BMW Aktie: i3-Start bei 58,80-Euro-Tief
BMW senkt Margenprognose drastisch, Analysten reagieren mit Abstufungen. Der vorgezogene i3-Start soll gegensteuern, die Aktie fällt auf ein Fünfjahrestief.

Kurz zusammengefasst
- Gewinnprognose für 2026 halbiert
- Mehrere Analysten senken Kursziele
- Aktie erreicht tiefsten Stand seit fünf Jahren
- Vorzeitiger Bestellstart für neuen Elektro-i3
BMW hat eine schlechte Woche hinter sich. Erst kappte der Konzern seine Gewinnprognose drastisch, dann folgte eine Reihe von Analysten-Abstufungen. Mitten in diesem Sturm zieht BMW den Bestellstart für seinen neuen Elektro-i3 vor — ein Signal der Offensive, das die Märkte bisher nicht überzeugt.
Prognose halbiert, Druck von allen Seiten
Am 16. Juni senkte BMW seine Margenerwartung für das Automobilsegment deutlich. Statt vier bis sechs Prozent erwartet der Konzern nun nur noch ein bis drei Prozent operative Marge. Als Gründe nennt BMW eine beschleunigte Schwäche im chinesischen Markt sowie steigende Energiekosten durch den Nahost-Konflikt. Positive Entwicklungen in Europa und den USA reichen nicht aus, um den Einbruch in China zu kompensieren.
Die Reaktion der Analysten ließ nicht lange auf sich warten. UBS senkte ihr Kursziel von 88 auf 70 Euro und beließ die Einstufung auf „Neutral“. Goldman Sachs kürzte das Kursziel ebenfalls. Moody’s stufte den Ausblick für BMW auf negativ herab — das Langfrist-Rating „A2″ bleibt zwar erhalten, doch die Richtung ist klar.
Aktie auf Fünfjahrestief
Die Kursentwicklung spricht eine deutliche Sprache. Am 18. Juni markierte die BMW-Aktie ein neues Fünfjahrestief bei 58,80 Euro. Zum Wochenschluss erholte sich das Papier leicht auf 60,38 Euro — liegt damit aber noch immer rund 38 Prozent unter dem Dezember-Hoch von 97,90 Euro. Seit Jahresanfang beträgt das Minus 37 Prozent. Der RSI von 20,5 signalisiert technisch stark überverkaufte Bedingungen.
Neue Klasse als Gegenwette
Ausgerechnet in dieser Lage zieht BMW den Bestellstart für den neuen i3 vor. Ab dem 18. Juni können Kunden die „First Edition“ des i3 50 xDrive für 75.340 Euro ordern. Die reguläre Produktion startet im August. Der i3 soll der Kern der „Neuen Klasse“ werden — BMWs nächste Generation vollelektrischer Fahrzeuge.
Parallel arbeitet BMW an Kostensenkungen. Struktur- und Effizienzmaßnahmen sollen 2026 intensiviert werden. Berichten zufolge laufen auch Gespräche über Stellenabbau. Ob das reicht, um die Margenprognose wieder nach oben zu treiben, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich das China-Geschäft stabilisiert — und wie gut der i3-Hochlauf tatsächlich anläuft.
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