Oracle Aktie: Direktor kauft nach

Stephen Rusckowski erwarb Oracle-Anteile; zugleich meldete der Konzern starkes Infrastrukturwachstum und Verzögerungen beim Jupiter-Projekt.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung einer modernen Unternehmensumgebung, die Vertrauen und strategische Investitionen symbolisiert. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Rusckowski kaufte 25.000 Oracle-Aktien
  • Oracle übertraf erneut Umsatz- und Gewinnerwartungen
  • Infrastrukturerlöse stiegen auf mehr als das Doppelte
  • Jupiter-Projekt liegt laut Stifel bei 26 Prozent

Ein Verwaltungsratsmitglied setzt eigenes Geld ein: Stephen Rusckowski, Direktor bei Oracle, hat Aktien für rund 3,48 Millionen Dollar erworben. Der Zeitpunkt fällt in eine Phase, in der das Papier binnen eines Jahres gut die Hälfte an Wert verloren hat.

Insiderkauf zu rund 139 Dollar

Rusckowski kaufte am 29. September 25.000 Aktien zu Preisen zwischen 138,96 und 139,74 Dollar, im Schnitt zu 139,35 Dollar. Gehalten werden die Papiere über seinen Living Trust, der danach 25.390 Aktien indirekt hält. Zuletzt schloss die Aktie bei 138,07 Dollar, nachbörslich notierte sie leicht höher.

Insiderkäufe gelten am Markt oft als Vertrauensbeweis. Ein Beleg für eine Trendwende sind sie nicht. Bewertungsseitig wirkt Oracle mit einem KGV von knapp 22 und einem PEG von 0,46 allerdings vergleichsweise günstig gegenüber dem erwarteten Wachstum.

Tencent-Deal und KI-Ausbau

Rückenwind liefert ein Bericht über einen Großauftrag aus China. Tencent soll einen fünfjährigen Leasingvertrag über rund 7 Milliarden Dollar abgeschlossen haben, um Zugriff auf etwa 100.000 hochmoderne KI-Chips in Oracle-Rechenzentren in Südostasien zu erhalten.

Etwa 30 Prozent sollen als Anzahlung fließen. Chinesische Konzerne dürfen solche Chips nach US-Regeln nicht direkt kaufen, aber international leasen. Eine Bestätigung durch die Unternehmen liegt nicht vor, der Bericht stützt sich auf anonyme Informanten.

Operativ lief es zuletzt rund. Im ersten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2027 übertraf Oracle zum dritten Mal in Folge die Erwartungen bei Umsatz und Gewinn je Aktie. Die Erlöse aus dem Infrastrukturgeschäft haben sich mehr als verdoppelt. Mizuho verweist darauf, dass Kapazitäten schneller ans Netz gehen als geplant.

Jupiter bleibt Baustelle

Weniger glatt läuft das Rechenzentrumsprojekt Jupiter. Stifel, das bei „Buy“ bleibt, beziffert den Fortschritt auf 26 Prozent. Verzögerungen gab es bei den Brennstoffzellen-Microgrids und bei Genehmigungen. Die Force-majeure-Formulierung in Kreditunterlagen sei laut Stifel nur vorsorglich, nicht aktiviert worden.

Hinzu kommt der Finanzierungsaufwand. Der Konzern hat ein Eigenkapitalprogramm von 20 Milliarden Dollar binnen eines Quartals verdaut. Oppenheimer beobachtet zudem, dass Unternehmen KI-Ausgaben stärker an messbarem Ertrag ausrichten. Das erhöht den Druck auf Anbieter, nachhaltiges Wachstum zu belegen.

Der nächste konkrete Prüfstein ist die Umsetzung bei Jupiter: Schreitet der Bau über die 26 Prozent hinaus voran, ohne dass die Force-majeure-Klausel Thema wird, stützt das die These der Optimisten.

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Oracle Aktie

122,50 EUR

+ 1,26 EUR +1,04 %
KGV 20,78
KUV 5,88
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,51 %
Marktkapitalisierung 401,98 Mrd. USD
Ø Kursziel 237,97 USD
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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