Microsoft Aktie: Roslansky verlässt den Konzern
Der Microsoft-Manager bleibt bis Jahresende Berater; seine Aufgaben für Microsoft 365 und Copilot sind noch nicht dauerhaft vergeben.

Kurz zusammengefasst
- Roslansky scheidet zum Jahresende aus
- Beraterrolle für Nadella bis Jahresende
- LinkedIn-Mitgliederzahl auf 1,3 Milliarden verdoppelt
- Dauerhafte Nachfolge für Microsoft 365 offen
Microsoft verliert eine der prägenden Führungsfiguren seiner KI-Strategie. Ryan Roslansky, Executive Vice President für die Microsoft-365-Apps und langjähriger LinkedIn-Chef, verlässt das Unternehmen zum Jahresende. Er ist bereits der vierte hochrangige Abgang in diesem Jahr.
Der Grund: Redmond oder Familie
Konzernchef Satya Nadella gab die Personalie in einem Memo an die Belegschaft bekannt. Roslansky begründet seinen Schritt privat: Die nächste Arbeitsphase erfordere seine Präsenz in Redmond, und zwar täglich. Seine Familie lebt jedoch in der San Francisco Bay Area. Bis Ende des Jahres bleibt er als Berater an Nadellas Seite.
Nadella würdigte vor allem Roslanskys Rolle bei der einheitlichen Copilot-App, die Microsoft vergangene Woche vorgestellt hat. Sein Team habe die Produkt-, Engineering- und Designbasis geschaffen, auf der die nächste Phase aufbaue. Das Ziel laut Nadella: ein neues Betriebssystem für die Arbeit, in dem Office und Copilot ineinander aufgehen.
Die Lücke in der Führungsriege
Roslansky führte LinkedIn ab 2020 und verdoppelte die Mitgliederzahl auf 1,3 Milliarden. 2025 übernahm er zusätzliche Verantwortung in der Office-Sparte. Zuletzt führte er gemeinsam mit zwei weiteren Managern die Bereiche Microsoft 365 und Copilot. LinkedIn leitet inzwischen Dan Shapero, der direkt an Nadella berichtet.
Der Abgang reiht sich in eine auffällige Serie ein. Gaming-Chef Phil Spencer und Office-Leiter Rajesh Jha sind in diesem Jahr gegangen, Sicherheitschef Charlie Bell wechselte in eine Rolle als Einzelkraft. Im Sommer kündigte zudem LinkedIn-Mitgründer Reid Hoffman an, den Verwaltungsrat zu verlassen. Marktbeobachter dürften die Häufung als Zeichen eines Umbaus an der Spitze deuten, während der Konzern seine Produktlinien auf KI ausrichtet.
An der Börse blieb die Reaktion gelassen. Die Aktie notierte am Donnerstagabend mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent bei rund 516 Dollar.
Kleine Randnotizen
Im Ökosystem tut sich derweil mehr. Der Spendenanbieter Benevity hat eine App für Microsoft Teams im Teams Store veröffentlicht. Außerdem endet am 13. Oktober der Support für Office LTSC 2021: Die Programme laufen danach weiter, erhalten aber keine Sicherheitsupdates mehr.
Bis Jahresende läuft Roslanskys Beraterphase. Dann zeigt sich, wer seine Aufgaben bei Microsoft 365 und Copilot dauerhaft übernimmt.
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