Nemetschek Aktie: 33,48 Prozent YTD-Verlust trotz Wachstum
Nemetschek verzeichnet operative Fortschritte, der Aktienkurs bleibt jedoch nahe dem Jahrestief. Analysten sehen deutliches Kurspotenzial.

Kurz zusammengefasst
- Aktie nahe am Jahrestief
- Umsatz und Gewinn gestiegen
- Analysten sehen Aufwärtspotenzial
- Abwärtstrend technisch intakt
Nemetschek liefert operativ Wachstum, am Markt kommt davon wenig an. Die Aktie klebt nahe am Jahrestief, während viele Analysten deutlich höhere Kurse sehen. Genau diese Lücke macht den Titel derzeit so schwer zu lesen.
Schwacher Trend trotz TecDAX-Umfeld
Zum Wochenauftakt gehörte Nemetschek zu den schwächeren Werten im TecDAX. Der Montagsschluss lag bei 60,10 Euro, auf Monatssicht steht ein Minus von 9,62 Prozent. Seit Jahresanfang hat die Aktie 33,48 Prozent verloren.
Damit bleibt der kurzfristige Chart angeschlagen. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 57,60 Euro beträgt nur 4,34 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 137,90 Euro ist der Titel inzwischen weit entfernt.
Das ist mehr als eine normale Schwächephase. Die Aktie notiert klar unter wichtigen Durchschnittslinien, der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 30,50 Prozent. Für viele technisch orientierte Marktteilnehmer ist das ein Hinweis auf einen intakten Abwärtstrend.
Analysten sehen weiter Potenzial
Auffällig bleibt die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und Analystenbild. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 93,38 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Niveau. Goldman Sachs, Jefferies und Berenberg führen den Wert weiter mit „Buy“, JP Morgan bewertet ihn mit „Overweight“.
Ganz einheitlich ist das Bild aber nicht. Die UBS hatte Ende April eine „Sell“-Einschätzung veröffentlicht. Damit steht dem optimistischen Konsens zumindest eine prominente Gegenposition gegenüber.
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Der Kern des Problems liegt weniger in der aktuellen Geschäftsentwicklung als in der Bewertung des weiteren Pfads. Softwarewerte reagieren empfindlich, wenn Wachstum, Margen oder Bewertungsniveau neu eingeordnet werden. Bei Nemetschek kommt hinzu, dass die Aktie nach dem starken Vorjahr nun sichtbar Vertrauen zurückgewinnen muss.
Zahlen stützen das operative Bild
Fundamental gibt es Argumente für die positive Sicht vieler Häuser. Im ersten Quartal stieg der Umsatz um 10,71 Prozent auf 313,09 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 282,81 Millionen Euro.
Auch beim Gewinn je Aktie zeigte sich Fortschritt. Das EPS kletterte auf 0,52 Euro, nach 0,39 Euro ein Jahr zuvor. Für das Gesamtjahr erwarten Analysten im Schnitt 2,34 Euro je Aktie.
Damit bleibt Nemetschek operativ auf Wachstumskurs. Der Markt honoriert das derzeit aber nicht. Das spricht für eine Vertrauensfrage: Reicht das Wachstum aus, um die hohe frühere Bewertung wieder zu rechtfertigen?
Der nächste konkrete Prüfpunkt sind die Zahlen zum zweiten Quartal, die im Juli erwartet werden. Bis dahin dürfte vor allem der Bereich um das Jahrestief wichtig bleiben: Stabilisiert sich die Aktie darüber, könnte der Abstand zu den Analystenzielen wieder stärker ins Blickfeld rücken. Fällt diese Zone, bleibt der Abwärtstrend das dominierende Signal.
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