Salesforce Aktie: KI-Ängste drücken

Die Salesforce-Aktie verliert 2026 über 20 Prozent, da Hedgefonds auf fallende Kurse setzen. Der Grund ist die Sorge, KI-Tools könnten klassische CRM-Software ersetzen. Der Quartalsbericht Ende Februar wird zum entscheidenden Test.

Kurz zusammengefasst:
  • Massiver Verlust von über 20 Prozent seit Jahresbeginn
  • Hedgefonds verdienen Milliarden mit Software-Short-Positionen
  • KI-Entwicklung von Anthropic verstärkt die Marktängste
  • Quartalszahlen Ende Februar als Lackmustest für die KI-Strategie

Die Salesforce-Aktie steht unter massivem Druck. Der CRM-Anbieter verliert 2026 bereits mehr als 20 Prozent – und ist damit Teil eines dramatischen Ausverkaufs im Software-Sektor. Hedgefonds setzen massiv auf fallende Kurse, angetrieben von einer zentralen Sorge: Könnte künstliche Intelligenz traditionelle Software-Geschäftsmodelle obsolet machen?

Hedgefonds verdienen Milliarden mit Leerverkäufen

Laut Daten von S3 Partners haben Hedgefonds 2026 bereits 24 Milliarden Dollar mit Short-Positionen auf Software-Aktien verdient. Die Marktkapitalisierung der Branche schrumpfte um eine Billion Dollar. Der iShares Expanded Tech-Software ETF verlor allein in einer Woche 8 Prozent, seit Jahresbeginn summieren sich die Verluste auf über 21 Prozent.

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„Hedgefonds sind derzeit netto short im Software-Sektor“, konstatiert Gil Luria, Analyst bei DA Davidson. Salesforce gehört zu den am härtesten getroffenen Namen unter den großen Anbietern.

Anthropic verschärft die Lage

Den Ausverkauf beschleunigte eine Ankündigung von Anthropic Anfang Februar 2026. Das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude stellte neue Funktionen für sein Produktivitäts-Tool Claude Cowork vor – darunter Module für Recht, Finanzen und Produktmarketing. Die Plugins wurden als Open Source veröffentlicht.

Die Entwicklung verstärkt die Befürchtung, KI-Tools könnten klassische Unternehmenssoftware wie CRM-Plattformen ersetzen. Der WisdomTree Cloud Computing Fund brach 2026 um rund 20 Prozent ein.

Was die Q3-Zahlen zeigten

Salesforce hatte im Dezember 2025 solide Quartalszahlen vorgelegt:

  • Umsatz: 10,26 Milliarden Dollar, plus 9 Prozent
  • Agentforce-ARR: 540 Millionen Dollar, plus 330 Prozent
  • Operative Marge (non-GAAP): 35,5 Prozent

Das KI-Produkt Agentforce verzeichnete über 9.500 bezahlte Deals. CEO Marc Benioff bezeichnete es als „das am schnellsten wachsende Produkt in der Geschichte von Salesforce“. Sein zentrales Argument: Salesforce kontrolliert die Kundendaten – ein entscheidender Vorteil gegenüber reinen KI-Tools.

Eine aktuelle Studie des Unternehmens zeigt: 96 Prozent der IT-Verantwortlichen sehen Integration als Schlüssel für erfolgreiche KI-Agenten. Unternehmen nutzen derzeit durchschnittlich 12 KI-Agenten, die Zahl soll binnen zwei Jahren um 67 Prozent steigen.

Entscheidender Test am 25. Februar

Am 25. Februar 2026 legt Salesforce die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor. Anleger erwarten konkrete Belege, dass die KI-Strategie aufgeht und Agentforce weiter an Zugkraft gewinnt. Bei einer Marktkapitalisierung von rund 187 Milliarden Dollar und anhaltend hohen Short-Positionen wird die Präsentation zum Lackmustest: Kann Salesforce beweisen, dass sein Geschäftsmodell die KI-Disruption nicht fürchten muss?

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