Commerzbank Aktie: 600 Millionen für KI-Strategie bis 2030
Commerzbank präsentiert mit Rekordzahlen und KI-Investitionen eine offensive Strategie zur Abwehr der Übernahme durch UniCredit.

Kurz zusammengefasst
- Operativer Gewinn steigt auf 1,36 Milliarden Euro
- KI-Investitionen von 600 Millionen Euro geplant
- Stellenabbau von 3.000 Vollzeitstellen bis 2030
- Angebotsfrist der UniCredit läuft bis Juli
Rekordquartal, neue Gewinnziele, KI-Milliardeninvestition — die Commerzbank hat am 8. Mai 2026 alles auf den Tisch gelegt. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Das Frankfurter Institut will eigenständig bleiben.
Starke Zahlen als Argument
Im ersten Quartal 2026 erzielte die Commerzbank ein operatives Ergebnis von rund 1,36 Milliarden Euro. Der Überschuss lag bei 913 Millionen Euro — jeweils rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Die Eigenkapitalrendite kletterte auf 12,7 Prozent.
Das Management nutzt diese Zahlen als Argument gegen UniCredit. Das Übernahmeangebot der Italiener bewertet die Bank nach Ansicht von Vorstandschefin Bettina Orlopp deutlich unter ihrem Wert. Konkrete Pläne für einen wertschaffenden Zusammenschluss habe UniCredit bislang nicht vorgelegt — weder Maßnahmen noch Umsetzungskosten noch einen Zeitplan.
Momentum 2030: KI als Wachstumshebel
Das Herzstück der neuen Strategie heißt „Momentum 2030″. Bis 2030 will die Commerzbank ihre Eigenkapitalrendite auf 21 Prozent steigern. Für 2026 peilt der Vorstand einen Überschuss von mindestens 3,4 Milliarden Euro an — 200 Millionen Euro mehr als bisher geplant. Bis 2030 soll das Ergebnis auf 5,9 Milliarden Euro steigen.
Zentrales Instrument: Künstliche Intelligenz. Zwischen 2026 und 2030 investiert die Bank rund 600 Millionen Euro in KI. Parallel baut sie Stellen in Wachstumsfeldern wie der Digital-Marke Comdirect und der Vermögensverwaltung auf.
Stellenabbau mit Gegenzug
Der Plan hat einen Preis. Konzernweit sollen bis 2030 rund 3.000 weitere Vollzeitstellen wegfallen. Die Restrukturierungskosten beziffert der Vorstand auf etwa 450 Millionen Euro. Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Gewerkschaft Verdi auf Basis der Transformationsvereinbarung faktisch aus. Stattdessen setzt die Bank auf Verrentung und ein Altersteilzeitprogramm mit 50.000-Euro-Zusatzprämie.
Dass diese Rechnung aufgeht, ist nicht selbstverständlich. Noch im Dezember 2023 hatte die damalige Personalvorständin Sabine Mlnarsky erklärt, die Bank brauche in den nächsten zehn Jahren rund 20.000 neue Mitarbeiter. Der UniCredit-Druck hat diese Planung grundlegend verändert.
Die Commerzbank nutzt den eigenen Abbauplan auch offensiv. Um die von UniCredit genannten Personalkosteneinsparungen von 800 Millionen Euro zu erreichen, müssten laut einer Präsentation des Vorstands rund 7.000 Jobs gestrichen werden.
Annahmefrist bis Juli
UniCredit hat seine Angebotsunterlage am 5. Mai 2026 veröffentlicht. Die erweiterte Annahmefrist läuft voraussichtlich bis zum 3. Juli 2026. Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank wollen ihre Stellungnahme gemäß § 27 WpÜG innerhalb der gesetzlichen Frist veröffentlichen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 35,81 Euro — ein Minus von 1,7 Prozent. Auf Zwölfmonatssicht hat das Papier allerdings rund 47 Prozent zugelegt. Kurzfristig stehen weitere Termine an: Die Hauptversammlung findet am 20. Mai 2026 statt, die Dividende fließt am 26. Mai 2026.
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