Nvidia Aktie: Ohio-Garantie auf 120 Milliarden gesenkt
Nvidia senkt Garantie für das Ohio-Rechenzentrum deutlich und verhandelt über eine Milliardenbeteiligung an SB Energy. Analysten heben vor den Quartalszahlen ihre Prognosen an.

Kurz zusammengefasst
- Finanzgarantie für Ohio-Campus reduziert
- Milliardeninvestment in SB Energy geplant
- Ermittlungen wegen Chip-Schmuggels in Asien
- UBS erhöht Prognosen vor Nvidia-Quartalszahlen
Nvidia hat seine finanzielle Verpflichtung für das gemeinsam mit OpenAI geplante Rechenzentrum in Piketon, Ohio, deutlich zurückgefahren. Das Wall Street Journal berichtete, dass die anfängliche Garantie für die erste Ausbaustufe von fünf Gigawatt auf weniger als 120 Milliarden Dollar sinkt – zuvor war von bis zu 250 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Die Umstrukturierung entschärft ein finanzielles Risiko, das Anleger zuletzt kritisch begleitet hatten.
Parallel dazu verhandelt Nvidia laut The Information und Reuters über eine Beteiligung von bis zu drei Milliarden Dollar an SB Energy, einer Tochter der SoftBank Group. Die Investition ist Teil eines rund 100 Milliarden Dollar schweren Kreditpakets für den Ohio-Campus.
Medienberichten zufolge soll die Summe gestückelt werden: 1,5 Milliarden Dollar bei Unterzeichnung des Ohio-Deals, der Rest als Ankerinvestition bei einem für frühestens September 2026 angepeilten Börsengang von SB Energy.
Chip-Schmuggel beschäftigt Behörden in Asien
Neben den Finanzierungsfragen sorgt ein Schmuggel-Skandal für Schlagzeilen. Taiwanesische Behörden durchsuchten zwölf Standorte und nahmen drei Personen fest – der Vorwurf: illegaler Export von exportbeschränkten Nvidia-KI-Chips nach China. Ein ehemaliger Nvidia-Mitarbeiter soll darin verwickelt sein.
Bereits Anfang August hatte die Polizei in Singapur im Zuge einer grenzüberschreitenden Ermittlung zu Chip-Schmuggel und Geldwäsche eine Verfügungssperre über einen Bungalow im Wert von 55 Millionen Singapur-Dollar erlassen. Für Nvidia selbst ergeben sich daraus keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen, die Fälle unterstreichen aber den Exportdruck rund um die begehrten KI-Beschleuniger.
Analysten erhöhen Schätzungen vor Quartalszahlen
UBS hob am Freitag die Gewinnschätzung für das zweite Fiskalquartal auf 2,13 Dollar je Aktie an, von zuvor 2,09 Dollar, und die Umsatzprognose auf 93,55 Milliarden Dollar. Das Institut reagierte damit auf die anstehende Berichtssaison: Nvidia legt am 26. August seine Zahlen für das zweite Fiskalquartal 2027 vor. Der Marktkonsens erwartet rund 92 Milliarden Dollar Umsatz und einen Gewinn je Aktie von 2,08 Dollar.
Die Aktie notierte am Freitag bei 194,74 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent zum Vortag. Auf Monatssicht steht dennoch ein Plus von 5,1 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 22 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 202,50 Euro, erreicht im Mai, trennen das Papier derzeit 3,8 Prozent.
Corporate-Governance-Meldungen ergänzen das Bild
Aus laufenden Pflichtmitteilungen geht zudem hervor, dass Direktorin Suzanne M. Nora Johnson Anfang August Restricted Stock Units erhielt, während Direktor Tench Coxe zuvor 500.000 Aktien aus einem Treuhandvermögen verschenkte. Ein Form-13F-Bericht wies zudem acht meldepflichtige institutionelle Beteiligungen mit einem Gesamtwert von 63,44 Milliarden Dollar aus.
Diese Meldungen sind für sich genommen kein Kurstreiber, fügen sich aber in ein Gesamtbild ein, in dem Nvidia derzeit an mehreren Fronten gleichzeitig verhandelt, investiert und sich rechtlich absichert – kurz vor einem Quartalsbericht, dem die Anleger besondere Aufmerksamkeit widmen dürften.
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