Almonty Aktie: 43 Millionen Umsatz bei 3.075 Dollar Wolfram
Almonty verzeichnet dank stark gestiegener Wolframpreise ein Rekordquartal. Die Sangdong-Mine liefert noch keine Umsätze, während das Unternehmen seine Börsennotierungen bündelt.

Kurz zusammengefasst
- Umsatzsprung auf 43 Mio. CAD
- Sangdong-Mine noch in Hochlaufphase
- Wandelanleihe bringt 800 Mio. USD
- Delisting von TSX und ASX
Fast 500 Prozent Umsatzplus in einem einzigen Quartal. Bei den meisten Unternehmen wäre das die ganze Geschichte. Bei Almonty Industries ist es erst der Anfang, denn die eigentliche Wachstumsquelle des Wolfram-Produzenten hat noch gar nicht richtig zu liefern begonnen.
Diamond Equity Research hat am 14. August 2026 eine aktualisierte Analyse zu Almonty veröffentlicht. Im Zentrum stehen die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 sowie der noch ausstehende Beitrag der Sangdong-Mine, dem Vorzeigeprojekt des Unternehmens.
Wolframpreis treibt Quartal auf Rekordniveau
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal auf 43,0 Millionen kanadische Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 7,2 Millionen. Der Treiber dahinter: Der durchschnittliche europäische APT-Preis für Wolfram stieg von rund 453 US-Dollar pro MTU auf etwa 3.075 US-Dollar.
Diese Preisentwicklung schlug direkt auf das Ergebnis durch. Das operative Bergbau-Einkommen erreichte 26,1 Millionen kanadische Dollar, nach einem Verlust von 0,9 Millionen im Vorjahr. Bei Herstellungskosten von 16,9 Millionen Dollar ergibt das eine Bruttomarge von 60,7 Prozent im Minenbetrieb.
Der ausgewiesene Nettogewinn sprang auf 181,8 Millionen kanadische Dollar, nach einem Verlust von 58,2 Millionen im Vorjahresquartal. Ein großer Teil davon, etwa 173,1 Millionen Dollar, stammt allerdings aus nicht zahlungswirksamen Gewinnen durch die Neubewertung von Derivaten und Warrants.
Wichtig für die Einordnung: Der Umsatz im zweiten Quartal stammte noch überwiegend aus der Panasqueira-Mine. Sangdong befand sich zum Quartalsende weiterhin in der Inbetriebnahme- und Hochlaufphase. Die Zahlen spiegeln den zusätzlichen Ertrag aus dem neuen Vorzeigeprojekt also noch gar nicht wider.
Wandelanleihe füllt die Kriegskasse
Auch die Bilanzseite hat sich fundamental verändert. Der operative Cashflow lag im ersten Halbjahr 2026 bei 31,6 Millionen kanadischen Dollar – nach einem Mittelabfluss von 14,9 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Den größeren Sprung brachte aber eine Wandelanleihe über 800 Millionen US-Dollar. Zusammen mit der operativen Cashgenerierung wuchs der Kassenbestand zum 30. Juni 2026 auf rund 1,23 Milliarden kanadische Dollar. Laut der Analyse gibt diese Liquidität dem Management genug Spielraum, um den restlichen Sangdong-Hochlauf und künftige Ausbaustufen zu finanzieren – ohne kurzfristig erneut an die Kapitalmärkte zu müssen.
Börsenlistings werden gebündelt
Parallel zur operativen Entwicklung strafft Almonty seine Börsennotierungen. Das Unternehmen ist zum Handelsschluss am 31. Juli 2026 freiwillig von der TSX abgemeldet. Die ASX hat dem Delisting nach der Listing Rule 17.11 zugestimmt.
Die Notierung an der australischen Börse soll zum 1. September 2026 enden. Bereits zum 28. August 2026 werden die dort gehandelten CHESS Depositary Interests ausgesetzt. Danach handelt die Aktie nur noch an der Nasdaq unter dem Kürzel „ALM“ sowie an der Frankfurter Börse unter „ALI1“.
Der Hintergrund ist simpel: Fast der gesamte tägliche Handel findet bereits an der Nasdaq statt. Die CDIs im australischen Register machten zum 14. Juli 2026 nur noch rund 0,80 Prozent der ausgegebenen Aktien aus. TSX und ASX haben für den Handel praktisch an Bedeutung verloren.
Abnahmevertrag mit mehr Volumen und besseren Preisen
Ergänzend verweist die Analyse auf den erweiterten Abnahmevertrag mit Global Tungsten & Powders, der Mitte Juli angepasst wurde. Die Vertragslaufzeit verlängert sich um sechs Jahre. Die kontrahierten Volumina steigen um 40 Prozent, die Preise für Almonty verbessern sich um etwa 6,3 Prozent auf alle vertraglich gebundenen Mengen.
In Kombination mit der gestärkten Kassenlage gibt dieser Vertrag Investoren mehr Sicherheit – sowohl bei der Finanzierung als auch bei der Umsatzplanung für die kommenden Jahre.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht damit noch bevor. Panasqueira liefert weiterhin den Großteil des laufenden Umsatzes, während Sangdongs Beitrag in den Zahlen bislang fehlt. Die kommenden Quartale werden zeigen, ob der Hochlauf der neuen Mine tatsächlich in höherem Ausstoß und mehr Umsatz mündet – und wie sich der Rückzug von TSX und ASX auf die Handelsliquidität der Aktie auswirkt, sobald der Prozess in den kommenden Wochen abgeschlossen ist.
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