XRP: Clarity Act scheitert mit 49 zu 50 Stimmen
Das US-Senatsvotum gegen den Clarity Act belastet XRP. Ripple verweist auf den bestehenden Rechtsstatus und baut seine Sportpartnerschaften aus.

Kurz zusammengefasst
- Senat verfehlt erforderliche 60 Stimmen
- XRP fällt auf 1,29 US-Dollar
- Ripple betont geklärten Tokenstatus
- Neue Partnerschaft mit Louisville
Eine überraschende Abstimmungsniederlage im US-Senat hat den Kryptomarkt empfindlich getroffen. Der Gesetzentwurf zur Marktstruktur digitaler Vermögenswerte, bekannt als Clarity Act, verfehlte gestern bei einem entscheidenden Verfahrensvotum die erforderliche Mehrheit von 60 Stimmen.
Mit einem Ergebnis von 49 zu 50 Stimmen blockierte die Parlamentskammer das Vorhaben, womit die erhoffte gesetzliche Neuregelung für die Branche in der laufenden Kongressperiode vor dem Aus steht. XRP reagierte mit deutlichen Abgaben und notiert bei 1,29 USD.
Ripple verweist auf bestehenden Rechtsrahmen
Das Scheitern des Gesetzesvorhabens wiegt schwer, da die Krypto-Branche jahrelang für verbindliche Leitplanken und eine klare Zuständigkeit der Terminmarktaufsicht CFTC geworben hatte.
Brad Garlinghouse, Chef des Zahlungsdienstleisters Ripple, bezeichnete den Ausgang des Votums als schmerzhaft und kündigte eine detaillierte Aufarbeitung an. Zugleich wies das Unternehmen darauf hin, dass der Rechtsstatus des Tokens ungeachtet der Blockade in Washington geklärt bleibe.
Ripple stützt sich dabei auf ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 2023, wonach der Token nicht per se als Wertpapier einzustufen ist. Im März 2026 stuften die Wertpapieraufsicht SEC und die CFTC das Asset zudem als digitale Ware ein.
Künftig müssen die beiden Regulierungsbehörden unter Führung von SEC-Chef Paul Atkins und CFTC-Chef Michael Selig bestehende Regellücken im Rahmen eigener Verordnungen schließen, solange ein übergreifendes Marktstrukturgesetz auf Bundesebene fehlt.
Marketingoffensive im College-Sport
Abseits des politischen Rückschlags treibt das Blockchain-Unternehmen seine Bemühungen um öffentliche Sichtbarkeit voran. Die Sportabteilung der Universität Louisville gab gestern eine mehrjährige Partnerschaft mit Ripple bekannt. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird das Logo des Krypto-Assets künftig permanent auf dem Spielfeld des KFC Yum! Centers platziert, in dem die Basketball-Teams der Männer und Frauen antreten.
Der Vertrag in Louisville markiert den dritten Vorstoß des Unternehmens in den US-Hochschulsport innerhalb weniger Monate. Zuvor wurden ähnliche Kooperationen für ein Football-Stadion an der Universität von Florida sowie Trikotwerbung an der Universität von Kansas vereinbart.
Neben der reinen Markenpräsenz sieht das Abkommen in Kentucky auch Schulungsprogramme im Bereich digitaler Finanzwerte vor, während ein direkter Verkauf von Token an Universitätsbesucher ausgeschlossen bleibt.
Technische Marken rücken in den Fokus
Die jüngste Verkaufswelle spiegelt sich deutlich im Kursverlauf wider: Über die vergangenen sieben Tage steht ein Minus von 9,0 % zu Buche. Trotz des Dämpfers notiert das Asset noch knapp über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 1,27 USD, der charttechnisch als wichtige Unterstützung gilt.
Für Marktteilnehmer richtet sich das Augenmerk nun darauf, ob die Marke verteidigt werden kann. Während institutionelle Produkte in den Vorwochen kontinuierliche Zuflüsse verzeichneten, droht das regulatorische Vakuum nach dem Senatsvotum kurzfristig auf der Marktstimmung zu lasten. Parallel dazu steht im Netzwerk selbst das Protokoll-Upgrade Batch V1.1 vor der Einführung, das zuletzt eine breite Zustimmung unter den Netzwerkvalidatoren fand.
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