SpaceX Aktie: Nvidia beteiligt sich mit 21 Milliarden
Nvidia beteiligt sich mit 21 Milliarden Dollar an SpaceX, während Aktien aus der Lock-up-Frist handelbar werden. Operativ läuft es rund.

Kurz zusammengefasst
- Nvidia investiert 21 Milliarden Dollar
- Lock-up-Frist für SpaceX-Aktien endet
- 100. Mission im Jahr 2026 erreicht
- DZ Bank startet mit Verkaufsvotum
SpaceX steht vor einer entscheidenden Woche: Nvidia hat eine Beteiligung von 21 Milliarden US-Dollar an dem Raumfahrtunternehmen offengelegt, wie Medienberichten zufolge bekannt wurde.
SpaceX soll demnach für den Ausbau seiner KI-Rechenzentren künftig ausschließlich auf Nvidia-Chips setzen. Zeitgleich sind seit Donnerstag bis zu 319 Millionen Class-A-Aktien aus einer ausgelaufenen Lock-up-Frist handelbar – rund sieben Prozent der ausstehenden Anteile.
Diese Gemengelage aus frischem Kapital und potenziellem Verkaufsdruck durch Insider trifft auf ein Papier, das zuletzt ohnehin volatil gehandelt wurde. Am Freitag schloss die Aktie bei 117,20 Euro und legte damit tagesbezogen 2,1 Prozent zu.
Über die vergangenen sieben Tage steht dennoch ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht um 16 Prozent verbesserte. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, bleibt das Papier weiterhin deutlich entfernt.
Operative Rekordserie hält an
Losgelöst von der Kapitalmarkt-Dynamik läuft das operative Geschäft auf Hochtouren. Am Samstag absolvierte SpaceX seine 100. Mission des Jahres 2026 – die 99. Falcon-9-Startung brachte 27 Starlink-Satelliten von der Vandenberg Space Force Base ins All. Damit erreichte das Unternehmen die Hundertermarke zwei Monate schneller als im bisherigen Rekordjahr 2025. Die Starlink-Konstellation selbst überschritt bereits am Mittwoch die Marke von 11.000 Satelliten in der Umlaufbahn.
Das US-Militär honoriert diese Infrastruktur: Nach der Starlink-Mission vergab die US Space Force Aufträge über jeweils 12 Millionen US-Dollar an L3Harris, AST SpaceMobile, Rocket Lab, Viasat und Iridium, um deren Interoperabilität mit dem von SpaceX gebauten Space Data Network zu testen.
Bereits am 13. August hatte die Space Force SpaceX selbst einen Auftrag über 2,29 Milliarden US-Dollar erteilt – für das Rückgrat dieses militärischen Satellitennetzwerks.
Kapitalintensität bleibt Streitpunkt
Die Nvidia-Beteiligung fällt in eine Phase, in der SpaceX seine Investitionen massiv hochfährt. Im zweiten Quartal 2026 meldete das Unternehmen Kapitalausgaben von 18,37 Milliarden US-Dollar bei einem Umsatz von 7,81 Milliarden US-Dollar, der gegenüber dem Vorjahresquartal um 92 Prozent stieg.
Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen US-Dollar. Das Management stellte für das Jahresende eine annualisierte Umsatzrate von 100 Milliarden US-Dollar in Aussicht.
Genau diese hohe Kapitalintensität sorgte am Freitag für eine kritische Stimme: DZ Bank nahm die Coverage mit einem Verkaufsvotum und einem Kursziel von 100 US-Dollar auf und verwies auf ein „Crash-Risiko“ angesichts der massiven Investitionssummen, die vor allem in die KI-Infrastruktur fließen.
Optimistischer äußerte sich Clear Street-Analyst Brian Dobson, der am Dienstag ein Kaufrating mit Kursziel 217 US-Dollar bekräftigte und SpaceX wegen seiner US-basierten Lieferkette als bevorzugten Luft- und Raumfahrtwert bezeichnete.
Ausblick: Starship-Test und weitere Landfläche
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den 15. September, das vorläufige Zieldatum für Starship-Flug 14 – dem ersten Versuch, mit dem Fahrzeug die volle Orbitalgeschwindigkeit zu erreichen.
Firmenchef Elon Musk kündigte zudem an, die Starship-Oberstufe solle in wenigen Monaten erstmals mit den „Mechazilla“-Armen des Startturms aufgefangen werden; ein erster Wiedereinsatz eines Starship-Fahrzeugs sei für Ende 2026 oder Anfang 2027 vorgesehen.
Parallel verhandelt SpaceX Medienberichten zufolge mit der Landesregierung von Louisiana über den Erwerb von 130.000 Acres auf Pecan Island für einen neuen Startplatz – gegen den Widerstand lokaler Umweltschützer.
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