Siemens Energy Aktie: Gamesa warnt vor Kapazitätskürzungen 2028
Siemens Energy kämpft mit gegensätzlichen Entwicklungen: starke Gasturbinen-Nachfrage durch KI-Boom und drohende Kapazitätskürzungen bei der Windtochter Gamesa.

Kurz zusammengefasst
- KI-Boom treibt Gasturbinengeschäft an
- Gamesa warnt vor Kapazitätskürzungen
- Kurs seit Jahresbeginn um 25% gestiegen
- Gewinnschwelle bei Gamesa als Schlüssel
Bei Siemens Energy prallen derzeit zwei Welten aufeinander. Auf der einen Seite befeuert der globale KI-Boom das Geschäft mit Gasturbinen. Auf der anderen Seite schlägt die krisengeplagte Windkrafttochter Siemens Gamesa lauten Alarm. Die Folge: ein gefährlicher Spagat.
CEO Christian Bruch sieht Europa beim Aufbau von KI-Rechenzentren im Rückstand. Der Konzern liefert für diese Anlagen essenzielle Infrastruktur. Um den heimischen Markt zu stützen, greift das Management nun zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Deutsche Energieversorger können sich ab sofort Produktionsplätze für neue Gasturbinen sichern. Die sonst üblichen millionenschweren Reservierungsgebühren entfallen komplett. Siemens Energy begründet diesen Schritt mit der eigenen Verantwortung für die deutsche Energiewende.
Kapazitätskürzungen bei Siemens Gamesa drohen
Parallel dazu verdunkeln sich die Aussichten bei der Windkraftsparte. Gamesa-Chef Vinod Philip warnt offen vor baldigen Kapazitätskürzungen in Europa. Der Grund liegt im stockenden Ausbau der Offshore-Windkraft. Laut Philip fehlen der Europäischen Union rund 40 Gigawatt an Kapazität. Nur so lässt sich das Ausbauziel bis 2030 erreichen. Allein in Deutschland stehen Projekte im Umfang von 16 Gigawatt auf der Kippe.
Aktuell arbeiten die europäischen Werke zwar unter Volllast. Fehlen jedoch neue Folgeaufträge, droht ab 2028 ein harter Kampf um wenige Verträge. Dann müsste der Konzern seine Ressourcen drastisch anpassen. Ungeachtet dieser Risiken hält das Management an einem wichtigen Ziel fest. Siemens Gamesa will im laufenden Geschäftsjahr 2026 die Gewinnschwelle erreichen.
Aktie im Konsolidierungsmodus
Am Aktienmarkt spiegelt sich diese gemischte Nachrichtenlage wider. Die Papiere gingen am Freitag bei 153,46 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von 30 Tagen verzeichnet der Kurs ein Minus von knapp 14 Prozent.
Langfristig bleibt der Aufwärtstrend allerdings intakt. Seit Jahresbeginn steht ein solides Plus von rund 25 Prozent auf der Kurstafel. Die Aktie behauptet sich spürbar über der 200-Tage-Linie, die aktuell bei 136,66 Euro verläuft.
Für eine nachhaltige Kurserholung benötigt der Markt nun handfeste Resultate. Das florierende Gasturbinengeschäft muss die Schwächen im Windsektor ausgleichen. Gelingt Siemens Gamesa der geplante Sprung über die Gewinnschwelle, fällt ein massiver Bremsklotz für den Gesamtkonzern weg.
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