Commerzbank Aktie: 48 Stunden entscheiden über Übernahme
UniCredit bereitet offizielles Übernahmeangebot vor, während Commerzbank mit starken Quartalszahlen die Eigenständigkeit verteidigt.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit stellt offizielle Offerte vor
- Commerzbank pocht auf höhere Bewertung
- Quartalszahlen als Abwehrstrategie
- Aktionäre entscheiden über Dividende
Zwei Banken, vier Termine und ein Übernahmekampf, der in die heiße Phase geht. Für die Commerzbank beginnt eine Woche, die über die Eigenständigkeit des Instituts entscheiden könnte. Während das Management auf verbesserte Quartalszahlen pocht, bereitet UniCredit in Italien das offizielle Angebot vor.
Das Ringen um den Preis
Den Auftakt macht am 4. Mai die außerordentliche Hauptversammlung der UniCredit. Die Aktionäre sollen der nötigen Kapitalerhöhung zustimmen. Bereits einen Tag später plant Konzernchef Andrea Orcel die Vorlage der offiziellen Übernahmeofferte. Ein kompletter Rückzug kommt für ihn laut einem Zeitungsinterview nicht infrage.
Das bisherige Tauschangebot von 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Papier entsprach im März einer Bewertung von rund 35 Milliarden Euro. Inzwischen ist die Frankfurter Bank an der Börse aber spürbar mehr wert. Das Angebot liegt unter dem aktuellen Marktkapitalisierung. Orcel hält sich eine Nachbesserung offen.
Die Commerzbank-Führung lehnt die Pläne ab. Sie fordert eine marktübliche Prämie und ein überzeugendes Konzept, das echten Mehrwert schafft. Der Bund stützt als Großaktionär diesen Kurs und pocht auf die Systemrelevanz des Instituts. Im Gegensatz dazu signalisiert die Europäische Zentralbank Sympathien für einen grenzüberschreitenden Zusammenschluss. Chef-Aufseherin Claudia Buch fordert offen mehr europäische Integration.
Eigene Zahlen als Abwehrstrategie
Die Frankfurter setzen auf operative Stärke. Am 8. Mai präsentiert das Institut seine Quartalszahlen. Das Management will die im Vorfeld angekündigten höheren Finanzziele detaillieren und die Strategie der Eigenständigkeit untermauern. Diese Ergebnisse müssen sitzen, um Zweifel an der Solofahrt auszuräumen.
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Schließlich liegt die Entscheidung bei den institutionellen Anlegern, die rund 37 Prozent der Anteile kontrollieren. Auf der Hauptversammlung am 20. Mai steht ein Dividendenvorschlag von 1,10 Euro je Aktie zur Abstimmung. Ferner sollen die Aktionäre eine Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe absegnen.
Zuvor hatte die Bank bereits zwei milliardenschwere Rückkaufprogramme abgeschlossen. Insgesamt sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr rund 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurückfließen. Die Botschaft ist eindeutig: Die Bank will aus eigener Kraft lukrativ bleiben.
Die Börse honoriert die operative Entwicklung bisher. Allein im April legte der Aktienkurs um fast zehn Prozent zu und schloss den Monat bei gut 35 Euro ab. Legt UniCredit das Angebot wie geplant in der kommenden Woche vor, startet die Annahmefrist. Ein endgültiges Ergebnis über den Erfolg der Übernahme wird dann im Sommer erwartet.
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