KNDS Aktie: Malaysia bestellt 18 CAESAR-Haubitzen
KNDS erhält Großauftrag für CAESAR-Haubitzen aus Malaysia und ebnet mit Abschluss interner Prüfung den Weg für den geplanten Börsengang.

Kurz zusammengefasst
- Malaysia bestellt 18 CAESAR-Systeme
- Technologietransfer und lokale Montage vereinbart
- Neuer Drohnencontainer auf Eurosatory präsentiert
- IPO-Hürde durch interne Untersuchung genommen
Malaysia hat 18 CAESAR-Artilleriesysteme bei KNDS bestellt. Der Vertrag macht das südostasiatische Land zum 15. Käufer des französischen Radhaubitzers — und liefert dem Rüstungskonzern kurz vor seinem geplanten Börsengang eine willkommene Schlagzeile.
Malaysia bekommt seine erste Selbstfahrlafette
Der Vertrag wurde am 16. Juni 2026 auf der Eurosatory in Paris unterzeichnet. Neben der Lieferung der 18 Systeme enthält er eine Technologietransferlizenz und die Montage der Fahrzeuge in Malaysia — gemeinsam mit dem lokalen Partner Advanced Defense System (ADS Sdn Bhd).
Für Malaysia ist das ein historischer Schritt. Das Land erhält damit seine ersten selbstfahrenden Artilleriesysteme überhaupt. Die CAESAR-Haubitzen mit 155-mm-L/52-Kanone sollen einem neu aufzustellenden Regiment zugeteilt werden.
Der Weg dorthin war lang. Malaysia hatte 2019 Pläne für gebrauchte M-109-Haubitzen aus den USA gestrichen — Regierungswechsel und Budgetdruck machten das Projekt unmöglich. 2024 scheiterte ein Versuch, die slowakische EVA M2 zu beschaffen. Nun hat Kuala Lumpur eine Entscheidung getroffen.
Weltweit wurden bislang 800 CAESAR-Systeme bestellt oder ausgeliefert. Thailand und Indonesien hatten das System in Südostasien bereits eingeführt. Malaysia ist jetzt das dritte Land der Region.
Container schießt Drohnen — und schlägt sie ab
Auf der Eurosatory zeigte KNDS außerdem einen ersten Prototyp eines universellen Drohnen-Startcontainers. Das System steckt in einem handelsüblichen 20-Fuß-ISO-Container und kombiniert zwei Funktionen in einer Box: Angriff und Luftverteidigung.
Innen arbeiten Helsing-HX-2-Loitering-Munition für Schläge gegen Bodenziele und Tytan-TI-1-METIS-Abfangdrohnen für den Schutz gegen feindliche Drohnen. Die Steuerung übernimmt Helsings Altra-Software mit KI-gestützter Wärmeerkennung. Der Container ist autark: eigene Stromversorgung, Klimatisierung, Netzwerkanbindung.
Die militärische Logik ist einfach. Startplattform und Bediener können räumlich getrennt operieren. Die Drohnen lassen sich auf mehrere Standorte verteilen — das macht es für den Gegner schwer, die Abschussposition zu lokalisieren.
Börsengang rückt näher
KNDS beschäftigt knapp 11.000 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 33,1 Milliarden Euro.
Der Konzern positioniert sich als einziger europäischer Reinspezialist für Landsysteme. Dieses Narrativ soll Investoren beim IPO überzeugen. Angepeilt wird eine Kapitalaufnahme von rund 5 Milliarden Euro — etwa ein Viertel des Eigenkapitals.
Ein wesentliches Hindernis ist nun aus dem Weg. Eine interne Untersuchung zu einem Vertrag aus dem Jahr 2013 mit Katar — über Haubitzen und Leopard-2-Panzer — ergab keine Belege für strafbares Verhalten von Mitarbeitern. KNDS konnte damit den geprüften Jahresabschluss 2025 abschließen und den offiziellen Börsenprospekt veröffentlichen. Der Weg für den Börsengang ist frei.
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