DAX Wartemodus zum Quartalsstart
Der DAX verharrt um die 25.000 Punkte, belastet von US-Iran-Konflikten und Zinssorgen. Neue Impulse von US-Arbeitsmarktdaten erwartet.

Kurz zusammengefasst
- DAX pendelt um 25.000 Punkte
- US-Iran-Gespräche stocken
- Fed-Zinserhöhung im September wahrscheinlich
- Sportartikelwerte unter Druck durch Nike
Der DAX startet in die erste Juliwoche, wie er die letzte Juniwoche endete — unentschlossen. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt der magnetische Anziehungspunkt, der den Index weder klar nach oben noch nach unten ziehen lässt.
Zum Xetra-Start pendelt der Index nahezu unverändert um eben dieses Niveau. Das ist kein Zufall. Seit Mitte Juni bewegt sich der DAX in einer engen Spanne zwischen rund 24.600 und 25.200 Punkten — ohne klaren Impuls in die eine oder andere Richtung. Analyst Martin Utschneider von Robomarkets beschreibt den Index als „lethargisch“: Positive Nachrichten stützen zwar kurzfristig, reichen aber nicht für eine neue Trendbewegung.
Zwei Bremsklötze gleichzeitig
Auf der einen Seite sorgen die festgefahrenen US-Iran-Verhandlungen für Nervosität. Die Gespräche in Katar kommen nicht voran — Iran besteht auf Vorbedingungen, darunter die Aufhebung der US-Seeblockade und die Freigabe eingefrorener Guthaben. Das hält die Unsicherheit über die Lage im Nahen Osten und mögliche Ölpreis-Effekte aufrecht.
Auf der anderen Seite wirft die US-Geldpolitik Schatten. Die Märkte preisen derzeit eine rund 67-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack warnte zuletzt, die Inflation sei „noch zu hoch“. Heute Abend spricht Fed-Chef Kevin Warsh beim EZB-Forum in Sintra — seine Aussagen dürften zeigen, wie ernst die Falken im Offenmarktausschuss es meinen.
Einzeltitel geben die Richtung vor
Im DAX-Umfeld fallen vor allem Adidas und Puma leicht zurück. Auslöser ist Nike: Der US-Rivale erwartet trotz WM-Rückenwind rückläufige Umsätze — ein Signal, das auf die gesamte Sportartikelbranche abstrahlt. In der zweiten Reihe setzt Siltronic seine Erholung fort, nachdem der Wafer-Hersteller zuvor deutlich verloren hatte.
Den Rückenwind vom Dienstag — der DAX legte 1,5 Prozent zu, europäische Indizes schlossen auf Rekordhochs — kann der Index heute nicht nutzen. Das beste US-Quartal seit sechs Jahren hat die Stimmung zwar generell gestützt, doch konkrete neue Impulse fehlen vorerst. Erst die US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag dürften frische Orientierung liefern — und darüber entscheiden, ob die 25.000-Punkte-Marke zum Sprungbrett oder zur Decke wird.
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