Microsoft Aktie: Analysten überbieten sich mit Kurszielen
Cantor Fitzgerald erhöht Microsofts Kursziel deutlich, während Jefferies an der Kaufempfehlung festhält und die Cloud-Sparte hervorhebt.

Kurz zusammengefasst
- Cantor hebt Ziel auf 608 Dollar
- Jefferies bestätigt Microsoft mit Buy
- 17 Analysten erhöhen Gewinnschätzungen
- M365 gilt als unterschätztes Cloud-Produkt
Microsoft konsolidiert seit Wochen auf hohem Niveau – und ausgerechnet in dieser ruhigen Phase überschlagen sich die Analystenhäuser mit optimistischen Neubewertungen. Cantor Fitzgerald hat sein Kursziel drastisch angehoben, Jefferies bestätigt seine Kaufempfehlung. Die Botschaft der Wall Street ist eindeutig: Da geht noch was.
Kräftiger Sprung bei Cantor Fitzgerald
Cantor Fitzgerald erhöhte sein Kursziel für Microsoft von 522 auf 608 Dollar und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Damit bleibt das Institut zwar unter dem Höchstwert der Straße von 870 Dollar, doch die Begründung wiegt schwer: Gleich 17 Analysten haben zuletzt ihre Gewinnschätzungen nach oben korrigiert.
Die Analysten verweisen auf beschleunigtes Wachstum bei unverändertem Investitionsausblick. Für das Kalenderjahr 2026 plant Microsoft Investitionen von 175 Milliarden Dollar, bereinigt um die längere Nutzungsdauer von Kapital-Leasingverträgen. Rund 25 Milliarden Dollar davon entfallen auf Engpässe bei Komponenten – ein Faktor, der laut Cantor Fitzgerald die Wachstumsstory nicht bremst, sondern lediglich einpreist.
Das neue Kursziel entspricht dem 10,5-Fachen des für 2027 erwarteten Umsatzes, in etwa dem Drei-Jahres-Median des Konzerns. Bei einem aktuellen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,63 sehen die Analysten die Aktie im Vergleich zu ihrem fairen Wert weiterhin als unterbewertet an.
Jefferies setzt auf unterschätzte Cloud-Sparte
Auch Jefferies bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 575 Dollar. Analyst Brent Thill hebt dabei besonders die Cloud-Plattform M365 hervor, die er als kommerziell am stärksten unterschätztes Produkt des Konzerns bezeichnet. Er erwartet hier eine positive Trendwende und sieht Microsoft im Bereich Unternehmens-KI gut aufgestellt.
Damit reihen sich die beiden Häuser in eine Serie von Aufwertungen ein – zuvor hatten bereits JMP Securities und Citizens ihre positive Haltung zu Microsofts KI-Strategie bekräftigt, Letztere mit einem Kursziel von 550 Dollar.
Charttechnisch bleibt die Lage unterdessen unspektakulär, aber interessant: Nach dem kräftigen Anstieg Ende Juli bewegt sich die Aktie seit Wochen in einer engen Seitwärtsspanne. Zuletzt zeigte sich wieder etwas Aufwärtsdynamik, die obere Begrenzung der Konsolidierung bleibt dabei die entscheidende Marke.
Politisch rückt Microsoft-Chef Satya Nadella zudem kurzfristig ins Rampenlicht: Er zählt zu den Teilnehmern eines Abendessens mit US- und chinesischen Wirtschaftsvertretern in Washington, das im Umfeld des angekündigten Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in dieser Woche stattfinden soll.
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