SanDisk: Quartalsziffer nach 56-Prozent-Absturz
SanDisk präsentiert Q4-Zahlen nach turbulentem Börsenmonat. Analysten uneins über Kursziele, während KI-Speichertechnologien die Zukunft bestimmen sollen.

Kurz zusammengefasst
- Quartalszahlen nach US-Börsenschluss erwartet
- Aktie erholt sich nach 56-Prozent-Einbruch
- KI-Speicher-Allianzen mit SK hynix und Kioxia
- Investorentag für 13. August angekündigt
SanDisk legt heute nach US-Börsenschluss die Geschäftszahlen für das vierte Geschäftsquartal und das volle Fiskaljahr 2026 vor. Analysten rechnen mit einem Gewinn von rund 34,45 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 8,39 Milliarden US-Dollar. Die Erwartungen sind hoch, nachdem sich das Papier in den vergangenen Wochen extrem volatil gezeigt hat.
Im vorbörslichen US-Handel gab die Aktie am heutigen Mittwoch rund 3,2 Prozent ab. Medienberichten zufolge nahmen Anleger nach einer zweitägigen Rally von etwa 17 Prozent Gewinne mit, bevor die Zahlen am Abend anstehen. Im deutschen Handel notiert das Papier bei 1.230,00 Euro und verliert damit heute 0,81 Prozent. Über die vergangenen sieben Tage steht dennoch ein Plus von 38,20 Prozent zu Buche – ein Beleg für die Nervosität rund um den heutigen Termin.
Die jüngste Erholung folgt auf einen heftigen Rückschlag. Medienberichten zufolge, unter anderem der Financial Times, hatte der Vermögensverwalter Citadel Ende Juli einen konzentrierten Aktienblock übernommen, nachdem der Zwangsliquidation des mit 20 Milliarden US-Dollar ausgestatteten Situational-Awareness-Fonds von Leopold Aschenbrenner den SanDisk-Kurs zwischen dem 25. Juni und dem 29. Juli um 56 Prozent hatte einbrechen lassen. Dieser Vorlauf erklärt, warum die Aktie trotz der jüngsten Erholung noch immer gut 40 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 2.060,00 Euro notiert.
Parallel zu den Marktturbulenzen verkaufte Chief Legal Officer Bernard Shek am 1. Juli 600 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 2.088,00 US-Dollar, insgesamt 1.252.800,00 US-Dollar. Der Verkauf erfolgte im Rahmen eines vorab festgelegten Rule-10b5-1-Handelsplans.
Technologie-Offensive vor den Zahlen
Inhaltlich untermauerte SanDisk seine Position im KI-Speichermarkt mit zwei Ankündigungen. Gestern stellten SanDisk und SK hynix auf der Speicherkonferenz Future of Memory and Storage gemeinsam die erste Industriestandard-Spezifikation für High Bandwidth Flash vor. Google und Tenstorrent traten dem HBF-Konsortium bei, das die Technologie für datenintensive KI-Anwendungen etablieren soll. Ebenfalls gestern gaben SanDisk und Kioxia eine neue 3D-Flash-Speichertechnologie bekannt, die nach eigenen Angaben die höchste Bit-Dichte der Branche für QLC-NAND-Speicher erreicht und gezielt auf KI-Workloads zugeschnitten ist. Bereits am 2. Juli hatte SanDisk das Sampling des BiCS10-1-Tbit-TLC-3D-NAND-Speichers angekündigt, der für energieeffiziente Leistung in Rechenzentren und Unternehmensanwendungen ausgelegt ist.
Analysten uneins, Investorentag folgt
Am 23. Juli beließ Susquehanna-Analyst Mehdi Hosseini seine positive Einstufung, senkte das Kursziel jedoch von 3.250 auf 3.050 US-Dollar. Einen Tag zuvor, am 22. Juli, hatte Wells-Fargo-Analyst Aaron Rakers seine Einschätzung auf „Equal-Weight“ belassen, das Kursziel aber von 1.250 auf 1.620 US-Dollar angehoben. Die Spanne zwischen beiden Kurszielen zeigt, wie unterschiedlich die Bewertungsmodelle mit der hohen Schwankungsbreite der Aktie umgehen – die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 154,29 Prozent.
Nach den heutigen Zahlen folgt für Anleger bereits der nächste Termin: Am 13. August lädt SanDisk zu einem Investorentag, auf dem das Unternehmen seine langfristige Strategie und die Roadmap für KI-Speicherlösungen vorstellen will.
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