Nikkei 225: Erstmals seit Juli über 70.000
Schwache US-Beschäftigungszahlen mindern Zinssorgen und treiben vor allem Halbleiterwerte an der Tokioter Börse nach oben.

Kurz zusammengefasst
- Nikkei gewinnt 2,4 Prozent
- US-Arbeitsmarkt schafft 29.000 Stellen
- Tokyo Electron und Advantest legen zu
- G7 vereinbaren Öl- und Diesel-Freigabe
Schwächere Signale vom US-Arbeitsmarkt haben an den asiatischen Handelsplätzen für spürbare Erleichterung gesorgt und die Furcht vor weiteren Zinsschritten der US-Notenbank gedämpft. Am heutigen Montag legte der japanische Leitindex Nikkei 225 um 2,4 Prozent auf 69.928,05 Punkte zu. Im Verlauf des Handels kletterte das wichtigste japanische Börsenbarometer erstmals seit Anfang Juli wieder über die Marke von 70.000 Zählern.
Den entscheidenden Impuls für die Aufwärtsbewegung lieferte der jüngste Beschäftigungsbericht aus den USA. Mit einem Zuwachs von lediglich 29.000 Stellen im September verfehlte der US-Arbeitsmarkt die Erwartungen deutlich, nachdem im August noch 133.000 neue Arbeitsplätze gemeldet worden waren. Für Anleger schwanden damit die Aussichten auf eine baldige Fortsetzung der geldpolitischen Straffung durch die Federal Reserve.
Halbleitertitel führen Rally in Tokio an
Die nachlassenden Zinsängste lösten insbesondere bei Technologiewerten eine breite Kaufwelle aus. An der Tokioter Börse gehörten führende Halbleiterausrüster wie Tokyo Electron und Advantest sowie die Beteiligungsgesellschaft SoftBank Group zu den stärksten Treibern des Marktes. Nach vorangegangenen Gewinnmitnahmen zum Beginn des neuen Geschäftsquartals griffen Investoren bei Titeln aus dem Umfeld Künstlicher Intelligenz wieder beherzt zu.
Zusätzliche Entlastung brachte das Geschehen an den internationalen Rohstoffmärkten. Die G7-Staaten einigten sich auf eine Freigabe von 100 Millionen Barrel Öl und Diesel über einen Zeitraum von vier Monaten, was die Rohölpreise nach unten drückte. Für die exportorientierte und energieimportabhängige japanische Wirtschaft bedeutet der Rückgang der Energiekosten eine willkommene Dämpfung des allgemeinen Preisdrucks.
Zinsentwicklung im Inland bleibt im Blick
Parallel zum internationalen Umfeld beobachten die Akteure in Tokio die heimischen Rahmenbedingungen genau. Die Bank of Japan hatte ihren Leitzins vor rund zwei Wochen auf 1,25 Prozent angehoben. Vizegouverneur Shinichi Uchida merkte an, dass der globale Technologieboom zwar Produktivität und Kapitalbildung stimulieren könne, bei Verfehlungen der hohen Gewinnerwartungen jedoch auch Risiken für Marktkorrekturen birgt.
Gleichzeitig sorgten steigende Renditen langlaufender japanischer Staatsanleihen für Diskussionen über den künftigen fiskalischen Kurs des Landes. Japans Premierministerin Sanae Takaichi versicherte den Marktteilnehmern, geplante Ausgabenprogramme diszipliniert zu steuern und die staatliche Schuldenlast im Blick zu behalten. Mit dem kräftigen Kurssprung zu Wochenbeginn liegt der Nikkei 225 noch 4,0 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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