Ferrexpo Aktie: 963.409 Tonnen im Q2 2026
Ferrexpo steigert die Pellet-Produktion im zweiten Quartal massiv, kämpft aber mit sinkenden liquiden Mitteln und einer entscheidenden Gerichtsverhandlung im Juli.

Kurz zusammengefasst
- Pellet-Produktion um 63 Prozent gesteigert
- Liquide Mittel auf 27 Millionen Dollar gesunken
- Gerichtsentscheidung über Tochtergesellschaft steht bevor
- Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar geplant
Ferrexpo stemmt sich gegen die schwierige Lage. Im zweiten Quartal 2026 gelang dem Eisenerz-Produzenten trotz der widrigen Umstände in der Ukraine eine deutliche Steigerung der Fördermengen. Das operative Comeback ist sichtbar, aber der finanzielle Puffer schrumpft.
In den Monaten von April bis Juni produzierte Ferrexpo insgesamt 963.409 Tonnen. Das entspricht einem Plus von 63 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres. Vor allem bei den hochwertigen Pellets für die Stahlindustrie legte das Unternehmen massiv zu.
Die Produktion dieser Premium-Pellets stieg um 64 Prozent auf 860.213 Tonnen. Die Menge der Pellets für die Direktreduktion verdoppelte sich sogar auf 163.171 Tonnen. Aktuell betreibt der Konzern eine von vier Produktionslinien.
Liquide Mittel unter Druck
Die operativen Erfolge können die angespannte Finanzlage nicht vollständig verdecken. Zum 30. Juni 2026 verfügte Ferrexpo über liquide Mittel von etwa 27 Millionen Dollar. Die Netto-Cash-Position liegt nach Abzug von Leasingverpflichtungen bei rund 21 Millionen Dollar.
Das Management rechnet damit, dass das Geld bis zum frühen vierten Quartal 2026 reicht. Um Kapital zu sparen, wurden die Arbeitszeiten der über 6.000 Mitarbeiter gekürzt. Ferner stoppte das Unternehmen alle nicht lebensnotwendigen Investitionen.
Ein zusätzliches Problem bleibt die ausstehende Mehrwertsteuer-Erstattung durch den ukrainischen Staat. Seit März 2025 hält die Behörde diese Zahlungen zurück. Das belastet das Betriebskapital dauerhaft.
Entscheidung im Juli
In wenigen Tagen steht eine wegweisende Gerichtsverhandlung an. Es geht um die Berufung im Insolvenzverfahren der wichtigsten Tochtergesellschaft Ferrexpo Poltava Mining. Der Ausgang dieses Verfahrens hat direkte Folgen für den Fortbestand der Gruppe.
Zur langfristigen Rettung plant das Board eine Kapitalerhöhung von mindestens 100 Millionen Dollar. Erst nach dieser Finanzspritze und der Veröffentlichung geprüfter Bilanzen soll der Aktienhandel wieder starten. Die Entscheidung der Richter im Juli wird den Weg dafür ebnen oder blockieren.
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