XRP: CLARITY Act vor Senatsabstimmung
Nach einem kurzen Ausbruch notiert XRP wieder an der entscheidenden Marke von 1,09 Dollar. Politische Entwicklungen um den CLARITY Act rücken in den Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Kursrückfall auf 1,09 Dollar
- Short Squeeze verpufft schnell
- CLARITY Act als Hoffnungsträger
- Neue Wallets und ETF-Zuflüsse
Ein Ausbruch, ein Short Squeeze, ein Rückfall — XRP hat in dieser Woche das volle Programm kryptotypischer Kursschwankungen durchlaufen. Nach dem Sprung über die Marke von 1,10 US-Dollar trieb ein Short Squeeze die Marktkapitalisierung zwischenzeitlich auf rund 71 Milliarden Dollar. Mittlerweile notiert die Kryptowährung wieder bei 1,09 Dollar — exakt an jener Unterstützungszone, die Analysten als entscheidend markiert hatten.
Der Handel lief zuletzt lebhaft. Allein auf der südkoreanischen Börse Upbit wechselten 113,18 Millionen XRP innerhalb von 24 Stunden den Besitzer. Das Handelsvolumen von 1,7 Milliarden Dollar übertraf dort sogar das von Bitcoin.
Technische Lage bleibt angespannt
Der Rücksetzer zeigt sich auch in den Indikatoren. Der RSI liegt aktuell bei 42,9 und signalisiert damit eher Zurückhaltung als Aufbruchstimmung. Zum Vergleich: Anfang Juli hatte ein SuperTrend-Kaufsignal — das erste seit Mitte Juni — noch für Rückenwind gesorgt.
XRP notiert derzeit unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 1,21 Dollar, der 200-Tage-Durchschnitt bei 1,49 Dollar. Vom Jahreshoch bei 3,65 Dollar trennen den Coin fast 70 Prozent.
Die Zone zwischen 1,08 und 1,10 Dollar gilt als kritische Verteidigungslinie. Rutscht XRP darunter, drohen Analysten zufolge weitere Verkäufe bis zur runden Marke von 1,00 Dollar. Nach oben braucht es zunächst einen Sprung über 1,15 Dollar, um wieder Richtung 1,20 Dollar zu laufen.
Der CLARITY Act als Kurstreiber
Der eigentliche Auslöser der jüngsten Bewegung liegt nicht im Chart, sondern in Washington. Die Major County Sheriffs of America gaben ihren Widerstand gegen die DeFi-Klauseln des CLARITY Act auf und wechselten in eine neutrale Haltung. Kurz zuvor hatte die National Organization of Black Law Enforcement Executives das Gesetz als erste Strafverfolgungsorganisation überhaupt unterstützt.
Senatorin Cynthia Lummis drängt nun auf eine Abstimmung im Senat noch vor der Sommerpause, die am 10. August beginnt. Bei Polymarket schwankt die Wahrscheinlichkeit für eine Verabschiedung 2026 derzeit um 58 Prozent. Finanzminister Scott Bessent hatte den Kongress zuletzt aufgefordert, das Gesetz zügig zu verabschieden, um Krypto-Aktivitäten in die USA zurückzuholen.
Der Senat kehrt am 13. Juli aus der Pause zurück — damit bleibt ein enges Zeitfenster von zwei Wochen. Für die nötige 60-Stimmen-Mehrheit brauchen die Republikaner mindestens sieben demokratische Stimmen. Scheitert der Anlauf vor der August-Pause, rechnen Analysten von Galaxy Research mit erheblichen Verzögerungen — eine umfassende US-Krypto-Regulierung könnte sich dann bis 2027 oder länger verschieben.
Whales aktiv, Ripple hält Angebot knapp
Abseits der Politik zeigt die Blockchain selbst reges Interesse. Am 4. Juli entstanden 5.000 neue Wallets an einem einzigen Tag — der höchste Wert seit drei Monaten. Parallel dazu flossen den XRP-Spot-ETFs bereits am 2. Juli rund 6,55 Millionen Dollar zu, trotz der Marktschwankungen.
Ripple selbst hält sich an seinen monatlichen Rhythmus. Von der freigegebenen Milliarde XRP wanderten 700 Millionen Token zurück ins Escrow — 70 Prozent der Ausgabe. Das Unternehmen sichert damit ein berechenbares Angebot am offenen Markt.
Die kommenden zwei Wochen dürften über die Richtung entscheiden. Scheitert der CLARITY Act an der 60-Stimmen-Hürde vor dem 10. August, verliert XRP einen zentralen Kurstreiber für den Rest des Jahres. Gelingt der Durchbruch, sehen Analysten von Standard Chartered bis Jahresende sogar Kursziele um 2,80 Dollar — eine Spanne, die angesichts des aktuellen Kurses von 1,09 Dollar zeigt, wie viel von der Gesetzgebung abhängt.
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