OMV: Grazer Gemeinderat beschließt Tiefenkraft
Nach monatelanger Blockade stimmt der Grazer Gemeinderat dem OMV-Geothermieprojekt zu. Eine neue Risikoverteilung ermöglicht den Fortschritt.

Kurz zusammengefasst
- Gemeinderat stimmt neuen Verträgen zu
- Risikoverteilung war Knackpunkt der Verhandlungen
- Energie Steiermark übernimmt Vorfinanzierung
- Fernwärmeziel für Graz ab 2035 geplant
Nach einem monatelangen Umweg hat das Grazer Geothermie-Projekt von OMV eine entscheidende politische Hürde genommen. Der Gemeinderat der Stadt Graz hat die neuen Vertragsgrundlagen für das Vorhaben „Tiefenkraft“ beschlossen — und damit eine Blockade aufgelöst, die das Projekt Ende 2025 beinahe gestoppt hätte.
Klare Aufgabenteilung als Schlüssel zur Einigung
Der Knackpunkt der Neuverhandlung war die Risikoverteilung. Im November 2025 scheiterte eine frühere Vertragsstruktur daran, dass die Stadt Graz keine Haftungen von 200 Millionen Euro übernehmen konnte. OMV legte das Projekt daraufhin vorübergehend auf Eis.
Den Ausweg schuf Energie Steiermark, die Anfang 2026 die Vorfinanzierung seismischer Messungen von rund 5 Millionen Euro übernahm. Das ermöglichte die Wiederaufnahme der Gespräche — und schließlich das nun beschlossene Vertragswerk.
Die neue Struktur verteilt die Aufgaben auf drei Schultern: Das Joint Venture aus OMV (75 Prozent) und Energie Steiermark (25 Prozent) übernimmt Bohrungen und Energiegewinnung und trägt damit auch das wesentliche Projektrisiko. Energie Steiermark baut die Leitungen bis nach Graz, Energie Graz übernimmt ab der Stadtgrenze die Verteilung an die Haushalte.
Seismik läuft, Ziel ist 2035
Von Februar bis April führte OMV seismische Messungen im oststeirischen Becken durch. Die erhobenen Daten werden nun zu einem zweidimensionalen Abbild des Untergrunds verarbeitet, um potenzielle geothermische Lagerstätten zu identifizieren.
Das Ziel ist ambitioniert: Das Joint Venture soll künftig rund die Hälfte des Grazer Fernwärmebedarfs aus regionaler Geothermie decken. Ab 2035 soll der Anteil erneuerbarer Energie in der Fernwärme dauerhaft bei mindestens 80 Prozent liegen.
Dividende, CEO-Wechsel und Kursentwicklung
Für OMV-Aktionäre steht parallel die Hauptversammlung an. Der Vorstand schlägt eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor, der Aufsichtsrat hat zudem eine Sonderdividende von 1,25 Euro je Aktie beschlossen.
Ferner steht ein Führungswechsel bevor: Emma Delaney, langjährige Führungskraft bei bp, übernimmt zum 1. September 2026 den Vorstandsvorsitz. Sie bringt mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung in der Energiebranche mit.
Die OMV-Aktie notiert aktuell bei 61,60 Euro — ein Plus von rund 27 Prozent seit Jahresbeginn. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet OMV mit einem durchschnittlichen Brent-Preis von rund 65 US-Dollar pro Barrel; die eigene Öl- und Gasproduktion soll knapp unter 300.000 Barrel Öläquivalent pro Tag liegen, sofern die Libyen-Aktivitäten uneingeschränkt laufen.
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