SpaceX Aktie: 13. Testflug am 23. Juli
Der fehlgeschlagene Starship-Start ließ den Börsenwert von SpaceX um rund 100 Milliarden Dollar sinken.

Kurz zusammengefasst
- Startabbruch durch Triebwerksproblem
- Marktwertverlust von 100 Milliarden Dollar
- Analysten uneins über Kursziele
- Erste Quartalszahlen Anfang August
SpaceX kämpft mit den Nachwehen eines abgebrochenen Raketenstarts – und mit der Frage, wie viel das Unternehmen als frisch notierter Börsenkonzern eigentlich wert ist. Nach dem gescheiterten Startversuch der Großrakete Starship am 16. Juli soll der 13. Testflug nun am 23. Juli erfolgen. Elon Musk selbst sorgte für Verwirrung, indem er zunächst Freitag, dann Samstag als Termin nannte, während das Unternehmen offiziell an Donnerstag festhält.
Abbruch kostete rund 100 Milliarden Dollar Marktwert
Ausgelöst wurde der Startabbruch durch ein Zündproblem am Raptor-3-Triebwerk des Super-Heavy-Boosters. Von 33 Triebwerken zündeten rund 29, bevor die Automatik den Start stoppte. SpaceX tauscht mindestens zwei Triebwerke aus und hat das Antriebssystem nach eigenen Angaben modifiziert. Der Vorfall löschte nach Reuters-Berichten binnen kurzer Zeit etwa 100 Milliarden US-Dollar Marktwert. Die Aktie SPCX fiel im Zuge dessen unter ihren Ausgabepreis von 135 US-Dollar und rutschte zeitweise unter die Marke von 125 Dollar, nahe ihres damaligen 52-Wochen-Tiefs.
Der 13. Testflug ist der zweite Einsatz der überarbeiteten Starship-Version V3. An Bord befinden sich 20 Starlink-Satelliten, die auf suborbitaler Flugbahn ausgesetzt werden und anschließend beim Wiedereintritt verglühen sollen – ein Test für das Andocksystem und die Laserverbindungen der Satelliten, nicht für einen echten Netzausbau. Ziel bleibt laut Unternehmensangaben der erste orbitale Starlink-Start noch in diesem Jahr. Auf der Prognoseplattform Polymarket kletterte die Wahrscheinlichkeit für einen Start am 23. Juli nach der Ankündigung auf 55 Prozent, für einen Start bis Monatsende auf 89 Prozent, bei einem Wetteinsatz von mehr als 440.000 Dollar.
Analysten uneins über die Bewertung
Die Kursziele der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen. Morgan-Stanley-Analyst Adam Jonas setzte ein Basis-Kursziel von 300 US-Dollar an und begründet dies mit einem erwarteten Umsatzsprung von 18,7 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 319 Milliarden Dollar bis 2030 und 3,3 Billionen Dollar bis 2040 – getrieben vor allem durch KI-Anwendungen rund um Starlink und die geplante Satellitenkonstellation Starmind. Sein Bull Case liegt bei 600 Dollar, sein Bear Case bei lediglich 75 Dollar. Evercore ISI stuft die Aktie mit einem Kursziel von 230 US-Dollar auf „Outperform“ ein.
Kritischer äußert sich der Investor Gary Black, laut Benzinga zitiert: Die Aktie sei seit ihrem Rekordhoch von 225,64 Dollar um 45 Prozent gefallen, und ein Kurs-Umsatz-Vielfaches von 40 ohne Gewinnausweis habe in der Marktgeschichte keinen Präzedenzfall bei einem Billionen-Dollar-Unternehmen. Er verweist zum Vergleich auf Nvidia, das historisch mit dem 10- bis 25-Fachen des Umsatzes gehandelt worden sei. Der bevorstehende Ablauf der IPO-Lock-up-Frist im August dürfte laut den Berichten zusätzlichen Verkaufsdruck erzeugen.
Erste Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Nach dem Börsengang im Juni steht Anfang August die erste Quartalsbilanz von SpaceX als öffentlich gehandeltes Unternehmen an. Analystenschätzungen reichen laut Motley Fool von 5,3 bis 8,1 Milliarden Dollar Umsatz, bei einem erwarteten Nettoverlust zwischen 0,12 und 0,42 Dollar je Aktie. Das Unternehmen hatte 2025 nach eigenen S-1-Unterlagen einen Umsatz von rund 19 Milliarden Dollar bei einem Verlust von 5 Milliarden Dollar ausgewiesen, während das Starlink-Geschäft für sich genommen profitabel bleibt.
Der aktuelle Kurs von 110,16 Euro liegt nur wenige Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro, das erst kürzlich markiert wurde, während der Titel binnen 30 Tagen knapp 30 Prozent verloren hat. Mit einem RSI von 36 gilt die Aktie technisch als angeschlagen, aber noch nicht extrem überverkauft. Ob der anstehende Starship-Start und die erste Quartalsbilanz für eine Stabilisierung sorgen, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen – die Spanne der Erwartungen zwischen Morgan Stanleys Wachstumsszenario und Gary Blacks Warnung vor überzogenen Bewertungen zeigt, wie unterschiedlich die Börse den Raumfahrtkonzern derzeit einschätzt.
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