Diginex Aktie: Jordanova übernimmt Chefposten
Diginex verzeichnet 77 Prozent mehr Umsatz, muss aber höhere Verluste verkraften. Die neue Führungsspitze soll die Expansion in Europa vorantreiben.

Kurz zusammengefasst
- Führungswechsel an der Spitze
- Umsatz steigt um 77 Prozent
- Nettoverlust weitet sich deutlich aus
- Kapitalerhöhung über 20 Millionen Dollar
Diginex vollzieht einen personellen Neustart. Lubomila Jordanova, Gründerin und frühere Geschäftsführerin von Plan A.earth GmbH, übernimmt den Chefposten. Lorenzo Romano wechselt in die Rolle des Deputy Chairman. Jordanova soll die europäische Expansions- und Integrationsstrategie des Unternehmens vorantreiben.
Die Personalie fällt in eine Phase, in der Diginex zugleich Zahlen zum Geschäftsjahr bis Ende März 2026 vorgelegt hat. Der Umsatz stieg um 77 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar, nach 2,0 Millionen US-Dollar im Vorjahr.
Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust auf 31,1 Millionen US-Dollar aus, nach 5,2 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Ein Goodwill-Impairment im Zusammenhang mit der Akquisition von Matter in Höhe von 7,0 Millionen US-Dollar belastete das Ergebnis zusätzlich.
Wachstum durch Zukäufe, Kosten steigen parallel
Das Umsatzplus speist sich zu einem erheblichen Teil aus Übernahmen. Matter, im Oktober 2025 erworben, sowie Plan A und The Remedy Project, beide im Januar 2026 hinzugekauft, trugen zusammen 1,2 Millionen US-Dollar zum Konzernumsatz bei. Die Mitarbeiterzahl wuchs von 32 auf 114, davon kamen 79 Beschäftigte über Zukäufe ins Unternehmen.
Der Preis dieser Expansion zeigt sich in der Kostenstruktur. Die Verwaltungskosten kletterten von 10,3 Millionen auf 28,5 Millionen US-Dollar. Darin enthalten sind Personalkosten von 13,3 Millionen US-Dollar, davon 5,6 Millionen US-Dollar nicht-zahlungswirksame aktienbasierte Vergütung, sowie 3,7 Millionen US-Dollar an M&A-Kosten. Positiv vermerkt das Unternehmen, weiterhin schuldenfrei zu sein – ohne jegliches Fremdkapital in der Bilanz.
Um die laufenden Vorhaben zu finanzieren, kündigte Diginex im August eine Kapitalerhöhung über 20 Millionen US-Dollar an: 20 Millionen neue Aktien kombiniert mit 20 Millionen Warrants zum Ausübungspreis von 1,00 US-Dollar. Die Zahlung wird bis zum 31. März 2027 erwartet.
Übernahme von Resulticks bleibt Belastungsfaktor
Über allem schwebt weiterhin die milliardenschwere Übernahme von Resulticks, die vor gut einer Woche vertraglich fixiert wurde und seither für Kursdruck sorgte – der Titel verlor seither rund 5,2 Prozent. Die vorherige Fristverlängerung des Deals, rund zwei Wochen zurückliegend, hatte bereits einen Kursrückgang von 10,0 Prozent nach sich gezogen.
Resulticks selbst weist für das Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 150 Millionen US-Dollar und einen Gewinn nach Steuern von 17 Millionen US-Dollar aus, bei einer jährlichen Wachstumsrate von über 60 Prozent seit der Pandemie. Das in Singapur ansässige Unternehmen ist in Nordamerika, Asien und im Nahen Osten aktiv.
Die Marktkapitalisierung von Diginex liegt aktuell bei umgerechnet 33,15 Millionen Euro – ein Wert, der angesichts der angekündigten Aktienverwässerung durch den Resulticks-Deal und die frische Kapitalerhöhung unter Beobachtung bleibt.
Der Aktienkurs zeigt sich mit einer annualisierten Volatilität von 115 Prozent entsprechend nervös. Anleger dürften nun genau verfolgen, wie Jordanova die Integration der zahlreichen Zukäufe organisatorisch bewältigt, während der Ausgang der Resulticks-Transaktion weiterhin offen ist.
Eine Analystenmeinung zur neuen Führungsstruktur oder den Quartalszahlen liegt bislang nicht vor – Diginex wird derzeit von keinem Analysehaus mit Kurszielen begleitet.
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