Ams Osram Aktie: UBS hebt Kursziel auf 22 CHF
Ams Osram übertrifft Erwartungen im zweiten Quartal 2026 und treibt mit Verkaufserlösen und Anleiherückkauf die finanzielle Stabilisierung voran.

Kurz zusammengefasst
- Umsatz am oberen Ende der Prognose
- UBS und Kepler erhöhen Kursziele
- Verkauf von Sensorsparte an Infineon
- Fokus auf KI- und AR-Technologien
Der Halbleiterkonzern Ams Osram hat am vergangenen Dienstag die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und damit die Marktteilnehmer positiv überrascht. Mit einem Umsatz von 805 Millionen Euro landete das Unternehmen am oberen Ende der eigenen Prognosespanne. Auch die Profitabilität überzeugte die Anleger: Die bereinigte EBITDA-Marge erreichte einen Wert von 16,9 Prozent.
Diese operative Entwicklung spiegelt sich in der bisherigen Performance des laufenden Börsenjahres wider. Die Aktie konnte seit Jahresanfang um 129,22 Prozent zulegen. Am Freitag schloss das Papier bei einem Kurs von 19,30 Euro.
Analysten heben die Daumen und Kursziele
Die Fortschritte in der operativen Umsetzung stießen bei Experten auf Wohlwollen. Die Großbank UBS bestätigte am Mittwoch ihre Kaufempfehlung und hob das Kursziel auf 22,00 CHF an. Begründet wurde dieser Schritt mit den Profitabilitätserwartungen, die im abgelaufenen Quartal übertroffen wurden.
Zeitgleich revidierte das Analysehaus Kepler Cheuvreux seine Einschätzung und stufte den Titel von „Reduce“ auf „Hold“ hoch. Hier wurde das Kursziel deutlich auf 17,00 CHF angepasst, was die Analysten mit den operativen Fortschritten und einer nun angemesseneren Bewertung begründeten. Medienberichten zufolge stieg der allgemeine Konsens für das Kursziel nach den Zahlen um 6,5 Prozent.
Strategische Neuaufstellung und technologische Impulse
Ein wesentlicher Baustein der finanziellen Stabilisierung war der bereits vollzogene Verkauf des Geschäfts mit nicht-optischen Sensoren an Infineon Technologies für einen Barpreis von 570 Millionen Euro. Parallel dazu optimiert Ams Osram seine Kapitalstruktur weiter. Das Unternehmen kündigte am Dienstag ein öffentliches Rückkaufangebot für bestehende Anleihen und Wandelschuldverschreibungen an. Das Volumen dieses Angebots soll bis zu 150 Millionen Euro erreichen.
Neben der finanziellen Sanierung setzt der Konzern auf personelle Kontinuität und neue Wachstumstreiber. Der Aufsichtsrat verlängerte das Mandat des Vorstandsvorsitzenden Aldo Kamper vorzeitig bis zum Jahr 2031. Im technologischen Bereich fokussiert sich das Unternehmen auf Anwendungen für künstliche Intelligenz und Augmented Reality. So wurden Fortschritte bei microLED-Arrays für AR-Brillen bekannt gegeben. Zudem startete die Entwicklung spezieller Photodioden-Arrays für optische Verbindungen in KI-Rechenzentren.
Ausblick auf die kommenden Geschäftsjahre
Trotz dieser Impulse blieb der freie Cashflow im zweiten Quartal mit einem Minus von 119 Millionen Euro eine Herausforderung. Dennoch bestätigte das Management seinen Ausblick für das laufende Gesamtjahr. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt die Unternehmensführung weiterhin einen positiven freien Cashflow in Aussicht.
Anleger, die den weiteren Verlauf der Erholung beobachten, haben bereits den nächsten Termin im Blick: Die Quartalsmitteilung für das dritte Jahresviertel soll am 13. November veröffentlicht werden. Aktuell notiert das Papier rund 27,72 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch.
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