IBM Aktie: Barclays setzt Kursziel auf 350 Dollar
IBM-Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch nach positiver Analystenbewertung und staatlicher Milliardenförderung für Quantenchip-Produktion.

Kurz zusammengefasst
- Kursplus von 8,6 Prozent an einem Tag
- Barclays startet mit Übergewichtung und 350 Dollar Ziel
- US-Regierung fördert Quantenchip-Fabrik mit einer Milliarde
- Softwareanteil am Umsatz nähert sich 50 Prozent
IBM erlebt einen der stärksten Kursschübe seit Jahren. Die Aktie notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 277,20 Euro — ein Plus von rund 8,6 Prozent allein an diesem Montag. Hinter dem Anstieg stecken zwei Nachrichten, die sich gegenseitig verstärken: eine bullische Erstabdeckung durch Barclays und ein milliardenschweres Bundesförderprogramm für Quantencomputing.
Barclays setzt Kursziel bei 350 Dollar
Barclays hat IBM mit einem „Overweight“-Rating gestartet und ein Kursziel von 350 Dollar ausgegeben. Analyst Raimo Lenschow begründet das mit dem strukturellen Wandel des Konzerns: Software macht inzwischen fast 50 Prozent des Umsatzes aus und trägt den Großteil der Gewinne. Die Bank erwartet mittelfristig ein organisches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich.
Das passt zu den Q1-Zahlen für 2026. IBM meldete ein Umsatzplus von 9 Prozent, getragen von zweistelligem Wachstum im Softwarebereich. Auch der freie Cashflow überzeugte.
Andere Häuser bleiben ebenfalls konstruktiv. RBC Capital hält ein „Outperform“-Rating mit Kursziel 300 Dollar, Stifel ein „Buy“ mit Ziel 290 Dollar.
Eine Milliarde Dollar vom Staat
Das US-Handelsministerium fördert IBM mit einer Milliarde Dollar aus dem CHIPS Act. Das Geld fließt in den Bau der „Anderon“-Fabrik in Albany, New York — die erste Produktionsstätte für Quantenchips in den USA. IBM legt eine weitere Milliarde aus eigener Kasse drauf.
Das Projekt ist Teil eines Fünfjahresplans mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als zehn Milliarden Dollar in Quantentechnologie. Das Ziel: bis 2029 den ersten großskaligen, fehlertoleranten Quantencomputer liefern.
Technisch überhitzt, fundamental neu bewertet
Die Kursdynamik der vergangenen Woche ist bemerkenswert. Über sieben Tage hat die Aktie rund 25 Prozent zugelegt — eine der stärksten Wochenperformances seit Jahrzehnten. Der RSI liegt bei 72,6 und signalisiert damit technisch überkaufte Bedingungen.
Kein Wunder, dass manche Beobachter die Luft als dünn empfinden. Allerdings hat sich das fundamentale Bild tatsächlich verändert: IBM ist kein reiner Hardwarekonzern mehr, sondern ein Software- und Infrastrukturanbieter mit wachsender staatlicher Rückendeckung im Quantenbereich.
Ab Juni 2026 liefert IBM außerdem das „Bob Premium Package“ für IBM i aus — ein Update für Enterprise-Plattformen mit rund 40 neuen Entwicklerfunktionen, darunter SQL-Konvertierung und Retrieval-Augmented Generation. Kein Kurstreiber für sich genommen, aber ein weiteres Zeichen, dass der Konzern sein Bestandsgeschäft aktiv weiterentwickelt.
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