Almonty Aktie: 21-Jahre-Vertrag mit Global Tungsten
Almonty Industries verbindet eine Aktienplatzierung über 246,79 Millionen US-Dollar mit steigenden Erlösen und dem Produktionsstart in Sangdong.

Kurz zusammengefasst
- Aktienausgabe über 246,79 Millionen US-Dollar
- Sangdong-Produktion ist angelaufen
- Quartalsumsatz steigt um 498 Prozent
- Rückkaufprogramm über 300 Millionen US-Dollar
Almonty Industries treibt seine Kapitalmarktstrategie mit einer milliardenschweren Aktienplatzierung voran, während im Hintergrund die operative Wende bereits in den Zahlen sichtbar wird.
Das Unternehmen hat eine Shelf-Registrierung für die Ausgabe von Stammaktien im Volumen von umgerechnet rund 246,79 Millionen US-Dollar eingereicht, einschließlich einer Komponente für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme. Die Flexibilität soll die Optimierung der Sangdong-Mine in Phase I finanzieren, eine mögliche Phase II vorbereiten und zugleich ein angrenzendes Molybdän-Projekt absichern.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Am heutigen Freitag läuft mit der Suspendierung der CDIs an der australischen Börse ASX ein weiterer Schritt im Rückzug von mehreren Handelsplätzen, formal wirksam wird das Delisting am 1. September. Nach dem Ende der Notierung an der Toronto Stock Exchange Ende Juli konzentriert Almonty seine Handelsaktivität künftig auf Nasdaq und Frankfurt.
Parallel dazu hatte der Vorstand am Montag, dem 17. August, ein Rückkaufprogramm über bis zu 300 Millionen US-Dollar genehmigt, mit dem bis zu 14,4 Millionen Stammaktien binnen 36 Monaten erworben werden können – laut Unternehmensangaben eine Reaktion auf die Diskrepanz zwischen Börsenwert und dem tatsächlichen Wert der Wolfram-Assets.
Bilanz zeigt fundamentale Basis für die Kapitalmaßnahmen
Dass Almonty sich derart offensiv am Kapitalmarkt bewegt, hat einen bilanziellen Hintergrund. Die im Juli abgeschlossene Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar hat die Kasse auf rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar zum 30. Juni gehoben.
Operative Aktivitäten erzeugten im ersten Halbjahr einen Mittelzufluss von 31,6 Millionen kanadischen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Abfluss von 14,9 Millionen kanadischen Dollar zu verzeichnen war.
Der Umsatz des zweiten Quartals stieg um 498 Prozent auf 43,0 Millionen kanadische Dollar, getrieben von der Preisentwicklung bei Wolfram und noch überwiegend von der Panasqueira-Mine getragen – Sangdong befand sich zum Quartalsende weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase, seit vergangenem Mittwoch läuft dort die Produktion.
Die Ertragsseite fällt entsprechend deutlich aus: Die operative Bruttomarge im Bergbaugeschäft lag bei 60,7 Prozent, das operative Ergebnis im Minengeschäft bei 26,1 Millionen kanadischen Dollar gegenüber einem Verlust von 0,9 Millionen im Vorjahresquartal.
Der ausgewiesene Nettogewinn von 181,8 Millionen kanadischen Dollar ist allerdings maßgeblich von nicht zahlungswirksamen Bewertungsgewinnen aus Derivaten und Warrants in Höhe von rund 173,1 Millionen kanadischen Dollar geprägt und damit kein reines Spiegelbild des operativen Geschäfts.
Vertragswerk untermauert langfristige Perspektive
Zusätzliche Substanz erhält die Wachstumsstory durch die im Juli verlängerte Abnahmevereinbarung mit Global Tungsten & Powders, der zum Plansee-Konzern gehörenden Gesellschaft.
Die Vertragslaufzeit für Sangdong-Wolframkonzentrat wurde um sechs Jahre auf 21 Jahre ab Erstlieferung ausgedehnt, die kontrahierte Gesamtmenge stieg von 3,15 Millionen auf 4,41 Millionen metrische Tonneneinheiten. Nach dem Hochlauf sind mindestens 210.000 Tonneneinheiten pro Jahr fest vereinbart, die Preiskonditionen verbesserten sich um 6,3 Prozent auf alle kontrahierten Mengen.
Der Vertrag deckt rund 90 Prozent der Phase-I-Produktion an Wolframkonzentrat aus Sangdong ab und schafft damit einen verlässlichen Abnahmerahmen bis in die späten 2040er Jahre. Zusätzlich tilgte Almonty im Juli einen KfW-Terminkredit über 14,662 Millionen Euro vollständig, was die Entschuldung der Bilanz weiter voranbringt.
Am Aktienmarkt spiegelt sich die Gemengelage aus Kapitalmaßnahmen, Bilanzstärke und operativem Hochlauf in einer Bewertung von rund 2,72 Milliarden Euro. Der Kurs notiert bei 16,25 Euro und damit 23 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt, bleibt aber rund 21 Prozent unter dem im April erreichten 52-Wochen-Hoch von 20,61 Euro.
Die kommenden Quartalszahlen, die für den 2. November angesetzt sind, dürften erstmals zeigen, welchen Ergebnisbeitrag die angelaufene Sangdong-Produktion tatsächlich liefert.
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