BASF Aktie: Buchprüfung vor Gebot
BASF signalisiert eine höhere Offerte, doch Evonik muss zuvor Zugang zu seinen Geschäftszahlen gewähren; Ausgang und Fortgang bleiben offen.

Kurz zusammengefasst
- Erstes BASF-Angebot von Evonik zurückgewiesen
- Höheres Gebot erst nach Bucheinsicht möglich
- NRW-Landesregierung lehnt Übernahmepläne ab
- Beschäftigungszusagen bis 2032 im Blick
BASF will beim Werben um Evonik offenbar nachlegen, aber nicht blind. Wie aus Kreisen verlautet, ist der Chemiekonzern zu einem höheren Angebot bereit, verlangt dafür aber zuvor Einblick in die Geschäftsbücher des Spezialchemiekonzerns. Die BASF-Aktie legte im Xetra-Handel zeitweise um 1,85 Prozent auf 52,37 Euro zu.
Erstes Gebot zu niedrig
Der erste Vorstoß soll bei 22,15 Euro je Evonik-Aktie gelegen haben. Das entspräche einem Unternehmenswert von mehr als 14 Milliarden Euro inklusive Schulden. Evonik wies das Angebot als zu niedrig zurück.
Der Markt preist inzwischen mehr ein. Vor den ersten Berichten kostete die Evonik-Aktie gut 18 Euro, zuletzt lag sie bei rund 21,70 Euro. Berenberg-Analyst Sebastian Bray hält eine Offerte zwischen 24 und 25 Euro je Aktie für möglich.
BASF will bei einer Übernahme zudem bestehende Zusagen zu Beschäftigung und Standorten einhalten. Bei Evonik sind betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland bis 2032 ausgeschlossen, der geplante Stellenabbau soll freiwillig über Abfindungen laufen. Auch Evoniks Überlegungen, einzelne Geschäfte zu verkaufen, würde BASF prüfen. Genannt wird dabei vor allem der Chemieparkbetreiber Syneqt.
Politik stellt sich quer
Der Widerstand wächst, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Der Landtag debattierte auf Antrag der SPD über die Pläne. Fraktionschef Jochen Ott verlangte verbindliche Beschäftigungs- und Standortgarantien und brachte sogar eine Landesbeteiligung an Evonik ins Spiel.
Wirtschaftsministerin Mona Neubaur lehnte das ab. Die Landesregierung sei aber klar gegen die Übernahme, sagte die Grünen-Politikerin, schließlich arbeiteten mehr als 11.000 Menschen in NRW für Evonik. Die CDU nannte BASF „nicht den richtigen Spieler im System“. Die FDP wandte sich dagegen gegen die Forderung, Evonik müsse eigenständig bleiben.
Konsolidierung als Hintergrund
Hinter dem Vorstoß steht der Druck auf Europas Chemiebranche. Hohe Energiekosten und stärkere Konkurrenz aus China treiben die Konsolidierung voran. Mit Evonik könnte BASF sein Kerngeschäft stärken.
Formal bleibt vieles offen. Evonik spricht von einer unverbindlichen „Ansprache“, die auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien zielt. Gespräche laufen demnach bislang nicht. BASF erklärte, Fortgang und Ausgang der Sondierungen seien offen. Ein höheres Gebot käme frühestens nach der Einsicht in die Evonik-Bücher, und die hängt an der Zustimmung der Gegenseite.
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