Siemens Energy Aktie: Rekordzahlen, rote Kurse
Im dritten Geschäftsquartal wuchsen Aufträge, Umsatz und Ergebnis; zugleich verlor die Aktie am Donnerstag weitere 7,8 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Auftragseingang erreicht 17,9 Milliarden Euro
- Auftragsbestand steigt auf 162 Milliarden Euro
- Quartalsergebnis fast verdreifacht
- RBC bestätigt Kursziel von 200 Euro
Operativ läuft es bei Siemens Energy auf Rekordniveau, an der Börse sieht es anders aus. Nach einem Minus von mehr als fünf Prozent am Mittwoch gab die Aktie am Donnerstag um weitere 7,8 Prozent nach. Mit rund 124 Euro erreicht sie ein Niveau, das zuletzt Anfang des Jahres zu sehen war.
KI-Finanzierung als Belastungsfaktor
Auslöser sind Zinssorgen. Überraschend hohe US-Inflationsdaten trafen am Mittwoch den Gesamtmarkt und belasteten vor allem KI-nahe Titel. Der Markt rechnet auch den Münchner Konzern dazu, weil ein wachsender Teil seiner Aufträge am Strombedarf neuer Rechenzentren hängt.
Zusätzlichen Druck brachte die Finanzierungsseite der Branche. Die Aktie des Rechenzentrumsbetreibers CoreWeave brach am Mittwoch um rund 15 Prozent ein, nachdem dessen Anleihen unter Druck geraten waren. Anleger fürchten, dass Teile der Branche den Ausbau zu stark über Schulden finanzieren.
Siemens Energy hatte Ende September betont, Rechenzentren seien ein wichtiger zusätzlicher Treiber, nicht aber die Grundlage des Ausblicks. Der Engpass liege nicht bei der Nachfrage, sondern beim Tempo von Genehmigung, Finanzierung und Bau.
Zahlen sprechen eine andere Sprache
Im dritten Geschäftsquartal stieg der Auftragseingang vergleichbar um 8,5 Prozent auf einen Rekordwert von 17,9 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand wuchs auf 162 Milliarden Euro. Der Umsatz legte vergleichbar um 18,5 Prozent zu.
Das Ergebnis vor Sondereffekten verdreifachte sich fast auf 1,623 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn bleibt trotz der jüngsten Verluste ein knappes Plus von rund zwei Prozent. Marktbeobachter sehen in den Abgaben auch Gewinnmitnahmen nach dem kräftigen Anstieg.
Analysten bleiben zuversichtlich
Das Analystenbild fällt unterschiedlich aus. RBC Capital Markets bestätigte Outperform mit einem Kursziel von 200 Euro, rund 40 Prozent über dem aktuellen Niveau. Die DZ Bank hob ihren fairen Wert Anfang Oktober von 128 auf 157 Euro an, bleibt aber bei Halten.
Die Jahreszahlen stehen in wenigen Wochen an. Sie dürften zeigen, ob der Rekordkurs im operativen Geschäft den Abstand zum Börsenkurs wieder verkleinern kann.
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