Evonik Aktie: Recycling-Offensive in Japan?
BASF könnte erneut Interesse an Evonik zeigen; parallel startete der Konzern mit Partnern ein Recyclingvorhaben in Japan.

Kurz zusammengefasst
- Evonik-Aktie legte um 2,4 Prozent zu
- DSW-Präsident erwartet weiteren BASF-Vorstoß
- RAG-Stiftung traf noch keine Entscheidung
- Recyclinginitiative für Polyurethanschaum in Japan gestartet
Gestern legte die Evonik-Aktie um 2,4 Prozent zu und schloss bei 21,46 Euro. Im Markt richten sich die Blicke auf die weitere Entwicklung im Ringen um den Spezialchemiekonzern: Laut einem Bericht des Handelsblatts stellen sich Investoren und Aktionärsvertreter in den kommenden Wochen auf einen erneuten Anlauf von BASF ein.
Ulrich Hocker, Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), rechnete demnach mit einem weiteren Vorstoß des Ludwigshafener Chemiekonzerns.
Zurückhaltung bei RAG-Stiftung und Gewerkschaft
Die BASF-Sondierungen zu einer Evonik-Übernahme vor rund zwei Wochen, seither legte das Papier um 8,0 Prozent zu, hatten Bewegung in das Aktionariat gebracht. Größte Anteilseignerin des Essener Konzerns bleibt die RAG-Stiftung.
Deren Kuratorium hatte sich am 9. Oktober über das Interesse von BASF informieren lassen. Wie das Handelsblatt berichtete, legte sich das Gremium bei der Bewertung der Pläne jedoch nicht fest und verwies auf die Vorstände beider Unternehmen; eine Entscheidung stand demnach nicht an. Die Inhalte der Sitzung blieben vertraulich.
Gleichzeitig regt sich Widerstand vonseiten der Arbeitnehmervertreter. Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, stellte in einem internen Schreiben an die Betriebsräte vom 7. Oktober einen vollständigen Verkauf des Evonik-Pakets durch die RAG-Stiftung an BASF infrage.
Analysten sehen Kurs nach unten abgesichert
Das Übernahmeinteresse wirkt sich auch auf die Bewertungen am Kapitalmarkt aus. Analyst Sebastian Bray vom Bankhaus Berenberg stufte die Evonik-Aktie am 5. Oktober von „Sell“ auf „Hold“ herauf und hob das Kursziel von 15,50 auf 20 Euro an.
Zur Begründung verwies er unter anderem darauf, dass das Werben von BASF als möglicher Boden für den Aktienkurs dienen könnte. Bereits am 6. Oktober bestätigte zudem das Analysehaus Parmantier & Cie. seine Einschätzung „Halten“ mit einem 12-Monats-Kursziel von 20,50 Euro.
Mit dem jüngsten Kursanstieg notiert das Papier nur noch knapp unter seinem bisherigen Jahreshöchststand: Zum 52-Wochen-Hoch von 21,62 Euro verbleibt ein Abstand von 0,7 Prozent.
Operative Initiativen und anstehende Geschäftszahlen
Abseits der Eigentümerstruktur treibt Evonik operative Projekte voran. Zusammen mit den Partnern Toyotsu Chemiplas und Sanyo Chemical startete der Konzern gestern eine Initiative zum chemischen Recycling von Polyurethanschaum in Japan. Das gemeinsame Vorhaben zielt darauf ab, künftig recycelte Polyole herzustellen.
Belastbare Einblicke in den laufenden Geschäftsverlauf erwarten die Anleger in wenigen Wochen: Das Unternehmen hat die Veröffentlichung des Quartalsberichts für das dritte Quartal 2026 für den 3. November 2026 angekündigt.
Stand heute, 14. Oktober: Evonik – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Evonik investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 14. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.