iShares MSCI Global Semiconductors ETF: 98 Prozent Plus seit Jahresbeginn
TSMC übertrifft im dritten Quartal die Markterwartungen; KI-Chips treiben auch Samsungs Geschäft, während Exportkontrollen Risiken bergen.

Kurz zusammengefasst
- TSMC übertrifft Quartalserwartungen deutlich
- Samsung schätzt operativen Gewinn auf 107,4 Billionen Won
- AMD plant höhere Chip-Lieferkapazitäten ab 2027
- Serienfertigung der Hyper-NA-Technologie noch offen
Die anhaltend hohe Nachfrage nach Hardware für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) sorgt bei den führenden Halbleiterherstellern der Welt für signifikante Zuwächse.
Der iShares MSCI Global Semiconductors UCITS ETF USD Acc profitiert unmittelbar von dieser Entwicklung, da seine wichtigsten Positionen starke Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorlegten. Insbesondere die Ergebnisse der Branchenschwergewichte TSMC und Samsung Electronics unterstreichen die Dynamik im Sektor.
Starke Nachfrage nach KI-Hardware sorgt für Umsatzsprünge
Laut Reuters verzeichnete Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) am Donnerstag einen Rekordumsatz für das dritte Quartal. Mit 1,49 Billionen Taiwan-Dollar (ca. 46,71 Milliarden US-Dollar) lag das Ergebnis nicht nur 50 Prozent über dem Vorjahreswert, sondern übertraf auch die Markterwartungen der LSEG-SmartEstimates von 1,46 Billionen Taiwan-Dollar deutlich. Das Unternehmen führt dieses Wachstum primär auf den massiven Bedarf an spezialisierten KI-Chips zurück.
Parallel dazu meldete Samsung Electronics eine positive Entwicklung. Medienberichten zufolge schätzt das Unternehmen seinen operativen Gewinn für das dritte Quartal auf 107,4 Billionen Won (etwa 80,17 Milliarden US-Dollar) bei einem Umsatz von 195 Billionen Won.
Auch hier identifizieren die Verantwortlichen den Absatz von Speicherlösungen und KI-Chips als zentrale Treiber des Erfolgs. Die positive Stimmung schlug sich zuletzt im Kurs nieder: Am Freitag schloss das Papier des ETFs bei 18,91 Euro. Damit liegt der Wert seit Jahresbeginn bereits mit 98 Prozent im Plus.
Technologische Innovationen und strategische Partnerschaften
Neben den aktuellen Bilanzen rücken technologische Weichenstellungen für die kommenden Jahre in den Fokus. AMD-Chefin Lisa Su kündigte am Mittwoch an, das Angebot an Prozessoren deutlich auszuweiten.
Um die Nachfrage im KI-Segment zu bedienen, plant der Konzern für das Jahr 2027 eine erhebliche Steigerung der Lieferkapazitäten bei Grafik- und Hauptprozessoren (GPU und CPU). Zugleich loten AMD und Samsung Möglichkeiten für eine vertiefte Kooperation in den Bereichen Speichertechnologie und Auftragsfertigung aus.
In der Fertigungstechnik zeichnen sich ebenfalls neue Entwicklungen ab. Ingenieure von ASML und Carl Zeiss stellten das Konzept einer „Hyper NA“-Technologie vor. Dieser potenzielle Nachfolger der aktuellen High-NA-Lithografie könnte in der Lage sein, Strukturen von lediglich 5 Nanometern Größe zu drucken.
Obwohl ASML mit der Entwicklung begonnen hat, steht eine endgültige Entscheidung über die Serienproduktion dieser Maschinen laut Reuters noch aus. Trotz dieser Fortschritte notiert der ETF aktuell noch rund 12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Juni markiert wurde.
Regulatorischer Druck und Handelsbeschränkungen
Das Marktumfeld bleibt jedoch von geopolitischen Spannungen und regulatorischen Eingriffen geprägt, die insbesondere die Geschäfte mit China betreffen. Wie gestern bekannt wurde, forderte ein republikanischer US-Abgeordneter das Verteidigungsministerium auf, Forschungsbeschränkungen auf weitere chinesische Universitäten auszuweiten, die in der Halbleiter- und KI-Forschung aktiv sind.
Zudem sorgt ein Vorfall um illegale Exporte für Aufmerksamkeit. Medienberichten zufolge bekannte sich ein Auftragnehmer, der Verbindungen zu Super Micro Computer unterhält, schuldig, Server mit fortschrittlichen Nvidia-Chips illegal nach China umgeleitet zu haben.
Diese Ereignisse verdeutlichen die anhaltenden Risiken in der Lieferkette und die strengen Exportkontrollen, denen die im ETF enthaltenen Technologiewerte unterliegen. Die Volatilität im Sektor bleibt mit annualisierten 33 Prozent auf einem für Technologieinvestments typischen Niveau.
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