Microsoft Aktie: 23,39 Prozent Minus über 12 Monate

Goldman Sachs bestätigt Kursziel von 610 Dollar, während Microsofts Aktie fällt und eigene KI-Modelle vorantreibt.

Dieter Jaworski ·
Microsoft Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldman Sachs bestätigt optimistisches Kursziel
  • Eigene KI-Modelle zur Kostensenkung geplant
  • Starbucks kündigt Ausstieg aus Microsoft-Software
  • Quartalszahlen am 29. Juli 2026 erwartet

Microsoft verliert an der Börse deutlich an Wert. Gleichzeitig bleibt Goldman Sachs bei seinem optimistischen Kursziel von 610 Dollar. Diese Diskrepanz zwischen Kursverlauf und Analystenmeinung wirft Fragen auf.

Am Donnerstag fiel die Microsoft-Aktie um 1,88 Prozent und schloss bei 329,10 Euro. Der Rückgang trifft einen breiteren Trend in der Softwarebranche. Zusätzlich sorgen Nachrichten über Verschiebungen im Wettbewerb um Unternehmens-KI für Unruhe.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie 18,46 Prozent verloren. Über zwölf Monate beträgt das Minus sogar 23,39 Prozent. Der Titel notiert damit rund 31 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro, das im Oktober 2025 markiert wurde.

Goldman Sachs sieht erhebliches Aufwärtspotenzial

Trotz der Talfahrt bekräftigt Goldman Sachs seine „Buy“-Einstufung. Das Kursziel von 610 Dollar impliziert ein deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. Die Bank stützt ihre Einschätzung vor allem auf Azure, Microsofts Cloud-Sparte.

Die Analysten erwarten für das vierte Fiskalquartal ein währungsbereinigtes Wachstum von 40 bis 41 Prozent bei Azure. Das würde die bisherige Prognose des Konzerns übertreffen. Microsoft berichtet seine Zahlen für dieses Quartal am 29. Juli 2026.

Die KI-Sparte liefert bereits jetzt beeindruckende Werte. Die laufende Jahresrate im KI-Geschäft liegt bei 37 Milliarden Dollar — ein Plus von 123 Prozent. Um dieses Tempo zu halten, plant Microsoft für das Fiskaljahr 2026 Investitionsausgaben von rund 190 Milliarden Dollar.

Eigene KI-Modelle sollen Kosten senken

Microsoft baut parallel an einer strategischen Kehrtwende. Der Konzern setzt zunehmend eigene KI-Modelle namens „MAI“ ein — in Excel und Outlook laufen sie bereits. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Partnern wie OpenAI und Anthropic zu verringern.

Nach internen Angaben will KI-Chef Mustafa Suleyman die Zahlungen an fremde Modellanbieter deutlich reduzieren und langfristig ganz abschaffen. Die MAI-Infrastruktur verarbeitet schon jetzt Zehntausende Anfragen pro Woche. GitHub Copilot nutzt die internen Modelle bereits, Microsoft Teams soll folgen.

Diese Strategie zielt direkt auf die Marge. Weniger Lizenzgebühren an Dritte bedeuten mehr Kontrolle über die eigenen KI-Kosten.

Starbucks kündigt Ausstieg aus Microsoft-Software an

Microsoft bekommt aber auch Druck von der anderen Seite — von seinen eigenen Kunden. Starbucks plant, eigene KI-Tools zu entwickeln und damit mehrere externe Systeme zu ersetzen. Betroffen ist unter anderem eine Microsoft-Plattform zur Bestandsverfolgung sowie eine Wartungssoftware von IBM.

Der Schritt ist Teil eines milliardenschweren Sparprogramms der Kaffeekette. Starbucks gibt derzeit jährlich rund 400 Millionen Dollar für Softwarelizenzen aus.

Microsoft reagiert unterdessen auf Kundenwünsche nach mehr Preisstabilität. Ab dem 1. Januar wechselt der Konzern bei der kommerziellen Cloud-Abrechnung von halbjährlichen auf jährliche Wechselkursanpassungen. Formale Richtlinien dazu will Microsoft künftig jeden November veröffentlichen.

Technische Lage bleibt angespannt

Die Marktkapitalisierung von Microsoft liegt aktuell bei 2.531,69 Milliarden Euro. Der Kurs bewegt sich sowohl unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 348,22 Euro als auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 379,47 Euro.

Der 14-Tage-RSI steht bei 44,1. Das deutet auf eine Annäherung an neutrales Terrain hin, nachdem der Verkaufsdruck zuletzt anhielt. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Handelstage bleibt mit 35,72 Prozent erhöht.

Die Aktie notiert derzeit nur gut 7 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro, erreicht am 25. Juni 2026. Zwischen der pessimistischen Kursentwicklung und dem optimistischen Ausblick von Goldman Sachs klafft damit eine deutliche Lücke — die Quartalszahlen am 29. Juli dürften zeigen, welche Seite näher an der Realität liegt.

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Microsoft Aktie

328,20 EUR

– 7,20 EUR -2,15 %
KGV 23,04
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,92 %
Marktkapitalisierung 2,89 Bio. EUR
ISIN: US5949181045 WKN: 870747

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