Daimler Truck Aktie: US-Entscheid rettet Jahresziel
Daimler Truck profitiert von US-Wertschöpfungsanerkennung und hebt Prognose an, trotz schwächerem zweiten Quartal.

Kurz zusammengefasst
- US-Handelsministerium genehmigt Wertschöpfungsanteile
- Jahresprognose für EBIT deutlich angehoben
- Aktie steigt im nachbörslichen Handel
- Zweites Quartal fällt schwächer aus
Ein Federstrich aus Washington reicht offenbar aus, um die Jahresprognose eines DAX-Konzerns nach oben zu korrigieren. Das US-Handelsministerium hat den Antrag von Daimler Truck auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen genehmigt, mit Wirkung zum 1. November 2025. Für den Nutzfahrzeughersteller ist das bares Geld wert — und der Markt reagierte prompt.
Im nachbörslichen Handel auf Tradegate zog die Aktie zeitweise um 2,88 Prozent auf 44,60 Euro an. Damit setzt sich ein Lauf fort, der die Titel im laufenden Jahr bereits um knapp ein Fünftel nach oben getragen hat.
Höhere Ziele trotz schwächerem Quartal
Die neue Zollregelung wirkt sich direkt auf die Jahresprognose aus, nicht aber auf die bereits abgeschlossenen drei Monate. Daimler Truck rechnet nun mit einem bereinigten EBIT von 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro — eine Anhebung um jeweils 400 Millionen Euro gegenüber der bisherigen Spanne. Der Konzernabsatz soll auf 340 bis 370.000 Einheiten steigen, angetrieben vor allem durch Nordamerika, wo jetzt 160 bis 180.000 verkaufte Trucks erwartet werden.
Auch beim Umsatz im Industriegeschäft wurde nachgeschärft: Die Zielspanne liegt nun bei 43 bis 47 Milliarden Euro, die erwartete Umsatzrendite bei 7 bis 9 Prozent statt zuvor 6 bis 8 Prozent. Der freie Cashflow soll 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro erreichen.
Das eigentliche zweite Quartal fiel dagegen deutlich schwächer aus als die Prognoseanhebung vermuten lässt. Das bereinigte EBIT sank um ein Viertel auf 838 Millionen Euro und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz im Industriegeschäft rutschte auf 11,4 Milliarden Euro, nach 11,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal — ebenfalls unter Konsens. Der freie Cashflow lag bei 1,762 Milliarden Euro.
Zum Vergleich: 2025 hatte Daimler Truck im Industriegeschäft knapp 46 Milliarden Euro umgesetzt und dabei operativ 3,8 Milliarden Euro verdient. Die neue Zielspanne für 2026 liegt beim EBIT damit über dem bisherigen Durchschnittswert der Analystenschätzungen, beim Umsatz leicht darunter.
Den kompletten Halbjahresbericht mit allen Details zum zweiten Quartal legt Daimler Truck am 7. August vor. Erst dann zeigt sich, wie stark der operative Rückgang tatsächlich auf strukturelle Probleme im Truckgeschäft zurückgeht oder ob es sich um einen einmaligen Dämpfer handelt.
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