Voestalpine Aktie: Hy4Smelt-Anlage 2027 fertiggestellt

Voestalpine bestätigt den Baufortschritt bei Hy4Smelt in Linz. Die Anlage soll 2027 fertig werden und den Wandel zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion vorbereiten.

Dieter Jaworski ·
Moderne, nachhaltige Stahlproduktionsanlage mit glühendem Metall in einer futuristischen Industrieumgebung bei Sonnenaufgang. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Hy4Smelt-Anlage soll 2027 fertig werden
  • Bauarbeiten in Linz schreiten planmäßig voran
  • Rio Tinto liefert Erz und Expertise
  • EBIT steigt auf 307 Millionen Euro

Voestalpine kommt bei seinem zentralen Dekarbonisierungsprojekt planmäßig voran. Die Hy4Smelt-Demonstrationsanlage in Linz zur wasserstoffbasierten Stahlproduktion soll wie geplant 2027 fertiggestellt werden, bestätigte der Konzern in dieser Woche. Das Vorhaben ist Kernbestandteil des Transformationsprogramms „greentec steel“, mit dem der Stahlkonzern seine Produktion klimafreundlicher gestalten will.

Baufortschritt und Partner

Seit September vergangenen Jahres entstanden in Linz bereits Schmelzhalle, Mahl- und Trocknungsanlage sowie das Fundament für den sogenannten HYFOR-Turm. Zusätzlich verlegte Voestalpine rund einen Kilometer Wasserstoff-Pipeline zum benachbarten H2-Future-Werk. Die Schlüsselausrüstung – Schmelzofen und HYFOR-Reaktoren – soll ab Herbst dieses Jahres lieferbar sein. Der eigentliche Forschungsbetrieb ist ab November 2027 für drei Jahre angesetzt.

Voestalpine setzt bei dem Projekt auf zwei Partner: Primetals Technologies steuert die Technologieentwicklung bei, Rio Tinto liefert technische Expertise und rund 70 Prozent der benötigten Eisenerze.

Die Kooperation mit einem der weltweit größten Bergbaukonzerne unterstreicht, wie ernst Voestalpine die Rohstoffversorgung für die neue Prozesstechnologie nimmt – Direktreduktion mit Wasserstoff stellt andere Anforderungen an die Erzqualität als klassische Hochofenverfahren.

Parallel zum Bau in Linz laufen die Vorbereitungen für den nächsten, größeren Schritt: Die Elektrolichtbogenöfen in Linz und Donawitz, mit denen Voestalpine mittelfristig auf klimaschonendere Stahlerzeugung im industriellen Maßstab umstellen will, sollen im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen. Hy4Smelt liefert dafür die technologische Basis auf der Direktreduktionsseite.

Finanziell im Rückenwind

Der Umbau des Konzerns fällt in eine Phase, in der die Bilanz sich deutlich verbessert hat. Vor über einem Monat hatte Voestalpine für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 ein EBIT-Plus von 78,8 Prozent auf 307 Millionen Euro gemeldet, das Ergebnis nach Steuern lag bei 196 Millionen Euro.

Die Nettofinanzverschuldung sank binnen eines Jahres um 28,7 Prozent auf rund eine Milliarde Euro – Rückenwind für kapitalintensive Projekte wie Hy4Smelt. Die Jahresguidance mit einem EBITDA zwischen 1,60 und 1,85 Milliarden Euro bestätigte der Konzern damals unverändert.

Seit der Vorlage dieser Zahlen legte die Aktie um rund zwei Prozent zu. Am Markt kommt derzeit gut an, dass Voestalpine sowohl operativ liefert als auch sein Dekarbonisierungsprogramm ohne Verzögerungen umsetzt – ein Kombination, die angesichts der hohen Investitionslast im Stahlsektor keineswegs selbstverständlich ist.

Was die Investition bedeutet

Für Anleger ist der planmäßige Baufortschritt bei Hy4Smelt mehr als eine technische Randnotiz. Die europäische Stahlindustrie steht unter Druck, CO2-Emissionen zu senken, während Kunden zunehmend „grünen“ Stahl nachfragen. Voestalpine positioniert sich mit dem Linzer Projekt und der Partnerschaft mit Rio Tinto frühzeitig in diesem Markt.

Bis der kommerzielle Nutzen sichtbar wird, dürfte es aber noch dauern: Der eigentliche mehrjährige Forschungsbetrieb startet erst Ende 2027. Bis dahin bleibt die Umsetzung des Zeitplans der entscheidende Gradmesser für die Glaubwürdigkeit der gesamten Transformationsstrategie.

Anzeige

Voestalpine-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Voestalpine-Analyse vom 17. September liefert die Antwort:

Die neusten Voestalpine-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Voestalpine-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 17. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Voestalpine: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Voestalpine Aktie

46,80 EUR

+ 1,06 EUR +2,32 %
KGV 15,51
Sektor Grundlegende Materialien
Div.-Rendite 1,67 %
Marktkapitalisierung
ISIN: AT0000937503 WKN: 897200

Community Forum zu Voestalpine

Ähnliche Artikel

Voestalpine Aktie: Hy4Smelt-Anlage 2027 fertiggestellt

Voestalpine Aktie: Hy4Smelt-Anlage 2027 fertiggestellt

Industrie ·
Siemens Healthineers Aktie: Zwei Wachstumsmärkte, eine Rolle

Siemens Healthineers Aktie: Zwei Wachstumsmärkte, eine Rolle

Gesundheit ·
Siemens Energy Aktie: Rivale sorgt für Sog

Siemens Energy Aktie: Rivale sorgt für Sog

Energie & Öl ·
Broadcom Aktie: VMware Private AI Cloud vorgestellt

Broadcom Aktie: VMware Private AI Cloud vorgestellt

KI & Quantencomputing ·
Bilfinger bricht ein, Qiagen wird zum Übernahmeziel: Ein Tag der Extreme

Bilfinger bricht ein, Qiagen wird zum Übernahmeziel: Ein Tag der Extreme

Pharma & Biotech ·

Weitere Artikel zu Voestalpine

Alle Artikel anzeigen
Voestalpine Aktie: Wie tragfähig ist die EBITDA-Guidance für 2026/27?

Voestalpine Aktie: Wie tragfähig ist die EBITDA-Guidance für 2026/27?

Industrie ·
Voestalpine Aktie: 10,17 Prozent US-Subventionen

Voestalpine Aktie: 10,17 Prozent US-Subventionen

Industrie ·
Voestalpine Aktie: 24 Prozent Plus seit Jahresanfang

Voestalpine Aktie: 24 Prozent Plus seit Jahresanfang

Industrie ·
Voestalpine Aktie: Bank of America setzt 63-Euro-Ziel

Voestalpine Aktie: Bank of America setzt 63-Euro-Ziel

Industrie ·
Voestalpine Aktie: Neue Anlage in Jeffersonville eröffnet

Voestalpine Aktie: Neue Anlage in Jeffersonville eröffnet

Industrie ·