XRP: Ausverkauf am 14. Jahrestag
XRP fällt auf ein Mehrmonatstief, während institutionelle Gelder abfließen und technische Indikatoren Bärensignal senden.

Kurz zusammengefasst
- Kurs rutscht auf 1,14 Dollar
- Institutionelle ETF-Abflüsse beenden Zuflussserie
- RSI signalisiert überverkaufte Lage
- Netzwerk wächst trotz Kursverlusten
Ausgerechnet zum 14. Jahrestag seiner Entstehung erlebt XRP einen der schwersten Kurseinbrüche seit Monaten. Der Token fiel auf rund 1,14 Dollar — ein Mehrmonatstief. Seit Jahresbeginn hat XRP fast 38 Prozent verloren, vom 52-Wochen-Hoch bei 3,65 Dollar sind es sogar knapp 68 Prozent.
Liquidationen und Institutionen ziehen sich zurück
Der breitere Kryptomarkt verzeichnete Liquidationen von über 1,7 Milliarden Dollar. Für XRP bedeutete das rund 25 bis 30 Millionen Dollar an aufgelösten Long-Positionen innerhalb von 24 Stunden. Der Verkaufsdruck drückte die Marktkapitalisierung unter 75 Milliarden Dollar — und ermöglichte es dem Stablecoin USDC, XRP als fünftgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung zu verdrängen.
Institutionelle Anleger zogen sich ebenfalls zurück. Am 3. Juni verzeichneten XRP-Spot-ETFs einen Nettoabfluss von 5,34 Millionen Dollar. Das beendete eine 21-tägige Serie kontinuierlicher Zuflüsse. Bitwise führte die Abflüsse mit 4,06 Millionen Dollar an, gefolgt von Grayscale und 21Shares. Die sieben zugelassenen XRP-Spot-ETFs verwalten zusammen noch rund 1,03 Milliarden Dollar.
Technische Warnsignale und Whale-Verkäufe
Der RSI liegt aktuell bei knapp 24 — deutlich unter der Schwelle von 30, die technische Analysten als überverkauft werten. Zwar kann ein so niedriger RSI einen Erholungsimpuls ankündigen. Der MACD bleibt jedoch im bärischen Bereich. Kein klares Kaufsignal.
Hinzu kommen massive Bewegungen großer Halter. Whale-Wallets sollen in der vergangenen Woche rund 60 Millionen XRP-Token bewegt oder verkauft haben. Das erhöhte Angebot an den Börsen drückte den Kurs unter den 50-Tage-Durchschnitt, der aktuell bei 1,39 Dollar liegt. Analysten sehen die nächste Unterstützungszone zwischen 1,10 und 1,12 Dollar. Hält diese nicht, rückt die Marke von 0,90 Dollar in den Blick.
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Netzwerk wächst, Regulierung rückt näher
Das Kursbild steht in merkwürdigem Kontrast zur Netzwerkentwicklung. Mastercard gab am 4. Juni bekannt, Ripples RLUSD-Stablecoin in sein globales Abwicklungsnetz zu integrieren. Das ermöglicht Rund-um-die-Uhr-Abwicklung über das XRP Ledger — neben Ethereum und Solana.
Die On-Chain-Aktivität zeigt ebenfalls Stärke. Tägliche Transaktionen auf dem XRP Ledger erreichten zuletzt fast 3 Millionen — dreimal so viel wie Mitte 2025. Tokenisierte Vermögenswerte auf dem Ledger wuchsen in fünf Monaten um 344 Prozent auf 3,68 Milliarden Dollar.
Regulatorisch bewegt sich ebenfalls etwas. Der CLARITY Act passierte im Juni einen Senatsausschuss. Eine Abstimmung im Plenum könnte für August 2026 angesetzt werden — was digitalen Assets in den USA mehr Rechtssicherheit bringen würde. Ob das den Kurs stabilisiert, hängt davon ab, ob die technische Unterstützung bei 1,10 Dollar bis dahin hält.
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