XRP: 12,3 Millionen Zuflüsse im Juli
Die ETF-Zuflüsse für XRP sind auf den niedrigsten Stand seit April gefallen. Der Rückzug von Goldman Sachs und ausbleibende frische Gelder belasten den Kurs.

Kurz zusammengefasst
- ETF-Zuflüsse auf Jahrestief gefallen
- Goldman Sachs stieg komplett aus
- Cup-and-Handle-Muster deutet Bodenbildung an
- Kurs 21 Prozent unter 200-Tage-Linie
XRP kämpft seit Wochen mit derselben Frage: Wo bleiben die institutionellen Käufer? Der Kurs pendelt bei 1,10 US-Dollar, nur wenige Cent über dem 52-Wochen-Tief. Die sieben US-Spot-ETFs auf den Token liefern darauf eine deutliche Antwort.
ETF-Zuflüsse auf Jahrestief
Die Fonds haben laut SoSoValue-Daten in den vergangenen drei Handelstagen keinen einzigen Dollar an frischem Kapital eingesammelt. Im Juli kamen bislang nur 12,3 Millionen Dollar hinzu – der schwächste Monatswert seit April. Im Mai flossen noch 131 Millionen Dollar in die Produkte, im Juni waren es 59 Millionen Dollar.
Insgesamt verwalten die sieben Fonds mittlerweile 997 Millionen Dollar. Seit ihrem Start haben sie kumuliert 1,4 Milliarden Dollar eingesammelt. Die Verlangsamung zeigt: Die Euphorie der ersten Monate ist einer deutlich vorsichtigeren Stimmung gewichen.
Der Fall Goldman Sachs
Ein Ereignis aus dem vergangenen Winter prägt bis heute, wie Analysten institutionelle XRP-Wetten lesen. Goldman Sachs meldete damals eine XRP-ETF-Position von rund 154 Millionen Dollar. Die Bank wurde damit kurzzeitig zum größten offengelegten institutionellen Halter der Produkte – mit einem Anteil von fast 73 Prozent an allen institutionellen XRP-ETF-Beständen.
Die nächste Pflichtmeldung erzählte eine andere Geschichte. Bis März 2026 hatte Goldman den gesamten Bestand abgebaut, der Bericht wies null XRP-ETF-Positionen aus. Parallel erhöhte die Bank ihre Investments in Krypto-nahe Aktien wie Circle, Galaxy Digital und Coinbase, teils um bis zu 249 Prozent.
Bloomberg-Analysten ordnen den ursprünglichen Aufbau der Position nicht als strategische Überzeugung ein. Sie werten ihn als reine Handelsdesk-Aktivität zur Kundenabwicklung. Der spätere Komplettausstieg bestätigt diese Lesart nachträglich.
Der Markt verkraftete den Rückzug erstaunlich gut. In der Woche nach Goldmans Ausstieg flossen den XRP-ETFs netto 60,49 Millionen Dollar zu. UBS, Bank of America und die Royal Bank of Canada meldeten seither eigene, deutlich kleinere XRP-ETF-Positionen. Keine davon erreicht bislang Goldmans frühere Größenordnung.
Charttechnik gegen Flussdaten
Charttechniker sehen trotz der schwachen Zuflüsse eine mögliche Bodenbildung. Seit Anfang Juli zeichnet der Kurs ein sogenanntes Cup-and-Handle-Muster: eine runde Erholung, gefolgt von einer kleinen Konsolidierung. Diese läuft seit dem 21. Juli und würde als „Griff“ des Musters passen – ein klassisches Signal vor einem möglichen Ausbruch.
Der Token bewegt sich aktuell 21,26 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Das unterstreicht den langfristigen Abwärtstrend, trotz der kurzfristigen Seitwärtsbewegung. Die Flussdaten aus dem ETF-Markt liefern für die charttechnische Zuversicht bislang keine Bestätigung.
Der Goldman-Fall zeigt ein Muster, das die XRP-Berichterstattung prägen dürfte: Pflichtmeldungen von Banken erfassen nur eine Momentaufnahme. Wer nur die erste Meldung liest, überschätzt leicht die tatsächliche institutionelle Überzeugung hinter einer Position.
Mit den schwächsten ETF-Zuflüssen seit dem Frühjahr und dem Komplettausstieg des einst größten Bankhalters ruht die kurzfristige Richtung von XRP kaum noch auf einzelnen 13F-Meldungen. Sie hängt an den breiten Fondsflüssen – und die liegen aktuell nahe ihrem Jahrestief.
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