Commerzbank Aktie: UniCredit bei 49,65 Prozent

UniCredit hält 49,65 Prozent an der Commerzbank. Trotz politischer Vorbehalte notiert die Aktie nahe ihrem Jahreshoch. Ein Rechtsstreit um ein gescheitertes Russland-Geschäft belastet zusätzlich.

Felix Baarz ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • UniCredit kurz vor Stimmrechtsmehrheit
  • Bundesregierung lehnt Übernahme ab
  • Rechtsstreit um Russland-Projekt gestartet
  • Aktie knapp unter Jahreshoch

Der wirtschaftliche Anteil der italienischen Großbank liegt bei 47,5 Prozent, wie am 14. Juli 2026 bekannt wurde. Damit fehlen UniCredit nur noch wenige Zehntelpunkte bis zur formalen Mehrheit – ein Umstand, der die Debatte um die Eigenständigkeit des Frankfurter Instituts neu befeuert.

Aufsicht ohne Einwände, Politik dagegen

BaFin und Europäische Zentralbank haben gegen den weiteren Aufbau der Beteiligung keine Einwände erhoben. Die Bundesregierung positioniert sich hingegen weiterhin gegen eine Übernahme; der Bund selbst hält rund zwölf Prozent an der Commerzbank und lehnt einen Verkauf dieser Anteile ab. Die Gemengelage aus aufsichtsrechtlichem Grünlicht und politischem Widerstand hält die Übernahmefrage seit Monaten in der Schwebe, ohne dass eine Seite bislang einen entscheidenden Vorteil erzielt hätte.

Auch die Ratingagentur Morningstar DBRS äußerte sich am 14. Juli zur Lage: Die Investition UniCredits in die Commerzbank sei aus Kreditsicht handhabbar. Die Agentur verweist darauf, dass ein möglicher Zusammenschluss durch das Angebot gestärkt würde, sieht bei einer Beteiligung von über 50 Prozent aber einen Effekt von bis zu 280 Basispunkten auf die harte Kernkapitalquote UniCredits, bei einer vollständigen Übernahme rund 200 Basispunkte. Die aktuelle Beteiligungshöhe wirke sich demnach nur begrenzt aus.

Rechtsstreit um geplatztes Russland-Geschäft

Parallel zur Übernahmefrage beschäftigt die Commerzbank ein Gerichtsverfahren gegen Linde. Gemeinsam mit Deutscher Bank, BayernLB, LBBW und HypoVereinsbank fordert das Institut Schadenersatz für ein gestopptes Gasprojekt in Russland mit einem ursprünglichen Volumen von rund fünf Milliarden US-Dollar. Von der Gesamtforderung der Bankengruppe in Höhe von 810 Millionen Euro entfallen auf die Commerzbank 93,5 Millionen Euro. Die erste Verhandlung fand am 14. Juli 2026 vor dem Landgericht Frankfurt statt, Linde weist die Ansprüche zurück. Zum Vergleich: HypoVereinsbank macht mit 448 Millionen Euro den größten Einzelposten geltend, gefolgt von BayernLB mit 273 Millionen Euro und der Deutschen Bank mit 244 Millionen Euro.

Daneben ordnen Analysten der Commerzbank die konjunkturelle Lage in China ein und erwarten eine anhaltende wirtschaftliche Stagnation der Volksrepublik. Als Ursachen nennen sie die Immobilienkrise, einen schwachen Konsum, Deflationstendenzen und Handelskonflikte – mit erwarteten Ausstrahleffekten auf die globalen Märkte.

Kurs nahe am Jahreshoch

An der Börse spiegelt sich die angespannte, aber nicht eskalierende Gemengelage in einem robusten Kursverlauf wider. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 38,57 Euro und legt damit im Tagesvergleich um 0,57 Prozent zu, nach einem Schlusskurs von 38,35 Euro am Vortag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 1,23 Prozent zu Buche, auf Monatssicht sind es 6,66 Prozent. Seit Jahresbeginn hat der Titel 5,64 Prozent gewonnen, binnen zwölf Monaten summiert sich der Anstieg auf 33,92 Prozent.

Damit bewegt sich die Aktie nur 0,72 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, das am 19. Juni 2026 markiert wurde. Zum 52-Wochen-Tief von 28,08 Euro aus dem Juli 2025 beträgt der Abstand bereits 37,36 Prozent. Der Kurs liegt zudem deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten: 4,15 Prozent über der 50-Tage-Linie bei 37,03 Euro und 11,87 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 34,48 Euro. Der Relative-Stärke-Index von 60 signalisiert eine intakte, aber nicht überhitzte Aufwärtsdynamik, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität bei 21,71 Prozent liegt. Die Marktkapitalisierung beläuft sich derzeit auf 42,37 Milliarden Euro.

Die Gemengelage aus fortschreitender UniCredit-Beteiligung, politischem Widerstand aus Berlin und einem laufenden Rechtsstreit um das Linde-Geschäft lässt die Commerzbank-Aktie damit trotz erhöhter Unsicherheit nahe ihrem Jahreshoch verharren.

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KGV 17,81
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,90 %
Marktkapitalisierung 42,37 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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