Volkswagen Aktie: Batterie-Allianz mit Gotion wächst
VW und Gotion vereinbaren Beteiligungen an Batterieprojekten in Europa und Marokko; behördliche Genehmigungen stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- Gotion zahlt 1,1 Milliarden Euro für Sagunto-Anteil
- PowerCo beteiligt sich an zwei Gotion-Anlagen
- Vereinbarungen benötigen behördliche Genehmigungen
- Rückruf betrifft weltweit rund 2,1 Millionen VW-Fahrzeuge
Volkswagen doppelt bei seinem chinesischen Batteriepartner Gotion nach — und trennt sich gleichzeitig von einem Teil seiner Beteiligung. Der Wolfsburger Konzern baut die Zusammenarbeit mit dem Batteriehersteller aus China aus, verkauft aber über die Sparte PowerCo hinaus rund 5,3 Prozent seiner Gotion-Anteile. VW China hielt zuletzt 24,45 Prozent des Eigenkapitals von Gotion und bleibt nach eigenen Angaben strategischer Investor.
Im Zentrum der neuen Vereinbarung stehen drei Gemeinschaftsunternehmen in Spanien, der Slowakei und Marokko. Die im Bau befindliche PowerCo-Fabrik im spanischen Sagunto nahe Valencia soll in ein Joint Venture umgewandelt werden — Gotion zahlt dafür rund 1,1 Milliarden Euro für eine Minderheitsbeteiligung von 49 Prozent.
Umgekehrt übernimmt PowerCo für etwa 470 Millionen Euro jeweils 49 Prozent an einer Gotion-Zellfabrik im slowakischen Surany sowie an einer neuen Kathodenmaterial-Anlage im marokkanischen Kenitra.
Europäische Batteriekette als Ziel
Die Investition soll den Aufbau einer europäischen Lieferkette für Elektroauto-Batterien beschleunigen. Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LFP, stehen dabei im Fokus — eine günstigere Alternative zu klassischen Nickel-Kobalt-Zellen, die vor allem im Einstiegssegment an Bedeutung gewinnt. Die Pläne stehen noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
PowerCo, 2022 als eigene Batteriesparte gegründet, hat mit dem Werk in Salzgitter Ende 2025 bereits die Produktion aufgenommen. Ein weiterer Standort entsteht im kanadischen St. Thomas. Beide Werke sind von der aktuellen Vereinbarung mit Gotion nicht betroffen.
Rückruf sorgt für Zusatzaufwand
Parallel zur Batterie-Nachricht beschäftigt ein Rückruf die Werkstätten. Betroffen sind Fahrzeuge mit Korrosion an einer Befestigungsverschraubung der Lenkung — ausgelöst durch Streusalz-Einwirkung über lange Nutzungsdauer.
In Deutschland betrifft das nach Unternehmensangaben rund 895.000 VW-Fahrzeuge, weltweit etwa 2,1 Millionen. Zusammen mit den Marken Audi und Seat kommen laut Kraftfahrt-Bundesamt bundesweit mindestens 950.000 Autos zusammen, darunter Modelle wie Tiguan, Touran und Golf Sportsvan aus den Baujahren 2013 bis 2024.
Weil die passende Ersatzschraube zu Beginn der Aktion nicht überall ausreichend vorrätig ist, dürfen Werkstätten übergangsweise eine andere Schraube verbauen. Die betroffenen Fahrzeuge müssen dann für eine zweite Reparatur erneut einbestellt werden, sobald das korrekte Bauteil verfügbar ist — ein Vorgehen, das ein VW-Sprecher als „sinnhaft“ bezeichnete. Personen- oder größere Sachschäden sind bislang nicht bekannt.
Die Aktie zeigte sich von beiden Themen bislang wenig beeindruckt und bewegte sich im Handel nahe der 72-Euro-Marke. Für die Batteriesparte PowerCo dürfte die Umsetzung der Joint Ventures über die kommenden Jahre bis 2030 der eigentliche Prüfstein werden.
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