Verizon Aktie: Gewinne ohne Umsatzwachstum
Mehr Vertragskunden und höhere Gewinnziele treffen auf verfehlte Umsatzerwartungen und wachsenden Wettbewerbsdruck durch SpaceX.

Kurz zusammengefasst
- 406.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden gewonnen
- Bereinigter Quartalsgewinn je Aktie steigt
- Gesamtjahresziel auf 5,04 bis 5,06 Dollar angehoben
- Umsatz bleibt hinter Analystenschätzungen zurück
Verizon liefert bessere Zahlen, hebt zum dritten Mal in Folge die Prognose an und verliert an der Börse trotzdem. Zeitweise gab die Aktie knapp vier Prozent nach und notierte zuletzt bei rund 43 Dollar. Der Grund liegt weniger im dritten Quartal als in der Sorge, wer künftig im Mobilfunkmarkt die Preise setzt.
Kunden und Profitabilität überzeugen
Im Mobilfunk gewann Verizon 406.000 neue Vertragskunden. Das ist das beste Ergebnis in einem dritten Quartal seit fünf Jahren, Analysten hatten nur mit etwa der Hälfte gerechnet. Konzernchef Dan Schulman, seit einem Jahr im Amt, setzt auf ein einfacheres Angebot und ein neues Treueprogramm. Die Zahlen deuten an, dass dieser Kurs greift.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um gut acht Prozent auf 1,31 Dollar und lag damit über den Erwartungen. Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte einen Rekord, der freie Cashflow war so stark wie seit 2020 nicht mehr.
Für das Gesamtjahr peilt Verizon nun einen bereinigten Gewinn von 5,04 bis 5,06 Dollar je Aktie an. Das entspricht einem Plus von 7 bis 7,5 Prozent, zuvor waren 6 bis 7 Prozent geplant. Bei den Telefon-Nettozugängen rechnet der Konzern mit 1,1 bis 1,2 Millionen.
Der Umsatz bleibt die Schwachstelle
Die Erlöse wuchsen nur um 1,5 Prozent auf 34,3 Milliarden Dollar und verfehlten die Erwartungen von rund 34,7 Milliarden. Es ist nicht der erste Rückstand dieser Art: Auch in den beiden Vorquartalen blieb der Umsatz unter den Schätzungen. Das Gewinnwachstum stützt sich damit stärker auf Kostendisziplin und Preispolitik als auf zusätzliche Verkäufe.
Marktbeobachter sehen darin ein Problem, denn Gewinne ohne Umsatzdynamik lassen sich schwer dauerhaft steigern. Die Gewinnschätzungen der Analysten sind in den vergangenen 90 Tagen leicht gesunken, obwohl die Prognose nun steigt. Scotiabank senkte das Kursziel von 52 auf 50 Dollar und beließ die Einstufung bei „Sector Perform“.
SpaceX belastet die gesamte Branche
Hinzu kommt der Druck von außen. Elon Musks SpaceX hat ein Paket an Frequenzrechten erworben, zudem gibt es Berichte über Verhandlungen zur Übernahme von Sendemast-Standorten. Investoren fürchten, dass ein Satellitenanbieter den klassischen Netzbetreibern Kunden und Preise streitig machen könnte. Mitte September kostete die Verizon-Aktie noch fast 52 Dollar.
Auch T-Mobile US rutschte auf ein Mehrjahrestief, die Deutsche Telekom schloss in Xetra knapp 1,5 Prozent im Minus. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 8,5 auf Basis der neuen Prognose preist der Markt offenbar einiges an Risiko ein.
Der nächste Test steht mit den Zahlen zum vierten Quartal an. Die Konsensschätzung liegt bei 1,16 Dollar je Aktie und rund 37,3 Milliarden Dollar Umsatz. Das Management stellt dann ein Wachstum der Serviceerlöse von 4 Prozent in Aussicht.
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