Meta Aktie: Muse setzt Standards
Meta veröffentlicht mit Partnern ein Regelwerk für KI-Assistenten; Ofcom prüft zugleich den Umgang mit Risiken bei Instagram Instants.

Kurz zusammengefasst
- Walmart und Stripe unterstützen offenes Agentenprotokoll
- Muse erreicht Millionen Nutzer in den USA
- Amazon sperrt Metas Agenten aus
- Ofcom untersucht Metas Risikobewertung
Meta will den Umgang mit KI-Agenten im Geschäftsleben vereinheitlichen. Gemeinsam mit Walmart, Stripe und weiteren Unternehmen veröffentlicht der Konzern ein offenes Regelwerk, das festlegt, wie persönliche KI-Assistenten mit Firmen interagieren sollen. Der Anlass: Muse, Metas persönlicher Agent, hat sich binnen eines Monats zum Massenphänomen entwickelt.
Ein Standard für Bots
Das sogenannte „personal agent protocol“ soll Unternehmen ermöglichen zu erkennen, ob ein Mensch oder ein Bot auf ihren Dienst zugreift. Die Initiative führt Bret Taylor, Mitgründer des Unternehmens Sierra und Chairman von OpenAI. Er vergleicht das Prinzip mit dem Login über Google- oder Facebook-Konto. Ohne Standard herrsche „kind of chaos“.
David Singleton, Chef der Meta Superintelligence Labs, betont den Sicherheitsaspekt. Damit Agenten funktionieren, müssten Kunden Kreditkarten- und Personendaten teilen. Der Standard schaffe dafür Sichtbarkeit und Kontrolle. Er zieht den Vergleich zur E-Mail: Sie funktioniere, weil alle dasselbe Protokoll nutzen.
Muse steht seit dem Marktstart Anfang September an der Spitze von Apples App Store, vor ChatGPT. Nach Angaben von Singleton nutzen den Agenten bereits Millionen Menschen in den USA. Allerdings gibt es Gegenwind: Amazon blockiert Metas Agenten und verweist auf Sorgen vor dem Auslesen seiner Webseiten. OpenAI und Anthropic sind bislang nicht an Bord, Taylor rechnet aber mit ihrer Beteiligung.
Regulierung und Altlasten
Parallel dazu hat die britische Medienaufsicht Ofcom ein Verfahren eröffnet. Sie prüft, ob Meta vor dem Start von Instagram Instants, einer Funktion für verschwindende Inhalte, die Risiken durch illegale Inhalte und für Kinder ausreichend bewertet hat. Bei einem Verstoß drohen bis zu 18 Millionen Pfund oder zehn Prozent des weltweiten Umsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ausfällt.
Aus der Vergangenheit holt Meta zudem ein Betrugsfall ein, wenn auch ohne Belastung für das Geschäft. Ein Gericht in Los Angeles verurteilte einen Mann, der sich Zugang zu Werbekonten verschafft und Kunden Anzeigen in Rechnung gestellt hatte, die sie nie gebucht hatten. Meta erstattete das Geld und trug den Schaden von rund 37 Millionen Dollar selbst.
Die Börse bleibt gelassen
An der Wall Street schloss die Aktie am Montag mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 741,90 Dollar. Zuletzt notierte sie bei etwa 738 Dollar. Nach einem holprigen Jahresstart sieht Jim Cramer Meta weiter unter den besten Wegen, vom KI-Boom zu profitieren. Er vertraut darauf, dass Konzernchef Mark Zuckerberg die hohen KI-Investitionen über Muse zu Geld macht.
Ob Muse diese Erwartung erfüllt, hängt auch am neuen Protokoll. Gewinnt es OpenAI und Anthropic als Unterstützer, könnte aus dem Meta-Produkt ein branchenweiter Standard werden.
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