SAP Aktie: Cloud-Umsatz steigt auf 6,28 Milliarden Euro
SAP senkt Gewinnziel für 2026 leicht, Cloud-Wachstum bleibt stark. Analysten uneins über Potenzial, Sicherheitslücke mit Höchstwert entdeckt.

Kurz zusammengefasst
- Cloud-Umsatz steigt um 24 Prozent
- Gewinnprognose für 2026 leicht gesenkt
- Analysten uneins über Aktienpotenzial
- Kritische Sicherheitslücke mit CVSS 10,0
SAP hat im Juli die Übernahmen der Softwarefirmen Dremio und Prior Labs final abgeschlossen. Die damit verbundenen Verwässerungseffekte zwangen den Konzern zu einer leichten Anpassung der Profit-Guidance für 2026, die nun bei 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro liegt. Für Anleger ist das eine überschaubare Korrektur, die im Kontext der jüngsten Geschäftsentwicklung wenig Gewicht hat.
Cloud-Wachstum bleibt Kernnachricht
Grundlage für die Zuversicht bleibt der Ausbau des Cloud-Geschäfts. Für das zweite Quartal hatte SAP einen währungsbereinigten Anstieg des Cloud-Umsatzes um 24 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro gemeldet, der Cloud-Auftragsbestand wuchs um 26 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Diese Zahlen bildeten die Basis für die Kursentwicklung der vergangenen Wochen und erklären, warum die Aktie trotz der leicht gesenkten Gewinnprognose stabil bleibt.
Am Freitag schloss das Papier bei 179,80 Euro, ein Minus von 0,7 Prozent auf Tagessicht. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 32 Prozent zu Buche – ein deutliches Zeichen dafür, wie stark die Erholung nach den Q2-Zahlen und der Entlastung durch die eingestellten Kartellvorermittlungen bereits eingepreist wurde.
Analysten reagierten früh auf die Quartalszahlen
Kurz nach der Veröffentlichung der Q2-Zahlen positionierten sich mehrere Analystenhäuser. Goldman-Sachs-Analyst Mohammed Moawalla stufte SAP mit einem Kursziel von 215 Euro auf „Buy“ ein und verwies auf eine starke Produkt-Pipeline trotz makroökonomischer Unsicherheiten.
UBS-Analyst Michael Briest bestätigte am selben Tag ebenfalls ein „Buy“-Rating, beließ das Kursziel jedoch bei 164 Euro – deutlich unter dem aktuellen Kursniveau, was auf eine deutlich zurückhaltendere Einschätzung des weiteren Potenzials hindeutet. JPMorgan bewertete die Margenentwicklung im abgelaufenen zweiten Quartal hingegen als negative Überraschung.
Diese unterschiedlichen Einschätzungen zeigen, dass die Wachstumsstory zwar Substanz hat, die Profitabilität aber genau beobachtet wird – ein Punkt, der angesichts der jüngst gesenkten Gewinn-Guidance an Bedeutung gewinnt.
Sicherheitslücke mit Höchstwert
Parallel zur operativen Entwicklung sorgte SAP am Dienstag vergangener Woche für Aufmerksamkeit im Bereich IT-Sicherheit: Im Rahmen des monatlichen Security Patch Day veröffentlichte der Konzern 28 Sicherheitshinweise.
Die schwerwiegendste Schwachstelle betrifft den „Commerce Cloud Data Hub Adapter“ und wurde mit dem CVSS-Höchstwert von 10,0 eingestuft – der maximal möglichen Kritikalitätsstufe. Für Kunden mit entsprechenden Cloud-Commerce-Installationen bedeutet das dringenden Handlungsbedarf, auch wenn ein solcher Patch-Day für sich genommen zum Alltagsgeschäft eines Software-Riesen gehört.
Strategischer Kurs: KI und Partnerschaften
CEO Christian Klein mahnte kürzlich in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ zur Eile bei der KI-Transformation, um gegenüber Wettbewerbern wie Anthropic oder US-Hyperscalern nicht den Anschluss bei Geschäftsprozess-KI zu verlieren.
Diese Aussage unterstreicht, warum SAP parallel zu Übernahmen wie Dremio und Prior Labs auch auf Partnerschaften setzt: Der US-Anbieter Veritone bestätigte im Rahmen seines jüngsten Quartalsberichts den Ausbau der Zusammenarbeit mit SAP – die Tochtergesellschaft Broadbean integriert ihre Lösungen über das „SAP PartnerEdge Build“-Programm direkt in das SAP-Talent-Management-System.
Anleger blicken nun auf den nächsten Security Patch Day am 9. September sowie auf die Ergebnisse zum dritten Quartal, die für den 21. Oktober terminiert sind. Bis dahin dürfte sich zeigen, ob das starke Cloud-Wachstum die Bedenken zur Margenentwicklung überlagern kann.
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