Nokia Aktie: 150 Prozent Anstieg in 12 Monaten
Simply Wall St sieht Nokia deutlich unter Wert, während ein hohes KGV und starke Schwankungen die Bewertung trotz 5G- und KI-Fokus prägen.

Kurz zusammengefasst
- Simply Wall St sieht 40 Prozent Aufwärtspotenzial
- KGV liegt über dem Branchendurchschnitt
- Nokia stärkt 5G-, KI- und Cloud-Geschäft
- HMD präsentiert vier KI-Handys
Nokia bleibt trotz starker Kursentwicklung Gegenstand einer Debatte über die Bewertung des Konzerns. Eine Analyse von Simply Wall St kommt zu dem Schluss, dass die Aktie mit einem fairen Wert von 15,16 Euro derzeit rund 40 Prozent unterbewertet sei – gemessen an einem Vergleichskurs von 9,06 Euro.
Zugleich weist die Analyse auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 72,3 hin, das deutlich über dem Branchenschnitt von 44,7 liegt. Diese Diskrepanz zwischen fundamentaler Unterbewertung und hohem Gewinn-Multiplikator prägt aktuell die Diskussion unter Anlegern.
Strategischer Fokus auf 5G, KI und Cloud
Nokia treibt sein Geschäft mit Partnerschaften rund um 5G, Künstliche Intelligenz und Cloud-Technologien voran. Kooperationen mit Google Cloud und Vodafone sollen die Position im Netzwerkgeschäft stärken.
Im zweiten Quartal erzielte der Konzern einen Umsatz von 4,815 Milliarden Euro bei einem Gewinn je Aktie von 0,07 Euro. Die Kursentwicklung der vergangenen zwölf Monate von über 150 Prozent unterstreicht, wie stark der Markt die strategische Neuausrichtung honoriert hat.
HMD Global bringt neue Feature-Phones
Parallel zur Diskussion um die Kernsparte sorgt die Markenlizenznehmerin HMD Global für Bewegung im Consumer-Segment. Das Unternehmen stellte vier neue KI-gestützte Feature-Phones vor: Nokia 200 4G, 210 4G, 215 4G sowie 235 4G, jeweils in zweiter Auflage.
Alle Modelle verfügen über einen On-Device-KI-Assistenten namens Sikey AI, der über einen eigenen KI-Button aktiviert wird und zunächst 180 Tage kostenlos nutzbar ist, danach im Abonnement. Ausgestattet sind die Geräte mit Video-Chat-Funktion, einem 1450-mAh-Akku sowie USB-C-Anschluss. Preise und Verfügbarkeit stehen noch nicht fest.
Zusätzlich launchte HMD das an das klassische Nokia-Lumia-Design angelehnte Modell „Touch AI“ in mehreren südostasiatischen Märkten – darunter Malaysia, die Philippinen, Indonesien und Thailand.
Das Gerät kombiniert 4G-Konnektivität mit einem 3,2-Zoll-Touchscreen, Dual-SIM-Funktion und lokalen Diensten wie Alipay und einem QR-Code-Scanner. Auch wenn diese Produktlinie nicht direkt dem Nokia-Konzern zuzurechnen ist, hält die Markenpräsenz im Consumer-Segment die Aufmerksamkeit für den Namen Nokia hoch.
Kursbild bleibt volatil
Am Kapitalmarkt zeigt sich das Bild uneinheitlich: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 8,84 Euro, nach einem Tagesverlust von 3,3 Prozent. Damit notiert die Aktie rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das im Juni erreicht wurde.
Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 20 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 58 Prozent. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 64 Prozent signalisiert, dass Anleger weiterhin mit ausgeprägten Kursschwankungen rechnen müssen.
Die Gemengelage aus fundamentaler Unterbewertungsthese, hoher Bewertungskennzahl und lebhafter Produktaktivität bei der Markenlizenznehmerin macht Nokia derzeit zu einem Wert, bei dem Anleger genau zwischen Kernkonzern und Consumer-Marke unterscheiden müssen.
Während das Netzwerkgeschäft mit 5G- und KI-Partnerschaften die eigentliche Ertragsbasis bildet, sorgt der Markenname im Feature-Phone-Segment für zusätzliche mediale Präsenz – ohne direkten Effekt auf die Konzernzahlen von Nokia Oyj.
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