BioNTech Aktie: Bewährungsprobe im Labor

BioNTech treibt Zulassungsantrag für Krebsmittel voran, während sinkende Corona-Umsätze und hohe Kosten die Aktie belasten.

Andreas Sommer ·
BioNTech Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Zulassungsantrag für Antikörper-Wirkstoff-Konjugat geplant
  • UBS stuft Aktie auf Kaufen hoch
  • Umsatz bricht im ersten Quartal ein
  • Sparkurs mit Stellenabbau eingeleitet

BioNTech steht an einem Wendepunkt. Der Mainzer Konzern treibt den wichtigsten regulatorischen Schritt seiner Nach-Corona-Ära voran. Gemeinsam mit dem Partner DualityBio plant das Unternehmen für 2026 einen Zulassungsantrag. Es geht um das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Pamirtecan. Ziel ist die Behandlung von fortgeschrittenem Gebärmutterschleimhautkrebs.

Zuvor präsentierte BioNTech auf dem ASCO-Kongress vielversprechende Onkologie-Daten. Die UBS reagierte prompt. Die Schweizer Großbank stufte die Papiere auf „Kaufen“ hoch und rief ein Kursziel von 135 US-Dollar auf. Ein Blockbuster-Kandidat rückt damit in greifbare Nähe.

Der Wettlauf gegen schrumpfende Umsätze

Reicht die klinische Dynamik aus, um den schwindenden Corona-Rückenwind rechtzeitig zu ersetzen? Das Management navigiert durch eine schwierige Übergangsphase. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr liegt bei 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro. Das enttäuschte die Markterwartungen.

Die geplante Einreichung des Zulassungsantrags ist noch nicht sicher. Sie hängt vom Feedback der US-Gesundheitsbehörde FDA ab. Die Glaubwürdigkeit des Onkologie-Schwenks steht auf dem Prüfstand. Der Markt wird die Aktie erst neu bewerten, wenn klinische Erfolge zu echten Zulassungen führen.

Das Bullen-Szenario: Volle Kassen und breite Pipeline

Optimisten blicken auf die finanzielle Feuerkraft. BioNTech meldete Ende März liquide Mittel von rund 16,8 Milliarden Euro. Diese Kriegskasse sichert die teure Forschung ab. Ein Verwässerungsrisiko durch Kapitalerhöhungen besteht kurzfristig nicht.

Das Unternehmen plant in diesem Jahr den Start von sechs weiteren Phase-3-Studien. Damit wächst das späte klinische Programm auf 15 Studien an. Die jüngsten ASCO-Daten stützen diese Zuversicht. In der ROSETTA Lung-02-Studie zeigte der Kandidat Pumitamig hohe Ansprechraten bei Lungenkrebs. Analysten bleiben mehrheitlich positiv und sehen das Kursziel im Schnitt bei 130 US-Dollar.

Das Bären-Szenario: Hohe Kosten und regulatorische Hürden

Pessimisten verweisen auf die harte finanzielle Realität. Im ersten Quartal brach der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro ein. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von knapp 532 Millionen Euro. Die Forschungsausgaben bleiben indes enorm hoch. Das Management plant hierfür im Gesamtjahr bis zu 2,5 Milliarden Euro ein.

Ein Zulassungsantrag auf Basis von Phase-2-Daten ist riskant. Die FDA legt hier besonders strenge Maßstäbe an. Verzögert sich der Prozess, verschiebt sich auch der erste Onkologie-Umsatz. Das drückt auf den Kurs. Am Freitag schloss das Papier bei 79,95 Euro. Damit notiert der Wert gut sechs Prozent unter seiner 200-Tage-Linie. Vom 52-Wochen-Hoch bei 105,80 Euro ist die Aktie weit entfernt.

Ausblick: Die Katalysatoren für das zweite Halbjahr

Das Management steuert mit einem harten Sparkurs gegen. BioNTech will die jährlichen Kosten um rund 500 Millionen Euro senken. Dafür schließt der Konzern Standorte in Deutschland und Singapur. Fast 1.900 Stellen fallen weg. Die Folge: eine schlankere Kostenstruktur.

Technisch zeigt sich ein neutrales Bild. Der RSI liegt bei 54,2. Die Aktie pendelt nahe ihrer 50-Tage-Linie von 80,81 Euro. Das lässt Raum für dynamische Bewegungen in beide Richtungen.

Ein grünes Licht der FDA für den Zulassungsantrag wäre ein historischer Meilenstein für das Unternehmen. Fordert die Behörde hingegen weitere Daten, droht eine Hängepartie bis ins Jahr 2027. Die nächsten Quartalszahlen Anfang August dürften erste Hinweise liefern.

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BioNTech Aktie

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Sektor Gesundheitswesen
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Marktkapitalisierung 20,04 Mrd. EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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