S&P Global Aktie: PMI-Daten übertreffen Erwartungen
Die Einkaufsmanagerindizes von S&P Global übertreffen die Prognosen deutlich. Vor allem die Industrie in der Eurozone und Deutschland zeigt ein unerwartet kräftiges Wachstum, während die Dienstleister schwächeln.

Kurz zusammengefasst
- Eurozone-Industrie wächst stärkstes seit 4,5 Jahren
- Deutsche Industrie übertrifft Erwartungen deutlich
- Dienstleistungssektor in Deutschland unter Prognose
- S&P Global veröffentlicht PMI-Daten für Asien-Pazifik
Wenn Volkswirte mit einem Rückgang rechnen und die Zahlen stattdessen steigen, wird es interessant. Genau das ist an diesem Freitag mit den Einkaufsmanagerindizes passiert, die S&P Global für mehrere große Volkswirtschaften veröffentlicht hat. Für den Datenanbieter selbst sind diese PMI-Reihen ein zentrales Geschäftsfeld — und die aktuellen Zahlen liefern gleich mehrere Überraschungen.
Eurozone übertrifft, Deutschland bremst leicht
Der Sammelindex für die Eurozone kletterte im August auf 52,1 Punkte, nach 52,0 im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 51,5 Zähler gerechnet. Besonders das verarbeitende Gewerbe legte kräftig zu und erreichte mit 52,8 Punkten das stärkste Wachstum seit viereinhalb Jahren. Der Dienstleistungssektor stagnierte bei 51,7 Zählern, genau im Rahmen der Prognosen.
S&P-Global-Chefvolkswirt Chris Williamson sieht darin ein Signal für ein robustes BIP-Wachstum im dritten Quartal von rund 0,3 Prozent. Die Industrie habe die Führungsrolle übernommen, während die Dienstleister nach einer schwachen Phase im zweiten Quartal wieder solide Zuwächse verzeichnen.
Deutschland zeigt ein gemischteres Bild. Der Sammelindex fiel leicht auf 51,0 von 51,3 Punkten, blieb aber oberhalb der Wachstumsschwelle von 50. Auffällig: Das verarbeitende Gewerbe sprang auf 54,1 Punkte von 52,2 — deutlich über der Erwartung von 52,5. Der Servicesektor dagegen rutschte auf 48,5 Punkte ab, nach Prognosen von 50,2 Zählern hatte hier niemand mit einem Rückgang unter die Wachstumsmarke gerechnet.
S&P-Global-Ökonom Phil Smith verweist auf das stärkste Wachstum bei Produktion, Aufträgen und Exporten seit Anfang 2022. Das dürfte auch Aufholeffekte nach der Verunsicherung durch den Ölpreisanstieg im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt widerspiegeln.
Asien-Pazifik-Region liefert weitere Datenpunkte
Auch aus Australien kamen an diesem Freitag PMI-Zahlen: Die Privatwirtschaft expandierte zum vierten Mal in fünf Monaten, getragen vom Dienstleistungssektor. Der zusammengesetzte Index sank zwar auf 52,5 Punkte von 53,2 im Vormonat, blieb aber komfortabel im Wachstumsbereich.
Für Japan standen die vorläufigen August-Werte ebenfalls auf der Agenda, nachdem die Indizes im Juli bei 54,5 (verarbeitendes Gewerbe), 51,2 (Dienstleistungen) und 52,7 (Sammelindex) gelegen hatten.
Für S&P Global als Unternehmen zeigt dieser Datenreigen, wie breit die PMI-Reihen mittlerweile verankert sind — von Europa über Großbritannien bis in den Pazifikraum. Die nächsten Veröffentlichungen dürften erneut zeigen, ob sich die Industrie-Erholung in der Eurozone und Deutschland fortsetzt oder ob die schwächelnden Dienstleistungssektoren die Wachstumsdynamik bremsen.
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