Intel Aktie: Trump rechnet 70 Milliarden Papiergewinn an

Trump beziffert den Buchgewinn der US-Regierung an Intel auf 70 Milliarden Dollar. Die passive Beteiligung von knapp zehn Prozent wirft Fragen zur Transparenz auf.

Dr. Robert Sasse ·
Intel Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Trump nennt Milliardengewinn für Steuerzahler
  • Staat hält passive Beteiligung von 9,9 Prozent
  • Intel-Aktie bleibt unter 52-Wochen-Hoch
  • Debatte um Transparenz von Staatsbeteiligungen

Intel-Aktien legen am Montag um 2,54 Prozent auf 83,20 Euro zu. Der Auslöser sitzt nicht im Aufsichtsrat, sondern im Weißen Haus: Präsident Donald Trump behauptet erneut, die Beteiligung der US-Regierung am Chiphersteller habe den Steuerzahlern einen gigantischen Papiergewinn beschert.

Trumps jüngste Rechnung

In einem CNBC-Interview sprach Trump von „etwa 70 Milliarden Dollar in acht oder neun Monaten“. Sein Argument: „Wir hatten praktisch kein Investment.“ Die Regierung habe kaum finanzielles Risiko getragen und trotzdem von Intels Kursanstieg profitiert.

Der Kontext war eine Frage zu staatlichen Beteiligungen an KI-Unternehmen. Statt konkrete Firmen zu nennen, verwies Trump auf Intel als Beispiel dafür, warum Eigenkapital-Beteiligungen aus seiner Sicht wertvoller sind als einfache Kredite.

Die Zahl ist die bisher höchste in einer Reihe wachsender Schätzungen. Eine aktuelle Fortune-Analyse kommt zu einem deutlich nüchterneren Ergebnis: Die Trump-Regierung hat rund 26,7 Milliarden Dollar in 30 Eigenkapital- oder eigenkapitalähnliche Deals gesteckt. Die Intel-Beteiligung von 9,9 Prozent bildet dabei das Aushängeschild — mit einem aktuellen Wert von 42 Milliarden Dollar.

Wie die Beteiligung zustande kam

Die US-Regierung investierte 8,9 Milliarden Dollar in Intel-Stammaktien. Sie kaufte 433,3 Millionen Aktien zu je 20,47 Dollar. Das entspricht dem erwähnten Anteil von 9,9 Prozent am Unternehmen.

Entscheidend: Die Beteiligung ist passiv. Die Regierung hat weder einen Sitz im Aufsichtsrat noch Mitsprache- oder Informationsrechte. Bei Abstimmungen, die eine Zustimmung der Aktionäre erfordern, stimmt sie mit dem Board — von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Volatile Kursentwicklung

Der Kursanstieg vom Montag baut auf einer turbulenten Phase auf. Die Aktie liegt derzeit noch 33,22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 124,58 Euro, das sie Ende Juni erreichte. Über zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 366,68 Prozent zu Buche.

Der RSI von 39,3 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand nach dem jüngsten Rücksetzer. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 81,55 Prozent zeigt aber, wie unruhig der Handel in diesem Papier geworden ist.

Fragwürdige Transparenz

Die erneute Aufmerksamkeit für Intels Staatsbeteiligung trifft auf eine breitere Debatte über Transparenz bei Washingtons wachsendem Portfolio an Unternehmensbeteiligungen. Laut Fortune existieren für Staatsanteile an privaten Firmen wie Vulcan Elements oder xLight gar keine öffentlichen SEC-Meldungen. Selbst wo sich Aktienanteile finden lassen, bleibt der Geldfluss schwer nachvollziehbar.

Die Beteiligungen verteilen sich zudem auf mindestens vier Behörden: 17 Deals laufen über das Handelsministerium, sieben über das Verteidigungsministerium, sechs über die Development Finance Corporation, zwei über das Energieministerium.

Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, hat die Strategie bereits größer gerahmt. Er bezeichnete die Beteiligungen als „eine Art Anzahlung auf einen Staatsfonds, wie ihn viele Länder haben“.

Was der Markt jetzt beobachtet

Die Staatsbeteiligung bleibt passiv und ohne direkten Einfluss auf die Unternehmensstrategie. Trotzdem trifft die politische Aufmerksamkeit die Aktie in einer sensiblen Phase — nach einer von Quartalszahlen ausgelösten Kursachterbahn der vergangenen Wochen.

Mit einem Jahresplus von rund 165 Prozent, aber deutlichem Abstand zum Juni-Hoch wiegt der Markt zwei Fragen gegeneinander ab: Wie tragfähig ist Intels operative Trendwende? Und wie viel der Rally beruht auf echten Geschäftszahlen statt auf dem ungewöhnlichen Fakt, dass eine der größten Regierungsbeteiligungen der USA gerade auf Milliarden an Buchgewinnen sitzt.

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Sektor Technologie
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Marktkapitalisierung 465,66 Mrd. EUR
ISIN: US4581401001 WKN: 855681

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