Moderna Aktie: 49 Prozent weniger Rückfälle in Melanom-Studie
Nach dem massiven Kursanstieg wegen positiver Melanom-Studiendaten korrigiert die Moderna-Aktie. Analystenziele variieren stark zwischen 25 und 170 Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückgang nach starker Rally
- Melanom-Studie zeigt 49% Risikoreduktion
- Analystenziele stark gespalten
- FDA-Zulassung für Grippeimpfstoff erhalten
Moderna kommt nach dem Kurssprung der vergangenen Woche nicht zur Ruhe. Am Montag schloss die Aktie bei 119,08 Euro, ein Minus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit setzt sich eine Konsolidierung fort, die auf die kräftige Rally seit dem 19. August folgt – ausgelöst durch positive Phase-3-Daten zum Krebsimpfstoff intismeran autogene.
Der Auslöser: Erfolg bei Melanom-Studie
Die Studie mit rund 1137 Patienten in fortgeschrittenen Melanom-Stadien zeigte, dass die Kombination aus dem personalisierten mRNA-Impfstoff und Merck-Präparat Keytruda das Rückfall- und Sterberisiko über fünf Jahre um 49 Prozent senkt.
Ein Zulassungsantrag soll laut Berichten in den kommenden Monaten folgen. Der Impfstoff basiert auf einem KI-Algorithmus, der binnen Sekunden bis zu 34 patientenspezifische Neoantigene auswählt – ein Verfahren, das Merck zur Hälfte mitfinanziert.
Die Reaktion an der Börse fiel massiv aus: Die Aktie legte in der Spitze um rund 177 Prozent zu, die Marktkapitalisierung stieg von etwa 25 auf 60 Milliarden Dollar.
Analysten rechnen bis 2032 mit einem Jahresumsatz im niedrigen einstelligen Milliardenbereich, optimistische Schätzungen gehen bis zu 10 Milliarden Dollar, bei Behandlungskosten von rund 300.000 Dollar pro Patient und Bruttomargen zwischen 50 und 80 Prozent.
Gewinnmitnahmen prägen die Woche
Nach dem fulminanten Anstieg setzten am Montag Gewinnmitnahmen ein – auch bei anderen Biotech-Werten wie Myriad Genetics, das um 5,8 Prozent nachgab. Für Moderna bedeutete das ein Minus von rund 4 bis 5 Prozent im Tagesverlauf, je nach Handelsplatz und Zeitpunkt der Notierung.
Die technischen Indikatoren spiegeln die Übertreibung wider: Der RSI notiert bei 68,7, die 30-Tage-Volatilität liegt bei extremen 517 Prozent annualisiert.
Gegenüber dem 52-Wochen-Tief von 19,36 Euro im November 2025 hat sich der Kurs mehr als versechsfacht. Zum 52-Wochen-Hoch von 149,62 Euro, erreicht am 19. August, beträgt der Abstand aktuell 20 Prozent.
Analysten weit auseinander
Die Bewertungslage bleibt gespalten. Barclays hob das Kursziel von 48 auf 125 Dollar an, stuft die Aktie aber weiterhin nur als „Equal-Weight“ ein. JPMorgan nennt ein Ziel von 77 Dollar, während Wolfe Research mit 25 Dollar deutlich skeptischer bleibt – die Kurszielspanne der Analysten reicht damit von 25 bis 170 Dollar, im Schnitt rund 86,59 Dollar.
GuruFocus verweist auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 24,65 gegenüber einem historischen Median von 8,38 und sieht die Aktie um mehr als 470 Prozent überbewertet gemessen am eigenen Fair-Value-Modell. Zudem verkauften Insider in den vergangenen zwölf Monaten Aktien im Wert von knapp 48 Millionen Dollar.
Weitere Nachrichten im Umfeld
Neben dem Krebsimpfstoff meldete die FDA die Zulassung von Modernas mRNA-Grippeimpfstoff mFlusiva für Erwachsene ab 50 Jahren, der in Studien 27 Prozent wirksamer war als Standardpräparate. Der Impfausschuss ACIP blockiert allerdings die Empfehlung, der Versicherungsschutz bleibt unklar.
Zudem warnte Konzernchef Stéphane Bancel vor wachsenden staatlichen mRNA-Investitionen Chinas, während das US-Gesundheitsministerium zeitgleich eine mRNA-Förderung in Höhe von 500 Millionen Dollar strich.
Für Anleger bleibt die Aktie damit ein Balanceakt zwischen wissenschaftlichem Durchbruch und ambitionierter Bewertung. Solange keine weiteren regulatorischen Meilensteine erreicht sind, dürfte die hohe Schwankungsbreite bestehen bleiben.
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