VanEck Semiconductor ETF: TSMC meldet Rekordumsatz 16,35 Mrd USD
TSMC steigert den August-Umsatz um 53,3 Prozent, während AMD den KI-Beschleunigermarkt bis 2030 auf drei Billionen Dollar schätzt.

Kurz zusammengefasst
- TSMC erzielt vierten Wachstumsmonat
- Foundry-Marktanteil erreicht 72,5 Prozent
- AMD sieht drei Billionen Dollar Markt
- Halbleiter-ETF bleibt unter Jahreshoch
Der Halbleitermarkt setzte am gestrigen Freitag zu einer deutlichen Erholung an, wobei sektorbezogene börsengehandelte Fonds (ETFs) mit einem Plus von 1,47 % die Gewinnerliste anführten. Maßgebliche Treiber für diesen Optimismus waren Rekordumsatzzahlen des Branchenprimus TSMC sowie eine massive Anhebung der Marktprognosen durch den Chipdesigner AMD.
Diese Entwicklungen unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI), die den VanEck Semiconductor UCITS ETF über das vergangene Jahr um 112 % steigen ließ.
TSMC meldet historischen Rekordumsatz
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) hat für den Monat August einen Rekordumsatz gemeldet. Laut Medienberichten stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahresmonat um 53,3 % auf 514,8 Milliarden New Taiwan Dollar (etwa 16,35 Milliarden US-Dollar). Dies ist der vierte Wachstumsmonat in Folge für den weltweit größten Auftragsfertiger. Das Unternehmen profitierte dabei insbesondere von der ungebrochenen Nachfrage nach KI-Beschleunigern durch Kunden wie Nvidia und Apple.
Daten von TrendForce zufolge baute TSMC seine Dominanz im Foundry-Markt im zweiten Quartal weiter aus und hält nun einen Marktanteil von 72,5 %. Zum Vergleich: Der zweitplatzierte Konkurrent Samsung kommt lediglich auf einen Anteil von 5,9 %.
Angesichts der starken Auslastung plant TSMC zudem, seine Kapazitäten für fortschrittliche Verpackungstechnologien (CoWoS) bis Ende 2028 deutlich auszuweiten. Zudem wird über potenzielle Preiserhöhungen von bis zu 10 % im kommenden Jahr spekuliert, um die hohen Investitionskosten, etwa für den Ausbau der Standorte in Arizona, zu decken.
AMD sieht Billionen-Markt für KI-Beschleuniger
Parallel zu den starken Zahlen aus der Fertigung lieferte der US-Chipentwickler AMD einen optimistischen Ausblick für die gesamte Branche. Auf einer Fachkonferenz am vergangenen Dienstag hob CFO Jean Hu die Prognose für den adressierbaren Gesamtmarkt (TAM) von KI-Beschleunigern im Rechenzentrumsbereich massiv an.
Bis zum Jahr 2030 erwartet das Unternehmen nun ein Marktvolumen von 3 Billionen US-Dollar – eine deutliche Steigerung gegenüber der im Juli kommunizierten Schätzung von rund 2 Billionen US-Dollar.
Besonders im Bereich der Server-CPUs sieht AMD ein erhebliches Wachstumspotenzial. Das Marktsegment könnte bis 2030 ein Volumen von 220 Milliarden US-Dollar erreichen. Im zweiten Quartal 2026 konnte AMD seinen Rechenzentrumsumsatz bereits um 107 % im Vergleich zum Vorjahr steigern.
Auch andere Branchengrößen wie Broadcom untermauern diesen Trend; das Unternehmen meldete zuletzt einen Auftragsbestand von über 179 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von mehr als 500 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Marktstimmung und Positionierung der Anleger
Die jüngsten Kursgewinne führen den VanEck Semiconductor UCITS ETF seit Jahresbeginn zu einer Performance von 72 %. Trotz der jüngsten Rally notiert der Wert mit 91,54 € noch etwa 18 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das am 30. Juni bei 111,18 € markiert wurde.
Die technische Lage hat sich zuletzt stabilisiert, was auch auf die Eindeckung von Leerverkäufen zurückzuführen sein könnte. Berichten zufolge musste ein großer Hedgefonds massive Verluste hinnehmen, nachdem er im ersten Quartal verstärkt auf fallende Kurse beim VanEck-Halbleiter-ETF und Einzelwerten wie Nvidia gesetzt hatte.
Analysten bleiben für spezialisierte Werte im Windschatten der großen Player zuversichtlich. Gary Mobley vom Analysehaus Benchmark initiierte beispielsweise die Abdeckung für den Timing-Spezialisten SiTime mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 850 US-Dollar.
Auch Anlagenbauer wie Lam Research hoben ihre Erwartungen für die weltweiten Ausgaben für Fabrikausrüstungen an, da die Kapazitäten durch den KI-Boom zunehmend unter Druck geraten. Jede Investition von 100 Milliarden US-Dollar in KI-Rechenzentren generiert laut Lam Research mittlerweile eine Nachfrage nach Halbleiterausrüstung im Wert von rund 8 Milliarden US-Dollar.
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