Coinbase Aktie: Lobby zieht in den Wahlkampf
Stand With Crypto unterstützt drei Senatskandidaten und will mit Wahlkampfeinsatz Krypto-freundliche Politik fördern.

Kurz zusammengefasst
- Drei Senatskandidaten erhalten Unterstützung
- Ohio gilt als wichtiger Prüfstein
- Clarity Act scheiterte an Verfahrenshürde
- Krypto-Ausgaben erreichen etwa 200 Millionen Dollar
Nach dem Scheitern des Clarity Act im Senat verlagert Coinbase den Kampf um Krypto-Regeln auf die Wahlkampfbühne. Die von dem Konzern 2023 gegründete Lobbygruppe Stand With Crypto hat heute ihre ersten Senats-Empfehlungen für die Midterms im November vorgestellt.
Erste Senats-Empfehlungen
Die Gruppe unterstützt drei Kandidaten: den Republikaner Jon Husted in Ohio, die Republikanerin Ashley Hinson in Iowa und den Demokraten Chris Pappas in New Hampshire. Nach eigenen Angaben wählt sie Kandidaten nach ihrer Krypto-Politik aus, „unabhängig von der Partei“.
Besonders Ohio gilt als Testfall. Husted tritt gegen Sherrod Brown an, den früheren Vorsitzenden des Bankenausschusses und langjährigen Krypto-Skeptiker. Kehrt Brown zurück, säße ein Kritiker der Branche wieder an einflussreicher Stelle im Senat. Das Branchen-Super-PAC Fairshake hat bereits eine Werbekampagne im Umfang von 30 Millionen Dollar gegen ihn gestartet.
Im Repräsentantenhaus kommen unter anderem Mariannette Miller-Meeks (Republikaner, Iowa) und Shomari Figures (Demokrat, Alabama) hinzu. In sechs Wahlkreisen will die Gruppe zudem mehr für Werbung ausgeben, darunter für die Abgeordneten Don Davis und Bryan Steil. Alle neuen Empfehlungen im Repräsentantenhaus stimmten 2025 für den Clarity Act. Bereits im August hatte die Organisation 32 amtierende Abgeordnete unterstützt.
Der Hintergrund: 49 zu 50
Am 15. September scheiterte der Clarity Act im Senat mit 49 zu 50 Stimmen an einer Verfahrenshürde. Die Demokraten stimmten geschlossen dagegen. Sie verwiesen auf Bedenken, Präsident Donald Trump könne persönlich von der Krypto-Branche profitieren.
Stand With Crypto kündigte damals an, das Abstimmungsverhalten im öffentlichen Bewertungssystem zu vermerken, und hat es inzwischen aktualisiert. Geschäftsführer Mason Lynaugh erklärte, die mehr als drei Millionen Unterstützer konzentrierten sich nun voll darauf, Krypto-freundliche Kandidaten ins Amt zu bringen.
Die Gruppe selbst spendet nicht direkt an Kampagnen, sondern mobilisiert Wähler. Gut bewertete Kandidaten erhalten jedoch oft Geld aus branchennahen PACs. Die Krypto-Ausgaben im Wahlzyklus 2026 belaufen sich insgesamt auf etwa 200 Millionen Dollar.
Für Coinbase ist das mehr als Symbolpolitik. Ein Marktstrukturgesetz bleibt für das Geschäft ein zentraler Baustein. Ob die Branche ihre Gesetzespläne voranbringt, hängt nun stark vom Wahlausgang am 3. November ab, wobei Ohio als erster Gradmesser für die Schlagkraft ihrer Wahlkampfmaschine gilt.
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