Nel ASA: Seitwärtsphase ohne Katalysator
Nel ASA verzeichnete im zweiten Quartal weniger Umsatz und anhaltende EBITDA-Verluste. Der nächste Bericht am 21. Oktober soll Orientierung geben.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz im zweiten Quartal rückläufig
- EBITDA bleibt deutlich negativ
- Auftragseingang erreichte 230 Millionen Kronen
- Nächster Quartalsbericht am 21. Oktober
Nel ASA kommt derzeit nicht aus dem Nachrichtenschatten. Nach dem Rücktritt des Vorstandschefs und dem Start der kommerziellen Vermarktung der Elektrolyseure – beide Ereignisse liegen bereits über einen Monat zurück – ist es um den norwegischen Wasserstoff-Spezialisten ruhig geworden. Seit Mitte August hat das Unternehmen keine neuen Geschäftszahlen, Aufträge oder strategischen Weichenstellungen veröffentlicht.
Die Zahlen aus dem zweiten Quartal wirken nach
Der letzte fundamentale Anhaltspunkt bleibt der Bericht zum zweiten Quartal, den Nel ASA im Juli vorgelegt hatte. Der Umsatz aus Kundenverträgen sank dabei um 12 Prozent auf 153 Millionen norwegische Kronen, der Gesamtumsatz fiel von 215 auf 182 Millionen Kronen.
Das EBITDA blieb mit minus 155 Millionen Kronen tief in der Verlustzone. Positiv stach der Auftragseingang heraus, der auf 230 Millionen Kronen kletterte – ein Signal, dass die Nachfrage nach den Elektrolyseuren trotz sinkender Erlöse nicht abgerissen ist.
Zusätzlichen Rückenwind lieferte eine Zahlung der Europäischen Union: Nel ASA erhielt im zweiten Quartal 118 Millionen Kronen aus einem EU-Zuschuss für die Kommerzialisierung des neuen druckbeaufschlagten alkalischen Elektrolyseurs. Solche Fördergelder stützen die Liquidität, ersetzen aber keine wiederkehrenden Umsätze – ein Punkt, der für Anleger angesichts der schrumpfenden Erlösbasis relevant bleibt.
Kurs bewegt sich seitwärts auf niedrigem Niveau
Am Markt spiegelt sich die Nachrichtenflaute in einer wenig dynamischen Kursentwicklung wider. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 0,1934 Euro, nach einem Minus von 0,6 Prozent im Tagesverlauf.
Auf Sicht von sieben Tagen steht ein Rückgang von 1,0 Prozent zu Buche – die Aktie bewegt sich damit weiterhin in der Nähe ihres 52-Wochen-Tiefs und deutlich unterhalb des Jahreshochs vom Mai. Für eine klare Richtungsentscheidung fehlen derzeit sowohl positive noch negative Auslöser aus dem operativen Geschäft.
Diese Konsolidierung ist angesichts der dünnen Nachrichtenlage wenig überraschend. Ohne neue Aufträge, Analystenkommentare oder strategische Ankündigungen fehlt dem Kurs momentan der Impuls in beide Richtungen. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt derzeit bei rund 357 Millionen Euro – ein Wert, der die Zurückhaltung der Investoren nach den zuletzt enttäuschenden Umsatzzahlen widerspiegelt.
Der Blick richtet sich auf Oktober
Für Anleger dürfte die entscheidende Frage nicht die aktuelle Kursbewegung sein, sondern die Entwicklung der Cash-Position bis zur nächsten Berichtssaison. Der nächste Quartalsbericht ist für den 21. Oktober 2026 terminiert.
Bis dahin bleibt Nel ASA im Wartemodus: Die Kombination aus sinkenden Umsätzen, anhaltenden Verlusten auf EBITDA-Basis und einem gestiegenen, aber noch nicht ausreichenden Auftragseingang macht diesen Termin zur zentralen Weichenstellung für die weitere Kursrichtung. Bis dahin dürfte sich an der Nachrichtenlage wenig ändern, solange keine überraschenden Aufträge oder Kapitalmaßnahmen dazwischenkommen.
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