Netflix: $25 Milliarden Rückkauf übersteigt Content-Budget
Netflix kündigt 25 Milliarden Dollar für Aktienrückkäufe an, während der Kurs fällt. Sondereffekte verzerren den Gewinn, das Werbegeschäft wächst.

Kurz zusammengefasst
- 25 Milliarden für Aktienrückkäufe
- Kursverlust trotz Milliardenprogramm
- Sondereffekt bläht Quartalsgewinn auf
- Werbeabo als Wachstumstreiber
Netflix gibt in diesem Jahr mehr Geld für die eigene Aktie aus als für neue Filme und Serien. Der Streaming-Gigant hat ein Aktienrückkaufprogramm über 25 Milliarden US-Dollar beschlossen. Das übersteigt das gesamte Content-Budget für 2026. Die Börse reagiert trotzdem unterkühlt.
Milliarden für die eigene Aktie
Das Management greift tief in die Kasse. Der Verwaltungsrat genehmigte Ende April den Kauf eigener Papiere für weitere 25 Milliarden Dollar. Hinzu kommen knapp sieben Milliarden Dollar aus einem älteren Programm. Ein Ablaufdatum gibt es nicht.
Trotz dieser Summen rutschte der Kurs nach den jüngsten Quartalszahlen ab. Die Aktie verlor rund 14 Prozent und fiel auf Werte im niedrigen 90-Dollar-Bereich. Auf Sicht von sechs Monaten steht ein Minus von über 16 Prozent auf der Anzeigetafel. Die Anleger ignorieren das Rückkaufprogramm weitgehend.
Geplatzter Deal schönt die Zahlen
Der Blick auf die jüngste Bilanz erklärt die Skepsis. Netflix übertraf im ersten Quartal zwar die Umsatzerwartungen der Wall Street mit 12,25 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn von 5,28 Milliarden Dollar trügt allerdings.
Der Grund: Ein Sondereffekt blähte das Ergebnis massiv auf. Netflix kassierte eine Ausfallgebühr von 2,8 Milliarden Dollar. Das Geld floss, weil der Konzern die geplante Übernahme von Warner Bros. absagte. Ohne diesen Geldregen sieht das operative Geschäft deutlich nüchterner aus.
Die Prognose für das zweite Quartal enttäuschte den Markt. Das Management peilt einen Umsatz von knapp 12,6 Milliarden Dollar an. Analysten hatten mehr erhofft. Auch die operative Marge für das Gesamtjahr bleibt mit 31,5 Prozent unter den Erwartungen.
Werbung als Wachstumstreiber
Ein echter Lichtblick bleibt das Werbegeschäft. Das werbefinanzierte Abo macht in den entsprechenden Märkten über 60 Prozent der Neuanmeldungen aus. Die Zahl der Werbekunden kletterte im Jahresvergleich um 70 Prozent.
Die Sparte soll in diesem Jahr einen Umsatz von drei Milliarden Dollar erreichen. Das entspricht einer Verdopplung. Parallel dazu füllt Netflix seine Mediathek im zweiten Halbjahr mit teuren Eigenproduktionen. Darunter fallen ein neuer Narnia-Film und eine Peaky-Blinders-Serie.
Das Management nutzt die Milliarden aus dem geplatzten Warner-Deal nun für die eigene Aktie. Das stützt den Kurs und belohnt bestehende Aktionäre. Die fundamentale Skepsis der Wall Street bleibt jedoch bestehen. Solange das operative Wachstum die Erwartungen verfehlt, verpufft auch das größte Rückkaufprogramm.
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