Scottish Mortgage: Abstimmung über 41-Prozent-Quote am 2. Juli
Der Investment Trust kauft massiv eigene Aktien zurück und stellt strenge Regeln auf. Die Hauptversammlung am 2. Juli entscheidet über die Zukunft der privaten Beteiligungen.

Kurz zusammengefasst
- Rekordvolumen beim Aktienrückkauf
- Strengere Regeln für Rückkäufe
- Abstimmung über Private-Equity-Limit
- SpaceX dominiert das Portfolio
Scottish Mortgage erhöht das Tempo drastisch. Kurz vor einer entscheidenden Abstimmung kauft der Investment Trust massiv eigene Aktien zurück. Allein am 16. Juni sammelte das Management Papiere für ein Vielfaches des üblichen Volumens ein. Die Botschaft an den Markt ist unmissverständlich.
Neuer Kurs beim Aktienrückkauf
Bisher stützte der Fonds den Kurs eher flexibel. Das ist nun vorbei. Ab sofort kauft Scottish Mortgage nur noch Aktien, wenn der Preis unter dem Nettoinventarwert liegt. Dieser strikte Mechanismus reagiert direkt auf einen wachsenden Abschlag.
Am Dienstag erwarb der Trust 2,325 Millionen Anteile. Das ist mehr als doppelt so viel wie am Vortag. In den vergangenen zwei Jahren flossen bereits Milliarden in den Rückkauf von über 300 Millionen Aktien.
An der Börse kommt die harte Linie gut an. Die Aktie kletterte zuletzt um 2,49 Prozent auf 17,26 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von gut 24 Prozent auf der Anzeigetafel.
Streitpunkt SpaceX und Private Equity
Am 2. Juli treffen sich die Aktionäre in Edinburgh. Auf der Agenda stehen drei zentrale Beschlüsse. Der brisanteste Punkt betrifft die Obergrenze für nicht börsennotierte Beteiligungen.
Aktuell liegt das Limit für private Investments bei 30 Prozent des Gesamtvermögens. Der Fonds hat diese Marke längst gerissen. Solche Anlagen machen mittlerweile rund 41 Prozent des Portfolios aus. Allein das Raumfahrtunternehmen SpaceX steht für ein Fünftel des Fondsvermögens.
Das Management fordert nun eine Erhöhung des Limits. Damit würde die bestehende Strategie nachträglich legitimiert. Parallel dazu stimmen die Anleger über eine neue Rückkaufermächtigung und die 43. Dividendenerhöhung in Folge ab.
Institutionelle Käufer und KI-Fantasie
Während Privatanleger eher Gewinne mitnehmen, greifen Großinvestoren zu. Mitsubishi UFJ Asset Management sicherte sich Anfang Juni ein Aktienpaket von gut drei Prozent. Der japanische Vermögensverwalter nutzt die aktuelle Volatilität für einen strategischen Einstieg.
Ein weiterer Kurstreiber schlummert in der Bilanz. Das KI-Unternehmen Anthropic reichte Anfang Juni einen vertraulichen Börsenprospekt bei der US-Aufsicht SEC ein. Scottish Mortgage hält Anteile an dem Claude-Entwickler mit einem Buchwert von rund 400 Millionen Pfund. Ein erfolgreicher Börsengang im Herbst könnte erhebliche stille Reserven heben.
Langfristig gibt der Erfolg dem Management recht. Auf Sicht von zwölf Monaten legte der Nettoinventarwert um 27 Prozent zu. Damit schlägt der Trust seinen Vergleichsindex deutlich.
Die Hauptversammlung am 2. Juli markiert einen Wendepunkt. Stimmen die Aktionäre der höheren Quote für Privatmarktanlagen zu, kann das Management seinen aggressiven Wachstumskurs fortsetzen. Fällt der Beschluss durch, droht dem Fonds eine erzwungene Umschichtung des Portfolios.
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