Hensoldt Aktie: Rekordbuch, roter Kurs
Hensoldt meldet Rekordbestellungen und verdoppelten Auftragseingang, verfehlt jedoch leicht das EBITDA-Ziel. Der Aktienkurs dreht nach anfänglichen Gewinnen ins Minus.

Kurz zusammengefasst
- Rekordbuch über zehn Milliarden Euro
- Auftragseingang verdoppelt sich nahezu
- EBITDA verfehlt Analystenerwartungen leicht
- Jahresprognose bleibt trotzdem unverändert
Über zehn Milliarden Euro an Bestellungen in den Büchern, ein verdoppelter Auftragseingang, ein bestätigter Jahresausblick — und trotzdem gibt die Aktie nach. Bei Hensoldt zeigt sich am Freitag ein Muster, das Anleger in der Rüstungsbranche kennen: Rekordzahlen reichen nicht immer, um Kursgewinne zu sichern.
Der Rüstungselektronikkonzern aus Taufkirchen meldete für das erste Halbjahr einen Umsatzsprung von rund 24 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Der Auftragseingang verdoppelte sich nahezu auf 2,81 Milliarden Euro, nach 1,41 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damit kletterte der Gesamtauftragsbestand auf ein Rekordhoch von über zehn Milliarden Euro.
Optronics als Wachstumstreiber
Besonders das Segment Optronics stach heraus: Der Auftragseingang sprang von 164 Millionen auf 971 Millionen Euro, getrieben von Großaufträgen zur Ausstattung von Schützenpanzern wie Puma und Schakal. Im Segment Sensors zog der Auftragseingang um 58 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro an, der Umsatz wuchs dort um 17 Prozent auf 955 Millionen Euro. Firmenchef Oliver Dörre brachte die Entwicklung auf den Punkt: Die politischen Entscheidungen für höhere Verteidigungsausgaben würden sich nun konkret im Auftragsbuch niederschlagen.
Beim operativen Ergebnis blieb Hensoldt knapp unter den Erwartungen. Das bereinigte EBITDA stieg zwar auf 137 Millionen Euro von 107 Millionen Euro im Vorjahr, Analysten hatten aber mit 139 Millionen Euro etwas mehr eingeplant. Die Marge verbesserte sich leicht auf 11,8 Prozent. Der bereinigte Free Cashflow blieb mit minus 136 Millionen Euro negativ, verbesserte sich aber gegenüber den minus 181 Millionen Euro aus dem Vorjahreszeitraum dank höherer Anzahlungen.
Vorbörslicher Optimismus verpufft
Vorbörslich hatte die Aktie auf die Zahlen noch deutlich positiv reagiert und zeitweise über 86 Euro erreicht. Im regulären XETRA-Handel drehte das Papier dann ins Minus und gab zeitweise 0,79 Prozent auf 83,32 Euro ab. Das leicht verfehlte EBITDA-Ziel und der weiterhin negative Cashflow dürften für die verhaltene Stimmung gesorgt haben, nachdem der Rekord-Auftragseingang zunächst für Euphorie gesorgt hatte.
Der Kurs bleibt damit rund ein Viertel unter dem Rekordhoch von fast 118 Euro aus dem vergangenen Herbst, hat sich aber von seinem Junitief bei etwa 64 Euro deutlich erholt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 15 Prozent.
Für das Gesamtjahr hält Hensoldt an seinen Zielen fest: ein Konzernumsatz von etwa 2,75 Milliarden Euro und eine bereinigte EBITDA-Marge zwischen 18,5 und 19,0 Prozent. Der Konzern verweist darauf, dass sich Auslieferungen und Abnahmen traditionell auf die zweite Jahreshälfte und insbesondere das vierte Quartal konzentrieren — die Marge soll im Restjahr also merklich anziehen.
Hensoldt-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Hensoldt-Analyse vom 31. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Hensoldt-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Hensoldt-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 31. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Hensoldt: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...