Silber Preis: Commerzbank sieht fairen Wert bei 40 Dollar
Der Silberpreis liegt fast doppelt so hoch wie sein fundamentaler Wert von 40 Dollar. Die Rally wird von geopolitischen Ereignissen und der Goldkorrelation getrieben, während steuerliche Änderungen deutsche Anleger belasten.

Kurz zusammengefasst
- Aktueller Preis fast doppelt so hoch wie Fair Value
- Rally basiert auf Goldkorrelation und geopolitischen Faktoren
- Steuerliche Verschärfung für deutsche Privatanleger
- Commerzbank sieht Potenzial bei Zinssenkungen
Silber kostet gerade fast doppelt so viel, wie es laut Commerzbank fundamental wert ist. Das hält den Preis bislang nicht auf — aber es erklärt, warum die Rally fragiler ist, als sie aussieht.
Geopolitik treibt, Dollar schwächt sich ab
Auslöser des jüngsten Anstiegs ist die Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump kündigte am Mittwoch an, den Waffenstillstand auf unbestimmte Zeit auszudehnen. Die Nachricht erhöhte die Risikobereitschaft an den Märkten und drückte den US-Dollar.
Da Silber in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere US-Währung das Metall für internationale Käufer günstiger. Der Comex-Kontrakt für April legte um knapp zwei Prozent auf 77,89 Dollar zu. Im bisherigen Jahresverlauf summiert sich das Plus auf rund elf Prozent.
Commerzbank: Fairer Wert liegt bei 40 Dollar
Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank sieht den fundamental gerechtfertigten Preis bei 40 Dollar je Feinunze. Der aktuelle Marktpreis liegt also rund 95 Prozent darüber.
Nguyen erklärt das mit der engen Kopplung an Gold. Silber profitiert derzeit vor allem von Golds Rolle als sicherer Hafen — weniger von industrieller Nachfrage oder Angebotsfaktoren. Solange Gold stabil bleibt, erwartet sie keine abrupte Trendwende. Ein fundamentaler Realitätscheck bleibt aber ein latentes Risiko.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 sieht die Commerzbank dennoch weiteres Potenzial — vorausgesetzt, die Fed senkt die Zinsen. In diesem Szenario könnte Gold über 5.000 Dollar steigen und Silber in Richtung 90 Dollar mitziehen.
Steuerliche Änderung trifft deutsche Anleger
Hierzulande kommt ein weiteres Problem hinzu. Das Bundesfinanzministerium hat per Rundschreiben klargestellt, dass Silber grundsätzlich der Mehrwertsteuer von 19 Prozent unterliegt. Die bisherige Praxis, Silberbestände in Zollfreilagern ohne sofortige Steuer zu halten, ist damit hinfällig.
Mehrere Edelmetallhändler haben entsprechende Transaktionen bereits eingestellt. Gegenüber Gold — das weiterhin mehrwertsteuerfrei bleibt — verschlechtert sich die Wettbewerbsposition von physischem Silber für deutsche Privatanleger damit erheblich.
Rohstoffe erholen sich breit
An Comex und LME zogen auch andere Industriemetalle an. Kupfer legte um 0,3 Prozent zu, Aluminium um 1,3 Prozent. Die Hoffnung auf stabilere Lieferketten durch die Waffenruhe im Nahen Osten stützt das Sentiment — auch wenn die US-Seeblockade iranischer Häfen vorerst bestehen bleibt.
Das aktuelle Gold-Silber-Verhältnis von rund 61 zeigt: Im historischen Vergleich ist Silber gegenüber Gold moderat bewertet. Die Commerzbank-Analyse macht aber deutlich, dass die Rally vor allem auf der Goldkorrelation aufbaut. Bricht diese Verbindung, fehlt Silber ein tragfähiges Fundament.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 23. April liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...