Amazon Aktie: Datenzentren bleiben lahmgelegt
Amazon stuft Schäden an AWS-Standorten am Golf als irreparabel ein, während der Konzern zugleich KI-Infrastruktur und Streaming-Angebote ausbaut.

Kurz zusammengefasst
- Datenzugriff in Bahrain dauerhaft verloren
- Eine UAE-Zone bleibt weiterhin gesperrt
- Qualcomm-Deal über bis zu 60 Milliarden Dollar
- Fünf Streamingdienste werden gebündelt
Sechs Monate nach den Drohnenangriffen im Zuge des Iran-Kriegs zieht Amazon Web Services einen ernüchternden Schlussstrich: Die beschädigten Rechenzentren in Bahrain und Teilen der Vereinigten Arabischen Emirate lassen sich nicht mehr reparieren. Für einen Cloud-Anbieter, der seinen Kunden eigentlich lückenlose Verfügbarkeit verspricht, ist das ein bemerkenswertes Eingeständnis.
Schäden übersteigen alle Belastungsgrenzen
In einem Update auf der AWS-Statusseite erklärte das Unternehmen, die Zerstörung an mehreren Standorten in Bahrain habe das Maß überschritten, für das die Anlagen ausgelegt waren. Zugriff auf Daten, die exklusiv in dieser Region gespeichert waren, sei damit dauerhaft verloren. Auch in einer Verfügbarkeitszone in den Emiraten bleibt der Datenzugriff versperrt, während Techniker an zwei weiteren betroffenen Zonen dort noch arbeiten.
Die Angriffe hatten sich bereits im März und April ereignet. Satellitenbilder zeigten Treffer an zwei Amazon-Rechenzentren in Bahrain, die iranischen Revolutionsgarden bekannten sich zu der Attacke und begründeten sie mit Amazons Unterstützung für das US-Militär.
Die meisten Kunden hatten ihre Workloads damals bereits in andere AWS-Regionen verlagert – ein Grund, warum der Ausfall operativ verkraftbar blieb, auch wenn er das Vertrauen in die Robustheit der Golf-Infrastruktur belastet.
Die Episode wirft ein Schlaglicht auf ein größeres Risiko für die gesamte Branche. Der geplante Ausbau des UAE-Stargate-Campus, an dem auch OpenAI, Nvidia und Oracle beteiligt sind, wird nach Berichten über militärische Sicherheitsvorkehrungen wie unterirdische Bauten und Drohnenabwehr neu gedacht. Amazon selbst kündigte an, für die Emirate in den kommenden Monaten und für Bahrain erst Anfang 2027 weitere Updates zu liefern.
Halbleiter-Deal als Gegengewicht
Während die Cloud-Sparte mit den Kriegsfolgen kämpft, baut Amazon parallel seine KI-Infrastruktur aus. Eine neue Kooperation mit Qualcomm sieht vor, dass Amazon über mehrere Jahre Halbleiterlösungen und optische Verbindungstechnik für Rechenzentren im Umfang von bis zu 60 Milliarden Dollar beziehen kann.
Die Verbindungslösungen sollen Bandbreiten von bis zu 1,6 Terabit pro Sekunde ermöglichen – ein Bekenntnis zum weiteren Ausbau der KI-Rechenkapazitäten, unabhängig von den Rückschlägen im Nahen Osten.
Auf der Konsumentenseite bündelt Amazon zudem fünf Streaming-Dienste – AMC+, BritBox, MGM+, PBS Masterpiece und Starz – zu einem Paket für 29,99 Dollar monatlich auf Prime Video, mit einer Ersparnis von knapp 39 Prozent gegenüber Einzelabos.
Für Anleger zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der einen Seite stehen dauerhafte Infrastrukturschäden im Nahen Osten, die Amazon offen als irreparabel einstuft. Auf der anderen Seite investiert der Konzern unbeirrt weiter in KI-Kapazitäten und baut sein Konsumentengeschäft aus.
Wie stark der Ausfall der Golf-Standorte das Vertrauen von Cloud-Kunden in die Region insgesamt belastet, dürfte sich erst zeigen, wenn die für 2027 angekündigten Bahrain-Updates vorliegen.
Amazon-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Amazon-Analyse vom 16. September liefert die Antwort:
Die neusten Amazon-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Amazon-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Amazon: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...