Applovin Aktie: Jefferies senkt Kursziel
Jefferies reduziert Umsatz- und EBITDA-Ausblick für 2027; Klagen und ein ungelöster Rechtsstreit belasten Applovin zusätzlich.

Kurz zusammengefasst
- Kursziel auf 375 Dollar gesenkt
- Umsatzprognose 2027 auf 10,1 Milliarden Dollar
- EBITDA-Ausblick um sieben Prozent reduziert
- Aktie seit Jahresbeginn 58 Prozent im Minus
Analyst dämpft Erwartungen für 2027
Am Mittwoch hat das Analysehaus Jefferies seine Einschätzung für Applovin überarbeitet. Zwar hält Analyst James Heaney an seiner Kaufempfehlung für die Aktie fest, doch strich er seine Erwartungen spürbar zusammen.
Heaney kappte das Kursziel auf 375 $ nach zuvor 550 $. Zudem senkte Jefferies die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 10,1 Mrd. $.
Mit diesem Schritt trägt das Haus den veränderten Marktbedingungen und einer vorsichtigeren Einschätzung des langfristigen Wachstums Rechnung. Für Anleger kommt die Neubewertung zu einem heiklen Zeitpunkt, da der Titel an den Börsen ohnehin unter anhaltendem Verkaufsdruck leidet.
Auch bei der Profitabilität setzte der Analyst den Rotstift an. Die Prognose für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) im Jahr 2027 reduzierte Jefferies um 7 % auf 8,4 Mrd. $.
Marktbeobachter werten diese Korrektur als Hinweis darauf, dass das Expansionstempo künftig moderater ausfallen könnte.
Zwischenbericht und rechtliche Konflikte
Vor den langfristigen Prognosen rückt zunächst das abgelaufene Jahresviertel in den Fokus. Applovin kündigte an, die Ergebnisse für das dritte Quartal am 4. November nach US-Börsenschluss vorzulegen. Für das Unternehmen bietet der Termin eine Gelegenheit, die operative Verfassung nach den jüngsten Turbulenzen darzulegen.
Parallel dazu steht der Konzern an mehreren Fronten juristisch unter Druck. Der Bezirk San Diego hat eine Klage gegen Applovin eingereicht. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, mit seiner Werbetechnologie Kindersicherungen umgangen zu haben, um unpassende Werbung in Spielen für Kinder anzuzeigen.
Zudem seien sensible Informationen von Geräten Minderjähriger erfasst worden. San Diego verlangt vor Gericht Unterlassung, Rückerstattung sowie Zivilstrafen.
Zusätzliche Belastung bringt ein Verfahren gegen Unity Technologies mit sich. Ein Richter am San Francisco Superior Court lehnte vor gut einer Woche einen Antrag von Applovin auf Erlass einer einstweiligen Verfügung ab. Die Entscheidung betraf das Werbewerkzeug Ad Quality SDK von Unity. Der Beschluss regelte lediglich den vorläufigen Rechtsschutz, während der eigentliche Rechtsstreit in der Sache weiterhin ungelöst bleibt.
Hoher Druck auf die Notierung
Die Kombination aus gesenkten Gewinnerwartungen und juristischen Auseinandersetzungen hinterlässt deutliche Spuren. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 58 %. Gestern beendete das Papier den Handel bei 249,80 €.
Ob sich die Notierung stabilisieren kann, hängt maßgeblich von den Geschäftszahlen ab. Bis zur Veröffentlichung dürften die Marktteilnehmer vor allem die rechtlichen Entwicklungen aufmerksam verfolgen.
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