DAX: Rekordmarke rückt näher
Der DAX steigt deutlich und nähert sich dem Rekordhoch, angetrieben von SAP und fallenden Ölpreisen nach US-Iran-Entspannung.

Kurz zusammengefasst
- DAX steigt um 1,7 Prozent
- SAP treibt Index mit starkem Cloud-Geschäft
- Ölpreis fällt unter 90 Dollar
- Ifo-Geschäftsklima übertrifft Erwartungen
Ein Wochenstart nach Maß: Der DAX klettert am Montag um rund 1,7 Prozent auf etwa 25.520 Punkte und nähert sich damit wieder seinem vor drei Wochen aufgestellten Rekordhoch bei 25.900 Zählern. Der Auslöser liegt nicht in Frankfurt, sondern am Persischen Golf – und das dürfte den entscheidenden Unterschied zur Vorwoche machen.
Die USA haben ihre Angriffe auf den Iran nach 13 Nächten in Folge vorerst eingestellt, auch Teheran deutete eine Zurückhaltung an. Die Ölpreise reagierten prompt: Brent fiel auf knapp unter 90 Dollar, nachdem das Barrel in der Vorwoche noch über 100 Dollar gekostet hatte. Sinkende Energiepreise nehmen Druck von den Inflationssorgen – ein Umstand, der auch die Anleiherenditen fallen ließ.
Verstärkt wurde die gute Stimmung durch das Ifo-Geschäftsklima, das im Juli auf 86,6 Punkte stieg und damit die Erwartungen von 85,7 Punkten übertraf. Es ist bereits die dritte Verbesserung in Folge. Ökonomen werten das als Signal, dass die jüngsten Reformbeschlüsse der Bundesregierung den Unternehmen Zuversicht geben – auch wenn die aktuelle Lagebeurteilung sich leicht eintrübte.
SAP zieht den Index, Öl-Profiteure ziehen nach
Die eigentliche Kursdynamik im DAX kommt aber von einem einzelnen Namen: SAP legt zum Wochenauftakt um weitere fast 6 Prozent zu und setzt damit die Rally aus der Vorwoche fort, in der die Aktie bereits über 9 Prozent gewonnen hatte. Grund ist ein überraschend robustes Cloud-Geschäft – der Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 26 Prozent im zweiten Quartal. Der Software-Sektor zieht breit mit: Atoss Software springt im SDAX um fast 10 Prozent, auch Adesso, Nemetschek und TeamViewer gehören zu den Gewinnern.
Vom fallenden Ölpreis profitieren zudem die Reise- und Luftfahrtwerte. Lufthansa, TUI und Fraport verteuern sich um bis zu mehr als 3 Prozent. Auf der Verliererseite steht Fuchs: Berenberg strich die Kaufempfehlung für den Schmierstoffhersteller, die Aktie verlor am MDAX-Ende 2,5 Prozent.
Berichtssaison nimmt Fahrt auf
Baukonzern Hochtief legte bereits am Montag Zahlen vor und hob die Prognose für den operativen Konzerngewinn 2026 an – die Aktie reagierte nach anfänglicher Zurückhaltung moderat positiv. Damit ist der Auftakt einer Woche gemacht, die es in sich hat: Ab Dienstag nimmt die Berichtssaison richtig Fahrt auf, zur Wochenmitte stehen die Zinsentscheidungen der US-Notenbank und am Donnerstag der Bank of England an. Parallel legen mit Apple, Microsoft, Amazon und Meta die großen US-Techkonzerne ihre Quartalszahlen vor – Ereignisse, die der aktuellen Rekordannäherung des DAX in den kommenden Tagen eine Richtung geben dürften.
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