Siemens Energy Aktie: Private-Equity-Häuser bieten auf Dampfturbinen
Mehrere Finanzinvestoren sollen für Siemens Energys Dampfturbinen-Geschäft bieten. Eine offizielle Bestätigung konkreter Interessenten fehlt bislang.

Kurz zusammengefasst
- Mehrere Finanzhäuser prüfen mögliche Gebote
- Bewertung könnte zehn Milliarden übersteigen
- Goldman Sachs begleitet den Verkaufsprozess
- Siemens Energy behält Minderheitsbeteiligung
Bei Siemens Energy nimmt die geplante Verselbstständigung der Sparte Transformation of Industry, Ende August angekündigt, konkrete Formen an. Medienberichten zufolge prüfen mehrere Finanzinvestoren – darunter CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR – Gebote für eine Mehrheitsbeteiligung am Dampfturbinen-Geschäft. Die Bewertung könnte demnach über zehn Milliarden Euro liegen.
Für Anleger ist das mehr als eine Randnotiz. Siemens Energy hatte bereits erklärt, bei der Transformation of Industry eine Entkonsolidierung anzustreben und dabei eine wesentliche Minderheitsbeteiligung zu behalten.
Ein Einstieg von Private-Equity-Häusern würde diesen Plan konkretisieren und dem Konzern frisches Kapital sowie einen Marktbeleg für den Wert der Sparte liefern. Das Segment beschäftigt rund 17.000 Mitarbeiter, erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 5,7 Milliarden Euro Umsatz und kam auf eine Marge von 11,3 Prozent.
Verkaufsprozess mit Bankberatung
Nach Angaben aus dem Marktumfeld begleitet Goldman Sachs den Prozess auf Seiten von Siemens Energy. Ein Verkauf der Mehrheit an einen oder mehrere Finanzinvestoren wäre eine deutliche Abkehr vom ursprünglichen Zwei-Stufen-Plan, der zunächst auf eine rechtliche und operative Verselbstständigung und erst danach auf eine neue Eigentumsstruktur zielte – sei es über externe Investoren oder eine Kapitalmarkttransaktion.
Dass gleich mehrere große Private-Equity-Namen kursieren, deutet auf einen kompetitiven Bieterprozess hin, der den Preis für Siemens Energy in die Höhe treiben könnte.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Das Industriegeschäft profitiert derzeit von robuster Nachfrage, auch getrieben durch den Strombedarf für Rechenzentren und Gasturbinen. Ein Verkauf zu einem günstigen Zeitpunkt im Zyklus würde Siemens Energy erlauben, einen attraktiven Preis zu erzielen und gleichzeitig Kapital für den Ausbau des Kerngeschäfts freizusetzen.
Kurs bewegt sich seitwärts
An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt wenig aufgeregt. Am Freitag schloss das Papier bei 147,08 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent auf Tagesbasis. Über die vergangenen 30 Tage hat der Kurs um 2,7 Prozent nachgegeben – ein Zeichen dafür, dass die Spekulationen um den Verkaufsprozess bislang noch keine klare Kursreaktion ausgelöst haben, während Anleger auf konkretere Details zum Bieterverfahren warten.
Sollte sich der Verkaufsprozess bestätigen, dürfte er die Debatte um den fairen Wert der Siemens-Energy-Aktie neu entfachen. Eine Bewertung des Dampfturbinen-Geschäfts von mehr als zehn Milliarden Euro würde einen erheblichen Teil der aktuellen Marktkapitalisierung des Gesamtkonzerns repräsentieren und Analysten dazu zwingen, ihre Summe-der-Einzelteile-Modelle zu überarbeiten. Bislang handelt es sich um Marktgerüchte – eine offizielle Bestätigung von Siemens Energy zu konkreten Bietern steht aus.
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