Lang & Schwarz Aktie: 0,06 Prozent Marktanteil bei Rheinmetall

Der Orderfluss bei Lang & Schwarz bricht massiv ein, nachdem Trade Republic das Ausführungssystem wechselte. Marktanteile sinken drastisch.

Dieter Jaworski ·
Lang & Schwarz Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Marktanteil bei Rheinmetall auf 0,06% gefallen
  • Trade Republic wechselte zu neuem System
  • Management warnte bereits im Geschäftsbericht
  • Baader Bank als mögliches Vergleichsbeispiel

Die Aktie von Lang & Schwarz schloss am Freitag nahezu unverändert bei 18,15 Euro. Auf Wochen- und Monatssicht beträgt das Minus 9,25 beziehungsweise 37,84 Prozent.

Der Titel notiert nur noch 2,25 Prozent über seinem Tief vom 8. Juli 2026. Neue Handelsdaten zeigen jetzt, wie massiv der Orderfluss beim Düsseldorfer Wertpapierhandelshaus tatsächlich wegbricht.

Marktanteil bricht dramatisch ein

Die Zahlen sind eindeutig. Bei Rheinmetall kam die LS Exchange zwischen 9 und 11 Uhr auf einen Marktanteil von nur 0,06 Prozent.

Auf Gettex lief im selben Zeitfenster siebenmal so viel Volumen, auf Tradegate zwanzigmal und auf Xetra rund fünfzigmal so viel. Der Grund: Trade Republic nutzt seit Kurzem ein neues Ausführungssystem.

Der Neobroker führt Kundenorders nun selbst als Market Maker aus oder leitet sie an eine von 30 internationalen Börsen weiter. Die Exklusivität für Lang & Schwarz ist damit vorbei.

Dahinter steckt ein einfacher Mechanismus. Sobald die Spreads der LS Exchange schlechter sind als anderswo, routen die Best-Execution-Algorithmen der Banken automatisch an dem Handelsplatz vorbei. Weniger Volumen zwingt zu weiterer Spread-Ausweitung – und die kostet wiederum weiteres Volumen.

Kein Schock für das Management

Überraschend kommt die Entwicklung nicht. Lang & Schwarz hat das Risiko im Geschäftsbericht 2025 selbst dokumentiert und ausdrücklich auf die Abhängigkeit vom Kunden Trade Republic hingewiesen.

Auch personell deutete sich der Bruch an. Carsten Lütke-Bornefeld leitete 27 Jahre das Trading und Market Making bei Lang & Schwarz. Im Frühjahr 2025 wechselte er zu Trade Republic nach Berlin. Branchendiensten zufolge folgten ihm weitere Spezialisten.

Baader Bank als Vergleichsmaßstab

Analysten schauen jetzt auf die Baader Bank. Sie spielt an Gettex eine ähnliche Rolle wie Lang & Schwarz an der LS Exchange.

Baader ist dominanter Preissteller an einem Ein-Market-Maker-Platz, groß geworden mit dem Orderstrom der Neobroker. Die Parallele trägt aber nur zur Hälfte.

Baader ist breiter aufgestellt, mit Market Making für ein weites Wertpapieruniversum sowie Depot- und Abwicklungsgeschäft für mehrere Broker. 2025 erzielte die Bank ein Rekordergebnis von 72,9 Millionen Euro vor Steuern. Kein einzelner Kunde dominiert das Haus so wie Trade Republic einst die LS Exchange dominierte.

Frühere Stärke im Kontrast

Der aktuelle Einbruch wirkt umso schärfer angesichts der jüngsten Zahlen. Von 2023 bis 2025 stieg der Umsatz um 145 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Der Reingewinn kletterte sogar um mehr als 530 Prozent auf 7,6 Millionen Euro. Die Aktie selbst durchlief zuvor eine beeindruckende Rally.

Vor knapp drei Jahren stieg der Kurs um 260 Prozent. Dieser Anstieg endete Anfang Juli abrupt mit einem Kurssturz.

Technisches Bild und Ausblick

Die Marktkapitalisierung liegt aktuell bei 76,84 Millionen Euro. Der RSI-Wert von 14,1 signalisiert eine extrem überverkaufte Aktie.

Die annualisierte Volatilität der vergangenen 30 Tage liegt bei 61,19 Prozent. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 26,91 Euro fehlen 32,56 Prozent.

Zum 200-Tage-Durchschnitt von 23,73 Euro sind es 23,50 Prozent.

Lang & Schwarz plant ein alternatives Handelsmodell mit mehreren Wertpapierdienstleistern. Ob dieses Modell die abfließenden Volumina auffangen kann, zeigen erst die kommenden Quartalsberichte, sobald belastbare Marktanteilszahlen vorliegen.

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Lang & Schwarz Aktie

22,70 EUR

– 0,30 EUR -1,30 %
KGV 7,40
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 7,68 %
Marktkapitalisierung 217,07 Mio. EUR
ISIN: DE0006459324 WKN: 645932

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