Amazon Aktie: Thanksgiving-Menü für 25 Dollar
Amazon lockt mit einem günstigen Festtagsangebot; zugleich belasten hohe KI-Investitionen den Free Cashflow und prägen die Analystendebatte.

Kurz zusammengefasst
- Thanksgiving-Paket kostet 25 Dollar
- Mehr als 6.000 Artikel ergänzt
- Phillip Securities hebt Kursziel auf 330 Dollar
- Quartalsinvestitionen steigen auf 77,3 Milliarden Dollar
Amazon serviert seinen Kunden ein komplettes Thanksgiving-Menü zum Kampfpreis. Der Konzern setzt damit im Lebensmittelgeschäft ein klares Signal, während Analysten parallel über die hohen KI-Investitionen streiten.
Truthahn, Beilagen und Dessert in einem Warenkorb
Das Paket kostet 25 Dollar und enthält einen Truthahn von knapp vier Kilogramm, Zutaten für klassische Beilagen und ein Dessert. Es ist bis zum 26. November erhältlich, solange der Vorrat reicht. Die Lieferung am selben Tag ist ab 25 Dollar Bestellwert kostenlos.
Der Konzern flankiert die Aktion mit weiteren Rabatten. Gefrorener Truthahn kostet ab 0,79 Dollar je Pfund, Thanksgiving-Klassiker gibt es teils unter vier Dollar. Amazon will damit zeigen, dass es bei den Preisen mit klassischen Händlern mithalten kann.
Das Unternehmen bezeichnet sich inzwischen als zweitgrößten Lebensmittelhändler der USA. Das Sortiment mit Same-Day-Lieferung sei viermal so breit wie das eines typischen Supermarkts. Zuletzt seien allein binnen sechs Monaten mehr als 6.000 Artikel hinzugekommen.
Analysten bleiben beim Kaufvotum
Am Aktienmarkt dreht sich die Debatte weiter um die Quartalszahlen vom 30. Oktober. Anleger störten sich weniger am Cloudgeschäft als an der Aussicht für das Weihnachtsgeschäft und an den Milliardenausgaben für KI-Rechenzentren.
Phillip Securities stuft die Aktie von „Accumulate“ auf „Buy“ hoch und hebt das Kursziel von 320 auf 330 Dollar. Die Analystin verweist auf die Cloudsparte AWS. Deren Umsatz wuchs im dritten Quartal um 39 Prozent, der Auftragsbestand liegt bei 578 Milliarden Dollar.
Der Preis dafür ist hoch. Die Investitionen in Sachanlagen haben sich im Quartal auf 77,3 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Der Free Cashflow der vergangenen zwölf Monate rutschte auf minus 42,4 Milliarden Dollar.
Kursziele liegen eng beieinander
Das Analystenbild ist positiv, aber nicht einheitlich:
- JPMorgan: 365 Dollar
- UBS: 352 Dollar (zuvor 348)
- Royal Bank of Canada: 330 Dollar
- DZ Bank: fairer Wert 325 Dollar (zuvor 335)
Einen kleinen Dämpfer gab es zudem von William Blair. Das Haus nahm Amazon aus seiner monatlichen Liste der Favoriten heraus.
Die Aktie legte am Montag zeitweise gut fünf Prozent auf rund 252 Dollar zu. Phillip Securities rechnet damit, dass die Nachfrage die Mehrkosten trägt. Konzernchef Andy Jassy stellt für AWS in den Jahren 2027 und 2028 jeweils mehr als 40 Prozent Umsatzwachstum in Aussicht. Ob sich das im Free Cashflow niederschlägt, zeigt sich frühestens in den nächsten Quartalsberichten.
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