Vulcan Energy Aktie: Ludwig-Studie für 1,26 Milliarden Euro
Vulcan Energy kalkuliert für Ludwig 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat jährlich, doch Finanzierung und endgültiger Baubeschluss bleiben noch offen.

Kurz zusammengefasst
- Ludwig plant 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat
- Investitionsbedarf liegt bei 1,26 Milliarden Euro
- Eigenständige Finanzierung steht noch aus
- Vulcan-Aktie bleibt unter Druck
Vulcan Energy hat am vergangenen Donnerstag die Machbarkeitsstudie für das Lithiumprojekt Ludwig in Ludwigshafen veröffentlicht. Die Studie sieht eine jährliche Produktion von 21.100 Tonnen Lithiumcarbonat sowie bis zu 3.125 Gigawattstunden Wärme vor. Die geplante Investitionssumme beziffert das Unternehmen auf 1,26 Milliarden Euro, die Betriebskosten sollen bei 4.101 Euro je Tonne Lithiumcarbonat-Äquivalent liegen.
Ludwig ist eines von mehreren Standbeinen, mit denen Vulcan Energy Lithium aus geothermischen Solen im Oberrheingraben gewinnen will. Von den beiden Projekten der Gesellschaft ist derzeit vor allem das sogenannte Lionheart-Programm finanziell weiter fortgeschritten: Für dessen erste Phase steht ein Kapitalpaket von 2,2 Milliarden Euro bereit, mit dem Vulcan Lithiumhydroxid produzieren will.
Abnehmer für dieses Lionheart-Produkt sind unter anderem LG Energy Solution und der Autokonzern Stellantis. Für Ludwig selbst, das auf Lithiumcarbonat statt Lithiumhydroxid ausgerichtet ist, steht eine eigenständige Finanzierung noch aus.
Produktionsstart hängt an mehreren Etappen
Ein Produktionsbeginn bei Ludwig ist an eine finale Investitionsentscheidung geknüpft, die nach aktuellem Stand erst folgen soll, nachdem Lionheart die Produktion aufgenommen hat. Erst wenn dieser Meilenstein erreicht ist, dürfte Vulcan über die endgültige Umsetzung von Ludwig entscheiden.
Für Anleger bedeutet das: Die jüngste Machbarkeitsstudie liefert technische und wirtschaftliche Eckdaten, ersetzt aber keine gesicherte Finanzierung und keinen fixierten Zeitplan für den eigentlichen Produktionsstart.
Der Kapitalmarkt reagierte auf die Nachricht verhalten. Die Aktie schloss am Freitag bei 1,64 Euro, ein Minus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Rückgang auf 3,2 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 36 Prozent zu Buche. Damit notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 4,15 Euro, das Mitte Oktober vergangenen Jahres markiert wurde.
Belastete Anlegerstimmung trotz operativer Fortschritte
Die schwache Kursentwicklung der vergangenen Monate spiegelt sich in mehreren Ereignissen wider, die für Verunsicherung gesorgt haben. Vor rund einem Monat verkaufte Citigroup ihren Großaktionärsstatus an Vulcan Energy, während zeitgleich ein Direktor des Unternehmens Insiderkäufe tätigte – seither hat die Aktie weiter nachgegeben. Vor rund zwei Wochen stockte State Street ihren Anteil auf, was den Abwärtstrend jedoch nicht stoppen konnte.
Die Kursschwäche bei gleichzeitig fortschreitenden operativen Meilensteinen wie der Ludwig-Studie zeigt, dass Investoren derzeit vor allem auf die Finanzierungsfrage schauen. Solange Vulcan Energy für Ludwig keine mit Lionheart vergleichbare Kapitalstruktur vorweisen kann, dürfte die Aktie unter Druck bleiben.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,73 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 2,18 Euro – die Notierung bewegt sich damit unterhalb beider Marken und signalisiert einen fortgesetzten mittelfristigen Abwärtstrend.
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