Mutares: 6,5 Milliarden Umsatz im Geschäftsjahr 2025
Mutares verzeichnet 2025 starkes Umsatzwachstum, muss aber einen Covenant-Verstoß bei Anleihen offenlegen. Die Gläubiger stimmten einem Waiver zu.

Kurz zusammengefasst
- Covenant-Verstoß bei Nordic Bonds
- Umsatz steigt auf 6,5 Milliarden Euro
- Adjustiertes EBITDA bleibt negativ
- Dividendenvorschlag von 2,00 Euro
Umsatz auf 6,5 Milliarden Euro gesprungen, Jahresüberschuss gestiegen — und trotzdem notiert die Mutares-Aktie rund 22 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr. Der Grund liegt nicht in den Wachstumszahlen, sondern in einem Kapitel, das der Konzern im testierten Jahresbericht offen adressiert.
Covenant-Verstoß und Waiver
Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital hatte die in den Anleihebedingungen vereinbarte Grenze überschritten. Bewertungseffekte, weniger wertsteigernde Transaktionen im vierten Quartal 2025 und deutlich gestiegene Leasingverbindlichkeiten ließen die Kennzahl kippen. Für die beiden Nordic Bonds 2023/27 und 2024/29 musste Mutares ein schriftliches Verfahren einleiten — die Anleihegläubiger stimmten dem Waiver zu.
Der Vorstand geht davon aus, dass die Kennzahl bis Ende Juni 2026 wieder eingehalten wird, gestützt auf die bereits unterzeichneten Zukäufe von Wärtsilä Gas Solutions und dem ETP-Geschäft von SABIC. Parallel plant das Unternehmen, ausstehende Anleihen von derzeit 385 Millionen Euro auf 250 bis 300 Millionen Euro zu reduzieren. Ein freiwilliger Tender für Anleihegläubiger soll voraussichtlich ab dem 8. Mai starten.
Starkes Wachstum, aber adjustiertes EBITDA noch negativ
Die Umsatzzahlen für 2025 sind beachtlich. Der Konzernumsatz wuchs von 5,3 auf 6,5 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss der Holding kletterte auf 130,4 Millionen Euro. Besonders der vollständige Ausstieg bei Steyr Motors trug zum Ergebnissprung beim EBITDA bei, das von 117 auf 675 Millionen Euro anzog.
Das adjustierte EBITDA — eine für Private-Equity-Konzerne wie Mutares relevantere Kennzahl, da sie Einmaleffekte herausrechnet — blieb mit minus 31,2 Millionen Euro allerdings negativ. Eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahreswert von minus 85,4 Millionen Euro, aber noch kein positives Terrain.
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Dividende, Pipeline und Ausblick
Für 2025 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 3. Juli eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie vor — als Mindestdividende. Sollten bis dahin weitere Exits mit wesentlichem Liquiditätsbeitrag abgeschlossen werden, ist eine zusätzliche Performance-Dividende möglich.
Das Portfolio zeigt operative Stärke: Portfoliogesellschaft Magirus verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Rekord-Auftragseingang, der Auftragsbestand liegt über 800 Millionen Euro. Die SABIC-Transaktion legt die Grundlage für ein neues Segment „Chemicals & Materials“, das Mutares erstmals in Spezialchemie und Hochleistungswerkstoffe führt.
Für 2026 bestätigt der Vorstand eine Prognose mit einem Konzernumsatz zwischen 7,9 und 9,1 Milliarden Euro sowie einem Jahresüberschuss von 165 bis 200 Millionen Euro für die Holding. Bis 2030 strebt das Unternehmen ein jährliches Umsatzwachstum von mindestens 25 Prozent an. Am 12. Mai folgt der Q1-Quartalsbericht — er wird zeigen, ob der Covenant-Zeitplan hält.
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