Heidelberger Druck: NextGen und Klampfer orderten Maschinen
Neue Kooperation, Maschinenaufträge und der geplante Serviceausbau ergänzen Heidelbergs Neuausrichtung; die Aktie verlor seit Jahresbeginn 31 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Partnerschaft für pharmazeutische Verpackungsprozesse vereinbart
- NextGen Label Group bestellt weitere Gallus-Maschine
- manroland-Serviceintegration soll binnen 18 Monaten enden
- Aktie seit Jahresbeginn 31 Prozent niedriger
Am Mittwoch hat die Heidelberger Druckmaschinen AG eine Zusammenarbeit mit der pfenning-Gruppe vereinbart. Die Partner wollen Druck, Verpackung und datengetriebene Logistik für pharmazeutische Verpackungsprozesse miteinander verbinden. Heidelberg erschließt damit spezialisierte Prozessketten in einem regulierten Marktumfeld.
An der Börse konnte die Kooperation den übergeordneten Abwärtstrend bisher nicht stoppen. Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen beendete den Handel am Freitag bei 1,41 Euro. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 31 Prozent. Marktteilnehmer achten vor allem darauf, ob die operative Neuausrichtung tragfähige Erträge liefern kann.
Neue Aufträge im Etiketten- und Digitaldruck
Flankiert wird dieser Schritt durch jüngste Bestellungen aus der Verpackungsindustrie. Am Dienstag orderte die NextGen Label Group eine weitere Gallus Labelmaster 440, deren Installation für Anfang 2027 vorgesehen ist. Zudem entschied sich Klampfer Druck für ein Digitaldrucksystem vom Typ Jetfire 50, um Digital- und Offsetdruck zu kombinieren.
Mit diesen Maschinen reagiert das Unternehmen auf die Nachfrage nach flexiblen Fertigungslösungen. Vor allem Etikettenhersteller fordern wirtschaftliche Abläufe bei kleineren und mittleren Auflagen. Die gezielte Erweiterung des Portfolios soll helfen, zyklische Schwankungen im traditionellen Druckmaschinengeschäft besser auszugleichen.
Serviceausbau und internationale Präsenz
Neben dem Verkauf neuer Maschinen setzt der Konzern auf wiederkehrende Einnahmen. Wie Heidelberger Druckmaschinen mitteilte, verläuft die Integration des Lifecycle- und Servicegeschäfts von manroland sheetfed nach Plan. Die wesentlichen Umsetzungsschritte sollen innerhalb der nächsten 18 Monate abgeschlossen werden.
Ein stabileres Servicegeschäft gilt in der Branche als wichtiger Puffer gegen eine schwankende Investitionsbereitschaft der Kunden. Durch die Betreuung bestehender Anlagen sichert sich der Maschinenbauer kontinuierliche Einnahmen, die weniger anfällig für kurzfristige Investitionsstopps sind.
Internationale Impulse sollen zudem anstehende Fachveranstaltungen liefern. Für die Branchenmesse LOUPE India vom 29. Oktober bis 1. November kündigte das Unternehmen Premieren wie die Gallus Screeny Printing Unit an. Unmittelbar zuvor steht am 6. und 7. Oktober das konzerneigene Event SHIFT an, bei dem Automatisierung, Robotik und Digitaldruck im Fokus stehen.
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