Xiaomi Aktie: 63 Prozent teurere DRAM-Chips im Q2
Steigende Speicherchip-Preise drücken Xiaomis Gewinn und Aktie. Der Autobereich zeigt Innovation, leidet aber unter schwachen Verkaufszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Gewinneinbruch durch teure Speicherchips
- Smartphone-Auslieferungen sinken deutlich
- Autonomes Ladesystem für E-Autos vorgestellt
- Aktie fällt auf neues Jahrestief
Xiaomi zeigt einen neuen Roboterarm für Elektroautos. Die Innovation verblasst neben einem massiven Problem. Teure Speicherchips belasten das Smartphone-Kerngeschäft schwer. Die Aktie notiert infolgedessen am Boden.
Autonomes Laden für die Garage
Xiaomi präsentierte diese Woche ein automatisiertes Heim-Ladesystem. Der schmale Roboterarm montiert sich an der Wand. Er erkennt den Ladeanschluss des Fahrzeugs per KI-Kamera. Danach steckt er das Kabel völlig selbstständig ein.
Das System integriert sich direkt in die Smartphone-App des Konzerns. Ein Preis oder Startdatum fehlt bislang. Die Lösung ergänzt das bestehende Angebot an Wandladestationen.
Xiaomi braucht Erfolge im Automobilgeschäft. Der Konzern will im Jahr 2026 rund 550.000 Fahrzeuge ausliefern. In den ersten fünf Monaten schaffte das Unternehmen erst knapp 150.000 Einheiten.
Speicherchips sprengen die Kosten
Parallel zur Auto-Offensive schwächelt das Kerngeschäft. Der bereinigte Nettogewinn brach im ersten Quartal um 43 Prozent ein. Mit 6,1 Milliarden Yuan verfehlte der Konzern die Markterwartungen.
Auch die Verkaufszahlen enttäuschen. Die Smartphone-Auslieferungen sanken um 19 Prozent auf 33,8 Millionen Geräte. Das ist der stärkste Rückgang unter den fünf weltweiten Top-Herstellern.
Die Ursache liegt im globalen KI-Boom. Rechenzentren kaufen den Markt für Halbleiter leer. Das treibt die Preise für Speicherchips massiv nach oben. Im zweiten Quartal könnten DRAM-Chips um 63 Prozent teurer werden. Bei NAND-Speichern droht ein Preisaufschlag von 75 Prozent.
Branchenexperten rechnen mit anhaltenden Engpässen bis Ende 2027. Für Xiaomis kommende Gerätegeneration steigen die Speicherkosten dadurch um ein Viertel. Die Folge: massiver Margendruck im margensensiblen Einsteigersegment.
Aktie am Boden
An der Börse spiegelt sich diese Belastung wider. Die Xiaomi-Aktie notiert aktuell bei 2,90 Euro. Erst am Donnerstag markierte das Papier bei 2,82 Euro ein neues Jahrestief. Seit Jahresanfang verlor der Titel rund 35 Prozent an Wert.
Auch der weite Abstand zur 200-Tage-Linie bei 4,23 Euro zeigt den klaren Abwärtstrend. Der RSI-Indikator steht bei 32,5. Das signalisiert einen fast überverkauften Zustand.
Das Management steuert nun gegen. Xiaomi legt ein Rückkaufprogramm über 20 Milliarden Hongkong-Dollar auf. Es ist das größte in der Firmengeschichte. Solange die Bauteilkosten jedoch die Gewinne auffressen, bleibt der Weg nach oben schwer.
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