AMD Aktie: 5,8 Milliarden Euro im Datencenter
AMD verzeichnet Rekordumsätze im Datencentergeschäft und positioniert sich als ernstzunehmender NVIDIA-Herausforderer im KI-Chipmarkt.

Kurz zusammengefasst
- Datencenter-Umsatz steigt auf 5,8 Milliarden Euro
- Meta und Microsoft setzen auf AMD-Chips
- Neue MI400-Serie für zweite Jahreshälfte angekündigt
- Analysten sehen Kurspotenzial bis 626 Euro
Wer AMD vor einem Jahr noch als ewigen Zweiten hinter Intel abgetan hat, dürfte heute zweimal hinschauen. Die Aktie hat sich in zwölf Monaten fast vervierfacht — ein Anstieg von rund 272 Prozent. Das ist keine Kurskorrektur nach oben. Das ist eine Neubewertung des gesamten Unternehmens.
Der Grund liegt nicht im Zufall. AMD hat sich konsequent in den Kern der KI-Infrastruktur eingegraben — und genau dort sprudelt gerade das Geld.
Datencenter als Wachstumsmotor
Im ersten Quartal 2026 erzielte AMD im Segment Datencenter einen Rekordumsatz von 5,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Getrieben wurde das Ergebnis vor allem von zwei Produktlinien: den EPYC-Serverprozessoren und den Instinct-KI-Beschleunigern.
Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen beim Server-CPU-Umsatz ein Wachstum von mehr als 70 Prozent. Das ist kein vorsichtiger Ausblick — das ist ein Versprechen an den Markt.
Hinter diesen Zahlen stecken konkrete Vereinbarungen. Meta hat sich verpflichtet, AMD-Instinct-GPUs mit einer Gesamtkapazität von bis zu sechs Gigawatt über mehrere Jahre und Produktgenerationen hinweg einzusetzen. Microsoft Azure nutzt die Instinct-MI300X-Beschleuniger ebenfalls. Und auf der aktuellen Top500-Liste der schnellsten Supercomputer weltweit laufen 191 Systeme mit AMD-Technologie — darunter vier der zehn leistungsstärksten Maschinen.
Herausforderer mit echten Argumenten
NVIDIA bleibt der dominierende Spieler im KI-Beschleunigermarkt. Das ist unbestritten. Aber AMD hat aufgehört, nur mitzuspielen.
Die Instinct-MI300X-Beschleuniger punkten mit höherer Speicherkapazität und einem günstigeren Preis-Leistungs-Verhältnis als vergleichbare NVIDIA-Produkte. Hinzu kommt die offene ROCm-Softwareplattform, die Entwicklern mehr Flexibilität bietet als proprietäre Alternativen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 folgt die nächste Generation: die MI400-Serie. Kein Wunder, dass Hyperscaler ihre Beschaffungsstrategien diversifizieren.
Der Gesamtmarkt für KI-Chips soll in diesem Jahr 45 Milliarden Dollar erreichen. AMD kämpft nicht mehr um Randanteile — das Unternehmen positioniert sich für einen substanziellen Teil dieses Kuchens.
Bewertung: Markt läuft den Analysten davon
Hier wird es interessant. AMD notiert aktuell bei 457 Euro — rund sieben Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 491,85 Euro. Der Kurs liegt damit deutlich über dem durchschnittlichen Analystenkursziel von rund 430 Euro. Der Markt preist also bereits mehr ein, als die Konsensschätzungen hergeben.
Rechtfertigt das die Bewertung? Zumindest ein Teil der Analystengemeinschaft zieht nach. Das höchste bekannte Kursziel liegt bei umgerechnet rund 626 Euro — das impliziert noch erhebliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau. Begründet wird das mit AMDs wachsender Rolle in der KI-Infrastruktur und der steigenden Nachfrage nach Hochleistungs-CPUs für sogenannte agentische KI-Workloads.
Das Unternehmen selbst spricht von „Zehnmilliarden-KI-Umsätzen“ bis 2027. Der adressierbare Markt für Server-CPUs soll bis 2030 auf über 120 Milliarden Dollar wachsen — mit einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als 35 Prozent.
Ob diese Projektion aufgeht, hängt davon ab, wie schnell AMD die MI400-Serie in den Markt bringt und ob die Kundenbindung bei den großen Cloudanbietern hält. Beides wird sich spätestens mit den Ergebnissen des zweiten Quartals zeigen — die AMD voraussichtlich im Juli vorlegen wird.
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