Almonty Aktie: TSX-Delisting am 31. Juli, Nasdaq-Fokus
Almonty Industries verzeichnet Kursverluste durch Börsenwechsel, während die operative Entwicklung der Sangdong-Mine positive Signale sendet.

Kurz zusammengefasst
- Börsenwechsel von TSX und ASX zur Nasdaq
- Kursrückgang von über 21 Prozent in 30 Tagen
- Wolframpreis steigt auf über 3.000 Dollar
- Sangdong-Mine als zentraler Wachstumstreiber
Ein Wolfram-Produzent verabschiedet sich von zwei Börsenplätzen, um an einem dritten groß rauszukommen. Klingt nach einem klugen Schachzug. An der Börse sieht das gerade anders aus: Almonty Industries verliert an einem einzigen Tag 4,31 Prozent und notiert bei 18,00 CAD. Über 30 Tage steht ein Minus von 21,74 Prozent zu Buche. Wer nur auf den Chart schaut, könnte an nachlassendem Interesse glauben. Wer genauer hinschaut, erkennt einen Konzern mitten in einem der ambitioniertesten Strukturumbauten seiner Geschichte.
Der Abschied von Toronto und Sydney
Almonty zieht sein Kapitalmarkt-Engagement zusammen. Die Notierung an der Toronto Stock Exchange endet am 31. Juli 2026 – also in dieser Woche. Die Australische Börse ASX folgt am 1. September 2026. Künftig soll die Nasdaq das Zentrum der globalen Wachstumsstrategie werden.
Für Aktionäre in Kanada und Australien bedeutet das: Wechsel in Umtauschprogramme oder Ausstieg. Genau das erzeugt den technischen Verkaufsdruck, den der Kurs gerade zeigt. Das hat wenig mit der operativen Verfassung des Unternehmens zu tun – und trotzdem trifft es den Aktienkurs hart.
Der Kursverlauf der vergangenen Wochen wirkt dramatischer, als er ist, wenn man das größere Bild betrachtet. Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 49,13 Prozent im Plus, auf Zwölf-Monats-Sicht sogar mit 265,11 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 33,35 CAD, erreicht im April, trennen den aktuellen Kurs zwar fast 46 Prozent. Verglichen mit dem Tief von 4,36 CAD aus dem Juli 2025 bleibt aber ein gewaltiger Abstand nach oben.
Warum Sangdong der eigentliche Grund ist
Der Wechsel an die Nasdaq hat einen konkreten Auslöser: die Sangdong-Mine in Südkorea. China kontrolliert aktuell rund 80 Prozent der weltweiten Wolfram-Produktion. Der Westen sucht händeringend nach Alternativen für seine kritischen Rohstoff-Lieferketten. Sangdong ist in diesem Wettlauf zu einem der wichtigsten Projekte außerhalb Chinas geworden.
Die Preisentwicklung unterstreicht die Dringlichkeit. Wolfram hat sich seit Anfang 2025 fast verneunfacht und notiert inzwischen über 3.000 Dollar pro Tonneneinheit. Almontys Abnehmer Plansee, ein Schwergewicht der Branche, hat sich bereits den Großteil der künftigen Produktion gesichert. Für das zweite Halbjahr 2026 rechnet Almonty mit einem deutlichen Sprung bei Umsatz und Gewinn, sobald die Mine hochfährt.
Diese operative Dynamik steht in einem eigenartigen Kontrast zur aktuellen Marktbewertung von 3,33 Milliarden Euro. Der fundamentale Fortschritt der Mine trifft auf die technischen Verwerfungen des Börsenwechsels – zwei Kräfte, die im Moment gegeneinander arbeiten.
Ein überverkaufter Titel mit intaktem Fundament
Die technischen Indikatoren sprechen eine klare Sprache. Der 14-Tage-RSI liegt bei 36,6 – ein Wert, der auf eine überverkaufte Aktie hindeutet. Gleichzeitig notiert der Kurs 6,17 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 19,18 CAD, also unterhalb des langfristigen Trends.
Was heißt das für die Einordnung? Der Markt reagiert misstrauisch auf die technischen Komplikationen des Börsenwechsels, nicht auf die Aussichten der Mine selbst. Genau diese Trennung zwischen kurzfristiger Marktmechanik und langfristigem Rohstoff-Narrativ macht den aktuellen Kursrückgang so lesenswert.
Wolfram bleibt knapp, der Westen bleibt abhängig von China, und Sangdong bleibt eines der wenigen Projekte, das daran etwas ändern kann. Sobald die TSX-Notierung in dieser Woche endet, verschiebt sich der Blick der Investoren zwangsläufig weg vom Börsenplatz hin zur Mine. Ob sich Almonty in der liquideren, aber auch unbarmherzigeren Nasdaq-Welt behaupten kann, entscheidet sich an der Frage, wie schnell Sangdong tatsächlich Umsatz und Gewinn liefert – nicht an der Frage, wo die Aktie notiert.
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