SAP Aktie: 46 Prozent unter Juli-Hoch
Trotz 19 Prozent mehr Cloud-Umsatz verliert die SAP-Aktie weiter an Wert. Der Aktienrücklauf und die Reltio-Übernahme stützen nur bedingt.

Kurz zusammengefasst
- Cloud-Umsatz steigt um 19 Prozent
- Aktienkurs fällt auf 142,50 Euro
- Eigenes Aktienrückkaufprogramm läuft
- Reltio-Übernahme abgeschlossen
Fast die Hälfte des Kurswerts vernichtet — und das in weniger als einem Jahr. Die SAP-Aktie notiert aktuell bei 142,50 Euro und liegt damit rund 46 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Juli 2025. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus knapp 30 Prozent. Das Paradoxe: Das operative Geschäft läuft gut.
Cloud wächst, Kurs fällt
Im ersten Quartal 2026 legte SAP beim Cloud-Umsatz um 19 Prozent auf rund 5,96 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Währungseffekte waren es sogar 27 Prozent. Besonders stark wuchs die Cloud ERP Suite mit 30 Prozent bereinigt. Der Cloud-Backlog — ein Frühindikator für künftige Erlöse — kletterte auf 21,9 Milliarden Euro, ein Plus von 20 Prozent.
Das operative Ergebnis verbesserte sich um 17 Prozent auf rund 2,9 Milliarden Euro. Starke Zahlen, die den Kursverfall bislang nicht stoppen konnten.
Rückkauf und Reltio als Stützen
SAP kauft aktiv eigene Aktien zurück. Das Programm läuft bis Ende 2027 und hat ein Gesamtvolumen von bis zu 10 Milliarden Euro. Bis Anfang April erwarb SAP rund 16,3 Millionen Aktien zu durchschnittlich 161,16 Euro — ein Kaufvolumen von rund 2,6 Milliarden Euro.
Im Mai schloss SAP die Übernahme von Reltio ab. Das Unternehmen entwickelt Software für Master-Data-Management. SAP will damit seine Business Data Cloud stärken und KI-gestützte Unternehmensanwendungen ausbauen. Für das Gesamtjahr peilt SAP Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an — die Reltio-Konsolidierung ist dabei bereits eingerechnet.
Charttechnik belastet, Q2 als Prüfstein
Technisch bleibt die Lage schwierig. SAP notiert unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts von 149 Euro, des 100-Tage-Durchschnitts und weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 187 Euro. Der RSI liegt bei 40,6 — noch kein überverkauftes Territorium, aber klar im schwachen Bereich. Das 52-Wochen-Tief von 135,52 Euro ist nur gut fünf Prozent entfernt.
Der nächste wichtige Termin: die Q2-Zahlen im Juli 2026. SAP selbst hat bereits signalisiert, dass das Cloud-Wachstum im zweiten Quartal schwächer ausfallen dürfte als im ersten. Einmalige Effekte aus dem Auftaktquartal fallen weg. Ob das der Markt bereits eingepreist hat oder erneut enttäuscht reagiert, entscheidet maßgeblich darüber, ob die Aktie die Unterstützung bei 135 Euro hält oder bricht.
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