Siemens Energy Aktie: Gewinn verdreifacht auf 1,623 Milliarden
Siemens Energy verdreifacht Quartalsgewinn und meldet Rekordauftragseingang. Die Windkrafttochter ist erstmals wieder profitabel, die Jahresprognose wurde angehoben.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn verdreifacht auf 1,6 Milliarden Euro
- Rekordauftragseingang von 17,9 Milliarden Euro
- Windkrafttochter Gamesa wieder profitabel
- Margenprognose für 2026 angehoben
Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Gewinnsprung hingelegt, der die eigene Wachstumsstory unterstreicht. Der Energietechnikkonzern verdreifachte den Gewinn vor Sondereffekten auf 1,623 Milliarden Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Parallel dazu meldete das Unternehmen mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekord-Auftragseingang. Besonders bemerkenswert: Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa erreichte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder die Profitabilität.
Der Aktienkurs spiegelt die Dynamik der vergangenen Monate wider. Zum Schluss des Freitagshandels notierte das Papier bei 153,50 Euro, binnen sieben Tagen ein Plus von 3,13 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht am 24. April, ist der Kurs allerdings noch rund 21,44 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Rally die im Frühjahr erlittenen Kursverluste bislang nur teilweise wettgemacht hat.
Konzern hebt Margen-Ziele an
Die starken Quartalszahlen veranlassten das Management, die im Mai bereits angehobene Jahresprognose für 2026 weiter zu konkretisieren. Siemens Energy erwartet die Profitabilitätsmarge vor Sondereffekten nun am oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent. Für das Segment Grid Technologies, das Netztechnik-Geschäft des Konzerns, wurde die Margen-Guidance von zuvor 16 bis 18 Prozent auf 18 bis 20 Prozent angehoben. Diese Sparte ist mittlerweile zum zentralen Wachstumstreiber geworden: Der Auftragsbestand in diesem Bereich beläuft sich auf 162 Milliarden Euro. Um diesen Bestand abzuarbeiten, kündigte das Unternehmen an, bis zum Jahr 2030 rund 10.000 neue Stellen zu schaffen.
Auch außerhalb Europas zeigt sich die operative Stärke. Die indische Tochtergesellschaft Siemens Energy India Limited meldete für das zum 30. Juni beendete Quartal einen Umsatzanstieg von 39,3 Prozent auf 24,86 Milliarden Rupien sowie einen um 67,8 Prozent gestiegenen Nettogewinn von 4,41 Milliarden Rupien.
Analysten reagieren auf die Zahlen
Die Reaktion der Analysten fiel überwiegend positiv aus. Deutsche-Bank-Analyst Gael de-Bray hob am Donnerstag das Kursziel für Siemens Energy von 200 auf 210 Euro an und beließ die Einstufung auf „Buy“. Auch Jefferies bekräftigte nach Vorlage der Quartalszahlen seine „Buy“-Einschätzung mit einem Kursziel von 215 Euro. Weitere Institute wie RBC Capital Markets und Bernstein Research siedelten ihre Ziele bei 210 Euro an, Berenberg bei 205 Euro – durchweg mit positiver Einstufung. Die Bandbreite der Kursziele signalisiert, dass der Markt das operative Momentum des Konzerns honoriert, ohne die zuletzt gestiegene Bewertung aus den Augen zu verlieren.
Rückkäufe und Markenwechsel als weitere Bausteine
Neben dem operativen Geschäft treibt Siemens Energy auch strukturelle Projekte voran. Im Rahmen der zweiten Tranche des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb der Konzern im Juli insgesamt 3.018.820 eigene Aktien zu einem Durchschnittskurs von 152,31 Euro, was einem Gesamtvolumen von 459,8 Millionen Euro entspricht. Solche Rückkäufe signalisieren Vertrauen des Managements in die eigene Bewertung und stützen tendenziell den Kurs.
Zudem schreitet die Markenumstellung voran: Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 führt der Konzern schrittweise die neue Dachmarke „Omterra“ für Siemens Energy und Siemens Gamesa ein. Damit will sich das Unternehmen von der markenrechtlichen Abhängigkeit der noch mit rund 5 Prozent beteiligten Siemens AG lösen und jährliche Lizenzgebühren im dreistelligen Millionenbereich einsparen.
Blick auf die kommenden Wochen
Für Investoren stehen in den nächsten Wochen mehrere Termine an: Ende August und Anfang September folgt eine Roadshow in Asien, ergänzt durch Auftritte auf der Commerzbank & ODDO BHF Corporate Conference am 2. September und der Morgan Stanley Industrial CEOs Unplugged Conference am 9. September. Die nächste größere Weichenstellung dürfte jedoch der 11. November bringen, wenn Siemens Energy die Ergebnisse für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr 2026 vorlegt. Angesichts der zuletzt angehobenen Margenziele und des prall gefüllten Auftragsbuchs wird dieser Termin zeigen, ob sich der positive Trend fortsetzt.
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