Partners Group: Zweiaktienklassen-Struktur ab Ende 2026
Der Schweizer Vermögensverwalter reagiert auf monatelangen Kursverfall mit neuer Zweiaktienklassenstruktur für seinen Londoner Trust.

Kurz zusammengefasst
- Neue Aktienstruktur für Londoner Trust
- Anleger erhalten Wahlrecht zwischen Strategien
- Kursverlust von über einem Drittel seit Februar
- Rücknahmebegrenzung bei Evergreen-Fonds belastet
Partners Group zieht die Reißleine. Nach einem monatelangen Kursverfall baut der Schweizer Privatmarktmanager seinen Londoner Investment-Trust um. Die Aktie markierte erst am Freitag ein neues Fünf-Jahres-Tief. Nun soll eine veränderte Struktur das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen.
Fluchtmöglichkeit für Anleger
Der börsennotierte Trust verwaltet rund 800 Millionen Euro. Bisher litten die Anteile unter einem deutlichen Bewertungsabschlag zum Nettoinventarwert. Das Management führt deshalb eine Zweiaktienklassenstruktur ein. Investoren haben künftig die Wahl. Sie können in der langfristigen Strategie bleiben. Alternativ dürfen sie bis zu 30 Prozent ihrer Papiere in einen Abwicklungsfonds umschichten. Daraus fließt das Kapital dann schrittweise zurück.
Der Verwaltungsrat legt die genauen Details im dritten Quartal vor. Stimmt die Hauptversammlung zu, greift das Modell Ende 2026.
Evergreen-Fonds als Belastung
Der Umbau fällt in eine extrem schwache Börsenphase. Seit Februar hat die Holding-Aktie mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Der Kurs rutschte am 19. Juni auf 734,80 Euro ab.
Auslöser sind Probleme bei den offenen Evergreen-Fonds. Partners Group musste Anfang Juni die Rücknahmen bei einem milliardenschweren Vehikel kappen. Die Anfragen überstiegen das Limit deutlich. Der Global Value SICAV zahlt nun maximal fünf Prozent des Nettoinventarwerts pro Quartal aus.
Die Folge: Das Wachstum der verwalteten Vermögen dürfte in den kommenden anderthalb Jahren um bis zu zwei Prozentpunkte sinken.
Neugeschäft federt ab
Ungeachtet der Turbulenzen hält der Vorstand an seinen Zielen fest. Das Unternehmen erwartet für das laufende Jahr weiterhin Bruttoneugeldzuflüsse zwischen 26 und 32 Milliarden US-Dollar. Eine pralle Projektpipeline stützt diese Prognose.
Parallel sammelt der Konzern frisches Kapital für Immobilien-Zweitmarktprogramme ein. Für den neuesten Fonds liegen bereits Zusagen über 650 Millionen US-Dollar vor.
Am 15. Juli veröffentlicht Partners Group die neuen Zahlen zu den verwalteten Vermögen. Zuletzt lag dieser Wert bei knapp 185 Milliarden Dollar. Der Bericht liefert den harten Beleg, inwieweit das institutionelle Neugeschäft die aktuellen Abflüsse der Privatkunden ausgleicht.
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