Thyssenkrupp Aktie: Jefferies sieht Talsohle durchschritten
Jefferies hält an der Kaufempfehlung für Thyssenkrupp fest und erwartet bessere Stahlpreise sowie höhere Margen; KI-Rechenzentren schaffen zusätzlichen Bedarf.

Kurz zusammengefasst
- Jefferies bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
- EU-Stahlpreise dürften nächstes Jahr steigen
- IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn
- Rechenzentren benötigen erhebliche Stahlmengen
Die europäischen Stahlmärkte stehen nach einer Phase zäher Nachfrage vor einer möglichen Trendwende. Das Analysehaus Jefferies bekräftigt seine Kaufempfehlung für die Aktie von Thyssenkrupp und verweist auf fundamentale Verbesserungen im Branchenumfeld. Analyst Cole Hathorn sieht die Talsohle bei den Kundenbeständen durchschritten.
Jefferies rechnet mit steigenden Margen
In einer am Dienstag vorgelegten Studie behält Jefferies die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 13 Euro bei. Der Experte betont, dass der Lagerabbau auf Kundenseite inzwischen weitgehend abgeschlossen sei. Nach einer Konsolidierung im September und Oktober dürften die Stahlpreise in der Europäischen Union bis zum kommenden Jahr wieder anziehen.
Für den Essener Traditionskonzern bedeutet diese Entwicklung Entlastung auf der Erlösseite. Selbst bei einer weiterhin verhaltenen Gesamtnachfrage stellt das Bankhaus eine spürbare Margenausweitung in Aussicht. Die Schätzungen am Markt für das operative Konzernergebnis des Jahres 2027 könnten infolgedessen steigen.
Gleichzeitig bleiben die Belastungen auf der Kostenseite begrenzt. Laut Jefferies stellen sich die Energiekosten für den Konzern als überschaubar dar, da die eigene Stahlproduktion weiterhin größtenteils auf Kohle basiert.
Tarifverhandlungen und neue Nachfrageimpulse
Neben den Preisaussichten am Rohstoffmarkt rücken in den kommenden Wochen auch die Arbeitskosten in den Mittelpunkt. In der deutschen Metall- und Elektroindustrie fordert die Gewerkschaft IG Metall ein Lohnplus von fünf Prozent für gut 3,7 Millionen Beschäftigte bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die ersten regionalen Verhandlungen zwischen den Tarifparteien beginnen am 7. Oktober.
Strukturierte Impulse für das Stahlgeschäft zeichnen sich derweil aus dem Technologiesektor ab. Der Ausbau von KI-Rechenzentren sorgt global für zusätzlichen Materialbedarf. Thyssenkrupp beziffert den Stahlbedarf für ein durchschnittliches Rechenzentrum mit rund 10.000 Server-Racks auf etwa 1.000 Tonnen. Größere Neubauten für Cloud-Infrastrukturen beanspruchen nach Branchenschätzungen sogar ein Vielfaches dieser Menge.
Kursgeschehen und Ausblick
Am heutigen Mittwoch gibt der Aktienkurs von Thyssenkrupp im Tagesverlauf um 1,8 Prozent nach und steht bei 15,07 Euro. Trotz des leichten Rücksetzers hält sich das Papier in Reichweite seines jüngst markierten 52-Wochen-Hochs von 15,86 Euro.
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