BioNTech Aktie: UBS erhöht Kursziel auf 135 Dollar
BioNTech plant 2026 die Zulassung für ein Krebsmedikament bei der FDA. Die US-Bank UBS sieht eine 80-prozentige Erfolgschance und hat die Aktie hochgestuft.

Kurz zusammengefasst
- Erste BLA-Einreichung für Krebsmittel geplant
- UBS erhöht Kursziel auf 135 US-Dollar
- Erfolgswahrscheinlichkeit auf 80 Prozent gestiegen
- Sieben Datenpakete in zweiter Jahreshälfte erwartet
BioNTech steht vor dem wichtigsten regulatorischen Moment seit der COVID-Ära. Erstmals plant das Mainzer Unternehmen eine Biologics License Application bei der US-Arzneimittelbehörde FDA — für ein Krebsmedikament. Wall Street reagiert: UBS hat die Aktie auf „Kaufen“ hochgestuft.
Antikörper-Wirkstoff-Konjugat auf dem Weg zur FDA
Gemeinsam mit Partner DualityBio will BioNTech 2026 die Zulassung für Trastuzumab Pamirtecan (BNT323) beantragen. Das Mittel zielt auf fortgeschrittenen Gebärmutterkrebs mit HER2-Expression. Die FDA hat dem Kandidaten bereits Fast Track und Breakthrough Therapy zuerkannt — beides beschleunigt den Prüfprozess erheblich.
Die Datenbasis ist solide. In einer Phase-2-Studie mit 145 Patienten zeigte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat eine bestätigte Ansprechrate von 47,9 Prozent. Bei Patienten mit der höchsten HER2-Expression kletterte dieser Wert auf 73,1 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 8,1 Monaten. Parallel läuft die globale Phase-3-Studie Fern-EC-01, die BNT323 direkt gegen Chemotherapie vergleicht.
UBS sieht 80-Prozent-Chance auf Zulassung
UBS-Analyst David Dai hat BioNTech von „Neutral“ auf „Kaufen“ angehoben und das Kursziel von 117 auf 135 US-Dollar erhöht. Im Mittelpunkt steht pumitamig (BNT327), ein bispezifischer PD-L1/VEGF-Antikörper, den Dai als „glaubwürdigen Best-in-Class-Kandidaten“ in seiner Wirkstoffklasse bezeichnet.
Für BNT323 hebt UBS die Erfolgswahrscheinlichkeit auf 80 Prozent — zuvor waren es 65 Prozent. Das risikogewichtete Umsatzpotenzial bis 2031 schätzt die Bank auf 130 Millionen US-Dollar. Den Gesamtumsatz für 2026 prognostiziert UBS auf 2,10 Milliarden Euro, nach 2,87 Milliarden Euro im Vorjahr. Bis 2030 soll der Umsatz auf 4,44 Milliarden Euro steigen — mit einer Rückkehr in die Gewinnzone bei 398 Millionen Euro Nettoergebnis.
Citi bezeichnet BioNTech als „differenzierten Akteur unter traditionellen Impfstoffnamen“, der sich konsequent in ein kommerzielles Onkologieunternehmen verwandle.
Pipeline wächst, Verluste auch
Die Pipeline expandiert schnell. BioNTech hat die Zahl laufender Phase-2- und Phase-3-Studien in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt — auf über 25 aktive Studien. Bis Jahresende sollen sechs weitere Phase-3-Studien starten, insgesamt dann 15. Sieben spätklinische Datenpakete erwartet das Unternehmen allein in der zweiten Jahreshälfte 2026.
Beim ASCO-Kongress präsentierte BioNTech neue Daten für pumitamig und gotistobart. Pumitamig zeigte Antitumoraktivität in der Erstlinientherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Gotistobart lieferte dauerhaftes Gesamtüberleben bei platinresistentem Eierstockkrebs.
Die Transformation kostet. Im ersten Quartal 2026 verbuchte BioNTech einen Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro bei einem Umsatz von nur 118,1 Millionen Euro. Forschungsausgaben von 557 Millionen Euro spiegeln das aggressive Investitionstempo wider. Die Jahresumsatzprognose von 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro hat das Management bestätigt. Außerdem plant BioNTech ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu einer Milliarde US-Dollar — bis zu 24,9 Millionen Aktien bis Mai 2027.
Aktie mit Abstand zum Jahreshoch
Die Aktie notiert bei 78,45 Euro und hat in den vergangenen sieben Handelstagen knapp sechs Prozent zugelegt. Vom Jahreshoch bei 105,80 Euro aus dem Januar trennen den Kurs noch rund 26 Prozent. Das Jahrestief bei 68,35 Euro aus dem März hält — der Kurs liegt gut 14 Prozent darüber.
Sieben Datenpakete in der zweiten Jahreshälfte und eine bevorstehende FDA-Einreichung: Das sind die konkreten Prüfsteine, an denen BioNTechs Onkologie-Transformation in den nächsten Monaten gemessen wird.
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