Anheuser-Busch InBev Aktie: Alkoholfrei-Kracher?
JPMorgan erhöht die Gewinnschätzung für 2026 um 2 Prozent; China verzeichnet zugleich Rückgänge bei Absatz und Umsatz.

Kurz zusammengefasst
- JPMorgan hebt Gewinnprognose um zwei Prozent
- Kursziel bleibt bei 79,88 Euro
- Alkoholfreies Bier wächst um 35 Prozent
- China-Absatz und -Umsatz sinken um 16,8 Prozent
JPMorgan traut Anheuser-Busch InBev nach dem überraschend hohen Quartalsüberschuss mehr Gewinn zu. In der heute veröffentlichten Einschätzung bestätigt das Haus seine Übergewichtungsempfehlung und das Kursziel von 79,88 €. Analystin Celine Pannuti hat ihre Prognose für den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2026 um 2 % angehoben. Das stärkt die positive Einschätzung der Aktie, obwohl die Geschäftsentwicklung regional uneinheitlich bleibt.
Höhere Gewinnerwartung statt neuer Kursziele
Die zugrunde liegende JPMorgan-Studie stammt von gestern. Entscheidend ist damit nicht eine höhere Zielmarke für die Aktie, sondern die angehobene Ergebnisschätzung. Der unerwartet hohe Überschuss liefert Pannuti einen konkreten Anlass, ihre Gewinnerwartung zu verbessern.
AB InBev meldete für das dritte Quartal 2026 einen Umsatz von 16.512 Mio. US-Dollar und einen Nettogewinn von 1.597 Mio. US-Dollar. Die Ergebnisentwicklung bildet den Hintergrund für die jüngste Analysteneinschätzung.
Auch Bernstein Research beurteilt das Quartal positiv, allerdings mit einer zurückhaltenderen Beschreibung. Analyst Trevor Stirling bezeichnete es als solide, wenn auch nicht stark, und als beruhigend. Damit verbindet er seine positive Anlageeinschätzung nicht mit dem Urteil eines außergewöhnlich starken Geschäftsverlaufs.
Am Samstag wurde Bernsteins Anhebung des Kursziels von 96 auf 97 € bekannt. Die Empfehlung bleibt „Outperform“. Die zugrunde liegende Studie datiert vom Donnerstag.
Beide Häuser halten damit an ihren positiven Empfehlungen fest. Ihre Begründungen setzen unterschiedliche Akzente: JPMorgan reagiert mit einer höheren Gewinnprognose, während Bernstein vor allem die beruhigende Qualität des Quartals hervorhebt.
Wachstumstreiber und China-Risiko
Operativ sticht das alkoholfreie Bier hervor. Dessen Umsatz wuchs im dritten Quartal 2026 um 35 %, während der organische Gesamtumsatz um 4,9 % zunahm. Das Geschäft mit alkoholfreiem Bier expandierte damit deutlich schneller als der Konzern insgesamt.
Dem steht die Schwäche in China gegenüber. Sie begrenzt die Aussagekraft der positiven Konzernzahlen für die einzelnen Regionen. Anleger sollten die höhere Gewinnerwartung deshalb nicht mit einer bereits flächendeckenden Erholung gleichsetzen.
In China gingen Absatz und Umsatz jeweils um 16,8 % zurück. Trotzdem bestätigte AB InBev für 2026 seine Prognose eines EBITDA-Wachstums von 4–8 %.
Die heutige Kursentwicklung fällt positiv aus: Mit einem Tagesplus von 3,1% erhält die zuversichtlichere Gewinnerwartung auch an der Börse Rückenwind.
Für die weitere Einordnung bleibt entscheidend, ob AB InBev das Wachstum außerhalb der schwachen chinesischen Geschäfte in nachhaltige Ergebnisfortschritte übersetzen kann. Die angehobene JPMorgan-Schätzung ist dafür ein positives Signal, aber kein Beleg für eine Überwindung der regionalen Belastungen.
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