The Trade Desk Aktie: 148 Millionen Dollar Insiderkäufe
Führungskräfte von The Trade Desk kaufen massiv Aktien, während der Kurs um 72 Prozent fällt. Analysten diskutieren über Unterbewertung.

Kurz zusammengefasst
- Insider kaufen Aktien für 148 Millionen Dollar
- Aktienkurs verliert 72 Prozent in zwölf Monaten
- Umsatzwachstum verlangsamt sich auf 12 Prozent
- Neuer Finanzvorstand tritt im Juli an
Das Vertrauen der Unternehmensführung steht in scharfem Kontrast zur Kursentwicklung. In den drei Monaten bis Juni 2026 haben Insider von The Trade Desk Aktien im Wert von rund 148 Millionen Dollar gekauft. Gleichzeitig beliefen sich die Verkäufe auf lediglich 4,7 Millionen Dollar.
Insider kaufen – der Kurs fällt
Die Aktie notiert aktuell bei 18,08 Euro. Das entspricht einem Minus von 72 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Das 52-Wochen-Tief liegt nur knapp 5 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Kein Wunder: Alle gleitenden Durchschnitte (50, 100, 200 Tage) liegen oberhalb des Kurses.
Die jüngste Erholung Anfang Juni währte nicht lang. Am ersten Handelstag des Monats stieg der Kurs um fast 8 Prozent auf 23,22 Dollar. Am Folgetag fiel die Aktie um rund 8 Prozent zurück.
Gemischte Signale im Management
Trotz der massiven Käufe des Führungsgremiums gibt es Einzelpositionen, die skeptisch stimmen. Direktorin Samantha Jacobson verkaufte kürzlich 53.681 Aktien im Wert von rund 1,13 Millionen Dollar.
Hinzu kommt ein Wechsel in der Finanzführung. Ein permanenter Finanzvorstand tritt im Juli an seine Stelle des Interims-Chefs. Der kehrt auf den Posten des Chief Accounting Officers zurück.
Wachstumsflaute nach Rekordjahren
Das aggressive Insider-Engagement fällt in eine Phase der Abkühlung. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 12 Prozent. Zum Vergleich: 2025 lag das Plus bei 18 Prozent, 2024 sogar bei 26 Prozent.
Für das zweite Quartal prognostiziert das Management rund 750 Millionen Dollar Umsatz – ein Plus von etwa 8 Prozent. Die Markterwartungen lagen bei 770 Millionen Dollar. Das enttäuschte viele Anleger und trug zur jüngsten Volatilität bei.
Unterbewertet oder voreilig?
Einige Bewertungsmodelle sehen die Aktie um bis zu 81 Prozent unter ihrem langfristigen fairen Wert. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 26 liegt deutlich unter dem Fünfjahres-Median. Die Frage, ob die Insider damit einen Boden signalisieren oder ein fallendes Messer greifen, bleibt offen.
Die kommenden Quartalszahlen müssen liefern, was das Management verspricht – oder das Vertrauen der Insider bleibt eine isolierte Position.
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