Lufthansa Aktie: Tarifrunde belastet

Deutsche Bank hebt Kursziel für Lufthansa an, doch Tarifgespräche mit Verdi und teure Umfliegungen im Nahen Osten stellen akute operative Risiken dar.

Kurz zusammengefasst:
  • Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 8,60 Euro
  • Verdi fordert sechs Prozent mehr Lohn für 20.000 Mitarbeiter
  • Luftraumsperrungen verursachen teure Umwege und höhere Kosten
  • Aktienkurs stabilisiert sich nahe dem neuen Analystenziel

Die Deutsche Bank hebt das Kursziel für Lufthansa auf 8,60 Euro an – doch das vermeintlich positive Signal könnte schon am Montag überschattet werden. Dann beginnen die Tarifverhandlungen mit Verdi, und die Gewerkschaft fordert happige 6 Prozent mehr Lohn für 20.000 Bodenbeschäftigte. Gleichzeitig zwingen Luftraumsperrungen über dem Nahen Osten die Airline zu teuren Umwegen.

Analysten heben Kursziel an

Analyst Jaime Rowbotham von der Deutschen Bank schraubte sein Kursziel deutlich von 7,70 auf 8,60 Euro nach oben. Die Einstufung bleibt dennoch bei „Hold“. Die Begründung: Passagier- und Frachttrends entwickeln sich solide, auch wenn eine wirtschaftliche Abkühlung droht.

Lufthansa

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Interessant ist der Kontrast zu Barclays. Die britische Bank stufte den Titel kürzlich auf „Underweight“ herab und sieht nur 7,80 Euro als faires Niveau. Die Meinungen am Markt gehen also auseinander.

Nahost-Krise verteuert Flüge

Operativ kämpft Lufthansa mit den Folgen der verschärften Sicherheitslage:

  • Umfliegung des iranischen und irakischen Luftraums auf Asien-Routen
  • Nur noch Tagflüge nach Tel Aviv und Amman
  • Swiss setzt Nachtflüge nach Tel Aviv bis 19. Januar aus

Die längeren Flugzeiten bedeuten höheren Kerosinverbrauch und damit direkte Mehrkosten, die kurzfristig kaum kompensiert werden können.

Verdi macht Druck

Am Montag, 19. Januar, starten die Tarifverhandlungen in Frankfurt. Verdi verlangt für rund 20.000 Beschäftigte am Boden 6 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 250 Euro pro Monat. Verhandlungsführer Marvin Reschinsky stellte bereits „schwierige Gespräche“ in Aussicht.

Scheitern die Verhandlungen, drohen Warnstreiks. Diese würden den ohnehin durch Luftraumsperrungen belasteten Flugbetrieb zusätzlich stören und die Kostensituation weiter verschärfen.

Marktlage bleibt angespannt

Die Aktie stabilisierte sich zuletzt um 8,45 Euro und liegt damit nahe am neuen Kursziel der Deutschen Bank. Über zwölf Monate hat der Titel 47,90 Prozent zugelegt, vom Allzeithoch bei 10,20 Euro im Dezember trennen ihn aber noch 17 Prozent.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Tarifverhandlungen glimpflich verlaufen. Gelingt keine schnelle Einigung, dürfte der Kurs unter Druck geraten. Das höhere Analystenziel bietet zwar rechnerisch noch Luft nach oben – doch die operativen Risiken sind greifbar.

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