Kuehne, Nagel Aktie: Luftfracht treibt Gewinnsprung
Höhere Volumen und Erträge steigern das Quartals-EBIT; die neue Jahresprognose liegt über dem Analystenkonsens.

Kurz zusammengefasst
- Jahres-EBIT nun bei 1,5 bis 1,6 Milliarden Franken
- Quartals-EBIT steigt um 53 Prozent
- Luftfracht-EBIT legt um 84 Prozent zu
- Freier Cashflow wächst um 49 Prozent
Kuehne+Nagel hebt die Gewinnprognose für 2026 an und liefert dafür die passenden Zahlen. Im dritten Quartal übertraf der Logistikkonzern die Erwartungen der Analysten deutlich, getragen von höheren Volumen, besseren Erträgen je Sendung und Kostendisziplin.
Prognose steigt, Konsens liegt darunter
Das wiederkehrende operative Ergebnis (EBIT) soll im Gesamtjahr nun zwischen 1,5 und 1,6 Milliarden Franken liegen. Zuvor lag die Spanne bei 1,35 bis 1,55 Milliarden Franken. Der neue Mittelwert von 1,55 Milliarden Franken liegt rund 4 Prozent über dem Analystenkonsens von 1,496 Milliarden Franken.
Im dritten Quartal stieg das EBIT um 53 Prozent auf 435 Millionen Franken, 8 Prozent mehr als erwartet. Der Nettoumsatz wuchs um 22 Prozent auf 7,4 Milliarden Franken. Der Gewinn je Aktie kletterte von 1,63 auf 2,57 Franken.
Seefracht und Luftfracht legen kräftig zu
Die Luftlogistik glänzte besonders. Die Volumen wuchsen um 10 Prozent, das EBIT sprang um 84 Prozent auf 169 Millionen Franken. Die Nachfrage kam vor allem aus Halbleitern, Cloud-Infrastruktur und Exporten aus Südostasien. Die Conversion Rate verbesserte sich von 22,8 auf 32,4 Prozent.
Die Seelogistik steigerte ihr EBIT um 55 Prozent auf 172 Millionen Franken und lag damit 10 Prozent über den Prognosen. Marktanteilsgewinne auf den Routen ab Asien und über den Atlantik halfen ebenso wie um 5 Prozent höhere Erträge im Quartalsvergleich.
Auch die kleineren Sparten lieferten. Die Straßenlogistik erzielte 14 Prozent mehr Umsatz und ein um 40 Prozent höheres EBIT von 28 Millionen Franken.
In der Kontraktlogistik stieg das EBIT um 7 Prozent auf 66 Millionen Franken, 16 Prozent über der Erwartung. Aktuell laufen 37 Implementierungen neuer Verträge.
Cashflow stark, Kapitalbindung etwas zu hoch
Der freie Cashflow erreichte 336 Millionen Franken, ein Plus von 49 Prozent. Ein kleiner Schönheitsfehler bleibt: Die Kapitalbindung im Nettoumlaufvermögen lag mit 5,8 Prozent des Umsatzes über dem Zielkorridor von 4,5 bis 5,5 Prozent.
CEO Stefan Paul betonte, alle Geschäftseinheiten hätten zum Ergebnis beigetragen. Die angekündigte langfristige Partnerschaft mit Amazon und AWS helfe, künftige Wachstumschancen schneller zu nutzen. Die Aktie schloss zuletzt bei 229,80 Franken, die Reaktion auf die Zahlen steht damit noch aus.
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