Commerzbank Aktie: 49,65% Stimmrechte für UniCredit
Commerzbank stellt Mastercard Classic ein und forciert Visa-Wechsel. Bei fehlender Zustimmung droht Kündigung. Aktie zeigt sich unbeeindruckt vom Übernahmepoker mit UniCredit.

Kurz zusammengefasst
- Mastercard Classic wird eingestellt
- Visa-Wechsel erfordert Kundenreaktion
- Premium-Konto für Mastercard-Treue
- Aktie nahe am Jahreshoch
Die Commerzbank schreibt gerade zahlreiche Privatkunden an. Die Botschaft: Die bisherige Mastercard Classic läuft aus. Wer nicht reagiert, riskiert die Kündigung seiner Karte.
Kein Widerspruch, keine Karte
Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ bittet die Bank ihre Kunden um Zustimmung zum Wechsel auf eine Visa-Classic-Karte. Im Kundenschreiben heißt es wörtlich: „Wir ändern unser Angebot und stellen künftig Ihre Mastercard Classic ein.“ Reagiert der Kunde nicht, kann die Bank die Karte spätestens zum Ablaufdatum kündigen.
Wer trotzdem an Mastercard festhalten will, muss zahlen. Die Bank bietet dafür ein Premium-Konto für 12,90 Euro im Monat an. Zum Vergleich: Das digitale Girokonto kostet nur 4,90 Euro monatlich.
Der Hintergrund liegt schon länger zurück. Im Februar 2025 hatte die Commerzbank eine strategische Kooperation mit Visa vereinbart. Jetzt setzt die Bank diese Partnerschaft im Massengeschäft um und bewegt aktiv Bestandskunden zum Wechsel.
Aktie ignoriert Übernahmepoker
Während die Bank ihr Privatkundengeschäft umbaut, läuft im Hintergrund weiter der Übernahmekampf mit UniCredit. Die Italiener kontrollieren nach eigenen Angaben inzwischen rund 47,59 Prozent der Commerzbank-Anteile. Rechnet man geplante Aktienrückkäufe der Commerzbank ein, entspricht das sogar 49,65 Prozent der Stimmrechte.
Der direkte Zugriff über das Übernahmeangebot selbst blieb dagegen schwach. Nur 17,6 Prozent der Aktien wurden angedient. Nach Berechnungen der Commerzbank stammten davon weniger als zwei Prozent von unabhängigen institutionellen oder privaten Investoren.
An der Börse zeigt sich davon wenig. Die Aktie schloss am Freitag bei 38,67 Euro, ein Plus von 2,41 Prozent zum Vortag. Damit fehlen nur noch 0,46 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 38,85 Euro, erreicht am 19. Juni 2026. Auf Jahressicht steht ein Kursgewinn von 33,34 Prozent zu Buche.
Auch die technischen Indikatoren sprechen für eine intakte Aufwärtsbewegung. Der Kurs liegt 12,40 Prozent über der 200-Tage-Linie und 4,84 Prozent über der 50-Tage-Linie. Der RSI von 61,7 zeigt weiterhin Kaufinteresse, ohne dass die Aktie als überkauft gilt.
Q2-Zahlen als nächster Test
Das Management lässt sich vom Übernahmedruck operativ nicht bremsen. Die Commerzbank bestätigt ihren Ausblick für 2026 und hält an den ambitionierten Zielen bis 2030 fest.
Am 6. August 2026 legt die Bank ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob die laufende Kartenumstellung Kunden verprellt oder ob das Privatkundengeschäft trotz der Übernahmephase stabil bleibt.
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