Netflix Aktie: Kursziel 100 Dollar vor Zahlen
TD Cowen bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel, während Netflix am 20. Oktober Quartalszahlen vorlegt und charttechnische Risiken bestehen.

Kurz zusammengefasst
- TD Cowen bestätigt 100-Dollar-Kursziel
- Aktie notiert knapp über Jahrestief
- Guggenheim erhöht Ziel auf 80 Dollar
- Quartalsbericht erscheint am 20. Oktober
Netflix läuft mit schwachem Kurs in die Quartalszahlen. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief, während TD Cowen unbeirrt an einem Kursziel festhält, das rund 50 Prozent über dem aktuellen Niveau liegt.
Analysten setzen auf Erholung
TD Cowen bestätigt die Kaufempfehlung und das Kursziel von 100 Dollar. Die Experten rechnen mit einem Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent, steigenden Margen und einem wachsenden freien Cashflow. Beim Gewinn je Aktie erwartet das Haus bis 2031 ein jährliches Plus von etwa 19 Prozent, bereinigt um Einmaleffekte.
Ganz ohne Abstriche kommt die Analyse nicht aus. TD Cowen schob sein Bewertungsmodell auf 2027 fort und senkte die Schätzungen für operatives Ergebnis und EBITDA leicht. Sie liegen im Schnitt etwa drei Prozent niedriger. Das Kursziel entspricht dem rund 25-Fachen des für 2027 erwarteten Gewinns.
Die Aktie kostet derzeit knapp 67 Dollar und damit etwas mehr als das 52-Wochen-Tief von 65,08 Dollar. Auf Sicht von sechs Monaten summiert sich das Minus auf etwa 32 Prozent. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei gut 21, das PEG-Verhältnis bei 0,58. Rechnerisch spricht das für eine günstige Bewertung im Vergleich zum erwarteten Wachstum.
Charttechnik bereitet Sorgen
Technisch sieht die Lage weniger entspannt aus. Die jüngsten Verluste haben die Aktie an eine zentrale Unterstützung geführt. Fällt sie darunter, könnte ein starkes Verkaufssignal weitere Abgaben auslösen. Marktbeobachter verweisen darauf, dass dies wenige Tage vor den Zahlen zusätzliche Brisanz erzeugt.
Das Analystenbild bleibt breit gefächert. Guggenheim hob sein Ziel auf 80 Dollar an, trotz Bedenken zur Umsatzentwicklung und zum Programmangebot. Die Deutsche Bank stufte auf „Buy“ hoch, senkte aber das Ziel auf 95 Dollar und sieht das internationale Geschäft unterbewertet. BMO bleibt bei „Outperform“ mit 135 Dollar und verweist auf die starke Stellung im Streaming-Markt.
Hinzu kommt eine Umfrage von Evercore unter Werbeagenturen, die Netflix günstige Aussichten bescheinigt. Das stützt die Hoffnung auf den Werbebereich.
Am 20. Oktober legt Netflix die Zahlen zum dritten Quartal vor. Liegt der Kurs dann noch über der Marke von 65 Dollar, bleibt das Jahrestief intakt. Ein Rutsch darunter würde das charttechnische Bild eintrüben, unabhängig von den Analystenzielen zwischen 80 und 135 Dollar.
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