Commerzbank Aktie: Verdacht auf Scheinandienung bei 10,95%
Commerzbank bezweifelt offizielle Annahmequote von UniCredit und meldet Verdacht auf manipulierte Andienungen an die BaFin.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit meldet 10,95 Prozent Annahmequote
- Commerzbank findet keine institutionellen Andienungen
- Leihaktivität bei Aktien stark gestiegen
- BaFin soll Vorwürfe prüfen
Die Übernahmeschlacht zwischen UniCredit und Commerzbank bekommt eine neue Dimension. Das Frankfurter Institut wirft der italienischen Großbank vor, die gemeldete Annahmequote durch ungewöhnliche Transaktionen künstlich aufgebläht zu haben — und schaltet die BaFin ein.
Annahmequote steigt, aber kein Investor ist zu finden
Am 10. Juni 2026 meldete UniCredit eine Annahmequote von 10,95 Prozent. Das klingt nach einem Fortschritt. Allerdings konnte die Commerzbank auf Basis ihrer internen Aktionärsdaten keinen einzigen institutionellen Investor identifizieren, der Aktien angedient hat. Privataktionäre steuerten lediglich rund 0,05 Prozent bei. Die Lücke zwischen gemeldetem Wert und nachvollziehbaren Andienungen ist erheblich.
Hinzu kommt ein auffälliger Befund am Wertpapierleihemarkt. Seit Ankündigung des Übernahmeangebots hat sich die Leihaktivität bei Commerzbank-Aktien mehr als verzehnfacht. Das Management wertet dies als Indiz dafür, dass die angedienten Aktien fast ausschließlich von UniCredit-nahen Parteien stammen. Besonders pikant: Am 9. Juni 2026 lag der Aktienkurs rund sechs Prozent über dem impliziten Angebotspreis. Wer zu diesem Zeitpunkt andient, verzichtet auf Geld. Das ergibt nur Sinn, wenn es versteckte Kompensationsvereinbarungen gibt.
Commerzbank fordert Offenlegung
Die Commerzbank fordert UniCredit auf, die wesentlichen Elemente ihrer Absicherungs- und Derivatvereinbarungen offenzulegen. Alle Erkenntnisse leitet das Institut fortlaufend an die BaFin weiter. Management und Aufsichtsrat bekräftigen ihre Empfehlung an die Aktionäre: das Angebot ablehnen. Den höheren Wert sehen sie in der eigenständigen Strategie.
Die Aktie schloss am Freitag bei 36,76 Euro — ein Plus von 1,63 Prozent auf Tagesbasis. Seit Jahresanfang liegt das Papier nahezu unverändert, über zwölf Monate hat es rund 32 Prozent zugelegt.
Der Ball liegt nun bei der BaFin. Bestätigt die Aufsicht den Verdacht auf nicht offengelegte Kompensationsvereinbarungen, droht UniCredit eine erhebliche regulatorische Reaktion — und die bisher gemeldeten Annahmequoten könnten neu bewertet werden.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 14. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...