Nokia Aktie: Nvidia-Beteiligung steigt auf 2,21 Milliarden Dollar
Nokia profitiert von der Nvidia-Verbindung, steigenden AI-&-Cloud-Umsätzen und einer angehobenen Gewinnspanne trotz laufender Restrukturierung.

Kurz zusammengefasst
- Nokia-Aktie gewinnt am Donnerstag 2,5 Prozent
- Nvidia-Position erreicht 2,21 Milliarden Dollar
- AI-&-Cloud-Erlöse mehr als verdoppelt
- Gewinnziel für 2026 nach oben angepasst
Nokia bleibt an der Börse gefragt. Die Aktie legte am Donnerstag um 2,5 Prozent zu und übertraf damit auch den Anstieg vom Vortag deutlich. Auslöser ist ein Zusammenspiel mehrerer Nachrichten, die Anlegern die Rolle des finnischen Netzwerkausrüsters im aufkommenden AI-Infrastrukturgeschäft erneut ins Bewusstsein rufen.
Im Zentrum steht die milliardenschwere Beteiligung von Nvidia an Nokia. Der Chipkonzern hatte im November 2025 investiert, seither ist der Wert dieser Position auf 2,21 Milliarden Dollar gestiegen – ein Ausdruck davon, wie stark Nokia von der Kursentwicklung profitiert, seit die Partnerschaft mit Nvidia öffentlich wurde.
Die enge Verbindung der beiden Unternehmen bleibt für Investoren ein zentraler Vertrauensanker, gerade weil Nokia sein Geschäft zunehmend auf AI-taugliche Netzwerktechnik ausrichtet.
AI-RAN-Plattform als strategischer Hebel
Ein konkreter Baustein dieser Strategie ist die Anfang August vorgestellte AI-RAN-Plattform, die erste kommerzielle Lösung ihrer Art auf Basis von Nvidias Aerial-Stack und dessen beschleunigter Rechentechnik.
Die Plattform soll bestehende 4G- und 5G-Funkzellen mittels künstlicher Intelligenz leistungsfähiger machen und zugleich den Weg zu 6G bereiten. Schon bei der Ankündigung legte die Aktie um mehr als drei Prozent zu – ein Beleg dafür, wie sensibel der Markt auf jede Nokia-Nvidia-Verknüpfung reagiert.
Ergänzend bestätigte das Marktforschungsinstitut Omdia in seinem Marktlandschaftsbericht 2026, dass Nokia im mobilen Kernnetzgeschäft zum zweiten Mal in Folge die Spitzenposition einnimmt. Das Unternehmen wurde in allen sieben untersuchten Wettbewerbskategorien als führend eingestuft, darunter auch bei Analytik- und AI/ML-Fähigkeiten – ein weiteres Signal, dass Nokia sich technologisch nicht auf die Nvidia-Partnerschaft allein verlässt.
Restrukturierung begleitet das Wachstum
Der operative Umbau läuft parallel weiter. Nokia hatte Mitte August angekündigt, den Standort für Funktechnik-Forschung und -Entwicklung in Hangzhou bis Ende 2026 zu schließen und dabei rund 1.600 Stellen abzubauen, da das China-Geschäft schwächelt. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Restrukturierungsprogramms mit Gesamtkosten von 800 Millionen Euro im laufenden Jahr, davon rund 350 Millionen Euro allein für die China-Integration.
Finanziell steht Nokia auf solidem Fundament: Im zweiten Quartal stiegen die Nettoumsätze um neun Prozent auf 4,82 Milliarden Euro, während sich die Umsätze im Segment AI & Cloud mehr als verdoppelten – bei einem Auftragseingang von 2,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen hob daraufhin seine Prognose für den vergleichbaren operativen Gewinn 2026 auf eine Spanne von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro an.
Kurs nähert sich wichtigen Marken
Der aktuelle Kurs von 9,17 Euro liegt rund vier Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 9,60 Euro, gleichzeitig aber elf Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Hinweis darauf, dass der übergeordnete Aufwärtstrend trotz der jüngsten Konsolidierung intakt bleibt. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 64 Prozent zugelegt.
Für Anleger bleibt Nokia damit ein Fall, in dem die Nvidia-Verbindung als Katalysator wirkt, während operative Fortschritte bei Margen, Auftragseingang und Portfoliostärke das Fundament liefern. Die Kombination aus technologischer Führungsrolle und laufender Kostendisziplin dürfte entscheidend dafür sein, ob sich der positive Trend der vergangenen Wochen fortsetzt.
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