SpaceX Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 108,40 Euro
Die SpaceX-Aktie fällt auf ein neues 52-Wochen-Tief und notiert unter dem IPO-Preis. Analysten sind sich uneins über die zukünftige Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Neues 52-Wochen-Tief erreicht
- Kurs unter Ausgabepreis gefallen
- Hohe Leerverkaufsaktivität verzeichnet
- Lock-up-Frist läuft im August aus
SpaceX-Aktien rutschen weiter ab. Am Freitag ging es um 5,39 Prozent nach unten, auf 108,40 Euro. Das ist der sechste Verlusttag in Folge und ein neues 52-Wochen-Tief.
Binnen einer Woche verlor die Aktie fast 15 Prozent. Über den Monat gerechnet steht ein Minus von fast 35 Prozent. Vom Rekordhoch bei 194,46 Euro im Juni trennen das Papier inzwischen mehr als 44 Prozent.
Vom gefeierten Börsengang zum Dauerabsturz
Der Fall wirkt umso dramatischer, wenn man den Ausgangspunkt betrachtet. SpaceX ging im Juni zu 135 Dollar pro Aktie an die Nasdaq — einer der meistbeachteten Börsengänge des Jahrzehnts. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar und schoss bis auf 225,64 Dollar hoch, getrieben von privaten Anlegern, die massenhaft einstiegen.
Von diesem Hoch aus ging es seitdem nur noch in eine Richtung. Der aktuelle Kurs liegt mittlerweile sogar unter dem ursprünglichen Ausgabepreis. Ein Börsengang, der als Jahrhundert-Deal gefeiert wurde, hat seine Erstzeichner binnen weniger Wochen ins Minus gedrückt.
Leerverkäufer wittern Gelegenheit, Analysten uneins
Die Schwäche zieht Short-Seller an. Nach Angaben von CNBC sind mittlerweile knapp 185 Millionen Aktien leerverkauft — etwa 29 Prozent des frei handelbaren Streubesitzes. Der Wert dieser Wetten auf fallende Kurse: rund 25 Milliarden Dollar.
Die Wall Street selbst ist gespalten. Laut Yahoo Finance bewerten 27 von 31 Analysten die Aktie mit „Kaufen“ oder „Klarer Kauf“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 242 Dollar. Gary Black von Future Fund gehört zu den lautstärksten Skeptikern. Er verweist auf die schiere Größe des Börsengangs — mit 85 Milliarden Dollar dreimal so groß wie der nächstgrößte IPO der Geschichte. Das habe ein „stark unausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage“ geschaffen: Einem frei handelbaren Anteil von unter 100 Milliarden Dollar steht eine Marktbewertung von über 2 Billionen Dollar gegenüber.
Black hält die Aktie weiterhin für „lächerlich überbewertet“ — beim 45-Fachen des für 2026 erwarteten Umsatzes. Nur ein einziges der bewertenden Häuser, Morningstar, rät zum Verkauf.
Die Kursziele der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen. Morningstar sieht den fairen Wert bei nur 62 Dollar je Aktie, was die Aktie noch immer als etwa doppelt zu teuer einstuft. Raymond James dagegen nennt 800 Dollar als Kursziel, Morgan Stanley 300 Dollar. Der Median über 18 Banken liegt bei 225 Dollar — exakt dieser Wert wurde auch von vier Häusern genannt, darunter J.P. Morgan und Deutsche Bank.
KI-Ambitionen belasten zusätzlich
Ein Teil des Ausverkaufs hat mit den wachsenden KI-Aktivitäten des Unternehmens zu tun. Im Juni platzierte SpaceX Anleihen im Volumen von 25 Milliarden Dollar, um Brückenkredite abzulösen, die im Zuge der Integration von Elon Musks xAI und X entstanden waren. Die Laufzeiten reichen bis 2056, die Zinssätze liegen zwischen 5,35 und 6,65 Prozent.
Hinzu kommt ein branchenweiter Ausverkauf bei Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerten in dieser Woche. Investoren stellen zunehmend infrage, ob das Tempo der KI-Investitionen haltbar ist — eine Neubewertung, die SpaceX besonders trifft, weil das Unternehmen Raketenbau, Satelliteninternet und KI-Ambitionen in einem Geschäftsmodell bündelt.
Auch beim aktuellen Kurs bleibt die Bewertung eine offene Debatte. Bei 108,40 Euro kommt SpaceX noch immer auf eine Marktkapitalisierung von rund 1,44 Billionen Euro — mehr als das 80-Fache des Jahresumsatzes, bei einem Unternehmen, das Milliarden Dollar Verlust pro Jahr schreibt.
Zwei Termine entscheiden über die nächste Phase
Zwei Ereignisse dürften die kommenden Wochen prägen. Im August läuft die Lock-up-Frist für Insider-Aktien aus, kurz danach folgt der erste Quartalsbericht seit dem Börsengang. Gary Black warnt konkret davor, dass die Aktie mit Ablauf der Sperrfrist im August unter den ursprünglichen Ausgabepreis fallen könnte, wenn Insider dann ihre Anteile verkaufen.
Mit einem Kurs, der nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 107,34 Euro notiert, und einer annualisierten Volatilität von über 93 Prozent bleibt die Lage angespannt. Der RSI von 34,6 signalisiert zumindest eine überverkaufte Situation — ob das für eine Stabilisierung reicht, hängt nun maßgeblich von den beiden anstehenden Terminen ab.
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