Singulus Aktie: 417 Prozent Plus, Umsatz-Prognose 83 Mio.
Die Aktie von Singulus Technologies steigt dank einer Solar-Partnerschaft rasant, doch das operative Geschäft hinkt hinterher.
Kurz zusammengefasst
- Spektakulärer Kursanstieg seit März
- Kooperation mit Solar-Riese als Treiber
- Umsatzprognose 2026 bei 83 Millionen
- Operative Basis bleibt angespannt
Von 1,20 Euro auf fast 8 Euro in wenigen Monaten — Singulus Technologies hat eine der spektakulärsten Kursgeschichten des Jahres geschrieben. Jetzt stellt sich die Frage, ob das operative Fundament diese Bewertung trägt.
Solar-Partnerschaft als Zündfunke
Der Ausgangspunkt der Rally war eine Meldung im März 2026. Singulus gab eine langfristige Kooperation mit einem weltweit führenden Technologieunternehmen im Solar-Bereich bekannt. Wenige Tage später folgte der erste Auftrag — im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Wer der Partner ist, bleibt offen. Analysten von mwb research vermuten einen nicht-asiatischen Konzern, wahrscheinlich aus den USA.
Das Solarsegment ist für Singulus strategisch zentral. Das Unternehmen entwickelt Produktionsanlagen für hocheffiziente Solarzellen — darunter Perowskit-Tandemzellen, die als nächste Generation der Photovoltaik gelten. Im ersten Quartal 2026 sicherte Singulus einen weiteren Auftrag für eine Vakuum-Beschichtungsanlage.
Schwaches 2025, ambitioniertes 2026
Das abgelaufene Geschäftsjahr war belastet. Der Umsatz fiel auf 48,3 Mio. Euro — nach 75,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT rutschte auf minus 11,7 Mio. Euro. Ursache waren Verzögerungen bei Aufträgen in den Segmenten Solar und Halbleiter.
Der Auftragseingang brach auf 33,4 Mio. Euro ein. Zum Jahresende 2025 lag der Auftragsbestand bei 62,5 Mio. Euro.
Für 2026 erwartet der Vorstand einen Umsatz von rund 83 Mio. Euro — ein Anstieg von über 70 Prozent. Konkrete Prognose-Updates stellt das Unternehmen in Aussicht, sobald das Auftragsvolumen aus der Solar-Partnerschaft klarer wird.
Bilanz neu aufgestellt
Im Zuge der Solar-Kooperation hat Singulus auch die Finanzierungsstruktur grundlegend verändert. Die alte Unternehmensanleihe wurde abgelöst. An den Technologiepartner gab Singulus eine gesicherte Wandelanleihe aus. Die neue Finanzierung läuft über fünf Jahre.
Das zweite Wachstumsbein ist die Halbleitersparte. Im Januar 2026 erhielt Singulus einen Folgeauftrag für eine TIMARIS-Beschichtungsanlage zur Herstellung von MicroLEDs. Der Kunde baut seine Kapazitäten in den USA aus.
Kurs nah am Jahreshoch
Freitag schloss die Aktie bei 7,58 Euro — ein Jahresplus von über 417 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch bei 7,84 Euro fehlen noch gut drei Prozent. Der RSI liegt bei 68,8, die annualisierte Volatilität bei 84 Prozent. Kein Wunder, dass jede neue Meldung zur Solar-Partnerschaft die Kurse bewegt.
Größter Einzelaktionär ist die Triumph Science and Technology Group — eine Tochter des chinesischen Staatskonzerns CNBM — mit 16,75 Prozent. Clemens Jakopitsch hält 6,21 Prozent, Universal-Investment 5,19 Prozent.
Solange konkrete Auftragszahlen aus der Solar-Partnerschaft fehlen, bleibt der Kurs ein Erwartungsspiel. Die Prognose von 83 Mio. Euro Umsatz für 2026 setzt voraus, dass die Kooperation zügig an Volumen gewinnt — und der unbekannte Partner liefert.
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