Nvidia Aktie: Deutschland-Offensive nimmt Fahrt auf
Nvidia unterzeichnete eine Absichtserklärung mit der Bundesregierung und meldete eine 104-Qubit-Simulation auf JUPITER.

Kurz zusammengefasst
- Absichtserklärung mit Nvidia unterzeichnet
- Beteiligungen an vier deutschen Start-ups angekündigt
- JUPITER simulierte einen fehlertoleranten Prozessor mit 104 Qubits
- DeepSeek entwickelt KI-Chips gemeinsam mit Huawei
In Berlin treffen Politik und Chipindustrie aufeinander. Kanzler Friedrich Merz eröffnete am Montagabend den ersten Investitionsgipfel der Bundesregierung, an seiner Seite stand Nvidia-Chef Jensen Huang. Eine Partnerschaft zur Förderung von KI in der deutschen Industrie gilt als erwartet.
Merz wirbt um KI-Investitionen
Merz sprach von einem grundlegenden wirtschaftlichen und technologischen Wandel, den künstliche Intelligenz antreibe. Die Zusammenarbeit mit Nvidia nannte er einen Schlüssel für Deutschlands Erfolg. Die Unternehmen forderte er auf: „Please open your doors for AI to make use of your data.“
Konkrete Details der Kooperation stehen noch aus. Das Wirtschaftsministerium hat nach Regierungsangaben eine Absichtserklärung mit Nvidia unterzeichnet. Zuvor war von einem dreistelligen Millionenbetrag die Rede, den die Regierung für die geplante KI-Offensive im Blick habe.
Huang kündigte zudem Beteiligungen an den deutschen Start-ups Agile Robots, Avelios Medical, Mirelo und Reflex Aerospace an. Sie gehören zu einer Europa-Zusage des Konzerns von knapp 10 Milliarden Dollar. Als Beispiel für bestehende Projekte nannte Huang Mercedes-Benz, das mit Nvidia-Software Premium-Robotaxis entwickelt.
Quantensimulation auf Europas Spitzenrechner
Parallel dazu meldete Nvidia einen Forschungserfolg. Auf dem Supercomputer JUPITER im Forschungszentrum Jülich lief eine Simulation mit 104 Qubits. Nach Unternehmensangaben ist sie die bislang größte umfassende Simulation eines fehlertoleranten Quantenprozessors.
Sie modelliert ein Verfahren, das 90 Prozent weniger physische Qubits benötigen soll als frühere Methoden. Genutzt wurden 8.192 GPUs. Ein Vorgängerprojekt in Jülich hatte lediglich 50 Qubits unter idealen, störungsfreien Bedingungen simuliert. Für Nvidia unterstreicht das den Anspruch, auch jenseits klassischer KI-Beschleuniger Infrastruktur zu liefern.
Rivalen aus China
Weniger erfreulich ist die Nachricht aus Fernost. DeepSeek entwickelt gemeinsam mit Huawei KI-Chips, die auf die eigenen Modelle zugeschnitten sind. Erste Ascend-950DT-Chips sollen ab Ende 2026 im Training laufen.
Die technische Lücke bleibt groß. Nvidias B300 liefert nach Schätzung des Instituts Epoch AI etwa die siebenfache Rechenleistung der Huawei-Prozessoren. DeepSeek will sich zudem weiter Zugang zu Nvidia-Chips sichern. Gelingt jedoch das Training eines Spitzenmodells komplett auf chinesischer Hardware, könnte das anderen Entwicklern als Vorlage dienen.
Die Nvidia-Aktie schloss am Montag bei 217,09 Dollar, ein Plus von 1,38 Prozent. Am Dienstag setzt der Investitionsgipfel seine Beratungen fort. Dann dürften die Details der deutsch-amerikanischen KI-Partnerschaft öffentlich werden.
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