Commerzbank Aktie: UniCredit auf 38,87 Prozent
UniCredit baut Einfluss auf Commerzbank aus, Vorstand empfiehlt Ablehnung des Übernahmeangebots. Eigenständigkeitsstrategie als Gegenentwurf.

Kurz zusammengefasst
- UniCredit hält knapp 39 Prozent Stimmrechte
- Vorstand lehnt Umtauschangebot ab
- Eigenständigkeitsstrategie Momentum 2030 präsentiert
- Hauptversammlung als wichtiger Stimmungstest
UniCredit rückt bei der Commerzbank deutlich näher an eine Machtposition heran. Die Mailänder Bank hat ihren Zugriff auf knapp 39 Prozent der Stimmrechte ausgeweitet, während Vorstand und Aufsichtsrat in Frankfurt das Umtauschangebot klar ablehnen. Der Konflikt dreht sich damit nicht mehr nur um den Preis, sondern um Kontrolle.
UniCredit erhöht den Druck
Die gemeldete Position von UniCredit liegt nun bei 38,87 Prozent der Stimmrechte. Zuvor waren es 32,64 Prozent, die direkte Beteiligung bleibt bei 26,77 Prozent. Der eigentliche Hebel kommt also nicht aus neuen Stammaktienkäufen.
Den zusätzlichen Zugriff sichert sich UniCredit über Finanzinstrumente. Besonders Total Return Swaps spielen eine zentrale Rolle: Darüber kommt das Institut auf weitere 12,10 Prozent, nach zuvor 5,87 Prozent. Für die Commerzbank-Führung ist das ein sensibles Signal, weil sich Einfluss auch ohne breite Zustimmung der Aktionäre aufbauen lässt.
Das laufende Angebot sieht 0,485 UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie vor. Bislang wurde es nur für 0,006 Prozent der Papiere angenommen. Die reguläre Angebotsfrist läuft bis zum 16. Juni.
Frankfurt hält den Preis für zu niedrig
Vorstandschefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Jens Weidmann empfehlen den Aktionären, die Offerte nicht anzunehmen. Ihr Kernargument: Das Angebot spiegele den Wert der Bank nicht angemessen wider. Zum 15. Mai entsprach es rund 34,56 Euro je Aktie, während der aktuelle Kurs bei 35,94 Euro liegt.
Am Montag verliert die Aktie 0,58 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt das Bild aber stark: Das Papier liegt 40,50 Prozent im Plus. Diese Kursentwicklung erklärt, warum ein Angebot unterhalb der aktuellen Marktbewertung in Frankfurt kaum Begeisterung auslöst.
Auch die Analystenbasis spricht eher für Zurückhaltung. Der Median der Kursziele liegt bei 41,50 Euro und damit deutlich über der italienischen Offerte. Die Commerzbank-Führung sieht in den Plänen von UniCredit zudem keinen einfachen Zusammenschluss, sondern einen Restrukturierungsvorschlag mit erheblichen Eingriffen in das bestehende Geschäftsmodell.
Eigenständigkeit als Gegenargument
Die Commerzbank setzt nun auf ihre Strategie „Momentum 2030“. Bis zum Ende des Jahrzehnts peilt das Institut Erträge von 16,8 Milliarden Euro und einen Konzerngewinn von 5,9 Milliarden Euro an. Das ist der finanzielle Rahmen, mit dem das Management die Eigenständigkeit rechtfertigen will.
Auch bei Rendite und Effizienz legt die Bank hohe Ziele vor. Die Netto-Eigenkapitalrendite soll 21 Prozent erreichen, die Kosten-Ertrags-Relation auf 43 Prozent sinken. Dazu kommt eine geplante Ausschüttungspolitik, die bis zum Erreichen einer harten Kernkapitalquote von 13,5 Prozent eine volle Weitergabe des Gewinns vorsieht.
Die Hauptversammlung in Wiesbaden wird damit zum Stimmungsbarometer. DSW-Vize Klaus Nieding warnt, dass bei üblicher Präsenz bereits rund 40 Prozent reichen könnten, um faktisch die Kontrolle auszuüben; der Bund hält weiter etwa 12 Prozent. Am 20. Mai wird sichtbar, wie geschlossen Aktionäre und Politik hinter dem Frankfurter Kurs stehen.
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