Juli präsentiert Circus frische operative Zahlen. Bis dahin bleibt offen, ob die Umsatzprognose durch echte Vertragsabschlüsse trägt — oder ob Pilotprojekte weiterhin das Bild dominieren.
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