Bawag PSK Aktie: Axis Capital scheitert!
Permanent TSB hält an der von Bawags Vorstand einstimmig unterstützten Übernahme fest; die gerichtliche Anhörung ist für den 27. Oktober angesetzt.
Kurz zusammengefasst
- Kein verbindliches Axis-Angebot vorgelegt
- Finanzierung für Axis-Vorstoß nicht gesichert
- 91,28 Prozent stimmten für den Zusammenschluss
- Gerichtliche Anhörung für Oktober angesetzt
Gestern schuf das Management der irischen Permanent TSB Group Holdings Klarheit im Übernahmepoker. Das Kreditinstitut wies Vorstöße der Beteiligungsgesellschaft Axis Capital offiziell als „hoch spekulativ und bedingt“ zurück und stellte klar, dass kein formelles Angebot vorliege.
Stattdessen konzentriert sich das Haus weiterhin auf die vereinbarte Übernahme durch Bawag PSK, die vom Vorstand einstimmig befürwortet wird. An den Finanzmärkten verlief der Wochenauftakt für das Wiener Institut ruhig: Die Bawag-Aktie beendete den Handel gestern bei einem Schlusskurs von 176,00 Euro mit einem Minus von 0,7 Prozent.
Störmanöver ohne finanzielle Substanz abgewehrt
Auslöser der Klarstellung waren vorangegangene Berichte über ein potenzielles Gegenangebot. Axis Capital hatte öffentlich ein mögliches Barangebot von 3,20 Euro je Aktie ins Gespräch gebracht, was Permanent TSB mit rund 1,74 Milliarden Euro bewertet hätte.
Permanent TSB entzog den Spekulationen jedoch die Grundlage. Axis Capital habe keinerlei feste Zusagen vorgelegt und verfüge weder über gesicherte Finanzierungspartner noch über die nötigen Mittel für eine Transaktion dieser Größenordnung.
Da keine verbindliche Angebotsabsicht formuliert wurde, sieht das Management der irischen Bank keinen Anlass für Verhandlungen abseits der Wiener Offerte.
Vereinbarte Transaktion nimmt juristische Hürden
Bawag PSK hatte im April ein verbindliches Übernahmeangebot von 2,97 Euro je Aktie vorgelegt, das Permanent TSB mit rund 1,62 Milliarden Euro bewertet. Die Österreicher waren nach einer im Oktober 2025 gestarteten formellen Verkaufsphase als bevorzugter Bieter ausgewählt worden.
Am 30. Juli 2026 votierten die Eigentümer von Permanent TSB mit einer Mehrheit von 91,28 Prozent für den Zusammenschluss. Den Ausschlag gab der irische Staat, der einen Anteil von 57,5 Prozent an dem Institut hält. Unter den abstimmenden Minderheitsaktionären formierte sich damals spürbarer Widerstand: Rund 36 Prozent dieser Gruppe votierten gegen die Offerte.
Der Zeitplan für den Abschluss der Akquisition steht. Vor gut drei Wochen baute Bawag die Finanzierungsstruktur für die Permanent-TSB-Übernahme um, um die Umsetzung voranzutreiben. Neben den ausstehenden aufsichtsrechtlichen Zustimmungen bildet die gerichtliche Genehmigung der PTSB-Übernahme den letzten formellen Schritt.
Die Thematik kam vor rund einem Monat auf die Agenda der Beteiligten, die abschließende Anhörung vor dem irischen High Court ist für den 27. Oktober 2026 angesetzt. Verläuft der Termin nach Plan, rückt der Vollzug der Übernahme unmittelbar näher.
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