Silber Preis: 107,66 Millionen Zufluss in SLV
Silber steigt leicht, bleibt aber mit 20,77 Prozent Jahresminus tief im roten Bereich. ETF-Zuflüsse deuten auf vorsichtige Stimmungsaufhellung.
Kurz zusammengefasst
- Tagesplus von 0,82 Prozent
- Jahresverlust von über 20 Prozent
- SLV-ETF verzeichnet Kapitalzuflüsse
- Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt 23,79 Prozent
Silber legt am Freitag um 0,82 Prozent zu und schließt bei 56,22 US-Dollar. Der kurze Sprung nach oben täuscht über eine schwere Baustelle hinweg. Auf Monatssicht verliert das Edelmetall 17,32 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Minus von 20,77 Prozent zu Buche.
Wer nur auf den Tageschart schaut, sieht Stabilisierung. Wer die längere Perspektive einbezieht, erkennt einen Markt, der von seinem Rekordhoch weit entfernt liegt.
ETF-Bestände deuten auf vorsichtige Stimmungsaufhellung
Der größte Silber-ETF SLV hat innerhalb einer Woche Bestände aufgebaut. Sie stiegen um 57,65 Tonnen auf 14.957,28 Tonnen, ein Plus von 0,39 Prozent.
Parallel dazu floss dem Fonds ein Netto-Kapitalzufluss von 107,66 Millionen US-Dollar zu. Marktbeobachter werten das als Zeichen einer leichten Stimmungsaufhellung.
Auffällig: Silber entwickelte sich dabei sogar stärker als Gold. Die Goldbestände im ETF GLD gingen zuletzt leicht zurück, während der Silbermarkt Zuflüsse verzeichnete.
Die Jahresbilanz bleibt trotzdem tief im Minus. Seit Jahresbeginn sind die SLV-Bestände um 1.521,92 Tonnen beziehungsweise 9,04 Prozent geschrumpft. Der kumulierte Netto-Abfluss summiert sich auf 3,55 Milliarden US-Dollar – Folge des Kurseinbruchs nach dem Rekordhoch im Januar.
Der Chart zeigt zwei Gesichter
Der Silberpreis notiert derzeit 53,84 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar.
Vom Tief bei 45,51 US-Dollar aus dem Oktober 2025 hat sich der Kurs immerhin um 23,53 Prozent erholt.
Auch die gleitenden Durchschnitte zeichnen ein klares Bild des Abwärtstrends. Silber liegt 16,36 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 67,22 US-Dollar.
Zum 200-Tage-Durchschnitt von 73,77 US-Dollar beträgt der Abstand sogar 23,79 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 34,6 signalisiert einen überverkauften Markt. Eine Trendwende bestätigt das allein aber noch nicht.
Analysten richten den Blick auf zwei Zonen für die kommende Woche. Als besonders attraktiv für ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis gilt der Bereich zwischen 62,50 und 63,50 US-Dollar. Nähert sich der Preis dagegen der runden Marke von 55 US-Dollar, könnte der Verkaufsdruck nach Einschätzung mehrerer Marktbeobachter erneut zunehmen.
Der Wochenchart zeigt außerdem, dass frühere Unterstützungszonen bereits gebrochen wurden. Neue Tiefststände deuten darauf hin, dass Verkäufer weiter die Oberhand behalten. Die aktuelle Erholung reicht nach dieser Lesart noch nicht für eine echte Trendwende.
Zinsumfeld bleibt Belastungsfaktor
Hohe Renditen von US-Staatsanleihen erhöhen die Attraktivität verzinster Anlagen gegenüber Silber und Gold. Das begrenzt das Erholungspotenzial des Marktes zusätzlich.
Für europäische Anleger spielt zudem der Wechselkurs eine Rolle. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, verteuert sich Silber automatisch für Käufer im Euroraum. Ein starker Euro kann Gewinne einer Silber-Rallye dagegen teilweise auffressen.
Hält sich der Kurs über der Marke von 55 US-Dollar, bleibt die Zone bei 62,50 bis 63,50 US-Dollar das nächste realistische Ziel. Rutscht Silber darunter, dürfte der seit Januar laufende Abwärtstrend erneut die Oberhand gewinnen. Die ETF-Zuflüsse der vergangenen Woche liefern dafür bislang keine Garantie.
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