AbbVie Aktie: Jahresziele sind nach oben geschraubt
Skyrizi und Rinvoq treiben AbbVies Wachstum, während Humira nachgibt; zugleich steigen die Gewinnspanne für 2026 und die Quartalsdividende.

Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz steigt um 10,3 Prozent
- Skyrizi und Rinvoq wachsen deutlich
- Humira-Umsatz sinkt um 31,2 Prozent
- Verwaltungsrat beschließt höhere Quartalsdividende
AbbVie liefert im dritten Quartal ab und schraubt die Jahresziele nach oben. Getragen wird das Wachstum von den Immunologie-Blockbustern Skyrizi und Rinvoq, während Humira weiter Federn lässt. Für Aktionäre gibt es obendrein eine höhere Dividende.
Solides Quartal, leichte Beats
Der Umsatz stieg um 10,3 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro, genauer: 17,404 Milliarden Dollar. Das lag knapp über der Erwartung von rund 17,36 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,82 Dollar, acht Cent mehr als prognostiziert. Im Vorjahresquartal waren es nur 1,86 Dollar, damals belasteten allerdings hohe Einmalaufwendungen für zugekaufte Forschungsprojekte.
Die bereinigte operative Marge lag bei 48,7 Prozent. Nach GAAP-Rechnung blieben 2,37 Dollar je Aktie.
Skyrizi und Rinvoq tragen
Die Immunologie steuerte 9,165 Milliarden Dollar bei, ein Plus von gut 16 Prozent. Skyrizi legte um 22,7 Prozent auf 5,776 Milliarden Dollar zu, Rinvoq um 23,9 Prozent auf 2,706 Milliarden Dollar. Humira schrumpfte dagegen um 31,2 Prozent auf 683 Millionen Dollar.
Die Neurowissenschaften wuchsen sogar um 19,4 Prozent. Qulipta (plus 38,2 Prozent) und Vraylar (plus 14,3 Prozent) liefen gut, Vyalev verdoppelte seinen Umsatz mehr als.
Schwächer zeigten sich Onkologie mit einem Plus von lediglich 0,8 Prozent und Ästhetik mit einem Minus von 1,4 Prozent. Imbruvica brach um 26,1 Prozent ein, Juvederm verlor 11,9 Prozent.
Ausblick und Dividende
Für 2026 erwartet AbbVie nun einen bereinigten Gewinn je Aktie von 13,95 bis 13,99 Dollar, zuvor lag die Spanne bei 13,76 bis 13,96 Dollar. Die Analystenerwartung von 13,95 Dollar liegt damit am unteren Ende der neuen Spanne. Die Prognose enthält Belastungen von 0,69 Dollar je Aktie durch zugekaufte Forschung bis zum dritten Quartal. Spätere Posten sind nicht eingerechnet.
Die Quartalsdividende steigt von 1,73 auf 1,82 Dollar je Aktie, ein Plus von rund 5,2 Prozent. Der Verwaltungsrat hat dies beschlossen, die erste Zahlung erfolgt am 16. Februar 2027 an Aktionäre, die am 15. Januar 2027 im Register stehen.
Pipeline liefert Nachschub
Der Konzern hat die Übernahme von Apogee Therapeutics abgeschlossen und damit Kandidaten gegen Neurodermitis und Asthma ins Haus geholt. Die US-Zulassungsbehörde FDA genehmigte zudem Juvmo (Tavapadon) bei Parkinson sowie Skyrizi zur subkutanen Einleitungstherapie bei Morbus Crohn.
Für Etentamig bei Multiplem Myelom liegt ein Zulassungsantrag vor. Lutikizumab erreichte in einer Phase-3-Studie bei Hidradenitis suppurativa den primären Endpunkt, Zulassungsanträge sind für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Die Aktie schloss zuletzt bei 290,79 Dollar und legte in drei Monaten knapp 16 Prozent zu. Auffällig bleibt, dass in den vergangenen 90 Tagen 14 Gewinnschätzungen gesenkt und nur 4 angehoben wurden. Der Quartalsbericht dürfte dieses Bild nun drehen.
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