Kann Nubeqa für Bayer größer werden als Xarelto?
Nubeqa verringerte in einer Studie das Risiko für Metastasen oder Tod um 58 Prozent; China genehmigte zudem Asundexian.

Kurz zusammengefasst
- Nubeqa senkte das Risiko um 58 Prozent
- Bank of America erwartet Milliarden-Spitzenumsatz
- China genehmigte Bayer-Medikament Asundexian
- Deutsche Bank veröffentlicht Mittwoch Quartalszahlen
Liebe Börsianerinnen und Börsianer,
bei Bayer kamen heute Studiendaten zu einem Krebsmittel rund zwei Jahre früher als erwartet. Das Ergebnis ist eindeutig. Dazu ließ China ein weiteres Bayer-Medikament zu, und die Aktie führt den DAX an.
Auch der Gesamtmarkt erholt sich nach dem Minus der Vorwoche. Für Ihr Depot zählt heute aber eine andere Frage: Welche Firmen verbessern ihre Zahlen aus eigener Kraft? Bayer zeigt es mit Studien, die Deutsche Bank am Mittwoch mit Quartalszahlen, Rheinmetall mit Aufträgen. Dazu kommen die Zinsentscheide von Fed und EZB sowie eine Wahl in Brasilien, die bis an Europas Börsen reicht.
Bayer: Nubeqa erschließt einen neuen Markt
Nubeqa ist Bayers Mittel gegen Prostatakrebs. In der großen Studie ging es um Männer mit lokal begrenztem Tumor und sehr hohem Rückfallrisiko. Alle bekamen Hormonentzug und Bestrahlung, dazu entweder Nubeqa oder ein Scheinmedikament. Mit Nubeqa sank das Risiko, dass der Krebs streut oder der Patient stirbt, um 58 Prozent.
Wie groß kann Nubeqa werden? Bank of America erwartet einen Spitzenumsatz im hohen einstelligen Milliardenbereich. Der Durchschnitt der Analystenschätzungen lag bisher bei 5,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Xarelto, bisher Bayers größter Pharma-Erfolg, kam in der Spitze auf 4,7 Milliarden Euro.
Für Anleger zählt weniger der heutige Kurssprung als die Folge: Die Analysten müssen ihre Umsatzmodelle für die Pharmasparte anheben. JPMorgan hält die Markterwartungen für zu niedrig und nennt ein Kursziel von 61 Euro, die Bayer-Aktie steht bei 45,48 Euro. Dazu kommt Chinas Zulassung für den Gerinnungshemmer Asundexian, der zuvor in einer Studie für ein anderes Anwendungsgebiet gescheitert war. Die Quartalszahlen folgen am 3. November.
Wenn ein Konzern wie Bayer mit belastbaren Studiendaten die Erwartungen neu justiert, zeigt sich, wie viel Qualität und echtes Wachstum am Aktienmarkt wert sind. Ein Report stellt fünf Unternehmen vor, die nach Qualität, Wachstum und Trendfaktoren statt nach blinder Spekulation ausgewählt wurden und für 2026 eine überzeugende Wachstumsperspektive bieten. Die fünf ausgewählten Unternehmen kostenlos ansehen
Deutsche Bank: Am Mittwoch zählt die Vorsorge
Die Deutsche Bank legt am Mittwoch Zahlen zum dritten Quartal vor, und die Erwartungen sind verhalten. Analysten rechnen mit etwas weniger Gewinn vor Steuern als im Vorjahr. Entscheidend ist aber die Risikovorsorge: das Geld, das eine Bank für mögliche Kreditausfälle zurücklegt. Sie soll um 17 Prozent steigen.
Die Aktie der Deutschen Bank hat vor dem Termin viel verloren. Sie notiert bei 28,54 Euro und damit weit unter dem September-Hoch von 35,84 Euro. Die Kursziele von UBS, JPMorgan und Goldman Sachs liegen deutlich darüber.
Heute verlängerte Zurich die Vertriebspartnerschaft mit Deutscher Bank, Postbank und DWS vorzeitig bis Ende 2042. Hintergrund ist das staatlich geförderte Altersvorsorgedepot ab Januar 2027. Europas Banken kosten an der Börse 11,4 Jahresgewinne, der Gesamtmarkt 14,6; Fachleute nennen das Kurs-Gewinn-Verhältnis.
Gerechtfertigt bleibt dieser Abschlag nur, wenn steigende Zinsen die Kreditqualität tatsächlich verschlechtern, und genau das zeigen die Zahlen am Mittwoch.
Rheinmetall: Volle Bücher, offener Preis
Bei Rheinmetall steht die Nachfrage außer Frage, strittig ist der Preis der Aktie. Zur Monatsmitte rutschte sie vom Hoch zurück, hielt aber die Marke von 1.000 Euro. Seit Jahresbeginn liegt die Rheinmetall-Aktie dennoch 33 Prozent im Minus.
Woher soll neuer Schwung kommen? Rheinmetall hat eine Produktionsstätte in Großbritannien eröffnet, und aus Italien stehen Panzeraufträge über rund 3,7 Milliarden Euro in Aussicht. Wie weit die Meinungen auseinandergehen, zeigen zwei Analysehäuser. Berenberg sieht kein weiteres Potenzial, die Deutsche Bank über 70 Prozent.
Offen ist also, was Anleger für lange Projektlaufzeiten zahlen sollen. Die Quartalszahlen am 5. November müssen darauf mit Aufträgen antworten.
Fed und EZB: Stillhalten ohne Entwarnung
Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch, die EZB am Donnerstag. Beide dürften die Zinsen unverändert lassen. Der Markt rechnet aber mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Fed-Erhöhung im Dezember. Grund sind die Preise: Die US-Inflation stieg im September auf 3,7 Prozent.
Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen liegt knapp unter 5 Prozent. Anfang Oktober hatte sie den höchsten Stand seit 24 Jahren erreicht.
Was heißt das für Sie? Banken verdienen an diesem Zinsniveau, aber nur, solange die Schuldner zahlen. Der hohe Ölpreis bleibt dabei der Störfaktor für genau diese Rechnung.
Brasilien: Lulas Sieg erreicht Iberiens Börsen
Lula da Silva hat die Stichwahl in Brasilien gegen Flávio Bolsonaro gewonnen, der das Ergebnis anficht. Der iShares MSCI Brazil ETF, ein börsengehandelter Fonds auf brasilianische Aktien, lag vorbörslich rund 26 Prozent im Minus.
In Europa trifft es Firmen mit Brasilien-Geschäft. Galp verliert in Lissabon 10 Prozent, auch Santander gibt nach. Telefonica fällt auf den tiefsten Stand seit 52 Wochen, zusätzlich belastet durch JPMorgan. Die Bank rät nun, die Telefonica-Aktie unterzugewichten.
Wer spanische Banken oder Telekomwerte hält, hat seit heute ein Brasilien-Risiko im Depot. Solange die Anfechtung läuft, bildet der Kurs dieses Risiko noch nicht vollständig ab.
Während Zinsentscheide und Brasilien-Risiken die Indizes bremsen, richtet sich der Blick auf Branchen mit eigener Dynamik. Analyst Mike Rückert nennt in seinem PDF-Sonderreport fünf Aktien aus Bereichen wie Energie, Gesundheit und Hightech, die 2026 das größte Renditepotenzial haben sollen. Den Sonderreport mit den fünf Aktien herunterladen
Unterm Strich
Die Woche hat drei Prüfsteine: die Deutsche Bank am Mittwoch, die Notenbanken am Mittwoch und Donnerstag, Bayer und Rheinmetall Anfang November. Bayer hat heute vorgelegt, was die anderen erst beweisen müssen. Die Verbesserung kommt aus dem eigenen Geschäft und hängt nicht vom Zinspfad ab.
Bis zu den Zinsentscheiden spricht viel für Zurückhaltung und für Firmen, die wenig frisches Geld brauchen.
Beste Grüße, Ihr Eduard Altmann
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