Vonovia Aktie: Cashflow bricht um 45 Prozent ein

Vonovia hält an EBITDA-Prognose fest, verzeichnet aber sinkenden Gewinn und deutlichen Cashflow-Rückgang. Der Portfoliowert stabilisiert sich.

Andreas Sommer ·
Vonovia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Jahresprognose bleibt unverändert
  • Gewinn und Cashflow rückläufig
  • Immobilienportfolio gewinnt an Wert
  • Mietwachstumsprognose leicht gesenkt

Vonovia hat am heutigen Mittwoch seinen Halbjahresbericht 2026 vorgelegt und dabei die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Der Wohnungskonzern rechnet weiterhin mit einem bereinigten EBITDA zwischen 2,95 und 3,05 Milliarden Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die Zahlen zum ersten Halbjahr selbst fielen dagegen gemischt aus.

Gewinn schrumpft, Cashflow bricht ein

Das bereinigte Periodenergebnis für die Aktionäre sank im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent auf 771,6 Millionen Euro beziehungsweise 0,91 Euro je Aktie. Deutlicher fiel der Rückgang beim operativen Free Cashflow aus: Er brach um 45 Prozent auf 607,5 Millionen Euro ein. Vonovia führt den Einbruch vor allem auf geleistete Dividendenzahlungen zurück, nicht auf eine Verschlechterung des operativen Geschäfts. Für Anleger bleibt damit die Frage im Raum, wie belastbar die Kapitalausstattung angesichts der weiter hohen Zinslast im Immobiliensektor ist.

Auf der Finanzierungsseite zeigte sich der Konzern aktiv: Seit Jahresbeginn schloss Vonovia Refinanzierungen über insgesamt 4,4 Milliarden Euro zu einem durchschnittlichen Kupon von rund 3,2 Prozent ab. Parallel dazu verkaufte das Unternehmen im ersten Halbjahr Immobilien im Volumen von etwa 700 Millionen Euro – ein Beleg dafür, dass der Portfolioabbau trotz eines nach wie vor schwierigen Transaktionsmarktes weiterläuft.

Portfolio legt zu, Mietwachstum wird gebremst

Positiver fällt der Blick auf die Bestandsbewertung aus. Der Verkehrswert des Immobilienportfolios lag zum 30. Juni bei 81,8 Milliarden Euro, nach einem organischen Wertzuwachs von 1,1 Prozent ohne Berücksichtigung von Investitionen. Nach Jahren fallender Bewertungen im Zuge der Zinswende deutet das auf eine Stabilisierung des deutschen Wohnimmobilienmarktes hin.

Einen Wermutstropfen gibt es beim Mietwachstum: Das Management senkte die Prognose für das organische Mietwachstum im laufenden Geschäftsjahr um 20 Basispunkte. Grund sind laut einem Bericht von Dow Jones regulatorische Effekte im Zusammenhang mit dem Berliner Mietspiegel. Die Anpassung fällt zwar überschaubar aus, zeigt aber, wie stark regulatorische Eingriffe einzelner Kommunen das Ertragsprofil des größten deutschen Wohnungsunternehmens beeinflussen können.

Analysten sehen weiter Potenzial

JPMorgan-Analyst Neil Green bekräftigte am heutigen Mittwoch seine Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 34,50 Euro. Er hebt laut dpa-AFX die operative Resilienz im Vermietungsgeschäft hervor, verweist aber zugleich auf das weiterhin herausfordernde Umfeld für Immobilienverkäufe. Ende Juli hatte zudem eine automatisierte Kursziel-Einschätzung eines Handelsdesks die Aktie auf Basis quantitativer Kriterien mit einem Zielwert von 31,13 Euro als unterbewertet eingestuft.

Der Markt reagierte auf die Zahlen zunächst verhalten: Die Aktie gab um 1,06 Prozent nach und notiert damit unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt, von dem sie 9,31 Prozent entfernt liegt. Seit Jahresbeginn steht für das Papier ein Minus von 12,92 Prozent zu Buche. Die Kombination aus bestätigter Gewinnprognose, wachsendem Portfoliowert und zugleich schrumpfendem Cashflow lässt Anleger offenbar vorerst abwarten, wie nachhaltig die operative Stabilisierung tatsächlich ist.

Der nächste Fixpunkt für die Aktie folgt am 4. November, wenn Vonovia die Zwischenmitteilung zum dritten Quartal veröffentlicht. Bis dahin dürfte insbesondere die Entwicklung des Cashflows im Fokus der Investoren stehen, ebenso wie die Frage, ob sich die regulatorischen Eingriffe bei den Mieten auf weitere Städte ausweiten.

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21,13 EUR

– 0,47 EUR -2,18 %
KGV 5,35
Sektor Liegenschaften
Div.-Rendite 5,87 %
Marktkapitalisierung 18,03 Mrd. EUR
ISIN: DE000A1ML7J1 WKN: A1ML7J

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