VanEck Seltene Erden ETF: 10 Prozent Minus in sieben Tagen
China setzt das beschleunigte EU-Genehmigungsverfahren fort, während Lynas eine Anlage in Brasilien prüft und der ETF nachgibt.

Kurz zusammengefasst
- China behält beschleunigte EU-Lizenzverfahren bei
- Grundlegende Exportkontrollen bleiben bestehen
- Lynas prüft Separationsanlage in Brasilien
- VanEck-ETF verliert sieben Tage zehn Prozent
China hat erklärt, die Exportgenehmigungen für Seltene Erden nach Europa unabhängig vom Ausgang der laufenden Handelsgespräche mit den USA fortzusetzen. Das berichtet CNBC unter Berufung auf die Vereinbarung zwischen Peking und Brüssel, wonach ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren für Exportlizenzen bestehen bleibt – unabhängig davon, ob der US-chinesische Handelsdeal über Januar hinaus verlängert wird. Die grundlegenden Exportkontrollen selbst bleiben davon aber unberührt.
Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF ist das eine ambivalente Nachricht. Einerseits signalisiert China Verlässlichkeit gegenüber Europa, andererseits bestätigt die Aussage, dass die Kontrollmechanismen als Druckmittel erhalten bleiben.
Der Fonds notierte am Freitag bei 9,61 Euro und damit nur gut zwei Prozent über seinem 52-Wochen-Tief – ein Zeichen dafür, dass die Erleichterungsmeldungen der vergangenen Wochen den Abwärtstrend bislang nicht gestoppt haben.
Lynas prüft Werk in Brasilien
Ergänzend zur politischen Entwicklung meldet die Branche strukturelle Bewegung: Lynas Rare Earths prüft laut mining.com den Bau einer Separationsanlage für Seltene-Erden-Oxide im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais. Ein Baubeschluss oder eine Finanzierungszusage liegen nach diesen Angaben bislang nicht vor, das Projekt befindet sich in einer frühen Prüfphase.
Sollte es realisiert werden, würde Lynas seine Verarbeitungskapazitäten außerhalb Chinas und Australiens weiter diversifizieren – ein Thema, das die gesamte Branche seit Monaten umtreibt, da westliche Abnehmer unabhängiger von chinesischen Lieferketten werden wollen.
Am 13. Oktober vergab Morgan Stanley-Analyst Rahul Anand ein Kaufrating für Lynas mit einem auf 14,65 australische Dollar gesenkten Kursziel. Die Einstufung wurde als Zielreduzierung eingeordnet, blieb aber bei einer positiven Grundhaltung gegenüber dem Unternehmen.
Markt bleibt unter Druck
Die jüngsten Signale aus Peking und die Brasilien-Pläne von Lynas ändern wenig an der fundamentalen Schieflage, in der sich der Sektor derzeit befindet. Der ETF verzeichnete in den vergangenen sieben Handelstagen ein Minus von 10 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 23 Prozent zu Buche.
Die Diskrepanz zwischen politischer Entspannungsrhetorik und anhaltendem Kursverfall deutet darauf hin, dass Investoren die Fortsetzung der Lizenzvergabe als Minimalkonsens werten, nicht als Trendwende.
Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte bleiben, ob sich aus Ankündigungen wie der von Lynas in Brasilien tatsächlich konkrete Investitionsentscheidungen ergeben.
Bis belastbare Fortschritte bei der Diversifizierung der Lieferketten außerhalb Chinas sichtbar werden, bleibt der Sektor stark von politischen Signalen aus Peking abhängig – und damit anfällig für kurzfristige Stimmungswechsel, wie sie der jüngste Kursverlauf des VanEck Seltene Erden ETF widerspiegelt.
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