D-Wave Quantum Aktie: 33,4 Millionen Buchungen, Kurs fällt
Kurzer Höhenflug der D-Wave-Aktie nach Trump-Dekret endet mit Verlusten. Analysten bleiben trotz schwacher Kursdynamik optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Kurs fällt nach kurzer Rallye
- Trump-Dekret beflügelt nur kurz
- Analysten bestätigen Kaufempfehlungen
- Rekordbuchungen bei geringem Umsatz
Der Schwung war da — kurz. Ein Dekret aus dem Weißen Haus trieb D-Wave-Aktien am Dienstag nach oben. Keine 48 Stunden später ist der Gewinn weg, und der Kurs fällt weiter.
Am Donnerstag notiert die Aktie bei 19,45 Euro, ein Minus von 3,19 Prozent. In den vergangenen 30 Tagen hat das Papier fast 19 Prozent verloren und liegt damit spürbar unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 20,16 Euro.
Politischer Rückenwind, der nicht trägt
Auslöser der kurzen Rallye war eine Verfügung von Präsident Trump. Er ordnete den Aufbau eines leistungsfähigen Quantencomputers für die Wissenschaft an — betriebsbereit bis 2029. Außerdem sollen Regierungssysteme bis 2030 oder 2031 durch quantenbasierte Kryptografie gesichert werden.
Für Anbieter wie D-Wave öffnet das direkte Türen zu Regierungsaufträgen. Momentum-Trader reagierten sofort: Am Dienstag wurden 5,3 Call-Optionen je Put gekauft — ein klares Zeichen für kurzfristigen Optimismus.
Der hielt nicht. Bis Mittwochnachmittag hatte die Aktie alle Gewinne abgegeben und 8,9 Prozent verloren. Am Donnerstag setzt sich der Rückgang fort. Betroffen sind auch Wettbewerber wie RGTI, QBTS und IonQ — der Skeptizismus ist sektorweit.
Analysten bleiben optimistisch
Das Kursgeschehen ändert nichts an der Einschätzung der Wall Street. Mizuho-Analyst Vijay Rakesh hob sein Kursziel Mitte Juni auf 35 Dollar an und behielt das „Outperform“-Rating. Er verwies auf D-Waves ersten Analyst Day und den Technologie-Fahrplan: zehn logische Qubits bis 2030, hundert bis 2032.
Rosenblatt bleibt ebenfalls bei „Buy“ mit einem Kursziel von 43 Dollar. Im Schnitt empfehlen 15 Analysten die Aktie mit „Strong Buy“ und sehen den fairen Wert bei 36,84 Dollar — weit über dem aktuellen Kurs.
Rekord-Buchungen, aber kaum Umsatz
Hinter dem Kursrückgang steckt ein handfestes Spannungsfeld. D-Wave meldete für das erste Quartal 2026 Buchungen von 33,4 Millionen Dollar — ein Plus von fast 2.000 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Darunter ein 20-Millionen-Dollar-Systemkauf der Florida Atlantic University und ein Zweijahresvertrag über 10 Millionen Dollar mit einem Fortune-100-Konzern.
In anerkannten Umsatz verwandeln sich diese Buchungen nur langsam. Für 2026 erwartet die Wall Street 42 Millionen Dollar Umsatz, 2027 sollen es rund 85 Millionen sein. Mit einer Barreserve von 588 Millionen Dollar hat D-Wave genug Spielraum, um diesen Übergang zu finanzieren.
Produkt-Pipeline wächst
Abseits der Kursdebatte baut D-Wave sein Angebot aus. Das Unternehmen kündigt einen Gate-Modell-Quantensimulator an — geplant als erster seiner Art für fehlerbasiertes Programmieren. Ab September 2026 soll er über die Leap-Cloud-Plattform verfügbar sein, mit bis zu 21 Qubits und Monte-Carlo-Simulationstools.
Das Gesamtbild bleibt damit zweigeteilt: starke Technologie-Substanz, schwache Kursdynamik. Vom 52-Wochen-Hoch bei 38,48 Euro ist die Aktie noch knapp 50 Prozent entfernt. Am 6. August legt D-Wave Quartalszahlen vor — dann zeigt sich, ob die Rekord-Buchungen endlich als Umsatz durchschlagen.
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