Die europäischen Börsen wollten am Donnerstag wieder Boden gutmachen – doch daraus wurde nichts. Der FTSE 100 in London verlor 1,45 Prozent auf 10.413,94 Punkte. Der Grund: Der Ölpreis schießt wegen des Iran-Kriegs erneut nach oben, und die Wall Street reagierte prompt mit kräftigen Verlusten.
Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten für Öl und Gas weltweit, ist faktisch dicht. Der Schiffsverkehr ist fast zum Erliegen gekommen. Öllieferungen aus dem Persischen Golf sind unterbrochen, die Förderländer drosseln ihre Produktion. Das Ergebnis: Brent-Öl hat sich seit Beginn der US-israelischen Angriffe gegen den Iran am Wochenende um rund 16 Prozent verteuert.
Reisebranche unter Beschuss
Besonders hart trifft es die Reise- und Freizeitwerte. Die Airlines hatten sich am Vortag kurz erholt – doch Anleger nutzten das nur zum Ausstieg. IAG brachen um 3,6 Prozent ein, EasyJet ebenfalls unter Druck. Kein Wunder: Zehntausende Flüge wurden in der vergangenen Woche wegen Luftraumsperrungen im Nahen Osten gestrichen.
Auf der Gewinnerseite stehen dagegen die Ölkonzerne. BP kletterte um 2,2 Prozent, Shell um 1,5 Prozent. Solange die Straße von Hormus blockiert bleibt, profitieren die großen Energiewerte von den steigenden Preisen.
Rentokil überrascht positiv
Für eine echte Überraschung sorgte Rentokil Initial. Die Aktie des Hygiene-Dienstleisters schoss um 10,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen meldete für 2025 einen Gewinnanstieg. Entscheidend: Das wichtige Nordamerika-Geschäft legte im Schlussquartal zu – entgegen den Befürchtungen vieler Marktteilnehmer.
Ganz anders Reckitt Benckiser. Der Hersteller von Reinigungsmitteln und Haushaltsprodukten sackte um 5,8 Prozent ab und steht damit wieder auf dem Niveau von Anfang Oktober. Die Zahlen für das vierte Quartal waren in Ordnung, doch der Ausblick auf 2026 enttäuschte. Das erste Quartal dürfte schwach ausfallen, so das Management.
Vorsichtige Marktstimmung
Die UK-Bauindustrie zeigt unterdessen Schwäche. Der S&P Global Construction PMI fiel im Februar auf 44,5 Punkte – deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 und schlechter als erwartet. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die britische Wirtschaft mit Gegenwind kämpft.
Immerhin ein Lichtblick: Die Neuzulassungen von Pkw stiegen im Februar um 7,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 90.100 Einheiten. Das ist der höchste Februar-Wert seit 22 Jahren. Private Käufer legten sogar um 17,6 Prozent zu.
Die Lage bleibt angespannt. Marktbeobachter wie Andreas Lipkow von CMC Markets sehen zwar, dass die US-Militärschläge zu nachlassenden Raketenangriffen des Iran führen. Doch die Straße von Hormus bleibt das Nadelöhr für die globale Konjunktur. Solange dort nichts durchkommt, dürfte der Ölpreis hoch bleiben – und die Börsen nervös.
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