BioNTech Aktie: 118,1 Millionen Euro Umsatz im Quartal

Moderna zeigt Interesse an BioNTech-Fertigungsstätten. Der Mainzer Konzern fährt das Corona-Geschäft zurück und fokussiert sich auf die Krebsforschung.

Felix Baarz ·
BioNTech Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Moderna erwägt Kauf von BioNTech-Werken
  • Umsatz im Impfstoffgeschäft sinkt deutlich
  • Strategischer Fokus wechselt zur Onkologie
  • Aktienkurs unter Druck trotz Analystenoptimismus

Der Mainzer Biotechkonzern BioNTech gerät wegen eines möglichen Eigentümerwechsels bei Teilen seiner Fertigung in den Fokus. Der US-Konkurrent Moderna prüft laut einem Bericht die Übernahme deutscher BioNTech-Werke. Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der BioNTech sein Corona-Geschäft deutlich zurückfährt und sich strategisch neu ausrichtet.

Rückläufiges Impfstoffgeschäft belastet Zahlen

Die einstige Cash-Cow von BioNTech schrumpft weiter: Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 118,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 35,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Rückzug aus dem Massengeschäft mit Corona-Impfstoffen erklärt, warum überschüssige Produktionskapazitäten in Deutschland nun offenbar zur Disposition stehen. Für Moderna, das selbst unter schrumpfender Nachfrage nach mRNA-Impfstoffen leidet, könnten deutsche Fertigungsstätten dennoch attraktiv sein – etwa zur Kostensenkung oder zur Absicherung der europäischen Marktversorgung.

Finanziell steht BioNTech trotz der Umsatzdelle solide da: Das Unternehmen verfügt über eine Liquidität von 16,8 Milliarden Euro. Diese Kriegskasse gibt dem Konzern Zeit, den Umbau in Richtung Onkologie voranzutreiben, ohne kurzfristig unter Finanzierungsdruck zu geraten. Genau dieser Umbau ist der eigentliche Grund für den Kapazitätsabbau im Impfstoffgeschäft: Ressourcen und Fokus verschieben sich zunehmend auf die Krebsforschung.

Kurs unter Druck, Analysten bleiben zuversichtlich

An der Börse zeigt sich der strategische Umbruch in einem angeschlagenen Chartbild. Die Aktie notiert aktuell bei 79,20 Euro und verliert im heutigen Handel 1,19 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 105,80 Euro, das die Aktie noch im Januar erreicht hatte, klafft mittlerweile eine Lücke von 25,14 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei 19,97 Milliarden Euro – ein Wert, der die hohe Liquiditätsausstattung des Konzerns relativiert, aber auch zeigt, wie stark der Markt die Wachstumsperspektiven nach dem Ende des Corona-Booms neu bewertet.

Trotz der Kursschwäche halten Analysten an ihrer positiven Einschätzung fest. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 127,65 US-Dollar und damit deutlich über dem aktuellen Niveau. Die Diskrepanz zwischen Analystenerwartung und Börsenkurs signalisiert, dass der Markt der Oncology-Strategie noch nicht in vollem Umfang traut – ein Muster, das sich bei BioNTech seit dem Ende des Pandemiegeschäfts wiederholt zeigt.

Strategischer Spagat zwischen Rückbau und Neuausrichtung

Der mögliche Verkauf von Werken an einen direkten Wettbewerber wie Moderna wirft Fragen zur künftigen Produktionsstrategie von BioNTech auf. Einerseits entlastet ein solcher Schritt die Kostenbasis in einem schrumpfenden Geschäftsfeld. Andererseits bedeutet er auch, dass BioNTech einen Teil seiner industriellen Basis in Deutschland aus der Hand gibt – ausgerechnet in einer Phase, in der das Unternehmen versucht, sich als führender Onkologie-Anbieter zu etablieren.

Für Anleger bleibt die Gemengelage unübersichtlich: Solide Bilanz und hohe Analystenkursziele stehen einem schwachen Chart und einem schrumpfenden Kerngeschäft gegenüber. Ob die milliardenschwere Liquiditätsreserve reicht, um den Umbau ohne weitere Einschnitte bei Personal oder Produktionskapazität zu stemmen, dürfte sich erst zeigen, wenn konkrete Fortschritte aus der Onkologie-Pipeline vorliegen.

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BioNTech Aktie

79,40 EUR

– 0,75 EUR -0,94 %
KGV 0,00
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 0,00 %
Marktkapitalisierung 19,97 Mrd. EUR
ISIN: US09075V1026 WKN: A2PSR2

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