DAX: Ölpreise dämpfen Zinssorgen

Der Leitindex gewann am Freitag 0,56 Prozent; auf Wochensicht stoppte ein Plus von 0,4 Prozent die Verlustserie.

Felix Baarz ·
Moderne Bürogebäude in einem Finanzviertel bei Dämmerung, symbolisch für die Stimmung am Aktienmarkt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • DAX beendet drei Verlustwochen in Folge
  • Iran-Berichte drücken zuvor gestiegene Ölpreise
  • Evonik gewinnt nach BASF-Übernahmeinteresse rund sieben Prozent
  • HelloFresh fällt nach gesenkten Jahreszielen fast zehn Prozent

Eine durchwachsene Woche, ein versöhnlicher Ausklang: Der DAX beendete den Freitagshandel mit einem Plus von 0,56 Prozent bei 25.408,64 Punkten. Auf Wochensicht blieb davon nur ein mageres Plus von 0,4 Prozent übrig – immerhin genug, um eine dreiwöchige Verlustserie zu stoppen.

Der Auslöser für die Freitagserholung kam nicht aus Frankfurt, sondern aus dem Nahen Osten. Berichte über ein mögliches Verhandlungsangebot des Iran ließen die Ölpreise nachgeben, nachdem diese zuvor kräftig gestiegen waren.

Sollte der Iran tatsächlich bereit sein, die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder zu öffnen, würde das die Energiepreise spürbar entlasten – und damit indirekt auch die Zinssorgen dämpfen, die zuletzt die Anleiherenditen nach oben trieben.

Vorsicht bleibt die Leitlinie

Trotz des freundlichen Wochenschlusses regiert unter Anlegern weiterhin Zurückhaltung. Die Kombination aus steigenden Zinsen, hohen Energiepreisen und einem zurückhaltenden Konsum gilt als Belastungsfaktor für Konjunktur und Börse gleichermaßen. Hoffnung setzen Marktbeobachter auf die anlaufende Berichtssaison – dort müssen Unternehmen zeigen, wie sie mit den gestiegenen Finanzierungskosten tatsächlich zurechtkommen.

Bewegung gab es bei Einzelwerten reichlich. Evonik sprang nach bestätigtem Übernahmeinteresse von BASF um rund sieben Prozent, während BASF selbst knapp vier Prozent verlor. Hellofresh rutschte nach gesenkten Jahreszielen auf ein weiteres Rekordtief ab und schloss fast zehn Prozent leichter.

Bankaktien wie Deutsche Bank und Commerzbank legten dagegen um jeweils 2,7 Prozent zu – getragen von der Hoffnung auf sinkende Ölpreise und eine damit belebte Kreditnachfrage.

Politisch bleibt zudem die Frage nach der Stabilität der Bundesregierung ein Belastungsfaktor, der die Anlegerstimmung in den kommenden Monaten prägen dürfte. Konkrete Beschlüsse fehlen bislang, entsprechend vorsichtig bleibt die Positionierung am Markt.

Für die kommende Woche richtet sich der Blick auf zwei Fronten: die Entwicklung der Anleiherenditen, die zuletzt auf mehrjährige Hochs kletterten, und mögliche neue Signale aus den Iran-Verhandlungen. Hält die Entspannung bei den Ölpreisen an, könnte das dem DAX über den Wochenschluss hinaus Rückenwind geben.

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