Coinbase steht plötzlich im Zentrum eines politischen Schlagabtauschs in Washington – und das könnte für das Unternehmen mehr bedeuten als nur einen guten Börsentag. Denn hinter der jüngsten Aufmerksamkeit steckt ein handfester Streit darüber, was Krypto-Plattformen künftig dürfen und Banken bislang verhindern wollten. Kann aus der Symbolik am Ende echte Regulierungssicherheit werden?
Trump stellt sich auf Coinbase-Seite
Auslöser der Dynamik war ein Treffen von US-Präsident Donald Trump mit CEO Brian Armstrong. Anschließend stellte Trump sich öffentlich hinter Coinbase – konkret in einer Lobby-Auseinandersetzung rund um ein wichtiges Krypto-Gesetz.
Im Kern geht es um die Frage, ob Krypto-Firmen Stablecoin-Haltern Erträge anbieten dürfen, die Zinsen ähneln. Genau das wird von traditionellen Banken seit Längerem bekämpft. Trumps Positionierung ist deshalb mehr als nur PR: Sie signalisiert politischen Rückenwind in einer Debatte, die direkt in das Geschäftsmodell von Krypto-Anbietern hineinreicht.
Schwieriges Jahr, hohe Ausschläge
Die politische Unterstützung trifft auf ein ohnehin nervöses Umfeld. Coinbase hatte zuletzt mit einem Ergebnisrückschlag zu kämpfen: Statt des von Analysten erwarteten Gewinns meldete das Unternehmen im jüngsten Quartal einen Verlust je Aktie von 2,49 US-Dollar. Als Hauptgrund wurden niedrigere Handelsvolumina genannt – in einer Phase, in der digitale Assets insgesamt unter Druck standen.
Auch auf der Umsatzseite blieb Coinbase unter den Markterwartungen: 1,78 Mrd. US-Dollar lagen unter den geschätzten 1,86 Mrd. US-Dollar, zudem sank der Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 21,6%. Das erklärt, warum Anleger bei Coinbase schnell zwischen Euphorie und Skepsis umschalten.
Passend dazu: Am Freitag schloss die Aktie bei 169,90 Euro (-4,17%). Gleichzeitig steht auf 7-Tage-Sicht ein Plus von 14,12% – ein Hinweis darauf, wie abrupt die Richtung wechseln kann.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Coinbase?
Vom Krypto-Broker zur „Everything Exchange“
Parallel zur politischen Story treibt Coinbase den Umbau voran. Erst vor wenigen Tagen kündigte das Unternehmen an, in den USA für alle Nutzer den Handel mit US-Aktien und ETFs freizuschalten – inklusive provisionsfreiem Handel und Teilaktien. Dazu kommt eine Kooperation mit Yahoo Finance, die den Schritt vom Research zum Trade vereinfachen soll.
Strategisch ist das ein klarer Versuch, weniger abhängig vom Krypto-Spothandel zu sein. Genau dort liegt das zentrale Risiko: Coinbase verdient einen großen Teil über Transaktionen – sinkende Volumina treffen also direkt. Zusätzlich wird im Text als weiterer Belastungsfaktor genannt, dass das USDC-Angebot zuletzt von knapp 80 Mrd. auf 75 Mrd. US-Dollar gefallen ist. Das ist relevant, weil Coinbase auch über USDC-Bestände Erträge erzielt, indem diese in kurzfristige Staatsanleihen investiert werden.
Regulierung, CLARITY Act und institutionelles Gewicht
Am 3. März skizzierte CFO Alesia Haas auf der Morgan-Stanley-Konferenz die Stoßrichtung: Coinbase will in allen Marktphasen EBITDA-positiv arbeiten und drängt auf mehr regulatorische Klarheit, unter anderem rund um den CLARITY Act und Tokenisierung.
Zusätzlichen Rückenwind brachte ein institutioneller Baustein: Morgan Stanley will bei seinem geplanten „Morgan Stanley Bitcoin Trust“ die Verwahrung unter anderem über Coinbase Custody und BNY Mellon abwickeln. Das Produkt ist allerdings noch nicht von der US-Börsenaufsicht SEC zum Handel zugelassen.
Zum Wochenausklang am 7. März 2026 steht damit ein klares Spannungsfeld: Washington wirkt krypto-freundlicher, während das operative Umfeld durch schwankende Handelsaktivität und unsichere Rahmenbedingungen angespannt bleibt. Entscheidend für die nächsten Wochen dürfte sein, ob aus dem politischen Rückenwind tatsächlich Fortschritte beim CLARITY Act werden – und ob Coinbase mit dem Ausbau Richtung Aktien, ETFs und weiteren Angeboten die Abhängigkeit vom reinen Krypto-Volumen spürbar senken kann.
Coinbase-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Coinbase-Analyse vom 7. März liefert die Antwort:
Die neusten Coinbase-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Coinbase-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Coinbase: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
