BMW Aktie: 30 Prozent China-Einbruch im Q2
BMW verzeichnet im zweiten Quartal 2026 einen deutlichen Absatzrückgang in China, während Europa und die USA Zuwächse erzielen. Die operative Marge wurde gesenkt.

Kurz zusammengefasst
- China-Auslieferungen um 30 Prozent gesunken
- Europa und USA legen deutlich zu
- Neuer iX3 soll Trendwende einleiten
- Aktie notiert nahe Jahrestief
30 Prozent weniger Autos in China. Das ist die Zahl, die BMW im zweiten Quartal 2026 am meisten schmerzt. Während der Konzern in Europa und den USA zulegt, bricht das einst wichtigste Wachstumsland regelrecht weg.
Die Auslieferungen der BMW Group sanken weltweit im zweiten Quartal um 4,9 Prozent auf 590.962 Fahrzeuge. Die Kernmarke BMW verlor 7,7 Prozent und kam auf 508.675 Einheiten. Rolls-Royce traf es mit einem Minus von 11,5 Prozent noch härter.
Der Einbruch in China ist kein BMW-spezifisches Problem. Auch Mercedes-Benz verzeichnete dort einen Rückgang von 8 Prozent, Volkswagen verlor 9 Prozent. Schwache Kauflust und ein härterer Wettbewerb durch heimische Hersteller setzen den deutschen Premiummarken in der Volksrepublik gleichermaßen zu.
Europa und USA fangen den Absturz nicht auf
In Europa lief es für BMW deutlich besser. Die Auslieferungen stiegen um 5,4 Prozent auf 260.173 Fahrzeuge. Deutschland legte sogar um 9,4 Prozent zu.
In den USA zeigte sich die Marke mit einem Plus von 13 Prozent auf 102.713 Fahrzeuge besonders stark. Ein wichtiger Treiber dabei: die Elektromobilität. In Europa kletterte der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge um 38 Prozent auf 81.445 Einheiten.
Konzernweit erreichte BMW im Elektrosegment 116.807 Auslieferungen, ein Plus von 5,2 Prozent. Mini steuerte mit einem Zuwachs von 17 Prozent auf 81.035 Fahrzeuge einen eigenen Erfolg bei. Die Zahlen zeigen: Der Westen trägt den Konzern derzeit — nicht China.
iX3 soll die Wende bringen
BMW setzt große Hoffnungen in die „Neue Klasse“. Für den neuen iX3 liegen bereits rund 100.000 Bestellungen vor. In China startet im August 2026 zur Chengdu Auto Show der Vorverkauf einer Langversion mit über 900 Kilometern Reichweite nach CLTC-Norm.
Die operativen Fortschritte ändern nichts an der angespannten Finanzlage. Bereits im Juni 2026 hatte BMW seine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die operative Marge senkte der Konzern von ursprünglich 4 bis 6 Prozent auf nur noch 1 bis 3 Prozent.
Aktie nah am Jahrestief
Die BMW-Aktie spürt den Druck deutlich. Am Freitag schloss das Papier bei 58,28 Euro, nur 2,14 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 57,06 Euro von Ende Juni. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 39,24 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 31,50 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 97,90 Euro aus dem Dezember 2025 fehlen mittlerweile über 40 Prozent. Auch der 200-Tage-Durchschnitt von 82,03 Euro liegt weit entfernt — die Aktie notiert fast 29 Prozent darunter.
Der RSI von 31,1 signalisiert eine überverkaufte Zone. Die Marktkapitalisierung liegt bei 35,38 Milliarden Euro, historisch niedrig gemessen an der Substanz des Konzerns. Zusätzlichen Druck auf die Branche bringt der angekündigte Stellenabbau bei Volkswagen samt möglicher Werksschließungen.
Der iX3-Vorverkauf in Chengdu im August wird zum ersten echten Test. Zeigt sich dort neue Nachfrage aus China, könnte das die Stimmung drehen. Bleibt die Schwäche bestehen, muss der Westen das China-Loch allein stopfen.
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