Rocket Lab Aktie: 200 Millionen Rekordumsatz, 45 Millionen Verlust
Rocket Lab verzeichnet Rekordumsatz und Auftragsbestand, kämpft aber weiter mit operativen Verlusten. Die hohe Aktienbewertung birgt erhebliches Risiko.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz steigt auf Rekordniveau
- Nettoverlust von 45 Millionen Dollar
- Neue Neutron-Rakete als Hoffnungsträger
- Aktie verliert in einer Woche 22 Prozent
Rekordaufträge treffen auf rote Zahlen. Bei Rocket Lab klaffen Börsenfantasie und harte Bilanzrealität derzeit weit auseinander. Auf Jahressicht schoss der Kurs um mehr als 300 Prozent nach oben. Aktuell notiert das Papier bei knapp 99 Euro. Ein genauer Blick auf die Kapitalrendite offenbart das eigentliche Risiko.
Die Raumfahrtbranche verlor in den vergangenen drei Monaten leicht an Wert. Rocket Lab legte im gleichen Zeitraum massiv zu. Das Problem: Die Rendite auf das eingesetzte Kapital bleibt negativ. Investoren bezahlen aktuell ausschließlich für zukünftige Erfolge. Echte Gewinne fehlen. Das erklärt auch den jüngsten Rücksetzer. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor die Aktie über 22 Prozent an Wert.
Rekordumsatz trifft auf Millionenverlust
Die nackten Wachstumszahlen stützen den Optimismus. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Umsatz um gut 63 Prozent. Er erreichte einen Rekordwert von rund 200 Millionen US-Dollar. Parallel dazu wuchs der Auftragsbestand auf 2,2 Milliarden Dollar an.
Soweit so gut. Die Kehrseite der Medaille zeigt sich beim operativen Geschäft. Der Nettoverlust lag im Auftaktquartal bei 45 Millionen Dollar. Die operativen Ausgaben stiegen massiv an. Sie erreichten über 132 Millionen Dollar. Vor allem Forschung und Entwicklung verschlingen enorme Summen.
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Die Wette auf die neue Rakete
Ein Großteil der Hoffnungen ruht auf der neuen Trägerrakete Neutron. Im Mai sicherte sich das Unternehmen den größten Auftrag der Firmengeschichte. Ein vertraulicher Kunde buchte fünf Neutron- und drei Electron-Starts. Die Missionen sind für die Jahre 2026 bis 2029 geplant.
Das treibt die Fantasie der Anleger. Der Haken: Die Neutron-Rakete hat ihren Jungfernflug noch gar nicht absolviert. Dieser ist für Ende 2026 angesetzt. Das Management meldete zuletzt Fortschritte bei der Triebwerksentwicklung. Die hohe Bewertung lässt allerdings kaum Spielraum für Verzögerungen.
Das Setup bleibt extrem fehleranfällig. Die annualisierte Volatilität von 133 Prozent unterstreicht die Nervosität im Markt. Rocket Lab muss nun den gewaltigen Auftragsbestand in echtes Geld verwandeln. Gelingt es dem Management nicht, die operativen Verluste zeitnah zu senken, droht ein weiterer Abverkauf. Der Jungfernflug der Neutron-Rakete Ende des Jahres wird zum entscheidenden Lackmustest.
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