Bitcoin: CME startet neue Krypto-Indizes

Bitcoin hält sich bei 79.028 USD, während neue CME-Indizes starten und Zinssorgen sowie ETF-Abflüsse den Kryptomarkt belasten.

Andreas Sommer ·
Bitcoin Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Bitcoin erholt sich nach Wochenendrückgang
  • CME startet zwei Krypto-Benchmarks
  • Spot-ETFs verzeichnen 201,9 Millionen USD Abflüsse
  • Analyst prognostiziert 150.000 USD bis 2027

Die Kryptowährung Bitcoin präsentiert sich am heutigen Montag stabil und notiert bei 79.028,00 USD, während die globalen Märkte von neuen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und hawkishen Signalen der US-Notenbank Fed geprägt sind.

Trotz eines kurzzeitigen Rücksetzers unter die Marke von 77.000 USD am Wochenende erholte sich der Kurs schnell wieder. Marktteilnehmer reagierten damit auf US-Militärschläge gegen iranische Raketenabschussrampen am Sonntag, die die Ölpreise der Sorten Brent und WTI deutlich ansteigen ließen.

Neue Krypto-Indizes der CME Group für Institutionen

Parallel zum Marktgeschehen gaben die CME Group und CF Benchmarks heute den Start zweier neuer Multi-Asset-Krypto-Indizes bekannt. Der CME CF Crypto Market Index bildet die Entwicklung von Bitcoin und Ether ab, gewichtet nach ihrer Free-Float-Marktkapitalisierung.

Zusätzlich wurde der CME CF Emerging Crypto Index eingeführt, der die Performance des breiteren Kryptomarktes ohne die beiden Schwergewichte trackt. Diese Indizes werden sekündlich aktualisiert und nutzen Daten regulierter Börsenplattformen, um institutionellen Anlegern präzisere Benchmarks für den Sektor zu bieten.

Die Einführung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA durch den sogenannten CLARITY Act weiter Form annehmen. Robert Mitchnick von BlackRock betonte in diesem Zusammenhang, dass Bitcoin aufgrund seiner bereits weitgehend gefestigten regulatorischen Akzeptanz weniger stark von den neuen Gesetzgebungsdetails abhänge als kleinere digitale Assets.

Dennoch wird der Fortschritt des Gesetzes im US-Senat, wo Mitte September ein entscheidendes Votum erwartet wird, von Branchenvertretern wie Ripple-Anwalt Stuart Alderoty als wichtiger Faktor für den künftigen Arbeitsmarkt im US-Kryptosektor gewertet.

Historisch starker August trotz Abflüssen bei Spot-ETFs

Rückblickend verzeichnete Bitcoin mit einem Plus von rund 24 Prozent den besten August seit dem Jahr 2017. Damit setzte sich die Kryptowährung in den vergangenen 30 Tagen um insgesamt 26 Prozent nach oben ab. Diese monatliche Stärke täuscht jedoch über jüngste Schwächen im institutionellen Bereich hinweg.

Am Donnerstag verbuchten die US-Spot-ETFs Nettoabflüsse in Höhe von 201,9 Millionen USD, was eine neuntägige Serie von Zuflüssen beendete. Insbesondere das Handelsvolumen an den großen Kryptobörsen wie Binance liegt derzeit deutlich unter den Spitzenwerten des vergangenen Jahres.

Zusätzlicher Druck kommt von der Zinsseite. Der Fed-Vorsitzende Kevin Warsh signalisierte in jüngsten Äußerungen, dass das Inflationsziel von zwei Prozent weiterhin Priorität habe. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im September wird an den Märkten nun mit rund 60 Prozent eingestuft.

Vor diesem Hintergrund blicken Anleger gespannt auf den kommenden Freitag, wenn die neuen US-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht werden, die maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidung der Notenbank haben dürften.

Analysten sehen langfristiges Potenzial bis 150.000 USD

Trotz der kurzfristigen Makro-Unsicherheiten äußern sich Analysten langfristig optimistisch. CK Zheng, ehemaliger Risikochef der Credit Suisse, erklärte, dass die schlimmste Phase des Bärenmarktes vorüber sei. Er prognostiziert für Bitcoin ein Kursziel von 150.000 USD bis zum Ende des Jahres 2027. Zheng begründet dies mit der zunehmenden institutionellen Adoption, der wachsenden US-Staatsverschuldung, die Bitcoin als Absicherung gegen eine Dollar-Schwäche attraktiv mache, sowie der durch den CLARITY Act gewonnenen regulatorischen Klarheit.

Aktuell notiert Bitcoin rund 37 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 126.198,07 USD, das im Oktober des Vorjahres erreicht wurde. Während der September historisch als ein schwacher Monat für Kryptowährungen gilt, verweisen Marktbeobachter darauf, dass die vergangenen drei Jahre diese Saisonalität durchbrochen haben und jeweils positive Renditen im neunten Monat des Jahres lieferten.

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