Lindt & Sprüngli Aktie: Matcha-Kollektion mit Modedesigner Ando
Lindt & Sprüngli bringt eine Matcha-Sorte mit Joe Ando heraus, während UBS zum Kauf rät und der Konzern seine Expansion fortsetzt.

Kurz zusammengefasst
- Aktie seit Jahresbeginn 25 Prozent schwächer
- Neue Matcha-Kreation mit Joe Ando
- UBS bestätigt ihre Kaufempfehlung
- Schokoladenkoffer für Schweizer Aktionäre
Während der Aktienkurs von Lindt & Sprüngli seit Jahresbeginn deutlich nachgegeben hat, sucht der Schokoladenhersteller mit einer neuen Produktlinie und einer Modekooperation nach Impulsen im margenstarken Premiumsegment.
Am 28. August gab der Konzern eine Zusammenarbeit mit dem Modedesigner Joe Ando bekannt, im Rahmen derer die neue Sorte „Tokyo Style Matcha Strawberry Chocolate“ eingeführt wird. Begleitet wird die Markteinführung von exklusiven Design-Entwürfen, die in einem Pop-up-Store in New York präsentiert werden.
Die Aktie notiert aktuell bei 9.350,00 Euro und damit nur wenig über dem im laufenden Jahr erreichten Tiefstand. Seit Jahresanfang steht ein Minus von 25 Prozent zu Buche, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 17 Prozent. Das Papier bewegt sich damit in einem angeschlagenen charttechnischen Umfeld, in dem auch positive Unternehmensnachrichten bislang wenig Zugkraft entfalten konnten.
UBS bekräftigt Kaufempfehlung
Am selben Tag wie die Ankündigung der Matcha-Kooperation bestätigte die UBS ihre Kaufempfehlung für Lindt & Sprüngli. Die Analysten des Hauses begründen ihre Einschätzung damit, dass Reinvestitionen in die Marke ab dem Geschäftsjahr 2027 zu einer Rückkehr zu einem attraktiven Mengenwachstum führen dürften.
Die UBS blickt damit über die aktuelle Schwächephase hinaus und setzt auf eine mittelfristige Erholung der Absatzzahlen, die zuletzt unter Druck standen.
Die neue Produktlinie mit japanisch inspirierter Geschmacksrichtung passt in diese Strategie: Lindt & Sprüngli versucht erkennbar, mit ungewöhnlichen Geschmackskombinationen und Design-Kollaborationen jüngere und internationale Zielgruppen anzusprechen, statt allein auf klassische Sortimente zu setzen.
Ob solche Nischenprodukte tatsächlich spürbare Umsatzeffekte erzielen, bleibt allerdings offen – sie dienen vor allem der Markenpflege und Differenzierung im hart umkämpften Premiumsegment.
Tradition der Sachdividende bleibt bestehen
Neben der Produktoffensive hält der Konzern an einer weiteren Eigenheit fest: Wie Medienberichte bestätigen, erhalten stimmberechtigte Aktionäre mit Wohnsitz in der Schweiz zur kommenden Hauptversammlung erneut den traditionellen 4-Kilogramm-Schokoladenkoffer. Diese Sachdividende gehört seit Jahrzehnten zum Markenkern des Unternehmens und wird von der Aktionärsbasis geschätzt, unabhängig von der Kursentwicklung.
Auch im stationären Handel expandiert Lindt & Sprüngli weiter: Der Center-Betreiber ECE Marketplaces meldete Mitte August den weiteren Ausbau der Partnerschaft mit dem Schokoladenhersteller. Nach Neueröffnungen von Lindt-Boutiquen in Leipzig und Hannover sind laut ECE weitere Standorte in deutschen Einkaufszentren in Vorbereitung. Diese Präsenzoffensive im Einzelhandel ergänzt die internationale Markenkampagne rund um die neue Matcha-Sorte.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnen Analysten mit einem Gewinn je Aktie von 3.239,77 Franken sowie einer Dividendenausschüttung von 1.853,81 Franken. Die finalen Jahreszahlen will Lindt & Sprüngli den bisherigen Planungen zufolge am 9. März 2027 veröffentlichen. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob die Kombination aus neuen Produktlinien, Design-Kooperationen und Filialausbau ausreicht, um das angeschlagene Kursniveau zu stabilisieren.
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