Almonty Aktie: 1,23 Milliarden CAD in der Kasse
Almonty Industries meldet 1,23 Mrd. CAD Kassenbestand und treibt parallel Projekte in Montana, Portugal und Südkorea voran. Die Wolfram-Nachfrage steigt durch Chinas Exportstopp.

Kurz zusammengefasst
- Kassenbestand steigt auf 1,23 Mrd. CAD
- Sangdong-Mine startet aktiven Verarbeitungsbetrieb
- Chinas APT-Exportstopp treibt Wolfram-Preise
- Aufnahme in Russell 1000 und 3000
Fast sieben Mal so viel Bargeld wie noch zu Jahresbeginn: Almonty Industries verfügt zum 30. Juni 2026 über eine Kassenposition von 1,23 Milliarden kanadischen Dollar. Zum Jahresstart waren es noch 268,4 Millionen. Das Kapital kommt aus einer Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar mit einem festen Zinssatz von 2,25 Prozent.
Mit diesem Polster verschiebt der Wolfram-Produzent seinen strategischen Fokus. Die Sangdong-Mine in Südkorea läuft seit dem 1. Juli 2026 im aktiven Verarbeitungsbetrieb. Jetzt rückt Nordamerika in den Mittelpunkt.
Montana wird zur nächsten Baustelle
Almonty treibt das Gentung-Projekt in Montana voran. Das Management sieht darin einen zentralen Baustein einer Expansion über mehrere Länder hinweg. Parallel dazu soll die Erweiterung der Panasqueira-Mine in Portugal vorankommen — nicht nacheinander, sondern gleichzeitig.
Das Unternehmen begründet dieses Tempo mit seiner Bilanz. Die frische Liquidität erlaubt es, beide Projekte ohne Kompromisse zu finanzieren.
Chinas Exportstopp verschärft die Lage
Der Zeitdruck hat einen konkreten Auslöser. Berichten von Mitte August 2026 zufolge sind Chinas Exporte von Ammoniumparawolframat (APT) nach Japan seit Jahresbeginn faktisch zum Erliegen gekommen. Westliche Industrie- und Rüstungskonzerne suchen händeringend nach Lieferquellen außerhalb Chinas.
Die Preise zeigen das Ausmaß der Knappheit deutlich. Der europäische APT-Durchschnittspreis lag im zweiten Quartal 2026 bei rund 3.075 US-Dollar je Metric Tonne Unit — im Vorjahresquartal waren es noch 453 US-Dollar. CEO Lewis Black brachte es am 16. August auf den Punkt: Nicht der Preis sei das Problem, sondern schlicht die Verfügbarkeit. Genau hier positioniert Almonty seine kommenden Volumen aus Montana und Südkorea als strategisches Faustpfand.
Aufnahme in Russell-Indizes bringt neue Investoren
Die finanzielle Aufwertung hat auch den Anlegerkreis verändert. Im Zuge der Russell-Indexumstellung 2026 rückte Almonty sowohl in den Russell 1000 als auch in den breiter gefassten Russell 3000 auf. Das Unternehmen erwartet dadurch mehr institutionelle Aufmerksamkeit und bessere Handelbarkeit der Aktie, die weiterhin an der Nasdaq unter dem Kürzel ALM und in Frankfurt als ALI1 notiert.
Am 11. August 2026 reichte Almonty zudem eine Shelf-Registrierung für die mögliche Ausgabe von Stammaktien im Volumen von rund 246,79 Millionen US-Dollar ein. Darin enthalten ist ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm. Das Management will damit die Interessen der Belegschaft an das langfristige Wachstum des Konzerns koppeln.
Zahlen spiegeln erst den Anfang wider
Der Umsatz im zweiten Quartal 2026 stieg um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar. Getrieben wurde das Wachstum vom laufenden Geschäft und den Rekordpreisen für Wolfram — der volle Beitrag der neu angelaufenen Sangdong-Mine fehlt in dieser Zahl noch komplett.
Phase I in Sangdong soll auf eine Erzverarbeitungskapazität von 640.000 Tonnen pro Jahr hochgefahren werden. Almonty denkt bereits über Phase II nach, die die Kapazität auf 1,2 Millionen Tonnen jährlich anheben könnte. Rückendeckung dafür liefert die erweiterte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders LLC, die ihr Kontraktvolumen kürzlich um 40 Prozent aufgestockt hat.
Die zweite Jahreshälfte 2026 wird zeigen, wie viel von der Sangdong-Produktion tatsächlich in den Zahlen ankommt. Bis dahin bleibt Almonty auf ein enges Zeitfenster angewiesen: Die chinesische Angebotslücke muss offen bleiben, damit Montana und Portugal wie geplant hochlaufen können.
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