Novartis Aktie: Prognose nach oben
Höhere Kerngewinne und Markenwachstum gleichen Generika-Einbußen aus; eine Del-Desiran-Wertminderung belastet den ausgewiesenen Gewinn.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz wächst um vier Prozent
- Kerngewinn steigt um elf Prozent
- Del-Desiran-Abwertung drückt den Reingewinn
- Prognose für operativen Kerngewinn angehoben
Novartis hebt nach dem dritten Quartal die Gewinnprognose für 2026 an. Die Basler konnten den Umsatzverlust durch Generika mehr als wettmachen. Unter dem Strich steht allerdings ein kräftiger Gewinnrückgang, ausgelöst durch eine milliardenschwere Wertberichtigung.
Wachstum trotz Generika-Druck
Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 14,5 Milliarden US-Dollar, auch zu konstanten Wechselkursen. Die Mengenzuwächse überstiegen den Generika-Effekt deutlich. Der operative Kerngewinn legte um 11 Prozent auf 6,0 Milliarden Dollar zu, die Marge kletterte auf 41,6 Prozent. Der Kerngewinn je Aktie erreichte 2,46 Dollar.
Getragen wurde das Wachstum von den prioritären Marken. Kisqali wuchs um 37 Prozent, Scemblix um 67 Prozent und Leqvio um 63 Prozent. Kesimpta legte um 22 Prozent zu, Cosentyx um 9 Prozent.
Der Blutdruckspezialist Entresto bleibt dagegen unter Druck. Sein Umsatz brach um 38 Prozent ein, auch Xolair und Promacta verloren deutlich.
Del-Desiran belastet die Bilanz
Das operative Ergebnis sank um 59 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Der Reingewinn fiel auf 1,2 Milliarden Dollar, der Gewinn je Aktie auf 0,63 Dollar, nach 2,04 Dollar im Vorjahr. Hauptgrund ist eine teilweise Wertminderung von 1,9 Milliarden Dollar auf Del-Desiran.
Das Mittel verfehlte in der Phase-III-Studie bei myotoner Dystrophie Typ 1 den primären Endpunkt. Novartis sieht dennoch Hinweise auf klinische Wirksamkeit und prüft das weitere Vorgehen mit den Behörden.
Der Free Cashflow sank um 18 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Die Nettoverschuldung stieg seit Jahresbeginn von 21,9 auf 37,4 Milliarden Dollar. Treiber waren vor allem Zukäufe und Lizenzdeals, außerdem Dividende und Aktienrückkäufe.
Pipeline mit Licht und Schatten
Positiv fielen die Phase-III-Daten zu Remibrutinib bei multipler Sklerose aus. Die FDA erweiterte zudem die Zulassungen für Rhapsido und Pluvicto. Für Del-Zota bei Duchenne-Muskeldystrophie gewährte sie eine vorrangige Prüfung. Rückschläge gab es dagegen bei Pelacarsen, das in der HORIZON-Studie den primären Endpunkt verfehlte, sowie bei Remibrutinib in Myasthenia gravis, wo die Studie eingestellt wurde.
Für 2026 erwartet das Management weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Kerngewinn rechnet es nun mit Stagnation bis niedrigem einstelligem Wachstum, zuvor war ein Rückgang angepeilt. Am 18. und 19. November lädt Novartis in London zum Management-Treffen, die Zahlen zum Gesamtjahr folgen am 3. Februar 2027.
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