Wienerberger Aktie: Ziegelfertigung in St. Andrä beendet
Standortanpassungen, ein neuer Solarpark in Italien und Führungswechsel prägen Wienerbergers jüngste Entwicklung.

Kurz zusammengefasst
- Ziegelfertigung in St. Andrä beendet
- Hartlebury-Werk geschlossen oder vor Schließung
- Solarpark in Valenza in Betrieb genommen
- Aktie seit Jahresbeginn 44 Prozent niedriger
Der Baustoffkonzern Wienerberger richtet seine Produktion in mehreren europäischen Regionen neu aus, um dem verhaltenen Branchenumfeld zu begegnen. Nach der Beendigung der Ziegelfertigung im österreichischen St. Andrä und Einschnitten am britischen Markt bleibt auch der Druck an der Börse hoch: Am gestrigen Donnerstag gab die Aktie um 2,6 Prozent nach und schloss bei 17,18 Euro.
Konsolidierung der Produktionsstandorte in Europa
Die operativen Anpassungen betreffen mehrere Werke des Unternehmens. Am 14. September stellte Wienerberger die Ziegelproduktion am Standort St. Andrä ein. Das Areal soll nach Unternehmensangaben künftig als reiner Lager- und Logistikstandort weitergeführt werden, um die regionale Distribution aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig belasten die schwierigen Rahmenbedingungen im britischen Ziegelmarkt das Geschäft. Medienberichten zufolge wurde dort das Werk in Hartlebury geschlossen beziehungsweise für eine Schließung vorbereitet.
Neben den reinen Kapazitätskürzungen verfolgt der Konzern an bestehenden Standorten zugleich Initiativen zur Senkung der Energiekosten: Am 17. September nahm Wienerberger Italia gemeinsam mit Edison Next in Valenza einen Freiflächen-Photovoltaikpark mit einer Leistung von fast 3 Megawatt in Betrieb, der die dortige Produktion von Terrakotta-Dacheindeckungen versorgt.
Zurückhaltung bei Investoren und Analysten
Die anhaltenden Herausforderungen prägen auch die Stimmung am Kapitalmarkt. Seit Jahresanfang beläuft sich das Kursminus des Papiers auf 44 Prozent.
Zu der allgemeinen Konjunkturschwäche traten in den vergangenen Wochen auch Führungswechsel an der Konzernspitze. Vor rund einem Monat trat der langjährige CEO Heimo Scheuch aus gesundheitlichen Gründen zurück; die Leitung übernahm seither Gerhard Hanke als Interim-CEO.
Um den Dialog mit dem Kapitalmarkt in diesem Umfeld neu auszurichten, berief Wienerberger am 15. September zudem Claus Ehrenbeck zum neuen Senior Vice President Investor Relations. Ehrenbeck folgt auf Therese Jandér und berichtet an Finanzvorständin Dagmar Steinert.
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