DAX: Ölpreis und KI-Bremse trüben Wochenstart
Steigende Rohölpreise und Zweifel am KI-Tempo drücken den DAX vor mehreren Zinsentscheiden; charttechnisch bleibt eine Stabilisierung möglich.

Kurz zusammengefasst
- X-DAX vorbörslich rund 0,3 Prozent schwächer
- KI-Anbieter bremsen Entwicklungstempo und Börsenpläne
- Pipeline-Angriff treibt Brent und WTI
- Fed-Entscheid prägt Wochenverlauf am Mittwoch
Drei Notenbanksitzungen in einer Woche, ein eskalierender Konflikt im Nahen Osten und ausgerechnet jetzt kalte Füße bei den KI-Vorreitern — der DAX startet mit einigem Gegenwind in eine Woche, die es in sich hat.
Der X-DAX zeigte vorbörslich ein Minus von rund 0,3 Prozent und rutschte damit in Richtung seines Tiefs seit Ende Juli. Zwei Nachrichten aus dem Wochenende belasten die Stimmung besonders.
Zum einen haben die KI-Entwickler Anthropic und OpenAI signalisiert, das Entwicklungstempo drosseln zu wollen — OpenAI verschiebt sogar den eigenen Börsengang. Das nährt Zweifel, ob die Technologie tatsächlich die Erwartungen erfüllen kann, die ihr zugeschrieben wurden. Zum anderen haben Huthi-Rebellen eine saudische Umgehungspipeline attackiert, durch die etwa vier Prozent der weltweiten Rohölkapazitäten fließen.
Ölpreis und Zinssorgen als Belastung
Die Folge: Brent und WTI legen weiter zu, was die Inflationserwartungen anheizt — ausgerechnet in der Woche, in der Fed, Bank of England und Bank of Japan über ihre Zinsen entscheiden. Für die Fed ist die Lage besonders unangenehm. Die Kerninflation kühlt nicht schnell genug ab, während der Ölpreisschub neue Aufwärtsrisiken schafft. Charttechnisch wird für den DAX im Tagesverlauf eine Spanne zwischen 25.250 und 25.650 Punkten erwartet.
Charttechnik: Erholung am unteren Bollinger-Band
Nach fünf Handelstagen mit fallenden Tageshochs bildete der Index am Freitag einen sogenannten Inside Day am unteren Bollinger-Band — ein möglicher Ansatzpunkt für eine Stabilisierung. Der GD 200 liefert bereits ein Kaufsignal, die Slow Stochastik könnte bei weiteren Kursanstiegen folgen. Als erste Hürde gilt der GD 50 bei 25.745 Punkten, darüber würde der Weg zum Tageshoch vom 9. September bei 25.908 Punkten frei.
Das Gegenszenario bleibt jedoch intakt: GD 20 und GD 50 liefern derzeit Verkaufssignale, ebenso die Slow Stochastik. Fällt der Index unter das Tief vom 30. Juli bei 25.295 Punkten, rückt der GD 200 bei 24.728 Punkten als nächste Unterstützung in den Blick — ein Bruch dieser Marke würde ein mittelfristig relevantes Verkaufssignal auslösen.
Die dünne Terminlage am Montag lässt den beiden großen Themen viel Raum: der KI-Skepsis und der geopolitischen Lage am Golf. Wie stark sich das auf den DAX auswirkt, dürfte sich spätestens am Mittwoch zeigen, wenn die Fed ihre Zinsentscheidung verkündet.
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