Auf der Münchner Sicherheitskonferenz legte Rheinmetall-Chef Armin Papperger den Finger in die Wunde: Nicht fehlende Fabriken, sondern die unsichere Finanzierung limitiert aktuell die Militärhilfe für die Ukraine. Während der Düsseldorfer Konzern theoretisch mehr liefern könnte als bestellt, wirft diese Diskrepanz ein Schlaglicht auf die politischen Budgetzwänge. Bremst das fehlende Geld den Rüstungsboom aus oder ist dies nur eine Momentaufnahme?
Pappergers deutliche Warnung
Am Rande der Sicherheitskonferenz machte der CEO im Gespräch mit Medienvertretern klar, dass die Produktionskapazitäten die aktuellen Vertragsvolumina übersteigen. Rheinmetall produziere derzeit mehr Munition als vertraglich fixiert sei. Zusätzliche Flugabwehrgeschütze und Panzer könnten sofort bereitgestellt werden – vorausgesetzt, die Finanzierung wäre gesichert.
Diese Aussagen verdeutlichen das Dilemma der europäischen Verteidigungspolitik: Die Industrie hat geliefert und Kapazitäten hochgefahren, doch die politischen Bestellprozesse halten mit dem Tempo der Fertigungslinien nicht Schritt. Papperger rechnet zudem nicht mit einem Ende des Ukraine-Krieges im laufenden Jahr 2026, da Moskau kein Interesse an einer Konfliktlösung zeige.
Ambitionierte Wachstumsziele bestätigt
Trotz der aktuellen Finanzierungsdebatte im Ukraine-Geschäft bleiben die langfristigen Aussichten des Konzerns massiv. Papperger kündigte an, die Belegschaft in den kommenden Jahren auf 70.000 Mitarbeiter aufzustocken. Das Ziel für den Auftragsbestand bis Ende 2026 ist ambitioniert: Rund 140 Milliarden Euro sollen in den Büchern stehen.
Dass das Kerngeschäft läuft, bewies eine Meldung vom vergangenen Freitag. Die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) rief erstmals Munition aus einem bestehenden Rahmenvertrag ab. Das Auftragsvolumen von rund 200 Millionen Euro für 120mm-Panzermunition unterstreicht die hohe Nachfrage der Bündnispartner nach Standardausrüstung für Leopard 2 und M1 Abrams Panzer.
Rekordwerte für 2026 erwartet
Die fundamentale Bewertung stützt sich auf solide Prognosen. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Rheinmetall mit einem operativen Umsatz im Verteidigungssegment von 15 bis 16 Milliarden Euro. Besonders beachtlich ist die erwartete Profitabilität: Die operative Marge soll zwischen 18 und 20 Prozent liegen.
Treibende Kraft bleibt die Munitionssparte, deren Umsatz durch Kapazitätserweiterungen in Südafrika, Spanien und Deutschland von 3,5 auf rund 5 Milliarden Euro klettern soll.
Die Eckdaten im Überblick:
- Umsatzprognose 2026: 15–16 Mrd. EUR (Verteidigung)
- Marge: 18–20 % (operativ)
- Auftragsbestand: Ziel ca. 140 Mrd. EUR bis Jahresende
- Politischer Rückenwind: Deutscher Verteidigungsetat 2026 bei insgesamt über 108 Mrd. EUR
Fokus auf das Kerngeschäft
Der Wandel zum reinen Rüstungskonzern steht kurz vor dem Abschluss. Die Vorbereitungen für den Verkauf der nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Autozulieferer-Sparte „Power Systems“ laufen auf Hochtouren. Die Übergabe ist laut aktuellen Berichten für dieses Frühjahr geplant. Damit bereinigt Rheinmetall sein Portfolio endgültig, um sich vollständig auf die steigenden Budgets der NATO-Staaten auszurichten.
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