Der Machtkampf um die Zukunft der Commerzbank tritt in die entscheidende Phase. Seit Ende Februar ist eine wichtige rechtliche Hürde gefallen, die der italienischen UniCredit nun erlaubt, eine Übernahme auch rein durch einen Aktientausch zu finanzieren. Während die Italiener ihre Beteiligung knapp unter die kritische Schwelle geschraubt haben, versucht das Frankfurter Management, die eigene Unabhängigkeit mit Rekordergebnissen und massiven Ausschüttungen zu verteidigen.
Weg frei für Aktientausch
Die taktische Position der UniCredit hat sich signifikant verbessert. Eine Regelung im deutschen Übernahmerecht besagt: Wer in den sechs Monaten vor einem Angebot weniger als fünf Prozent der Anteile gegen Bargeld erworben hat, darf ein reines Tauschangebot unterbreiten. Da die Italiener zuletzt im August 2025 gegen Cash aufgestockt haben, ist diese Wartefrist nun abgelaufen.
Für UniCredit bedeutet das maximale Flexibilität. Ein potenzielles Übernahmeangebot muss nicht mehr zwingend durch teure Barreserven finanziert werden. Stattdessen könnten den Commerzbank-Aktionären eigene Aktien angeboten werden. Der Druck auf Frankfurt steigt damit erheblich, zumal UniCredit inklusive Derivaten bereits Zugriff auf rund 29 Prozent der Anteile hat. Die Schwelle von 30 Prozent, die ein automatisches Pflichtangebot auslösen würde, ist in unmittelbare Nähe gerückt.
Geldregen als Abwehrstrategie
Die Commerzbank setzt operative Stärke gegen die Übernahmeambitionen. Für das Jahr 2025 meldete das Institut ein operatives Rekordergebnis von 4,5 Milliarden Euro – ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen nutzt der Vorstand für eine offensive Ausschüttungspolitik: Eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie soll fließen, was die Analystenschätzungen von 1,00 Euro klar übertrifft.
Zusätzlich läuft ein Aktienrückkaufprogramm über 540 Millionen Euro. Insgesamt plant die Bank für das Jahr 2025 Kapitalrückführungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro. Die Botschaft an die Aktionäre ist deutlich: Die Commerzbank generiert als eigenständiges Institut genug Wert, um eine Übernahme unattraktiv erscheinen zu lassen. An der Börse wird dieser Kurs aktuell mit einem Preis von 32,37 Euro quittiert, was einem Anstieg von über 41 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten entspricht.
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Vorsichtiger Ausblick dämpft Euphorie
Trotz der Rekordzahlen gibt es Wermutstropfen, die den Aktienkurs zuletzt bremsten. Der Ausblick für 2026 liegt mit einer Gewinnprognose von 3,2 Milliarden Euro unter den Markterwartungen von durchschnittlich 3,4 Milliarden Euro. Zwar wurde die Prognose für den Nettozinsüberschuss leicht angehoben, doch das reicht Investoren offenbar nicht ganz aus.
Zudem belasten Abschreibungen bei der Beteiligung Aquila Capital das Bild. Erneut mussten 52 Millionen Euro abgeschrieben werden, womit bereits zwei Drittel des ursprünglichen Kaufpreises verloren sind. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 37,75 Euro beträgt derzeit gut 14 Prozent, was die abwartende Haltung des Marktes widerspiegelt.
Das laufende Rückkaufprogramm endet am 26. März, gefolgt von den Quartalszahlen am 8. Mai. Die Hauptversammlung am 20. Mai dürfte dann zum Schauplatz der Entscheidung werden: Entweder überzeugt die Strategie der „Totalausschüttung“ die Aktionäre von der Eigenständigkeit, oder UniCredit nutzt den neu gewonnenen Spielraum für den entscheidenden Schritt über die 30-Prozent-Marke.
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