Gold: Fast sieben Prozent Wochengewinn
Gold steigt auf 4.396 Dollar und verzeichnet den stärksten Wochenanstieg des Jahres. Geopolitische Spannungen und Zinsspekulationen treiben die Nachfrage.

Kurz zusammengefasst
- Goldpreis überwindet 4.300-Dollar-Marke
- Stärkster Wochengewinn seit Jahresbeginn
- Hormus-Krise und Dollar-Schwäche stützen
- Deutsche Bank bestätigt 4.600-Dollar-Ziel
Der Goldpreis hat die psychologisch wichtige Marke von 4.300 US-Dollar am Montag klar überwunden. Aktuell notiert das Edelmetall bei 4.396,90 US-Dollar. Binnen einer Woche legt der Kurs damit fast sieben Prozent zu – der stärkste Wochengewinn seit Jahresbeginn.
Chartbild zeigt klare Kaufdynamik
Der Ausbruch markiert eine Wende nach der zähen Bodenbildung im Juli. Mehrfach scheiterte Gold zuvor an der Hürde von 4.200 Dollar. Erst ein massiver Kaufimpuls in der vergangenen Woche brachte den nötigen Schwung, um zentrale Abwärtstrendlinien zu durchbrechen.
Die Verteidigung der Unterstützung bei 3.960 Dollar im Vormonat legte laut Marktbeobachtern die Basis für die aktuelle Rallye. Der Sprung über 4.264 Dollar löste zahlreiche Stopp-Loss-Käufe aus. Diese katapultierten den Kurs bis zum Widerstand bei 4.381 Dollar – eine Marke, die der aktuelle Kurs bereits überschritten hat.
Aktuell liegt Gold nur noch knapp unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 4.402,89 Dollar.
Der RSI steht bei 66,1 und signalisiert starke, aber noch nicht extreme Kaufdynamik. Bleibt der Trend intakt, rücken laut Chartanalysten die Ziele bei 4.480 und 4.510 Dollar in den Fokus.
Hormus-Verhandlungen und schwächerer Dollar treiben den Preis
Fundamental stützt eine komplexe geopolitische Lage die Rallye. Im Zentrum steht die Unsicherheit über die Verhandlungen zur Meerenge von Hormus. Sorgen über die globalen Handelswege treiben Investoren verstärkt in die Sicherheit des Edelmetalls.
Zusätzlichen Rückenwind liefert der US-Arbeitsmarkt. Die Juli-Daten signalisierten eine Abkühlung. Am Markt wächst deshalb die Erwartung, dass die Federal Reserve ihren restriktiven Zinskurs überdenkt. Ein schwächerer Dollar und sinkende Anleiherenditen erhöhen die Attraktivität von Gold als zinslose Anlage.
Analysten uneinig über die Fortsetzung der Rallye
Die Deutsche Bank bekräftigte am Montag ihr Kursziel von 4.600 Dollar bis zum Jahresende. Stratege Michael Hseuh bezeichnete die aktuelle Phase als „explosiv“ und verwies auf robuste Bewertungsmodelle.
Eine aktuelle Reuters-Umfrage unter 29 Händlern und Analysten zeichnet ein vorsichtigeres Bild. Der Median der Jahresprognose sank erstmals seit drei Jahren.
Er fiel von 4.916 auf 4.509 Dollar. Dennoch bleibt der Konsens optimistisch: Gold soll seinen Status als Inflationsschutz behalten.
An der Unterseite gelten die Zonen um 4.202 und 4.165 Dollar nun als wichtige Unterstützungen. Sie sollen den neuen Aufwärtstrend absichern. Ein Rückfall unter 4.094 Dollar würde das bullische Szenario dagegen neutralisieren.
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