Oracle: Multicloud-Datenbank-Umsatz springt 531%

Oracle verbündet sich mit Cloud-Rivalen und meldet starke Quartalszahlen. Analysten sehen Kurspotenzial trotz hoher Schuldenlast.

Eduard Altmann ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Neue KI-Partnerschaft mit Google Cloud
  • Cloud-Infrastrukturumsatz steigt um 84 Prozent
  • Auftragsbestand klettert auf 553 Milliarden Dollar
  • Hohe Investitionen belasten den Cashflow

Oracle spielt ein ungewöhnliches Spiel: Der Konzern verbündet sich gleichzeitig mit seinen größten Cloud-Konkurrenten — und die Märkte beginnen, das zu honorieren. Nach einem starken 30-Tage-Lauf notiert die Aktie in Frankfurt aktuell bei 139,00 Euro, rund 15 Prozent über dem Niveau vor einem Monat. Der heutige Rücksetzer von knapp 5,6 Prozent dämpft die Euphorie etwas.

Gemini und AWS: Oracle als neutrales Fundament

Im April 2026 erweiterte Oracle seine Partnerschaft mit Google Cloud um einen konkreten Anwendungsfall: den Oracle AI Database Agent für Gemini Enterprise. Kunden können damit ihre Oracle-Datenbanken in natürlicher Sprache abfragen — Umsatztrends, regionale Performance, Produktlinienanalysen — ohne eine Zeile SQL zu schreiben. Der Dienst ist in 15 Regionen verfügbar, weitere sollen folgen.

Die strategische Logik dahinter: Wer Oracle-Daten direkt über Gemini abfragt, ohne sie zu migrieren, hat weniger Anreiz, die Datenbankinfrastruktur zu wechseln. Oracle verankert sich tiefer in bestehenden Workflows, gerade wenn CIOs über Workload-Verlagerungen nachdenken.

Parallel dazu plant Oracle eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Oracle Cloud Infrastructure und AWS — ein privates, verwaltetes Netzwerk für Daten und Anwendungen zwischen beiden Plattformen. Der Start ist für 2026 in der AWS-Region US East (N. Virginia) geplant. OCI ist bereits physisch in den Rechenzentren von AWS, Google Cloud und Microsoft Azure präsent.

Zahlen mit Schlagkraft

Die Quartalszahlen für das dritte Fiskalquartal 2026 untermauern die Strategie. Die Cloud-Infrastrukturumsätze stiegen um 84 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar, die Multicloud-Datenbankumsätze sogar um 531 Prozent. Der Auftragsbestand kletterte um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar — getrieben vor allem durch großvolumige KI-Verträge.

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Von 46 Analysten, die Oracle beobachten, empfehlen 35 die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt laut LSEG bei 260 Dollar. Die Bullen setzen auf Backlog-Konvertierung: Oracle selbst peilt für 2027 einen Gesamtumsatz von 90 Milliarden Dollar an.

Schulden und Cashflow als Gegengewicht

Das Bild hat eine Kehrseite. Die langfristigen Schulden sind auf 124,7 Milliarden Dollar gestiegen, der freie Cashflow ist auf Jahresbasis mit rund 24,7 Milliarden Dollar tief im Minus — Folge von Investitionen in Höhe von 48,3 Milliarden Dollar. Für das laufende Fiskaljahr plant Oracle Investitionsausgaben von 50 Milliarden Dollar.

Oracle verweist darauf, dass ein Großteil der Infrastruktur durch Kundenvorauszahlungen finanziert wird oder Kunden eigene GPUs beistellen — was das Kapitalrisiko für den Konzern begrenzt. Ob diese Argumentation trägt, wird sich zeigen, wenn die Backlog-Milliarden tatsächlich in Umsatz umgewandelt werden müssen. Die nächste Bewährungsprobe liefern die Ergebnisse für das vierte Fiskalquartal, die Oracle traditionell im Juni vorlegt.

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Oracle Aktie

136,74 EUR

– 10,86 EUR -7,36 %
KGV 31,17
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,13 %
Marktkapitalisierung 498,36 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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