SAP Aktie: Cloud-Backlog um 26 Prozent auf 22,9 Mrd. Euro
SAP-Chef Klein forciert die KI-Transformation, kauft eigene Aktien und gewinnt Airbus als Cloud-Kunden. Die Aktie erholt sich deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Klein kauft SAP-Aktien
- Airbus setzt auf SAP-Cloud
- Cloud-Auftragsbestand wächst stark
- Aktie technisch überkauft
Christian Klein lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit seiner Botschaft: Der SAP-Vorstandsvorsitzende forderte am Mittwoch laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung eine massive Beschleunigung der eigenen KI-Transformation. Mit dem Konzept der „Autonomous Enterprise“ will SAP dem wachsenden Wettbewerbsdruck durch US-amerikanische und chinesische Anbieter begegnen. Der Appell richtet sich nach innen – an die eigene Organisation, die aus Sicht des Vorstandschefs schneller agieren muss.
Klein kauft eigene Aktien
Wie aus einer Pflichtmitteilung vom 3. August hervorgeht, hatte Klein bereits am 23. Juli eigene SAP-Aktien im Wert von rund 325.219 Euro erworben. Directors‘-Dealings-Meldungen dieser Art gelten am Markt oft als Vertrauenssignal des Managements in die eigene Strategie – zeitlich fällt der Kauf mit dem Tiefpunkt der Aktie zusammen, aus dem sich das Papier seither deutlich erholt hat.
Airbus setzt auf Sovereign Cloud
Konkrete Substanz für Kleins KI- und Cloud-Agenda liefert ein neuer Großkunde: Airbus entschied sich am 24. Juli für die Cloud-Lösung „RISE with SAP“ in Verbindung mit einem Sovereign-Cloud-Betriebsmodell, um globale Geschäftsprozesse zu modernisieren. Für SAP ist der Zuschlag eines Luftfahrtkonzerns mit hohen Anforderungen an Datensouveränität ein Signal an andere Industriekunden. Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau seiner KI-Infrastruktur voran: Die zuletzt übernommenen Spezialisten Dremio und Prior Labs sollen die Dateninfrastruktur für agentische KI-Anwendungen erweitern – jene Technologie, die Klein als Kern der „Autonomous Enterprise“ versteht.
Kartellentlastung und Cloud-Zahlen wirken nach
Der Rückenwind für die Aktie speist sich zudem aus zwei bereits verarbeiteten Nachrichten: der Einstellung der Kartellvorermittlungen am vergangenen Dienstag und den am selben Tag veröffentlichten Cloud-Zahlen zum zweiten Quartal. Seither hat das Papier um 5,6 Prozent zugelegt. Die regulatorische Entlastung nimmt Druck von der Bewertung der Software-Sparte, während der währungsbereinigte Anstieg des Cloud-Auftragsbestands um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro die Wachstumsstory stützt. SAP passte im Zuge dessen die Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht auf eine Spanne von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro an – die Anpassung geht auf Verwässerungseffekte durch die jüngsten Akquisitionen zurück, nicht auf operative Schwäche.
Kurs nach kräftiger Erholung überkauft
An der Börse hat sich die Nachrichtenlage in einer kräftigen Erholungsbewegung niedergeschlagen. Zum Schluss des Freitagshandels notierte die SAP-Aktie bei 178,66 Euro, nach einem Anstieg von 29,31 Prozent binnen 30 Tagen. Die Rally hat das Papier inzwischen deutlich in überkaufte Zonen geführt: Der 14-Tage-RSI liegt bei 74,9 und signalisiert damit eine technisch angespannte Lage, die kurzfristig für erhöhte Schwankungen sprechen könnte. Anleger dürften den Blick nun auf die Quartalsmitteilung zum dritten Quartal richten, die SAP für den 21. Oktober angesetzt hat – dort wird sich zeigen, ob sich das Cloud-Momentum und Kleins KI-Offensive in harten Zahlen fortsetzen.
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