Commerzbank Aktie: Bundesregierung öffnet UniCredit-Gespräche

Die Bundesregierung signalisiert Gesprächsbereitschaft mit UniCredit und stellt Bedingungen für eine mögliche Commerzbank-Übernahme.

Dr. Robert Sasse ·
Commerzbank Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Aktienkurs gibt um 3,25 Prozent nach
  • Berlin knüpft Bedingungen an Übernahmegespräche
  • UniCredit hält fast die Hälfte der Anteile
  • EU-Kommission unterstützt grenzüberschreitende Fusionen

Die Commerzbank-Aktie rutschte am Freitag um 3,25 Prozent auf 36,66 Euro ab – die deutlichste Tagesbewegung seit längerem. Auslöser war ein politischer Kurswechsel: Die Bundesregierung bereitet laut Handelsblatt nun Forderungen für Gespräche mit der italienischen UniCredit vor, statt eine Übernahme der Commerzbank weiterhin grundsätzlich zu blockieren. Der Titel rutschte damit gut sechs Prozent unter sein erst am 14. Juli erreichtes Jahreshoch von 39,18 Euro.

Berlin formuliert Bedingungen statt Ablehnung

Nach Angaben der WirtschaftsWoche knüpft die Bundesregierung ihre Gesprächsbereitschaft an drei zentrale Punkte: die Sicherung der Mittelstandsfinanzierung, den Erhalt einer eigenständigen Börsennotierung der Commerzbank sowie den Verbleib des Standorts Frankfurt. Bundeskanzler Merz stellte demnach klar, eine Übernahme nicht grundsätzlich abzulehnen – letztlich sollten die Aktionäre entscheiden. Eine Genehmigung durch die Europäische Zentralbank steht noch aus, ein Abschluss der Transaktion wird laut dem Bericht nicht vor 2027 erwartet.

Der Schwenk markiert einen Bruch mit der bisherigen Linie. Die dänische Zeitung Børsen berichtete zuvor, die deutsche Regierung habe einen Verkauf ihrer verbliebenen Commerzbank-Anteile an UniCredit abgelehnt, weil ihr der gebotene Preis zu niedrig gewesen sei – begleitet von Protesten der Belegschaft, die um Arbeitsplätze fürchtet.

UniCredit kontrolliert fast die Hälfte der Anteile

Medienberichten zufolge hält UniCredit inzwischen rechnerisch rund 44,4 Prozent der Commerzbank-Aktien: 17,6 Prozent aus einem bis Anfang Juli angenommenen Übernahmeangebot plus zuvor bereits gehaltene 26,77 Prozent. Zusätzliche Optionen auf weitere 3,22 Prozent könnten den Anteil auf bis zu 47,59 Prozent erhöhen. Die italienische Bank verfolgt die Übernahme seit rund zwei Jahren, zunächst gegen erklärten Widerstand der deutschen Seite. Die WirtschaftsWoche berichtet zudem, UniCredit plane im Zuge einer Integration bis zu 7000 Stellenstreichungen – eine Zahl, die den Widerstand von Belegschaft und Gewerkschaften weiter befeuern dürfte.

Regulatorischer Rückenwind aus Brüssel

Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der die EU-Kommission grenzüberschreitende Bankenfusionen erleichtern will. Die Behörde kritisierte in einem aktuellen Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors ausdrücklich nationale Eingriffe bei Bankenfusionen und nannte dabei explizit den Fall UniCredit/Commerzbank. Konkrete Vorschläge zur Lockerung von Eigenkapital- und Berichtspflichten sollen bis zum ersten Quartal 2027 folgen. Die Deutsche Bundesbank warnte allerdings vor den Risiken einer zu schnellen Lockerung der Kapitalanforderungen.

Übernahmespekulation prägt das Kursbild

Der jüngste Rückschlag ändert wenig am übergeordneten Bild: Auf Zwölfmonatssicht steht die Commerzbank-Aktie mit einem Plus von 29,22 Prozent klar im positiven Bereich – getragen von der monatelangen Übernahmespekulation rund um UniCredit. Ob sich der Schwenk Berlins nun tatsächlich in konkrete Verhandlungen mit Preis und Zeitplan übersetzt, lässt sich den bislang bekannten Details noch nicht entnehmen. Weder zum Übernahmepreis noch zu einem verbindlichen Zeitplan gibt es nach aktuellem Stand belastbare Angaben.

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Commerzbank Aktie

36,85 EUR

– 1,18 EUR -3,10 %
KGV 17,53
Sektor Finanzdienstleistungen
Div.-Rendite 2,89 %
Marktkapitalisierung 41,70 Mrd. EUR
ISIN: DE000CBK1001 WKN: CBK100

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