Schneider Electric Aktie: 70 Euro für Shelly

Schneider Electric verhandelt über Kauf der Shelly Group für 1,3 Mrd. Euro. Parallel warnt der Konzern vor Engpässen in KI-Rechenzentren.

Eduard Altmann ·
Schneider Electric Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Übernahmegespräche mit Shelly Group bestätigt
  • Angebotspreis von rund 70 Euro je Aktie
  • Investition in Smart Factory in Bulgarien
  • Warnung vor steigendem Strombedarf durch KI

Der französische Industriekonzern Schneider Electric bereitet offenbar eine strategische Erweiterung seines Portfolios im Bereich des Internets der Dinge (IoT) vor. Wie das bulgarische Technologieunternehmen Shelly Group am heutigen Mittwoch offiziell bestätigte, befinden sich beide Parteien in vorläufigen Gesprächen über ein mögliches öffentliches Übernahmeangebot. Damit reagiert das Unternehmen auf jüngste Medienberichte über ein gesteigertes Interesse der Franzosen an dem Spezialisten für Smart-Home- und Automatisierungslösungen.

Bestätigung von Sondierungsgesprächen

Die Shelly Group, die unter anderem an den Börsen in Frankfurt und Sofia notiert ist, informierte die Marktteilnehmer heute darüber, dass es erste Verhandlungen mit Schneider Electric gibt. Laut Berichten von Bloomberg steht ein potenzieller Angebotspreis von rund 70 Euro pro Aktie im Raum. Dies würde das bulgarische Unternehmen mit insgesamt etwa 1,3 Milliarden Euro bewerten. In den Gesprächen soll es auch um die Anteile der Firmengründer gehen.

Beide Unternehmen betonten jedoch, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Sicherheit über den tatsächlichen Vollzug einer Transaktion gibt. Weder die Bedingungen noch ein konkreter Zeitplan seien bisher verbindlich festgelegt worden. Die Shelly Group kündigte an, vorerst keine weiteren Kommentare zu den laufenden Verhandlungen abzugeben, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wurde oder die gesetzlichen Informationspflichten weitere Mitteilungen erfordern.

Strategischer Fokus auf den bulgarischen Markt

Ein Zukauf der Shelly Group würde gut in die jüngste Expansionsstrategie von Schneider Electric in Südosteuropa passen. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass der Konzern massiv in seinen Standort im bulgarischen Plovdiv investiert. Für rund 53,5 Millionen Euro entsteht dort eine neue, hochtechnologische „Smart Factory“, die 110 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Das Werk ist auf die Produktion von Leistungsschaltern und anderen Niederspannungsprodukten ausgelegt und soll höchste Nachhaltigkeitsstandards wie die Platin-LEED-Zertifizierung erfüllen.

Es handelt sich dabei bereits um die zweite intelligente Fabrik des Konzerns in Europa nach dem Vorbild des französischen Standorts. Schneider Electric ist bereits seit 1998 in Bulgarien aktiv und scheint das Land zunehmend als zentralen Knotenpunkt für seine europäische Fertigungs- und Entwicklungskapazitäten im Bereich der Elektrifizierung und Digitalisierung zu etablieren.

Warnung vor Engpässen durch KI-Rechenzentren

Abseits der Übernahmeaktivitäten richtet Schneider Electric den Blick auf die massiven infrastrukturellen Herausforderungen durch den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). Das Unternehmen warnte heute vor einem drohenden Stromengpass in Rechenzentren. Durch den Einsatz von KI steigen die Anforderungen an die Leistungsdichte pro Rack dramatisch an – von bisher üblichen 10 Kilowatt auf über 140 Kilowatt. Einzelne Standorte könnten künftig einen Energiebedarf von bis zu einem Gigawatt erreichen.

Laut Einschätzungen des Unternehmens könnte die weltweite Stromnachfrage von Rechenzentren bis zum Jahr 2030 um bis zu 175 Prozent gegenüber dem Stand von 2023 steigen. Um dieser Entwicklung zu begegnen, setzt Schneider Electric verstärkt auf Kooperationen wie mit Nvidia, um spezialisierte Kühlsysteme und Stromversorgungslösungen für hocheffiziente KI-Infrastrukturen zu entwickeln. Lösungen wie das „EcoStruxure Pod“, bei dem ganze Rack-Einheiten an einem einzigen Tag installiert werden können, sollen die Bereitstellungszeit von Rechenzentren um rund 30 Prozent verkürzen.

Trotz der Expansionspläne zeigt sich der Kapitalmarkt heute zurückhaltend. Im heutigen Handel verzeichnet die Aktie von Schneider Electric einen Rückgang von 1,75 Prozent und notiert bei 258,50 Euro. Damit bewegt sich das Papier jedoch weiterhin leicht über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 253,90 Euro, was einen langfristig stabilen Trend untermauert.

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Schneider Electric Aktie

256,80 EUR

– 5,20 EUR -1,98 %
KGV 32,87
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,58 %
Marktkapitalisierung 147,69 Mrd. EUR
ISIN: FR0000121972 WKN: 860180

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