SAP Aktie: Comeback mit Kostendruck
SAP-Aktie erholt sich dank robuster Cloud-Zahlen, während operative Marge und Gewinnprognose unter Druck bleiben.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt 23 Prozent in drei Tagen
- Cloud-Umsatz wächst um 24 Prozent
- Operative Marge sinkt leicht
- Analysten uneins über Kursentwicklung
Vor wenigen Tagen notierte SAP noch auf dem tiefsten Niveau seit November 2023. Jetzt steht die Aktie an der Spitze des DAX und hat binnen drei Handelstagen rund 23 Prozent zugelegt. Ausgelöst hat das überraschend robuste Cloud-Zahlen — allerdings zeigen dieselben Quartalszahlen auch, warum nicht alle Analysten uneingeschränkt jubeln.
Vom Jahrestief zum Sieben-Wochen-Hoch
Am Donnerstagabend hatte der Walldorfer Konzern nach Börsenschluss seine Zahlen vorgelegt und traf damit einen Nerv. Zuvor war die Aktie bis auf 127,50 Euro abgesackt, am Dienstag kletterte sie zeitweise auf 158,02 Euro. Der DAX profitierte an diesem Tag von der Stärke seines Schwergewichts, während zahlreiche US-Softwarewerte wegen KI-Sorgen an der Nasdaq unter Druck standen — europäische Vergleichswerte wie Sage und Dassault Systèmes zogen im Sog von SAP ebenfalls kräftig an.
Cloud wächst, Marge gibt nach
Der Cloud-Umsatz kletterte im zweiten Quartal währungsbereinigt um 24 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Damit bleibt das Cloud-Geschäft der zentrale Wachstumstreiber des Konzerns.
Beim Gewinn zeigt sich die Kehrseite: Die operative Marge sank von 27,2 auf 26,8 Prozent, weil das Betriebsergebnis mit acht Prozent langsamer wuchs als der Umsatz. Wegen laufender Übernahmen und zusätzlicher KI-Investitionen justierte der Konzern seine Gewinnprognose nach unten, während der Ausblick für Cloud- und Umsatzwachstum bestätigt blieb.
Analysten zwischen Zuversicht und Vorsicht
Barclays bestätigte zwar die Einstufung „Overweight“, senkte aber das Kursziel von 255 auf 220 Euro. Als Grund nennt die Bank eine schwerer vorhersehbare Kostenentwicklung, auch wenn die Umsatzseite überzeuge. Goldman Sachs sieht das Potenzial dagegen bei bis zu 215 Euro.
Der Metzler-Analyst Oliver Frey wertet das Quartal als Beleg dafür, dass sich die zuletzt grassierenden Bedenken rund um explodierende KI-Kosten zumindest etwas relativieren lassen. Beim Investmenthaus Jefferies sieht man die zuletzt verzeichnete Zurückhaltung der Investoren mittlerweile sogar als widerlegt an.
Ausblick auf 2026
Für das Gesamtjahr hält SAP an seinem Ausblick fest: Der Konzern rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 10,6 Prozent, eine spürbare Beschleunigung erwartet das Management erst für 2027. Die Cloud-Erlöse sollen sich auf 25,8 bis 26,8 Milliarden Euro belaufen, beim Betriebsergebnis peilt der Konzern 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an.
Trotz der jüngsten Erholung bleibt die Aktie 2026 bislang rund 24 Prozent im Minus, während der DAX im gleichen Zeitraum zulegte. Die Kluft zwischen Kurserholung und Jahresbilanz zeigt, wie tief der Kurseinbruch der vergangenen Monate saß.
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