Gold: 7. August entscheidet über 4.000-Dollar-Marke
Gold verzeichnet trotz Rücksetzer Monatsgewinn, doch die Fed-Sitzung im September und der US-Arbeitsmarktbericht bestimmen die weitere Richtung.

Kurz zusammengefasst
- Erster Monatsgewinn seit Februar
- Fed signalisiert mögliche Zinserhöhung
- Zentralbanken kaufen Rekordmenge Gold
- Arbeitsmarktbericht entscheidet über Trend
Der Juli endet für Gold mit einem Dämpfer. Nach der jüngsten Zinspause der US-Notenbank hatte sich das Edelmetall zunächst erholt – am Freitag folgten dann Gewinnmitnahmen. Jetzt schauen Anleger auf die US-Arbeitsmarktdaten, die am 7. August über die Zinspolitik im Herbst mitentscheiden könnten.
Juli-Bilanz und fragile Technik
Trotz des Rücksetzers verbucht Gold den ersten Monatsgewinn seit Februar 2026. Auf Monatssicht steht ein Plus von 1,35 Prozent zu Buche. Am Freitag brach der Kurs um 1,54 Prozent auf 4.098,60 US-Dollar je Feinunze ein – die Marke von 4.000 Dollar hält trotzdem noch.
Technisch bleibt die Lage angespannt. Der Relative-Stärke-Index liegt bei 48,6 Punkten – ein neutraler Wert ohne klare Richtung. Analysten sehen den Goldpreis in einem Konsolidierungsdreieck: Unterstützung bei 4.000 Dollar, Widerstände bei 4.090 und 4.160 Dollar.
Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Zonen könnte den Erholungstrend fortsetzen.
Fed und der Schatten der September-Sitzung
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die US-Notenbank. Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte nach der Zinssitzung am 29. Juli das Ziel, die Inflation konsequent zu bekämpfen. Die Leitzinsen blieben zwar unverändert, das Gremium ist aber gespalten – für den Rest des Jahres signalisierte es möglichen Straffungsbedarf.
Marktindikatoren preisen für September eine Wahrscheinlichkeit von 63 bis 77 Prozent für eine Zinserhöhung ein. Das belastet Gold tendenziell: Steigende Realzinsen mindern die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls.
Richtungsweisend wird der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, den 7. August. Er liefert Hinweise auf die konjunkturelle Verfassung – und damit auf den Spielraum für weitere Zinsschritte.
Geopolitik und Zentralbanken stützen die Nachfrage
Neben der Geldpolitik bleibt die Lage im Persischen Golf ein wichtiger Faktor. Erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Berichte über Angriffe auf Infrastruktur sorgten zuletzt für mehr Volatilität. Hoffnung auf Vermittlung durch Oman oder Katar brachte zeitweise Entspannung. Sobald die Eskalationsgefahr wieder steigt, bleibt Gold als sicherer Hafen gefragt.
Auch die Zentralbanken stützen den Markt. Laut dem World Gold Council kauften Notenbanken im zweiten Quartal 2026 netto 289 Tonnen Gold – ein Rekordwert für dieses Quartal. Vor allem Polen und China bauten ihre Reserven kräftig aus und wirken damit als Gegengewicht zu den Abflüssen aus goldbesicherten ETFs.
Die Woche im Überblick
- Montag, 3. August: Einkaufsmanagerindizes (PMI) für die USA, Deutschland und die Eurozone
- Mittwoch, 5. August: ADP-Beschäftigtenzahlen als Vorlauf zum offiziellen Bericht
- Freitag, 7. August: US-Arbeitsmarktbericht für Juli – robuste Daten könnten Gold belasten, schwache Zahlen die Erholung stützen
Die kommende Woche entscheidet, welche Richtung Gold einschlägt. Fällt der Arbeitsmarktbericht robust aus, dürfte die Zinserwartung für September steigen und den Kurs unter die Marke von 4.000 Dollar drücken. Schwache Daten könnten dagegen den Erholungstrend seit dem Monatstief bestätigen.
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