Ferrexpo Aktie: 100 Millionen zur Stabilisierung geplant
Ferrexpo meldete für 2025 einen Vorsteuerverlust von 212,6 Millionen US-Dollar und plant eine Kapitalaufnahme zur Sicherung des Betriebs.

Kurz zusammengefasst
- Kapitalaufnahme über rund 100 Millionen US-Dollar geplant
- Großaktionäre sagen Unterstützung teilweise zu
- Vorsteuerverlust von 212,6 Millionen US-Dollar
- Handelswiederaufnahme für 7. September erwartet
Mit einer umfassenden Kapitalmaßnahme und der Vorlage verspäteter Bilanzdaten unternimmt Ferrexpo einen entscheidenden Schritt zur Sicherung seiner finanziellen Stabilität. Das Unternehmen kündigte gestern eine geplante Eigenkapitalaufnahme in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar an.
Diese Mittel sollen dazu dienen, das Betriebskapital zu stärken und den Fortbestand des Konzerns für die kommenden 18 Monate abzusichern, während der operative Betrieb auf reduziertem Niveau fortgeführt wird.
Finanzspritze durch Großaktionäre und Ankerinvestoren
Für die geplante Kapitalerhöhung hat sich Ferrexpo bereits die Unterstützung bedeutender Geldgeber gesichert. Der größte Anteilseigner Fevamotinico hat eine bedingte Zusage über 40 Millionen US-Dollar abgegeben. Zusätzlich beabsichtigt der Investor Andriy Verevskyi, sich mit 50 Millionen US-Dollar als Cornerstone-Investor an der Maßnahme zu beteiligen.
Der Bezugspreis für die neuen Aktien wurde auf 16,5 Pence festgelegt. Dies entspricht laut Unternehmensangaben einem Abschlag von 42,3 Prozent gegenüber dem letzten Kurs, zu dem das Papier vor der Handelsaussetzung notiert wurde.
Über die Details der Emission sowie den weiteren Zeitplan sollen die Aktionäre heute durch ein entsprechendes Rundschreiben informiert werden. Eine außerordentliche Hauptversammlung, auf der über die Kapitalmaßnahme abgestimmt wird, ist für den 21. September angesetzt.
Tiefrote Zahlen für das Geschäftsjahr 2025
Parallel zur Finanzierung legte Ferrexpo gestern die lange erwarteten, geprüften Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor. Die Bilanz verdeutlicht den massiven wirtschaftlichen Druck: Bei einem Umsatz von 787 Millionen US-Dollar erzielte das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA von lediglich 28 Millionen US-Dollar. Unter dem Strich verzeichnete der Konzern einen Vorsteuerverlust von 212,6 Millionen US-Dollar.
Die Produktion von Eisenpellets sank im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf insgesamt 3,2 Millionen Tonnen. Medienberichten zufolge mussten die Produktionsstätten in der Ukraine im August aufgrund der erheblichen Risiken durch den anhaltenden Krieg zeitweise vollständig stillgelegt werden.
Angesichts der volatilen Lage im Einsatzgebiet sieht sich das Management derzeit nicht in der Lage, eine Prognose für die Produktionsmengen oder die Kostenstrukturen für das laufende Jahr 2026 abzugeben.
Wiederaufnahme des Handels und steuerliche Risiken
Der Handel mit den Aktien von Ferrexpo ist bereits seit dem 1. Mai ausgesetzt. Grund hierfür waren erhebliche Verzögerungen bei der Erstellung und Prüfung des Konzernabschlusses für das Jahr 2025. Das Unternehmen geht nun davon aus, dass die Aussetzung am kommenden Montag, dem 7. September, aufgehoben wird, sofern die Veröffentlichung der Berichte wie geplant abgeschlossen werden kann.
Trotz der angestrebten Stabilisierung bleiben regulatorische Unsicherheiten bestehen. Ferrexpo teilte mit, dass für den 14. September eine neue, unangekündigte Steuerprüfung vor Ort angesetzt wurde. Diese Maßnahme folgt auf Einwände der Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining gegen einen vorangegangenen Prüfungsbericht. Anleger müssen zudem die Frist für die Stimmabgabe zur Hauptversammlung beachten, die am 17. September endet.
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