Nvidia Aktie: Schuldenangst drückt Kurs
Nvidias langfristige Finanzschulden stiegen binnen sechs Monaten auf 32,4 Milliarden Dollar; zugleich treibt der Konzern seine Expansion voran.

Kurz zusammengefasst
- Aktie verlor am Donnerstag 4,4 Prozent
- Langfristige Finanzschulden stiegen auf 32,4 Milliarden
- Huang sieht Kasachstan als möglichen KI-Rechenhub
- Supermicro ergänzt Portfolio um Nvidia-CPU-Rack
Der KI-Handel dreht sich derzeit vor allem um eine Frage: Wer bezahlt den Ausbau? Am Donnerstag rutschte Nvidia um 4,4 Prozent auf 212,21 Dollar ab, nachdem die Sorge vor schuldenfinanzierten KI-Investitionen die Technologiewerte erfasst hatte. Parallel dazu treibt Konzernchef Jensen Huang die Expansion voran, diesmal in Kasachstan.
Verkaufsdruck im Halbleitersektor
Die Nasdaq verlor am Donnerstag 2,6 Prozent, der S&P 500 gab 1,2 Prozent nach. Neben Nvidia gerieten auch CoreWeave, Meta und Tesla unter Druck, im Markt war von Liquiditätsbedenken die Rede. Die Nvidia-Aktie fiel unter ihre 20- und 50-Tage-Linie und nähert sich einer charttechnischen Unterstützungszone. Ob sich der Kurs dort stabilisiert, ist offen.
Die Skepsis hat Vorgeschichte. Der Halbleiterindex der Philadelphia Börse büßte zwischenzeitlich rund 15 Prozent ein, getrieben von Zinssorgen und Zweifeln an der Finanzierung des Ausbaus. Ray Dalio bezeichnete KI Anfang Oktober als klassische, schuldengetriebene Blase. Fundstrat-Mitgründer Tom Lee hält dagegen: Er sieht den Boom erst in einer Frühphase und erwartet den Gipfel um 2033.
Nvidias eigene Bilanz liefert Argumente für beide Seiten. Im zweiten Geschäftsquartal verdoppelte der Konzern den Umsatz auf 96,2 Milliarden Dollar, für das laufende Quartal peilt er rund 108 Milliarden an.
Zugleich stiegen die langfristigen Finanzschulden binnen sechs Monaten von 7,5 auf 32,4 Milliarden Dollar. Hinzu kommen angekündigte Finanzierungsplattformen, die vorbehaltlich endgültiger Verträge mehr als 500 Milliarden Dollar an Drittkapital für KI-Infrastruktur mobilisieren sollen.
Kasachstan als neuer Schauplatz
Huang besuchte am Freitag erstmals Kasachstan. Er nannte das Land einen möglichen KI-Rechenhub für Europa und verwies auf Energieressourcen und geplante Rechenzentrumskapazitäten. Dort laufen laut Präsident Tokajew bereits zwei Supercomputing-Cluster auf Nvidia-Technik.
Nvidia investiert zudem in den KI-Videoanbieter Higgsfield, der einen Großteil seiner Entwickler in Kasachstan beschäftigt. Der Betrag blieb offen, die Beteiligung ist Teil einer Erweiterung der Series-B-Runde vom August, in der das Startup mit 5,4 Milliarden Dollar bewertet wurde. Außerdem will Nvidia in den Cloud-Anbieter Firebird investieren, der gemeinsam mit der Regierung einen 10-Milliarden-Dollar-Cluster mit 100.000 GPUs plant.
Der chinesische Robotaxi-Entwickler Pony.ai will mit inDrive und Nvidia in Astana autonome Fahrdienste testen. Nvidia liefert dafür die KI-Infrastruktur.
Neue Hardware von Supermicro
Auch auf Produktseite gibt es Neuigkeiten. Supermicro nahm ein flüssigkeitsgekühltes Rack mit 256 Nvidia-Vera-CPUs in sein Portfolio auf. Es ist auf agentenbasierte KI ausgelegt und ab sofort auf Anfrage erhältlich. Es ergänzt das bereits lieferbare Vera-Rubin-NVL72-System.
Kurzfristig bestimmt die Unterstützungszone das Bild. Hält sie nicht, droht der Aktie nach dem Bruch der 20- und 50-Tage-Linie weiterer Verkaufsdruck. Nachbörslich notierte das Papier am Freitagmorgen leicht im Plus bei rund 213,5 Dollar.
Stand heute, 23. Oktober: Nvidia – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Nvidia investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 23. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.