Gold: Fed-Zweifel treiben Kurs
Schwache US-Daten und Zinserwartungen treiben Gold über 4.400 Dollar. Das Fed-Protokoll am Mittwoch könnte die Richtung für den weiteren Kurs vorgeben.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis steigt über 4.400 Dollar
- Dollar fällt auf Zwei-Monats-Tief
- Fed-Protokoll am Mittwoch im Fokus
- Minen-ETF GDX legt deutlich zu
Gold klettert über die Marke von 4.400 Dollar und bleibt dort hartnäckig hängen. Der Grund liegt weniger im Edelmetall selbst als im Dollar: Anleger trauen der Fed eine baldige Zinserhöhung immer weniger zu, und das drückt die US-Währung auf ein Zwei-Monats-Tief.
Schwache US-Konjunkturdaten schicken die kurzfristigen Anleiherenditen nach unten, während die langfristigen Renditen nahe ihrer jüngsten Höchststände verharren. Diese Konstellation nimmt dem Dollar Rückenwind und macht Gold als zinslose Anlage relativ attraktiver. Hinzu kommen geopolitische Risiken, die zwar tiefere Dollar-Verluste verhindern, dem Goldpreis aber zugleich eine Stütze bieten.
Kein Selbstläufer nach oben
Trotz des Anstiegs mangelt es dem Markt an bullischer Überzeugung. Der Goldpreis hält sich zwar über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt, tut sich aber sichtlich schwer, die Rally spürbar auszuweiten. Käufer springen zwar auf den fahrenden Zug auf, drücken aber nicht mit voller Kraft aufs Gaspedal.
Der Blick richtet sich nun auf das Fed-Protokoll, das am Mittwoch veröffentlicht wird. Es dürfte zeigen, wie tief die Zweifel an weiteren Zinsschritten innerhalb der Notenbank tatsächlich sitzen — und damit die Richtung für die kommenden Wochen mitbestimmen.
Der breitere Rahmen bleibt bemerkenswert: Binnen eines Monats hat Gold rund 400 Dollar zugelegt, Silber zog um etwa 10 Dollar an. Der Minen-ETF GDX kletterte von 70 auf 90 Dollar — ein Plus von fast 30 Prozent. Nach einer Korrekturphase im ersten Halbjahr 2026, in der das Sentiment von Euphorie in Skepsis kippte, hat sich das Bild binnen weniger Wochen erneut gedreht.
Kurzfristig bleibt die technische Marke bei 4.300 Dollar als Unterstützung entscheidend, während 4.430 Dollar als nächste Hürde auf dem Weg nach oben gilt. Ob der Ausbruch gelingt, dürfte sich mit den Signalen aus dem Fed-Protokoll am Mittwoch entscheiden.
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