Alibaba Aktie: 20.000 Nvidia-GPUs für Moonshot AI
Alibaba liefert Recheninfrastruktur für Moonshot AIs neues Modell Kimi K3. Die Aktie legt zu, während US-Exportkontrollen für Spannungen sorgen.

Kurz zusammengefasst
- Kimi K3 auf Alibaba-Cloud trainiert
- Aktie steigt um knapp fünf Prozent
- US-Vorwürfe wegen Chip-Exporten
- Qwen-Tests in Tesla-Fahrzeugen
Der chinesische Technologiekonzern Alibaba sorgt am heutigen Freitag für Schlagzeilen im Bereich der künstlichen Intelligenz. Hintergrund ist eine umfangreiche Vereinbarung mit dem Startup Moonshot AI, die das enorme Potenzial der Cloud-Sparte von Alibaba unterstreicht. Gleichzeitig sieht sich das Unternehmen mit verschärften geopolitischen Spannungen konfrontiert.
Rechenleistung für Moonshot AI im Fokus
Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am heutigen Freitag berichtete, hat das KI-Unternehmen Moonshot AI sein neuestes Modell, Kimi K3, auf einem Cluster von rund 20.000 Nvidia-Grafikprozessoren trainiert. Diese Hardware wurde über die Cloud-Infrastruktur von Alibaba bereitgestellt. Der Konzern hält derzeit einen Anteil von 36 Prozent an Moonshot AI, dessen Bewertung zuletzt auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar geschätzt wurde.
Das trainierte Modell Kimi K3 verfügt über 2,8 Billionen Parameter und soll internen Berichten zufolge die Leistung von Alibabas eigenem KI-Modell Qwen übertreffen. Während Alibaba die Lieferung der hochmodernen H200-Chips von Nvidia dementierte, blieb die Bestätigung über die allgemeine Bereitstellung massiver Rechenkapazitäten bestehen. Diese Kooperation verdeutlicht die zentrale Rolle der Alibaba-Cloud als Rückgrat für die chinesische KI-Entwicklung, während Moonshot AI einen Börsengang in Hongkong vorbereiten soll.
An der Börse reagierten die Anleger positiv auf die Nachrichten über die technologische Marktstellung des Konzerns. Die Aktie stieg am heutigen Freitag um 4,96 Prozent und notiert bei 105,80 Euro. Damit konnte das Papier einen Teil der Verluste seit Jahresbeginn wettmachen; die Performance für diesen Zeitraum liegt nun bei -16,56 Prozent.
US-Exportkontrollen und regulatorisches Umfeld
Die Zusammenarbeit zwischen Alibaba und Moonshot AI stößt jedoch auf wachsenden Widerstand in Washington. Das Weiße Haus wirft dem Startup vor, Zugang zu fortschrittlichen Blackwell-Chips von Nvidia über Drittwege in Südostasien, insbesondere Thailand, erhalten zu haben. Damit stünde der Verdacht im Raum, dass US-Exportbeschränkungen für Hochtechnologie nach China umgangen wurden.
Zusätzlich zu den geopolitischen Risiken bleibt die Konkurrenz im Cloud-Sektor intensiv. Medienberichten zufolge herrscht in China derzeit ein Preiskrieg um KI-Dienstleistungen, was die Margen der Anbieter belasten könnte. Analysten von TradingKey verweisen jedoch darauf, dass die allgemeine regulatorische Stimmung in China zuletzt positiver ausfiel und Aktienrückkäufe den Kurs stützen. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt mit 186,77 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Niveau.
Expansion bei autonomen Systemen und Robotik
Abseits der Cloud-Infrastruktur treibt Alibaba die Integration seiner KI-Modelle in anderen Branchen voran. So testet das Unternehmen laut Berichten von GuruFocus derzeit sein Qwen-Modell in Tesla-Fahrzeugen innerhalb Chinas. Diese Kooperation könnte den Weg für breitere Anwendungen von Alibabas Softwarelösungen im Automobilsektor ebnen.
Parallel dazu engagiert sich der Konzern über seine Tochtergesellschaft Ant Group in der Robotik. Diese führte jüngst eine Finanzierungsrunde für das Unternehmen Zeroth an, das humanoide Begleitroboter für die Pflege entwickelt. Ziel ist hierbei eine Expansion in die Märkte Nordamerikas und Europas. Diese strategischen Schritte zeigen, dass sich Alibaba über den reinen E-Commerce hinaus als breit aufgestellter Technologie-Infrastrukturgeber positioniert.
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