Micron Aktie: HBM4-Produktion für 2026 komplett ausverkauft

Milliardäre wie David Tepper erhöhen ihre Wetten auf Micron. Der Speicherhersteller profitiert von langfristigen HBM-Verträgen und explodierenden DRAM-Preisen.

Eduard Altmann ·

Kurz zusammengefasst

  • Tepper und Englander stocken auf
  • HBM4-Produktion langfristig verkauft
  • DRAM-Preise steigen massiv
  • Aktie nahe 52-Wochen-Hoch

Der Chip-Hersteller Micron zieht die Aufmerksamkeit der Schwergewichte an der Wall Street auf sich. Während einige Milliardäre ihre Wetten massiv erhöhen, reduzieren andere — und die Aktie notiert auf Rekordniveau. Zuletzt kostete das Papier 669,40 Euro, ein Plus von 3,46 Prozent an diesem Montag. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 149 Prozent, binnen zwölf Monaten sogar auf über 700 Prozent. Das weckt Begehrlichkeiten — und Fragen.

Tepper und Englander stocken kräftig auf

David Tepper von Appaloosa Management baute sein Micron-Engagement im ersten Quartal um elf Prozent aus. Der Speicherhersteller ist damit sein zweitgrößtes Depotgewicht hinter Amazon. Auch Israel Englander von Millennium Management zog nach: Sein Anteil stieg um 47 Prozent auf rund 1,14 Millionen Aktien. Beide signalisieren damit Überzeugung, dass der KI-getriebene Speicherzyklus noch längst nicht am Ende ist.

Nicht alle Jagd nach dem Kursschub: Ken Fisher verkaufte im selben Zeitraum rund 30.000 Anteile und reduzierte sein Engagement um 57 Prozent. Der Milliardär sah offenbar keinen Grund, weiter auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Die HBM-Revolution: Langfristige Verträge statt Quarter-Deals

Der bullische Fall ruht auf einem strukturellen Wandel. Micron bestätigte, dass die gesamte HBM4-Produktion für 2026 unter bindenden Verträgen verkauft ist. Kunden schließen erstmals Drei- bis Fünfjahresabkommen — ein klarer Bruch mit der früheren Quartals- oder Jahrestaktung. Das glättet Nachfrageschwankungen massiv.

Die Folgen sind gewaltig: HBM braucht dreimal so viel Waferfläche wie normales DRAM. Schätzungen zufolge werden KI-Rechenzentren in diesem Jahr 70 Prozent des gesamten Speicherchip-Angebots verschlingen.

Die Zahlen untermauern das Bild: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 setzte Micron 23,9 Milliarden Dollar um — ein Plus von 196 Prozent im Jahresvergleich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie schnellte auf 12,20 Dollar, ein Anstieg um das Achtfache.

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Preisexplosion bei DRAM

Die Preise für DRAM treiben die Rally zusätzlich an. Im laufenden Quartal sollen die Vertragspreise um 58 bis 63 Prozent steigen. Marktforscher Gartner erwartet für das Gesamtjahr einen Sprung von 125 Prozent.

TrendForce prognostiziert für 2026 ein Speichermarktvolumen von 552 Milliarden Dollar. Schon 2027 könnte die Marke von 843 Milliarden Dollar fallen. Allein HBM soll seinen Umsatz 2026 um 58 Prozent auf knapp 55 Milliarden Dollar steigern — mit einem Potenzial von 130 Milliarden Dollar bis 2030.

Aktiensplit? Spekulationen nehmen Fahrt auf

Mit einem Kursplus von 720 Prozent in zwölf Monaten gehört Micron zu den extremsten KI-Gewinnern. Das wirft die Frage auf: Kommt 2026 ein Aktiensplit? Die kanadischen Hinterlegungsscheine durchliefen im März bereits einen 5:1-Split. Die letzte Teilung der Nasdaq-Notierung liegt über 25 Jahre zurück — im Mai 2000 gab es einen 2:1-Split. Eine Ankündigung steht aus.

Bären lauern am Rand

Trotz der Rally mehren sich die Warnsignale. Shortseller erhöhen ihre Wetten gegen die Aktie. Zyklizität bleibt ein Risiko: Sollte nach 2027 ein Überangebot entstehen, könnten die Margen leiden — auch wenn die Abschwünge diesmal milder ausfallen dürften.

Micron bleibt mit einem erwarteten KGV von 6,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für 2027 moderat bewertet. Der strukturelle Wandel zu Langfristverträgen hebt die Erwartungsböden nachhaltig an — sofern die KI-Nachfrage hält. Am 25. Mai 2026 notiert die Aktie nur 2,3 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 685,40 Euro.

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Micron Aktie

661,80 EUR

+ 18,20 EUR +2,83 %
KGV 35,46
Sektor Technologie
Div.-Rendite 0,06 %
Marktkapitalisierung 846,93 Mrd. EUR
ISIN: US5951121038 WKN: 869020

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