Airbus Aktie: Orderbücher halten trotz Gegenwind
Airbus-Chef Faury zeigt sich unbeeindruckt von geopolitischen Spannungen und bestätigt robuste Nachfrage. Das Lieferziel 2026 bleibt ambitioniert.

Kurz zusammengefasst
- Keine Stornierungen trotz Branchenkrise
- Lieferziel von 870 Flugzeugen bestätigt
- Pratt & Whitney als Produktionsrisiko
- Kritik an europäischer Regulierungslast
Airlines haben zuletzt einiges einstecken müssen — gestiegene Treibstoffkosten, gesperrte Luftkorridore, teure Umwege. Airbus-Chef Guillaume Faury sieht das trotzdem gelassen. Von Stornierungen oder Verschiebungen von Bestellungen ist bislang nichts zu spüren.
Faury äußerte sich heute auf einem Branchenevent und beschrieb die Lage der Fluggesellschaften unverblümt: „Been through hell.“ Und trotzdem halten sie ihre Orderbücher zusammen. Das spricht für eine strukturell robuste Nachfrage nach neuen Flugzeugen — auch wenn der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran den Kerosinmarkt weiterhin unter Druck setzt.
Lieferziel 2026 und der Pratt & Whitney-Faktor
Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild. Seit Januar hat Airbus 815 Bruttobestellungen verbucht, netto nach Stornierungen bleiben 762 übrig. Das Jahresziel liegt bei rund 870 Auslieferungen — ein rekordverdächtiges zweites Halbjahr wäre dafür nötig.
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Faury gibt sich zuversichtlich, aber nicht unbesorgt. Die Lieferkette habe sich verbessert, sagt er. Allerdings hängt die angestrebte Produktionsrate von 75 Flugzeugen pro Monat im Jahr 2027 maßgeblich an Triebwerklieferungen von Pratt & Whitney — und dort knirscht es weiter. Kein Wunder, dass Faury seine Frustration mit dem Zulieferer offen zur Schau stellt.
Regulierung als strukturelles Handicap
Über operative Themen hinaus nahm der CEO auch die europäische Regulierungslast ins Visier. Mit dem aktuellen regulatorischen Umfeld sei globale Wettbewerbsfähigkeit schlicht „zu hart“ zu erreichen, so Faury. Eine Einschätzung, die Branchenbeobachter seit Jahren teilen — aber selten so direkt vom Chef eines europäischen Flaggschiffkonzerns zu hören ist.
Zum Kurs: Die Airbus-Aktie zeigt sich heute leicht im Minus, bewegt sich aber in ruhigem Fahrwasser. Die nächste Bewährungsprobe für die Auslieferungsziele kommt mit den Halbjahreszahlen — erfahrungsgemäß ein kritischer Gradmesser dafür, ob das zweite Halbjahr den versprochenen Rekordcharakter tatsächlich liefern kann.
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