Nokia Aktie: China-Rückzug bis Ende 2026
Nokia plant den Rückzug aus Festlandchina bis Ende 2026 und setzt auf das boomende KI-Geschäft als Wachstumstreiber.

Kurz zusammengefasst
- Rückzug aus China bis 2026
- Aktie fällt um 3,7 Prozent
- KI-Umsatz steigt um 105 Prozent
- KGV von 67 als Bewertungsrisiko
Nokia plant, bis Ende 2026 fast alle Standorte in Festlandchina zu schließen und den Großteil der dortigen Belegschaft zu entlassen. Das berichtete die South China Morning Post am Dienstag. Ein Unternehmenssprecher bestätigte die Anpassung an die globale Ausrichtung des Konzerns und verwies auf ein rückläufiges China-Geschäft. Übrig bleiben soll dort künftig nur noch der After-Sales-Service.
Die Nachricht traf die Aktie hart: Der Kurs fiel gestern um 3,7 Prozent auf 9,02 Euro. Bereits am Dienstag war das Papier laut Berichten aus Helsinki um 7,3 Prozent eingebrochen und war damit an der Börse dort der meistgehandelte Wert des Tages.
Trotz des Rückschlags notiert Nokia weiterhin rund 11 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 8,15 Euro – die längerfristige Aufwärtsbewegung des Jahres ist damit nicht gebrochen, wohl aber empfindlich gestört.
Ein Markt, der seit Jahren schrumpft
Der Rückzug kommt nicht überraschend, wenn man die Zahlen der vergangenen Jahre betrachtet. Der Umsatz in Großchina ist von rund 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 913 Millionen Euro im Jahr 2025 gefallen – ein Einbruch, der die Region für Nokia zunehmend zur Randnotiz gemacht hat.
Parallel dazu schrumpfte die Belegschaft dort von 13.700 Beschäftigten im Jahr 2020 auf zuletzt rund 7.200. Bereits vor der jetzigen Ankündigung hatte Nokia die Schließung seines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Hangzhou bestätigt, von der etwa 1.600 Mitarbeiter betroffen sind.
Betroffene Beschäftigte sollen nach dem sogenannten N+3-Modell abgefunden werden. Weitere Standorte in Peking, Chengdu, Qingdao und Shanghai könnten laut Berichten folgen.
Der Schritt reiht sich in eine breitere Entwicklung ein: Auch andere internationale Technologiekonzerne verlagern Produktion und Präsenz aus China. Google etwa plant, seine gesamte Pixel-Produktion bis 2027 aus China abzuziehen und stattdessen Kapazitäten in Vietnam und Indien auszubauen.
Bewertung und Wachstumstreiber im Blick
Während das China-Geschäft schrumpft, wächst anderswo ein neuer Umsatztreiber: Nokia meldete zuletzt einen Anstieg der Verkäufe an KI- und Cloud-Kunden um 105 Prozent auf 446 Millionen Euro, gestützt von einem Auftragsbestand in diesem Segment von 2,8 Milliarden Euro. Dieser Kontrast – schwindendes China-Geschäft gegen wachsendes KI-Geschäft – dürfte die Debatte um die Aktie in den kommenden Wochen prägen.
Zugleich mehren sich Stimmen, die Nokia nach der starken Kursrally des laufenden Jahres für ambitioniert bewertet halten. Analysen verweisen auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 67, deutlich über dem eigenen Fünfjahresmedian von rund 21. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell 51,53 Milliarden Euro und einem Kursplus von 61 Prozent seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits viel Zuversicht vorweggenommen – der jüngste China-Rückzug könnte nun als Prüfstein dienen, ob diese Zuversicht Bestand hat.
Nokia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nokia-Analyse vom 19. August liefert die Antwort:
Die neusten Nokia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nokia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nokia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...