Rheinmetall Aktie: F126-Streichung senkt Jahresprognose auf 13,7 Mrd.

Rheinmetall senkt wegen F126-Streichung die Jahresprognose. Trotz starkem Halbjahr fällt die Aktie deutlich.

Dieter Jaworski ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Umsatzprognose wegen F126-Streichung gekappt
  • Halbjahresumsatz steigt um 39 Prozent
  • Operativer Free Cashflow tief im Minus
  • Aktie rutscht um 5,13 Prozent ab

Rheinmetall hat am Donnerstag Zahlen vorgelegt, die eigentlich für Zuversicht sorgen sollten – und musste zugleich die Umsatzprognose für das laufende Jahr kappen. Grund ist die endgültige Streichung des Fregattenprogramms F126 durch das Bundesverteidigungsministerium. Der Konzern rechnet nun mit einem Jahresumsatz zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden Euro, zuvor hatte das Unternehmen eine Spanne von 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kursrutsch von 5,13 Prozent und schloss bei 1.150,00 Euro.

Starkes Halbjahr, aber Cashflow tief im Minus

Dabei liest sich der Halbjahresbericht selbst durchaus positiv: Der Konzernumsatz stieg um 39 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro, das operative Ergebnis kletterte sogar um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro. Die operative Marge verbesserte sich von 12,1 auf 15,0 Prozent. Getrübt wird das Bild allerdings vom operativen Free Cashflow, der mit minus 1.616 Millionen Euro deutlich negativ ausfiel. Laut dpa-AFX liegt das an einem massiven Vorratsaufbau, hoher Investitionstätigkeit und zeitlichen Verschiebungen bei Kundenanzahlungen – Faktoren, die angesichts der Auftragslage im Rüstungsgeschäft nicht ungewöhnlich sind, aber dennoch Nervosität bei Anlegern auslösen können.

Der eigentliche Belastungsfaktor für die Prognose ist politischer Natur. Das Bundesverteidigungsministerium hatte Anfang Juli entschieden, das F126-Programm zu stornieren und die Beschaffung stattdessen an ThyssenKrupp Marine Systems zu vergeben. Rheinmetall war an dem Vorhaben unter der Führung von Damen Schelde Naval Shipbuilding beteiligt gewesen. Mit dem Wegfall dieses Großauftrags fehlt dem Konzern ein Umsatzbaustein, den JPMorgan-Analysten laut Reuters als potenziellen Belastungsfaktor für das Wachstum in den Jahren 2027 und 2028 einstufen, da ein langfristiger Umsatzträger entfällt.

Rheinmetall sucht Ausgleich über neue Aufträge

Der Konzern reagiert auf den Verlust mit einer Doppelstrategie aus Neuentwicklung und Bestandssicherung. Bereits am Montag stellte Rheinmetall die neu entwickelte Fregatte GMF 140 vor, die gezielt an NATO-Staaten und in Nordamerika vermarktet werden soll und den F126-Ausfall langfristig kompensieren könnte. Parallel sicherte sich der Konzern Ende Juli von der Deutschen Marine einen Auftrag im mittleren dreistelligen Millionenbereich zur technischen Instandsetzung und Modernisierung der Fregatte „Bayern“ der Klasse F123, die damit bis 2035 einsatzfähig bleiben soll. Auch die US-Tochter American Rheinmetall vermeldete einen neuen Auftrag: Die US-Armee beauftragte das Unternehmen im Rahmen des „Project Sustainment“ mit der Lieferung autonomer unbemannter Bodenfahrzeuge.

Von der Analystenseite kam trotz der gesenkten Prognose keine grundsätzliche Kritik. Jefferies bestätigte nach Auswertung der Halbjahreszahlen und der angepassten Guidance seine Einstufung „Buy“. Die verhaltenere Einschätzung kommt von JPMorgan, die den Wegfall des F126-Auftrags als strukturelles Risiko für das mittelfristige Wachstumsprofil werten.

Kurs unter Druck, aber über wichtigen Marken

Der Kursrutsch vom Donnerstag drückt die Rheinmetall-Aktie tiefer in ein Jahr, das für Anleger ohnehin schon schwierig verlief: Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 25,93 Prozent zu Buche. Auf Sicht von sieben Tagen hat sich der Kurs mit einem Plus von 0,61 Prozent allerdings stabilisiert, und gegenüber dem 50-Tage-Durchschnitt liegt die Aktie noch immer 4,27 Prozent im Plus. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 56,29 Milliarden Euro. Ob der Konzern das F126-Loch tatsächlich schließen kann, dürfte sich erst mit den kommenden Auftragsmeldungen zeigen – ein erster Fingerzeig liefert die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal, die für den 5. November angesetzt ist.

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Rheinmetall Aktie

1.159,00 EUR

– 41,60 EUR -3,46 %
KGV 53,52
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,95 %
Marktkapitalisierung 56,63 Mrd. EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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