SAP Aktie: TD Cowen hebt Kursziel auf 250 Dollar
TD Cowen erhöhte sein Kursziel, während JPMorgan neutral bleibt; SAPs Quartalsbericht und der Celonis-Rechtsstreit prägen die Einschätzung.

Kurz zusammengefasst
- TD Cowen hebt Kursziel auf 250 Dollar
- JPMorgan bewertet SAP weiterhin neutral
- Cloud-Auftragswachstum lag bei 26 Prozent
- SAP kündigte Quartalszahlen für den 21. Oktober an
Bei SAP steht die Bewertung der künftigen Geschäftsentwicklung im Mittelpunkt widersprüchlicher Analystenurteile. Gestern hielt TD Cowen an seiner Kaufempfehlung fest. JPMorgan hatte sich am Donnerstag dagegen neutral positioniert. Für Anleger liegt der entscheidende Unterschied damit in der Frage, wie viel Zuversicht die weiteren Wachstumsaussichten rechtfertigen. Ein wichtiger Prüfstein ist das Wachstum des kurzfristigen Cloud-Auftragsbestands.
Optimismus trifft auf Zurückhaltung
Derrick Wood von TD Cowen hob gestern das Kursziel von 205 auf 250 US-Dollar an und behielt die Kaufempfehlung bei. Das höhere Ziel unterstreicht seine positive Einschätzung der Aktie. Es ist allerdings eine Analystenerwartung und kein Beleg für eine bereits eingetretene Verbesserung des Geschäfts.
Die zurückhaltendere Position von JPMorgan setzt einen anderen Schwerpunkt: Nicht allein die nächste Veröffentlichung zählt, sondern die Tragfähigkeit der Perspektiven darüber hinaus. Damit unterscheiden sich die Urteile vor allem in der Zuversicht, mit der Anleger die weitere Entwicklung bewerten sollen.
JPMorgan-Analyst Toby Ogg schrieb am Donnerstag, Anleger prüften, ob die Aussichten für den Rest von 2026 und für 2027 ein Investment ausreichend rechtfertigten. Die US-Bank beließ SAP auf „Neutral“. Diese Einschätzung stellt die längerfristige Begründung eines Investments stärker in den Vordergrund als eine einzelne positive Analystenaktion.
Cloud-Auftragsbestand als Prüfstein
Beim Current Cloud Backlog hatte das währungsbereinigte Wachstum im zweiten Quartal 2026 bei 26 % gelegen. Medienberichten vom Donnerstag zufolge erwartet der Markt eine mögliche Verlangsamung. Diese Erwartung ist von einem tatsächlich gemeldeten Rückgang des Wachstumstempos zu unterscheiden.
Für die Bewertung ist deshalb nicht nur relevant, ob SAP weiter wächst. Entscheidend ist auch, wie sich das Wachstum gegenüber den Erwartungen entwickelt. Ein schwächeres Tempo und eine Enttäuschung wären nicht automatisch dasselbe, wenn Anleger bereits mit einer Abschwächung rechnen.
SAP hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 21. Oktober angekündigt. Als geplante Veröffentlichungszeit nennt das Unternehmen etwa 22:05 Uhr MESZ. Der Bericht liefert damit den nächsten konkreten Anlass, die unterschiedlichen Einschätzungen am Geschäftsverlauf zu messen.
Rechtsstreit begrenzt die Zuversicht
Neben den Wachstumserwartungen gehört auch das Urteil im Patentstreit mit Celonis zur Abwägung. SAP muss die Nutzung einer betroffenen Funktion von SAP Signavio Process Intelligence in Deutschland unterlassen sowie Auskunft erteilen und angemessenen Schadensersatz leisten.
SAP kündigte Rechtsmittel an. Nach Unternehmensangaben betrifft das Urteil eine einzelne Funktion; SAP Signavio bleibe für Kunden verfügbar. Für Anleger stehen damit zwei unterschiedliche Unsicherheiten nebeneinander: die weitere Wachstumsdynamik und die Folgen des Rechtsstreits. Eine höhere Kurszielmarke allein löst keine von beiden auf.
Stand heute, 17. Oktober: SAP – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in SAP investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 17. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.