OMV: 2,8 statt 5 Cent Spritpreisbremse
Der österreichische Ölkonzern OMV erwartet starke Q1-Zahlen, steht aber unter politischem Druck wegen der Umsetzung der Spritpreisbremse. Eine Sonderprüfung der E-Control belastet die Stimmung.

Kurz zusammengefasst
- Starker Gewinnsprung im ersten Quartal erwartet
- Sonderprüfung wegen Spritpreisbremse durch E-Control
- Politische Forderungen nach staatlichem Eingreifen
- Aktienkurs notiert deutlich unter Jahreshoch
OMV steuert auf ein starkes erstes Quartal zu. Parallel dazu wächst der politische Druck auf den Ölkonzern. Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control prüft die Preisgestaltung an den Zapfsäulen. Das drückt auf die Stimmung der Aktionäre.
Seit Anfang April gilt in Österreich eine neue Spritpreisbremse. Mineralölkonzerne müssen fünf Cent pro Liter von ihrer Marge abgeben. OMV gewährt allerdings nur einen Abschlag von 2,8 Cent. Das Management begründet dies mit hohen Importkosten. Ausländische Lieferanten würden den Preisnachlass nicht akzeptieren.
Staatlicher Druck wächst
Das Wirtschaftsministerium lässt diese Argumentation nicht gelten. Die Behörde E-Control hat eine Sonderprüfung gegen OMV und weitere Anbieter eingeleitet. Die Folge: Der politische Druck steigt. Die Republik Österreich hält über die Holding ÖBAG 31,5 Prozent der OMV-Anteile. Die Opposition fordert nun ein direktes Eingreifen des Staates im Aufsichtsrat.
OMV kann sich derzeit kaum verteidigen. Seit Mitte April befindet sich der Konzern in der sogenannten Quiet Period. Vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen darf das Management nicht öffentlich kommunizieren. Eine mögliche Geldstrafe gefährdet das Unternehmen zwar nicht existenziell. Sie sorgt aber für erhebliche Unruhe am Markt.
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Hohe Erwartungen an Q1-Zahlen
Finanziell läuft es für OMV deutlich besser. Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem Gewinnsprung. Der Gewinn je Aktie soll auf 1,32 Euro klettern. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 0,44 Euro. Der Umsatz steigt voraussichtlich auf 7,76 Milliarden Euro. Höhere Rohölpreise glichen dabei einen Rückgang der Fördermenge aus.
An der Börse macht sich die regulatorische Unsicherheit dennoch bemerkbar. Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 57,20 Euro. Damit liegt das Papier rund neun Prozent unter dem Jahreshoch. Seit Jahresbeginn behauptet der Titel aber immer noch ein Kursplus von gut 18 Prozent.
Am 30. April präsentiert OMV die offiziellen Quartalsergebnisse. Bis dahin bleibt auch die Zukunft der Spritpreisbremse ungeklärt. Die E-Control ließ eine Verlängerung der Maßnahme in den Mai hinein offen. Setzt die Behörde dies um, bleibt der Margendruck für OMV bestehen.
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