China will ASML brechen. Das Ziel: Bis 2030 eine eigene Lithografie-Industrie aufbauen, die den niederländischen Technologieführer überflüssig macht. Führende Halbleiter-Manager des Landes haben in einem gemeinsamen Aufruf die Regierung aufgefordert, alle nationalen Ressourcen zu bündeln. Die Botschaft ist unmissverständlich: „Illusionen aufgeben und sich auf den Kampf vorbereiten.“ Doch wie realistisch ist dieses Vorhaben – und was bedeutet es für ASML?
Der technologische Rückstand ist massiv
Die Realität dämpft Pekings Ambitionen erheblich. Chinas fortschrittlichstes DUV-Lithografie-System des Herstellers Yuliangsheng entspricht technisch dem ASML Twinscan NXT:1950i – einer Maschine, die ASML bereits 2008 für 32-Nanometer-Prozesse entwickelte. Der Abstand zu ASMLs aktueller EUV-Technologie, die für modernste Chips unter 7 Nanometer unverzichtbar ist, beträgt damit fast zwei Jahrzehnte.
Die chinesischen Manager räumen selbst ein, dass die heimische Industrie „zu klein, fragmentiert und schwach“ sei. Zwar gebe es Fortschritte bei Einzelkomponenten wie EUV-Lichtquellen oder optischen Systemen. Die Integration zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem bleibt jedoch die zentrale Herausforderung. ASML selbst koordiniert über 5.000 Zulieferer für rund 100.000 Komponenten pro EUV-Maschine – ein Ökosystem, das sich nicht binnen weniger Jahre replizieren lässt.
ASML liefert Rekordzahlen
Während Peking plant, präsentiert ASML Fakten. Das Geschäftsjahr 2025 markierte mit 32,7 Milliarden Euro Umsatz einen neuen Höchstwert – ein Plus von 15,6 Prozent. Die Bruttogewinnmarge lag bei 52,8 Prozent, der Nettogewinn bei 9,6 Milliarden Euro. Allein im vierten Quartal erreichten die Bestellungen 13,2 Milliarden Euro, wovon 7,4 Milliarden auf EUV-Systeme entfielen.
Besonders bemerkenswert: Der Auftragsbestand zum Jahresende belief sich auf 38,8 Milliarden Euro. Zudem lieferte ASML das erste vollständig spezifizierte High-NA EUV-System TWINSCAN EXE:5200B aus – nach fast einem Jahrzehnt Entwicklungsarbeit. Diese Technologie der nächsten Generation ermöglicht noch feinere Strukturen und stärkt ASMLs Vorsprung weiter.
Für 2026 erwartet das Management Erlöse zwischen 34 und 39 Milliarden Euro bei einer Bruttomarge von 51 bis 53 Prozent. Die Dividende für 2025 steigt um 17 Prozent auf 7,50 Euro je Aktie.
Das China-Risiko bleibt kalkulierbar
Ein Wermutstropfen ist die erwartete Normalisierung des China-Geschäfts. Nach einem außergewöhnlich hohen Anteil in 2025, als noch Aufträge vor verschärften Exportkontrollen abgearbeitet wurden, dürfte China 2026 nur noch rund 20 Prozent zum Gesamtumsatz beisteuern. Diese Entwicklung hatte die Aktie Anfang der Woche unter Druck gesetzt.
Gleichzeitig wächst die Nachfrage aus anderen Regionen. Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, einer der größten ASML-Kunden, plant den Ausbau seiner EUV-Kapazitäten deutlich zu erhöhen. Analysten heben ihre Prognosen für 2026 und 2027 bereits an, getrieben durch höhere Stückzahlen und einen wertvolleren Produktmix.
Konkurrenzlos – vorerst
ASMLs struktureller Wettbewerbsvorteil bleibt intakt. Das Unternehmen ist weltweit der einzige Anbieter von EUV-Lithografie-Maschinen, ohne die modernste Halbleiterproduktion nicht möglich ist. Diese Stellung basiert auf jahrzehntelanger Fertigungserfahrung und einem kaum nachbildbaren Zulieferer-Netzwerk.
Chinas Vorstoß unterstreicht paradoxerweise genau diese Dominanz: Je lauter Peking nach Eigenständigkeit ruft, desto deutlicher wird, wie weit die chinesische Industrie zurückliegt. Bis 2030 einen ebenbürtigen Wettbewerber zu etablieren, erscheint unter diesen Vorzeichen unrealistisch. ASML bleibt damit eine der strategisch wichtigsten Firmen der Halbleiterindustrie – und Pekings Frustration bestätigt das eindrucksvoll.
ASML-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue ASML-Analyse vom 6. März liefert die Antwort:
Die neusten ASML-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für ASML-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
ASML: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
