Oracle Aktie: 6,21 Prozent Sprung auf Auftragsbestand

Ein Auftragsbestand von 638 Milliarden Dollar lässt die Oracle-Aktie um über sechs Prozent steigen, trotz hoher Investitionen und negativem Cashflow.

Felix Baarz ·
Oracle Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kurssprung von über sechs Prozent
  • Auftragsbestand auf 638 Milliarden Dollar gestiegen
  • Hohe Investitionen belasten den Cashflow
  • Charttechnische Erholung noch nicht bestätigt

Oracle-Aktionäre erleben eine Berg-und-Talfahrt. Erst der Absturz auf ein neues Jahrestief, zwei Tage später ein Kurssprung von über sechs Prozent. Der Auslöser: Anleger blicken plötzlich wieder auf einen Auftragsbestand, der sich binnen eines Jahres mehr als vervierfacht hat.

Am Donnerstag springt die Oracle-Aktie um 6,21 Prozent auf 109,40 Euro. Erst am Dienstag hatte das Papier mit 100,76 Euro ein neues 52-Wochen-Tief markiert. Zum bisherigen Jahreshoch von 280,70 Euro bleibt trotz der Erholung ein Abstand von rund 61 Prozent.

Der Auftragsberg als Auslöser

Im Zentrum der Kehrtwende steht eine einzige Kennziffer: die sogenannten „Remaining Performance Obligations“, also der Wert aller vertraglich zugesicherten, aber noch nicht abgerechneten Aufträge. Diese Position ist bei Oracle auf 638 Milliarden Dollar geklettert. Das entspricht einem Plus von 363 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Treiber sind langfristige Verträge für Training und Inferenz von KI-Modellen. Firmenkunden buchen bei Oracle offenbar Rechenkapazität für Jahre im Voraus. Genau diese Zahl sorgt nun für neue Kauflaune, nachdem der Markt monatelang vor allem auf die Kosten der Infrastruktur geschaut hatte.

Analysten sprechen von einem möglicherweise asymmetrischen Chance-Risiko-Profil. Die aktuelle Bewertung könnte die langfristige Margenstärke des Cloud-Infrastrukturgeschäfts unterschätzen, hieß es am Donnerstag aus Marktkreisen. Ein solches Szenario setzt typischerweise Leerverkäufer unter Druck, ihre Positionen zu überdenken.

Hohe Investitionen als Kehrseite

Die Skepsis der vergangenen Monate kam nicht aus dem Nichts. Im Geschäftsjahr 2026 haben sich Oracles Investitionsausgaben auf 55,7 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Grund: der Bau neuer KI-Rechenzentren und leistungsstarker Computing-Cluster.

Die Folge: Ein freier Cashflow von minus 23,7 Milliarden Dollar für das Jahr. Das Management betont jedoch, dass ein Großteil der neuen KI-Verträge vorab bezahlt wird oder Kunden eigene Hardware mitbringen. Beides drückt das finanzielle Risiko für Oracle spürbar.

Die Kursreaktion vom Donnerstag deutet darauf hin, dass Anleger das langfristige Umsatzpotenzial des Auftragsbestands wieder stärker gewichten als die kurzfristige Cashflow-Belastung.

Charttechnik bleibt anspruchsvoll

Der 14-Tage-RSI liegt bei 39,6. Die Aktie bewegt sich damit aus der überverkauften Zone heraus, ohne bereits ein klares Kaufsignal zu senden. Bis zum 50-Tage-Durchschnitt bei 143,67 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt bei 156,23 Euro ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Beide Marken muss die Aktie zurückerobern, damit aus der Erholung eine nachhaltige Trendwende wird. Die nächste Bewährungsprobe folgt mit den Quartalszahlen, die für Mitte September erwartet werden. Dann zeigt sich, ob Oracle den gewaltigen Auftragsbestand tatsächlich in profitables Wachstum verwandeln kann.

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Oracle Aktie

109,00 EUR

+ 5,86 EUR +5,68 %
KGV 20,58
Sektor Technologie
Div.-Rendite 1,67 %
Marktkapitalisierung 339,15 Mrd. EUR
ISIN: US68389X1054 WKN: 871460

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