KNDS Aktie: Auftragsbestand springt auf 33,1 Milliarden

Der Rüstungskonzern KNDS meldet deutliches Umsatz- und Auftragswachstum und hält am Börsengang in Frankfurt und Paris fest.

Dr. Robert Sasse ·
KNDS Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatz steigt auf 4,4 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand erreicht 33,1 Milliarden Euro
  • Börsendebüt für Juni oder Juli geplant
  • Staatliche KfW soll 40 Prozent übernehmen

KNDS liefert kurz vor dem geplanten Börsengang starke Zahlen. Der deutsch-französische Rüstungskonzern wächst deutlich, der Auftragsbestand springt nach oben. Damit gewinnt das geplante Doppel-Listing in Frankfurt und Paris an Substanz — auch wenn die Eigentümerstruktur für Investoren eng bleibt.

Nachfrage nach schweren Waffen treibt Wachstum

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 4,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von rund 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Noch deutlicher fällt der Blick in die Auftragsbücher aus. Der Bestand erreichte 33,1 Milliarden Euro, nach 23,5 Milliarden Euro Ende 2024. Dahinter steht die höhere europäische Nachfrage nach schweren Waffensystemen, während Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und Lagerbestände wieder auffüllen.

KNDS profitiert dabei von einem Ansatz, der Plattformen und Munition bündelt. Kunden kaufen damit nicht nur Fahrzeuge oder Geschütze, sondern integrierte Systeme aus einer Hand. In einem Markt, in dem Lieferfähigkeit und Standardisierung wichtiger werden, ist das ein klarer Vorteil.

IPO-Zeitplan bleibt intakt

Der Konzern hält an seinem Börsenplan fest. Die Vorbereitungen für ein Initial Public Offering mit Notierungen in Frankfurt und Paris laufen weiter und liegen nach Unternehmensangaben vollständig im ursprünglichen Zeitplan.

Als Zeitfenster gelten Juni oder Juli 2026. Falls sich der Prozess in den Spätsommer verschiebt, kommt September 2026 als Alternative infrage.

Politisch ist der Börsengang eng verzahnt. Berlin und Paris verhandeln über die künftige Eigentümerstruktur. Deutschland will über die staatliche KfW einen Anteil von 40 Prozent übernehmen und damit die bestehende französische Beteiligung spiegeln.

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Damit wäre beim Börsendebüt nur jede fünfte Aktie frei handelbar. Das begrenzt den Streubesitz deutlich und könnte die spätere Indexaufnahme sowie die Liquidität im Handel bremsen. Für große Fonds ist das ein praktisches Problem, weil sich Positionen schwerer auf- und abbauen lassen.

Deutschland plant, den Anteil innerhalb von zwei bis drei Jahren auf 30 Prozent zu senken. Eine Sondervereinbarung soll beiden Regierungen dennoch gleiche Stimmrechte bei strategischen Fragen und Produktionsstandorten sichern.

Bilanz vor Listing bereinigt

KNDS hat vor dem Börsengang bereits Portfolioarbeit geleistet. Am 19. Mai 2026 verkaufte der Konzern 5,8 Millionen Aktien des Antriebsspezialisten Renk.

Der Verkaufspreis lag bei 45,10 Euro je Aktie, der Erlös bei rund 262 Millionen Euro. KNDS behält einen Anteil von 10 Prozent an Renk, für den eine sechsmonatige Haltefrist gilt.

Begleitet wird der IPO-Prozess von JPMorgan und Lazard. Der Börsengang dient voraussichtlich vor allem als Ausstiegsmöglichkeit für die deutsche Eigentümerfamilie Wegmann, deren Krauss-Maffei Wegmann 2015 mit dem französischen Nexter-Konzern zu KNDS zusammengeführt wurde.

Mit den geprüften Zahlen für 2025 ist eine zentrale Voraussetzung für die Bewertung erfüllt. Der politische Rückenwind ist sichtbar, wichtiger werden nun Marge, Cashflow und die Qualität des Auftragsbestands. Genau daran wird sich der Marktpreis beim geplanten Debüt in Frankfurt und Paris messen.

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