Marvell: 251 Prozent seit Jahresanfang
Marvell profitiert von Nvidia-Partnerschaft und neuem KI-Switch-Chip. Analysten heben Kursziele deutlich an, Umsatzprognosen steigen.

Kurz zusammengefasst
- Nvidia-Chef lobt Marvell-Technologie
- Neuer Switch-Chip für KI-Cluster
- Umsatzprognosen für 2027 und 2028
- Analysten erhöhen Kursziele massiv
Marvell reitet die nächste große KI-Welle. Der Chipkonzern profitiert nicht nur von der Euphorie rund um Rechenzentren, sondern auch von einem selten klaren Ritterschlag durch Nvidia-Chef Jensen Huang. Er nannte Marvell auf der Computex „das nächste Billionen-Dollar-Unternehmen“. Kein Wunder, dass der Markt reagiert.
Die Aktie notiert aktuell bei 268,30 Euro und liegt heute 3,03 Prozent im Plus. Auf Monatssicht steht ein Anstieg von 85,83 Prozent. Seit Jahresanfang hat sich der Kurs sogar um 251,73 Prozent erhöht.
Nvidia verleiht der Story Gewicht
Der Auftritt auf der Computex 2026 war mehr als eine Produktshow. Marvell-Chef Matt Murphy stellte die zentrale These klar heraus: Die Zukunft skalierbarer KI hängt an der Verbindungstechnik. Je größer KI-Cluster werden, desto wichtiger werden Bandbreite, geringe Latenz und niedriger Stromverbrauch.
Genau dort will Marvell wachsen. Huang trat während Murphys Keynote auf und betonte die Rolle von Marvell-Technologie für vernetzte KI-Systeme. Dazu passt Nvidias strategische Investition von 2 Milliarden Dollar, die die Partnerschaft im Bereich KI-Rechenzentren untermauert.
Für den Markt ist das ein starkes Signal. Marvell wird nicht mehr nur als klassischer Halbleiteranbieter bewertet. Die Aktie handelt zunehmend wie ein Kernwert der KI-Infrastruktur.
Neuer Switch-Chip gegen Engpässe
Marvell hat passend zur Computex den Teralynx T100 verfügbar gemacht. Der Chip gilt als erster Switch-Silizium-Baustein mit 102,4 Tbps, der gezielt für KI- und Cloud-Rechenzentren gebaut wurde. Erste Muster sollen noch in diesem Quartal an Kunden gehen.
Das Ziel: Engpässe in großen KI-Clustern reduzieren. Marvell verspricht bis zu 25 Prozent weniger Stromverbrauch und sehr niedrige Latenz bei KI-Training und Inferenz. Genau diese Punkte zählen, wenn Rechenzentren immer größere Modelle verarbeiten.
Die technologische Richtung passt zur Nachfrage. KI-Systeme brauchen nicht nur stärkere Beschleuniger, sondern auch schnellere Verbindungen zwischen Chips, Servern und ganzen Rechenzentren. Marvell positioniert sich damit an einer Stelle, die für Skalierung immer kritischer wird.
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Zahlen stützen den Kurslauf
Auch operativ liefert Marvell Argumente. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,418 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der wichtigste Treiber bleibt das Datacenter-Geschäft. Es machte 76 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Der bereinigte Gewinn lag bei 0,80 Dollar je Aktie.
Marvell hat die Umsatzziele für die nächsten Jahre angehoben. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Unternehmen rund 11,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Für 2028 liegt die Prognose bei etwa 16,5 Milliarden Dollar.
Dazu kommen zwei Akquisitionen aus dem laufenden Jahr. Celestial AI stärkt Marvell bei photonischen Verbindungen. XConn Technologies ergänzt das Profil bei Chiplet-Konnektivität.
Analysten ziehen nach
Nach den Computex-Nachrichten haben mehrere Häuser ihre Modelle angepasst. Die neuen Kursziele zeigen, wie stark sich die Wahrnehmung verschoben hat:
- Stifel: Kursziel auf 321 Dollar erhöht, zuvor 230 Dollar
- Barclays: Kursziel auf 275 Dollar erhöht, zuvor 150 Dollar
- Morningstar: Kursziel auf 235 Dollar erhöht, zuvor 130 Dollar
Stifel verweist auf Marvells stärkere Position im Datacenter- und KI-Ökosystem. Morningstar betont, dass der Markt Marvell inzwischen als führenden Anbieter im Bereich Optik bewertet.
Nach dem Rekordhoch vom 3. Juni bei 290,35 Euro folgten erste Gewinnmitnahmen. Der Abstand dazu beträgt aktuell 7,59 Prozent. Das ändert wenig am Kern der Geschichte: Marvell hat sich mit Nvidia-Rückenwind, neuen KI-Chips und steigenden Umsatzzielen in eine neue Bewertungsliga gespielt.
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