Siemens Aktie: Berenberg hebt Kursziel nach Rekordaufträgen
Siemens verzeichnet Rekordauftragseingang und hebt Prognose an. Berenberg bestätigt Kaufempfehlung und erhöht das Kursziel für den Technologiekonzern.

Kurz zusammengefasst
- Rekordauftragseingang von 27,9 Milliarden Euro
- Gewinnprognose für laufendes Jahr angehoben
- KI-Rechenzentren treiben Infrastrukturgeschäft
- Berenberg bestätigt Kaufempfehlung und erhöht Kursziel
Berenberg hat am Dienstag vergangener Woche das Kursziel für Siemens angehoben und das „Buy“-Rating bestätigt. Die Analysten begründen ihre Einschätzung mit dem starken Wachstum im Infrastrukturgeschäft, das sich in den jüngsten Quartalszahlen niedergeschlagen hat.
Rekordauftragseingang treibt die Bewertung
Grundlage der positiven Einschätzung sind die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal, das Anfang August veröffentlicht wurde. Siemens meldete einen Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und ein Rekordwert für den Konzern.
Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Besonders deutlich legte der Profit im Industriegeschäft zu: Mit 3,5 Milliarden Euro lag er 25 Prozent über dem Vorjahreswert. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 2,6 Milliarden Euro, 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal.
Diese Dynamik veranlasste Siemens bereits am Dienstag vergangener Woche dazu, die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr anzuheben: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro.
Auch die Sparte Smart Infrastructure bekam eine höhere Zielmarke verpasst – ein Umsatzwachstum von 10 bis 11 Prozent statt zuvor 8 bis 10 Prozent, bei einer Marge von 18,5 bis 19,5 Prozent.
Rechenzentren als Wachstumstreiber
Ein wesentlicher Baustein hinter dieser Entwicklung ist das Geschäft mit Rechenzentren. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres wuchs der Auftragseingang in diesem Bereich nach Unternehmensangaben im dreistelligen Prozentbereich, das Auftragsvolumen belief sich auf rund 6 Milliarden Euro.
Um diesem Bedarf gerecht zu werden, investiert Siemens kräftig in neue Kapazitäten: Anfang des Monats kündigte der Konzern 200 Millionen Dollar für zwei neue US-Werke in Georgia und Texas an, die Elektrik-Ausrüstung für KI-Rechenzentren fertigen sollen und rund 1.500 Arbeitsplätze schaffen. Im Juli hatte Siemens bereits 300 Millionen Euro für deutsche Werke im selben Segment angekündigt.
Auch im Mobilitätsgeschäft läuft es rund: Siemens Mobility unterzeichnete Ende Juli einen Vertrag mit der Italo Holding über 3 Milliarden Euro für die Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen des Typs Velaro Multi System, inklusive Option auf 14 weitere Fahrzeuge und einem 30-jährigen Wartungsvertrag.
Kurs konsolidiert nach starkem Lauf
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 276,05 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Über die vergangenen sieben Handelstage hat das Papier 2,9 Prozent verloren, nachdem es Anfang August ein Rekordhoch markiert hatte.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 1,8 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich die Aktie um 15 Prozent verteuert. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 218 Milliarden Euro zählt Siemens weiter zu den Schwergewichten im deutschen Leitindex.
Die jüngste Kursberuhigung wirkt angesichts der operativen Dynamik eher wie eine Verschnaufpause nach einem starken Lauf denn wie ein Stimmungsumschwung. Die Kombination aus Rekordauftragseingang, angehobener Guidance und frischem Analystenlob spricht dafür, dass der Markt die strukturellen Wachstumstreiber im Infrastruktur- und Rechenzentrumsgeschäft weiterhin honoriert.
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