Rheinmetall Aktie: Boeing-Kooperation für Ghost-Bat-Drohne
Rheinmetall sichert sich neue Boxer- und Drohnenaufträge, während der Fregatten-Verlust die Prognose belastet. Analysten bleiben optimistisch.

Kurz zusammengefasst
- Boxer-Auftrag von Deutschland und Niederlande
- Kooperation mit Boeing bei Ghost Bat
- CEO kritisiert Fregatten-Verlust deutlich
- Analysten bestätigen Kaufempfehlung für Aktie
Rheinmetall hat am Freitag zwei neue Rüstungsgeschäfte vermeldet, die den Ärger über den verlorenen Fregatten-Auftrag zumindest teilweise überdecken. Deutschland und die Niederlande bestellten Boxer-Fahrzeuge bei Rheinmetall und dem Rüstungskonzern KNDS, während der Düsseldorfer Konzern parallel mit Boeing den Aufbau deutscher Fähigkeiten im Bereich unbemannter Kampfflugzeuge vorantreibt.
Boxer-Bestellung und Ghost-Bat-Kooperation
Der Boxer-Auftrag von Deutschland und den Niederlanden geht gemeinsam an KNDS und Rheinmetall. Details zum Umfang der Bestellung nannte der Konzern am Freitag nicht, doch die Fahrzeugfamilie zählt seit Jahren zu den verlässlichsten Umsatzträgern im Rheinmetall-Portfolio.
Zugleich beschleunigen Rheinmetall und Boeing den Ausbau der deutschen Fähigkeiten im Bereich sogenannter Collaborative Combat Aircraft – unbemannter Kampfflugzeuge, die im Verbund mit bemannten Jets operieren.
Rheinmetall richtet dafür die deutsche Systemintegration für Boeings Drohne MQ-28 Ghost Bat ein. Die Kooperation positioniert den Konzern in einem Zukunftsfeld der Luftverteidigung, das über das klassische Landsystem-Geschäft hinausreicht.
Ergänzend berichtete Rheinmetall im Zusammenhang mit der Wiederauffüllung US-amerikanischer Munitionsbestände, dass das Hochfahren der ATACMS-Raketenproduktion Zeit brauche – ein Hinweis darauf, dass selbst boomende Auftragslagen an Kapazitätsgrenzen stoßen.
CEO äußert sich unzufrieden über Fregatten-Verlust
Die guten Nachrichten vom Freitag stehen im Kontrast zu offener Kritik aus der Unternehmensspitze. Der Rheinmetall-Chef zeigte sich am Freitag sehr unzufrieden über den Verlust des Marineauftrags – gemeint ist das gescheiterte Fregattenprogramm F126, dessen Wegfall die Umsatzprognose für 2026 zuvor auf eine Spanne von 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro gedrückt hatte. Der Unmut aus der Führungsetage zeigt, wie schwer der Auftragsverlust im Marinesegment trotz der insgesamt robusten Geschäftsentwicklung wiegt.
Analysten bleiben trotz Rückschlägen optimistisch
Die Bewertung von außen fiel am Freitag positiv aus. Deutsche Bank Research beließ die Einstufung für Rheinmetall auf „Buy“. Warburg Research bestätigte am selben Tag ebenfalls „Buy“ und nannte ein Kursziel von 1.500 Euro – ein deutlicher Abstand zum aktuellen Kursniveau. Beide Häuser signalisieren damit, dass sie die operative Substanz des Konzerns trotz der Prognosesenkung im Marinegeschäft weiterhin für intakt halten.
Kurs bleibt unter Druck, Erholung seit Ende Juni
An der Börse notiert die Rheinmetall-Aktie aktuell bei 1.143,80 Euro und damit nahezu unverändert zum Vortag. Von ihrem Zwischentief im Juni hat sich das Papier deutlich erholt – über die vergangenen 30 Handelstage steht ein Plus von 15,14 Prozent.
Der Blick auf das Gesamtjahr relativiert diese Erholung allerdings: Seit Jahresanfang liegt die Aktie noch immer rund 26 Prozent im Minus, weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 2.007,00 Euro vom Oktober vergangenen Jahres.
Für Anleger bleibt der Spagat zwischen operativer Dynamik und Kursschwäche das bestimmende Bild: Neue Rüstungsaufträge und Zukunftsprojekte wie die Ghost-Bat-Integration stützen die langfristige Wachstumsstory, während der Fregatten-Verlust und die daraus resultierende Prognosekürzung kurzfristig auf der Stimmung lasten. Am 27. August steht mit dem DZ Bank Expert Day der nächste Termin an, bei dem der Konzern weitere Einblicke in seine Strategie geben dürfte.
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