Volkswagen Aktie: Zwickau und Emden schließen 2031
VW-Chef Blume stuft Lage als kritisch ein: Werkschließungen ab 2031, bis zu 50.000 Stellenstreichungen und Investitionskürzungen auf 135 Mrd. Euro geplant.

Kurz zusammengefasst
- Blume: Lage „mehr als kritisch“
- Werke in Zwickau und Emden schließen
- Bis zu 50.000 Stellen bedroht
- Investitionen sinken auf 135 Milliarden
Volkswagen-Vorstandschef Oliver Blume hat die Situation des Automobilherstellers als „mehr als kritisch“ eingestuft. In internen Stellungnahmen und Medienberichten am heutigen Samstag wurde deutlich, wie drastisch der Konzernumbau ausfallen soll. Hintergrund ist eine operative Rendite von lediglich 3,8 %, die Blume als unzureichend bezeichnete, um die Transformation des Unternehmens zu finanzieren.
Werksschließungen und massiver Stellenabbau geplant
Die Planungen des Konzerns sehen erstmals konkrete Zeitfenster für die Schließung mehrerer Standorte vor. Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung und des Spiegels sollen die Werke in Zwickau und Emden im Jahr 2031 aufgegeben werden.
Für den Standort Hannover ist eine Schließung im Jahr 2032 vorgesehen, während das Audi-Werk in Neckarsulm bis 2034 folgen könnte. Insbesondere für Zwickau mit seinen rund 8.000 Beschäftigten sei nach 2030 keine wettbewerbsfähige Fahrzeugproduktion mehr absehbar.
Dieser strukturelle Rückzug ist Teil einer umfassenden Sparstrategie, die den Abbau von bis zu 50.000 Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts vorsieht. Obwohl Blume betonte, dass es sich hierbei um keine fixe Zielgröße handele, verdeutlicht die Zahl die Dimension der Krise.
Parallel dazu plant Volkswagen, die Investitionen für den Zeitraum von 2027 bis 2031 massiv zu drosseln. Statt der bisher veranschlagten 180 Milliarden Euro sollen nur noch 135 Milliarden Euro investiert werden.
Überkapazitäten belasten die Wettbewerbsfähigkeit
Der Hauptgrund für den radikalen Kurs liegt in den massiven Überkapazitäten auf dem europäischen Markt. Laut Blume müssen die Kapazitäten um mehr als 500.000 Fahrzeuge pro Jahr reduziert werden, um die Fixkosten in den Griff zu bekommen. Zwar konnten die Fabrikkosten im Durchschnitt des Jahres 2025 bereits um 20 % gesenkt werden, doch reichten diese Fortschritte angesichts des intensiven Wettbewerbs im Bereich der Elektromobilität nicht aus.
Werksschließungen bezeichnete der Konzernchef zwar als die „teuerste und letzte Lösung“, sah jedoch aufgrund der Marktlage kaum Alternativen. Dieser Kurs stößt auf erheblichen Widerstand seitens der IG Metall und des Landes Niedersachsen. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren den geplanten Stellenabbau und fordern alternative Konzepte zur Auslastung der Werke.
Marktreaktion und bevorstehende Verhandlungen
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage des Wolfsburger Konzerns bereits seit geraumer Zeit wider. Die Volkswagen-Aktie schloss am gestrigen Freitag bei 74,84 Euro. Seit Beginn des laufenden Jahres hat das Papier damit rund 28 % an Wert verloren. Derzeit notiert der Kurs etwa 18 % unter seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was den anhaltenden Abwärtstrend der vergangenen Monate verdeutlicht.
Die kommende Woche markiert einen wichtigen Termin für das Unternehmen und seine Anteilseigner. Ab dem 25. August beginnen die Betriebsversammlungen an den betroffenen Standorten. In Wolfsburg und Hannover werden die Diskussionen bis zum 31. August andauern.
Besonders im Fokus steht der 26. August, wenn Oliver Blume persönlich in Zwickau erwartet wird, um die Pläne vor der Belegschaft zu rechtfertigen. Anleger dürften die Reaktionen der Arbeitnehmerseite genau beobachten, da die Umsetzung des Sparprogramms maßgeblich von den anstehenden Verhandlungen abhängt.
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