Volkswagen Aktie: Schraube löst Massenrückruf aus
Eine korrosionsanfällige Verbindung führt zu einer vorsorglichen Werkstattaktion bei Volkswagen, Audi und Seat; die weltweite Gesamtzahl ist noch offen.

Kurz zusammengefasst
- Lenkungsschraube kann durch Korrosion versagen
- Knapp eine Million Fahrzeuge in Deutschland
- Rund 66.000 Autos in der Schweiz
- Weltweite Rückrufzahl noch nicht bestätigt
Eine korrosionsanfällige Schraube in der Lenkung sorgt bei Volkswagen für eine der größten Rückrufaktionen der jüngeren Zeit. Weltweit müssen Millionen Fahrzeuge des Konzerns sowie der Töchter Audi und Seat in die Werkstätten – wegen eines möglichen Lenkungsausfalls.
Schraubenabriss als Auslöser
Auslöser ist eine mangelhafte Lenkungsverschraubung, die laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) durch eine korrosionsresistentere Variante ersetzt werden muss. Ohne den Austausch drohe im schlimmsten Fall ein Schraubenabriss und damit ein Lenkungsausfall während der Fahrt.
Am stärksten betroffen ist der deutsche Heimatmarkt: Allein hier könnten laut Behördendaten knapp eine Million Fahrzeuge betroffen sein. In der Schweiz beziffern die Zahlen den betroffenen Bestand auf rund 66.000 Autos.
Der Rückruf gilt als vorsorglich – eine offizielle Bestätigung der genauen Gesamtzahl weltweit steht noch aus, die Größenordnung von mehreren Millionen Fahrzeugen zeichnet sich aber aus den vorliegenden Behördendaten klar ab. Dass gleich drei Marken des Konzerns betroffen sind, zeigt, wie tief das fragliche Bauteil in der konzernweiten Plattformstrategie verankert ist.
Kurs bleibt gelassen
An der Börse hat die Nachricht bislang keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Rückrufe dieser Art gehören für Großserienhersteller zum Tagesgeschäft, solange sich daraus keine Klagewelle oder Image-Krise entwickelt. Die Kosten für Werkstattbesuche und Schraubenaustausch dürften angesichts der Konzerngröße überschaubar bleiben.
Parallel zur Rückrufmeldung würdigte die Berichterstattung, dass Volkswagen den Ausbau der Elektroauto-Produktion vorantreibt – ein Hinweis darauf, dass operative Alltagsthemen wie der aktuelle Rückruf das strategische Umsteuern des Konzerns nicht überschatten.
Für Halter betroffener Fahrzeuge zählt vor allem eines: Die Werkstattaktion läuft an, betroffene Kunden werden über das KBA beziehungsweise die Vertragswerkstätten informiert. Bis zur vollständigen Abarbeitung dürfte sich die Aktion über mehrere Wochen hinziehen.
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