Rocket Lab Aktie: 1,3 Milliarden SDA-Verträge
Rocket Lab sichert sich Milliardenaufträge vom US-Militär, doch der Aktienkurs fällt nach Gewinnmitnahmen und Branchensorgen.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenschwere Pentagon-Aufträge erhalten
- Auftragsbestand auf Rekordniveau gestiegen
- Aktie trotz Erfolgen unter Druck
- Neutron-Rakete als nächster Kurstreiber
Die Auftragsbücher quellen über, der Aktienkurs knickt ein. Bei Rocket Lab klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Das Raumfahrtunternehmen wandelt sich rasant vom reinen Raketenbauer zum vollwertigen Rüstungskonzern. Dennoch schickten Investoren die Papiere zuletzt auf Talfahrt.
Aufstieg zum Rüstungsgiganten
Ende Mai 2026 feierte das Unternehmen einen entscheidenden technischen Durchbruch. Rocket Lab bestand die Systemanforderungsprüfung für das Satellitennetzwerk der Space Development Agency. Damit steht das technische Fundament für das sogenannte TRKT3-Programm.
Dieser Meilenstein sicherte einen Auftrag über 816 Millionen US-Dollar. Zusammen mit früheren Verträgen steigt das Volumen der SDA-Projekte auf über 1,3 Milliarden US-Dollar. Rocket Lab baut die Satelliten fast komplett selbst. Eigene Infrarotsensoren und Schutzsysteme gegen Energiewaffen kommen zum Einsatz.
Kurz zuvor vergab die U.S. Space Force einen weiteren Vertrag. Für 90 Millionen US-Dollar fertigt Rocket Lab zwei Satelliten für die geostationäre Umlaufbahn. Es ist eine Premiere für das Unternehmen.
Die Folge: ein massiver Strukturwandel. Der Konzern ist nicht mehr nur von riskanten Raketenstarts abhängig. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Auftragsbestand auf einen Rekordwert von zwei Milliarden US-Dollar.
Rückschlag nach Rekordjagd
Trotz der vollen Auftragsbücher geriet die Aktie massiv unter Druck. Nach der Explosion einer Rakete des Konkurrenten Blue Origin wuchs die Sorge vor Verzögerungen in der gesamten Branche. Die Rocket-Lab-Papiere brachen in einer einzigen Sitzung um fast zwölf Prozent ein.
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Aktuell notiert der Kurs bei 99,90 Euro. Das entspricht einem Minus von gut 25 Prozent gegenüber dem Rekordhoch aus dem Mai. Auf Jahressicht steht allerdings immer noch ein massives Plus von 323 Prozent auf der Anzeigetafel.
Diese rasante Rallye sorgt nun für Skepsis. Der aktuelle Euro-Kurs liegt bereits deutlich über dem durchschnittlichen Analysten-Kursziel von knapp 104 US-Dollar. Viele Investoren nehmen daher Gewinne mit.
Der nächste große Meilenstein
Der wichtigste Kurstreiber für die kommenden Monate bleibt die neue Trägerrakete Neutron. Rocket Lab hat bei der US-Luftfahrtbehörde FAA bereits die Startgenehmigungen beantragt. Das Zeitfenster für den Erstflug öffnet sich am 1. Juli 2026.
Der tatsächliche Start ist für das vierte Quartal angepeilt. Obwohl die Rakete noch nie geflogen ist, hat das Management bereits fünf Startverträge in der Tasche. Ein Liquiditätspolster von zwei Milliarden US-Dollar sichert die Entwicklung ab.
CEO Peter Beck nennt einen klaren Gradmesser für den Fortschritt. Der Fokus liegt nun auf den Testständen. Sobald dort die ersten großen Bauteile der Neutron-Rakete auftauchen, rückt der Erstflug im vierten Quartal in greifbare Nähe.
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