Xiaomi Aktie: Xring im 3-Nanometer-Verfahren bei TSMC
Xiaomi stellt neuen 3-Nanometer-Chip vor und kauft eigene Aktien zurück. Quartalszahlen zeigen Gewinnrückgang, während E-Auto-Geschäft wächst.

Kurz zusammengefasst
- Neuer Xring-Chip in 3nm-Fertigung
- Xiaomi kauft 1,8 Mio. Aktien zurück
- Quartalsgewinn sinkt um 42,6 Prozent
- SU7-Auslieferungen überschreiten 500.000
Xiaomi treibt seine Chip-Strategie voran: Reuters berichtete am Montag, dass der Konzern eine neue Version seines selbst entwickelten Prozessors Xring vorgestellt hat. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur, TSMC fertige den Chip im 3-Nanometer-Verfahren. Zusätzlich habe Xiaomi den taiwanischen Auftragsfertiger mit der Produktion zweier weiterer Xring-Chips beauftragt.
Die Ankündigung reiht sich in einen bereits am Sonntag angekündigten Livestream ein, in dem erste Details zu einem neuen Flaggschiff-SoC vorgestellt werden sollten. Als Name wurde Xring O3 erwartet. Für Anleger ist die Botschaft klar: Xiaomi will bei Schlüsselkomponenten unabhängiger von externen Zulieferern werden und setzt dabei auf modernste Fertigungstechnik.
Rückkäufe begleiten die Chip-Offensive
Parallel zur Chip-Nachricht zeigte ein Pflichtfiling an der Hongkonger Börse, dass Xiaomi am Montag 1,8 Millionen Class-B-Aktien zurückkaufte. Der Konzern nutzt damit weiterhin eigene Mittel, um Aktien vom Markt zu nehmen – ein Signal, das das Management üblicherweise mit Vertrauen in die eigene Bewertung begründet.
Der Aktienkurs bewegt sich nach diesen Nachrichten in einem volatilen Umfeld. Am Montag gab das Papier um 3,3 Prozent auf 3,06 Euro nach, nachdem es innerhalb der vergangenen Woche noch 9,6 Prozent zugelegt hatte.
Über den Monat betrachtet steht dennoch ein Minus von 5,6 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn liegt die Aktie 29 Prozent im Minus. Vom 52-Wochen-Hoch aus dem September, das bei 6,54 Euro lag, ist das Papier damit weiterhin deutlich entfernt.
Quartalszahlen liefern den Hintergrund
Vor gut einer Woche hatte Xiaomi seine Quartalsergebnisse vorgelegt, seither hat die Aktie um 9,6 Prozent zugelegt. Reuters berichtete, dass der bereinigte Nettogewinn im zweiten Quartal um 42,6 Prozent auf 6,2 Milliarden Yuan einbrach, während der Umsatz bei 108,92 Milliarden Yuan lag.
Historisch hohe Speicher- und Komponentenpreise belasteten laut Reuters die Margen im Smartphone-Geschäft spürbar. Das Management signalisierte jedoch, dass der Kostendruck nachlassen dürfte.
Zugleich rückte das E-Auto-Geschäft stärker in den Fokus. Der Elektrofahrzeugsektor CnEVPost zufolge wiesen die neuen Geschäftsbereiche rund um E-Auto und KI im Quartal einen operativen Verlust von 2,6 Milliarden Yuan aus.
Gleichzeitig überschritten die kumulativen Auslieferungen der Modellreihe SU7 die Marke von 500.000 Einheiten. Diese Kombination aus schwächelndem Kerngeschäft und wachsendem Zukunftssegment prägt derzeit die Wahrnehmung des Konzerns an den Kapitalmärkten.
Was die Chip-Strategie für Anleger bedeutet
Die neue 3-Nanometer-Fertigung bei TSMC und die Beauftragung weiterer Chip-Projekte zeigen, dass Xiaomi seine Hardware-Kompetenz systematisch ausbaut. Sollte der neue Prozessor die Leistungsfähigkeit der eigenen Flaggschiff-Smartphones steigern, könnte das dem margenschwachen Smartphone-Geschäft neuen Schub geben.
Investoren dürften in den kommenden Wochen genau beobachten, ob sich die operative Erholung im Smartphone-Segment mit den Fortschritten im E-Auto-Geschäft zu einer nachhaltigen Trendwende verbindet.
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