Volkswagen Aktie: ID. Cross am 15. Juli vorgestellt

Volkswagen stellt den ID. Cross vor, während Absatz in China einbricht und Werksschließungen drohen. Die Aktie verliert weiter an Wert.

Felix Baarz ·
Volkswagen Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Weltpremiere des ID. Cross in Spanien
  • China-Auslieferungen brechen um 26 Prozent ein
  • Bis zu 50.000 zusätzliche Stellenstreichungen geplant
  • VW-Aktie verliert seit Jahresbeginn fast 30 Prozent

Volkswagen bringt einen neuen Stromer und kämpft gleichzeitig an mehreren Fronten. Der Konzern verliert massiv Boden in China, plant offenbar drastische Stellenstreichungen und diskutiert über die Schließung deutscher Werke. Mitten in dieser Gemengelage feierte am Mittwoch der ID. Cross Weltpremiere.

China bricht weg, der Gesamtkonzern schrumpft

Die Zahlen zeigen ein klares Bild. Volkswagen lieferte im ersten Halbjahr 2026 weltweit 4,13 Millionen Fahrzeuge aus. Das sind 6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Besonders hart trifft es die Region Asien-Pazifik. Dort brachen die Auslieferungen um 24 Prozent ein. In China allein sanken sie um 25,9 Prozent.

Noch dramatischer sieht es bei den Elektroautos aus. Die BEV-Auslieferungen in China fielen zwischen Januar und Juni um 47,9 Prozent. Das trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle, denn China bleibt Volkswagens wichtigster Einzelmarkt.

Die gesamte deutsche Autoindustrie spürt den Gegenwind. Die großen Hersteller lieferten im ersten Halbjahr zusammen nur 6,3 Millionen Fahrzeuge aus. Das ist der niedrigste Wert seit 2022.

Chinas eigene Wirtschaft bremst zusätzlich. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal nur um 4,3 Prozent und blieb damit unter den Erwartungen. Der Konsumdruck auf dem chinesischen Markt steigt.

Merz warnt vor chinesischem Einstieg, Blume plant Stellenabbau

Die Krise erreicht auch die Politik. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich am Mittwoch kritisch zu einem möglichen Einstieg chinesischer Autobauer in deutsche Fabriken. Volkswagen prüft dieses Szenario, um seine Werke besser auszulasten.

Merz nannte das eine reine „Notlösung“. Sie löse die tieferliegenden Probleme der Industrie nicht. Zusätzlich kritisierte er eine Unterbewertung des chinesischen Yuan um 25 bis 30 Prozent, die den Wettbewerb durch künstlich billige Importe verzerre.

Parallel dazu verdichten sich Berichte über weitere Einschnitte. Konzernchef Oliver Blume soll Pläne für den Abbau von bis zu 50.000 zusätzlichen Stellen weltweit skizziert haben. Das geht über bereits vereinbarte Maßnahmen hinaus.

Zur Debatte steht auch die Schließung von vier deutschen Werken: Emden, Hannover, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm. Grund sind mangelnde Auslastung und hohe Gemeinkosten. Die Arbeitnehmervertreter leisten Widerstand gegen diese Pläne.

Der ID. Cross soll Volumen bringen – gebaut in Spanien

Mitten in dieser angespannten Lage stellte Volkswagen am 15. Juli den ID. Cross vor. Das kompakte Elektro-SUV basiert auf der MEB+-Plattform und positioniert sich unterhalb des ID.4.

Die Eckdaten: Bis zu 427 Kilometer WLTP-Reichweite, Schnellladen von 10 auf 80 Prozent in rund 23 Minuten bei der kleineren Batterie. Der Einstiegspreis liegt bei 27.995 Euro. Vorbestellungen für die stärkeren Varianten laufen in Deutschland bereits, die Basisversion kommt ab Oktober 2026.

Bemerkenswert ist der Produktionsstandort: Spanien statt Deutschland. Dort liegen die Produktionskosten deutlich niedriger als an den heimischen VW-Standorten. Ausgerechnet während die Debatte um deutsche Werksschließungen läuft, wandert das neue Volumenmodell ins Ausland.

Die Aktie bleibt unter Druck

Der Kurs spiegelt die Unsicherheit wider. Volkswagen schloss am Mittwoch bei 74,34 Euro im XETRA-Handel. Über sieben Tage steht zwar ein Plus von 3,25 Prozent zu Buche, auf Monatssicht aber ein Minus von 15,90 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie fast 30 Prozent verloren. Zum 52-Wochen-Hoch von 109,10 Euro vom Dezember 2025 klafft eine Lücke von 31,86 Prozent. Vom 52-Wochen-Tief bei 69,20 Euro, erreicht erst am 1. Juli, hat sich das Papier nur wenig gelöst.

Der RSI von 41,9 zeigt keine klare Richtung an. Die annualisierte Volatilität liegt bei 34,69 Prozent – ein Wert, der die Nervosität um die Aktie unterstreicht. Ob der ID. Cross als Verkaufsschlager reicht, um das China-Loch zu stopfen, entscheidet sich frühestens mit den Auslieferungszahlen ab Oktober.

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Sektor Zyklischer Konsum
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