IperionX Aktie: Kassensturz nach Rekordquartal
Im September-Quartal fertigte IperionX 8,7 Tonnen Titanpulver; verfügbare Mittel einschließlich Erstattungen beliefen sich auf rund 96,7 Millionen Dollar.

Kurz zusammengefasst
- Titanpulver-Ausstoß mehr als versechsfacht
- GenX steigert Durchsatz auf das Sechsfache
- US-Armee vergibt Folgeauftrag für Titanschrauben
- Wechsel zur texanischen Muttergesellschaft geplant
IperionX liefert im September-Quartal die Zahlen, auf die der Markt gewartet hat: Die Titanpulver-Produktion hat sich im Vergleich zum Vorquartal mehr als versechsfacht, die Kasse ist deutlich besser gefüllt. Heute kündigte das Unternehmen zudem ein Investor-Webinar mit Gründer und CEO Taso Arima an.
Produktion läuft im Dauerbetrieb
Das Unternehmen produzierte 8,7 Tonnen Titanpulver nach 1,4 Tonnen im Juni-Quartal. Die HAMR-Öfen laufen rund um die Uhr, die Kapazität ist nach Unternehmensangaben oberhalb der Zielmarke von 200 Tonnen pro Jahr validiert. Das Pulver erfüllt die Spezifikationen für Grade-5-Titan. Auf Lager liegen 19 Tonnen Fertigpulver und 207 Tonnen Titanschrott als Rohstoff.
Ein Engpass fällt weg: Der erste von zwei zusätzlichen Sinteröfen läuft, der zweite soll im Dezemberquartal in Betrieb gehen. Damit wandert der Fokus vom Pulver zu fertigen Bauteilen. Die Schrauben fertigt IperionX inzwischen weitgehend selbst in Virginia, 1.500 Stück sind bereits gebaut.
Technisch interessant ist die neue GenX-Plattform für kontinuierliche Produktion. Sie erreichte im Vergleich zum Batch-Verfahren den sechsfachen Durchsatz und senkte den Stromverbrauch um mehr als 75 Prozent. Die aktuelle Anlage entspricht einer Jahresrate von rund 100 Tonnen.
Aufträge und Liquidität
Beim Kunden US-Militär geht es voran. Die Armee vergab einen Folgeauftrag für Titanschrauben an Geländefahrzeugen, unabhängige Tests sehen sie über der Leistung von Stahl der Güteklasse SAE Grade 8. Für Task Order 2 liegt der Basiswert bei 18,5 Millionen Dollar, bis zu 25,4 Millionen Dollar sind mit Optionen möglich. Davon sind bisher 11,5 Millionen Dollar finanziert. Unter dem Rahmenvertrag über 99 Millionen Dollar bleiben 79,2 Millionen Dollar Spielraum.
Für Navy-Pumpenhersteller sind alle Titanteile gefertigt und im Kundentest. Zudem baut das Unternehmen Geschäft mit Barren und Stangen auf. Bei Titanhalbzeugen sind die Lieferzeiten im US-Markt mit rund 20 Monaten lang.
Finanziell steht IperionX besser da: Die Kasse wuchs auf 63,0 Millionen Dollar, nach 35,2 Millionen Dollar Ende Juni. Mit staatlichen Erstattungszusagen ergibt sich verfügbare Liquidität von etwa 96,7 Millionen Dollar. Den Anstieg trägt eine Kapitalerhöhung im Juli über rund 50 Millionen Dollar zu 21,98 Dollar je ADS. Der operative Mittelabfluss lag bei 12,6 Millionen Dollar.
Strukturelle Weichen
Das Atlas-Titan-Projekt rückt näher an die Wirtschaftlichkeit. Die Machbarkeitsstudie weist einen Kapitalwert nach Steuern von 813 Millionen Dollar aus, die Übernahme angrenzender Atlas-Flächen für 3 Millionen Dollar ist abgeschlossen. Außerdem plant IperionX den Wechsel zu einer texanischen Muttergesellschaft mit direkter Nasdaq-Notierung. Aktionäre, Gerichte und Behörden müssen dem noch zustimmen.
Am 2. November um 18:00 Uhr US-Ostküstenzeit, in Australien am 3. November, stellt sich Arima den Investoren. Dort dürfte es um Zeitplan und Umsatzperspektive der Bauteilfertigung gehen.
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