Rheinmetall Aktie: DZ Bank hält Kurs
Trotz Fregatten-Storno hält die DZ Bank an Kaufempfehlung fest. CEO Papperger kauft Aktien, neuer Munitionsauftrag aus Ukraine stützt.

Kurz zusammengefasst
- DZ Bank bestätigt Kaufempfehlung
- Kursziel liegt bei 1.705 Euro
- CEO Papperger kauft eigene Aktien
- Neuer Munitionsauftrag aus Ukraine
Nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche mehren sich die Signale, dass zumindest institutionelle Beobachter die Geschichte hinter Rheinmetall noch lange nicht abschreiben. Die DZ Bank bekräftigt ihre Kaufempfehlung und setzt ein Kursziel von 1.705 Euro — mehr als 70 Prozent über dem aktuellen Niveau.
Auslöser für den Rücksetzer war die Entscheidung der Bundesregierung, das Fregattenprogramm F126 zu stoppen und auf ein alternatives Schiffsmodell umzuschwenken. Für Rheinmetall, das auf eine Beteiligung an diesem Marineprojekt gesetzt hatte, war das ein herber Dämpfer — die Aktie verlor vorübergehend zweistellig.
Vertrauen von innen und außen
CEO Armin Papperger nutzte den Einbruch für einen persönlichen Zukauf. Über seine Holding ATP GmbH erwarb er am 25. Juni 3.188 Rheinmetall-Aktien zu je 954,62 Euro — ein Investitionsvolumen von rund 3,04 Millionen Euro. Solche Director’s-Dealings gelten an der Börse traditionell als Vertrauenssignal, wenngleich sie allein noch kein Richtungsurteil über den Kurs erlauben.
Frische operative Unterstützung kommt nun aus der Ukraine: Rheinmetall hat einen Auftrag über 155-mm-Artilleriegeschosse sowie Treibladungen in niedriger fünfstelliger Stückzahl erhalten, beides im Kaliber für Standard-NATO-Artillerie. Der Wert liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich und wird noch im zweiten Quartal 2026 verbucht. Produziert wird in Spanien, die Auslieferung soll im ersten Quartal 2027 abgeschlossen sein.
Langes Spiel statt schneller Wende
Das Fregatten-Aus illustriert ein grundlegendes Risiko: Einzelprojekte können wegbrechen, und der Markt reagiert darauf prompt. Dass Rheinmetall dennoch weiterhin Großmunitionsaufträge gewinnt, zeigt die Breite des Geschäftsmodells. Der Düsseldorfer Konzern gilt als einer der führenden Produzenten großkalibriger Munition in Europa und profitiert strukturell vom anhaltend hohen NATO-Rüstungsdruck.
Die DZ Bank argumentiert genau so: Europas Aufrüstung sei kein konjunktureller Sonderboom, sondern ein langfristiger Investitionszyklus. Kursziele von dieser Höhe setzen allerdings voraus, dass Rheinmetall künftig keine weiteren Großaufträge auf diese Weise verliert — und dass der Rüstungshaushalt der Bundesregierung verlässlich bleibt. Wie tragfähig das Marinegeschäft nach dem F126-Rückschlag noch ist, wird sich bei den nächsten Quartalszahlen zeigen müssen.
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