ABB Aktie: Auftragsrekord und Japan-Deal
Im dritten Quartal stiegen ABBs Bestellungen um 40 Prozent; der geplante Japan-Deal soll den Gewinn je Aktie mittelfristig erhöhen.

Kurz zusammengefasst
- Bestellungen erreichen 12,1 Milliarden Dollar
- Rechenzentren verzeichnen dreistelliges Wachstum
- ABB plant 51-Prozent-Anteil am Joint Venture
- Abschluss vorbehaltlich Genehmigungen für 2027 vorgesehen
Auftragseingang auf Rekordniveau, dazu ein neuer Zukauf in Asien: ABB hat heute gleich zwei Nachrichten geliefert. Im dritten Quartal stiegen die Bestellungen um 40 Prozent auf 12,1 Milliarden US-Dollar. Parallel dazu kündigt der Konzern ein Joint Venture mit Mitsubishi Electric an.
Rechenzentren treiben die Aufträge
Die Bestellungen legten sogar gegenüber dem zweiten Quartal leicht zu, entgegen dem üblichen saisonalen Muster. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Rechenzentren, das ein dreistelliges Plus verbuchte. Das Book-to-Bill-Verhältnis liegt bei 1,24.
Der Umsatz wuchs um 14 Prozent auf 9,7 Milliarden US-Dollar, auch auf vergleichbarer Basis. Das operative EBITA kletterte um 24 Prozent auf gut 2 Milliarden Dollar. Die Marge verbesserte sich um 1,6 Punkte auf 20,8 Prozent.
Beim Gewinn je Aktie zeigt sich ein anderes Bild: 0,65 Dollar, zwei Prozent weniger als im Vorjahr. Grund ist ein höherer Nettofinanzaufwand. Er resultiert vor allem aus der nicht zahlungswirksamen Neubewertung einer Währungsabsicherung zur angekündigten Rotork-Übernahme. Der Free Cashflow stieg leicht auf 1,6 Milliarden Dollar.
Mehrheit an Mitsubishi-Geschäft
Für rund 495 Millionen US-Dollar übernimmt ABB 51 Prozent an einem Joint Venture, in das Mitsubishi Electric sein Niederspannungs-Energieverteilungsgeschäft einbringt. Hinzu kommen die zugehörigen Vertriebsaktivitäten außerhalb Japans, die ABB komplett erwirbt. Mittelfristig besitzt der Konzern eine Option auf die restlichen Anteile.
Das übernommene Geschäft setzte im Geschäftsjahr 2025 rund 640 Millionen Dollar um, bei einer EBITDA-Marge im niedrigen zweistelligen Bereich. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 890 Millionen Dollar, das entspricht einem EV/EBITDA-Multiple von rund 11,1. Mit Synergien soll es auf einen mittleren bis hohen einstelligen Wert sinken.
ABB will damit Marktführer im japanischen Niederspannungsmarkt werden und erhält Zugang zu Südostasien. Nach dem ersten Jahr soll der Deal den Gewinn je Aktie steigern. Binnen fünf Jahren peilt der Konzern eine operative EBITA-Marge von mindestens 20 Prozent an. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Ausblick für das Schlussquartal
Für das vierte Quartal erwartet das Management ein vergleichbares Umsatzwachstum auf dem Niveau des dritten. Die operative EBITA-Marge dürfte leicht sinken, aber weniger stark als historisch üblich. Ein Grundstücksverkauf bringt zusätzlich rund 240 Millionen Schweizer Franken, die in dieser Prognose nicht enthalten sind.
Im Gesamtjahr 2026 rechnet ABB mit einem Umsatzwachstum im unteren Teens-Bereich. Die operative EBITA-Marge soll um mindestens 270 Basispunkte steigen. Bei den Investitionen sieht der Konzern mit rund einer Milliarde Dollar das Plateau erreicht. Ein weiterer Anstieg ist mittelfristig nicht geplant.
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