SK Hynix Aktie: Spatenstich für 4-Milliarden-Anlage in Indiana
SK Hynix startet US-Projekt für HBM4E-Verpackung ab 2029, während die Aktie 4,5 Prozent verliert und ein Rückkaufprogramm läuft.

Kurz zusammengefasst
- Vier-Milliarden-Dollar-Anlage in Indiana
- HBM4E-Massenproduktion ab 2029 geplant
- Aktie verliert 4,5 Prozent
- Rückkaufprogramm über 40 Billionen Won
SK Hynix hat am Donnerstag in West Lafayette, Indiana, den Spatenstich für seine erste HBM-Produktionsstätte in den USA vollzogen. Die Anlage im Purdue Research Park kostet rund 4 Milliarden US-Dollar und soll ab dem dritten Quartal 2029 Speicherchips der Generation HBM4E in Massenproduktion fertigen.
Trotz der Investitionsnachricht rutschte die Aktie in Seoul kräftig ab: Der Kurs verlor 4,5 Prozent und schloss bei 1.653.000 Won, nachdem er am Vortag noch bei 1.730.000 Won notiert hatte.
Reine Verpackung, keine Waferfertigung
Anders als der Standort-Name suggeriert, entsteht in Indiana kein klassisches Chipwerk. Die Anlage übernimmt ausschließlich das Advanced Packaging – also die Montage und Verpackung der Speicherchips, nicht deren Herstellung aus dem Wafer. Bis Oktober 2028 soll der Reinraum stehen, danach beginnt die Ausrüstungsphase. Die Kapazität ist auf mehrere hunderttausend Wafer pro Jahr ausgelegt.
SK Hynix kooperiert dabei über ein Memorandum of Understanding mit der Purdue University im Bereich Forschung und Entwicklung für Advanced Packaging. Insgesamt sollen rund 7.000 Arbeitsplätze entstehen, davon etwa 1.000 direkt im Werk. Die US-Regierung unterstützt das Projekt mit Förderungen von 450 Millionen US-Dollar sowie einem Kredit über 500 Millionen US-Dollar.
Der US-Senator Todd Young äußerte sich im Zuge des Spatenstichs zuversichtlich, dass SK Hynix seine Investitionen in Indiana weiter ausbauen werde – die 4 Milliarden Dollar seien erst der Anfang. Er verwies zudem auf mögliche künftige Biotech-Investitionen der SK Group in der Region.
CEO erwartet Knappheit bis 2030
Firmenchef Kwak Noh-Jung nutzte den Termin, um auf die angespannte Marktlage hinzuweisen: Die Knappheit bei Speicherchips werde bis Ende 2030 anhalten, so seine Einschätzung. Eine finale Entscheidung über weitere US-Investitionen sei noch nicht gefallen.
Kwak sprach zudem über eine mögliche engere Zusammenarbeit mit japanischen Partnern bei der gemeinsamen Entwicklung von NAND-Flash-Speicher – konkrete Pläne für eine Beteiligung an Kioxia bestehen laut Kwak jedoch weiterhin nicht.
Kursrücksetzer trotz starkem Nvidia-Rückenwind
Der deutliche Tagesverlust wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, schließlich hatte Nvidia zuletzt mit einem Quartalsumsatz von 96,2 Milliarden US-Dollar und einer Wachstumsprognose von 70 Prozent für das Geschäftsjahr 2028 die gesamte Speicherchip-Branche beflügelt.
Der Titel bleibt trotz des Rücksetzers mehr als das Vierfache über seinem 52-Wochen-Tief von 319.000 Won, das im September vergangenen Jahres markiert wurde. Der jüngste Einbruch drückte die Aktie jedoch unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 1.948.900 Won, während sie mit einem Plus von 29 Prozent gegenüber dem 200-Tage-Durchschnitt weiterhin deutlich im übergeordneten Aufwärtstrend verläuft.
Am koreanischen Gesamtmarkt zogen sich ausländische und institutionelle Anleger im August in großem Umfang zurück, während der Kospi vor allem durch Aktienrückkäufe von Samsung Electronics und SK Hynix gestützt wurde.
Für SK Hynix selbst ist im Rahmen des laufenden Rückkaufprogramms ein Volumen von 40 Billionen Won zwischen Ende August und Mitte November vorgesehen – ein Signal, dass der Konzern die eigene Aktie trotz der Turbulenzen für unterbewertet hält.
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