Newmont Mining Aktie: Rekordcash, roter Kurs
Newmont erzielt Rekord-Cash im zweiten Quartal, verfehlt aber Umsatzprognosen. Aktie fällt trotz operativer Stärke und hoher Aktienrückkäufe.

Kurz zusammengefasst
- Höchster Quartals-Cashflow der Unternehmensgeschichte
- Umsatz verfehlt Analystenschätzungen um vier Prozent
- Aktienrückkäufe von 1,7 Milliarden Dollar seit April
- Goldpreis steigt um 33 Prozent auf 4.414 Dollar
Newmont hat im zweiten Quartal 2026 so viel Cash erwirtschaftet wie nie zuvor in einem zweiten Quartal – und trotzdem ging es mit der Aktie bergab. Der Goldpreis pusht die Marge, die Rückkäufe laufen auf Hochtouren, doch beim Umsatz reichte es nicht für die Wall-Street-Erwartungen. Genau dieser Bruch zwischen operativer Stärke und Marktreaktion prägt die aktuelle Ausgangslage.
Gewinn rauf, Umsatz verfehlt
Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal auf 2,20 Milliarden Dollar oder 2,06 Dollar je Aktie – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt blieb der Goldproduzent mit 2,10 Dollar je Aktie hauchdünn unter der Analystenschätzung.
Der Umsatz legte um 15,1 Prozent auf 6,12 Milliarden Dollar zu, verfehlte die Konsensschätzung damit aber um gut vier Prozent. An der Börse kam von den starken operativen Kennzahlen wenig an: Die Aktie gab im regulären Handel nach, nachbörslich ging es weiter bergab auf rund 93 Dollar – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch von 134,88 Dollar.
Kapitalrückgabe im großen Stil
Die Dividende blieb bei 0,26 Dollar je Aktie, in Summe 277 Millionen Dollar. Den größeren Teil der Kapitalrückgabe steuerten Rückkäufe bei: Seit der im April gestarteten Ermächtigung über 6 Milliarden Dollar hat Newmont bereits 1,7 Milliarden Dollar investiert, allein im Juli flossen mehr als 600 Millionen Dollar in eigene Aktien.
Der Aktienbestand ist dadurch binnen gut zwei Jahren um mehr als 100 Millionen Papiere geschrumpft, ein Rückgang von rund 9 Prozent. Mit einer Nettoliquidität von 3,4 Milliarden Dollar – oberhalb der eigenen Zielspanne – signalisierte das Management Spielraum für mehr: Beim nächsten jährlichen Review könnte die Dividende auf 0,27 Dollar je Aktie steigen.
Produktion und Kostenhebel
Operativ untermauert Newmont die Zahlen mit soliden Fördermengen: 1,3 Millionen Unzen Gold, dazu 17.000 Tonnen Kupfer und 7 Millionen Unzen Silber. Die Kostenseite überrascht positiv – die All-in Sustaining Costs lagen bei 1.621 Dollar je Unze und damit unter dem Jahresziel von 1.680 Dollar.
Der realisierte Goldpreis kletterte um 33 Prozent auf 4.414 Dollar je Unze, während die Kosten je verkaufter Unze nur um 4 Prozent zulegten – genau jene Hebelwirkung, auf die der Konzern setzt. Belastend wirkt allerdings der Ölpreis: Mit im Schnitt 100 Dollar je Barrel lag er deutlich über der Kalkulationsannahme von 70 Dollar.
Cadia läuft wieder, Red Chris braucht Geduld
Nach dem Erdstoß im April nahm die australische Mine Cadia Mitte Juni wieder die Produktion auf, ohne dass die Jahresprognose darunter litt. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Produktionsprognose von 5,3 Millionen Unzen Gold.
Beim kanadischen Wachstumsprojekt Red Chris erhielt Newmont im Quartal wichtige behördliche Genehmigungen. Das Management räumte jedoch ein, dass die Baukosten wegen der Inflation höher ausfallen dürften als ursprünglich kalkuliert.
Für das dritte Quartal erwartet Newmont eine Produktion etwa auf dem Niveau des zweiten Quartals, ehe die Fördermengen im vierten Quartal spürbar anziehen sollen. Die Vorstandsentscheidung zu Red Chris gegen Jahresende dürfte dann zeigen, wie teuer das nächste große Wachstumsprojekt tatsächlich wird.
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