BioNTech Aktie: Limitierter Nutzen
Trastuzumab Pamirtecan verlängert das progressionsfreie Überleben moderat; häufiger auftretende Lungenprobleme prägen das Sicherheitsbild.

Kurz zusammengefasst
- Studienziel in Phase drei erreicht
- Moderater Vorteil beim progressionsfreien Überleben
- Lungenentzündungen traten häufiger auf
- Gesamtüberlebensdaten sind noch nicht ausgereift
Die Phase-3-Studie DYNASTY-Breast02 hat ihr Ziel erreicht, und trotzdem klingt die Mitteilung nicht nach Erfolg. BioNTech und der Partner DualityBio räumen selbst ein, dass der Nutzen für Patienten begrenzt sein dürfte. Die Aktie gibt rund 2 Prozent nach.
Moderater Vorteil, mehr Lungenprobleme
Der Antikörper-Wirkstoff-Konjugat-Kandidat Trastuzumab Pamirtecan verbesserte das progressionsfreie Überleben gegenüber einer Chemotherapie statistisch signifikant. Der Vorsprung fällt jedoch moderat aus. Getestet wurde bei Patientinnen und Patienten mit HR+/HER2-low-Brustkrebs im metastasierten Stadium, deren Erkrankung unter Hormontherapie fortgeschritten war. Insgesamt nahmen 541 Personen teil.
Die Sicherheitsdaten dämpfen das Bild zusätzlich. Interstitielle Lungenerkrankungen traten häufiger auf als in früheren Studien mit dem Wirkstoff. Die meisten Fälle gehörten zu den Graden 1 und 2, schwere und tödliche Ereignisse betrafen laut Mitteilung einen kleinen Teil der Teilnehmer. Neue Sicherheitssignale sehen die Unternehmen nicht, das Gesamtprofil entspreche früheren Studien.
Daten zum Gesamtüberleben liegen noch nicht vor. Sie waren bei der Zwischenauswertung nicht ausgereift.
Offene Weichenstellung
Die beiden Partner wollen die Ergebnisse nun besprechen und das weitere Vorgehen festlegen. Eine Zulassungsstrategie nennen sie bislang nicht. Die Formulierung zum begrenzten Nutzen im Umfeld bestehender Therapien lässt allerdings erkennen, wie nüchtern sie die Aussichten in diesem Anwendungsgebiet einschätzen. Auch DualityBio verlor in Hongkong zeitweise knapp 1,5 Prozent.
Ganz vom Tisch ist der Wirkstoff nicht. Er läuft in drei weiteren Studien, darunter eine zweite globale Phase-3-Studie bei wiederkehrendem Endometriumkarzinom mit HER2-Expression und eine Phase-1/2-Studie bei fortgeschrittenen soliden Tumoren.
Für BioNTech rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie stark die Onkologie-Pipeline künftig auf andere Kandidaten setzt. Konkrete Hinweise darauf dürften die nächsten Zahlen liefern: Die Q3-Zahlen kommen am 3. November.
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