Take-Two: Rockstar wächst auf 4.711 Mitarbeiter
Rockstar verteidigt längere Entwicklungszeit und nennt kein Budget; Take-Twos Kurspotenzial hängt vom noch ausstehenden GTA-VI-Erfolg ab.

Kurz zusammengefasst
- Rockstar wuchs auf 4.711 Beschäftigte
- Kolbe bestritt Kosten über 1,5 Milliarden Dollar
- Start für den 19. November vorgesehen
- Analysten bewerten Kurspotenzial unterschiedlich
Rockstar begründet die Verschiebungen von GTA VI mit dem Anspruch, bei Spielwelt und Detailgrad keine Kompromisse einzugehen. Die heute veröffentlichten Einblicke in die Entwicklung unterstreichen für Take-Two eine zentrale Herausforderung: Der wichtigste Kurstreiber muss hohe Erwartungen erfüllen. Ein großer Teil seines Potenzials könnte bereits im Aktienkurs stecken.
Mehr Entwicklungszeit statt gekürzter Inhalte
Gegenüber Bloomberg erläuterte Rockstar, weshalb frühere Veröffentlichungstermine nicht zu halten waren. Phil Hooker zufolge wären einzelne Bereiche bei einem früheren Start nicht fertig geworden. Inhalte hätten deshalb gekürzt werden müssen. Rockstar North-Leiter Rob Nelson verwies zudem auf die große Zahl benötigter Nebenfiguren. Dafür richtete Rockstar in Los Angeles ein eigenes Studio ein.
Studio Director Jennifer Kolbe erklärte, das Unternehmen habe monatelange Arbeitsphasen mit extremen Überstunden vermeiden wollen. Rockstar verstärkte Teams und plante Aufgaben strenger. Überstunden wurden durch bezahlte freie Tage ausgeglichen und teilweise zusätzlich vergütet.
Der zusätzliche Aufwand lässt sich auch an der Personalentwicklung ablesen: Rockstar wuchs von 2.441 Beschäftigten im Jahr 2018 auf 4.711 Mitarbeiter. Die meisten arbeiteten an GTA VI.
Für Anleger erklärt das den erheblichen Ressourceneinsatz hinter dem Spiel. Einen Beleg für dessen späteren wirtschaftlichen Erfolg liefern die Entwicklungseinblicke allerdings nicht. Qualität und Umfang müssen sich erst in der Nachfrage bewähren.
Kostenbehauptung zurückgewiesen
Kolbe wies die Behauptung zurück, GTA VI habe mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar gekostet. Ein tatsächliches Budget nannte sie nicht. Bloomberg hält es dennoch für wahrscheinlich, dass es das teuerste Videospiel aller Zeiten wird.
Damit bleibt die Kostenfrage für die Bewertung relevant, ohne dass sich die wirtschaftliche Rechnung bereits belastbar aufstellen lässt. Die Zurückweisung einer kursierenden Summe ist weder eine Budgetangabe noch eine Aussage zur späteren Profitabilität.
Als Veröffentlichungstermin ist der 19. November vorgesehen. GTA VI soll für PS5 und Xbox Series X/S erscheinen. Nach den zweimaligen Verschiebungen ist die Einhaltung dieses Plans ein wesentlicher Prüfstein.
Kurstreiber mit begrenztem Überraschungsspielraum
Andrei Niculescu bezeichnet GTA VI in seiner heute veröffentlichten Analyse als wichtigsten Kurstreiber für Take-Two. Zugleich hält er das Potenzial für größtenteils eingepreist. Jefferies sieht dagegen großes Potenzial bei Take-Two. Der Erfolg von GTA VI müsse sich jedoch erst beweisen.
Die Einschätzungen setzen unterschiedliche Akzente, führen aber zur gleichen Anlegerfrage: Wie viel zusätzlichen Wert kann der tatsächliche Erfolg gegenüber den bereits hohen Erwartungen schaffen? Die neuen Entwicklungsdetails erklären Rockstars Qualitätsanspruch. Für eine Neubewertung von Take-Two werden letztlich die Umsetzung des Veröffentlichungsplans und der kommerzielle Erfolg entscheidend sein.
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