Nvidia Aktie: OpenAI-Zahlen verunsichern Anleger
OpenAI meldet Ende September annualisierte Erlöse von fast 50 Milliarden Dollar; Chipwerte gaben nach, während eine Finanzierungsrunde offenbleibt.

Kurz zusammengefasst
- OpenAI-Umsatz unter zuvor kursierender Summe
- Nvidia und weitere Chipwerte verloren
- TensorX betreibt 192 Nvidia-B300-GPUs
- OpenAI-Finanzierungsrunde noch ohne Term Sheet
Ein Umsatzwert, der rund 20 Milliarden Dollar unter den Erwartungen liegt, hat am Donnerstag die KI-Trades an der Wall Street erschüttert. Auslöser war die Nachricht, dass OpenAI zuletzt deutlich weniger Erlöse meldete als zuvor kolportiert. Nvidia gehörte zu den Verlierern.
Warum OpenAI den Sektor bewegt
OpenAI teilte Investoren mit, dass die annualisierten Umsätze Ende September bei fast 50 Milliarden Dollar lagen. Zuvor kursierte eine Zahl von 68 Milliarden Dollar. Diese höhere Summe enthielt offenbar die Bruttoerlöse von Partnern, was den Vergleich mit Rivalen wie Anthropic erleichtern sollte.
Das Unternehmen betont Wachstum: Der Run-Rate stieg im dritten Quartal um 77 Prozent, im Unternehmensgeschäft sogar um 107 Prozent. Allerdings steht OpenAI unter Druck, seine Bewertung von 852 Milliarden Dollar zu rechtfertigen. Ein Börsengang gilt für 2027 als wahrscheinlich, parallel sondiert das Unternehmen eine neue Finanzierungsrunde von rund 30 Milliarden Dollar.
Für Nvidia ist das heikel. Der Konzern lebt davon, dass Kunden wie OpenAI ihre Rechenzentren weiter ausbauen. Sinkt das Vertrauen in die Erlösbasis, rückt die Frage in den Vordergrund, wie lange die Ausgabenflut noch trägt.
Chipwerte geben deutlich nach
Die Reaktion fiel entsprechend aus. Der Nasdaq 100 lag zeitweise knapp zwei Prozent im Minus und schloss 1,39 Prozent tiefer bei 30.725,81 Punkten. Nvidia, Arm, Intel, AMD, Marvell, Micron und SanDisk verloren zum Handelsschluss zwischen 2,9 und 6,5 Prozent. Im Verlauf waren die Abschläge noch größer. Auch Oracle und CoreWeave gerieten unter Druck.
Der Dow Jones hielt sich dagegen stabil. Gefragt waren vor allem Energiewerte, gestützt von steigenden Ölpreisen.
Nvidia-Hardware bleibt gefragt
Abseits der Kursschwankungen zeigen kleinere Meldungen, wie breit Nvidias Technik im Einsatz ist. Der irische Anbieter TensorX betreibt seine souveräne KI-Inferenz auf dedizierten Nvidia-B300-GPUs, aktuell 96 in Irland und 96 in Finnland. Eine größere Bestellung soll bald folgen.
Zudem tritt Nvidia als Geldgeber auf. Das Biotech Iambic Therapeutics, das KI zur Wirkstoffentwicklung nutzt, peilt an der Nasdaq einen Börsengang mit einem Volumen von bis zu 159,4 Millionen Dollar an. Nvidia zählt zu den Unterstützern des Unternehmens.
Entscheidend für den Sektor bleibt die nächste Finanzierungsrunde von OpenAI. Fällt sie wie angedacht um die 30 Milliarden Dollar aus, spräche das gegen eine Abkühlung der Nachfrage. Einen Termin gibt es bislang nicht, ein Term Sheet liegt noch nicht vor.
Stand heute, 9. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 9. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.