SoftBank: ABB spielt einen anderen Käufer durch
ABB erwägt neben einer China-Ausgliederung einen anderen Käufer; Gespräche über SoftBanks geplante Übernahme laufen weiter.

Kurz zusammengefasst
- China-Geschäft könnte separat verkauft werden
- ABB prüft einen weiteren Kaufinteressenten
- Mögliche Bewertung: zwei bis drei Milliarden US-Dollar
- Neue Vertragsbedingungen sind noch offen
Für SoftBank steht beim geplanten Kauf von ABB Robotics inzwischen auch die Wahl des Käufers zur Debatte. Bloomberg berichtet heute, dass ABB neben einer Herauslösung des China-Geschäfts einen anderen Käufer prüft. SoftBanks Weg in die Robotik hängt damit davon ab, ob beide Unternehmen eine genehmigungsfähige Transaktion vereinbaren können, bevor ABB eine Alternative wählt.
ABB hält sich mehrere Optionen offen
Nach dem chinesischen Veto erwägen die Unternehmen, das China-Geschäft in einer separaten Gesellschaft mit anderen Eigentümern unterzubringen. SoftBank könnte dann den übrigen Teil übernehmen. Die Gespräche befinden sich allerdings in einem frühen Stadium und könnten scheitern.
Parallel prüft ABB einen Verkauf an einen anderen Interessenten. Als mögliche Bewertung werden in den Berichten 2–3 Milliarden US-Dollar genannt. Daneben steht eine Abspaltung als weitere Option im Raum.
Für SoftBank spricht die Bereitschaft beider Parteien, weiter an der vereinbarten Transaktion zu arbeiten. Das Unternehmen bestätigte gestern konstruktive Gespräche mit ABB. Eine Einigung über die Herauslösung des China-Geschäfts würde daraus erst, wenn die Unternehmen dessen Eigentümerstruktur und die Bedingungen des verbleibenden Verkaufs festlegen.
Der wirtschaftliche Umfang bleibt offen
Der ursprüngliche Vertrag vom 8. Oktober 2025 sah für die gesamte Robotiksparte einen Unternehmenswert von 5,375 Milliarden US-Dollar vor. Neue Konditionen und einen neuen Abschlusstermin haben die Unternehmen bislang nicht genannt.
Die Herauslösung wäre für Anleger deshalb mehr als eine organisatorische Änderung. Sie würde den Umfang des Geschäfts verändern, das SoftBank erwerben könnte. Ob ein verkleinerter Kauf wirtschaftlich attraktiv wäre, entscheidet sich entsprechend an den verbleibenden Aktivitäten und dem dafür vereinbarten Preis.
ABB Robotics erzielte 2024 einen Umsatz von 2,3 Milliarden US-Dollar und beschäftigte rund 7.000 Menschen. Diese Größen beschreiben die gesamte Sparte. Für die Bewertung eines möglichen Restgeschäfts wären dessen eigene Ertragskraft und Aufstellung ausschlaggebend.
Robotikstrategie braucht einen tragfähigen Vertrag
SoftBank wollte mit der Übernahme Masayoshi Sons Strategie für „Physical AI“ stärken. Die Verbindung von künstlicher Intelligenz und Robotik bleibt damit der strategische Hintergrund der Gespräche.
Für Anleger liegt der entscheidende Maßstab nun bei den Vertragsbedingungen: Ein Abschluss könnte die Strategie voranbringen, sofern SoftBank ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäft erhält. Gegen die bisherige Planung sprechen die zusätzlichen Eigentumsfragen und ABBs alternative Verkaufswege. Erst eine verbindliche neue Vereinbarung würde zeigen, welchen Teil der ursprünglichen Ambition SoftBank tatsächlich umsetzen kann.
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