XRP: Fed-Entscheid am Mittwoch
XRP notiert bei 1,06 US-Dollar und wartet gespannt auf die US-Notenbank. Schwache ETF-Zuflüsse und fallende Stimmung belasten den Token.

Kurz zusammengefasst
- Fed-Entscheidung als nächster Kurstreiber
- XRP 68 Prozent unter Jahreshoch
- ETF-Zuflüsse sinken auf 8 Millionen
- Stimmung auf tiefstem Stand seit Oktober
XRP hängt fest. Der Token pendelt aktuell um 1,06 US-Dollar, während Anleger auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank an diesem Mittwoch warten. Kurzfristig zählt weniger, was Ripple tut, als das, was Fed-Chef Jerome Powell sagt.
Die Fed gibt den Takt vor
Die Sitzung der Federal Reserve am 28. und 29. Juli gilt als nächster großer Kurstreiber. Der Leitzins dürfte bei 3,5 bis 3,75 Prozent bleiben, nachdem die Notenbank ihn bereits im Juni unverändert gelassen hatte. Nicolai Sondergaard, Senior Research Analyst bei Nansen, beschreibt den breiteren Kryptomarkt als Seitwärtsphase ohne starke Käufer. Die Richtung am Mittwoch hänge stark davon ab, wie die Fed ihre Entscheidung kommuniziert.
XRP hat sich zuletzt stärker abgeschwächt als der Gesamtmarkt. Der Token notiert derzeit rund 68 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 3,37 Dollar, das im August vergangenen Jahres erreicht wurde. Gleichzeitig liegt der aktuelle Kurs nur gut 5 Prozent über dem jüngsten 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar aus dem Juni. Die technische Marke bei 1,00 Dollar bleibt damit die nächste wichtige Unterstützung, sollte der Bereich um 1,08 bis 1,09 Dollar nicht halten.
ETF-Zuflüsse schwächeln, Großanleger kaufen trotzdem
Das institutionelle Interesse an XRP hat spürbar nachgelassen. US-Spot-ETFs auf XRP verzeichneten in der jüngsten Berichtswoche nur noch Zuflüsse von 8,15 Millionen Dollar. Im Mai lag der Wochenrekord noch bei 60,5 Millionen Dollar.
Trotz der Abkühlung bleiben die Zuflüsse positiv. Große Wallets bauen ihre Bestände weiter aus, selbst während Kurs und relative Marktstärke eher verhaltene Nachfrage signalisieren.
Die Stimmungsdaten fügen dem Bild eine weitere Facette hinzu. Der gewichtete Sentiment-Indikator von Santiment für XRP fiel laut CoinDesk auf den schwächsten Wert seit Oktober 2025. Santiment weist darauf hin, dass die stärksten Erholungen des Tokens historisch genau dann begannen, wenn die Menge bereits abgeschrieben hatte. Parallel dazu deuten Glassnode-Daten auf Kapitulation unter XRP-Haltern hin — ein Muster, das häufig einer Bodenbildung vorausgeht.
Escrow-Freigaben erhöhen den Angebotsdruck
Neben der Marktstimmung behalten Trader die geplanten Token-Freigaben im Blick. Ripples Escrow-Mechanismus erlaubt die Freigabe von bis zu einer Milliarde XRP pro Monat. Nicht genutzte Coins wandern zurück in neue Escrow-Verträge mit neuem Datum.
Im Juli stand eine Milliarde XRP zur Freigabe an, verteilt auf drei separate Transaktionen. Wie stark sich das auf den Kurs auswirkt, hängt weniger von der Freigabe selbst ab als davon, wie viel davon tatsächlich verkauft statt weiter gehalten wird.
RLUSD wächst, XRP profitiert kaum direkt
Ripple treibt seine Stablecoin-Infrastruktur weiter voran, auch wenn der XRP-Kurs stagniert. Am 23. Juli brachte das Unternehmen mit Mint ein neues Tool, das institutionelle Ausgabe und Rücknahme von RLUSD ermöglicht. Der Stablecoin kommt inzwischen auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,59 Milliarden Dollar.
Analysten warnen jedoch vor vorschnellen Schlüssen. Mehr RLUSD auf dem XRP-Ledger kann zwar Transaktionsvolumen und Liquidität erhöhen. Die Standardgebühr im Netzwerk liegt aber weiterhin bei nur etwa 0,00001 XRP. Einen klaren Beleg dafür, dass das RLUSD-Wachstum die direkte Nachfrage nach XRP steigert, gibt es bislang nicht.
Zwischen schwächelnden ETF-Zuflüssen, kapitulierenden Privatanlegern und der bevorstehenden Zinsentscheidung sehen Trader den Fed-Termin am Mittwoch als kurzfristig entscheidende Variable. Eine überraschende Wendung der Notenbank oder eine größere Token-Transaktion könnte die Volatilität in beide Richtungen deutlich anheizen.
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