Nokia Aktie: Sparkurs trifft Finnland
Der geplante Stellenabbau begleitet Nokias Kostensenkung und den Ausbau von KI- und Cloud-Geschäften.

Kurz zusammengefasst
- 253 Stellen in Finnland zur Disposition
- Gespräche mit Arbeitnehmervertretern starten am 12. Oktober
- Kostensenkungsziel liegt bei 1,2 Milliarden Euro
- KI- und Cloud-Geschäft mehr als verdoppelt
Nokia plant in der Heimat die nächste Abbaurunde. In Finnland könnten 253 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem an den Standorten Espoo, Tampere und Oulu. Die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern sollen am 12. Oktober beginnen. Zeitgleich treibt der Konzern den Umbau hin zu KI und Cloud voran.
Größte Runde des Jahres in Finnland
Die neue Welle fällt deutlich größer aus als die Maßnahmen zu Jahresbeginn. Damals standen zunächst bis zu 156 Stellen zur Disposition, am Ende sollten höchstens 121 wegfallen. Nokia beschäftigt in Finnland derzeit rund 6.600 Menschen.
Die Standorte haben unterschiedliche Schwerpunkte. Espoo beherbergt den Hauptsitz und große Entwicklungsbereiche. Tampere ist auf System-on-Chip-Technologien spezialisiert, Oulu gilt als wichtiger Standort für Mobilfunktechnik und 6G.
Die Kürzungen gehören zum Kostensenkungsprogramm, das Nokia 2023 aufgelegt hat. Bis Ende 2026 soll die jährliche Kostenbasis um 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro sinken. Die Belegschaft sollte konzernweit von rund 86.000 auf 72.000 bis 77.000 Beschäftigte schrumpfen.
Einsparungen laufen schneller als geplant
Mit den Zahlen zum zweiten Quartal erklärte Nokia, beim ursprünglichen Programm das obere Ende der Spanne anzupeilen. Das entspricht 1,2 Milliarden Euro. Zusätzlich startete der Konzern weitere Restrukturierungen, vor allem in Europa. Dafür fallen 2026 rund 200 Millionen Euro an Mehrkosten an, die gesamten Restrukturierungsbelastungen des Jahres sollen bei etwa 800 Millionen Euro liegen.
Der Sparkurs finanziert den Schwenk in wachstumsstärkere Felder. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf vergleichbarer Währungsbasis um neun Prozent. Das Geschäft mit KI- und Cloud-Kunden verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr mehr als. Network Infrastructure wuchs währungsbereinigt um zwölf Prozent, Optical Networks um 20 Prozent.
Der Abbau wirkt damit weniger wie ein Krisensignal, sondern eher wie ein strategischer Umbau. Ob er dauerhaft höhere Margen bringt, ohne die Technologiekompetenz an den Forschungsstandorten zu schwächen, ist die zentrale Frage für die Aktie.
Am Mittwoch gab das Papier zeitweise nach. Auf Tradegate notierte es zuletzt gut drei Prozent im Minus bei rund 9,46 Euro. Mit dem Verhandlungsstart am 12. Oktober beginnt die nächste konkrete Etappe des Abbaus in Finnland.
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