Palo Alto Networks Aktie: Bernstein bleibt optimistisch
Palo Alto Networks übertrifft Umsatzprognosen, meldet aber einen Nettoverlust. Bernstein bestätigt dennoch 253 US-Dollar als Kursziel.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt auf 3,41 Milliarden
- Bernstein bestätigt Einstufung Outperform
- Nettoverlust von 282 Millionen US-Dollar
- Kurs gibt nach Zahlen über fünf Prozent nach
Starke Zahlen, ein Kursrutsch und trotzdem ein unverändert positives Analystenurteil – bei Palo Alto Networks passt derzeit nicht alles zusammen. Bernstein SocGen Group bestätigte nach den Quartalszahlen die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 253 US-Dollar. Der Markt reagierte an der Börse dennoch mit einem Kursrückgang von über fünf Prozent.
Umsatz übertrifft Erwartungen deutlich
Der Cybersecurity-Konzern steigerte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal um 34 Prozent auf 3,41 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten mit 3,35 Milliarden US-Dollar gerechnet. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) legte um rund eine Milliarde US-Dollar gegenüber dem Vorquartal zu und übertraf die Konsensschätzungen um zwei Prozent.
Besonders die Next-Generation-Security-Sparte zog kräftig an: Der wiederkehrende Umsatz in diesem Bereich wuchs um 63 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar. Bis zum Geschäftsjahr 2030 peilt das Management hier 20 Milliarden US-Dollar an.
Software-Firewalls legten um 29 Prozent zu, die KI-Sicherheitsplattform Prisma AIRS kam auf etwa 120 Millionen US-Dollar ARR, und XSIAM erreichte durch einen Zuwachs von 100 Millionen US-Dollar im Quartal die Marke von 700 Millionen US-Dollar.
Unter dem Strich stand trotz der starken operativen Entwicklung ein Nettoverlust von 282 Millionen US-Dollar, nach einem Gewinn von 254 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.
Der Verlust geht vor allem auf Sondereffekte im Zusammenhang mit der milliardenschweren Übernahme des Identity-Security-Spezialisten CyberArk zurück. Hinzu kommt die frisch angekündigte Übernahme des KI-Start-ups Console, das dem Konzern Zugang zu KI-nativen IT-Operationen verschaffen soll.
KI-Bedrohungen treiben die Nachfrage
CEO Nikesh Arora sieht in der zunehmenden Professionalisierung von KI-gesteuerten Cyberangriffen einen langfristigen Wachstumstreiber für die gesamte Branche. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen inzwischen mehr als 2.000 Kundengespräche zu diesem Thema geführt – deutlich mehr als die 1.200 aus dem Vorquartal. Bei SASE-Wettbewerbsverdrängungen meldete der Konzern zusätzliche Erlöse von 450 Millionen US-Dollar.
Für das laufende erste Geschäftsquartal stellt das Management einen Umsatz zwischen 3,30 und 3,31 Milliarden US-Dollar in Aussicht, deutlich über dem Analystenkonsens von 3,22 Milliarden US-Dollar.
Für das Gesamtjahr 2027 rechnet der Vorstand mit einem Umsatz von 14,10 bis 14,20 Milliarden US-Dollar und einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 4,16 und 4,19 US-Dollar.
Der Kursrückgang nach den Zahlen wirkt angesichts der übertroffenen Prognosen zunächst widersprüchlich. Bernstein verweist jedoch auf die bereits hohe Bewertung: Die Aktie notiert seit Jahresbeginn über 96 Prozent im Plus und lag zuletzt nahe ihrem 52-Wochen-Hoch von 399 US-Dollar. Ob die kommenden Quartale die ambitionierten Wachstumsziele bei Next-Generation Security bestätigen, dürfte für die weitere Kursentwicklung maßgeblich sein.
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