DAX: Berichtssaison sucht Gegenwind-Antwort
US-Teuerungszahlen und Unternehmensberichte prägen die nächste DAX-Woche; Morgan Stanley taxiert das Indexziel auf rund 26.963 Punkte.

Kurz zusammengefasst
- DAX gewinnt auf Wochenbasis rund zwei Prozent
- Allzeithoch bei etwa 26.680 Punkten erreicht
- US-Verbraucherpreise für Oktober erscheinen am Dienstag
- Infineon, Siemens Energy und Allianz berichten
Der DAX hat eine Woche zwischen Rekordstimmung und Tech-Ausverkauf hinter sich. Nun rückt eine dichte Terminfolge in den Blick: Zahlenflut bei den Schwergewichten, dazu US-Inflationsdaten, die über den weiteren Zinskurs mitentscheiden könnten.
Rekord am Mittwoch, Rücksetzer am Donnerstag
Der Leitindex startete von rund 25.800 Punkten in die Woche und erholte sich bis zur Wochenmitte auf ein neues Allzeithoch bei etwa 26.680 Punkten. Am Donnerstag gab er einen Teil der Gewinne wieder ab und schloss bei 26.325 Punkten. Auf Wochensicht blieb ein Plus von etwa zwei Prozent.
An der Wall Street fiel der Umschwung härter aus. Der S&P 500 verlor am Donnerstag rund 4,4 Prozent, der Nasdaq-100 sogar etwa 6,4 Prozent. Auslöser waren Sorgen, dass strengere Vorgaben den Ausbau der KI-Infrastruktur und neuer Rechenzentren bremsen könnten. Zuvor hatten die US-Zwischenwahlen, bei denen sich die Demokraten laut Projektionen Mehrheiten in beiden Kammern sicherten, zunächst für Kursgewinne gesorgt.
Auch am Samstag wurde der DAX in Diskussionsforen mit einem Minus von gut 1,7 Prozent geführt, eine verlässliche Handelsbasis ist das nicht. Charttechniker sehen den Index dennoch weiter in einem übergeordneten Aufwärtsimpuls. Je nach Zählweise reichen ihre Marken von 28.317 bis weit darüber hinaus.
Inflation und Bilanzen als nächste Prüfsteine
Am Dienstag um 14:30 Uhr erscheinen die US-Verbraucherpreise für Oktober. Wegen des Iran-Kriegs und hoher Ölpreise könnte die Teuerung anziehen. Eine Zinserhöhung im Dezember gilt nach Einschätzung von Marktbeobachtern als sehr wahrscheinlich. Brent notierte zuletzt bei knapp 98 Dollar je Barrel.
Hierzulande liefern die Unternehmen den Takt. Infineon berichtet am Dienstag, Siemens Energy am Mittwoch. Der „Super Thursday“ bringt Siemens, Allianz und Münchener Rück sowie rund 50 weitere Unternehmen. Eine Jahresendrally gilt als unwahrscheinlich.
Die Konjunkturdaten zeichnen ein gemischtes Bild. Die Auftragseingänge der Industrie legten im September um 4,4 Prozent zu, getragen von Auto und Maschinenbau. Im Quartalsvergleich blieb das Plus mit 0,2 Prozent allerdings gering.
Morgan Stanley sieht das Kursziel für den Index bei rund 26.963 Punkten, gut fünf Prozent über dem Niveau zum Zeitpunkt der Berechnung. Die Marke liegt nur knapp oberhalb des Rekordhochs, dessen Verteidigung nun von Inflationsdaten und Bilanzen abhängt.
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