Ein enttäuschendes Schlussquartal hat die Graftech-Aktie gestern massiv unter Druck gesetzt. Nach Bekanntgabe der jüngsten Geschäftszahlen brach der Kurs zeitweise um rund 30 Prozent auf 10,95 US-Dollar ein. Steigende Verluste und ein schwieriges Preisumfeld in der Stahllieferkette verunsicherten die Anleger zutiefst.
- Umsatz Q4: 116,5 Mio. USD (-13 % zum Vorjahr)
- Nettoverlust Q4: 65,1 Mio. USD (Vorjahr: 49,5 Mio. USD)
- Durchschnittspreis: ~4.000 USD/t (-9 % zum Vorjahr)
- Absatzvolumen 2025: 109.200 Tonnen (+6 % zum Vorjahr)
- Finanzmittel: 340 Mio. USD Liquidität bei 1,125 Mrd. USD Bruttoschulden
Verluste weiten sich aus
Graftech leidet vor allem unter sinkenden Verkaufspreisen für Graphitelektroden. Im vierten Quartal 2025 weitete sich der Nettoverlust auf 65,1 Millionen US-Dollar aus, was einem Minus von 2,50 US-Dollar je Aktie entspricht. Der durchschnittliche Realisierungspreis pro Tonne sank im Jahresvergleich um neun Prozent. Das bereinigte EBITDA rutschte mit minus 21,9 Millionen US-Dollar tief in die roten Zahlen.
Auf Jahressicht summierte sich der Nettoverlust für 2025 auf 219,8 Millionen US-Dollar. Der Gesamtumsatz ging im Vergleich zu 2024 um sechs Prozent auf 504,1 Millionen US-Dollar zurück. Die operative Marge wurde dabei durch globale Überkapazitäten und eine aggressive Preispolitik von Wettbewerbern aus China und Indien zerrieben.
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Lichtblick im US-Geschäft
Trotz der finanziellen Schieflage gibt es positive Signale beim Absatzvolumen. Dieses stieg im Gesamtjahr um sechs Prozent. Besonders der US-Markt erwies sich als Stütze: Die Auslieferungen an amerikanische Kunden sprangen im Schlussquartal um 83 Prozent und im Gesamtjahr um 48 Prozent nach oben. Dies deutet auf eine robuste regionale Nachfrage hin, die den globalen Abwärtstrend jedoch nicht vollständig kompensieren konnte.
Herausfordernder Ausblick auf 2026
Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Management mit keiner schnellen Erholung der Preise. CEO Flanagan betonte, dass das Preisumfeld zu Beginn des Jahres 2026 weiterhin unter Druck stehe. Dennoch zeigt sich das Unternehmen beim Absatz optimistisch und prognostiziert für 2026 ein Mengenwachstum zwischen fünf und zehn Prozent.
Rund 65 Prozent dieses erwarteten Volumens sind bereits durch Verträge abgesichert. Zudem konnte Graftech die Barkosten pro Tonne im Laufe des vergangenen Jahres um elf Prozent senken. Die finanzielle Stabilität hängt nun maßgeblich davon ab, ob diese Kosteneffekte die anhaltende Schwäche der Marktpreise ausgleichen können. Am Markt wird vor allem die hohe Verschuldung von über 1,1 Milliarden US-Dollar weiterhin kritisch beobachtet.
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