Meta Aktie: Klassenwechsel mit Zündstoff
Höhere Werbeerlöse treiben Metas Quartalsumsatz, während Rechtskosten den Gewinn drücken und hohe KI-Ausgaben den freien Cashflow belasten.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt um 26 Prozent
- Rückstellung belastet den Gewinn deutlich
- KI-Investitionen drücken freien Cashflow ins Minus
- Verwaltungsrat beschließt neue C-Aktienklasse
Meta legt starke Zahlen vor und überrascht zugleich mit einem Eingriff in die Kapitalstruktur. Der Konzern führt eine neue, stimmrechtslose Aktienklasse ein. Nachbörslich legte die Aktie rund 3,5 bis knapp 4 Prozent zu.
Umsatz schlägt Erwartungen, Gewinn leidet
Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 26 Prozent auf 64,6 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen von rund 63,3 Milliarden Dollar. Treiber waren höhere Preise je Anzeige (plus 14 Prozent) und 10 Prozent mehr ausgelieferte Anzeigen. Die Zahl der täglich aktiven Nutzer über alle Apps wuchs auf 3,64 Milliarden.
Beim Gewinn belastet eine Rückstellung von 9,89 Milliarden Dollar. Sie stammt aus der Einigung mit 52 US-Generalstaatsanwälten im Streit um psychische Gesundheit von Jugendlichen. Der Gewinn je Aktie lag bei 3,83 Dollar, ohne Sonderlast wären es 7,40 Dollar gewesen. Die operative Marge fiel auf 20 Prozent, nach 40 Prozent im Vorjahresquartal.
Ein weiterer Rechtsstreit sorgt für Gegenwind: Ein Richter in New Mexico verhängte eine Strafe von 25 Milliarden Dollar wegen irreführender Aussagen zum Umgang mit Facebook-Nutzerdaten. Meta kündigte Berufung an und nennt die Summe verfassungswidrig überhöht. Ob und wie der Konzern dafür vorsorgt, blieb zunächst offen.
Milliarden für KI, freier Cashflow im Minus
Die Investitionen erreichten 34,9 Milliarden Dollar im Quartal. Der freie Cashflow rutschte damit auf minus 2,1 Milliarden Dollar, obwohl der operative Mittelzufluss bei 32,8 Milliarden Dollar lag. Für 2026 peilt Meta Investitionen zwischen 135 und 145 Milliarden Dollar an, die Untergrenze wurde angehoben.
Für das vierte Quartal stellt das Management 73 bis 76 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht. Die Gesamtausgaben 2026 sollen bei 175 bis 179 Milliarden Dollar liegen. Die Verluste in Reality Labs sollen 2027 auf etwa 15 Milliarden Dollar sinken, weil mehr Geld in KI fließt.
Zur KI-Strategie meldete der Konzern Fortschritte: Der Assistent Muse gewann in rund sechs Wochen mehr als zehn Millionen Nutzer in den USA und Kanada. Laut Zuckerberg bremsen derzeit Rechenkapazitäten, nicht die Nachfrage. Die Belegschaft schrumpfte binnen eines Jahres um 15 Prozent.
Neue Aktienklasse C
Der Verwaltungsrat hat die Schaffung einer börsennotierten Klasse C ohne Stimmrecht beschlossen, wirksam ab 19. Januar 2027. Aktionäre erhalten einmalig eine Aktie der neuen Klasse je gehaltener A- oder B-Aktie. Danach dürfte der Kurs der A-Aktie wie nach einem Aktiensplit zwei zu eins reagieren. Stichtag und Zahltag legt das Gremium später fest.
Meta nennt als Zweck Kapitalbeschaffung, Mitarbeitervergütung und mögliche Übernahmen. Zudem sichert die Struktur Mark Zuckerbergs Kontrolle: Seine Stimmrechte bleiben unverändert, Verkäufe seiner C-Aktien regelt eine Vereinbarung mit dem Unternehmen.
Die Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich. Goldman Sachs bestätigt „Buy“ mit 860 Dollar Kursziel, Citizens sieht 885 Dollar. BMO ist mit 580 Dollar deutlich vorsichtiger und zweifelt an Umfang und Timing der KI-Erlöse. Die Aktie schloss vor den Zahlen bei 697,43 Dollar.
Im Januar 2027 wird die Kapitalstruktur formal geändert. Bis dahin dürften neue Details zur Dividende der C-Aktien und mehrere anstehende Jugendschutz-Prozesse in den USA die Debatte bestimmen.
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