IREN Aktie: Meta Compute setzt unter Druck

Meta drängt mit neuer Cloud-Sparte in IRENs Kerngeschäft, während der Vorstand ein 757-Millionen-Dollar-Paket für die Co-CEOs ohne Leistungsziele genehmigt.

Felix Baarz ·
IREN Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Meta plant Cloud-Dienst "Meta Compute"
  • Co-CEOs erhalten 757 Mio. Dollar Aktienpaket
  • Aktie fällt unter wichtige Durchschnitte
  • GPU-Flotte soll auf 140.000 Einheiten wachsen

Iris Energy steckt zwischen zwei Fronten. Auf der einen Seite drückt Meta Platforms mit einer neuen Cloud-Sparte in genau das Geschäft, das IREN groß gemacht hat. Auf der anderen Seite genehmigt der eigene Vorstand seinen beiden Co-Chefs ein Aktienpaket im Wert von umgerechnet über 700 Millionen Dollar — ganz ohne Leistungsvorgaben. Die Aktie reagiert verhalten, aber die Woche hat gezeigt, wie eng Chancen und Risiken bei diesem Titel beieinanderliegen.

Am Freitag schloss das Papier bei 36,02 Euro, ein Minus von 1,53 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht bleibt der Rückgang mit 0,94 Prozent moderat. Der Blick auf einen Monat zeigt allerdings ein anderes Bild: Dort steht ein Verlust von 19,25 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch bei 68,61 Euro, aufgestellt Anfang November, trennen die Aktie mittlerweile 47,51 Prozent.

Meta wird zum Konkurrenten

Der eigentliche Auslöser für die Nervosität kam aus Menlo Park. Berichten vom 10. Juli zufolge prüft Meta, seine ungenutzten Rechenkapazitäten über eine neue Sparte namens „Meta Compute“ kommerziell zu vermarkten. Pikant: Der hauseigene Chip des Konzerns trägt zufällig den Namen „Iris“ — mit Iris Energy hat das nichts zu tun, wohl aber mit dessen Geschäftsmodell.

Analysten von Bernstein und JPMorgan sehen in diesem Schritt eine ernste Bedrohung für sogenannte Neocloud-Anbieter wie IREN. Meta plant bis 2027 eine Kapazität von 14 Gigawatt. Die geschätzten Baukosten liegen bei nur rund 22 Milliarden Dollar pro Gigawatt — deutlich unter früheren Schätzungen von 45 Milliarden Dollar. Ein Hyperscaler mit derart günstiger Kostenbasis könnte die Preise für GPU-Vermietungen im gesamten Markt drücken.

Vorstand genehmigt Millionenpaket ohne Bedingungen

Parallel zur Wettbewerbssorge sorgte eine Personalentscheidung für Diskussionen. Der Aufsichtsrat billigte ein Vergütungspaket für die beiden Co-CEOs im Gesamtwert von 757,2 Millionen Dollar. Es besteht aus 18,2 Millionen Restricted Stock Units und macht damit rund 71,4 Prozent des gesamten Anreizprogramms mit 25,5 Millionen Aktien aus.

Jeder der beiden Co-Chefs erhält 9,1 Millionen Aktienrechte. Diese verteilen sich über vier Jahre, zusätzlich greift eine zweijährige Haltefrist. Kritisch sehen Beobachter vor allem eines: Das Paket enthält keine konkreten Leistungshürden. Der Verwaltungsratsvorsitzende verteidigt die Größenordnung als notwendig, um die Führungsspitze in einer entscheidenden Wachstumsphase zu halten. Einige Analysten warnen dagegen vor der Verwässerung, die für langfristige Aktionäre ein Risiko bleibt.

Charttechnik zeigt Abkühlung

Die technischen Indikatoren spiegeln die unruhige Stimmung wider. Die Aktie notiert derzeit unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 46,95 Euro und auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 42,25 Euro. Der 14-Tage-RSI liegt bei 38,5 — die Aktie nähert sich damit überverkauftem Terrain, hat die Schwelle aber noch nicht erreicht.

Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 12,44 Milliarden Euro. Trotz des jüngsten Rückschlags bleibt der Titel auf Zwölf-Monats-Sicht ein klarer Gewinner: Der Kurs liegt noch immer 147,25 Prozent über dem Niveau von vor einem Jahr.

Expansion läuft weiter

Trotz des Gegenwinds durch Meta hält IREN am aggressiven Ausbau fest. Die GPU-Flotte soll von aktuell 23.000 Einheiten bis Ende 2026 auf 140.000 Einheiten wachsen. Dahinter steht das Ziel, eine annualisierte Umsatzrate von 3,4 Milliarden Dollar zu erreichen.

Der nächste konkrete Termin für Investoren ist der Quartalsbericht am 16. September 2026. Bis dahin bewegt sich die Analystenmeinung in einer breiten Spanne: Die Kursziele reichen von 46 bis 105 US-Dollar, das Konsens-Rating lautet „Moderate Buy“. Diese Bandbreite zeigt, wie unterschiedlich der Markt das Risiko-Rendite-Profil zwischen KI-Wachstumsstory und Krypto-Mining-Erbe derzeit einschätzt.

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IREN Aktie

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Sektor Finanzdienstleistungen
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ISIN: AU0000185993 WKN: A3C7R6

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