DAX: EZB hebt Leitzinsen erneut an
Der DAX gewann am Freitag 0,8 Prozent, verlor auf Wochenbasis jedoch 1,9 Prozent. EZB-Zinsen und Energiepreise belasteten den Markt.

Kurz zusammengefasst
- DAX beendet Woche mit 1,9 Prozent Minus
- EZB hebt Leitzinsen um 0,25 Punkte
- Rohölpreis steigt zeitweise über 100 Dollar
- DAX-Zusammensetzung bleibt unverändert
Der deutsche Aktienmarkt blickt auf eine turbulente Handelswoche zurück, in der die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und geopolitische Spannungen die Kurse maßgeblich bestimmten.
Am Freitag konnte sich der DAX zwar stabilisieren und schloss bei 25.560,48 Punkten, was einem Plus von 0,8 % entspricht. Dennoch verblieb für die vergangenen sieben Tage ein Minus von 1,9 %, da die Sorgen um steigende Energiekosten und eine restriktivere Zinspolitik die Stimmung der Anleger belasteten.
EZB reagiert auf hartnäckige Inflation
Im Zentrum des Marktgeschehens stand am Donnerstag die Entscheidung der EZB, die Leitzinsen erneut anzuheben. Es war bereits der zweite Zinsschritt im laufenden Jahr. Der Rat erhöhte alle drei maßgeblichen Sätze um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Damit stieg der für den Bankensektor besonders wichtige Einlagensatz auf 2,50 %. Der Hauptrefinanzierungssatz wurde auf 2,65 % und der Spitzenrefinanzierungssatz auf 2,90 % angepasst.
Hintergrund dieser Straffung ist die weiterhin hohe Teuerungsrate im Euroraum. Medienberichten zufolge lag die Inflation im August bei 3,3 % und damit deutlich über dem mittelfristigen Ziel der Notenbank von 2,0 %. Als Haupttreiber der Teuerung gelten die gestiegenen Energiepreise.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte im Rahmen der anschließenden Pressekonferenz, dass künftige Zinsentscheidungen strikt datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung getroffen werden. Ein fester Pfad für kommende Monate wurde nicht kommuniziert, was die Unsicherheit am Markt über den Termin am 29. Oktober aufrechterhält.
Geopolitische Spannungen treiben Energiekosten
Zusätzlicher Druck auf das deutsche Börsenbarometer entstand durch die Eskalation im Iran-Konflikt. Die daraus resultierenden Sorgen um die globale Energieversorgung trieben den Preis für Rohöl zeitweise auf über 100 US-Dollar pro Fass. Diese Entwicklung belastete insbesondere die exportorientierte deutsche Industrie und führte dazu, dass der DAX am Donnerstag deutlich um 1,66 % nachgab.
Dabei rutschte der Index unter die psychologisch wichtige Marke von 26.000 Punkten, die er bereits zur Wochenmitte nicht mehr verteidigen konnte. Erst Ende August hatte das Barometer auf Intraday-Basis ein Allzeithoch bei 26.618,74 Zählern markiert.
Von diesem Rekordniveau hat sich der Markt im Zuge der jüngsten Abverkaufswelle wieder ein Stück entfernt, wenngleich die Jahresbilanz mit einem Zuwachs von 4,4 % seit Januar weiterhin positiv ausfällt.
Konstanz in der Index-Zusammensetzung
Flankiert wurde das Marktgeschehen durch die reguläre Überprüfung der Indexfamilie durch den Anbieter STOXX Ltd. Im Gegensatz zu den Nebenwerte-Indizes bleibt der DAX in seiner Zusammensetzung unverändert. Während im MDAX, SDAX und TecDAX mit Wirkung zum 21. September Anpassungen vorgenommen werden, gab es für die 40 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften im Rahmen der septemberlichen Überprüfung keine Änderungen.
Anleger richten ihren Blick nun auf die kommenden Konjunkturdaten, um abzuschätzen, ob die Kombination aus hohen Zinsen und teurer Energie die wirtschaftliche Erholung nachhaltig bremsen wird.
Die Volatilität blieb zuletzt mit einem Wert von rund 9,9 % auf einem moderaten Niveau, was darauf hindeutet, dass die Marktteilnehmer trotz der aktuellen Korrektur nicht in Panik verfallen, sondern die neuen Rahmenbedingungen der Geldpolitik erst einmal verarbeiten müssen.
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