XRP: Garlinghouse wollte Ripple auflösen
Ripple-CEO enthüllt Beinahe-Abwicklung während SEC-Klage. Trotz positiver Unternehmensentwicklung fällt der XRP-Kurs weiter.

Kurz zusammengefasst
- Ripple-Erwägung der Unternehmensauflösung
- SEC-Klage als existenzielle Bedrohung
- XRP-Kursverlust von über 40 Prozent
- Netzwerkaktivität trotz Kursrückgang stabil
Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat diese Woche ein Geheimnis aus den dunkelsten Tagen des Unternehmens gelüftet. Er und Mitgründer Chris Larsen dachten demnach ernsthaft darüber nach, Ripple aufzulösen und die XRP-Bestände an die Aktionäre zu verteilen. Der Auslöser: die Klage der US-Börsenaufsicht SEC aus dem Jahr 2020, die dem Unternehmen und seinen Führungskräften den Boden unter den Füßen wegzuziehen drohte.
Erst als sich das Management gegen eine Abwicklung entschied, nahm Ripple den Kampf gegen die Behörde auf. Die Enthüllung zeigt, wie existenziell die Bedrohung damals wirklich war. Nicht nur die Zukunft des Unternehmens stand auf dem Spiel, sondern auch die rechtliche Einordnung von XRP selbst.
Vom Überlebenskampf zur Erfolgsgeschichte
Die Offenlegung passt zu einem Muster, das Ripple in den vergangenen Monaten verstärkt bedient: die eigene Geschichte als Überlebensgeschichte zu erzählen. Das Unternehmen hat sein regulatorisches Netz in Europa zuletzt ausgebaut. Führungskräfte präsentieren den SEC-Streit inzwischen offen als prägendes, fast tödliches Kapitel statt als gewöhnlichen Compliance-Fall.
Parallel dazu sorgte eine andere Nachricht für Aufmerksamkeit. XRP ist das erste Kryptowährungs-Logo, das auf dem Trikot einer großen US-College-Sportmannschaft auftaucht. Die Universität Kansas hat mit Ripple eine Partnerschaft geschlossen. Ein Bericht auf der Nachrichtenplattform von Robinhood verband beide Meldungen direkt: den Beinahe-Untergang von 2020 und den Marketing-Erfolg auf dem Sportplatz.
Der Kurs bleibt von den guten Nachrichten unbeeindruckt
Zwischen der Unternehmensgeschichte und der Kursentwicklung klafft derzeit eine deutliche Lücke. XRP notiert aktuell bei rund 1,08 US-Dollar und büßte am Freitag 1,55 Prozent ein. Auf Wochensicht steht ein Minus von 6,51 Prozent, auf Monatssicht ein Rückgang von 4,37 Prozent.
Die Jahresbilanz fällt deutlich schwerer aus. Seit Januar hat der Token 42,34 Prozent verloren, gegenüber dem Stand vor zwölf Monaten sogar 60,52 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 US-Dollar aus dem Juli vergangenen Jahres trennen XRP inzwischen mehr als 70 Prozent.
Näher liegt das jüngste Tief. Erst am 26. Juni fiel der Kurs auf 1,01 US-Dollar, aktuell liegt XRP nur gut 6,9 Prozent darüber. Der 50-Tage-Durchschnitt bei 1,16 US-Dollar und der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,45 US-Dollar liegen beide über dem aktuellen Niveau — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtstrend.
Marktbeobachter sehen den Grund für diese Diskrepanz nicht im Netzwerk selbst. Der Abwärtsdruck kommt nicht aus schlechten Nachrichten bei Ripple, sondern aus dem breiteren Marktumfeld. Das erklärt, warum eine ganze Serie positiver Unternehmensmeldungen den Kurs bislang nicht bewegen konnte.
Technische Basis trotz Kursschwäche stabil
Auf der Blockchain selbst zeigt sich ein anderes Bild als im Chart. Die Zahl aktiver Adressen ist in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. XRP-bezogene Fonds ziehen weiterhin frisches Kapital an, die Nachfrage von institutioneller Seite bleibt robust.
Netzwerk-Ingenieure haben zudem technische Updates für das XRP Ledger ausgeliefert. Dazu zählen Patches, die Schwachstellen auf der Konsensebene schließen — Lücken, die unabhängige Audits zuvor identifiziert hatten.
Der Relative-Stärke-Index liegt derzeit bei 42,4 und signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 34,39 Prozent zeigt, dass der Markt trotz der Seitwärts- bis Abwärtsbewegung nervös bleibt.
Die kurzfristige Tendenz bleibt bärisch. Frühere Unterstützungslevel, die im Juni als sicher galten, sind bereits gerissen. XRP handelt aktuell knapp über der psychologischen Marke von einem US-Dollar, mit tieferen Hochs und tieferen Tiefs im Chartbild. Die Lücke zwischen Ripples Unternehmensfortschritt und der Kursentwicklung von XRP bleibt damit das zentrale Spannungsfeld für Trader in der zweiten Jahreshälfte 2026.
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