Coinbase Aktie: Robinhood-Angriff?
Beide Analysehäuser halten an neutralen Bewertungen fest; Handelsrisiken und Ausgaben begrenzen trotz wachsender Zusatzerlöse den Optimismus.

Kurz zusammengefasst
- Mizuho senkt Ziel auf 145 US-Dollar
- Jefferies reduziert Kursziel auf 174 US-Dollar
- Coinbase erwartet 550–630 Millionen US-Dollar Serviceumsatz
- Derivate und Prognosemärkte liefern rund 25 Prozent
Mizuho und Jefferies haben heute ihre Kursziele für Coinbase gesenkt und ihre neutralen Anlageurteile bestätigt. Im Mittelpunkt stehen die Schwäche des Handelsgeschäfts und die Ausgabenperspektive. Die Botschaft für Anleger: Wachsende Zusatzerlöse reichen beiden Häusern noch nicht für eine positivere Bewertung.
Mizuho sieht Risiken im Privatkundengeschäft
Mizuho reduzierte das Kursziel von 155 auf 145 US-Dollar und blieb bei der Einstufung „Neutral“. Das Analysehaus verweist auf Schwächen im Kerngeschäft. Zudem sieht es das Risiko, dass Coinbase im Privatkundensegment Marktanteile an Robinhood verliert.
Diese Einschätzung richtet den Blick auf die Wettbewerbsposition. Entscheidend ist aus Sicht der Analysten nicht allein, ob sich der Kryptohandel belebt. Coinbase muss auch seinen Anteil am Geschäft mit privaten Kunden behaupten. Der mögliche Marktanteilsverlust ist dabei eine Sorge des Hauses, kein bestätigter Befund.
Die von Mizuho beobachteten Handelstrends liegen zwar leicht über dem Vorquartal. Für eine Entwarnung reicht diese Entwicklung nach Einschätzung des Hauses aber nicht. Eine moderate Belebung und enttäuschte Markterwartungen können somit gleichzeitig auftreten.
Jefferies bleibt trotz stärkerer Serviceperspektive zurückhaltend
Jefferies senkte das Kursziel von 183 auf 174 US-Dollar und bestätigte die Halteempfehlung. Das Haus begründete die Anpassung mit dem Ausblick auf die Ausgaben. Damit setzt es einen anderen Schwerpunkt als Mizuho: Nicht nur die Erlösentwicklung entscheidet, sondern auch der Aufwand für das breitere Angebot.
Bei Abonnements und Dienstleistungen fällt der Ausblick günstiger aus. Für das vierte Quartal 2026 erwartet Coinbase in diesem Bereich 550–630 Mio. US-Dollar Umsatz.
Das zeigt die gegenläufigen Kräfte innerhalb des Unternehmens. Wiederkehrende und handelsnahe Dienstleistungen können die Abhängigkeit vom klassischen Kryptohandel verringern. Sie beseitigen jedoch nicht automatisch die Fragen nach Kosten und Profitabilität.
Breiteres Angebot löst die Bewertungsfrage nicht
Derivate und Prognosemärkte gewinnen innerhalb des Transaktionsgeschäfts an Bedeutung. Zusammen lieferten sie rund 25 % der Transaktionserlöse. Das erweitert die Erlösbasis über den unmittelbaren Kauf und Verkauf von Kryptowährungen hinaus.
Für Anleger liegt darin eine Chance, aber noch kein Gegenbeweis zu den skeptischen Analystenargumenten. Neue Produkte müssen schwächere Handelsaktivität nicht nur auffangen, sondern auch wirtschaftlich zum Gesamtergebnis beitragen.
Die heutigen Kurszielsenkungen markieren deshalb keine einheitliche Absage an die Strategie. Sie zeigen unterschiedliche Hürden für eine höhere Bewertung: Mizuho verlangt überzeugendere Handelstrends, Jefferies eine günstigere Relation zwischen Wachstum und Ausgaben. Genau daran wird sich die weitere Entwicklung messen lassen müssen.
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