Opendoor Aktie: Beim Profitziel hängt man hinterher
Opendoor verfehlt den eigenen Zeitplan zur Profitabilität; für das vierte Quartal rechnet das Unternehmen mit einem höheren bereinigten EBITDA-Verlust.

Kurz zusammengefasst
- Profitabilitätsziel bis Ende 2026 verspätet
- EBITDA-Minus im Schlussquartal erwartet
- Bruttomarge fällt auf 3,7 Prozent
- Kosten je Haus deutlich gesunken
Opendoor liegt beim angestrebten Sprung in die bereinigte Profitabilität hinter dem eigenen Zeitplan. Das räumt das Unternehmen nach den gestern veröffentlichten Quartalszahlen ein. Für Anleger verschärft sich damit die Frage, wann die stark ausgeweiteten Häuserkäufe zu besseren Ergebnissen führen. Der Ausblick signalisiert zunächst höhere operative Verluste.
Heute verliert die Aktie -9,1% und notiert bei 1,45 €. Der Kursrückgang begleitet einen Bericht, der Fortschritte bei den Stückkosten mit sinkender Ertragskraft und einem wachsenden Immobilienbestand verbindet.
Ergebnisziel gerät unter Druck
Opendoor strebt bis Ende 2026 ein positives bereinigtes Nettoergebnis auf Zwölf-Monats-Vorwärtsbasis an. Nach Angaben des Managements liegt das Unternehmen bei diesem Ziel zurück. Entscheidend wird damit, ob sich die Ertragskraft der verkauften Häuser trotz schwieriger Marktbedingungen wieder verbessern lässt.
Für das vierte Quartal erwartet Opendoor einen bereinigten EBITDA-Verlust von 70–85 Mio. US-Dollar. Im dritten Quartal 2026 hatte dieser Verlust 31 Mio. US-Dollar betragen. Zugleich sollen die absoluten Ergebnisbeiträge aus den Hausverkäufen gegenüber dem Vorquartal zurückgehen.
Die Prognose spricht für eine weitere Belastung des operativen Ergebnisses. Für eine Verbesserung der Anlageperspektive müsste Opendoor deshalb neben höheren Verkaufszahlen auch wieder bessere Ergebnisbeiträge erzielen.
Beim Umsatz stellt das Unternehmen für das Schlussquartal ein Wachstum von mindestens 40 % gegenüber dem Vorjahr in Aussicht. Im dritten Quartal stiegen die Erlöse um 12 % auf 1,02 Mrd. US-Dollar.
Mehr Häuser, geringere Ertragskraft
Das Wachstum ging zuletzt mit einer deutlich schwächeren Rentabilität einher. Der heute erschienene Bericht von Inman beschreibt die auseinanderlaufende Entwicklung von Einkaufsvolumen und Marge. Für Anleger steht damit die wirtschaftliche Qualität der Expansion im Mittelpunkt.
Die Bruttomarge sank im dritten Quartal auf 3,7 %, nach 7,2 % im Vorjahresquartal. Der Nettoverlust erreichte 218 Mio. US-Dollar und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor.
Der Bestandsaufbau erhöht zugleich die Bedeutung eines zügigen Weiterverkaufs. Je länger Häuser im Angebot bleiben, desto wichtiger werden ihre Verkaufskonditionen für die angestrebte Ergebnisverbesserung.
Opendoor kaufte im Berichtsquartal 4.865 Häuser und verkaufte 2.728. Zum Quartalsende umfasste der Bestand 7.596 Häuser.
Auch die Vermarktungsdauer verdient Aufmerksamkeit. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert, entwickelte sich zuletzt aber wieder ungünstiger.
Laut Inman waren 18 % der gelisteten Häuser länger als 120 Tage am Markt. Im Vorquartal hatte dieser Anteil bei 9 % gelegen.
Niedrigere Stückkosten als Gegenpol
Für Opendoor sprechen die Fortschritte bei den Kosten je erworbenem Haus. Sie können die Expansion wirtschaftlich unterstützen, sofern die Einsparungen künftig mit stabileren Verkaufsmargen zusammenkommen.
Auf rollierender Zwölfmonatsbasis sanken die Marketingkosten je erworbenem Haus um 57 % auf 2.800 US-Dollar. Die Betriebskosten je Haus gingen im selben Zeitraum um 36 % zurück.
Damit verfügt Opendoor über einen konkreten Effizienzfortschritt. Die jüngsten Ergebnisse zeigen allerdings, dass dieser bislang von der schwächeren Ertragskraft überlagert wird.
Für die Aktie entscheidet sich die nächste Bewährungsprobe daran, ob das angekündigte Umsatzwachstum mit besseren Ergebnisbeiträgen zusammenfindet. Solange das Management höhere operative Verluste erwartet und beim Profitabilitätsziel zurückliegt, bleibt die Ergebnisentwicklung das zentrale Anlagerisiko.
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