D-Wave Quantum Aktie: CEO Baratz verkauft 18 Millionen
Insiderverkäufe bei D-Wave Quantum verunsichern Anleger vor wichtiger Branchenkonferenz in London.

Kurz zusammengefasst
- CEO und CFO verkaufen Millionenanteile
- Analysten raten weiterhin zum Kauf
- Auftragseingänge erreichen Rekordniveau
- Präsentation neuer Hardware in London
Bei D-Wave Quantum klaffen Stimmung und Handeln der Chefetage weit auseinander. Während Analysten reihenweise Kaufempfehlungen aussprechen, trennt sich das Management im großen Stil von eigenen Anteilen. Das sorgt kurz vor einer wichtigen Branchenkonferenz für Nervosität.
Millionen-Verkäufe im Management
CEO Alan Baratz verkaufte Anfang Juni Aktien im Wert von rund 18 Millionen US-Dollar. Kurz darauf zog Finanzchef John Markovich nach. Er stieß Papiere für über eine Million US-Dollar ab.
Die Transaktionen folgten auf eine branchenweite Kursrallye. Ein milliardenschweres US-Förderprogramm für Quantencomputing trieb die Kurse zuvor massiv an. Offiziell dienen die Verkäufe der Steuerplanung. Baratz behält weiterhin ein massives Aktienpaket.
Analysten bleiben optimistisch
Die Wall Street lässt sich von den Insider-Deals nicht beirren. Der Konsens von 15 befragten Analysten lautet weiterhin auf „Strong Buy“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei gut 36 US-Dollar.
Experten verweisen auf Fortschritte bei KI-Anwendungen und Medikamenten-Simulationen. Ein weiterer Treiber ist die staatliche Unterstützung. D-Wave sicherte sich eine Absichtserklärung über 100 Millionen US-Dollar aus dem US-CHIPS-Gesetz. Das Geld fließt in den Ausbau der Rechenzentren.
Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Auftragseingänge explodierten im ersten Quartal auf den Rekordwert von 33,4 Millionen US-Dollar. Der Umsatz brach hingegen auf 2,9 Millionen US-Dollar ein. Das Management rechnet erst im zweiten Halbjahr mit steigenden Erlösen.
Blick nach London
Am Donnerstag präsentiert D-Wave in London neue Hardware-Updates auf der Konferenz „Qubits Europe“. An der Börse schloss das Papier am Freitag bei 20,20 Euro. Damit notiert der Kurs knapp unter der wichtigen 200-Tage-Linie.
Seit dem Jahrestief im Frühjahr hat die Aktie bereits massiv zugelegt. Ein starker Auftritt in London könnte nun den Ausbruch über diesen technischen Widerstand auslösen. Fällt das Feedback der Nutzer jedoch schwach aus, droht ein schneller Rücksetzer auf das Niveau vor der US-Förderzusage.
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