Silber Preis: 40-Prozent-Absturz vom Januar-Hoch
Silberpreis unter 70 Dollar gefallen, Markt erwartet Zinssignale von Notenbankchef Warsh. Defizit und sinkende Energiekosten prägen die Lage.

Kurz zusammengefasst
- Sechstes Defizitjahr in Folge für Silber
- Solarbranche reduziert Silberverbrauch um 19 Prozent
- Friedensabkommen senkt Energiepreise und Inflation
- Fed-Zinsentscheidung könnte enge Handelsspanne sprengen
Der Silberpreis steckt in einer engen Spanne fest. Händler halten sich merklich zurück. Die Finanzmärkte warten auf die erste Zinssitzung unter dem neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh. Seine Signale zur Zinsentwicklung dürften die Edelmetallkurse massiv bewegen.
Defizit trifft auf Solar-Wandel
Ein fundamentales Problem stützt den Markt. Silber steuert auf das sechste Defizitjahr in Folge zu. Das Silver Institute prognostiziert für 2026 eine Unterversorgung von 46,3 Millionen Unzen. Die Industrie muss den Bedarf vermehrt aus Lagerbeständen decken.
Interessanterweise verändert sich die Nachfragestruktur spürbar. Die Solarbranche reduziert ihren Silberbedarf aktuell deutlich. Experten erwarten für dieses Jahr einen Rückgang im Photovoltaik-Sektor um rund 19 Prozent auf 151 Millionen Unzen. Chinesische Modulhersteller ersetzen das teure Edelmetall zunehmend durch Kupfer. Das Ziel: niedrigere Materialkosten.
Friedensabkommen dämpft Inflation
Parallel dazu verändert sich die makroökonomische Lage. Ein vorläufiges Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran senkt die Energiepreise. Das entlastet die US-Inflationserwartungen spürbar. Im Mai stiegen die Verbraucherpreise um 4,2 Prozent. Die Kerninflation lag bei 2,9 Prozent.
Silber reagiert als zinsloses Asset empfindlich auf Renditeänderungen bei Staatsanleihen. Marktteilnehmer blicken daher gespannt auf den sogenannten „Dot Plot“ der Fed. Diese Grafik zeigt die geplanten Zinsschritte bis Ende 2026. Wertet Warsh die sinkenden Energiepreise als Signal für eine Zinspause?
Historischer Absturz und aktuelle Marken
Hinter dem Edelmetall liegt eine extreme Achterbahnfahrt. Im Januar markierte Silber ein historisches Allzeithoch von über 121 US-Dollar je Feinunze. Seitdem befindet sich der Markt in einer harten Korrektur. Der aktuelle Kurs von knapp 70 US-Dollar bedeutet einen Einbruch um über 40 Prozent.
Technisch gesehen bietet die Marke von 68,50 US-Dollar momentan eine solide Unterstützung. Nach oben hin blockiert der Widerstand bei 71 US-Dollar schnelle Kursgewinne. Das stark komprimierte Handelsvolumen deutet auf einen baldigen Ausbruch hin. Sobald Kevin Warsh am Mittwochnachmittag vor die Presse tritt, dürfte diese enge Handelsspanne brechen.
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