Thyssenkrupp Aktie: Kapitalmarkttag für Steel Europe im September
Nach dem Kursanstieg verliert Thyssenkrupp 2,0 Prozent. Umbau, Steel-Europe-Kapitalmarkttag und EBIT-Prognose prägen den weiteren Blick.

Kurz zusammengefasst
- Aktie fällt auf 14,38 Euro
- Werkstoffhandel soll verselbstständigt werden
- Steel-Europe-Kapitalmarkttag im September
- Bereinigtes EBIT von 600 bis 900 Millionen erwartet
Nach dem Kurssprung der vergangenen Wochen gerät die Thyssenkrupp-Aktie heute unter Druck. Das Papier notiert bei 14,38 Euro und verliert damit 2,0 Prozent. Zwei Faktoren treffen dabei zusammen: Der Titel hatte zuletzt das im August ermittelte durchschnittliche Analysten-Kursziel von 14,20 Euro überschritten, zugleich geriet die gesamte Stahlbranche durch schwache Konjunkturdaten aus China unter Verkaufsdruck.
Konzernumbau schreitet voran
Der Kursrücksetzer fällt in eine Phase, in der Thyssenkrupp seinen Konzernumbau konsequent vorantreibt. Am Freitag bestätigte das Management den Status der bereits börsennotierten Marinesparte TKMS.
Als nächste strategische Schritte plant der Vorstand nun die Verselbstständigung des Werkstoffhandels sowie die Dekonsolidierung der Stahlsparte. Damit setzt Thyssenkrupp die schrittweise Aufspaltung des Konzerns in eigenständige Einheiten fort, mit der sich die einzelnen Sparten am Kapitalmarkt unabhängig positionieren sollen.
Für Anleger ist das ein zentraler Punkt: Der Umbau soll verborgene Werte einzelner Sparten sichtbar machen, die im Mischkonzern bislang wenig Beachtung fanden. Die Aufspaltung der Stahlsparte gilt dabei als besonders anspruchsvoller Schritt, weil das Segment traditionell konjunktursensibel ist und aktuell direkt von der schwachen Nachfrage aus China getroffen wird.
Kapitalmarkttag für Steel Europe im September
Einen konkreten Termin gibt es bereits: Im September richtet Thyssenkrupp einen Capital Markets Day für die Sparte Steel Europe in London aus. Dort dürfte das Management Details zur geplanten Dekonsolidierung sowie zur strategischen Ausrichtung der Stahlsparte präsentieren. Für Investoren wird die Veranstaltung zum nächsten wichtigen Fixpunkt, um die Bewertung der einzelnen Konzernteile im Zuge der Aufspaltung besser einschätzen zu können.
Bewertung nach starkem Lauf
Der aktuelle Rücksetzer relativiert sich, wenn man den Kursverlauf der vergangenen Wochen betrachtet: Seit Jahresbeginn steht bei Thyssenkrupp ein Plus von 54 Prozent zu Buche. Diese Dynamik erklärt zumindest teilweise, warum die Aktie nach Erreichen des durchschnittlichen Kursziels nun Konsolidierungstendenzen zeigt – ein nach starken Anstiegen typisches Muster, das sich mit dem branchenweiten Gegenwind aus China überlagert.
Die im Vormonat angehobene Ergebnisprognose des Konzerns – das bereinigte EBIT für das Gesamtjahr wird nun zwischen 600 und 900 Millionen Euro erwartet – bleibt dabei als fundamentale Stütze im Hintergrund bestehen.
Der laufende Konzernumbau und der anstehende Kapitalmarkttag zur Stahlsparte dürften in den kommenden Wochen die eigentlichen Impulsgeber für die Aktie sein, während kurzfristige Rücksetzer wie der heutige eher als Verschnaufpause nach einer starken Rally zu werten sind.
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