Brent-Öl klettert nach Tanker-Angriff wieder über 100 Dollar
Brent verteuert sich nach einem Tankerangriff auf 101,71 Dollar. Risiken für die Golf-Routen und anstehende Gespräche prägen den Markt.
Kurz zusammengefasst
- Brent gewinnt fast 1,4 Prozent
- Geschoss trifft Tanker im Golf
- Huthi-Aktionen gefährden Öltransporte
- Diplomatische Treffen bleiben ergebnisoffen
Vier Tage lang gaben die Ölpreise nach, nun dreht der Markt wieder ins Plus. Anhaltende Angriffe auf Handelsschiffe im Persischen Golf und die anstehende UN-Generaldebatte in New York rücken die Versorgungsrisiken im Nahen Osten schlagartig zurück ins Bewusstsein der Rohstoffmärkte.
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November legte am Dienstag im frühen Handel um fast 1,4 Prozent auf 101,71 Dollar zu. Am Vortag war die Notierung noch zeitweise unter die runde Marke von 100 Dollar gerutscht.
Neue Attacke auf Schifffahrtsroute
Auslöser der Gegenbewegung ist eine anhaltend angespannte Lage rund um die Straße von Hormus. Am Montagnachmittag traf ein Geschoss einen Tanker, der gerade in den Persischen Golf einfuhr.
Der seit fast sieben Monaten andauernde Konflikt mit dem Iran erfasst zunehmend die Schifffahrtswege und Stützpunkte in der Region. Neben iranischen Angriffen bedrohen auch Aktionen der Huthi-Miliz die dortigen Transportrouten für Rohöl. Diese geopolitischen Risiken setzen dem jüngsten Preisrückgang vorerst ein Ende.
Spitzendiplomatie in New York
Parallel dazu richten sich die Blicke auf die UN-Generaldebatte in New York. US-Präsident Donald Trump beabsichtigt dort Zusammenkünfte mit Vertretern der Golfstaaten. Am Wochenende erklärte Trump zudem seine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Treffen mit dem iranischen Amtskollegen Massud Peseschkian.
Ob diese Gespräche den Ölmarkt nachhaltig beruhigen können, bleibt offen. Die Positionen zwischen Washington und Teheran liegen weiterhin weit auseinander, weshalb Ökonomen vor zu hohen Erwartungen an greifbare Verhandlungsergebnisse warnen.
Vom 23. bis 25. September reist zudem Chinas Staatschef Xi Jinping zu einem Staatsbesuch in die USA, bei dem Trump ebenfalls mit ihm zusammentreffen wird. Bis geklärt ist, ob diese diplomatischen Begegnungen zu einer Deeskalation beitragen, dürften die physischen Transportrisiken im Golf den Ölpreis stützen.