Eli Lilly Aktie: SURPASS-EARLY-Studie vor ADA-Woche
Neue Phase-4-Daten belegen Überlegenheit von Tirzepatid bei Diabetes-Patienten mit kurzer Krankheitsgeschichte.

Kurz zusammengefasst
- Tirzepatid übertrifft Standardtherapie deutlich
- 60 Prozent erreichen normale Blutzuckerwerte
- ADA-Kongress ab 5. Juni im Fokus
- Aktie nahe Rekordhoch trotz Kursrückgang
Eli Lilly startet mit frischen Studiendaten ins Wochenende. Eine am Freitag veröffentlichte Untersuchung zu Mounjaro zeigt nach zwei Jahren deutlich bessere Ergebnisse als intensivierte Standardtherapie bei Typ-2-Diabetes-Patienten mit kurzer Krankheitsgeschichte. Die Aktie schloss dennoch 2,03 Prozent tiefer bei 948,40 Euro — kurz vor einer entscheidenden Datenwoche.
SURPASS-EARLY: Tirzepatid mit klarem Vorsprung
Die in Annals of Internal Medicine publizierte Phase-4-Studie SURPASS-EARLY verglich Tirzepatid mit intensivierter konventioneller Therapie bei 794 Erwachsenen aus 78 Zentren in zehn Ländern. Alle Teilnehmer litten seit maximal vier Jahren an Typ-2-Diabetes, dessen Blutzuckerkontrolle trotz Diät, Bewegung und Metformin unzureichend blieb.
Nach zwei Jahren senkte Tirzepatid den HbA1c-Wert um 1,99 Prozentpunkte. Die intensivierte Standardtherapie erreichte 1,32 Prozentpunkte. Die Differenz von 0,68 Prozentpunkten war statistisch hochsignifikant (P < 0,001). Beim Körpergewicht betrug der Unterschied 8,0 Kilogramm, beim Taillenumfang 6,2 Zentimeter — jeweils zugunsten von Tirzepatid.
Besonders auffällig: 60,2 Prozent der Tirzepatid-Gruppe erreichten einen HbA1c-Wert unter 5,7 Prozent und damit Normoglykämie. In der Vergleichsgruppe schafften das nur 24,0 Prozent. Häufigste Nebenwirkungen waren in beiden Armen gastrointestinal. Eli Lilly finanzierte die Studie.
ADA-Kongress ab 5. Juni im Fokus
Die Veröffentlichung fällt in eine kritische Woche für den Konzern. Vom 5. bis 8. Juni präsentiert Lilly auf den 86. Scientific Sessions der American Diabetes Association in New Orleans neue Daten zu Foundayo, Mounjaro und Retatrutid. Am 6. Juni folgt ein Investoren-Event um 18:00 Uhr CDT, auf dem das Management zentrale Ergebnisse diskutieren wird.
Das Programm umfasst Phase-3-Daten zu Retatrutid sowie Phase-3-Ergebnisse aus dem ACHIEVE-Programm zu Foundayo — darunter Head-to-Head-Vergleiche und placebokontrollierte Studien. Für Anleger entsteht damit ein konzentriertes Katalysatorfenster: Die Mounjaro-Evidenz stützt das bestehende Diabetes-Geschäft, während die ADA-Agenda den Blick auf orale GLP-1-Therapie, Adipositas und Inkretine der nächsten Generation lenkt.
Starkes Quartal, hohe Erwartungen
Im ersten Quartal 2026 steigerte Lilly den Umsatz um 56 Prozent auf 19,8 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 156 Prozent auf 8,55 Dollar. Die Jahresprognose hob der Konzern auf 82,0 bis 85,0 Milliarden Dollar an.
Mounjaro bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Das Diabetes-Medikament erlöste im ersten Quartal 8,7 Milliarden Dollar — ein Plus von 125 Prozent. Zepbound steuerte 4,2 Milliarden Dollar bei, 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Zusammen generierten die beiden GLP-1-Präparate 13,4 Milliarden Dollar.
Die Aktie notiert 76,61 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 537,00 Euro und nur 2,03 Prozent unter dem am Mittwoch markierten Rekordhoch von 968,10 Euro. Der RSI liegt bei 72,4 — nahe der technischen Überkaufzone.
Am 5. Juni beginnt die ADA-Woche. Ob die neuen Daten die GLP-1-Wachstumsstory über die bereits eingepreisten Erwartungen hinaus verlängern können, entscheidet sich in den kommenden Tagen.
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