Super Micro Computer: Oracle-Stornierung kostet $1,4 Mrd.
Super Micro verzeichnet starkes KI-Wachstum, kämpft aber mit Auftragsverlusten, einer Compliance-Krise und Sammelklagen.

Kurz zusammengefasst
- Auftragsverlust durch Oracle gemeldet
- Alte GPU-Bestände belasten operativ
- Sammelklagen wegen Exportverstößen
- Umsatzwachstum bei sinkenden Margen
Innerhalb von 48 Stunden erlebten Super-Micro-Aktionäre beides: einen der schärfsten Tageseinbrüche des Jahres und eine kräftige Erholung. Diese Woche bündelt das Kernproblem des Unternehmens — enormes Wachstum im KI-Servergeschäft, gepaart mit einer Compliance-Krise, die immer größere Kreise zieht.
Oracle-Verlust löst Donnerstag-Absturz aus
Den Auftakt machte ein Bericht des Analysehauses BlueFin Research. Die Firma schrieb, Oracle habe einen bedeutenden Auftrag bei Super Micro storniert — konkret 300 bis 400 Server-Racks, jedes mit rund 3,5 Millionen Dollar bewertet. Unterm Strich ein Vertragsvolumen von bis zu 1,4 Milliarden Dollar, das abhandengekommen ist. Die Aktie brach im vorbörslichen Handel um mehr als zehn Prozent ein, schloss am Donnerstag mit einem Minus von 8,3 Prozent.
Besonders heikel: Super Micro verweigerte jeden Kommentar zu dem Bericht. Das verstärkte die Nervosität unter Investoren, die ohnehin schon die Compliance-Risiken im Blick haben. BlueFin deutete explizit an, dass Oracle die Entscheidung mit den laufenden Rechtsstreitigkeiten des Unternehmens verknüpft haben könnte.
Inventory-Problem verschärft die Lage
BlueFin identifizierte noch ein weiteres operatives Problem. Super Micro sitzt auf erheblichen Beständen älterer Nvidia-B200-GPUs, die ursprünglich für xAI-Server vorgesehen waren. Als xAI die Nachfrage auf das neuere GB200-NVL72-Format verlagerte, gingen die entsprechenden Rack-Aufträge an Dell und Hewlett Packard Enterprise. Super Micro erhielt zwar später GB300-NVL72-Aufträge von xAI, kann die B200-Bestände aber nicht abbauen. Laut Branchenquellen soll der taiwanesische Hersteller Wiwynn einen Teil des Oracle-Geschäfts übernommen haben.
DOJ-Anklage und Sammelklagen
Der juristische Druck wächst. Mehrere Anwaltskanzleien haben Sammelklagen eingereicht und werfen Super Micro vor, Serververkäufe verschwiegen zu haben, die gegen US-Exportkontrollgesetze verstießen. Im Zentrum steht ein mutmaßliches Schema, über das zwischen 2024 und 2025 Nvidia-GPU-Server im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar an chinesische Abnehmer umgeleitet worden sein sollen. Das US-Justizministerium hatte im März eine entsprechende Anklageschrift gegen drei mit Super Micro assoziierte Personen entsiegelt. Geschädigte Anleger haben bis zum 26. Mai 2026 Zeit, sich als Hauptkläger zu registrieren.
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Starkes Wachstum, dünne Margen
Fundamental läuft das Geschäft. Im zweiten Quartal des Fiskaljahres 2026 erzielte Super Micro einen Umsatz von 12,68 Milliarden Dollar — 23 Prozent über den Erwartungen. Das Management peilt für das Gesamtjahr mindestens 40 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von rund 82 Prozent entspräche. Allerdings schrumpfte die Bruttomarge auf rund 6 Prozent, verglichen mit 12 Prozent im Vorjahreszeitraum. Wachstum auf Kosten der Profitabilität — das ist die Schwachstelle, die Skeptiker betonen.
Der Freitag gehörte den Käufern. Intels starke Q1-Zahlen lösten eine breite Erholungsrally im KI-Infrastruktursektor aus, Super Micro stieg knapp 8 Prozent und schloss bei 28,89 Dollar. Gemessen am 52-Wochen-Hoch von 60,71 Dollar liegt der Kurs damit noch immer mehr als 50 Prozent im Minus.
Am 5. Mai 2026 legt Super Micro die Zahlen für das dritte Fiskalquartal vor. Entscheidend wird sein, ob das Management das Jahresziel von mindestens 40 Milliarden Dollar bekräftigt — und ob es sich erstmals zu den Oracle-Berichten äußert.
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