Der Börsengang von Klarna im September 2025 sollte eine Erfolgsgeschichte werden, entpuppte sich jedoch schnell als Albtraum für Anleger. Binnen weniger als sechs Monaten hat sich der Aktienkurs des Fintech-Pioniers mehr als halbiert, belastet durch steigende Kreditverluste, enttäuschende Prognosen und juristischen Ärger. Doch inmitten der Talfahrt richtet sich der Blick nun auf ein schwedisches Gericht: Ein Milliarden-Urteil gegen den Tech-Giganten Google könnte das Blatt im April wenden.
Teures Wachstum und rote Zahlen
Hauptursache für den massiven Abverkauf waren die Quartalszahlen vom Februar 2026. Zwar konnte Klarna den Umsatz steigern, doch unter dem Strich rutschte der Zahlungsdienstleister überraschend wieder in die Verlustzone. Besonders alarmierend für Investoren war der sprunghafte Anstieg der Rückstellungen für Kreditausfälle.
Das Kernproblem liegt in der Qualität der vergebenen Kredite. Während das Unternehmen aggressiv expandierte und neue Finanzierungsprodukte einführte, stiegen die Kreditkosten deutlich an. Die ausgegebene Warnung vor einem verlangsamten Wachstum im kommenden Quartal verstärkte die Skepsis am Markt zusätzlich. Aktuell notiert das Papier bei rund 13,26 Dollar – weit entfernt vom Ausgabepreis von 40 Dollar.
Juristischer Gegenwind aus den USA
Die Lage wird durch eine Sammelklage in den USA erschwert. Juristen werfen dem Unternehmen vor, im Vorfeld des Börsengangs irreführende Angaben gemacht zu haben. Im Fokus steht der Vorwurf, Klarna habe die Zuverlässigkeit seiner Bonitätsprüfungen überbetont und Risiken bei der Kreditvergabe an finanzschwache Konsumenten verschwiegen. Dass die Rückstellungen für Kreditausfälle kurz nach dem IPO um über 100 Prozent anstiegen, dient der Klägerseite als zentrales Argument.
Die 8,3-Milliarden-Dollar-Hoffnung
Trotz der operativen Schwierigkeiten halten Analysten ein Szenario für möglich, das die finanzielle Situation von Klarna schlagartig verändern könnte. Am 15. April 2026 wird das schwedische Patent- und Marktgericht sein Urteil im Streit zwischen der Klarna-Tochter PriceRunner und Google verkünden.
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PriceRunner fordert Schadensersatz in Höhe von rund 8,3 Milliarden Dollar wegen angeblicher Wettbewerbsverstöße durch Google. Die Klage stützt sich auf frühere Entscheidungen der EU-Kommission. Sollte das Gericht zugunsten von Klarna entscheiden, wäre dies nicht nur ein juristischer Triumph, sondern auch eine massive finanzielle Spritze für die Bilanz, wenngleich Google gegen ein solches Urteil wohl Berufung einlegen würde.
Operativer Lichtblick
Abseits der Börsenkapriolen wächst das eigentliche Plattformgeschäft weiter. Die Zahl der aktiven Nutzer kletterte zuletzt auf über 118 Millionen, unterstützt durch neue Integrationen wie mit Apple Pay. CEO Sebastian Siemiatkowski hält daher an seinem langfristigen Ziel fest, Klarna zu einer der führenden Retail-Banken der Welt zu formen, und stellt für die zweite Jahreshälfte 2026 verbesserte Margen in Aussicht.
Die kommenden Wochen werden für die Kursentwicklung entscheidend sein. Bevor am 3. Juni 2026 die nächsten Quartalszahlen anstehen, liefert das Gerichtsurteil im April den wichtigsten Impuls. Das Urteil im Fall gegen Google fungiert als binäres Ereignis, das den Kurs entweder stabilisieren oder die Unsicherheit weiter verschärfen wird.
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