Xiaomi: 20 Milliarden HKD für Aktienrückkauf
Steigende Chipkosten drücken Xiaomis Gewinn massiv. Ein neues Rückkaufprogramm soll das Vertrauen in die Aktie stärken.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn bricht um 43 Prozent ein
- Smartphone-Marge sinkt auf 10 Prozent
- EV-Sparte wächst, bleibt aber defizitär
- Rückkauf von 20 Milliarden HKD geplant
Starke Nachfrage, schwache Margen — und nun ein Milliarden-Rückkauf als Antwort. Xiaomi hat am Dienstag Quartalszahlen vorgelegt, die den Druck auf das Unternehmen deutlich sichtbar machen. Der Kurs reagierte mit einem Minus von rund vier Prozent.
Speicherchips fressen die Marge auf
Der Umsatz sank im ersten Quartal 2026 um 10,9 Prozent auf 99,1 Milliarden Yuan. Noch schmerzhafter traf es den bereinigten Nettogewinn: minus 43,1 Prozent auf 6,1 Milliarden Yuan — knapp unter den Analystenschätzungen von 6,4 Milliarden Yuan.
Der Haupttreiber ist bekannt, aber das Ausmaß überrascht. Speicherchips verteuerten sich im Quartal um bis zu 90 Prozent. Xiaomi verkauft einen Großteil seiner Geräte im preissensiblen Mittelklasse-Segment — Kostenerhöhungen lassen sich dort kaum weitergeben. Die Bruttomarge im Smartphone-Geschäft fiel auf 10,1 Prozent, nach 12,4 Prozent im Vorjahr.
Als Gegenmaßnahme setzt das Management auf das Premiumsegment. Die Smartphone-Auslieferungen gingen zwar um 19,2 Prozent auf 33,8 Millionen Einheiten zurück, der durchschnittliche Verkaufspreis je Gerät erreichte aber ein Rekordhoch.
E-Autos wachsen — und kosten
Das Elektrofahrzeug-Geschäft entwickelt sich zum zweitgrößten Umsatzträger. Im ersten Quartal lieferte Xiaomi knapp 81.000 Fahrzeuge aus, das Segment steuerte 19,9 Milliarden Yuan bei — bereits 20 Prozent des Konzernumsatzes.
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Der Aufbau hat seinen Preis. Der operative Verlust in der EV-Sparte belief sich auf 3,1 Milliarden Yuan. Konzernpräsident Lu Weibing hält dennoch am Jahresziel von 550.000 Auslieferungen fest. Parallel plant Xiaomi für 2027 den Eintritt in europäische Märkte, mit Deutschland und Frankreich als Kernmärkte.
Rückkauf soll Vertrauen signalisieren
Unmittelbar nach der Ergebnisveröffentlichung kündigte Xiaomi ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 20 Milliarden HKD an. Das Signal ist klar: Die Konzernführung hält die aktuelle Bewertung für zu niedrig. Den Kurs stabilisieren konnte die Ankündigung bislang nicht.
Die Aktie notiert aktuell bei 3,29 Euro — rund 51 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 6,69 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 27 Prozent verloren. Ob der Rückkauf dreht, hängt davon ab, wie schnell sich der Chippreisanstieg abschwächt. Das Management rechnet mit einer Entspannung ab dem dritten Quartal — dann folgen auch die nächsten Zahlen.
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