SpaceX Aktie: Elon Musk vor erster Quartalsbilanz
SpaceX präsentiert erste Quartalszahlen seit Börsengang: Starlink-Gewinne stehen hohen KI-Verlusten gegenüber, während Lockup-Ablauf und Short-Wetten die Aktie belasten.
Kurz zusammengefasst
- Erste Quartalszahlen seit Börsengang
- Starlink-Gewinne finanzieren KI-Verluste
- Lockup-Ablauf von 911,5 Mio. Aktien
- Analysten uneins über Kursziele
Heute nach Börsenschluss steht SpaceX vor seinem ersten Auftritt als öffentlich gehandeltes Unternehmen: Der Raumfahrtkonzern legt seine Quartalszahlen vor, und Konzernchef Elon Musk muss sich laut AP News auf kritische Fragen zu Starship-Tests, dem Satellitennetz Starlink und den geplanten Orbital-Rechenzentren einstellen. Es ist der bislang wichtigste Termin seit dem Börsengang im Juni.
Kurserholung nach turbulenten Wochen
Die Aktie zeigte sich am Montag bereits nervös-optimistisch: Sie schloss bei 99,30 Euro und legte damit um 5,67 Prozent zu. Über die vergangenen 30 Handelstage bleibt aber ein Minus von 29,29 Prozent stehen – ein Beleg dafür, wie sehr der Titel seit dem Rekordhoch im Juni unter Druck geraten ist. Die Erholung vom Montag dürfte vor allem Positionierungen vor der Zahlenvorlage widerspiegeln, weniger eine grundsätzliche Trendwende.
Für die Berichtssaison rechnen Analysten mit einem Konzernumsatz von rund 6,9 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Verlust je Aktie zwischen 0,23 und 0,35 US-Dollar. Es wäre der erste Blick der Öffentlichkeit in die tatsächliche Ertragskraft des Konzerns, seit die Aktie im Juni an die Börse kam.
Starlink verdient, künstliche Intelligenz kostet
Die Segmentzahlen zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Starlink, das Satelliteninternet-Geschäft, erwirtschaftete im ersten Quartal 2026 bei einem Umsatz von 3,257 Milliarden US-Dollar ein operatives Ergebnis von 1,188 Milliarden US-Dollar – eine EBITDA-Marge von 63 Prozent. Das Geschäft zählte zuletzt 10,3 Millionen Abonnenten und gilt als der einzige verlässliche Gewinnbringer im Konzern.
Ganz anders sieht es im KI-Segment aus: Für das Geschäftsjahr 2025 stand einem Umsatz von 3,2 Milliarden US-Dollar ein operativer Verlust von 6,35 Milliarden US-Dollar gegenüber. Ein Leasingvertrag mit Anthropic über rund 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr, kündbar mit 90-tägiger Frist, unterstreicht das hohe Risiko dieser Wachstumswette. Die Investitionsausgaben summierten sich 2025 auf 20,7 Milliarden US-Dollar, für 2026 sind bereits 22,8 Milliarden US-Dollar eingeplant. Für das nun anstehende Quartal erwarten Beobachter allein 10,2 Milliarden US-Dollar an KI-Investitionen bei einem Gesamt-Capex von 14,05 Milliarden US-Dollar – Zahlen, die zeigen, wie sehr die Starlink-Gewinne derzeit die KI-Ambitionen des Konzerns querfinanzieren.
Lockup-Ablauf und hohe Short-Wetten als Belastung
Neben der Bilanz selbst blicken Investoren auf den 6. August: Dann werden laut CNBC-Berichterstattung 911,5 Millionen Aktien – rund zwölf Prozent des Unternehmens – erstmals frei handelbar. Der Marktwert dieser Tranche wird auf rund 100 bis 120 Milliarden US-Dollar taxiert. Eine zweite, größere Tranche von 455,8 Millionen Aktien wird nur freigegeben, wenn der Kurs an fünf von zehn Handelstagen mindestens 30 Prozent über dem IPO-Preis von 135 US-Dollar notiert – eine Hürde, die angesichts der jüngsten Kursverluste derzeit in weiter Ferne liegt.
Verschärft wird die Lage durch eine ungewöhnlich hohe Zahl an Leerverkäufen: Der Short-Interest liegt bei 34 Prozent des Streubesitzes, Shortseller sitzen laut CNBC bereits auf Buchgewinnen von 8,3 Milliarden US-Dollar seit dem Börsendebüt. Die Kombination aus schwachen Zahlen, Lockup-Flut und aggressiven Short-Positionen macht den heutigen Bericht zu einem möglichen Wendepunkt für die Aktie – in die eine oder andere Richtung.
Analysten zwischen Skepsis und Zuversicht
Die Einschätzungen der Analysten könnten kaum weiter auseinanderliegen. Bernstein-Analyst Douglas Harned rät zum Kauf und nennt ein Kursziel von 239 US-Dollar, während Morgan Stanley das Papier mit „Overweight“ und einem Kursziel von 300 US-Dollar sogar noch optimistischer sieht. Der Analystenkonsens liegt bei durchschnittlich 233,18 US-Dollar, gestützt von 23 Kaufempfehlungen gegenüber sechs Halten- und zwei Verkaufen-Voten. Am unteren Ende der Spanne warnt Morningstar mit einem Bär-Szenario von lediglich 63 US-Dollar vor deutlich höheren Risiken, sollte sich das KI-Geschäft nicht wie erhofft entwickeln.
Zusätzliche Unsicherheit bringt der jüngste Starship-Testflug: Beim 13. Flug am 24. Juli setzte der Booster zwar Starlink-V3-Satelliten erfolgreich aus, verfehlte aber die kontrollierte Wasserung. Da Starship für die künftige Bewertung des Konzerns als entscheidend gilt, dürfte auch dieser Punkt im heutigen Call eine zentrale Rolle spielen. Hinzu kommt Spekulation über eine mögliche Fusion mit Tesla, dessen China-Geschäft laut Berichten wegen dieser Überlegungen zur Disposition steht – ein Thema, das Anleger ebenfalls von Musk beantwortet sehen wollen.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...