Commerzbank Aktie: Banken stellen 11,17 Prozentpunkte
Im Übernahmekampf mit UniCredit entzündet sich der Konflikt an der Zusammensetzung der Annahmequote, nicht an deren Höhe.

Kurz zusammengefasst
- Banken dominieren angediente Aktien
- Commerzbank bestreitet breite Zustimmung
- UniCredit-Chef widerspricht Darstellung
- Weitere Annahmefrist bis 3. Juli
Nicht wie viele Aktien angedient wurden — sondern von wem. Das ist der eigentliche Streitpunkt im Übernahmekampf zwischen UniCredit und der Commerzbank.
Banken dominieren die Annahmequote
Innerhalb der regulären Annahmefrist brachten Aktionäre insgesamt 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien in das UniCredit-Tauschangebot ein. Die Commerzbank schlüsselt das auf: 11,17 Prozentpunkte entfielen auf Banken, nur 1,29 Prozentpunkte auf institutionelle Investoren und 0,05 Prozentpunkte auf Privatanleger.
Das Frankfurter Institut wertet das als Argument gegen UniCredit. Es geht davon aus, dass ein erheblicher Teil der angedienten Aktien mit Derivategeschäften der Italiener zusammenhängt. Keine breite Zustimmung freier Aktionäre also — so die Lesart. UniCredit weist das zurück.
UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte zuvor behauptet, fast alle aktiven Großinvestoren hätten ihre Commerzbank-Aktien verkauft oder angedient. Die Commerzbank widerspricht dem ausdrücklich. Die eigene Aktionärsbasis sei „weitgehend unverändert“ — verteilt auf mehrere hundert institutionelle Investoren und mehr als 500.000 Privatanleger.
Transparenz als Waffe
Wer die Herkunft der angedienten Aktien definiert, beeinflusst die politische Wahrnehmung des Deals. Die Commerzbank betont, als Emittentin direkten Einblick in ihre Aktionärsbasis zu haben. Das ist kein Zufall. Regulatoren und Politik schauen nicht nur auf Prozentzahlen, sondern auch darauf, ob eine Annahmequote echten Anlegerwillen widerspiegelt.
Der Markt reagiert gelassen. Die Commerzbank Aktie notiert bei 37,57 Euro, ein Plus von 0,45 Prozent — und liegt damit nur rund drei Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.
Weitere Frist bis 3. Juli
Die weitere Annahmefrist läuft vom 20. Juni bis zum 3. Juli 2026. Das finale Ergebnis veröffentlicht UniCredit laut Angebotsunterlage am 8. Juli 2026. Zwischenstände sind in dieser Phase nicht vorgesehen.
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Die Commerzbank empfiehlt ihren Aktionären, das Angebot abzulehnen — sie sieht keine angemessene Prämie. Bis zum 8. Juli bleibt damit die Frage offen, ob die Zusammensetzung der Annahmequote am Ende mehr zählt als ihre absolute Höhe.
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