Deutsche Telekom Aktie: Q2-Zahlen am 6. August entscheidend
Interne Bedenken gegen mögliche Telekom-Fusion belasten die Aktie. Am Mittwoch richtet sich der Blick auf die Quartalszahlen und die bestätigte Prognose.

Kurz zusammengefasst
- Interne Kritik an Fusionsplänen
- Aktie rutscht unter 50-Tage-Linie
- Quartalszahlen am 6. August
- Starke Q1-Zahlen und angehobene Ziele
Bei der Deutsche Telekom formiert sich einem Bericht zufolge Widerstand gegen eine mögliche Großfusion – und das offenbar aus den eigenen Managementreihen. Details zu den Hintergründen des Vorhabens nannte die Meldung vom Sonntag nicht, doch der Vorgang fällt in eine ohnehin schon nervöse Handelswoche für das Papier.
Charttechnik zeigt Schwäche
Parallel zu den Fusionsgerüchten meldete eine technische Analyse am Sonntag ein Abwärtssignal für die Aktie. Die Marktdaten stützen diesen Befund: Zum Wochenschluss am Freitag ging die Telekom-Aktie mit 26,85 Euro aus dem Handel, ein Minus von 0,63 Prozent. Damit notiert das Papier knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 27,00 Euro – ein Abstand von 0,54 Prozent, der die kurzfristige Verunsicherung untermauert. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein deutliches Plus von 10,49 Prozent zu Buche, das die jüngste Schwäche relativiert und zeigt, dass der Titel zuletzt erst eine spürbare Erholung hinter sich hatte, bevor er nun wieder ins Stocken geriet.
Diese Gemengelage aus kurzfristigem Gegenwind und mittelfristiger Erholung dürfte Anleger in der laufenden Woche besonders aufmerksam auf die Zahlenvorlage blicken lassen. Der Konzern öffnet am Mittwoch, dem 6. August, seine Bücher zum zweiten Quartal.
Q1 lieferte starke Zahlen und angehobene Guidance
Die Erwartungen an das anstehende Zahlenwerk sind hoch, weil der Konzern im ersten Quartal überzeugt hatte. Das bereinigte EBITDA nach Leasing kletterte auf 11,5 Milliarden Euro, ein Plus von 2,0 Prozent auf berichteter und sogar 7,5 Prozent auf organischer Basis. Der Nettogewinn stieg um 6,5 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der Umsatz legte organisch um 4,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro zu. Im Anschluss hatte der Konzern seine Jahresprognose angehoben: Für 2026 werden nun ein EBITDA nach Leasing von rund 47,5 Milliarden Euro, ein freier Cashflow von über 19,8 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis je Aktie von 2,20 Euro angepeilt.
Rückenwind kam dabei besonders aus den USA. Die Tochter T-Mobile US meldete einen Serviceumsatz von 18,9 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 11,5 Prozent, sowie 217.000 neue Vertragskunden im Mobilfunk. Der US-Ausblick für Neukunden wurde in der Folge auf eine Spanne von 950.000 bis 1,05 Millionen angehoben. Auch im deutschen Glasfasergeschäft kam der Konzern voran: Das FTTH-Netz erreichte 13 Millionen Haushalte, 2,2 Millionen Kunden nutzen bereits einen Anschluss, was einer Durchdringung von 17,1 Prozent entspricht. Konzernchef Tim Höttges bezeichnete den Geschäftsverlauf als stabil.
Wettbewerbsdruck im deutschen Heimatmarkt
Der Ausblick auf das zweite Quartal wird auch dadurch geprägt, wie sich der deutsche Telekommunikationsmarkt insgesamt entwickelt. Rivale Vodafone zog sich nach eigenen Angaben zuletzt merklich aus dem Preiskampf zurück und verlor dabei im zweiten Quartal 158.000 Mobilfunk- und 98.000 Festnetzkunden. Der Deutschlandchef von Vodafone begründete die Strategie mit dem Grundsatz „Marge vor Masse“ und verwies auf Neuvertragspreise im Breitbandgeschäft, die inzwischen rund ein Drittel über Vorjahresniveau liegen. Ein disziplinierterer Wettbewerb bei Vodafone könnte der Deutschen Telekom im hart umkämpften Heimatmarkt tendenziell entgegenkommen, zumal beide Konzerne um dieselben Bestandskunden konkurrieren.
Für die Aktie dürfte damit der Mittwoch zum entscheidenden Termin der Woche werden: Bestätigt der Konzern die im Frühjahr angehobenen Jahresziele und liefert er erneut solide US-Wachstumszahlen, könnte das dem zuletzt ins Wanken geratenen Aufwärtstrend neuen Schub geben.
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