SoftBank Group Aktie: Zwiespalt zwischen Mahnung und Milliardeneinsatz
SoftBank hat knapp 65 Milliarden Dollar in OpenAI investiert; die Finanzierungskosten laufen unabhängig vom Tempo der KI-Regulierung weiter.

Kurz zusammengefasst
- Letzte OpenAI-Tranche am 1. Oktober überwiesen
- Gesamteinsatz beläuft sich auf knapp 65 Milliarden Dollar
- Anleihen teilweise mit 9,75 Prozent Jahreszins
- SoftBank-Aktie in Tokio fast vier Prozent höher
Masayoshi Son hat alles auf Künstliche Intelligenz gesetzt, jetzt klingt er wie ein Mahner. Am Sonntag warnte der SoftBank-Chef in Kyoto, Superintelligenz könne in den falschen Händen „super gefährlich“ werden. Die Staaten müssten die mächtigsten Modelle gemeinsam kontrollieren.
Son sprach an der Seite von Michael Kratsios, dem Technologieberater des Weißen Hauses. Der stellte eine Initiative von 17 Ländern vor, darunter Deutschland, die KI verstärkt in der Forschung einsetzen wollen. Die Politik drückt also weiter aufs Tempo, während Son über Kontrolle spricht.
Knapp 65 Milliarden Dollar im Feuer
Die Warnung wiegt schwer, weil sie von einem der größten Geldgeber der Branche kommt. Am 1. Oktober überwies SoftBank die letzte Tranche an OpenAI. Der Gesamteinsatz summiert sich damit auf knapp 65 Milliarden Dollar.
Finanziert wurde das mit geliehenem Geld. Ein Teil der im September platzierten Anleihen kostet 9,75 Prozent Zins im Jahr. Solche Sätze zahlen sonst vor allem Schuldner mit schwacher Bonität.
An Sons Vision ändert das nichts. Bis 2040 sollen KI und lernende Maschinen mindestens 20 Prozent der Weltwirtschaftsleistung stellen, das wären rund 46 Billionen Dollar.
Aufsicht gegen Zinslast
Darin liegt der Zwiespalt. Strengere Aufsicht, wie Son sie fordert, kann die Entwicklung bremsen. Sie würde den Tag hinausschieben, an dem sich die OpenAI-Beteiligung zu Geld machen lässt. Die Zinsen laufen dagegen schon heute.
Am Markt spielte das zum Wochenstart keine Rolle. Die Aktie legte in Tokio fast 4 Prozent zu und zählte damit zu den Schwergewichten im Nikkei 225. Der Leitindex gewann über 2 Prozent und stieg über die Marke von 69.800 Punkten. Er machte damit die Verluste vom Freitag wett, getragen von Technologiewerten und freundlichen Vorgaben der Wall Street.
Für SoftBank bleibt die Rechnung klar: Der Zinsaufwand für die OpenAI-Finanzierung fällt unabhängig davon an, wie schnell Regulierer und Politik die Spielregeln für die mächtigsten KI-Modelle setzen.
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