WisdomTree Cocoa 2x: 15. Juli mit 2,57 Prozent Minus
Rekordlieferungen aus der Elfenbeinküste und schwache Nachfrage lassen den Kakaopreis auf ein fast zweijähriges Tief fallen.

Kurz zusammengefasst
- Kakaopreis fällt auf 5.656 Dollar
- Rekordernte in der Elfenbeinküste
- Nachfrage in Europa und Nordamerika sinkt
- Sorgen um nächste Ernte durch El Niño
Kakao fällt seit Tagen. Am 15. Juli 2026 rutscht der Preis auf 5.656,83 US-Dollar pro Tonne. Das ist ein Minus von 2,57 Prozent gegenüber dem Vortag.
Der Rückgang trifft gehebelte Produkte besonders hart. Der WisdomTree Cocoa 2x Daily Leveraged EUR (ISIN: DE000A0V9ZE9) bildet die zweifache tägliche Wertentwicklung des Bloomberg Cocoa Leverage Index ab. Fällt der Kakaopreis, verstärkt das ETC den Verlust überproportional.
Rekordernte bricht Knappheits-Erzählung
Der Preisverfall ist kein Einzeltag. Bereits am 14. Juli gab der September-Kontrakt an der ICE in New York um 0,62 Prozent nach. In London verlor Kakao zeitgleich 0,48 Prozent. Es war bereits der dritte Rückgang in Folge.
Der Hauptgrund liegt an der Elfenbeinküste. Der weltgrößte Kakaoproduzent liefert zwischen dem 1. Oktober 2025 und dem 5. Juli 2026 insgesamt 2,09 Millionen Tonnen Kakao an seine Häfen. Das sind 21 Prozent mehr als im Vorjahr — und deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten.
Die Lagerbestände bestätigen das Bild. Die von der ICE überwachten Kakaovorräte erreichen mit über 3,15 Millionen Säcken ein fast zweijähriges Hoch. Noch vor wenigen Wochen trieb eine Knappheits-Erzählung die Preise nach oben. Diese Erzählung hat die aktuelle Angebotsschwemme nun widerlegt.
Schwache Nachfrage verstärkt den Druck
Zum Überangebot kommt eine schwächere Nachfrage hinzu. Die Vermahlungsdaten für das zweite Quartal zeigen einen Rückgang von 1,5 Prozent in Europa. Nordamerika verzeichnet ein Minus von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nur Asien wächst. Dort steigt die Verarbeitung um 9 Prozent. Das reicht aber nicht aus, um den Rückgang in den etablierten Märkten auszugleichen — schwache Verarbeitungsnachfrage trifft auf wachsendes Rohwarenangebot.
Nächste Ernte weckt neue Sorgen
Kurzfristig dominiert das Überangebot. Langfristig zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab. Für die Saison 2026/27 erwarten Marktbeobachter einen Rückgang der Haupternte an der Elfenbeinküste von über 10 Prozent.
Grund dafür sind übermäßige Niederschläge im Zusammenhang mit El Niño. Hinzu kommt mangelhaftes Pflanzenmanagement in den Anbaugebieten. Lokale Landwirte melden zwar hohe Bodenfeuchtigkeit, brauchen aber mehr Sonnenschein, um Pflanzenkrankheiten einzudämmen.
Entscheidend wird die Entwicklung im September. Dann zeigt sich, ob aus den aktuellen Blüten tatsächlich Schoten werden. Diese Entwicklung dürfte maßgeblich bestimmen, wie stark die nächste Ernte tatsächlich ausfällt — und ob die aktuelle Angebotsschwemme nur eine Momentaufnahme bleibt.
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