Siemens Energy Aktie: 139,50 Euro nach SpaceX-Schreck

Trotz Kursrückgang bewerten JPMorgan, Deutsche Bank und Jefferies den SpaceX-Vorstoß als begrenztes Risiko für Siemens Energy.

Dieter Jaworski ·
Abstrakte Darstellung von Energietechnologie und Hochspannungsinfrastruktur vor einem dramatischen Morgenhimmel. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Siemens-Energy-Aktie fällt auf 139,50 Euro
  • SpaceX plant einzelne Gasturbinenbauteile
  • Drei Analysehäuser bestätigen Kaufurteile
  • Siemens Energy bis 2029 ausgebucht

Die Verunsicherung um mögliche SpaceX-Pläne im Gasturbinengeschäft hält Siemens Energy weiter in Atem. Am heutigen Dienstag rutschte die Aktie zeitweise auf 139,50 Euro und markierte damit den tiefsten Stand seit Mitte August, nachdem sie bereits am Vortag rund 5 Prozent verloren hatte. Zuletzt notierte das Papier bei 140,08 Euro.

Auslöser der Nervosität ist ein Bericht, wonach Elon Musks Raumfahrtunternehmen in die Fertigung von Gasturbinenkomponenten einsteigen will. Für Anleger klingt das zunächst nach einem neuen Konkurrenten im lukrativen Turbinengeschäft. Analysten sehen das jedoch differenzierter.

JPMorgan und Deutsche Bank widersprechen der Verkaufslogik

JPMorgan-Analyst Phil Buller ordnet die Meldung als eher positives Signal ein. SpaceX wolle lediglich einzelne Bauteile wie Lauf- und Leitschaufeln fertigen, nicht in den Markt für komplette Gasturbinen eintreten. Ein neuer Zulieferer für Komponenten sei kein Angriff auf das Kerngeschäft der etablierten Hersteller. JPMorgan bestätigt die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro.

Auch Gael de-Bray von der Deutschen Bank hält die Pläne für weniger bedrohlich als zunächst befürchtet und bekräftigt die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 210 Euro.

Jefferies äußerte sich bereits am Montag ähnlich und beließ sein „Buy“-Rating mit Kursziel 215 Euro bestehen: Der Vorstoß von SpaceX zeige vor allem, wie groß die Nachfrage nach Gasturbinenkapazität mittlerweile ist – kurzfristig erwarte man daraus keine Preiswirkung für Siemens Energy.

Ein Argument, das in mehreren Einschätzungen wiederkehrt: Die SpaceX-Pläne beträfen ohnehin nur rund 10 Prozent der Konzernumsätze. Das operative Kerngeschäft mit kompletten Kraftwerksturbinen bleibt davon nach Ansicht der Analysten weitgehend unberührt.

Auftragsbücher bis 2029 gefüllt

Der Kontext hinter der Nervosität ist eine Branche, die ohnehin an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Lieferzeiten für Gasturbinen liegen inzwischen bei über vier Jahren, und Siemens Energy ist nach Brancheninformationen bis 2029 ausgebucht.

Der Wettbewerber GE Vernova wies zur Jahresmitte einen Auftragsbestand von 116 Gigawatt aus. Diese Knappheit erklärt, warum ein zusätzlicher Zulieferer für Bauteile die Nachfragesituation kaum verändert – die Nachfrage nach kompletten Anlagen übersteigt das verfügbare Angebot ohnehin deutlich.

Der Kurseinbruch der vergangenen Tage lässt sich damit eher als Überreaktion auf Schlagzeilen denn als fundamentale Neubewertung lesen. Mit Kurszielen von 210 bis 245 Euro sehen JPMorgan, Deutsche Bank und Jefferies weiterhin deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kursniveau. Die Aktie bleibt damit trotz der jüngsten Schwäche für die drei Häuser ein klarer Kaufkandidat.

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Siemens Energy Aktie

139,76 EUR

– 2,42 EUR -1,70 %
KGV 46,16
KUV 3,06
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 0,47 %
Marktkapitalisierung 120,13 Mrd. EUR
Ø Kursziel 196,52 EUR
ISIN: DE000ENER6Y0 WKN: ENER6Y

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