Kioxia Aktie: 229 Millionen Dollar Patentstrafe

Kioxia verzeichnet Rekordumsatz, startet milliardenschweren Aktienrückkauf und plant einen Split. Ein US-Patenturteil belastet die Stimmung.

Andreas Sommer ·
Kioxia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Milliardenschwerer Aktienrückkauf gestartet
  • Rekordumsatz im ersten Quartal
  • US-Patentniederlage gegen Viasat
  • Neue 3D-Flashspeicher-Technologie präsentiert

Kioxia-Aktionäre erleben derzeit eine Achterbahnfahrt. Nach einem Kursrutsch von rund 65 Prozent zwischen Ende Juni und Ende Juli hatte das Papier Ende Juli mit einer Rückkauf- und Split-Ankündigung kräftig gedreht. Am Mittwoch ging es dann wieder deutlich abwärts: Die Aktie schloss bei 292,10 Euro, ein Tagesminus von 5,47 Prozent. Auf Sicht von sieben Tagen steht dennoch ein Plus von 8,59 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 412,46 Prozent verändert. Die Gemengelage aus Rekordzahlen, einem verlorenen US-Patentprozess und milliardenschweren Kapitalmaßnahmen sorgt für entsprechend hohe Nervosität im Handel.

Patentniederlage und milliardenschwerer Rückkauf

Ein US-Bezirksgericht im Western District of Texas verurteilte Kioxia Corporation und Kioxia America am 3. August dazu, 229.025.021 US-Dollar Schadenersatz an Viasat Inc. zu zahlen. Grund war eine Verletzung von Anspruch 16 des sogenannten ‚700-Patents. Kioxia erklärte, den Verlust bereits im ersten Quartal verbucht zu haben, und kündigte an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Zeitgleich trat am 3. August das bereits angekündigte Aktienrückkaufprogramm offiziell in Kraft. Kioxia will bis zu 30 Millionen eigene Aktien zurückkaufen, das entspricht 5,5 Prozent der ausstehenden Anteile, mit einem Volumen von 800 Milliarden Yen, umgerechnet rund 5,11 Milliarden US-Dollar. Das Programm läuft bis zum 30. Oktober 2026. Ergänzend hatte der Vorstand Ende Juli einen Aktiensplit im Verhältnis drei zu eins beschlossen. Ab dem 29. September werden die Aktien an der Tokioter Börse bereits auf Split-adjustierter Basis gehandelt, wirksam wird die Maßnahme selbst zum 1. Oktober.

Rekordumsatz trifft auf enttäuschenden Ausblick

Die Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026, das die Monate April bis Juni umfasst, liefern den fundamentalen Hintergrund für die Kapitalmaßnahmen. Kioxia meldete am 31. Juli einen Umsatz von 1,77 Billionen Yen, ein Plus von 415,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, sowie einen Nettogewinn von 842,1 Milliarden Yen. Getrübt wurde die Freude über diese Sprünge allerdings durch den Ausblick: Die Prognose für das operative Ergebnis im zweiten Quartal von 1,89 Billionen Yen blieb hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Morningstar bestätigte am 4. August seinen fairen Wert von 65.000 Yen für die Aktie und merkte an, dass der Quartalsumsatz die eigene Prognose um 7 Prozent verfehlt habe. Die Investitionsdisziplin des Unternehmens bewerteten die Analysten trotz der Abweichung weiterhin positiv. Bernstein-Analyst Stacy Rasgon hatte Ende Juli an seiner „Sell“-Einstufung mit einem Kursziel von 40.000 Yen festgehalten – deutlich unter dem, was Nomura noch Mitte Juli signalisiert hatte, als das Haus sein Kursziel von 115.000 auf 126.000 Yen anhob und eine „Buy“-Empfehlung aussprach. Diese Einschätzung datiert allerdings vor dem jüngsten Kurseinbruch und der Patententscheidung und spiegelt damit nicht mehr die aktuelle Lage.

Neue Technik und Fusionsfantasie als Kurstreiber

Parallel zu den finanziellen Nachrichten treibt Kioxia die Produktentwicklung voran. Am 5. August präsentierten Kioxia und SanDisk, eine Tochtergesellschaft von Western Digital, eine neue 3D-Flashspeicher-Technologie, die für QLC-NAND die nach Unternehmensangaben höchste Bitdichte der Branche erreicht. Sie basiert auf einem CMOS-Wafer-Bonding-Verfahren. Einen Tag zuvor hatte Kioxia die GP1-Serie vorgestellt, PCIe-6.0-NVMe-SSDs, die für den direkten GPU-Zugriff in KI-Infrastrukturen optimiert sind. Bewertungsmuster sollen laut Unternehmen bis Ende 2026 verfügbar sein.

Für zusätzliche Spekulation sorgen Medienberichte, wonach Western Digital die Fusionsgespräche mit Kioxia wiederbelebt habe. Ziel wäre die Zusammenlegung der Flash-Speicher-Geschäfte beider Unternehmen, um im Wettbewerb mit Samsung und SK Hynix besser bestehen zu können. Eine offizielle Bestätigung beider Seiten steht noch aus.

Mit einer annualisierten 30-Tage-Volatilität von 185,73 Prozent bleibt die Aktie ein Papier für risikobereite Anleger. Der Rückkauf, der Split und die Technologie-Ankündigungen liefern positive Impulse, während die Patentzahlung und der verhaltene Ausblick für Gegenwind sorgen.

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Kioxia Aktie

295,60 EUR

– 13,40 EUR -4,34 %
KGV 53,65
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 160,31 Mrd. EUR
ISIN: JP3236330001 WKN: A2QB8W

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