Commerzbank Aktie: UniCredit eskaliert den Kampf
UniCredit übertrifft eigene Zielmarke bei Commerzbank deutlich. Das Management bestreitet echte Aktionärszustimmung und schaltet die Bafin ein.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit steigert Anteil auf 37,7 Prozent
- Commerzbank bestreitet echte Investorenzustimmung
- Bafin in Übernahmepoker eingeschaltet
- Angebot liegt unter aktuellem Börsenkurs
UniCredit dreht die Daumenschrauben. Die italienische Großbank hat ihre rechnerische Beteiligung an der Commerzbank auf 37,7 Prozent erhöht — und damit die selbst gesteckte Zielmarke von 30 Prozent deutlich überschritten. Inklusive Instrumenten mit physischer Abwicklungsoption steigt die Zahl sogar auf 40,9 Prozent.
Zahlen unter Beschuss
Das Tempo überrascht. Innerhalb einer Woche stieg die angediente Aktienquote von 7,58 auf 10,91 Prozent — obwohl das Angebot unter dem aktuellen Börsenkurs liegt. UniCredit bietet 0,485 eigene Anteile je Commerzbank-Aktie, was auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger wert ist, als die Aktie an der Börse bringt.
Genau hier setzt die Commerzbank-Führung an. Sie bestreitet, dass die Andienungen echte Investorenzustimmung widerspiegeln. Nach eigenen Angaben konnte bislang keine einzige Annahme eines institutionellen Investors identifiziert werden. Die bisher angedienten Papiere stammten überwiegend von Banken, die zugleich Derivate-Gegenparteien von UniCredit seien — keine unabhängigen Aktionäre. Privatanleger hätten insgesamt lediglich rund 0,05 Prozent beigetragen. Die Bafin ist bereits eingeschaltet.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Commerzbank?
Schusswechsel auf offener Bühne
UniCredit weist die Vorwürfe scharf zurück. Die Commerzbank-Führung dürfe sich zwar gegen das Angebot aussprechen, aber sie dürfe nicht „die Integrität des Bieterverfahrens untergraben, indem sie unbegründete Vorwürfe erhebt“. Alle Offenlegungen erfolgten nach gesetzlichen Anforderungen und in transparentem Dialog mit der Bafin. Ab sofort will UniCredit täglich über neu angediente Aktien informieren — ein klarer Versuch, Dynamik zu demonstrieren.
Die Bundesregierung, noch selbst an der Commerzbank beteiligt, stellt sich ebenfalls gegen die Übernahme. UniCredit behält sich vor, die bis zum 16. Juni laufende Offerte bis zum 3. Juli zu verlängern. Kein Wunder, dass der Commerzbank-Kurs im nachbörslichen Handel leicht anzog — das Übernahmedrama hält die Aktie in Bewegung, auch wenn das Ausmaß der echten Investorenzustimmung vorerst strittig bleibt.
Commerzbank-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Commerzbank-Analyse vom 9. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Commerzbank-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Commerzbank-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Commerzbank: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...