Almonty Aktie: Global Tungsten verlängert Abnahmevertrag
Almonty vollzieht den Rückzug aus Australien, während sinkende Wolframpreise auf einen erweiterten Liefervertrag und US-Chancen treffen.

Kurz zusammengefasst
- ASX-Rückzug formal wirksam
- Nasdaq wird zentraler Handelsplatz
- Wolframpreise binnen Monatsfrist gefallen
- Abnahmevertrag deutlich ausgeweitet
Almonty Industries zieht sich heute von der australischen Börse ASX zurück. Der Handel mit den dort gelisteten CHESS Depositary Interests wurde bereits am 28. August eingestellt, das formale Delisting ist mit dem heutigen Tag wirksam.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit dauerhaft niedrigen und rückläufigen Handelsvolumina in Australien im Vergleich zur Nasdaq. Bereits Ende Juli hatte Almonty die Notierung an der Toronto Stock Exchange beendet.
Konzentration auf die Nasdaq
Mit dem Rückzug aus Sydney bündelt Almonty seine Liquidität endgültig auf dem US-Handelsplatz. Für Anleger, die ihre Positionen bislang über die australische CDI-Struktur hielten, endet damit ein Kapitel – ein struktureller, kein fundamentaler Einschnitt.
Der Schritt passt zur Wachstumsgeschichte des Unternehmens: Almonty war im Zuge der Reconstitution der Russell-Indizes im Juni in den Russell 1000 und den Russell 3000 aufgenommen worden, was das Interesse institutioneller US-Investoren zusätzlich befeuert.
Die Aktie kam gestern, am letzten Handelstag vor dem Delisting, um 2,0 Prozent auf 15,26 Euro zurück. Über die vergangenen sieben Handelstage summierte sich der Rückgang auf 5,7 Prozent. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch außergewöhnlich: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 92 Prozent zu Buche.
Wolframmarkt kühlt sich ab
Der jüngste Kursrücksetzer fällt in eine Phase, in der sich der globale Wolframmarkt spürbar abkühlt. Der chinesische Referenzpreis für Ammoniumparawolframat (APT) fiel Anfang August auf rund 79.732 US-Dollar je Tonne, nach etwa 105.775 US-Dollar im Juli – ein Rückgang von rund 24,6 Prozent innerhalb eines Monats.
Die Korrektur reicht bis in den Mai zurück, als Wolframit-Konzentrat von seinem Märzhoch aus wegen schwacher nachgelagerter Nachfrage um mehr als die Hälfte einbrach.
Gegenläufig wirkt ein politischer Faktor: Die USA haben Ende August ein einjähriges Exportverbot für Wolframschrott verhängt, Teil breiterer Bemühungen, als sicherheitsrelevant eingestufte Rohstoffe im Land zu halten.
Für Almonty, das mit seiner südkoreanischen Sangdong-Mine außerhalb Chinas produziert, könnte sich diese Verknappung auf dem US-Markt langfristig als Vorteil erweisen, auch wenn die kurzfristige Preisentwicklung am Weltmarkt derzeit gegenläufig verläuft.
Vertragswerk mit langem Atem
Unabhängig von den Marktschwankungen hat Almonty im Juli sein Fundament auf der Absatzseite gestärkt. Der langfristige Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders wurde erweitert: Die Laufzeit verlängert sich um sechs Jahre, das kontrahierte Volumen steigt um 40 Prozent, die Preiskonditionen verbessern sich um etwa 6,3 Prozent.
Ein solcher Vertrag verschafft Almonty Planungssicherheit gerade in einer Phase, in der die Spotpreise für Wolfram schwanken – ein Umstand, der die kurzfristige Kursvolatilität relativiert, ohne sie aufzuheben.
Der Rückzug von ASX und TSX signalisiert damit weniger operative Schwäche als vielmehr eine bewusste Fokussierung: Almonty setzt seine Kapitalmarktgeschichte künftig allein über die Nasdaq fort, während die eigentliche operative Entwicklung an der Sangdong-Mine im Vordergrund bleibt.
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