Gold: 45 Prozent der Zentralbanken kaufen weiter

Goldkurs fällt auf Mehrmonatstief, während Notenbanken historische Goldreserven aufbauen. Geopolitische Spannungen treiben die Preise.

Dr. Robert Sasse ·
Gold Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldpreis fällt auf 4.043 Dollar
  • Zentralbanken planen Rekordkäufe
  • Iran-Konflikt belastet den Markt
  • Charttechnik zeigt Warnsignale

Zentralbanken kaufen Gold in historischem Ausmaß. Trotzdem fällt der Kurs auf ein Mehrmonatstief. Diese Diskrepanz zwischen langfristigem Vertrauen und kurzfristiger Panik prägt den Markt gerade.

Am Mittwoch rutscht die Feinunze auf 4.043,60 US-Dollar. Das sind 1,78 Prozent weniger als am Vortag, als Gold noch bei 4.117,00 US-Dollar schloss.

Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 6,87 Prozent zu Buche.

Zentralbanken kaufen wie nie zuvor

Der „Central Bank Gold Reserves Survey 2026“ des World Gold Council liefert eine bemerkenswerte Zahl. 45 Prozent der befragten Notenbanken wollen ihre Goldbestände in den nächsten zwölf Monaten weiter aufstocken. Das ist der höchste Wert in der Geschichte der Erhebung.

76 Zentralbanken nahmen an der Umfrage teil – ebenfalls ein Rekord. Das unterstreicht, wie wichtig Gold als Reserveaktivum für Staaten geworden ist.

Die Beweggründe haben sich verschoben. Früher stand die Diversifikation im Vordergrund. Heute nutzen Notenbanken Gold gezielt, um ihre Reserven zu stabilisieren und sich gegen eine Entwertung von Papierwährungen abzusichern. Viele Institutionen wollen zudem ihre Abhängigkeit vom US-Dollar verringern.

Iran-Konflikt drückt den Kurs

Kurzfristig zählt an den Märkten aber etwas anderes: Geopolitik. US-Präsident Donald Trump erklärte die Waffenruhe mit dem Iran für beendet. Zeitgleich kursierten Berichte über Angriffe auf LNG-Tanker in der Straße von Hormus.

Die Ölpreise schossen daraufhin nach oben. Das schürt Inflationssorgen – und die Angst vor weiteren Leitzinsanhebungen der großen Notenbanken. Da Gold keine Zinsen zahlt, verliert es bei steigenden Anleiherenditen an Attraktivität für kurzfristig orientierte Anleger.

Charttechnik zeigt Warnsignale

Gold notiert nur noch 3,65 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 3.901,30 US-Dollar.

Zum Rekordhoch von 5.626,80 US-Dollar aus dem Januar fehlen dagegen 28,14 Prozent.

Der Kurs liegt derzeit unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt minus 10,91 Prozent, zur 50-Tage-Linie sogar minus 7,78 Prozent. Der RSI von 38,4 signalisiert eine Annäherung an überverkauftes Terrain.

Technisch gilt die Marke von 4.200 US-Dollar als zentraler Widerstand. Ein Ausbruch darüber könnte den Weg Richtung 4.500 US-Dollar öffnen. Aktuell dominiert allerdings ein „Todeskreuz“-Szenario, das Analysten zur Vorsicht mahnt.

Zwei Märkte, ein Preis

Die Kluft zwischen physischer und spekulativer Nachfrage bleibt das bestimmende Thema. Notenbanken kaufen oft preissensibel und nutzen Rücksetzer gezielt für Zukäufe. Der Terminmarkt reagiert dagegen empfindlich auf jedes Zinssignal und jede Dollar-Bewegung.

Die Volatilität von 27,69 Prozent auf Sicht von 30 Tagen zeigt, wie nervös der Markt aktuell handelt. Ob die Zentralbank-Nachfrage den Druck aus dem Nahost-Konflikt auffängt, zeigt sich an der 4.200-Dollar-Marke.

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Gold Rohstoff

4.043,60 USD

– 73,00 USD -1,77 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: XC0009655157 WKN: 965515

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