D-Wave Quantum Aktie: 100 Millionen Dollar Regierungsförderung

D-Wave verzeichnet explodierende Auftragseingänge bei einbrechendem Umsatz. AT&T-Deal und 100-Millionen-Dollar-Förderung stützen die Aktie vor den Quartalszahlen.

Andreas Sommer ·
D-Wave Quantum Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Auftragseingänge steigen um fast 2000 Prozent
  • Umsatz bricht um 81 Prozent ein
  • AT&T-Deal zeigt Quantenvorteil in der Praxis
  • US-Regierung beteiligt sich mit 100 Millionen Dollar

Ein Konzern, dessen Aufträge um fast 2000 Prozent explodieren, während der Umsatz gleichzeitig einbricht — das klingt widersprüchlich, ist bei D-Wave Quantum aber Programm. Genau dieser Widerspruch dürfte auch die Quartalszahlen am 6. August prägen. Für mich ist das der eigentliche Test: Schafft es das Unternehmen, aus vollen Auftragsbüchern endlich echten, verbuchten Umsatz zu machen?

Die Aktie notiert aktuell bei 15,74 Euro, ein Plus von 10,30 Prozent binnen sieben Tagen. Der Blick auf die längere Frist zeigt aber, wie tief der Fall zuvor war: Seit Jahresbeginn steht D-Wave mit 30,54 Prozent im Minus. Diese Kluft zwischen kurzfristiger Erholung und langfristigem Kursverfall ist kein Zufall — sie spiegelt genau die Unsicherheit wider, um die es hier geht.

Der Nasdaq-Wechsel und die Sache mit AT&T

Zum 24. Juli 2026 ist D-Wave von der NYSE zur Nasdaq gewechselt. Das ist mehr als Kosmetik. Der Wechsel fällt zusammen mit einer Vereinbarung mit AT&T, die Quantum-Annealing-Technologie zur Netzwerkoptimierung einsetzen will.

Frühen Berichten zufolge hat die Anwendung bestimmte Rechenaufgaben von rund einer Stunde auf unter 15 Sekunden verkürzt. Sollte sich das bestätigen, wäre das ein seltener Beleg für echten „Quantenvorteil“ in einem aktiven, industriellen Großeinsatz — nicht im Labor, sondern im laufenden Netzbetrieb eines der größten US-Telekomkonzerne. Genau solche Praxisbeweise fehlen der Quantencomputing-Branche bislang meistens.

Dazu kommt ein politisches Signal: Das US-Handelsministerium plant über eine Absichtserklärung im Rahmen des CHIPS and Science Act, D-Wave mit 100 Millionen Dollar zu fördern. Bemerkenswert dabei: D-Wave gibt im Gegenzug Stammaktien im selben Wert an das Ministerium aus. Die US-Regierung würde damit direkt zum Aktionär. Für ein Unternehmen, das oft als spekulative Wette auf eine ferne Zukunftstechnologie abgetan wird, ist das ein ungewöhnlich handfestes Vertrauenssignal.

Die Bookings-Falle

Der wunde Punkt bleibt die Bilanz. In einer früheren Periode meldete D-Wave einen Anstieg der Auftragseingänge um 1994 Prozent auf 33,4 Millionen Dollar — gleichzeitig brach der Gesamtumsatz um 81 Prozent ein. Der Grund liegt im Geschäftsmodell: D-Wave verschiebt sich vom Verkauf kompletter Systeme hin zu Quantum-as-a-Service, bei dem Kunden Rechenzeit statt ganzer Maschinen kaufen. Das verzerrt die Umsatzverbuchung zeitlich erheblich.

Der aktuelle Kurs liegt fast 20 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 19,64 Euro. Der Markt hat die möglichen Folgen der wachsenden kommerziellen Nutzung damit offenbar noch nicht eingepreist. Ein Hinweis darauf: Die Nutzung der „Advantage2“-Annealing-Systeme ist im vergangenen Jahr um 314 Prozent gestiegen. Das deutet darauf hin, dass die Hardware zunehmend in echten Produktionsumgebungen läuft — nicht nur in Forschungslaboren.

Hohe Chance, hohes Risiko

Mit einer annualisierten Volatilität von 97,43 Prozent bleibt D-Wave ein Hochrisiko-Titel. Zur Einordnung: Die Aktie notiert 59,10 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 38,48 Euro, hat sich aber seit ihrem Tief im März bereits um mehr als 40 Prozent erholt. Diese Spannbreite zeigt, wie stark der Markt bei D-Wave zwischen Euphorie und Ernüchterung pendelt.

Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei 32,29 Euro — mehr als das Doppelte des aktuellen Kurses. Diese Einschätzung setzt voraus, dass D-Wave seine duale Strategie aus etablierter Annealing-Technologie und dem neu beschleunigten Gate-Modell-Fahrplan erfolgreich umsetzt und dabei die Lücke zwischen Auftragsbüchern und Bilanz schließt.

Unterm Strich bleibt D-Wave für mich ein Schlachtfeld zweier Lager: Wer auf die kurzfristige Timing-Problematik beim Umsatz schaut, sieht Risiko. Wer auf AT&T, die Regierungsbeteiligung und die 314-Prozent-Nutzungssteigerung blickt, sieht den Beginn einer industriellen Quantenrevolution. Die Zahlen am 6. August dürften zeigen, welches Lager gerade recht hat.

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D-Wave Quantum Aktie

18,01 USD

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KGV 0,00
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 6,66 Mrd. USD
ISIN: US26740W1099 WKN: A3DSV9

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