SpaceX Aktie: 13. Starship-Teststart
SpaceX startet 13. Testflug von Starship bei schwachem Aktienkurs. Alphabet hält Milliardenbeteiligung, Verluste bleiben hoch.

Kurz zusammengefasst
- Starship-Start als Kurstreiber erhofft
- Alphabet mit 94-Milliarden-Beteiligung
- Nettoverlust von knapp fünf Milliarden
- KI-Fusion als langfristiger Wachstumshebel
SpaceX steht heute vor einem entscheidenden Test. Während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert, wagt der Konzern den 13. Teststart seines Starship-Systems. Der Ausgang der Mission dürfte zeigen, ob sich der Kursverfall der vergangenen Wochen stoppen lässt.
Die Aktie kostet aktuell 103,24 Euro und liegt damit fast 47 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 194,46 Euro. Erst am Donnerstag markierte das Papier mit 97,54 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der RSI von 34,9 signalisiert eine Aktie, die sich der überverkauften Zone nähert.
Startfenster öffnet sich am Abend
Der 13. Testflug von Starship soll heute von der Starbase-Anlage in Boca Chica, Texas, abheben. Das 90-minütige Startfenster öffnet um 22:45 Uhr MESZ. Ursprünglich war der Start bereits für Donnerstag geplant, der Tropensturm Bertha verhinderte jedoch die für die Mission nötige Bodenverfolgung.
Die Ingenieure verfolgen ein klares Ziel: Sie wollen erstmals klare Bodenaufnahmen des Hitzeschilds während der Aufstiegsphase mit hohem dynamischen Druck gewinnen. Parallel dazu soll die neue Starlink-V3-Satellitengeneration ausgesetzt werden. Der vorherige Startversuch am 16. Juli scheiterte, als vier Raptor-Triebwerke des Super-Heavy-Boosters die Zündparameter verfehlten und ein automatischer Abbruch erfolgte.
Ein erfolgreicher Flug könnte Zweifel an der V3-Architektur ausräumen. Erneute Verzögerungen dagegen würden die charttechnische Unterstützung am jüngsten Jahrestief auf die Probe stellen.
Alphabet hält Milliardenpaket mit Sperrfrist
Parallel zur Startvorbereitung sorgt eine Pflichtmitteilung von Alphabet für Aufsehen. Der Google-Mutterkonzern meldete am Donnerstag eine Beteiligung an SpaceX im Wert von rund 94,1 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa sechs Prozent des Unternehmens und geht auf eine frühe Investition von rund 900 Millionen Dollar aus dem Jahr 2015 zurück.
Die Offenlegung zeigt das Ausmaß der institutionellen Rückendeckung nach dem Börsengang vom 12. Juni 2026. Allerdings bleibt der Großteil des Pakets vorerst blockiert: 80 Milliarden Dollar unterliegen kurzfristigen Lock-up-Fristen nach dem IPO, weitere 14,1 Milliarden Dollar sind sogar bis zum dritten Quartal 2027 gesperrt. SpaceX kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 1,43 Billionen Euro.
Verluste trotz Milliardenumsatz
Die finanzielle Realität hinter der hohen Bewertung bleibt angespannt. Im Geschäftsjahr 2025 verbuchte SpaceX einen Nettoverlust von 4,937 Milliarden Dollar bei Erlösen von rund 18,674 Milliarden Dollar. Die hohen Verluste stammen vor allem aus den Entwicklungskosten für Starship und dem schnellen Ausbau des Starlink-Netzwerks.
Am Markt wächst gleichzeitig die Skepsis. Der Anteil der Leerverkäufe am frei handelbaren Aktienbestand liegt inzwischen bei rund 30 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 67,15 Prozent spiegelt wider, wie stark der Kurs auf Startergebnisse und regulatorische Termine reagiert.
KI-Fusion als langfristiger Hebel
Ein zentraler Baustein für die langfristige Bewertung ist die Integration von künstlicher Intelligenz. Im Februar 2026 schloss SpaceX die Fusion mit xAI ab, dem von Elon Musk gegründeten KI-Unternehmen. Die neue Sparte firmiert als SpaceXAI und arbeitet an orbitaler Rechen-Infrastruktur sowie an KI-Systemen für das Starlink-Netzwerk.
Zum Zeitpunkt der Ankündigung bewertete der Deal das fusionierte Unternehmen mit 1,25 Billionen Dollar. Der strategische Schwenk positioniert SpaceX als raumfahrtbasierten Technologiekonzern – wenn auch mit spürbar höherem Kapitalverbrauch.
Die nächste wichtige Wegmarke folgt am 4. August. Dann legt SpaceX seinen ersten umfassenden Quartalsbericht seit dem Börsengang vor. Anleger erwarten darin Aufschluss über das Wachstum der Starlink-Abonnentenzahlen, den Zeitplan für auslaufende Lock-up-Fristen und die Startplanung für Starship bis Jahresende.
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