Barrick Mining Aktie: Reko Diq wegen Sicherheitsrisiken gedrosselt

Barrick treibt die Abspaltung seines Nordamerika-Geschäfts voran, während Sicherheitsprobleme in Pakistan die Kupfer-Expansion belasten. Die Quartalszahlen übertreffen die Erwartungen.

Eduard Altmann ·
Barrick Mining Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Nordamerika-Abspaltung für Börsengang geplant
  • Newmont zahlt 1,95 Milliarden Dollar
  • Reko-Diq-Projekt wegen Sicherheitslage gedrosselt
  • Quartalszahlen übertreffen Analystenerwartungen deutlich

Barrick Mining zieht in zwei Richtungen. Der Goldpreis kratzt an Rekordmarken. Der Konzern bereitet gerade seinen sichersten Vermögensteil für einen Börsengang vor. Und ausgerechnet dort, wo Barrick am aggressivsten wächst, kippt gerade das Kalkül.

Zwei Portfolios, zwei Risikoprofile

Die Logik hinter der geplanten Abspaltung ist geografisch. Der Vorstand hat die Aufteilung im Februar 2026 genehmigt. Ziel: Nordamerika und die Karibik – die traditionellen Goldhochburgen – sollen von der wachstumsstarken, aber riskanteren internationalen Kupfer-Expansion getrennt werden.

Für Investoren heißt das: eine Wahl. Auf der einen Seite die neue Einheit „NewCo“ – ein risikoarmer, dividendenstarker Goldproduzent. Auf der anderen Seite das verbleibende Barrick – ein wachstumsorientierter Mischkonzern mit Fokus auf Kupfer und andere „grüne Metalle“. Die neue Gesellschaft bündelt die Nevada Gold Mines, Pueblo Viejo, das Fourmile-Projekt und weitere nordamerikanische Explorationsflächen, dazu die von Newmont eingebrachten Assets.

Dieser nordamerikanische Teil hat gerade einen kräftigen Schub erhalten. Am 9. August 2026 einigten sich Barrick und Newmont darauf, die gemeinsamen Anteile am Nevada-Gold-Mines-Joint-Venture neu zu ordnen. Newmont zahlt dafür 1,95 Milliarden Dollar in bar an Barrick – und damit sind sämtliche offenen Streitpunkte rund um das Projekt vom Tisch. Beim Analystencall beschrieb das Management den Zeitplan für den Börsengang in ungewohnt dringlichem Ton: Der Prozess sei „sehr nah“ am Abschluss.

Wo die Reibung wirklich sitzt

Der zurückbleibende Teil des Konzerns ist genau dort, wo es gerade knirscht. Das Reko-Diq-Projekt in Pakistan – eines der Assets, die nach der Aufspaltung im verbleibenden Barrick-Konzern bleiben – zeigt exemplarisch, was operative Präsenz in einem unsicheren Umfeld bedeuten kann.

Barrick hat den Betrieb in Reko Diq gedrosselt. Grund sind Sicherheitsprobleme in der Region und im weiteren Mittleren Osten. Bereits im Februar 2026 hatte der Konzern angekündigt, das Projekt wegen zunehmender Sicherheitsvorfälle in Belutschistan zu überprüfen.

Die finanzielle Folge zeigt sich bereits in der Prognose. Barrick senkte seine Schätzung für das zurechenbare Kapitalbudget 2026 auf eine Spanne von 3,8 bis 4,2 Milliarden Dollar – zuvor waren es 4,0 bis 4,45 Milliarden Dollar. Hauptgrund: geringere geplante Ausgaben in Reko Diq.

Das ist kein Nebenschauplatz. Reko Diq gilt als eine der größten unerschlossenen Kupfer-Gold-Lagerstätten weltweit. Barrick hält 50 Prozent, drei staatliche pakistanische Unternehmen zusammen 25 Prozent, die Provinzregierung Belutschistans die restlichen 25 Prozent. Ein Projekt dieser Größenordnung aus Sicherheitsgründen zu bremsen – das ist exakt jenes Länderrisiko, vor dem die nordamerikanische Abspaltung Investoren schützen soll. Und es ist genau das Risiko, das nach der Trennung vollständig im verbleibenden Konzern konzentriert bleibt.

Steigende Kosten trotz starker Preise

Die Zahlen des zweiten Quartals zeigen, wie dünn der Spielraum selbst im Kerngeschäft geworden ist. Die Goldförderkosten stiegen auf 1.993 Dollar pro Unze, im Vorjahr lagen sie noch bei 1.654 Dollar. Barrick nennt niedrigere Erzgehalte in Carlin, Cortez und North Mara als Ursache, dazu höhere Treibstoffkosten und steigende Förderabgaben infolge höherer Goldpreise.

Beim Kupfer war der Druck noch größer. Die Produktion fiel im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 56.000 Tonnen – planmäßig, wie der Konzern betont. Die Förderkosten pro Pfund Kupfer kletterten dagegen um 32 Prozent auf 3,39 Dollar, die C1-Barkosten sogar um 37 Prozent auf 2,47 Dollar.

Trotzdem erzählt die Umsatzseite eine Wachstumsgeschichte. Barrick verdiente im zweiten Quartal bereinigt 82 Cent pro Aktie – mehr als die von Analysten erwarteten 78 Cent. Der Umsatz von 5,29 Milliarden Dollar übertraf die Konsensschätzung von 4,53 Milliarden Dollar deutlich, getrieben von höheren realisierten Gold- und Kupferpreisen. Auch die Fördermengen überraschten positiv: Die Goldproduktion stieg gegenüber dem Vorquartal um 11 Prozent auf 796.000 Unzen und übertraf damit die eigene Prognosespanne von 730.000 bis 770.000 Unzen. Grund waren ein früherer Produktionshochlauf in Loulo-Gounkoto, eine schnellere Erholung in Pueblo Viejo nach Wartungsarbeiten im ersten Quartal und Rekordfördermengen im Untertagebau in Cortez.

Die Trennung als Urteil über Standorte

Am Ende laufen hier zwei Geschichten parallel, nicht eine. Die nordamerikanischen Assets – Nevada, Pueblo Viejo, Fourmile – werden als der ruhige, rechtssichere Teil von Barrick verpackt, gestützt durch die frische Newmont-Zahlung und ein Management, das öffentlich auf die Uhr schaut. Reko Diq in Belutschistan liefert währenddessen die Live-Demonstration dafür, warum diese Verpackung wirtschaftlich Sinn ergibt: Sicherheitslage kann Kapitalausgaben an einer Weltklasse-Lagerstätte bremsen – unabhängig davon, wie günstig die Metallpreise gerade stehen.

Für Aktionäre wird die kommende Trennung faktisch zur Abstimmung darüber, wie groß der Abschlag für internationales Betriebsrisiko gegenüber einem reinen Nordamerika-Geschäft sein sollte. Barricks eigene Kapitalentscheidungen in diesem Jahr – Geld aus Pakistan abziehen, während der Konzern auf einen Nevada-Börsengang zusteuert – geben darauf bereits eine klare Antwort.

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Barrick Mining Aktie

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KGV 10,72
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,14 %
Marktkapitalisierung 95,13 Mrd. CAD
Ø Kursziel 46,73 USD
ISIN: CA0679011084 WKN: 870450

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