Hensoldt Aktie: Auftragseingang verdoppelt auf 2,8 Milliarden

Hensoldt meldet Rekordauftragseingang und bestätigt Prognose. Analysten zeigen sich gespalten, während neue Großprojekte und ein Entwicklungszentrum für Wachstum sorgen.

Felix Baarz ·
Hensoldt Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rekordauftragseingang von 2,8 Milliarden Euro
  • Prognose für 2026 bleibt unverändert
  • Neuer Bundeswehr-Auftrag für Hensoldt
  • Analysten uneins über Aktienbewertung

Hensoldt hat im ersten Halbjahr 2026 ein Rekordergebnis vorgelegt und sammelt seither weiter Aufträge ein – doch an der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich. Am Montag notiert das Papier bei 90,30 Euro und gibt damit 0,40 Prozent nach, nachdem es am Freitag noch mit 90,66 Euro geschlossen hatte. Von seinem 52-Wochen-Hoch von 117,70 Euro, das der Titel am 6. Oktober 2025 erreichte, ist die Aktie inzwischen rund 23 Prozent entfernt.

Auftragseingang verdoppelt, Marge zieht an

Den Rahmen für die aktuelle Debatte liefern die Zahlen, die Hensoldt am 31. Juli veröffentlichte. Der Auftragseingang verdoppelte sich im Jahresvergleich auf über 2,8 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis kletterte auf 2,4. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf mehr als 1,1 Milliarden Euro zu, das bereinigte EBITDA stieg um 29 Prozent auf 137 Millionen Euro.

Die Marge weitete sich dabei um 0,5 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent aus. Der Auftragsbestand markierte mit über 10 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Hensoldt bekräftigte zugleich seine Jahresprognose 2026 mit einem erwarteten Umsatz von rund 2,7 Milliarden Euro, einer bereinigten EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent sowie einer Cash-Conversion von etwa 50 Prozent.

Im US-ADR-Handel reagierte die Aktie auf die Zahlen zunächst mit einem Rückgang von 3,31 Prozent auf 81,20 US-Dollar, da Anleger die starken operativen Ergebnisse gegen einen schwächeren Umsatzausblick für das zweite Halbjahr abwogen.

Vorstandschef Oliver Dörre stellte im Earnings-Call klar, dass der Stopp des F-126-Fregattenprogramms mit rund 130 Millionen Euro aus dem Auftragsbestand keinen materiellen finanziellen Effekt habe und die Guidance unverändert bleibe.

Beim U212CD-Programm bezifferte er die Chance auf rund 200 Millionen Euro, nachdem TKMS als bevorzugter Bieter ausgewählt wurde. Beim LUVUS-Programm rechnet Dörre mit einer für August erwarteten Ausschreibung, die den Auftrag am oberen Ende des Korridors auf ein Multi-Milliarden-Euro-Niveau heben könnte.

Neue Aufträge und Standortausbau

Nur wenige Tage nach den Quartalszahlen meldete Hensoldt am 4. August einen weiteren Auftrag: Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr betraute das Unternehmen mit der Ausstattung sogenannter Joint Fire Support Teams.

Hensoldt fungiert dabei als Hauptauftragnehmer – nicht nur für die Beschaffung der Ausrüstung, sondern auch für die komplette Integrationsarbeit und die Softwareentwicklung für die digital gestützte Nahluftunterstützung. Am selben Tag wurde bekannt, dass Hensoldt bei Stuttgart ein Entwicklungszentrum mit rund 300 Stellen aufbauen will.

Für das Projekt kooperiert das Unternehmen mit Bosch und mietet freie Flächen in einem leerstehenden Gebäude eines Bosch-Standorts in Leinfelden-Echterdingen an. Die Flächen sollen bis Ende des Jahres bezogen werden, bis Ende 2027 sollen laut einem Unternehmenssprecher rund 300 Stellen besetzt sein.

Analysten uneinig über weiteres Potenzial

Die jüngsten Analystenreaktionen zeichnen ein gespaltenes Bild. Christian Cohrs von Warburg Research erhöhte am Donnerstag sein Kursziel von 91 auf 94 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung.

Jefferies dagegen stufte die Aktie am Mittwoch von Buy auf Hold zurück, hob das Kursziel aber gleichzeitig von 94 auf 98 Euro an – ein Signal, dass die Bewertung nach der Kursrally aus Sicht der Analysten inzwischen ausgereizter wirkt, das Potenzial aber nicht ausgeschöpft ist.

Andere Häuser wie Bank of America und DZ Bank hatten zuvor an Kaufempfehlungen mit Kurszielen zwischen 90 und 92,50 Euro festgehalten und verwiesen auf die solide operative Umsetzung sowie die über den Erwartungen liegenden Ergebnisse.

Deutlicher Ausreißer bleibt Kepler Cheuvreux mit einem Verkaufsrating und einem Kursziel von lediglich 62 Euro – Analyst Jens-Peter Rieck begründete dies damit, dass der Markt bereits ein sehr langfristiges Wachstumsszenario einpreise, das trotz des Rekordauftragsbestands schwer zu rechtfertigen sei.

Ergänzend meldete sich BlackRock über eine Schwellenmeldung zu Wort: Der Vermögensverwalter hält zum 14. Juli direkt 2,75 Prozent der Stimmrechte und weitere 2,24 Prozent über Instrumente, zusammen knapp 5 Prozent. Die nächsten Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 will Hensoldt am 4. November vorlegen.

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Hensoldt Aktie

91,00 EUR

+ 0,34 EUR +0,38 %
KGV 210,93
KUV 3,90
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,61 %
Marktkapitalisierung 10,48 Mrd. EUR
Ø Kursziel 92,37 EUR
ISIN: DE000HAG0005 WKN: HAG000

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