Deutsche Bank Aktie: Vergleich statt Prozess
Die Deutsche Bank legt einen Streit über 152 Millionen Euro bei, während vier weitere Klagen mit Forderungen von rund 700 Millionen Euro offenbleiben.

Kurz zusammengefasst
- Außergerichtliche Einigung mit Ex-Investmentbanker
- Frankfurter Verhandlungstermin wurde gestrichen
- Vier Londoner Schadenersatzklagen bleiben offen
- Bank kaufte 2,93 Millionen eigene Aktien
Drei Tage vor der mündlichen Verhandlung ist die Sache vom Tisch: Die Deutsche Bank hat sich mit einem ehemaligen Investmentbanker außergerichtlich geeinigt, der 152 Millionen Euro Schadenersatz gefordert hatte. Das Landgericht Frankfurt hat den für Donnerstag angesetzten Termin gestrichen, der Kläger nahm seine Klage zurück.
Details zur Einigung nennt die Bank nicht — Vertraulichkeit war Teil des Deals. Ein Sprecher stellte lediglich klar, dass die Beilegung im dritten Quartal 2026 nur einen kleinen finanziellen Effekt haben werde. Für ein Institut mit einer Bilanzsumme im hohen zweistelligen Milliardenbereich ist das plausibel, auch wenn die geforderte Summe auf den ersten Blick beachtlich wirkt.
Der Streit reicht bis nach Italien
Auslöser war ein Fall, der bis ins Jahr 2008 zurückreicht: Derivategeschäfte der Deutschen Bank mit der italienischen Bank Monte dei Paschi di Siena, die später neu klassifiziert wurden. 2019 verurteilte ein italienisches Gericht mehrere frühere Mitarbeiter wegen Beihilfe zur Bilanzfälschung in Tateinheit mit Marktmanipulation zu Haftstrafen. Ein Berufungsgericht sprach alle Beteiligten 2022 frei.
Der nun ausgeschiedene Kläger sah sich durch das Verfahren beruflich beschädigt und warf der Bank vor, ihn als Sündenbock vorgeschoben zu haben. Die Deutsche Bank wies diesen Vorwurf wie auch die übrigen Forderungen wiederholt als unbegründet zurück. Mit einem weiteren ehemaligen Mitarbeiter aus demselben Komplex hatte sich das Institut bereits zuvor außergerichtlich verständigt.
Vier Klagen bleiben offen
Vom Tisch ist damit nur ein Teil des Problems. Vier weitere frühere Mitarbeiter fordern vor Londoner Gerichten Schadenersatz von zusammen mehr als 600 Millionen Pfund, umgerechnet rund 700 Millionen Euro. Die Bank hält auch diese Klagen für unbegründet und kündigte an, sich entschieden zu verteidigen.
Parallel zum juristischen Nachspiel läuft das operative Geschäft weiter: Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb die Bank zwischen dem 31. August und dem 4. September rund 1,33 Millionen eigene Aktien zu Kursen zwischen 34,13 und 35,40 Euro. Seit Start des Programms am 25. August wurden damit knapp 2,93 Millionen Aktien zurückgekauft.
Die Londoner Verfahren gegen die Deutsche Bank laufen weiter. Wie hoch der finanzielle Spielraum für ähnliche Vergleiche dort ausfällt, dürfte sich erst zeigen, wenn die dortigen Gerichte Termine ansetzen.
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