Siemens Healthineers Aktie: Zwei Wachstumsmärkte, eine Rolle
Siemens Healthineers erweitert die Atellica-Diagnostik und stärkt seine CT-Position, während Labor- und Bildgebungsmärkte weiter wachsen.

Kurz zusammengefasst
- In-vitro-Diagnostik wächst bis 2031
- Atellica erhält zusätzliche Kapillarblut-Tests
- CT-Lösung verbindet mehrere Arbeitsschritte
- Regulierung belastet Anbieter zunehmend
Zwei aktuelle Marktstudien zeichnen ein Bild davon, wohin sich die Labor- und Bilddiagnostik in den kommenden Jahren bewegt — und Siemens Healthineers taucht in beiden als einer der prägenden Akteure auf.
Der globale Markt für In-vitro-Diagnostik soll laut einer aktuellen Analyse von 117,39 Milliarden Dollar im laufenden Jahr auf 170,10 Milliarden Dollar bis 2031 wachsen, ein jährliches Plus von 7,7 Prozent.
Treiber sind vor allem molekulare Diagnostik mit einer erwarteten Wachstumsrate von rund 14,7 Prozent sowie die zunehmende Verlagerung von Tests direkt zum Patienten. Reagenzien und Testkits machen mit etwa 70 Prozent den größten Umsatzanteil aus — ein Geschäft mit wiederkehrenden Erlösen, das für etablierte Anbieter wie Siemens Healthineers besonders attraktiv ist.
Neue Testmenüs für die Atellica-Plattform
Im Juli hat Siemens Healthineers ein neues Kapillarblut-Testmenü für die Atellica-Analysegeräte CH, IM und CI eingeführt. Nach einer CE-Kennzeichnung für 24 Testverfahren mit Kapillarblut lässt sich die Plattform nun auch für Stoffwechsel-, Lipid-, Schilddrüsen-, Vitamin-D- und HbA1c-Tests nutzen. Das erweitert die Einsatzmöglichkeiten der Atellica-Familie über klassische Venenblutproben hinaus und dürfte besonders im Bereich patientennaher Diagnostik Anklang finden — einem Segment, das die Studie als einen der Wachstumstreiber der kommenden Jahre benennt.
Bildgebung wächst langsamer, bleibt aber strategisch
Der zweite betrachtete Markt, die diagnostische Bildgebung, wächst mit einer erwarteten CAGR von 4,6 Prozent bis 2031 deutlich moderater — von 26,5 auf 33,2 Milliarden Dollar. Hier hat Siemens Healthineers im Mai eine integrierte Workflow-Lösung für CT-gestützte perkutane Koronarinterventionen vorgestellt, die CT-Bildgebung, Plaque-Analyse, Prozedurplanung und Kathederlabor-Führung in einer Anwendung zusammenführt.
Während bei der Bildgebung Wettbewerber wie GE HealthCare mit neuen MRT-Systemen und Philips mit Cloud-PACS-Lösungen um Marktanteile ringen, positioniert sich Siemens Healthineers dort klar im Bereich CT und interventionelle Bildgebung. In der Labordiagnostik zählt das Unternehmen neben Danaher, Roche und Abbott zu den fünf meistgenannten Marktführern der Studie.
Beide Marktsegmente teilen eine gemeinsame Herausforderung: steigende regulatorische Anforderungen und in den USA sinkende Erstattungssätze für bestimmte bildgebende Verfahren setzen die Anbieter unter Druck, ihre Portfolios effizienter und digitaler auszurichten.
Für Siemens Healthineers bedeutet das, in den kommenden Jahren die Balance zwischen Neuentwicklungen wie den erweiterten Atellica-Testmenüs und der Integration von KI-Funktionen in bestehende Bildgebungsplattformen zu halten.
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