SAP Aktie: Cloud Backlog um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden
SAP setzt Aktienrückkäufe fort und profitiert von starkem Cloud-Geschäft. Analysten bleiben trotz gesenkter Kursziele vorsichtig optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Aktienrückkauf über 344 Millionen Euro
- Insider erwirbt SAP-Anteile
- Cloud-Umsatz wächst um 22 Prozent
- Analysten senken Kursziele leicht
SAP hat im Rahmen seines laufenden Rückkaufprogramms zwischen dem 27. und 31. Juli rund 2,18 Millionen eigene Aktien über Xetra erworben. Das Volumen der Transaktion belief sich auf etwa 344,3 Millionen Euro bei einem Durchschnittskurs von 157,62 Euro je Aktie. Damit setzt der Softwarekonzern seine Kapitalrückführung an die Anteilseigner fort, während sich die Aktie von ihren Sommertiefs deutlich erholt hat.
Vergangenen Freitag kam eine weitere Kaufaktivität hinzu: Ein Insider erwarb 1.700 Aktien zu 179,15 Euro, ein Volumen von rund 304.551 Euro. Wer genau hinter dem Kauf steht, ist nicht näher benannt, doch das Signal passt ins Bild eines Unternehmens, das nach der jüngsten Kursberuhigung wieder Vertrauen in die eigene Bewertung zeigt.
Bewertung nach starkem Lauf
Der aktuelle Kurs von 178,98 Euro liegt rund 20 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 148,56 Euro – ein Hinweis darauf, wie kräftig die Erholung der vergangenen Wochen ausgefallen ist.
Gleichzeitig bleibt die Aktie mit einem Abstand von 26 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 242,00 Euro noch deutlich unter ihrem Rekordniveau vom Oktober. Der RSI von 69,1 signalisiert eine bereits ambitionierte kurzfristige Bewertung, ohne dass die Aktie formal als überkauft gilt.
Die regulatorische Lage hat sich derweil weiter entspannt. Das deutsche Bundeskartellamt teilte mit, kein Kartellverfahren gegen SAP einzuleiten, und die Europäische Kommission hatte zuvor ihre Untersuchung zu den On-Premise-Wartungs- und Supportrichtlinien des Konzerns abgeschlossen. Beide Entwicklungen liegen bereits einige Wochen zurück, haben aber zur Stabilisierung des Kurses beigetragen.
Geschäftszahlen liefern Rückenwind
Fundamental stützen die Zahlen zum zweiten Quartal und ersten Halbjahr 2026 das Bild eines wachsenden Cloud-Geschäfts. Der Current Cloud Backlog legte um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt um 26 Prozent.
Der Cloud-Umsatz stieg um 22 Prozent, das Segment Cloud ERP Suite sogar um 25 Prozent. Der Gesamtumsatz wuchs um 9 Prozent, währungsbereinigt um 11 Prozent, während das Betriebsergebnis nach IFRS um 8 Prozent und auf Non-IFRS-Basis um 7 Prozent zulegte.
Parallel zu den Zahlen aktualisierte SAP seinen Ausblick für das Betriebsergebnis 2026, um Verwässerungseffekte aus den Übernahmen von Dremio und Prior Labs abzubilden. Die Akquisition von Dremio, einem Anbieter einer offenen Data-Lakehouse-Plattform, wurde Anfang Juli abgeschlossen und soll das Angebot im Bereich agentischer KI erweitern.
Mitte Juli folgte der Abschluss der Übernahme von Prior Labs, einem Pionier tabellarischer Foundation Models. SAP kündigte an, in den kommenden vier Jahren mehr als eine Milliarde Euro zu investieren, um das Unternehmen zu einem Frontier-KI-Labor für strukturierte Daten auszubauen.
Analystenreaktionen fallen gemischt aus
Nach den Quartalszahlen zeigten sich Analysten uneinheitlich. JPMorgan-Analyst Toby Ogg senkte am Montag vergangener Woche sein Kursziel auf 175 Euro und beließ seine Einstufung bei Neutral.
Kepler Cheuvreux und Jefferies reduzierten ihre Kursziele auf 190 beziehungsweise 230 Euro. Bereits Ende Juli hatte Barclays sein Kursziel von 255 auf 220 Euro gekappt, verwies dabei auf kurzfristige Kostenunsicherheiten, hielt aber an der Kaufempfehlung „Overweight“ fest.
Institutionelles Interesse bleibt derweil hoch: BlackRock meldete Anfang August einen Stimmrechtsanteil von 6,75 Prozent an SAP, ein leichter Anstieg gegenüber der vorherigen Meldung von 6,74 Prozent. Die nächste Standortbestimmung für Anleger folgt am 21. Oktober, wenn SAP die Zahlen zum dritten Quartal 2026 vorlegt. Der Konsens erwartet dann ein Ergebnis je Aktie von 1,83 Euro bei einem Umsatz von 10,09 Milliarden Euro.
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