OHB SE Aktie: Starlink-Debatte treibt Kurs um 11 Prozent
OHB gewinnt durch Europas Streben nach unabhängigen Satellitensystemen und bestätigtem Analysten-Kursziel an Aufmerksamkeit.

Kurz zusammengefasst
- Aktie legt am Freitag elf Prozent zu
- NuWays bestätigt Kaufurteil und Kursziel
- IRIS²-Auftragsvolumen nahe einer Milliarde Euro
- OHB startet zweijährige Klimaforschungsstudie
Im Fahrwasser einer neu entfachten Diskussion über die strategische Unabhängigkeit europäischer Satellitennetze legten die Papiere der OHB SE am Freitag kräftig zu.
Nach Berichten über Einschränkungen beim militärischen Einsatz des US-Dienstes Starlink in der Ukraine wuchsen am Markt die Erwartungen an eine beschleunigte europäische Eigenständigkeit im Weltraum. Die Aktie des Bremer Raumfahrtkonzerns rückte am Freitag im SDAX um 11 Prozent auf einen Schlusskurs von 192,00 Euro vor.
Geopolitische Impulse für europäische Raumfahrtkapazitäten
Verstärkt wurde der Aufwärtstrend von Reuters-Meldungen über die ukrainischen Erfahrungen mit privaten US-Satellitendiensten sowie wachsenden Zweifeln an der Verlässlichkeit künftiger US-Hilfen. Medienberichten zufolge gilt OHB neben Eutelsat als einer der Kernakteure, die von einem forcierten Ausbau staatlich gestützter Systeme in Europa profitieren könnten.
Parallel dazu stützten Branchenkommentare die Stimmung im gesamten europäischen Verteidigungs- und Luftfahrtsektor. Laut der Nachrichtenagentur dpa-AFX sorgten Einschätzungen des Analysehauses Morgan Stanley zu potenziell höheren Vergaben aus dem deutschen Verteidigungshaushalt für zusätzlichen Schub. Der Sektor profitierte damit über mehrere Segmente hinweg von veränderten verteidigungspolitischen Prioritäten.
NuWays sieht erhebliches Kurspotenzial
Rückenwind erhielt der Titel am Freitag zudem von der NuWays AG. Analyst Simon Keller bestätigte die Einstufung „BUY“ und behielt das 12-Monats-Kursziel von 340 Euro bei. In seiner Analyse verwies Keller auf die mittel- und langfristige Pipeline für den Satellitenbauer.
Wesentliche Treiber sind dabei das europäische Großprojekt IRIS², für das ein Auftragsvolumen von nahezu 1 Milliarde Euro im Raum steht, sowie künftige Beschaffungen im Rahmen des Sentinel-Programms und des militärischen Kommunikationssystems SATCOMBw 4. Zudem rechnet das Analysehaus mit solidem Wachstum im dritten Quartal, das die operative Erholung untermauern soll.
Wissenschaftliche Aufträge ergänzen das Kerngeschäft
Abseits der rüstungs- und sicherheitspolitischen Großvorhaben meldete das Bremer Unternehmen am Donnerstag Fortschritte in der wissenschaftlichen Raumfahrt. Zusammen mit dem Alfred-Wegener-Institut und der Universität Exeter startete OHB im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA die zweijährige Forschungsstudie EO4TIPP.
Das Projekt untersucht Möglichkeiten künftiger Erdbeobachtungssysteme, um kritische Veränderungen und Kipppunkte im globalen Klimasystem frühzeitig zu erfassen.
Zwar nannten die Partner für diese Vorstudie keine finanziellen Details, doch unterstreicht der Auftrag die wissenschaftliche Verankerung des Unternehmens in institutionellen europäischen Programmen. Trotz des jüngsten Kurssprungs notiert das Papier mit einem Abstand von 72 Prozent weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 688,00 Euro.
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