Hellofresh Aktie: Zittrige Bodenbildung
Kursziele reichen von 1,80 bis 5 Euro; schwache Neukundenzahlen und gekürzte Marketingausgaben belasten die Wachstumsaussichten.

Kurz zusammengefasst
- Aktie steigt zuletzt um 2,58 Prozent
- Jahresverlust beträgt bislang 62 Prozent
- Analystenkursziele liegen zwischen 1,80 und 5 Euro
- Neukundenzuwachs bremst die Wachstumsaussichten
Nach dem Rekordtief zeigt die Hellofresh-Aktie erste Stabilisierungstendenzen. Zuletzt legte das Papier um 2,58 Prozent auf 2,344 Euro zu und zählte zu den größten Gewinnern im SDAX. Von echter Erholung will bei den Analysten trotzdem niemand sprechen.
Die Bilanz seit Jahresbeginn bleibt verheerend: Ein Kursverlust von 62 Prozent lässt den Kochboxenversender weit hinten im deutschen Nebenwerte-Index liegen. Von den Rekordständen nahe 100 Euro aus dem Pandemiejahr 2021 trennen die Aktie inzwischen Welten. Selbst der Ausgabepreis von 10,25 Euro zum Börsengang im November 2017 liegt noch in weiter Ferne.
Kursziele sinken, Skepsis bleibt
Auslöser der jüngsten Talfahrt war eine Gewinnwarnung, auf die mehrere Analysten mit deutlichen Abstufungen reagierten. Sven Sauer von Kepler Cheuvreux senkte sein Kursziel von 3,50 auf 2,30 Euro, stufte die Aktie aber wegen der zuletzt schwächeren Kursverluste von „Reduce“ auf „Hold“ hoch.
Nizla Naizer von Deutsche Bank Research bekräftigte ihre „Hold“-Einschätzung bei einem Kursziel von 3,50 Euro und verweist auf einen langen Weg zurück zum Wachstum angesichts weiter schwieriger Endmärkte.
Berenberg-Analyst Triton Reid kappte sein Ziel von 9 auf 5 Euro, bleibt damit aber vergleichsweise optimistisch. Er monierte den schwachen Neukundenzuwachs als zentrale Wachstumsbremse, betonte zugleich aber die niedrige Bewertung der Aktie.
Am kritischsten äußerte sich MWB Research: Analyst Alexander Zienkowicz senkte sein Kursziel von 2,90 auf 1,80 Euro und hält die Talsohle trotz des Rekordtiefs von 2,156 Euro noch nicht für erreicht. In seinem Basisszenario rechnet er nicht mehr damit, dass Hellofresh aus eigener Kraft wieder wachsen kann.
Die Kursziele der Analysten liegen damit zwischen 1,80 und 5 Euro — eine erhebliche Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich das weitere Schicksal des Kochboxenversenders eingeschätzt wird. Während Berenberg noch auf eine Bewertungschance setzt, sieht MWB Research strukturelle Probleme im Geschäftsmodell selbst.
Kern der Sorge bleibt die Kundengewinnung. Gekürzte Marketingbudgets und sinkende Neukundenzahlen belasten das Wachstum in einem Markt, der ohnehin als gesättigt gilt. Ob die jüngste Kurserholung mehr ist als eine technische Gegenbewegung nach dem Rekordtief, dürfte sich erst zeigen, wenn Hellofresh im kommenden Geschäftsjahr belastbare Zahlen zur Neukundenentwicklung vorlegt.
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