Red Cat Aktie: Kaufangebot für Steyr
Der US-Drohnenhersteller strebt die vollständige Übernahme von Steyr Motors an; Genehmigungen und Mindestannahmequote stehen noch aus.

Kurz zusammengefasst
- Barangebot von 39 Euro je Aktie
- B&C verpflichtet sich zur Annahme
- Steyr-Standort soll österreichisch bleiben
- Übernahme hängt von Bedingungen ab
Red Cat greift nach einem österreichischen Motorenbauer. Die US-Drohnenfirma will Steyr Motors komplett übernehmen und bietet 39 Euro je Aktie in bar. Der Zukauf soll die Strategie für unbemannte Überwasserfahrzeuge stärken.
Das Angebot im Detail
Das freiwillige öffentliche Angebot läuft über eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Red Cat. Der Preis liegt 28,9 Prozent über dem Schlusskurs vom 16. Oktober. Gegenüber dem 52-Wochen-Tief beträgt der Aufschlag 55,8 Prozent. Steyr-Aktien sprangen im vorbörslichen Handel auf Tradegate um mehr als 20 Prozent.
Rückendeckung kommt vom Ankeraktionär B&C, der sich unwiderruflich zur Annahme verpflichtet hat. Das entspricht rund 15 Prozent des Kapitals. Steyr-Chef Julian Cassutti will auch seine eigenen Aktien andienen. Der Aufsichtsrat bewertet die Transaktion unter Vorbehalt der Angebotsunterlage wohlwollend.
Vorausgegangen waren unverbindliche Gespräche, die im Juli 2026 abgebrochen und später wieder aufgenommen wurden. Red Cat spricht nun von einem voll finanzierten Barangebot.
Strategische Logik
Steyr liefert Spezialmotoren für Militärfahrzeuge, Boote und Hilfsaggregate für Kampfpanzer. Red Cat will diese Marinemotoren-Technologie und die europäische Basis mit eigenen Kundenbeziehungen im Verteidigungsbereich verbinden. Im Zentrum steht die Sparte Blue Ops für unbemannte Überwasserfahrzeuge.
Zugleich gibt Red Cat Zusagen für den Standort. Hauptsitz, Fertigung und Entwicklung sollen in Österreich bleiben. Auch das herstellerunabhängige Motorengeschäft will das Unternehmen unterstützen.
Bedingungen und Zeitplan
Die Annahmefrist soll kurz nach Veröffentlichung der Angebotsunterlage beginnen und am 18. Dezember 2026 um 17:00 Uhr MEZ enden. Erforderlich sind Genehmigungen in Österreich, Italien, Australien und Großbritannien. Hinzu kommt eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus einer Aktie. Ob das Angebot vollzogen wird, steht damit noch nicht fest.
An der Börse kam die Nachricht für Red Cat selbst nicht gut an. Die Aktie schloss zuletzt bei 4,72 Dollar, ein Minus von 3,67 Prozent. Nachbörslich legte sie zu. Ob Aktionäre den Preis als ausreichend ansehen, zeigt sich bis zum Fristende am 18. Dezember.
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