XRP: CLARITY Act vertagt bis September
XRP Ledger führt neue Datenschutzfunktion ein, während der US-Senat die CLARITY-Abstimmung verschiebt. Der Kurs bleibt nahe dem Jahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Neue Datenschutzfunktion für Institutionen
- Senat vertagt CLARITY-Act-Abstimmung
- XRP-Kurs nahe 52-Wochen-Tief
- ETF-Zuflüsse brechen stark ein
XRP steckt zwischen zwei Welten. Auf der einen Seite ein technisches Upgrade, das Institutionen den Einstieg erleichtern soll. Auf der anderen Seite ein US-Senat, der eine zentrale Regulierungsfrage einfach vertagt. Der Kurs pendelt bei 1,04 Dollar — knapp über dem 52-Wochen-Tief von 1,01 Dollar, das erst im Juni erreicht wurde.
Neue Ledger-Version mit Fokus auf Institutionen
Am 6. August ging Version 3.3.0 des XRP Ledger live. Das Update bringt sechs neue Funktionen mit sich. Die wichtigste heißt „Confidential Transfers“.
Diese Funktion verschlüsselt Kontostände und Zahlungsbeträge für sogenannte Multi-Purpose Tokens. Finanzinstitute können damit Transaktionen abwickeln, ohne sensible Positionsdaten öffentlich zu zeigen. Genau das fordern viele Banken als Voraussetzung für den Einsatz von Blockchain-Technologie.
Das Upgrade bringt drei weitere Neuerungen mit: Batch-Transaktionen, Sponsor-Funktionen und delegierte Berechtigungen. Die Batch-Funktion erlaubt es, bis zu acht Transaktionen als eine einzige atomare Aktion zu verarbeiten. Das Ziel dahinter: mehr Effizienz für Unternehmen, die auf dem Netzwerk aufbauen.
Nach dem Release stieg XRP kurzzeitig um ein Prozent auf 1,036 Dollar. Der Auftrieb hielt aber nicht lange. Die US-Notierungen gerieten schnell wieder unter Druck.
Der Senat bremst aus
Am 7. August bestätigte Senatsmehrheitsführer John Thune, was viele Investoren fürchteten: Die Abstimmung über den CLARITY Act verschiebt sich auf die Zeit nach der Sommerpause des Senats. Damit fällt ein Termin weg, den der Markt als kurzfristigen Auslöser für mehr Rechtssicherheit gehandelt hatte.
Thune will den Antrag zwar noch vor der Pause einbringen. Die eigentliche Abstimmung bleibt aber offen. Das Problem liegt tiefer: Den Republikanern fehlen die Stimmen für eine eigene Mehrheit.
Mehrere republikanische Senatoren kritisieren einzelne Klauseln des Gesetzes. Banken lobbyieren intensiv gegen Belohnungsmodelle für Stablecoins. Demokraten fordern zusätzlich strengere Ethikregeln für Amtsträger, die von Krypto-Geschäften profitieren.
Kurs verteidigt Marke, ETF-Zuflüsse brechen ein
Am Freitagvormittag notierte XRP bei 1,03 Dollar, ein Tagesminus von 1,7 Prozent. Über die vergangenen 30 Tage steht ein Rückgang von rund fünf Prozent zu Buche — XRP war damit die schwächste große Kryptowährung der Woche. Die Marke von einem Dollar hielt der Token trotz kurzem Abtauchen auf 1,01 Dollar.
Die Stimmung bei institutionellen Anlegern zeigt sich ähnlich wechselhaft. Die wöchentlichen Zuflüsse in XRP-ETFs fielen von 14,9 Millionen auf etwa eine Million Dollar. Immerhin: Am 6. August kamen an einem einzigen Tag wieder rund 3,5 Millionen Dollar zurück in die Produkte.
Ripple selbst lässt sich von der Kursschwäche nicht bremsen. Am 3. August investierte das Unternehmen in ZILO und Licuido, zwei Firmen mit Fokus auf Infrastruktur für tokenisierte Fondsanteile und institutionellen Assethandel. Beide sollen künftig ihre Technologie mit der XRPL-Infrastruktur verknüpfen — für Emission, Verwahrung und Übertragung tokenisierter Vermögenswerte.
Ripple bleibt optimistisch
Ripple-Präsidentin Monica Long betonte am 5. August, die Adoption des XRP Ledger bewege sich mittlerweile über reine Pilotprojekte hinaus. Nach ihrer Darstellung entstehen zunehmend praktische Anwendungsfälle bei Unternehmen.
Diese Zuversicht aus der Chefetage trifft auf einen Kurs, der klar unter seinen mittelfristigen Durchschnittswerten notiert — mehr als 20 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 1,32 Dollar. Der RSI von rund 40 signalisiert dabei keine akute Überverkauft-Situation, sondern eher eine Seitwärtsphase ohne klare Richtung.
Der nächste Termin mit Marktrelevanz steht im September fest. Dann will der Senat den CLARITY Act erneut aufgreifen, zusammen mit weiteren Fragen zur Marktstruktur für digitale Vermögenswerte. Bis dahin bleibt der Konflikt zwischen technischem Fortschritt und regulatorischem Stillstand ungelöst.
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