Rheinmetall Aktie: Umsatzprognose 2026 auf 13,7–14,2 Milliarden gesenkt

Rheinmetall präsentiert neue Drohnenmunition, senkt jedoch die Jahresprognose. Die Aktie zeigt sich trotz der Mischung aus Erfolg und Kürzung stabil.

Dr. Robert Sasse ·
Rheinmetall Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neues Drohnen-System erfolgreich getestet
  • Umsatzziel für 2026 nach unten korrigiert
  • Aktie bleibt trotz Prognosekürzung stabil
  • Fregatten-Streichung belastet Geschäftsaussichten

Rheinmetall hat am Donnerstag zwei gegenläufige Nachrichten geliefert: einen erfolgreichen Waffentest und eine gesenkte Umsatzprognose für 2026. Die Aktie reagierte darauf nahezu unbewegt und schloss gestern bei 1.173,60 Euro, nach einem Minus von 0,31 Prozent im Tagesverlauf auf 1.164,60 Euro.

Neues Loitering-Munition-System erfolgreich getestet

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern hat im Juli am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Cochstedt erstmals den Start seines Loitering-Munition-Systems FV-014 aus einem sogenannten Containerized Missile Launcher demonstriert – sowohl im Stand als auch während der Fahrt auf einem HX-Lkw. Das System erreicht laut Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern und kann bis zu 70 Minuten in der Luft verweilen.

Bei einem Startgewicht von 22 Kilogramm trägt die Munition eine Nutzlast von 6 Kilogramm mit einem HEDP-Gefechtskopf, der mehr als 600 Millimeter Panzerstahl durchschlagen soll. Der containerbasierte Launcher, der auf einem ISO-Container aufbaut, fasst bis zu 18 dieser Systeme und lässt sich mobil auf Lkw einsetzen.

Hintergrund ist ein Rahmenvertrag mit der Bundeswehr über rund 2,4 Milliarden Euro, den der Budgetausschuss im April gebilligt hatte. Der erste Abruf über etwa 300 Millionen Euro umfasst rund 2.500 Stück; die Auslieferung soll ab der ersten Jahreshälfte 2027 beginnen und die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 ausrüsten.

Für Anleger unterstreicht der Test, dass Rheinmetall sein Portfolio im wachsenden Markt für Drohnen- und Loitering-Munition-Systeme ausbaut – ein Feld, das im Rüstungssektor zunehmend als strategisch gilt.

Umsatzprognose 2026 nach Fregatten-Aus gekürzt

Parallel zur Produktnachricht wurde bekannt, dass Rheinmetall seine Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gesenkt hat, nachdem zuvor 14,0 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren.

Auslöser ist die Streichung des Fregattenprogramms F126, das zuvor bereits mit einer Belastung von 300 Millionen Euro zu Buche geschlagen hatte. Die Korrektur zeigt, dass Rheinmetall trotz voller Auftragsbücher im Landsystem- und Munitionsgeschäft nicht vor Rückschlägen in Einzelprogrammen gefeit ist – insbesondere dort, wo Marineprojekte betroffen sind.

Im breiteren Marktumfeld bleibt der Rüstungssektor gefragt: Am Donnerstag sprang die Aktie des Konkurrenten TKMS nach einer Hochstufung durch Bernstein auf ‚Outperform‘ um mehr als zehn Prozent, während Hensoldt und Renk moderater notierten.

Der Deutsche Aktienindex bewegte sich derweil kaum. Laut einer Auswertung von Handelsblatt gehört Rheinmetall zu den Dax-Konzernen, die 2026 einen Rekordgewinn erwarten dürfen – ein Kontext, der die aktuelle Kursreaktion auf die gesenkte Umsatzprognose relativiert.

Charttechnisches Bild bleibt angeschlagen

Trotz der operativen Fortschritte bei neuen Waffensystemen notiert die Aktie weiterhin deutlich unter ihrem Rekordhoch von rund 2.007 Euro aus dem Oktober 2025 – der Abstand beträgt 42 Prozent.

Die vergangenen 30 Handelstage brachten dagegen eine Erholung von 22 Prozent, was zeigt, dass sich die Aktie von ihrem Jahrestief im Juni deutlich gelöst hat. Für Anleger dürfte entscheidend sein, ob die operativen Fortschritte bei neuen Waffensystemen die Belastungen aus gestrichenen Marineprogrammen mittelfristig aufwiegen können.

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Rheinmetall Aktie

1.164,60 EUR

– 3,60 EUR -0,31 %
KGV 43,94
KUV 4,85
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite 1,01 %
Marktkapitalisierung 53,35 Mrd. EUR
Ø Kursziel 1.675,85 EUR
ISIN: DE0007030009 WKN: 703000

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