Nvidia Aktie: Krone zurück, Rivale erwacht
Nvidia kehrt als wertvollstes Unternehmen zurück, während AMD mit Helios-Systemen Microsoft als Kunden gewinnt.

Kurz zusammengefasst
- Nvidia überholt Apple an der Börse
- AMD stellt KI-System Helios vor
- Microsoft wird Kunde von AMD
- Großauftrag für Nvidia Blackwell-Chips
Kaum hatte Apple sich den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt zurückerobert, war er schon wieder weg. Am Montag übernahm Nvidia mit einem Kursplus von 1,1 Prozent erneut die Führung, während die Apple-Aktie um 2,7 Prozent nachgab. Der Wechsel an der Spitze zeigt, wie eng das Rennen zwischen den beiden Tech-Riesen derzeit verläuft – und wie schnell sich die Stimmung dreht.
Titelkampf mit Apple
Apples jüngste Rally hatte die Aktie bis auf knapp 335 US-Dollar getrieben, ein Kursgewinn von bis zu 22 Prozent seit Ende Juni. Getrieben wurde die Bewegung von einer neuen KI-Version der Sprachassistentin Siri, die bei Testnutzern gut ankam. Am Montag nahmen Anleger bei Apple Gewinne mit, während sie sich im Chipsektor generell positionierten – auch bei Nvidia-Konkurrent Micron, dessen Aktie sich um 3,6 Prozent von ihrem Mai-Tief erholte. Der Hintergrund: In den kommenden Tagen stehen Quartalsberichte mehrerer großer Tech- und Chipkonzerne an, auf die der Markt mit Spannung blickt.
AMD schickt Helios ins Rennen
Während Nvidia an der Börse vorne liegt, bekommt der Konzern operativ ernsthafte Konkurrenz. AMD hat mit „Helios“ sein erstes Rack-System für künstliche Intelligenz vorgestellt – als direkten Gegenspieler zu Nvidias Grace-Blackwell- und Vera-Rubin-Systemen. Microsoft steigt als Kunde ein und reiht sich damit neben Meta, OpenAI und Oracle in die Liste der Helios-Abnehmer ein.
Der Kostenvergleich fällt zugunsten von Nvidia aus: Helios soll laut Branchenschätzungen zwischen 5 und 5,5 Millionen Dollar kosten, Nvidias Vera Rubin zwischen 3,5 und 4 Millionen Dollar. Noch dominiert Nvidia den Markt für Rechenzentrums-GPUs mit einem Anteil von über 95 Prozent, AMD kommt bislang auf rund 4,5 Prozent. Ob sich das ändert, hängt davon ab, wie überzeugend sich Helios im Praxiseinsatz schlägt – Branchenbeobachter sehen durchaus Potenzial für AMD, deutlich zuzulegen.
Nachfrage bleibt hoch
Auf der Auftragsseite gibt es für Nvidia unterdessen keine Anzeichen einer Abkühlung. Der Cloud-Anbieter QumulusAI hat 1.632 Blackwell-B300-GPUs geordert, verteilt auf 204 HGX-B300-Systeme, dazu kommen 192 RTX-PRO-6000-Karten. Die Order zählt zu den größten Kapazitätserweiterungen des Unternehmens und soll bereits fest zugesagte, mehrjährige Kundenverträge bedienen.
In Japan baut Nvidia seine Präsenz in Robotik und industrieller KI mit mehr als 20 Partnern aus, gestützt von der mit rund 2,4 Milliarden Dollar geförderten KI-Fabrik FRONTia. Hinzu kommt eine frische Partnerschaft mit dem britischen Materialforschungs-Start-up CuspAI, das mit Unterstützung von Jeff Bezos 450 Millionen Dollar eingesammelt hat und bei dem Nvidia als einer von 45 Infrastrukturpartnern auftritt. Auch in der Robotik-Analyse von Marktbeobachtern taucht Nvidia als praktisch konkurrenzloser Anbieter bei KI-Chips für humanoide Roboter auf.
Die Gemengelage bleibt damit zweigeteilt: An der Börse gewinnt Nvidia den Titelkampf mit Apple zurück, operativ formiert sich mit AMDs Helios erstmals seit Jahren ein Rivale, der Microsoft als Großkunden gewinnen konnte. Wie viel Marktanteil AMD davon tatsächlich abknöpfen kann, wird sich erst in den kommenden Auslieferungen ab Ende des Jahres zeigen.
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