Deutsche Telekom Aktie: Elliott baut Beteiligung auf

Elliott baut bei der Deutschen Telekom eine Beteiligung auf und stellt sich gegen eine mögliche T-Mobile-Fusion. Der Konzern erhöht Rückkäufe.

Felix Baarz ·
Abstrakte Darstellung moderner Telekommunikationsinfrastruktur und digitaler Vernetzung in einem Rechenzentrum. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Elliott positioniert sich gegen Fusion
  • Telekom prüft vollständige T-Mobile-Zusammenlegung
  • Rückkaufprogramm um drei Milliarden erweitert
  • Sprint-Rechtsstreit belastet strategische Debatte

Ein Machtkampf zwischen Aktivisten und Konzernführung beschäftigt derzeit die Deutsche Telekom. Elliott Investment Management hat einer Meldung von Bloomberg zufolge am vergangenen Wochenende eine bedeutende Beteiligung am Bonner Konzern aufgebaut. Der Aktivist signalisiert damit, dass er einer möglichen Fusion mit der US-Tochter T-Mobile US kritisch gegenübersteht und stattdessen auf größere Aktienrückkäufe drängt.

Hintergrund ist ein Bericht von Reuters, wonach die Deutsche Telekom die Möglichkeit einer vollständigen Zusammenlegung mit T-Mobile US prüft. Eine solche Kombination wäre die größte öffentliche Fusion der Firmengeschichte. Konkrete Beschlüsse gibt es bislang nicht – es handelt sich um ein geprüftes Szenario, gegen das sich neben Elliott offenbar auch Teile des T-Mobile-US-Managements stellen.

Die Deutsche Telekom hält nach Medienberichten eine Mehrheitsbeteiligung an T-Mobile US, während die Bundesregierung und die staatliche KfW-Bank zusammen gut ein Viertel der Telekom-Anteile kontrollieren – eine Konstellation, die politische Sensibilitäten in jede Entscheidung einbringt.

Aktie reagiert verhalten auf die Nachrichtenlage

Die Aktie zeigte seit Bekanntwerden der Elliott-Beteiligung keine größeren Ausschläge. Über die vergangenen sieben Handelstage steht ein moderates Minus von 0,4 Prozent zu Buche, auf Monatssicht liegt das Papier praktisch unverändert.

Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 1,4 Prozent, während der Titel binnen zwölf Monaten um 7,6 Prozent nachgegeben hat und rund 18 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro notiert. Die Kursreaktion legt nahe, dass der Markt die Elliott-Intervention bislang eher als Absicherung gegen ein Übernahmerisiko denn als unmittelbaren Kurstreiber wertet.

Operativ steht der Konzern derweil solide da. Im zweiten Quartal steigerte die Deutsche Telekom den Nettoumsatz auf 29,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 7,3 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro zu.

Der Vorstand hob daraufhin die Prognose für den freien Cashflow auf rund 20,0 Milliarden Euro an und stockte das laufende Rückkaufprogramm um bis zu 3 Milliarden Euro auf – Kapital, das nun auch als Argument gegen eine Fusion dient, sollte der Konzern Elliotts Forderung nach mehr Ausschüttungen statt Übernahme-Komplexität folgen.

Rechtsstreit um Sprint-Deal bleibt Belastungsfaktor

Neben der Fusionsdebatte hängt über der Telekom weiterhin ein älterer Rechtsstreit: Der Delaware Court of Chancery prüft mögliche Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Sprint-Übernahme aus dem Jahr 2020. Im Raum steht eine Schadensersatzforderung von 10,1 Milliarden Dollar, wobei niedrigere Schätzungen für Minderheitsaktionäre bei 3,6 Milliarden Dollar liegen.

Der Prozess ist für Oktober 2027 angesetzt und dürfte die strategische Debatte um T-Mobile US zusätzlich belasten, da ein negativer Ausgang die Bewertungsgrundlage jeder Fusionsdiskussion verändern würde.

Für Anleger bündeln sich damit mehrere offene Fragen: Ob der Konzern dem Druck von Elliott nachgibt, wie sich die Gemengelage aus politischer Beteiligung, US-Rechtsstreit und operativer Stärke auflöst, und ob am geplanten Investorentag im Oktober oder spätestens bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal am 5. November mehr Klarheit entsteht. Bis dahin dürfte die Aktie zwischen den widerstreitenden Szenarien Fusion und Kapitalrückgabe verharren.

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Deutsche Telekom Aktie

28,24 EUR

– 0,16 EUR -0,56 %
KGV 15,96
KUV 1,12
Sektor Kommunikationsdienste
Div.-Rendite 3,48 %
Marktkapitalisierung 135,95 Mrd. EUR
Ø Kursziel 36,93 EUR
ISIN: DE0005557508 WKN: 555750

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