Vonovia Aktie: Prognose rutscht nach unten
Niedrigere Mietzuwächse und höhere Finanzierungskosten dämpfen Vonovias Erwartungen für 2026 bis 2028.

Kurz zusammengefasst
- EBITDA 2026 in niedrigerer Prognosehälfte
- Mietwachstum auf 3,8 Prozent angepasst
- Free Cashflow unter Vorjahresniveau erwartet
- Liquidität und Schuldenabbau erhalten Vorrang
Vonovia kappt die Gesamtjahresprognose. Geringere Mietsteigerungen, höhere Finanzierungskosten und ein schwächeres Verkaufsgeschäft drücken auf die Ergebnisse. Für die Aktie ist es die nächste unerfreuliche Nachricht in Folge.
Was sich für 2026 ändert
Das EBITDA soll nun in der unteren Hälfte der Spanne von 2,95 bis 3,05 Milliarden Euro landen. Der bereinigte Vorsteuergewinn dürfte nahe dem unteren Ende der Bandbreite von 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten Periodenergebnis erwartet der Konzern dagegen einen Wert in der oberen Hälfte der Zielspanne.
Der Operating Free Cashflow, wichtig für die Dividende, dürfte moderat unter dem Vorjahr liegen. Das organische Mietwachstum veranschlagt Vonovia jetzt mit 3,8 Prozent, zuvor waren es rund vier Prozent.
Die Neunmonatszahlen zeigen, wie die Zinslast den Fortschritt auffrisst. Das bereinigte EBITDA stieg leicht auf 2,19 Milliarden Euro, nach 2,12 Milliarden im Vorjahr. Der bereinigte Vorsteuergewinn sank dagegen von 1,46 auf 1,41 Milliarden Euro. Das Aktionärsergebnis ging von 1,20 auf 1,12 Milliarden Euro zurück.
Auch 2027 und 2028 fallen bescheidener aus
Der Ausblick bietet wenig Entlastung. 2027 soll das EBITDA nur leicht über dem Wert von 2026 liegen, der Vorsteuergewinn etwa stabil bleiben. Für 2028 rechnet Vonovia mit einem EBITDA am unteren Rand der Spanne von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro.
Das bisherige Mietwachstumsziel von rund fünf Prozent für 2028 dürfte der Konzern verfehlen. Als Gründe nennt Vonovia höhere Zinsen, weniger Verkäufe und einen langsameren Mietanstieg.
Disziplin bei der Kapitalverwendung
Das Unternehmen überprüft zudem seine Entwicklungsprojekte. Es will weniger in Immobilien investieren, die für den eigenen Bestand gebaut werden. Für die Kapitalverwendung sollen strengere Maßstäbe gelten.
Vorrang haben künftig der Schutz der Liquidität, eine solide Bilanz und der Schuldenabbau. Marktbeobachter dürften das als Signal werten, dass Wachstum vorerst hinter der Finanzstabilität zurücksteht. Konkret ablesen lässt sich das an der Entwicklung des Operating Free Cashflow, der 2026 unter dem Vorjahr erwartet wird.
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