Bayer Aktie: UBS erhöht Kursziel auf 62 Euro
Nach starken Q2-Zahlen heben JPMorgan, UBS und Deutsche Bank die Bayer-Kursziele an, während Jefferies bei 46 Euro bleibt. Glyphosat-Vergleich sorgt weiter für Unsicherheit.

Kurz zusammengefasst
- Kursziele zwischen 46 und 62 Euro
- Q2-Gewinn übertrifft Analystenerwartungen
- Schuldenprognose dank Apollo-Deal gesenkt
- Glyphosat-Anhörung auf September verschoben
Bayer sorgt bei Analysten derzeit für ungewöhnlich unterschiedliche Einschätzungen. Während mehrere große Häuser ihre Kursziele nach den jüngsten Quartalszahlen kräftig anhoben, bleibt Jefferies deutlich zurückhaltender. Die Spanne zwischen den Prognosen zeigt, wie unterschiedlich der Konzern derzeit bewertet wird.
Optimisten sehen deutliches Potenzial
JPMorgan Chase hob das Kursziel für Bayer nach den Zahlen von 50 auf 61 Euro an und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Die UBS Group zog nach und erhöhte ihr Ziel von 52 auf 62 Euro, ebenfalls mit der Empfehlung „Buy“. Auch Deutsche Bank Research beließ die Aktie auf „Buy“ und nannte ein Kursziel von 60 Euro. Alle drei Einschätzungen stammen vom 5. August, unmittelbar nach der Vorlage der Geschäftszahlen.
Jefferies dagegen bleibt skeptisch: Das Analysehaus beließ Bayer auch nach den Zahlen auf „Hold“ und beziffert das Kursziel unverändert auf 46 Euro. Die Einschätzung datiert vom 10. August und liegt damit rund 15 Euro unter den Zielen der optimistischeren Häuser – eine der größten Bewertungsspannen, die Bayer derzeit auf sich vereint.
Was den Ausschlag gibt
Der Auslöser für die positiveren Einschätzungen liegt in den operativen Fortschritten des Konzerns. Bayer hatte für das zweite Quartal 2026 einen bereinigten operativen Gewinn von 2,14 Milliarden Euro sowie einen Umsatz von 10,87 Milliarden Euro gemeldet und damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen von 1,94 Milliarden Euro beim EBITDA übertroffen.
Zugleich senkte der Konzern seine Nettoverschuldungsprognose für 2026 auf 29 bis 30 Milliarden Euro, nachdem zuvor eine Spanne von 32 bis 33 Milliarden Euro im Raum stand – gestützt auf den geplanten Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Apollo.
Die Rechtslage im Glyphosat-Streit bleibt dennoch ein Unsicherheitsfaktor, den auch zurückhaltendere Analysten im Blick behalten dürften. Das zuständige US-Gericht in Missouri hat die Anhörung zur endgültigen Genehmigung des milliardenschweren Sammelvergleichs auf den 14. September verschoben. Bis dahin bleibt offen, ob der geplante Vergleich in der vorgesehenen Form Bestand hat.
Kurs bewegt sich in enger Spanne
Die Aktie schloss am Freitag bei 47,90 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier weiterhin oberhalb seines 50-Tage-Durchschnitts von 45,51 Euro, ein Abstand von 5,2 Prozent. Der Kurs bewegt sich damit zwischen den skeptischeren und den optimistischeren Kurszielen der Analysten – ein Bereich, in dem sich die unterschiedlichen Einschätzungen kaum in eine klare Richtung auflösen.
Für Anleger bedeutet die breite Zielspanne vor allem eines: Die operative Erholung wird honoriert, doch die rechtlichen Risiken rund um Glyphosat sorgen weiterhin für Vorsicht bei einzelnen Häusern. Erst mit der Anhörung im September dürfte sich zeigen, welche der beiden Lager näher an der Realität liegt.
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