Rheinmetall Aktie: 300-Millionen-Risiko durch F126-Stornierung
Rheinmetall sichert sich Aufträge über eine Milliarde Euro, kämpft aber mit einem drohenden Umsatzverlust durch die F126-Stornierung.

Kurz zusammengefasst
- Milliardenauftrag für britische Gefechtsausbildung
- Kooperation zur Arktis-Überwachung vereinbart
- Erste Ukraine-Munitionslieferung aus neuem Werk
- Analysten sehen Kurspotenzial trotz Verlusten
Rheinmetall meldete in der ersten Julihälfte 2026 gleich mehrere neue Kooperationen und Aufträge – von der britischen Armee bis zur Weltraumüberwachung in der Arktis. Die Aktie honoriert das kaum: Sie schloss am Freitag bei 978,00 Euro, ein Plus von 1,85 Prozent auf Tagessicht, bleibt aber seit Jahresbeginn mit 37,03 Prozent im Minus. Der Rüstungskonzern navigiert damit zwischen operativer Dynamik und einem Kursverfall, der die Anleger seit Monaten begleitet.
Neue Partnerschaften in Rüstung und Raumfahrt
Den größten Einzelposten der jüngsten Nachrichtenlage bildet ein Konsortialauftrag: Rheinmetall sicherte sich als Partner im von Raytheon UK geführten Bündnis „Omnia-Training“ einen Anteil von rund 1,0 Milliarden Euro. Das Programm zur Digitalisierung der Gefechtsausbildung der britischen Armee läuft über 15 Jahre, wie die Zeit berichtete. Einen Tag zuvor unterzeichnete Rheinmetall mit Space Norway eine Absichtserklärung zur maritimen Weltraumüberwachung. Ziel ist die Verknüpfung von C-Band-SAR-Satelliten des norwegischen Partners mit der X-Band-Technologie von Rheinmetall ICEYE Space Solutions, um Arktis und Nordatlantik zu überwachen. Parallel dazu meldete Rheinmetall gemeinsam mit Lockheed Martin Fortschritte bei der geplanten Co-Produktion von ATACMS-Kurzstreckenraketen am Standort Unterlüß – ein Schritt, der die europäische Lieferfähigkeit ab 2026 stärken soll.
Ukraine-Lieferung und Digitalisierungsprojekte
Aus dem neuen „Werk Niedersachsen“ in Unterlüß verließ Mitte Juli die erste Lieferung von 155-Millimeter-Artilleriemunition des Typs RH1412 in Richtung Ukraine. Die Charge umfasst nach Unternehmensangaben eine niedrige fünfstellige Anzahl an Geschossen, der Gesamtauftrag soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Daneben übernahm Rheinmetall MAN Military Vehicles im Auftrag des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Gesamtverantwortung für das Forschungsprojekt „InterRoC VII“, das hochautomatisierte, herstellerübergreifende Militärkonvois weiterentwickeln soll. Auch zivil zeigt sich der Konzern aktiv: Über die Tochter MIRA startete gemeinsam mit der Rheinbahn ein mehrwöchiger Praxistest teleoperierter Shuttle-Fahrzeuge am Flughafen Düsseldorf, bei dem fernüberwachte Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr erprobt werden.
F126-Stornierung belastet die Prognose
Die Auftragsserie kontrastiert mit einer Belastung, die Rheinmetall Anfang Juli per Ad-hoc-Mitteilung offenlegte: Der Konzern prüft die Folgen der Stornierung des Fregattenprogramms F126. Ohne Kompensationsmaßnahmen drohe im Geschäftsjahr 2026 ein Umsatzverlust von bis zu 300 Millionen Euro. Zugleich bestätigte das Unternehmen in derselben Mitteilung sein Wachstumsziel für das zweite Quartal von über 60 Prozent beim Umsatz – ein Signal, dass die operative Dynamik trotz des Rückschlags intakt bleiben soll.
Analysten bleiben trotz Kursverfalls positiv
Mehrere Analysehäuser bekräftigten in der ersten Julihälfte ihre Kaufempfehlungen. Jefferies bestätigte am 10. Juli die Einstufung „Buy“ mit einem Kursziel von 1.300 Euro. Bernstein Research beließ am 8. Juli sein „Outperform“-Rating bei einem Kursziel von 1.900 Euro, während die Berenberg Bank am selben Tag ihre Kaufempfehlung mit einem Ziel von 1.600 Euro bekräftigte. Auch die UBS hielt am 7. Juli an „Buy“ mit einem Kursziel von 1.600 Euro fest. Sämtliche Kursziele liegen damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau der Aktie, das mit einem Abstand von rund 51 Prozent zum 52-Wochen-Hoch aus dem September 2025 weit unter den historischen Höchstständen notiert.
Die nächste größere Standortbestimmung folgt am 6. August 2026, wenn Rheinmetall den Bericht zum ersten Halbjahr veröffentlicht. Dann dürfte sich zeigen, ob die Auftragsserie aus Rüstung, Raumfahrt und Digitalisierung die Belastungen aus der F126-Stornierung ausgleicht – und ob das bestätigte Wachstumsziel für das zweite Quartal trägt.
Rheinmetall-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rheinmetall-Analyse vom 19. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Rheinmetall-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rheinmetall-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rheinmetall: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...